Reaktion aus Russland zur Wahl von der Leyens : Die anti-russische Politik wird die gleiche bleiben


Die Wahl von Ursu­la von der Ley­en zur Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on wird den Weg für bedeu­ten­de Ver­än­de­run­gen in den Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und den west­li­chen Län­dern nicht ebnen. Das erklär­te der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses des rus­si­schen Föde­ra­ti­ons­ra­tes Kon­stan­tin Kosa­t­schow auf Face­book. Er schrieb :

Obwohl das Prä­si­den­ten­amt der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on ein wich­ti­ger Beam­ten­pos­ten ist, ist es kei­ne Posi­ti­on, die es ermög­licht, die Poli­tik der Euro­päi­schen Uni­on zu bestim­men. Das Sys­tem weist eine enor­me büro­kra­ti­sche Träg­heit auf, eben­so wie die Not­wen­dig­keit, den Kon­sens der Mit­glied­staa­ten und die Posi­ti­on des Euro­päi­schen Par­la­ments zu berück­sich­ti­gen. Des­halb wür­de ich nicht sagen, dass sich die Poli­tik stark ver­än­dern wird. Eine Main­stream-Poli­ti­ke­rin hat das Ruder über­nom­men. Sie wird die Kon­ti­nui­tät der Poli­tik sicher­stel­len und wohl kaum einen neu­en Ansatz in innen- und – was noch wich­ti­ger ist – außen­po­li­ti­schen Fra­gen zei­gen.

Für uns wird das wahr­schein­lich bedeu­ten, dass es mit Blick nach Wes­ten kei­ne Ver­än­de­run­gen geben wird. Die Russ­land­po­li­tik, oder bes­ser gesagt, anti-rus­si­sche Poli­tik, wird die glei­che blei­ben. Doch da die Kräf­te, die den Dia­log mit Russ­land suchen, ihre Posi­ti­on im Euro­päi­schen Par­la­ment stär­ken und die Wirt­schaft, vor allem die in Deutsch­land, wei­ter­hin Druck aus­übt, den­ke ich, dass die Bemü­hun­gen um den Auf­bau eines Dia­logs lang­sam begin­nen wer­den.

Der hoch­ran­gi­ge rus­si­sche Sena­tor stell­te fest, dass von der Ley­en “nicht die schlech­tes­te Opti­on” für die Euro­päi­sche Uni­on sei. Er schrieb dazu :

Sie ist eine har­te, hoch­ka­rä­ti­ge Poli­ti­ke­rin, hin­ter der Mer­kel mit ihrem gan­zen poli­ti­schen Gewicht steht. Auch in Frank­reich ist sie beliebt und genießt dort Ver­trau­en, so dass ihre Wahl die Rol­le des deutsch-fran­zö­si­schen Duos in der EU stär­ken wird.

Reaktion aus Russland zur Wahl von der Leyens: Die anti-russische Politik wird die gleiche bleiben
Der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses des rus­si­schen Föde­ra­ti­ons­ra­tes Kon­stan­tin Kosa­t­schow

Kosa­t­schow beton­te außer­dem, dass das Ergeb­nis der Abstim­mung im Euro­päi­schen Par­la­ment über die Ernen­nung von der Ley­ens “tie­fe Unter­schie­de inner­halb der EU auf­zeig­te, die bei den letz­ten Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment deut­lich wur­den”.

Die nun ehe­ma­li­ge Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en wur­de am Diens­tag zur Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on gewählt. Von den Mit­glie­dern des Euro­päi­schen Par­la­ments stimm­ten 383 für und 327 gegen sie ; es gab 22 Ent­hal­tun­gen. Von der Ley­en benö­tig­te 374 Stim­men, um die Wahl für sich zu ent­schei­den.

RT Deutsch


Bundeskabinett beschließt Impfpflicht gegen Masern : Was sagen die Bundesbürger ?


Mehr zum The­ma — Plan des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums : Masern-Impf­pflicht auch für Asyl­be­wer­ber und Tages­müt­ter

Die Impf­pflicht gilt auch für Tages­müt­ter und für das Per­so­nal in Kitas, Schu­len, in der Medi­zin und in Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen, wie Flücht­lings­un­ter­künf­ten. Bei Ver­stö­ßen dro­hen Buß­gel­der bis zu 2.500 Euro. Unge­impf­te Kin­der dür­fen in Kitas nicht mehr auf­ge­nom­men wer­den.

RT Deutsch


Russischer Botschafter : USA und Ukraine halten Beweise für MH17 bis heute zurück


Flug MH17 sei, gemäß den Anschul­di­gun­gen von Sei­ten der USA und der Ukrai­ne, durch eine rus­si­sche Rake­te abge­schos­sen wor­den. Die Boe­ing 777-Maschi­ne stürz­te am 17. Juli 2014 in der Ost-Ukrai­ne ab. Alle 298 Pas­sa­gie­re und Crew­mit­glie­der an Bord, vor­nehm­lich Nie­der­län­der und Malay­si­er, kamen bei dem Absturz ums Leben. Die Maschi­ne war von Ams­ter­dam auf dem Weg in die malay­si­sche Haupt­stadt Kua­la Lum­pur. Auf den Absturz folg­ten umge­hend Anschul­di­gun­gen, dass die Ver­ant­wor­tung für die Kata­stro­phe bei den Rus­sen lie­ge.

Alex­an­der Schul­gin, Bot­schaf­ter der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on in den Nie­der­lan­den, sag­te dazu aktu­ell : 

Übri­gens haben die (US-)Amerikaner und Ukrai­ner ihre Infor­ma­tio­nen, um die sie gebe­ten wur­den, noch nicht zur Ver­fü­gung gestellt. Die Ukrai­ne hat eine unglaub­wür­di­ge Geschich­te erfun­den, dass alle ihre Radar­an­la­gen am Tag der Kata­stro­phe rou­ti­ne­mä­ßig gewar­tet wur­den. Und die Ermitt­ler haben die­se Fabel als ulti­ma­ti­ve Wahr­heit akzep­tiert. 

Das Joint Inves­ti­ga­ti­on Team (JIT) unter der Lei­tung der Nie­der­län­der war­te bis heu­te ver­geb­lich auf die US-ame­ri­ka­ni­schen und ukrai­ni­schen Unter­su­chungs­er­geb­nis­se, so Schul­gin. Zudem gäbe es noch immer kei­ne offi­zi­el­le For­de­rung nach Aus­lie­fe­rung von den angeb­lich Schul­di­gen. Aller­dings hat­te das JIT in einem jüngs­ten Bericht vier Ver­däch­ti­ge sogar nament­lich benannt. Drei der mut­maß­li­chen Täter sei­en rus­si­scher Natio­na­li­tät, einer von ihnen Ukrai­ner. Geplant sei ein Gerichts­ter­min im März des kom­men­den Jah­res. 

Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin kom­men­tier­te den jüngs­ten JIT-Bericht : 

Russ­land hat sich nie vor der Ver­ant­wor­tung gedrückt, wenn die­se Ver­ant­wor­tung auf unse­ren Schul­tern liegt. Was wir gese­hen haben und was als Beweis für Russ­lands Schuld prä­sen­tiert wur­de, ist für uns abso­lut nicht akzep­ta­bel. Wir glau­ben, dass es kei­ne Bewei­se gibt.

Bericht zu MH17 : Malay­si­sches JIT-Mit­glied wider­spricht eige­nem Minis­ter­prä­si­den­ten

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Liebe Angela” — Putin gratuliert Merkel zum 65. und würdigt sie 


Ich wün­sche Dir auf­rich­tig bes­te Gesund­heit, Glück, Wohl­erge­hen und Erfol­ge,” schrieb der 66-jäh­ri­ge Wla­di­mir Putin und beton­te : 

Dei­ne poli­ti­schen Füh­rungs­qua­li­tä­ten, Dei­ne erfolg­rei­che jah­re­lan­ge Tätig­keit auf dem Pos­ten der Bun­des­kanz­le­rin wer­den gebüh­rend geschätzt in Deutsch­land wie in Euro­pa und in der gan­zen Welt. Ich freue mich auf die wei­te­re gemein­sa­me Arbeit und den Dia­log. Ich schät­ze unse­re Bezie­hun­gen, die es uns erlau­ben, jed­we­de und sogar die schwie­rigs­ten Fra­gen zu erör­tern.

(dpa/RT Deutsch)

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Hoher russischer Beamter : US-Thinktanks wollen Zugang zu russischen Kulturwerten versperren


US-ame­ri­ka­ni­sche Think­tanks ent­wi­ckeln Pro­gram­me, um die Ver­brei­tung der Kul­tur und mora­li­schen Wer­te Russ­lands welt­weit zu unter­bin­den. Das erklär­te Ser­gei Naryschkin, Direk­tor der Rus­si­schen His­to­ri­schen Gesell­schaft. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag sag­te er :

Aus ver­schie­de­nen Grün­den muss ich die Tex­te vie­ler poli­ti­scher Geg­ner über den Ein­fluss Russ­lands lesen, den Russ­land nicht nur durch die rus­si­sche Spra­che, son­dern auch durch die rus­si­sche Kul­tur, die Mas­sen­me­di­en und das Wer­te­sys­tem in der Welt vor­an­treibt. Natür­lich ver­su­chen unse­re poli­ti­schen Geg­ner, [dies] zu unter­bin­den – oft auf zyni­sche Wei­se.

Naryschkin führ­te als Bei­spiel den Ver­such an, die Kam­pa­gne des Unsterb­li­chen Regi­ments in den USA ein­zu­däm­men :

Hohe Ämter eines Staa­tes jen­seits des Atlan­tiks ertei­len Think­tanks die Auf­ga­be, ein Sys­tem von Maß­nah­men zu ent­wi­ckeln, das den Erfolg der Kam­pa­gne des Unsterb­li­chen Regi­ments behin­dern soll. Das erscheint umso zyni­scher, da dies von unse­ren ehe­ma­li­gen Ver­bün­de­ten im Zwei­ten Welt­krieg betrie­ben wird, aber es ist, wie es ist.

Das Unsterb­li­che Regi­ment ist eine gesell­schaft­li­che Akti­on in Russ­land und ande­rer Län­der zum Tag des Sie­ges über Nazi-Deutsch­land. Die Teil­neh­mer ver­sam­meln sich zu Gedenk­mär­schen und tra­gen dabei die Bil­der ihrer Fami­li­en­mit­glie­der, die im Zwei­ten Welt­krieg gekämpft haben.

Mehr zum The­ma — RT-Spe­zi­al : Tau­sen­de Men­schen tra­gen Fotos ihrer Vor­fah­ren beim “Unsterb­li­chen Regi­ment” (Video) 

Zuvor hat­te Naryschkin, der auch Direk­tor des Aus­lands­nach­rich­ten­diens­tes der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on (SWR) ist, erklärt, dass Russ­land und Weiß­russ­land die Zusam­men­ar­beit ver­stär­ken wer­den, um eine Ein­mi­schung der Geheim­diens­te der west­li­chen Län­der in ihre inne­ren Ange­le­gen­hei­ten zu ver­hin­dern. Wäh­rend eines Tref­fens des gemein­sa­men Aus­schus­ses des rus­si­schen SWR und des weiß­rus­si­schen KGB am ver­gan­ge­nen Diens­tag sag­te er :

Einen Teil unse­rer Zeit haben wir (…) dem Ver­such west­li­cher Län­der (…), sich aggres­siv in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten unse­rer Län­der ein­zu­mi­schen, gewid­met. Für uns ist die Situa­ti­on völ­lig inak­zep­ta­bel. Des­halb bau­en wir, zum Schutz der Sou­ve­rä­ni­tät und der demo­kra­ti­schen Frei­hei­ten unse­rer Staa­ten und Bür­ger, eine beson­de­re Ver­tei­di­gung auf.

Laut Naryschkin arbei­ten die Son­der­diens­te Russ­lands und Weiß­russ­lands in einer Rei­he von Berei­chen sehr ver­trau­ens­voll und aktiv zusam­men. Prio­ri­tät habe aber der Kampf gegen den inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus. Der hohe Beam­te teil­te mit :

Wir tau­schen aktiv ope­ra­ti­ve, ana­ly­ti­sche und Signal­in­for­ma­tio­nen über Plä­ne und Absich­ten ein­zel­ner ter­ro­ris­ti­scher Grup­pen sowie die Iden­ti­fi­zie­rung von Finan­zie­rungs­ka­nä­len von Ter­ro­ris­ten aus.

Er bezeich­ne­te die Ergeb­nis­se der gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten als “sehr gut” und füg­te hin­zu : “Gleich­zei­tig ver­ste­hen wir, dass wir die Zusam­men­ar­beit und das Poten­zi­al von Son­der­diens­ten stär­ken müs­sen.”

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Ver­tre­ter : NATO berei­tet Farb­re­vo­lu­tio­nen in OVKS-Staa­ten vor

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Kritik aus CDU und CSU an Ablehnung der SPD bei Wahl von der Leyens zur EU-Komissionspräsidentin


Die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel zum Wahl­sieg von der Ley­ens : 

Ich freue mich auf eine gute Zusam­men­ar­beit. 

Das Ergeb­nis war eine knap­pe Mehr­heit für von der Ley­en als künf­ti­ge EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin. Für sie stimm­ten 383 Abge­ord­ne­te, sie erhielt 327 Gegen­stim­men. Doch von der Ley­en sah das knap­pe Ergeb­nis posi­tiv :

In der Demo­kra­tie ist die Mehr­heit die Mehr­heit. 

Ursu­la von der Ley­en ist die ers­te deut­sche EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin seit mehr als 50 Jah­ren.

Der bis­he­ri­ge EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker gra­tu­lier­te sei­ner Nach­fol­ge­rin auf Twit­ter : 

Die Grü­nen spra­chen von einer “Hau­ruck-Akti­on”. Ska Kel­ler, Ko-Vor­sit­zen­de der Grü­nen, bezeich­ne­te ihre Rede zum Auf­takt der gest­ri­gen Debat­te und Wahl im EU-Par­la­ment als “schö­ne Wor­te”. Die deut­schen Sozi­al­de­mo­kra­ten stimm­ten gegen sie. 

Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er ver­wies dar­auf, dass auf Deutsch­land als “Garant für die Sta­bi­li­tät der EU” gro­ße Hoff­nun­gen ruh­ten. Er for­der­te eine geein­te Euro­päi­sche Uni­on bei den The­men Kli­ma­schutz, Flucht und Migra­ti­on, inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit sowie Digi­ta­li­sie­rung. 

Schon vor der Wahl hat­te von der Ley­en ver­kün­det, ihren Pos­ten als Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin nie­der­zu­le­gen. Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er soll neue Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin wer­den. Zuvor hat­te es gehei­ßen, dass Jens Spahn das Amt beklei­den wür­de. Die CDU-Che­fin kri­ti­sier­te die Hal­tung von Grü­nen und SPD gegen­über von der Ley­en. Für sie sei es nicht nach­voll­zieh­bar, wes­halb die Sozi­al­de­mo­kra­ten nicht für ein Regie­rungs­mit­glied gestimmt hät­ten. 

Die Wahl­sie­ge­rin bezeich­ne­te sie als “Euro­päe­rin durch und durch”. Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas lob­te von der Ley­en für ihre Rede, in der sie sich für ein sozia­les und soli­da­ri­sches Euro­pa bekann­te. 

Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron : 

Heu­te trägt Euro­pa ihr Gesicht. Wir kön­nen stolz auf Euro­pa sein. Wir wer­den an ihrer Sei­te ste­hen, um es vor­an­zu­brin­gen. 

Die Sie­ge­rin selbst sprach nach ihrer Wahl von einer “gro­ßen Ehre”. Das Amt von Jean-Clau­de Juncker wird sie am 1. Novem­ber über­neh­men. Von der Ley­en ver­sprach in ihren ers­ten 100 Tagen ein Kli­ma­ge­setz vor­zu­brin­gen. Ihr Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 die Kli­ma­neu­tra­li­tät in der EU zu errei­chen. Wich­tig sei es ihr zudem, Ost und West inner­halb der EU zu einen. 

RT Deutsch


CNN, BBC, Spiegel & Co. blamieren sich mit Fake über italienische „Donbass-Separatisten“


Die ita­lie­ni­sche Poli­zei hat bei einer kürz­li­chen Raz­zia meh­re­re Rechts­ex­tre­me fest­ge­nom­men, die der Behör­de zufol­ge an der Sei­te von pro-ukrai­ni­schen Rechts­ex­tre­mis­ten an den Kampf­hand­lun­gen im Don­bass teil­ge­nom­men haben könn­ten. Aller­dings ver­dreh­ten fast alle west­li­chen Medi­en die­sen Aspekt und brach­ten ihre ver­fälsch­te Ver­si­on der Geschich­te.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Iranischer Außenminister über die Haltung der USA : “Wir haben den Verhandlungstisch nie verlassen”


Nur einen Tag vor der geplan­ten Rei­se des ira­ni­schen Außen­mi­nis­ters Dscha­wad Sarif wur­de ihm und sei­ner Dele­ga­ti­on ein Visum für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten erteilt. Ein wei­te­rer Affront gegen die ira­ni­sche Regie­rung durch Washing­ton. Zudem ist das erteil­te Visum mit Ein­schrän­kun­gen ver­bun­den. Sarif und sei­ne Entou­ra­ge dür­fen sich nur inner­halb von sechs Wohn­blö­cken in New York zwi­schen dem Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen, der Stän­di­gen Ver­tre­tung des Iran und dem Wohn­sitz des ira­ni­schen UN-Bot­schaf­ters bewe­gen. 

Erst­ma­lig seit Mona­ten gab er einem US-Nach­rich­ten­por­tal ein Inter­view. Der rede­ge­wand­te Sarif ließ sich vom US-Jour­na­lis­ten Les­ter Holt nicht in die Enge trei­ben und kon­ter­te den Fra­gen geschickt. Der Jour­na­list der NBC-Nach­rich­ten ver­geu­de­te kei­ne Zeit und frag­te Sarif gleich zu Beginn danach, wie “nah wir einem Krieg sind”.

Mit einem Lächeln ant­wor­te­te Sarif : 

Wir sind nicht nahe eines mili­tä­ri­schen Krie­ges, aber wie ich es vor­her gesagt habe, zie­len die Sank­tio­nen auf die gewöhn­li­chen (ira­ni­schen) Bür­ger, Zivi­lis­ten, Men­schen, die Medi­zin benö­ti­gen, Men­schen, die behan­delt wer­den müs­sen. 

Sarif ver­weist auf die Fra­ge, ob das US-Mili­tär einen Krieg vor­be­rei­te, damit, dass er nicht glau­be, US-Prä­si­dent Donald Trump wol­le Krieg. Er sei jedoch von Leu­ten umge­ben, die nichts gegen einen Krieg hät­ten. Den Ver­hand­lungs­tisch hät­ten allein die USA durch ihr Schei­den aus dem 2015 geschlos­se­nen Nukle­arab­kom­men ver­las­sen. Die ver­blie­be­nen euro­päi­schen Län­der sowie Russ­land und Chi­na hiel­ten hier­an fest. Auch der Iran sei noch Teil des Abkom­mens. 

Die USA spie­len mit dem Feu­er und sind “süch­tig nach Sank­tio­nen”

Tehe­ran hat­te die Uran­an­rei­che­rung über das vor­ge­schrie­be­ne Limit des Nukle­arab­kom­mens hin­aus erhöht. Der Jour­na­list : 

Sind Sie nicht in Sor­ge, dass sie hier mit dem Feu­er spie­len ? 

Für Sarif sind es die USA, die mit dem Feu­er spiel­ten. Denn der Iran habe ein Jahr gewar­tet, bis die Regie­rung gegen die Sank­tio­nen der USA han­del­te. Der Iran könn­te inner­halb der nächs­ten Stun­den sei­ne gestei­ger­te Uran­an­rei­che­rung erneut zurück­fah­ren. Es hand­le sich, so Sarif, um einen rever­si­blen Pro­zess. Die USA sei­en “süch­tig nach Sank­tio­nen”. Abkom­men mit den USA könn­ten nicht nach jeder neu­en Regie­rung erneut ver­han­delt wer­den. So kön­ne man kei­ne Bezie­hun­gen unter­hal­ten. 

Der NBC-Jour­na­list ver­sucht, das bal­lis­ti­sche Pro­gramm des Iran zu dis­ku­tie­ren. Sarif aber kon­tert, man müs­se die Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in der Regi­on genau­er betrach­ten. So sei­en die Aus­ga­ben der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te viel höher als die des Iran, obwohl sie nur über eine Bevöl­ke­rung von knapp zehn Mil­lio­nen ver­fü­gen. Genau­so gestal­te es sich im Bezug auf Sau­di-Ara­bi­en. 

Es gibt Län­der in der Regi­on, die an einer Eska­la­ti­on inter­es­siert sind 

Auf die Vor­wür­fe, der Iran mische sich außer­halb sei­ner Gren­zen ein, frag­te Sarif : 

Las­sen Sie mich fra­gen, wer bom­bar­diert den Jemen ? Wer fällt in Bah­rain ein ? (…) Sind wir in irgend­ei­ner Wei­se in Nord­afri­ka invol­viert ? War­um gibt es Cha­os in Nord­afri­ka, war­um gibt es Cha­os im Jemen ? (…) Die USA müs­sen ihre eige­nen Alli­ier­ten beäu­gen, nicht den Iran. 

Auch die ver­meint­lich ira­ni­schen Angrif­fe auf Öltan­ker kamen zur Spra­che. Der Jour­na­list amü­siert Sarif. Natür­lich wür­den wir einen japa­ni­schen Tan­ker nicht angrei­fen, wäh­rend der japa­ni­sche Pre­mier­mi­nis­ter sich mit unse­rem Regie­rungs­chef trifft. Die Bil­der der US-Navy bewie­sen rein gar nichts, so Sarif.

Die ira­ni­sche Navy war mit der Ret­tung der See­leu­te beschäf­tigt. Ohne die­se genau­er zu nen­nen, sag­te Sarif, es gebe Län­der in der Regi­on, die ein Inter­es­se an der Eska­la­ti­on der Situa­ti­on zwi­schen Washing­ton und Tehe­ran hät­ten. 

Gera­de weil es der Per­si­sche Golf sei und er nicht anders hei­ße, wol­le der Iran Sicher­heit : 

Kei­ner kann in die­sen Gewäs­sern ohne den Iran die Sicher­heit auf­recht­erhal­ten. 

Die Isla­mi­sche Repu­blik Iran müs­se als Part­ner gese­hen wer­den, um Sta­bi­li­tät in der Regi­on zu gewähr­leis­ten. Die Geschich­te des Iran habe gezeigt, dass das Land in der Lage sei, trotz Sank­tio­nen zu wach­sen. Wäh­rend des Irak-Iran-Krie­ges, als sich die Welt gegen den Iran gestellt hat, habe der Iran sei­ne eige­nen Waf­fen ent­wi­ckelt. 

Der ira­ni­sche Ver­tre­ter glaubt dar­an, dass am Ende des Tages die Klug­heit sie­gen wer­de und die Trump-Regie­rung zur Ver­nunft käme. Dies habe sich auch dar­in gezeigt, dass Trump in letz­ter Minu­te einen Angriff auf den Iran abge­sagt habe, denn es hät­te sich nicht um einen ein­ma­li­gen Ver­gel­tungs­schlag ohne Reak­ti­on gehan­delt : 

Der Iran ist ein gro­ßes, stol­zes Land. Wir wer­den einen mili­tä­ri­schen Angriff nicht ein­fach so hin­neh­men. 

RT Deutsch