Sie lügt” – Ukrainischer Ex-Staatsanwalt vs. Ex-US-Botschafterin vs. Donald Trump


Von August 2016 bis Mai 2019 war Marie L. Yova­no­vitch US-Bot­schaf­te­rin in Kiew, bevor sie zwei Mona­te vor dem geplan­ten Ter­min vor­zei­tig vom Außen­mi­nis­te­ri­um in Washing­ton in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zurück­be­or­dert wur­de. Für die Demo­kra­ten stand umge­hend fest, dass das ein “poli­tisch moti­vier­tes” Manö­ver des Prä­si­den­ten war, um “die ame­ri­ka­ni­schen Inter­es­sen zu schä­di­gen und die ame­ri­ka­ni­sche Diplo­ma­tie zu unter­gra­ben”. Yova­no­vitch stand zu die­ser Zeit im Zen­trum eines poli­ti­schen Skan­dals in der Ukrai­ne, nach­dem ihr der ukrai­ni­sche Gene­ral­staats­an­walt Jurij Luzen­ko vor­warf, sich in die Jus­tiz sei­nes Lan­des ein­zu­mi­schen.

Nun steht die ehe­ma­li­ge Bot­schaf­te­rin wie­der im Zen­trum eines Skan­dals, aller­dings die­ses Mal als Zeu­gin. Sie sag­te vor einer öffent­li­chen Anhö­rung im Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren gegen den Mann aus, der sie aus Kiew zurück­hol­te und spä­ter auf Twit­ter belei­dig­te : US-Prä­si­dent Donald Trump.

In ihrer Aus­sa­ge kam sie natür­lich auch auf den Vor­wurf Luzen­kos zu spre­chen, der sei­ner­seits die Behaup­tung zurück­zog, dass Yova­no­vitch ihm eine Lis­te mit Namen von Per­so­nen gege­ben habe, gegen die die Staats­an­walt­schaft nicht ermit­teln soll­te. Bei den anschlie­ßen­den Fra­ge- und Ant­wort­run­de mit den Sena­to­ren, die die Anhö­rung lei­te­ten, blies sie statt­des­sen ihrer­seits zum Gegen­an­griff und warf dem mitt­ler­wei­le ehe­ma­li­gen Gene­ral­staats­an­walt Luzen­ko Kor­rup­ti­on vor.

Das nahm Adri­an Karat­ny­cky, ein Fel­low der NATO-nahen Denk­fa­brik Atlan­tic Coun­cil, zum Anlass, den Ukrai­ner zu ver­tei­di­gen. Auf Face­book schrieb er : 

Nach­dem sie selbst Opfer einer Schmier­kam­pa­gne war, ist es iro­nisch, dass sich Bot­schaf­te­rin Marie Yova­no­vitch selbst an einer Schmie­ren­kam­pa­gne gegen den Mai­dan-Hel­den und ehe­ma­li­gen poli­ti­schen Gefan­ge­nen Jurij Luzen­ko betei­ligt. Wenn sie Bewei­se für sei­ne Kor­rup­ti­on hat, dann soll­te sie sie vor­le­gen. 

Dar­auf­hin mel­de­te sich Luzen­ko zu Wort und ant­wor­te­te auf die­sen Post : 

Sie lügt. Und ich habe Bewei­se.

Um wel­che Art von Bewei­sen es sich han­delt, hat Luzen­ko nicht ver­ra­ten. Aber dass ihn ein Fel­low des Atlan­tic Coun­cil als “Mai­dan-Hel­den” bezeich­net und vor den Vor­wür­fen der Ex-Bot­schaf­te­rin in Schutz nimmt, zeigt, wie tief die USA seit dem Putsch im Febru­ar 2014 im ukrai­ni­schen Sumpf ste­cken. Immer­hin hat­te Yova­no­vitch in einer Rede in Kiew im Früh­jahr tat­säch­lich dazu auf­ge­ru­fen, den Anti­kor­rup­ti­ons-Staats­an­walt der Ukrai­ne zu ent­las­sen. Damit beschritt sie ledig­lich den­sel­ben Weg wie Joe Biden, der Prä­si­dent­schafts­an­wär­ter der Demo­kra­ten, der drei Jah­re zuvor eben­falls in Kiew den dama­li­gen Gene­ral­staats­an­walt Wik­tor Scho­kin aus dem Amt ent­fer­nen woll­te.

Wäh­rend eines Besuchs in Kiew droh­te Biden ukrai­ni­schen Regie­rungs­ver­tre­tern damit, einen zuge­sag­ten Kre­dit in Höhe von einer Mil­li­ar­de US-Dol­lar zu ver­wei­gern, der das Land vor dem Bank­rott bewah­ren soll­te.

In sechs Stun­den fah­re ich wie­der zurück. Wenn der Gene­ral­staats­an­walt bis dahin nicht gefeu­ert wird, kriegt ihr das Geld nicht”, schil­der­te Biden den Vor­fall bei einem Tref­fen des ein­fluss­rei­chen Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons (CFR) im Janu­ar 2018. Tat­säch­lich wur­de der “Huren­sohn” (O‑Ton Biden) dann ent­las­sen und durch einen “zuver­läs­si­gen” Kan­di­da­ten ersetzt.

Mehr zum The­ma — Joe Biden und die Ukrai­ne : Wird dem Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten ein Kor­rup­ti­ons­fall zum Ver­häng­nis ? 

RT Deutsch


Bolivien : Polizei und Militär stoppen Demo gegen Übergangsregierung – Fünf Tote


Am Frei­tag sind in Boli­vi­en min­des­tens fünf Teil­neh­mer einer Groß­de­mons­tra­ti­on zur Unter­stüt­zung des zurück­ge­tre­te­nen Prä­si­den­ten Evo Mora­les getö­tet wor­den. Die Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Koka­bau­ern und Sicher­heits­kräf­ten bra­chen aus, als die Poli­zei und das Mili­tär den Pro­test­lern den Weg auf einer Brü­cke in der Ort­schaft Saca­ba in der Pro­vinz Cha­pa­re ver­sperr­ten.

Nach eige­nen Anga­ben woll­te die Poli­zei ver­hin­dern, dass die Demons­tran­ten über die Huaylla­ni-Brü­cke wei­ter nach Cocha­bam­ba kom­men, um in der Haupt­stadt des gleich­na­mi­gen Depar­ta­men­to gegen die Über­gangs­prä­si­den­tin Jea­ni­ne Áñez zu pro­tes­tie­ren. Dem­nach wur­den min­des­tens 300 Men­schen fest­ge­nom­men.

Wie der Ombuds­mann der Stadt Cocha­bam­ba, Nel­son Cox, am Frei­tag mit­teil­te, haben 34 Men­schen Ver­let­zun­gen erlit­ten. Die Toten hät­ten Schuss­wun­den auf­ge­wie­sen.

Mehr zum The­ma — Putin : Es gibt kei­ne Macht in Boli­vi­en – Es steht am Ran­de des Cha­os

Der zurück­ge­tre­te­ne boli­via­ni­sche Prä­si­dent Evo Mora­les kri­ti­sier­te die Hand­lun­gen des “Putsch­re­gimes” scharf, das “mit Kugeln” das Volk unter­drü­cke. “Jetzt wer­den unse­re Brü­der in Saca­ba getö­tet”, twit­ter­te der Poli­ti­ker aus sei­nem mexi­ka­ni­schen Exil. 

Auch die Inter­ame­ri­ka­ni­sche Kom­mis­si­on für Men­schen­rech­te (IAKMR) ver­ur­teil­te die “unver­hält­nis­mä­ßi­ge Poli­zei- und Mili­tär­ge­walt” bei der Groß­de­mo in Cocha­bam­ba. Die Orga­ni­sa­ti­on for­der­te die boli­via­ni­schen Behör­den auf, auf den Ein­satz von Schuss­waf­fen bei sozia­len Pro­tes­ten zu ver­zich­ten. Die IAKMR berich­te­te außer­dem von fünf Erschos­se­nen, 22 Ver­letz­ten und drei Jour­na­lis­ten, die bei der Aus­übung ihres beruf­li­chen Diens­tes ange­grif­fen wor­den waren.

Boli­vi­ens Über­gangs­prä­si­den­tin Jea­ni­ne Áñez sprach am Frei­tag von bewaff­ne­ten Grup­pen, unter denen sich auch Aus­län­der befän­den. Die Regie­rung wer­de gegen die­se Grup­pen mit den in der Ver­fas­sung ver­brief­ten Mit­teln vor­ge­hen. Es gebe Bewei­se für die Betei­li­gung vene­zo­la­ni­scher Bür­ger an gewalt­sa­men Pro­tes­ten gegen die Über­gangs­re­gie­rung, erklär­te die neue kom­mis­sa­ri­sche Außen­mi­nis­te­rin Karen Lon­ga­ric. Die Über­gangs­re­gie­rung wol­le alle Diplo­ma­ten Vene­zue­las wegen Ein­mi­schung in inter­ne Staats­an­ge­le­gen­hei­ten aus­wei­sen.

Mehr zum The­ma — Boli­via­ni­sche Gewerk­schaf­ten rufen zu lan­des­wei­tem Streik auf (Video)

Evo Mora­les, der das Anden­land seit dem Jahr 2006 als ers­ter indi­ge­ner Prä­si­dent regiert hat­te, trat am Sonn­tag – nur drei Wochen nach sei­ner Wie­der­wahl – unter dem Druck von Mili­tär und Poli­zei zurück. Die Oppo­si­ti­on warf ihm Wahl­be­trug vor. Der Poli­ti­ker sprach von einem Putsch.

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Vor dem ersten Jahrestag der Proteste : Gelbwesten diskutieren Zukunft der Bewegung


Obwohl von der inter­na­tio­na­len Pres­se mitt­ler­wei­le nur noch wenig beach­tet, gehen die Demons­tra­tio­nen der fran­zö­si­schen Gelb­wes­ten wei­ter. Am mor­gi­gen Sonn­tag begeht die Pro­test­be­we­gung ihr ein­jäh­ri­ges Jubi­lä­um. Am 17. Novem­ber 2018 hat­ten die Gelb­wes­ten mit der lan­des­wei­ten Errich­tung hun­der­ter Stra­ßen­sper­ren inter­na­tio­nal für Auf­se­hen gesorgt. Damals nah­men rund 300.000 Men­schen an den Pro­tes­ten teil.

Vor zwei Wochen fand in Mont­pel­lier von Frei­tag bis Sonn­tag die vier­te Assem­blée des Assem­blées (Ver­samm­lung der Ver­samm­lun­gen, ADA) statt. Die Orga­ni­sa­ti­on, die aus lan­des­wei­ten loka­len Grup­pie­run­gen von Gelb­wes­ten besteht, will als basis­de­mo­kra­ti­sche Platt­form für Debat­ten, Aus­tausch, Koor­di­na­ti­on und Ver­ge­mein­schaf­tung die­nen. Da kei­ne Räum­lich­keit für die Ver­an­stal­tung zu bekom­men war, wur­de beschlos­sen, ein 2010 geschlos­se­nes Land­wirt­schafts­mu­se­um zu beset­zen.

Unge­fähr 600 Gelb­wes­ten aus 200 Dele­ga­tio­nen tra­fen ein und debat­tier­ten in klei­nen Grup­pen von jeweils 10 Leu­ten zu vor­ab per Abstim­mung fest­ge­leg­ten The­men. Wesent­li­che Fra­gen waren : Wie kann die Bezie­hung zur Bevöl­ke­rung wie­der gestärkt wer­den ? Wie kann kon­kret mit ande­ren Bewe­gun­gen zusam­men­ge­ar­bei­tet wer­den ? Wie kann man sich ange­sichts von Repres­si­on orga­ni­sie­ren ? Wie las­sen sich Geg­ner und Ver­bün­de­te defi­nie­ren ? Wie soll im Kon­text der kom­men­den Kom­mu­nal­wah­len gehan­delt wer­den ?

Das Ziel der Gesprä­che bestand weni­ger dar­in, ver­bind­li­che gemein­sa­me Lini­en fest­zu­le­gen, son­dern soll­te haupt­säch­lich dem gemein­sa­men Aus­tausch die­nen. Den­noch wur­den Ent­schei­dun­gen per Abstim­mung getrof­fen. So ent­schied man sich bezüg­lich des Gesprächs­punk­tes, wie mit ande­ren Bewe­gun­gen zusam­men­ge­ar­bei­tet wer­den kön­ne, mit gro­ßer Mehr­heit dafür, sich dem von meh­re­ren Gewerk­schaf­ten ange­kün­dig­ten Streik am 5. Dezem­ber gegen die Ren­ten­re­form anzu­schlie­ßen.

Teil­nah­me an Kom­mu­nal­wah­len kon­tro­vers dis­ku­tiert

Zur kon­tro­vers dis­ku­tier­ten Fra­ge, ob sich die Gelb­wes­ten an den Kom­mu­nal­wah­len 2020 mit eige­nen Kan­di­da­ten betei­li­gen sol­len, gab es kein kla­res Votum. Man einig­te sich dar­auf, die­se Ent­schei­dung den jeweils loka­len Grup­pie­run­gen zu über­las­sen, die die spe­zi­fi­sche poli­ti­sche Situa­ti­on vor Ort über­schau­en. In Bezug auf die Defi­ni­ti­on von Ver­bün­de­ten und Geg­nern war man sich einig, die Main­stream­me­di­en, denen die Gelb­wes­ten ver­zer­ren­de Bericht­erstat­tung und “Unsicht­bar­ma­chung” vor­wer­fen, als Pro­pa­gan­da­or­ga­ne des Geg­ners zu klas­si­fi­zie­ren.

Ein wesent­li­ches The­ma der Ver­samm­lung war schließ­lich die Fra­ge, wie das mor­gi­ge ein­jäh­ri­ge Jubi­lä­um gestal­tet wer­den soll. Klar war, dass man ein deut­li­ches Zei­chen set­zen wol­le. Die Medi­en, die zum ers­ten Mal zur Ver­samm­lung zuge­las­sen waren, wur­den bei die­sem Gesprächs­punkt jedoch aus­ge­la­den.

Mehr zum The­ma — Le Mon­de : Poli­zei hat seit Novem­ber 2018 mehr als 10.000 Gelb­wes­ten fest­ge­nom­men 

RT Deutsch


Der Spionage beschuldigt : In China inhaftierter Professor darf zurück nach Japan


Nobu Iwa­ta­ni, Pro­fes­sor für Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Hok­kai­dō, wur­de im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber auf­grund des angeb­li­chen Besit­zes von chi­ne­si­schen Staats­ge­heim­nis­sen in Chi­na ver­haf­tet. Die japa­ni­sche Regie­rung bestä­tig­te nach sei­ner Heim­kehr, dass sich Iwa­ta­ni in einem guten Zustand befin­de. Inter­na­tio­nal wird die Frei­las­sung des der Spio­na­ge bezich­tig­ten Pro­fes­sors als stra­te­gi­scher Schritt vor dem im kom­men­den Früh­ling geplan­ten Staats­be­such Chi­nas in Japan gewer­tet.

Das chi­ne­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um bestä­tig­te gegen­über Medi­en, dass Iwa­ta­ni gestan­den habe, ille­gal Staats­ge­heim­nis­se gesam­melt zu haben, und Reue für sein Ver­ge­hen zeig­te. Er wur­de auf Kau­ti­on aus der Haft ent­las­sen und trat kurz dar­auf sei­ne Heim­rei­se nach Japan an. Seit der Inhaf­tie­rung Iwa­ta­nis bemüh­te sich die japa­ni­sche Regie­rung auf diplo­ma­ti­schem Wege, eine bal­di­ge Ent­las­sung des Pro­fes­sors zu erwir­ken. So bat der japa­ni­sche Pre­mier Shin­zō Abe den chi­ne­si­schen Vize­prä­si­den­ten Wang Qis­han, auf posi­ti­ve Art und Wei­se die­se Ange­le­gen­heit anzu­ge­hen.

Seit der Ver­haf­tung des Uni­ver­si­täts­pro­fes­sors Iwa­ta­ni hat die Regie­rung sich für eine bal­di­ge Rück­kehr nach Japan auf jeder Ebe­ne ein­ge­setzt”, ver­si­cher­te Pre­mier­mi­nis­ter Abe.

Ter­ri­to­ri­al­strei­tig­kei­ten und ver­schie­de­ne Aus­le­gun­gen der Kriegs­ge­schich­te domi­nier­ten bis vor Kur­zem die Bezie­hun­gen Japans und Chi­nas. Die Frei­las­sung Iwa­ta­nis wird in Zusam­men­hang mit dem kom­men­den Staats­be­such Xi Jin­pings in Japan sowie mit den beid­sei­ti­gen Bestre­bun­gen, die bila­te­ra­len Bezie­hun­gen zu ver­bes­sern, gesetzt.

RT Deutsch


BRICS-Staaten gehen auf Distanz zu USA : Kritik am Protektionismus


Die Staats- und Regie­rungs­chefs von Bra­si­li­en, Russ­land, Indi­en, Chi­na und Süd­afri­ka (“BRICS”) wol­len mul­ti­la­te­ra­le Orga­ni­sa­tio­nen wie die Ver­ein­ten Natio­nen, den Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) und die Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO) refor­mie­ren. Die­se Insti­tu­tio­nen soll­ten drin­gend den heu­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen ange­passt wer­den, heißt es in der Abschluss­erklä­rung vom Gip­fel­tref­fen der soge­nann­ten BRICS-Grup­pe am Don­ners­tag in Bra­sí­lia. Zugleich bekann­ten sich die Staa­ten zum Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und zum frei­en Han­del.

Es ist äußerst wich­tig, dass alle WTO-Mit­glie­der ein­sei­ti­ge und pro­tek­tio­nis­ti­sche Maß­nah­men ver­mei­den, die dem Geist und den Regeln der WTO zuwi­der­lau­fen”, erklär­ten die Füh­rer der BRICS-Staa­ten. Im UN-Sicher­heits­rat soll­te die Ver­tre­tung der Ent­wick­lungs­län­der erwei­tert wer­den.

Chi­nas Staats­chef Xi Jin­ping erklär­te, der Pro­tek­tio­nis­mus bedro­he den inter­na­tio­na­len Han­del und Inves­ti­tio­nen, was zu einer glo­ba­len Kon­junk­tur­ab­küh­lung füh­re. Die fünf Staa­ten ver­pflich­te­ten sich, den Han­del unter­ein­an­der zu för­dern.

Sie erneu­er­ten in dem Doku­ment auch ihre Ver­pflich­tung, die Auf­la­gen des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens zu erfül­len, ohne jedoch den US-Aus­tritt aus dem Ver­trag zu erwäh­nen. Die BRICS-Staa­ten bekräf­tig­ten ihren Wil­len, sich für den Erfolg des bevor­ste­hen­den UN-Kli­ma­gip­fels (COP 25) im Dezem­ber in Madrid ein­zu­set­zen, “ins­be­son­de­re für ein umfas­sen­des und aus­ge­wo­ge­nes Ergeb­nis aller ver­blei­ben­den Punk­te des Arbeits­pro­gramms des Pari­ser Abkom­mens”.

Die Erklä­rung unter­zeich­ne­ten die Prä­si­den­ten Bra­si­li­ens, Jair Bol­so­na­ro, Russ­lands, Wla­di­mir Putin, und Süd­afri­kas, Cyril Rama­pho­sa, der indi­sche Minis­ter­prä­si­dent Naren­dra Modi und der chi­ne­si­sche Staats– und Par­tei­chef Xi Jin­ping. Die BRICS-Grup­pe pro­du­ziert 23 Pro­zent der Welt­wirt­schaft und betreibt 18 Pro­zent des Welt­han­dels. In den fünf Staa­ten leben 42 Pro­zent der Erd­be­völ­ke­rung.

Ent­ge­gen den Befürch­tun­gen man­cher, dass Bra­si­li­en nach der Amts­über­nah­me Bol­so­na­ros die Bezie­hun­gen zu den USA auf Kos­ten der Bezie­hun­gen zu Russ­land bevor­zu­gen wür­de, erklär­te Putin :

Inner­halb des BRICS-Ver­bun­des hat­ten wir nie die Ver­pflich­tung, nur mit­ein­an­der zu arbei­ten. Es han­delt sich dabei um kein geschlos­se­nes Unter­neh­men. Jedes sou­ve­rä­ne Land hat das Recht, sei­ne eige­nen Prio­ri­tä­ten zu set­zen und sich so zu ent­wi­ckeln, wie es will. Es ist völ­lig klar, dass die USA als Welt­macht auf dem US-Kon­ti­nent von Bra­si­li­en nicht igno­riert wer­den kön­nen. Das ist selbst­ver­ständ­lich. Was unse­re Bezie­hun­gen betrifft, so ent­wi­ckeln sie sich mei­ner Mei­nung nach recht gut.

Die Idee einer Grup­pe von “BRIC-Staa­ten” wur­de erst­mals Anfang der 2000er-Jah­re ent­wi­ckelt. Die Grup­pie­rung von drei (spä­ter vier) Ent­wick­lungs­län­dern wur­de im Jahr 2006 als diplo­ma­ti­scher Club in die Pra­xis umge­setzt und 2009 zu einer Platt­form für Tref­fen der Staats­chefs umge­wan­delt. Süd­afri­ka ist 2010 dem BRIC-Ver­bund bei­getre­ten.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Nach Polens Empörung : Netflix ändert Serie über KZ-Wächter


Das US-Unter­neh­men Net­flix hat bekannt gege­ben, Ände­run­gen an sei­ner Doku über einen NS-Kriegs­ver­bre­cher vor­zu­neh­men. Net­flix kommt damit den For­de­run­gen der pol­ni­schen Regie­rung ent­ge­gen, die sich zuvor wegen his­to­ri­scher Unstim­mig­kei­ten in der Serie beschwert hat. Das berich­tet BBC NEWS am Frei­tag.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Die neue Balkanroute – Die Hölle von Bihać (Video)


Ein ille­ga­les Flücht­lings­camp tief in den bos­ni­schen Wäl­dern, nur ein paar Kilo­me­ter vor der Gren­ze zu Kroa­ti­en, wird als Basis­la­ger genutzt, um von dort aus immer wie­der den Ver­such zu unter­neh­men, ille­gal in EU zu gelan­gen. Die kroa­ti­sche Poli­zei ver­sucht mit aller Här­te, den Flücht­lings­marsch auf­zu­hal­ten.

RT Deutsch hat sich die Höl­le von Bihać, dem Flücht­lings­camp in der Wild­nis, näher ange­se­hen. Zwi­schen Minen­fel­dern und dich­ten Wäl­dern ent­stand ein von bis zu 2.000 Geflüch­te­ten bewohn­tes Lager. Laut dem Roten Kreuz steht hier eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe kurz bevor.

Mehr zum The­ma —  Im Namen der west­li­chen Demo­kra­tie : Repor­ta­ge zur Migra­ti­ons­kri­se in Bos­ni­en 

Mehr zum The­ma — Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na : Kom­mu­nen ver­hin­dern Ver­tei­lung von Migran­ten – Kri­se spitzt sich zu

RT Deutsch


Wer hat Tausende zivile Opfer im Donbass-Krieg in der Ostukraine zu verantworten ?


Der Hohe Kom­mis­sar der Ver­ein­ten Natio­nen für Men­schen­rech­te hat am 14. Novem­ber die Zahl der zivi­len Opfer im Don­bass-Kon­flikt aktua­li­siert. Dem­nach wur­den 3.345 Zivi­lis­ten getö­tet und über 9.000 ver­wun­det, 1,3 Mil­lio­nen Men­schen wur­den zu Bin­nen­flücht­lin­gen.

Die UNO hat die­se Zah­len in den letz­ten Jah­ren quar­tals­mä­ßig in ihren Berich­ten zur Men­schen­rechts­la­ge in der Ukrai­ne aktua­li­siert. Den letz­ten Bericht gab die Orga­ni­sa­ti­on am 17. Sep­tem­ber her­aus. Zusam­men mit den Pas­sa­gie­ren der am 17. Juli 2014 mit einer Rake­te abge­schos­se­nen malay­si­schen Boe­ing mit Flug­num­mer MH17 sei­en es min­des­tens 3.345 Todes­op­fer.

Die Opfer wer­den ab dem 14. April 2014 gezählt. An die­sem Tag hat der ukrai­ni­sche Inte­rims­prä­si­dent Alex­an­der Turt­schi­now die soge­nann­te Anti­ter­ror­ope­ra­ti­on ange­ord­net und die Armee mit Pan­zern in das Unru­he­ge­biet in der Ost­ukrai­ne geschickt. Er und sei­ne Regie­rung sind infol­ge der blu­ti­gen Aus­schrei­tun­gen auf dem Kie­wer Mai­dan an die Macht gekom­men.

Der Ein­satz der ukrai­ni­schen Armee in Wohn­ge­bie­ten im Lan­des­in­ne­ren seit April 2014 war ver­fas­sungs­wid­rig und hat maß­geb­lich zur Eska­la­ti­on bei­getra­gen. Berühmt wur­den Bil­der aus der Anfangs­pha­se des Kon­flikts von sich gegen die Pan­zer stel­len­den Zivi­lis­ten. In die­ser Anfangs­pha­se zeig­ten sich die Sol­da­ten eher unwil­lig zu kämp­fen.

Im April und Mai gär­te es in der gan­zen Regi­on, die Akti­vis­ten ver­such­ten, die ukrai­ni­schen Ver­wal­tungs­or­ga­ne durch Insti­tu­tio­nen der selbst aus­ge­ru­fe­nen Volks­re­pu­blik Donezk bzw. Lug­ansk zu erset­zen. Am 11. Mai hiel­ten sie auf dem Ter­ri­to­ri­um der Repu­bli­ken ein Refe­ren­dum über die Unab­hän­gig­keit ab. Mit zuneh­men­der Kriegs­ge­fahr tra­ten immer mehr Frei­wil­li­ge in die Volks­wehr ein.

Gro­ßen Zulauf erhiel­ten die Auf­stän­di­schen nach den Ereig­nis­sen am 2. Mai im Hun­der­te Kilo­me­ter vom Don­bass ent­fern­ten Odes­sa, als Dut­zen­de Anhän­ger der Föde­ra­li­sie­rung und Geg­ner der Putsch­re­gie­rung infol­ge einer Men­schen­jagd vor den Augen der untä­ti­gen Poli­zei im dor­ti­gen Gewerk­schafts­haus ermor­det wur­den.

Anfang Juni begann die Groß­of­fen­si­ve der ukrai­ni­schen Armee, es kam zu zahl­rei­chen Luft­an­grif­fen auf die Zivil­be­völ­ke­rung. Groß­flä­chig ange­leg­te unprä­zi­se Beschüs­se von Wohn­ge­bie­ten und zivi­ler Infrast­uk­tur aus Mehr­fach­ra­ke­ten­wer­fern, Hau­bit­zen und Minen­wer­fern wur­den zur gän­gi­gen Pra­xis der ukrai­ni­schen Kriegs­füh­rung. Allein vom 16. Mai bis zum 15. August star­ben laut UNO 1.135 Zivi­lis­ten in die­sem Krieg. In die­ser Zeit erhielt die loka­le Volks­wehr grö­ße­ren Zulauf von Frei­wil­li­gen aus Russ­land. Über das Aus­maß an Hil­fe aus Russ­land für die Auf­stän­di­schen in Form von Waf­fen und Mili­tär­spe­zia­lis­ten wird noch bis heu­te gestrit­ten.

In der Hoch­pha­se des Krie­ges, die bis Febru­ar 2015 dau­er­te, sind laut UNO 80 Pro­zent der Zivi­lis­ten gestor­ben. Die Kämp­fe dau­er­ten auch nach der Unter­zeich­nung der Mins­ker Abkom­men im Janu­ar 2015 an. In den Jah­ren 2018 und 2019 fie­len die Opfer­zah­len ver­gleichs­wei­se gering aus. Trotz­dem, auch “auf Spar­flam­me” for­dert der Krieg noch Opfer. Da vie­le Gebie­te ver­mint sind, sind es immer öfter Minen­op­fer, die in den UN-Sta­tis­tik erfasst wer­den.

Seit sei­nem Beginn ist der Krieg im Don­bass auch ein Para­de­bei­spiel für Mani­pu­la­ti­on und Pro­pa­gan­da. Es trägt jedoch nicht zur Klä­rung bei, “objek­tiv” zu behaup­ten, dass “jede Sei­te Pro­pa­gan­da macht”. Wich­ti­ger ist es, in der ent­schei­den­den Fra­ge auf Fak­ten und Zah­len zu schau­en.

Durch die Waf­fen wel­cher Kon­flikt­par­tei ster­ben die meis­ten Zivi­lis­ten ?

UNO und OSZE ver­fü­gen über rela­tiv genaue Daten zu den Opfern des Kon­flikts. Doch an einer Stel­le schwei­gen sie – wel­che Armee ist eigent­lich am stärks­ten für tote und ver­letz­te Zivi­lis­ten sowie die Zer­stö­rung der zivi­len Infra­struk­tur ver­ant­wort­lich ? Dif­fe­ren­ziert wird erst in den letz­ten Berich­ten – aller­dings erst, seit die Opfer­zah­len (zum Glück) sin­ken. Im Wort­laut des Doku­ments zum Zeit­raum vom 16. Mai bis zum 16. August 2019 hieß es :

Es gab 68 zivi­le Opfer (35 Män­ner, 24 Frau­en, drei Jun­gen und sechs Mäd­chen). 56 von ihnen wur­den durch die Kämp­fe ver­ur­sacht. Davon wur­den 33 Opfer in dem von der selbst ernann­ten ‘Volks­re­pu­blik Donezk’ kon­trol­lier­ten Gebiet und 13 in dem von der selbst ernann­ten ‘Volks­re­pu­blik Lug­ansk’ kon­trol­lier­ten Gebiet regis­triert, die alle von der Regie­rung der Ukrai­ne ver­ur­sacht wor­den sein könn­ten. Neun Opfer wur­den auf dem von der Regie­rung der Ukrai­ne kon­trol­lier­ten Gebiet regis­triert, eines auf ‘Nie­mands­land’, und all die­se Opfer könn­ten von bewaff­ne­ten Grup­pen der ‘Volks­re­pu­blik Donezk’ ver­ur­sacht wor­den sein. (…) Die Gesamt­zahl der zivi­len Todes­fäl­le durch den Kon­flikt betrug am 15. August 2019 min­des­tens 3.339.

Als “Opfer” führt die UNO sowohl Tote als auch Ver­letz­te. Der Hin­weis auf die mut­maß­li­chen Schul­di­gen ergibt ein Ver­hält­nis von 22 zu 78 Pro­zent. Auch ande­re Berich­te erge­ben ein ähn­li­ches oder sogar noch kras­se­res Ver­hält­nis, dem zufol­ge bis zu 90 Pro­zent der Opfer durch ukrai­ni­sche Beschüs­se zu bekla­gen sind. Das deu­tet laut der Ombuds­frau für Men­schen­rech­te der Volks­re­pu­blik Donezk Dar­ja Moro­so­wa nicht nur auf häu­fi­ge Ver­stö­ße gegen die Waf­fen­ru­he durch die Ukrai­ne hin, son­dern auch auf die Nicht­ein­hal­tung der eta­blier­ten inter­na­tio­na­len Nor­men, dass man kei­ne Objek­te der zivi­len Infra­struk­tur unter Beschuss neh­men darf. Dies sei­en unfai­re und schmut­zi­ge Metho­den der ukrai­ni­schen Kriegs­füh­rung, so Moro­so­wa.

Unse­re Zivil­be­völ­ke­rung kommt durch Beschüs­se der Ukrai­ne ums Leben. Ich füh­re sehr oft Bei­spie­le an und schnei­de in Minsk das fol­gen­de The­ma an : Las­sen Sie uns die Zah­len zu den getö­te­ten Kin­dern in der Ukrai­ne und in der Volks­re­pu­blik Donezk oder in der Volks­re­pu­blik Lug­ansk ver­glei­chen ! Zei­gen Sie mir die­se Zah­len!”, sag­te sie im Gespräch mit RT.

Der Rest der Opfer in die­sem Krieg ver­teilt sich unge­fähr gleich­mä­ßig auf Kämp­fer und Sol­da­ten der gegen­über­ste­hen­den Streit­kräf­te – der Volks­mi­liz auf der einen Sei­te, der ukrai­ni­schen Trup­pen und der Batal­lio­ne der Natio­na­lis­ten auf der ande­ren Sei­te –, sodass die Gesamt­zahl der im Krieg gestor­be­nen Men­schen laut UNO ca. 13.000 ergibt. Nach Anga­ben der Men­schen­rechts­stel­le der Volks­re­pu­blik Donezk sind es bis­lang 4.881 Men­schen, die auf dem Ter­ri­to­ri­um der Volks­re­pu­blik Donezk im Krieg gestor­ben sind, dar­un­ter 81 Kin­der. 

Da die Auf­schlüs­se­lung nach Opfer­grup­pen und Metho­den der ukrai­ni­schen Kriegs­füh­rung kein The­ma in den west­li­chen Medi­en ist, kommt es auch leicht dazu, dass füh­ren­de Poli­ti­ker auf die Pro­pa­gan­da her­ein­fal­len bzw. bewusst die Zah­len mani­pu­lie­ren. So sag­te die dama­li­ge CDU-Gene­ral­se­kre­tä­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er am 2. Dezem­ber 2018 in der Sen­dung Anne Will, im Don­bass-Kon­flikt sei­en 10.000 ukrai­ni­sche Sol­da­ten gestor­ben – vor Mil­lio­nen Zuschau­ern. 

Die zivi­len Opfer die­ser Sol­da­ten erwähn­te sie nicht. Durch Unter­schla­gung der Fak­ten und mit­tels Pro­pa­gan­da wird also im Hand­um­dre­hen aus dem Aggres­sor das Opfer. Es wird aller­dings dau­ern, bis alle Daten ein­schließ­lich der­je­ni­gen zu den Ver­ant­wort­li­chen zusam­men­ge­tra­gen sind. Ohne die Fra­ge der Ver­ant­wort­lich­keit geklärt zu haben, ist kei­ne Auf­ar­bei­tung der began­ge­nen Ver­bre­chen und damit auch kein Vor­an­kom­men des Frie­dens­pro­zes­ses mög­lich. 

Mehr zum The­ma — Neue Vor­be­din­gun­gen für Frie­den in der Ost-Ukrai­ne : Kiew will Don­bass-Repu­bli­ken auf­lö­sen

RT Deutsch


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