LIVE-Updates : Ukraine wählt neues Parlament


Um die Sit­ze in der Obers­ten Rada wett­ei­fern 22 Par­tei­en. 225 Man­da­te wer­den über Par­tei­lis­ten ver­ge­ben und 199 per Direkt­wahl. Um ins Par­la­ment ein­zu­zie­hen, müs­sen die Par­tei­en über die Fünf-Pro­zent-Hür­de kom­men. Auf­grund der Feri­en­zeit wird mit einer nied­ri­gen Wahl­be­tei­li­gung gerech­net.

Mehr als 130.000 Poli­zis­ten sor­gen für Sicher­heit. Der Wahl­vor­gang wird von über 1.700 inter­na­tio­na­len Wahl­be­ob­ach­tern über­wacht. Dabei haben die ukrai­ni­schen Behör­den kei­ne Beob­ach­ter aus Russ­land akkre­di­tiert. Zum ers­ten Mal dür­fen auch kei­ne Ver­tre­ter der Par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lung des Euro­pa­ra­tes (PACE) die Abstim­mung über­wa­chen. Da die Zen­tra­le Wahl­kom­mis­si­on der Ukrai­ne kei­ne Wahl­lo­ka­le in Russ­land eröff­net hat, kön­nen die bis zu drei Mil­lio­nen in Russ­land leben­den Ukrai­ner von ihrem Wahl­recht nicht Gebrauch machen, es sei denn, sie geben ihre Stim­me in Geor­gi­en, Kasach­stan oder Finn­land ab.

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RT Deutsch


Russlands schwimmendes AKW : “Tschernobyl zu Wasser” – wirklich ? (Video)


Die vor zwölf Jah­ren auf Kiel geleg­te Aka­de­mik Lomo­nos­sow, ein schwim­men­des Atom­kraft­werk vom Pro­jekt 20870 auf der Basis einer Bar­ge, wur­de am 4. Juli an den Auf­trag­ge­ber Ros­ener­goatom über­ge­ben. Nun folgt ein Ein­satz in Tschu­kot­ka, wo die Lomo­nos­sow das Kern­kraft­werk Bilibi­no erset­zen wird, das den Kern des iso­lier­ten Ener­gie­sys­tems Tschaun-Bilibi­no bil­det. Zu die­sem Zweck wur­de die Bar­ge bereits von Schlep­pern in den Hafen von Pewek gebracht.

Eini­ge Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen spre­chen von einem “Tscher­no­byl zu Was­ser” (oder “auf Eis”) – und nur zu gern über­neh­men west­li­che Medi­en die­se For­mu­lie­rung. Ob die­se Skep­sis begrün­det ist, und wel­chen Zweck das schwim­men­de Atom­kraft­werk mit sei­nen 70 Mega­watt elek­tri­scher Leis­tung hat, erör­tert die­ser Video­clip.

Mehr zum The­ma – Atom­kraft vor­aus ? Deutsch­lands Kli­ma­zie­le und ener­gie­po­li­ti­sche Kon­se­quen­zen (Video)

RT Deutsch


IWF : Der verlängerte Arm der USA


Süd­ame­ri­ka, Grie­chen­land, Süd­ko­rea, Russ­land : Der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds prä­sen­tiert sich ger­ne als Ret­ter in der Not, doch hin­ter­lässt stets ver­brann­te Erde. Ein Blick hin­ter die Kulis­sen einer Insti­tu­ti­on, die fest in ame­ri­ka­ni­scher Hand ist und ihren Blick nun auf Euro­pa rich­tet.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Großmäulig” – Andrej Hunko zu von der Leyens Festhalten an Russland-Sanktionen


Die Beden­ken von der Ley­ens bezüg­lich der im Bau befind­li­chen Erd­gas-Pipe­line Nord Stream 2 und ihre Äuße­rung, die “Ent­bün­de­lung” des Pro­jekts sei erst der ers­te Schritt, kri­ti­sier­te der Lin­ken-Poli­ti­ker im Gespräch mit RT Deutsch eben­so scharf.

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RT Deutsch


China, Russland und Weltall : Von Trump favorisierter Top-Militärberater plädiert für neue Atomwaffen


Die Her­aus­for­de­run­gen für die Streit­kräf­te der USA lagen schon immer auch fern ihrer Staats­gren­zen und zie­len wohl auch künf­tig auf die­se Wei­se auf den Erhalt der US-Hege­mo­nie.

In der ver­gan­ge­nen Woche hat US-Army-Gene­ral Mark Alex­an­der Mil­ley zudem das Ziel des Erhalts des “Groß­machts­frie­dens” und die damit ver­bun­de­nen drei Haupt­punk­te für die Zukunft skiz­ziert : US-Atom­waf­fen­ar­se­na­le müs­sen moder­ni­siert wer­den, das Welt­all wird eine wich­ti­ge Are­na des Krie­ges und Chi­na ist der Haupt­feind.

Gene­ral Mark A. Mil­ley hat Kampf­ein­satz­er­fah­rung in Afgha­ni­stan und im Irak gesam­melt, ist bereits Gene­ral­stabs­chef sei­ner Teil­streit­kraft und Donald Trumps favo­ri­sier­ter Kan­di­dat für den Pos­ten des Top-US-Mili­tär­of­fi­ziers, des Vor­sit­zes des Joint Chiefs of Staff und damit des wich­tigs­ten Mili­tär­be­ra­ters des Prä­si­den­ten, wel­chen der­zeit Joseph F. Dun­ford inne­hat.

Trump hat Mil­ley im Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res zum Vor­sit­zen­den der Joint Chiefs of Staff ernannt. Nach­dem Mil­ley 2015 Stabs­chef der Armee gewor­den war, “half” er, laut CNN, den “Über­gang der Armee weg von groß ange­leg­ten Auf­stands­be­kämp­fungs­kam­pa­gnen an Orten wie dem Irak und Afgha­ni­stan zu über­wa­chen und sich statt­des­sen auf Her­aus­for­de­run­gen Russ­lands und Chi­nas zu kon­zen­trie­ren”.

Der Vier-Ster­ne-Gene­ral, ein Befür­wor­ter höhe­rer Mili­tär­aus­ga­ben, wird zitiert, die USA wer­den “die Rech­nung des Metz­gers mit Blut bezah­len”, wenn sie schwach wer­den.

Neue Sei­den­stra­ße als Pro­vo­ka­ti­on

Auf die Fra­ge des Vor­sit­zen­den des Senats­pa­nels, des repu­bli­ka­ni­schen Sena­tors James Inho­fe aus Okla­ho­ma, wor­über sich Mil­ley am meis­ten Sor­gen mach­te, im Hin­blick auf die US-Kon­fron­ta­ti­on mit Chi­na und Russ­land, ant­wor­te­te Mil­ley :

Ich den­ke, die aller­ers­te Num­mer eins für mich und die Num­mer eins, die für das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ange­ge­ben wur­de, ist die Moder­ni­sie­rung, Reka­pi­ta­li­sie­rung der Atom­tri­as der Nati­on. Ich den­ke, das ist ent­schei­dend. Zwei­tens, wür­de ich sagen, ist das Welt­all. Es ist ein neu­er Bereich der mili­tä­ri­schen Ope­ra­tio­nen.”

Mit dem Auf­bau der nuklea­ren “Tria­de” sind inter­kon­ti­nen­ta­le bal­lis­ti­sche Rake­ten, stra­te­gi­sche Bom­ber und nukle­ar bewaff­ne­te U-Boo­te gemeint.

Ich den­ke, Chi­na ist die größ­te Her­aus­for­de­rung für die natio­na­le Sicher­heit der USA in den nächs­ten 50 bis 100 Jah­ren”, beton­te der Gene­ral wei­ter­hin.

Chi­na habe durch die US-Kriegs­ein­sät­ze im Mitt­le­ren Osten gelernt und nut­ze die­se Beob­ach­tun­gen, um die Ent­wick­lung sei­nes eige­nen Mili­tärs vor­an­zu­trei­ben, so der der­zei­ti­ge Gene­ral­stabs­chef.

Chi­na ging durch uns zur Schu­le”, sag­te Mil­ley, als er auf eine Fra­ge des demo­kra­ti­schen Sena­tors Tim Kai­ne aus Vir­gi­nia ant­wor­te­te.

Sie haben uns im Ers­ten Golf­krieg, im Zwei­ten Golf­krieg sehr genau beob­ach­tet. Sie beob­ach­te­ten unse­re Fähig­kei­ten. Und in vie­ler­lei Hin­sicht haben sie die­se nach­ge­ahmt, und sie haben vie­le der Leh­ren und Orga­ni­sa­tio­nen über­nom­men.” 

Peking nut­ze “Han­del als Druck­mit­tel zur Errei­chung sei­ner natio­na­len Sicher­heits­in­ter­es­sen (…) und der One Belt, One Road ist Teil davon”. Er sag­te, Chi­na kon­kur­rie­re in ers­ter Linie um Res­sour­cen, um sein Mili­tär zu finan­zie­ren und zu ver­bes­sern sowie sei­ne Wirt­schaft auf­zu­bau­en und zu betrei­ben.

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Mil­ley beschrieb den mili­tä­ri­schen Auf­bau der USA in der vom Pen­ta­gon als “Indo-Pazifik”-Region bezeich­ne­ten Regi­on, wel­che die Haupt­are­na in einer Kon­fron­ta­ti­on mit Chi­na wäre. Die­ser besteht, so der Gene­ral, aus 370.000 US-Trup­pen, 2.000 Kampf­flug­zeu­gen und 200 Schif­fen.

INF ist Geschich­te – hier zeigt sich war­um

Mil­ley wur­de auch gefragt, ob er es für “hilf­reich” hal­te, kon­ven­tio­nell bewaff­ne­te, land­ge­stütz­te Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten in der Regi­on zu plat­zie­ren, um chi­ne­si­sche Inter­es­sen dort abzu­schre­cken, was er klar bejah­te.

Der im Jahr 1987 zwi­schen Washing­ton und Mos­kau geschlos­se­ne INF-Ver­trag ver­bann­te die­se Waf­fen, wur­de aber zu Beginn die­ses Jah­res von der Trump-Admi­nis­tra­ti­on unter dem Vor­wand auf­ge­ho­ben, dass Russ­land die Vor­ga­ben angeb­lich ver­letzt habe. Weder wur­den Bewei­se für die­se Behaup­tung vor­ge­legt, noch Ein­la­dun­gen Mos­kaus zum Beweis des Gegen­teils ange­nom­men. Zwar hat Mos­kau mehr­fach betont, dass es den Ver­trag bis­her immer ein­ge­hal­ten habe und die maxi­ma­le Reich­wei­te des rus­si­schen land­ge­stütz­ten Marsch­flug­kör­pers 9M729 480 Kilo­me­ter betra­ge, das Waf­fen­sys­tem hät­ten US-Beam­te sogar direkt inspi­zie­ren kön­nen. Auch nach der Auf­kün­di­gung des Ver­trags erklär­te Mos­kau, dass es sich an die Vor­ga­ben des INF-Ver­trags hal­ten wer­de, solan­ge die USA die­se nicht bre­chen.

Bereits im Ver­lauf der Kün­di­gung durch Washing­ton zeig­te sich, dass die USA damit auch auf Chi­na abziel­ten, das Peking nicht zu den INF-Ver­trags­par­tei­en gehört und auch mit der Ent­wick­lung von Rake­ten auf den mili­tä­ri­schen Auf­bau der USA in der Regi­on ant­wor­tet.

Beson­ders besorg­nis­er­re­gend schei­nen dem Gene­ral Chi­nas mili­tä­ri­sche Fort­schrit­te

Chi­na ver­bes­sert sein Mili­tär sehr, sehr schnell”, so Mil­ley. “Das ist kein Hype. (…) Sie über­tref­fen uns bei For­schung und Ent­wick­lung sowie bei der Beschaf­fung.”

Chi­na sei der­zeit “Geg­ner” und nicht “Feind”, womit im mili­tä­ri­schen Bereich unter­schie­den wird und “Feind” sich auf akti­ve bewaff­ne­te Kon­flik­te bezieht, doch offen­bar steht dem­nach der Über­gang vom “Geg­ner” zum “Feind” an.

Die unter dem Vor­wand einer rus­si­schen Bedro­hung ent­wi­ckel­ten tak­ti­schen nuklea­ren Rake­ten­spreng­köp­fe, wel­che von U-Boo­ten gestar­tet wer­den, beschrieb Mil­ley als wich­ti­ge Waf­fe, wel­che “wir in unse­rem Arse­nal haben müs­sen, um mit jedem poten­zi­el­len Geg­ner fer­tig zu wer­den”.

Vor knapp einem Monat hat­te das Pen­ta­gon ein vom der­zei­ti­gen Vor­sit­zen­den der US-Mili­tär­be­ra­ter, John F. Dun­ford, beauf­trag­tes Doku­ment mit dem Titel “Joint Publi­ca­ti­on No. 3 – 72 Nuclear Ope­ra­ti­ons” ver­öf­fent­licht, aber dann wie­der zurück­ge­zo­gen. Über 60 Sei­ten wird dar­in dar­ge­legt, wie Atom­waf­fen künf­tig von den USA ein­ge­setzt wer­den sol­len. Anders als im Kal­ten Krieg soll es dem­nach nicht mehr um die gesi­cher­te gegen­sei­ti­ge Zer­stö­rung (MAD) gehen, son­dern um die Wie­der­her­stel­lung “stra­te­gi­scher Sta­bi­li­tät”.

In dem Pen­ta­gon-Doku­ment wird davon aus­ge­gan­gen, dass “der Ein­satz von Atom­waf­fen den Umfang einer Schlacht grund­le­gend ver­än­dert und zu Situa­tio­nen führt, in denen Kom­man­dan­ten gewin­nen müs­sen”.

Der Ein­satz von Atom­waf­fen kön­ne den Ver­lauf einer Kam­pa­gne radi­kal ver­än­dern oder beschleu­ni­gen und könn­te ein­ge­setzt wer­den, nach­dem eine kon­ven­tio­nel­le Kam­pa­gne geschei­tert gewirkt hät­te.

Die Inte­gra­ti­on von Kern­waf­fen­ein­sät­zen mit kon­ven­tio­nel­len und spe­zi­el­len Ein­satz­kräf­ten ist für den Erfolg jeder Mis­si­on oder Ope­ra­ti­on uner­läss­lich.”

Im April bezeich­ne­te Mil­ley Russ­land als “exis­ten­ti­el­le Bedro­hung” für Washing­ton.

Wegen der rus­si­schen nuklea­ren Fähig­kei­ten sind sie das ein­zi­ge Land auf der Erde, das in der Lage ist, die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu zer­stö­ren”, sag­te der Gene­ral­stabs­chef bei einer Bud­get­ver­hand­lung vor dem House Armed Ser­vices Com­mit­tee. Die­se Fähig­keit zu haben bedeu­tet nicht, dass Russ­land der­zeit pla­ne, sie zu nut­zen, füg­te er hin­zu.

Mos­kau wird wahr­schein­lich “unse­re Inter­es­sen für die nächs­ten 20 Jah­re bedro­hen, wenn es ver­sucht, die Kon­trol­le über his­to­ri­sche Ein­fluss­sphä­ren zurück­zu­ge­win­nen und die euro­päi­schen Wirt­schafts- und Sicher­heits­struk­tu­ren zu ihren Guns­ten zu gestal­ten”, warn­te Mil­ley.

Als Argu­ment für ein 780-Mil­li­ar­den-Dol­lar-Bud­get des Pen­ta­gons für 2020 beton­te Mil­ley, dass Län­der wie Chi­na und Russ­land auf aggres­si­ve Wei­se Moder­ni­sie­rungs­pro­gram­me ver­fol­gen”, um die mili­tä­ri­sche Domi­nanz der USA zu unter­gra­ben.

Bereits 2015, als Mil­ley Stabs­chef der US-Armee wur­de, skiz­zier­te er Russ­land als “exis­ten­zi­el­le Bedro­hung”.

Ange­sichts der Span­nun­gen mit dem Iran gestand Gene­ral Mil­ley ein, dass der Rück­zug der USA aus dem Atom­ab­kom­men von 2015 Washing­tons Mög­lich­kei­ten erschwe­re, eine Koali­ti­on zu bil­den. Er erwar­te aber kei­nen Krieg mit dem Iran.

Gene­ral Mil­ley stell­te sich hin­ter die Ankün­di­gung des Pen­ta­gons, kei­ne F-35-Jets an die Tür­kei zu lie­fern, wenn sie rus­si­sche Luft- und Rake­ten­ab­wehr­sys­te­me vom Typ S-400 erwirbt.

Die S-400 ist ein rus­si­sches Sys­tem, das gebaut wur­de, um Flug­zeu­ge wie die F-35 abzu­schie­ßen”, zeig­te sich Mil­ley über­zeugt.

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RT Deutsch


Die DDR-Außenpolitik : Ein kleiner Staat auf der Bühne der großen Weltpolitik (Teil 1)


Spä­tes­tens mit der Schlie­ßung der Gren­ze in Ber­lin im Jah­re 1961 war die vor­nehm­lich von der West­sei­te betrie­be­ne Spal­tung Deutsch­lands zemen­tiert. Wie wirk­te sich das auf die Außen­po­li­tik der DDR aus ?

Ange­sichts eines bevor­ste­hen­den Jah­res­ta­ges des 13. August 1961 mit allen zu erwar­ten­den Argu­men­ten zur ein­sei­ti­gen Dele­gi­ti­mie­rung der DDR und ihrer Poli­tik möch­te ich eini­ge Aspek­te in Erin­ne­rung rufen, die den Hin­ter­grund für die Maß­nah­men der DDR bil­de­ten. Eines der neur­al­gischs­ten Pro­ble­me der Nach­kriegs­pe­ri­ode, das auch die Mög­lich­keit offen ein­schloss, den Sta­tus quo in Euro­pa zu ver­än­dern, war die Nicht­an­er­ken­nung des völ­ker­recht­li­chen Cha­rak­ters der Gren­zen zwi­schen bei­den deut­schen Staa­ten.

Die offe­ne Gren­ze zu West­ber­lin und zur BRD war zu einer aku­ten Gefahr für die DDR gewor­den. Sie stell­te zugleich die gesam­te euro­päi­sche Nach­kriegs­ord­nung in Fra­ge.

Die DDR war jah­re­lang mit mas­si­ven, auf ihre Besei­ti­gung gerich­te­ten öko­no­mi­schen (Stahl­em­bar­go) und poli­ti­schen (Han­dels­aus­tausch) Akti­vi­tä­ten und Stör­ak­tio­nen (mas­si­ver Abgang von qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten) sei­tens der BRD kon­fron­tiert. Hin­zu kamen die Anti-DDR-Kam­pa­gnen der west­deut­schen Medi­en. West­ber­lin wur­de sys­te­ma­tisch zu einem Zen­trum der Diver­si­on und Spio­na­ge gegen die DDR, die Sowjet­uni­on und die ande­ren Staa­ten der War­schau­er Ver­trags­or­ga­ni­sa­ti­on aus­ge­baut. Die DDR war mit einem gefähr­li­chen Abfluss exis­ten­zi­el­ler öko­no­mi­scher und finan­zi­el­ler Res­sour­cen sowie intel­lek­tu­el­len Poten­zi­als und mit der Gefähr­dung des Frie­dens in Euro­pa kon­fron­tiert.

Es ging um Exis­tenz und Selbst­be­haup­tung der DDR. Es ging aber auch um die Sta­bi­li­tät der Ent­wick­lungs­be­din­gun­gen der ande­ren sozia­lis­ti­schen Län­der und nicht zuletzt um die euro­päi­sche Ord­nung. Es ging um die Fra­ge Krieg oder Frie­den !

Wäh­rend einer zwei­wö­chi­gen Rei­se in die USA (Juli 1961) ver­lang­te Franz Josef Strauß, dass in der soge­nann­ten Ber­li­ner Kri­se der gesam­te Wes­ten ein­be­zo­gen wer­den müs­se. Er erklär­te, dass die BRD ihrer­seits ent­schlos­sen sei, “die­se Kri­se bis zur letz­ten Kon­se­quenz zuzu­spit­zen”. Auf einer Pres­se­kon­fe­renz wies er laut der Deut­schen Pres­se-Agen­tur am 1. August 1961 dar­auf hin, “dass der Wes­ten auf eine Art Bür­ger­krieg vor­be­rei­tet sein müs­se”.

Sol­che Ent­wick­lun­gen bil­de­ten den Hin­ter­grund für die von der War­schau­er Ver­trags­or­ga­ni­sa­ti­on sank­tio­nier­te Ent­schei­dung der UdSSR und DDR, am 13. August 1961 die Gren­ze zwi­schen bei­den deut­schen Staa­ten und vor allem die Gren­ze zu West­ber­lin zu schlie­ßen. Der “Mau­er­bau” war für die DDR-Füh­rung ein aus Sor­ge um den Frie­den und die Sicher­heit in Euro­pa, um die Sta­bi­li­tät der DDR und um eine gesi­cher­te West­gren­ze der War­schau­er Ver­trags­staa­ten gebo­re­ner Akt. Er lie­fer­te wesent­li­che Impul­se für eine Ent­wick­lung hin zu einer poli­ti­schen Ent­span­nung in Euro­pa.

Der aner­kann­te west­deut­sche His­to­ri­ker Chris­toph Kleß­mann fass­te es so :

Außen- und deutsch­land­po­li­tisch erschie­nen der Mau­er­bau und die ohn­mäch­ti­gen west­li­chen Reak­tio­nen als ein Höhe­punkt des Kal­ten Krie­ges. Ex post ist jedoch erkenn­bar, dass er auch das Schei­tern der bis­he­ri­gen ‘Poli­tik der Stär­ke’ und der kon­se­quen­ten Iso­lie­rung der DDR durch die Hall­stein-Dok­trin bedeu­te­te und den Beginn einer lang­fris­tig ange­leg­ten Stra­te­gie, die in Ber­lin mit der ‘Poli­tik der klei­nen Schrit­te’ begann und die Egon Bahr mit der berühm­ten For­mel ‘Wan­del durch Annä­he­rung’ umriß. Sie gab das Dreh­buch ab für die zehn Jah­re spä­ter rea­li­sier­te neue Ost- und Deutsch­land­po­li­tik.” (Chris­toph Kleß­mann, “Ver­flech­tung und Abgren­zung. Aspek­te der geteil­ten und zusam­men­ge­hö­ri­gen deut­schen Nach­kriegs­ge­schich­te”. Das Par­la­ment, Bd. 29 – 30 vom 16. Juli 1993, S.36)

Die Schlie­ßung der Staats­gren­ze der DDR zu West­ber­lin und zur BRD wur­de so zu einem tie­fen Ein­schnitt in der deut­schen und euro­päi­schen Nach­kriegs­ge­schich­te. Sie brach­te neue Rah­men­be­din­gun­gen für die Bezie­hun­gen zwi­schen bei­den deut­schen Staa­ten und auch in der Außen­po­li­tik der DDR gene­rell.

Die Bemü­hun­gen der Ade­nau­er-Regie­rung, eine inter­na­tio­na­le Ver­ur­tei­lung der Maß­nah­men der DDR zu errei­chen, schei­ter­ten. Ihr Vor­schlag an die Bel­gra­der Kon­fe­renz der Nicht­pakt­ge­bun­de­nen zum Bei­spiel (23. August 1963), ein Memo­ran­dum zu ver­ab­schie­den, in dem die­se Maß­nah­men ver­ur­teilt wer­den soll­ten, fand kei­ne Zustim­mung. Ein nega­ti­ves Resul­tat brach­te auch ihr Ver­such ein, die XVIII. Tagung der UNO-Voll­ver­samm­lung dazu zu bewe­gen, die DDR zu ver­ur­tei­len.

Die Unan­tast­bar­keit des Sta­tus quo muss­te durch die Regie­run­gen der BRD und ihrer Ver­bün­de­ten akzep­tiert und als Grund­la­ge der Bezie­hun­gen zwi­schen den Staa­ten sowie der Sicher­heit aner­kannt wer­den, wor­auf spä­ter auch das Hel­sin­ki-Doku­ment auf­bau­en soll­te.

Mit dem Rin­gen um ihre Aner­ken­nung als gleich­be­rech­tig­ter Part­ner im Staa­ten­sys­tem, durch ihren Bei­trag zur inter­na­tio­na­len Aner­ken­nung der Ergeb­nis­se des Zwei­ten Welt­krie­ges, des frie­dens­er­hal­ten­den Sta­tus quo in Euro­pa wirk­te die DDR als Frie­dens­fak­tor. Sie trug dazu bei, unab­ding­ba­re Vor­aus­set­zun­gen für poli­ti­sche und mili­tä­ri­sche Ent­span­nung und Sicher­heit in Euro­pa zu schaf­fen. Ihre inter­na­tio­na­le Auto­ri­tät hat­te auf die­ser Grund­la­ge bedeu­tend zuge­nom­men.

Ins­ge­samt ent­stan­den güns­ti­ge­re Bedin­gun­gen für die Fort­set­zung der Bemü­hun­gen der DDR, der UdSSR und der War­schau­er Ver­trags­staa­ten, ihre Initia­ti­ven um Frie­den, Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit in Euro­pa fort­zu­set­zen. Die fol­gen­den Jah­re haben zu Ergeb­nis­sen geführt, die die Behaup­tung wider­le­gen, dass die Maß­nah­men vom 13. August 1961 die deut­sche und euro­päi­sche Spal­tung zemen­tiert hät­ten. Sie haben – sogar auch aus west­deut­scher Sicht – rea­lis­ti­sche Per­spek­ti­ven für ihre Über­win­dung geschaf­fen !

Wie wirk­te sich der Über­gang von Ulb­richt zu Hon­ecker auf die Außen­po­li­tik der DDR aus ?

Wal­ter Ulb­richt und Erich Hon­ecker waren zwei­fel­los – wie das auch gene­rell so ist – zwei Per­sön­lich­kei­ten mit unter­schied­li­chen indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten und Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten. Als Poli­ti­ker aber haben sie ihre Erkennt­nis­se aus den glei­chen ideo­lo­gisch-theo­re­ti­schen Quel­len bezo­gen. Auch ihre Lebens­läu­fe haben bedeu­ten­de Ähn­lich­kei­ten. Sie waren als Poli­ti­ker von der Zuge­hö­rig­keit zur Arbei­ter­be­we­gung, von den revo­lu­tio­nä­ren Zie­len die­ser Bewe­gung, vom akti­ven Kampf gegen Faschis­mus und Krieg, von der in den Kämp­fen erleb­ten natio­na­len und inter­na­tio­na­len Soli­da­ri­tät geprägt. Außer­dem han­del­ten sie unter inne­ren Bedin­gun­gen, die sie selbst bewusst mit­ge­stal­tet hat­ten. Ich gehe davon aus und nicht von Über­le­gun­gen, die manch einer anstellt, oft auch, um sich selbst inter­es­sant zu machen oder um “anzu­kom­men”.

Des­halb stel­le ich in den Grund­zü­gen der Außen­po­li­tik der DDR eine gro­ße Kon­ti­nui­tät – auch beim Über­gang von Ulb­richt zu Hon­ecker – fest. Für bei­de Per­sön­lich­kei­ten der DDR und der deut­schen Nach­kriegs­ge­schich­te hat­te der gesell­schaft­li­che Fort­schritt im Sin­ne der deut­schen Arbei­ter­be­we­gung und ihrer Begrün­der auf dem Weg zum Sozia­lis­mus obers­te Prio­ri­tät. Des­halb ver­tra­ten sie eine Außen­po­li­tik, die güns­ti­ge inter­na­tio­na­le Bedin­gun­gen für die Ver­wirk­li­chung die­ser Zie­le schaf­fen soll­te. Frie­den, Sicher­heit und gleich­be­rech­tig­te inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit waren in dem Sin­ne eine Exis­tenz- und Ent­wick­lungs­be­din­gung.

Sie woll­ten bei­de die DDR als sou­ve­rä­nen Staat, der ent­spre­chend sei­nen gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen die Außen­po­li­tik als Bestand­teil und Instru­ment zur Ver­wirk­li­chung gesell­schaft­li­cher Zie­le betrach­tet. Hier war auch die “deut­sche Fra­ge” ein­ge­ord­net.

Das schließt ein, dass in bestimm­ten his­to­risch ver­schie­de­nen Situa­tio­nen auch unter­schied­li­che Lösun­gen gefun­den wer­den muss­ten. Die Dis­kus­si­on dar­über betraf aber nicht das Wesent­li­che : die Ent­wick­lung und Poli­tik der DDR im Bünd­nis mit der Sowjet­uni­on und den ande­ren sozia­lis­ti­schen Staa­ten zu sichern, einen akti­ven und kon­struk­ti­ven Bei­trag der DDR für Frie­den zu schaf­fen und die Bezie­hun­gen zwi­schen den Tei­len Deutsch­lands eben­falls unter der Prä­mis­se zu behan­deln, den Frie­den zu erhal­ten, zu fes­ti­gen und zu schaf­fen.

Die DDR war in den 1970er und 1980er Jah­ren diplo­ma­tisch in Afri­ka, Asi­en und Latein­ame­ri­ka über­aus prä­sent – mehr, als man es von einem so klei­nen Land erwar­ten wür­de. Wie ist das zu erklä­ren, und wel­che Zie­le ver­folg­te die DDR-Diplo­ma­tie in die­sen Län­dern ?

Die Ent­wick­lung der Bezie­hun­gen zu den Staa­ten Asi­ens, Afri­kas und Latein­ame­ri­kas war eine wich­ti­ge Rich­tung in der Außen- und Frie­dens­po­li­tik der DDR. Sie ging davon aus, dass der natio­na­le Befrei­ungs­kampf zu grund­le­gen­den poli­ti­schen, öko­no­mi­schen und gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen in den sich befrei­en­den Län­dern, im inter­na­tio­na­len Kräf­te­ver­hält­nis und in den Staa­ten­be­zie­hun­gen führt und die Bedin­gun­gen für Frie­dens­er­hal­tung ver­bes­sert. Die DDR ver­trat den Stand­punkt, dass der Kampf die­ser Staa­ten um öko­no­mi­sche Unab­hän­gig­keit kei­nes­wegs ein Kampf um “rein” öko­no­mi­sche Fra­gen ist. Sie unter­stütz­te vor allem jene Län­der, die davon aus­gin­gen, dass der Auf­bau einer selb­stän­di­gen natio­na­len Wirt­schaft nur mög­lich ist, wenn die her­an­ge­reif­ten sozia­len und poli­ti­schen Umge­stal­tun­gen durch­ge­führt wer­den.

Auf die­ser Grund­la­ge war von Anfang an Soli­da­ri­tät ein Kenn­zei­chen der Poli­tik. Am Anfang, in den 1950er Jah­ren, galt sie beson­ders dem korea­ni­schen und viet­na­me­si­schen Volk. Es folg­te die Soli­da­ri­tät mit San­si­bar und danach Tan­sa­nia, die Unter­stüt­zung des Befrei­ungs­kamp­fes des alge­ri­schen Vol­kes.

Nach der Durch­bre­chung der diplo­ma­ti­schen Blo­cka­de gegen die DDR Ende der 1960er Jah­re, die mit der Hall­stein-Dok­trin der BRD-Regie­rung die inter­na­tio­na­le Aner­ken­nung der DDR ver­hin­dern woll­te, erreich­ten auch die Soli­da­ri­täts­leis­tun­gen der DDR eine neue Stu­fe. Durch den Staat wur­den die­se Län­der vor allem bei der Ver­wirk­li­chung indus­tri­el­ler Pro­jek­te, durch Kre­dit­ge­wäh­rung, im kul­tu­rel­len Aus­tausch usw. unter­stützt. Gleich­zei­tig orga­ni­sier­ten gesell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen der DDR Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen in Zusam­men­ar­beit mit Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen in den Ent­wick­lungs­län­dern. Und schließ­lich wur­de Soli­da­ri­tät über zen­tra­le Soli­da­ri­täts­aus­schüs­se und das Soli­da­ri­täts­ko­mi­tee der DDR ver­wirk­licht, die aus dem zen­tra­len Soli­da­ri­täts­fonds der DDR finan­ziert wur­den, der wie­der­um durch die Spen­den der Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen und ihrer Mit­glie­der gespeist wur­de.

Eine der nach­hal­tigs­ten soli­da­ri­schen Leis­tun­gen der DDR erfolg­te auf dem Gebiet des Bil­dungs­we­sens. Das bezog sich z.B. auf die Aus­bil­dung jun­ger Men­schen aus die­sen Län­dern in der DDR, auf die Errich­tung von Aus­bil­dungs­stät­ten in den Län­dern oder auf die Ent­sen­dung von Päd­ago­gen aus der DDR. Bis 1990 erhiel­ten ca. 200.000 Bür­ger aus Ent­wick­lungs­län­dern ihre beruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung. Außer­dem durch­lie­fen Zehn­tau­sen­de von Ver­trags­ar­bei­tern aus Viet­nam, Mosam­bik, Alge­ri­en und ande­ren Län­dern eine Aus­bil­dung in der DDR. Über 30.000 jun­ge Men­schen haben ein Hoch­schul­stu­di­um in der DDR absol­viert. Umfang­rei­che Lehr- und Lern­mit­tel für die Bil­dungs­sys­te­me in den Län­dern wur­den zur Ver­fü­gung gestellt. Alpha­be­ti­sie­rungs­kam­pa­gnen, auch zusam­men mit der UNICEF, wur­den geför­dert und soge­nann­te Alpha­be­ti­sie­rungs-Sets zur Ver­fü­gung gestellt.

Ein wei­te­rer Bereich war das Gesund­heits­we­sen. Kran­ke und Ver­wun­de­te aus den Län­dern wur­den in der DDR behan­delt. Kran­ken­häu­ser und Gesund­heits­zen­tren in den Län­dern wur­den errich­tet. Die Aus­bil­dung von Ärz­ten und medi­zi­ni­schem Per­so­nal nahm einen brei­ten Raum ein. 

Meh­re­re Zehn­tau­send Exper­ten der DDR waren in die­sen Län­dern tätig. Eine beson­ders posi­ti­ve Rol­le spiel­ten die Jugend­bri­ga­den der Frei­en Deut­schen Jugend (FDJ). Ins­ge­samt war die Soli­da­ri­tät zu einem gesell­schaft­li­chen Anlie­gen und zu einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Akti­on gewor­den.

Wie wur­de die DDR von den Ent­wick­lungs­staa­ten wahr­ge­nom­men ?

Hohe Aner­ken­nung fand die DDR in die­sen Län­dern, weil sie ihre Soli­da­ri­täts­leis­tun­gen kon­se­quent auf der Grund­la­ge der Ach­tung der Selbst­be­stim­mung der Völ­ker und der Sou­ve­rä­ni­tät die­ser Staa­ten erbrach­te. Dies erfolg­te auf der Grund­la­ge über­ein­stim­men­der poli­ti­scher Inter­es­sen und auch ideo­lo­gi­scher Posi­tio­nen, vor allem hin­sicht­lich der Geg­ner­schaft zu Kolo­nia­lis­mus und Impe­ria­lis­mus der west­li­chen Staa­ten sowie der Über­ein­stim­mun­gen im Kampf um Frie­den und Sicher­heit. Auf die­ser Grund­la­ge hat­te sich im Pro­zess der Zusam­men­ar­beit ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis ent­wi­ckelt, das die Grund­la­ge für eine “anti­im­pe­ria­lis­ti­sche Soli­da­ri­tät” bil­de­te, die z.B. auch der DDR half, die diplo­ma­ti­sche Blo­cka­de als Fol­ge der Hall­stein-Dok­trin zu durch­bre­chen.

Hohe Wür­di­gung durch die Ver­tre­ter die­ser Län­der und auch in brei­ten Krei­sen ihrer Bevöl­ke­rung erfuhr der direk­te mate­ri­el­le und ide­el­le Bei­trag der DDR für die­se Län­der in ihrem Stre­ben nach Selb­stän­dig­keit und Unab­hän­gig­keit. Die Hal­tung und die poli­ti­sche Pra­xis der DDR waren in Über­ein­stim­mung mit dem eige­nen Sicher­heits­be­dürf­nis die­ser Saa­ten und ihrer Bevöl­ke­rung. Gleich­zei­tig fan­den, vor allem bei den jun­gen Men­schen, die in der DDR die Mög­lich­keit erhiel­ten, sich auf ein sinn­vol­les Leben vor­zu­be­rei­ten, die Leis­tun­gen der DDR und die ent­wi­ckel­te Lebens­wei­se der Bevöl­ke­rung hohe Aner­ken­nung, was bis in unse­re Tage nach­wirkt.

Wie wirk­te sich die neue Ost­po­li­tik von Bahr und Brandt auf die außen­po­li­ti­sche Aus­rich­tung der DDR aus ?

Sie änder­te nicht die Grund­sät­ze und auch nicht die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung der Außen­po­li­tik der DDR. Bahr selbst hat ja zuge­ge­ben, das die “neue Ost­po­li­tik” auf die DDR und ihre Maß­nah­men zurück­zu­füh­ren war. Die Maß­nah­men der DDR vom 13. August 1961 schu­fen eine neue Lage, die erst die Trans­for­ma­ti­on der Bon­ner “Befrei­ungs­plä­ne” hin zum Kon­zept der neu­en Ost­po­li­tik beför­der­te. Golo Mann sprach vom “Ende der Bon­ner Illu­sio­nen”.

Unter die­sen Bedin­gun­gen wur­de eine “neue” Ost­po­li­tik for­mu­liert. Sie ent­hielt die Haupt­aus­sa­ge vom “Wan­del durch Annä­he­rung”. Die­se Aus­sa­ge war zwar quer zu damals vor­herr­schen­den Vor­stel­lun­gen in Bonn und anders­wo, aber Otto Win­zer, Außen­mi­nis­ter der DDR, nann­te sie rea­lis­tisch “Aggres­si­on auf Filz­lat­schen” und deck­te damit die sub­ver­si­ven Absich­ten die­ser “neu­en” Poli­tik auf. Sie ent­sprach dem Ver­lan­gen von Bun­des­kanz­ler Kie­sin­ger (CDU), “dass das, was heu­te noch nicht sein kann, viel­leicht mor­gen oder über­mor­gen mög­lich wer­den wird”.

Die “neue” Ost­po­li­tik von Brandt und Bahr war jedoch nicht nur Ergeb­nis bun­des­deut­scher Über­le­gun­gen. Sie war auch eine Refle­xi­on der von der Ken­ne­dy-Regie­rung ein­ge­lei­te­ten ver­än­der­ten Sicht auf das Ver­hält­nis der Super­mäch­te, knüpf­te an die von Charles de Gaul­le ein­ge­lei­te­te akti­ve Ost­po­li­tik in Euro­pa an und ord­ne­te sich in die von US-Prä­si­dent John­son im Okto­ber 1966 ver­kün­de­te “Brückenschlag”-Strategie ein.

Die wesent­li­chen Aspek­te der euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len Wand­lun­gen berück­sich­ti­gend, die Risi­ken und Pro­ble­me der “neu­en” Ost­po­li­tik benen­nend, griff die DDR, bila­te­ral gegen­über der BRD und im War­schau­er Ver­trag, zugleich jene Ele­men­te auf, die Aus­sicht auf posi­ti­ve Ergeb­nis­se in Bezug auf die Durch­set­zung des Sta­tus quo und für gleich­be­rech­tig­te Bezie­hun­gen zwi­schen den Staa­ten auf­wie­sen und Chan­cen für Fort­schrit­te im Bemü­hen um Frie­den, Sicher­heit und Abrüs­tung in Euro­pa boten. Es ging vor allem dar­um, einen Modus viven­di zu suchen, bei dem die unter­schied­li­chen Inter­es­sen und Zie­le der Haupt­mäch­te gewahrt blie­ben, jedoch die Lage in Euro­pa und in den Bezie­hun­gen zwi­schen bei­den deut­schen Staa­ten bere­chen­ba­rer gemacht und auf der Grund­la­ge des Sta­tus quo sta­bi­li­siert wer­den konn­te. Dazu wur­den von der DDR Vor­schlä­ge in Bezug auf Euro­pa und Abrüs­tung, aber auch mit Blick auf die Nor­ma­li­sie­rung der Lage zwi­schen bei­den deut­schen Staa­ten und in Bezug auf West­ber­lin unter­brei­tet.

Das Gespräch führ­te Hasan Posd­nja­kow

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USA loben sieben Millionen Dollar für Hinweise zu Hisbollah-Mann aus


Wie das Außen­mi­nis­te­ri­um der Ver­ei­nig­ten Staa­ten am Frei­tag mit­ge­teilt hat, lei­te der Ter­ror­ver­däch­ti­ge die Ter­ror­ak­ti­vi­tä­ten der His­bol­lah in der west­li­chen Hemi­sphä­re und sei an Kom­plot­ten auf der gan­zen Welt betei­ligt gewe­sen. Am bekann­tes­ten sei er für sei­ne Rol­le bei einem Anschlag auf das jüdi­sche Gemein­de­zen­trum AMIA in Bue­nos Aires im Jahr 1994.

US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo weil­te am Frei­tag für eine Minis­ter­kon­fe­renz zum Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus in der argen­ti­ni­schen Haupt­stadt. Er nahm dort außer­dem an einer Gedenk­ver­an­stal­tung zum 25. Jah­res­tag des AMIA-Anschlags teil.

Argen­ti­ni­en hat­te die His­bol­lah-Miliz am Vor­tag als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft und für den Anschlag mit 85 Todes­op­fern ver­ant­wort­lich erklärt – eben­so wie für ein Atten­tat auf die israe­li­sche Bot­schaft in Bue­nos Aires mit 29 Toten zwei Jah­re zuvor. Für bei­de Anschlä­ge wur­den bis­lang kei­ne Täter ver­ur­teilt. Ermit­telt wur­de gegen mut­maß­li­che ira­ni­sche Draht­zie­her.

Die schii­ti­sche His­bol­lah (auf Deutsch “Par­tei Got­tes”) ist im Jahr 1982 als Ant­wort auf die israe­li­sche Inva­si­on im Liba­non ent­stan­den. Seit dem Jahr 1992 ist sie im liba­ne­si­schen Par­la­ment ver­tre­ten. Die USA, Kana­da und Isra­el haben die gesam­te His­bol­lah auf ihre Ter­ror­lis­ten gesetzt, Groß­bri­tan­ni­en, Aus­tra­li­en und die EU ledig­lich ihren mili­tä­ri­schen Arm. (dpa)

Mehr zum The­ma — FBI-Geheim­ak­ten frei­ge­ge­ben : Könn­te Adolf Hit­ler wirk­lich nach Latein­ame­ri­ka geflo­hen sein ? (Video)

Für deut­sche Unter­ti­tel bit­te die Unter­ti­tel­funk­ti­on ein­schal­ten

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50 neue Hinweise bei Suche nach Ex-RAF-Terroristen


Anfang Juni hat­te die Behör­de neue, aller­dings mehr als 30 Jah­re alte Fotos von Danie­la Klet­te ver­öf­fent­licht. Gemein­sam mit den ehe­ma­li­gen Ter­ro­ris­ten Ernst-Vol­ker Staub und Burk­hard Gar­weg soll die nun 61-Jäh­ri­ge teils mit schwe­rer Waf­fen­ge­walt vor allem in Nord­deutsch­land Geld­trans­por­ter, Kas­sen­bü­ros und Super­märk­te über­fal­len haben. Die drei gehö­ren zur soge­nann­ten drit­ten Genera­ti­on der RAF. Auf ihr Kon­to sol­len auch meh­re­re Mor­de gehen, so an Deut­sche-Bank-Chef Alfred Herr­hau­sen im Jahr 1989 und Treu­hand-Chef Det­lev Kars­ten Roh­wed­der im Jahr 1991.

Nach Jahr­zehn­ten im Unter­grund gerie­ten die drei Links­ter­ro­ris­ten nach einem Raub­über­fall auf einen Geld­trans­por­ter im Juni 2016 in Stuhr bei Bre­men wie­der ins Visier der Poli­zei. Von den drei­en wur­den nach der Tat Fin­ger­ab­drü­cke gefun­den. Gefahn­det wur­de im Anschluss in Nord­deutsch­land, den Nie­der­lan­den, wohin eine Spur wies, sowie in Spa­ni­en, Frank­reich und Ita­li­en. “Zu den noch lau­fen­den Ermitt­lun­gen kön­nen wir aus ermitt­lungs­tak­ti­schen Grün­den kei­ne wei­te­ren Anga­ben machen”, sag­te ein LKA-Spre­cher auf Anfra­ge. (dpa)

Mehr zum The­ma — Dutsch­ke-Atten­tat : Die­se Schüs­se tra­fen die APO vor 50 Jah­ren ins Herz

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