AfD-Anschlag, Syrien-Rückzug, Politiker-Hack : Ein Wochenrückblick auf den medialen Abgrund


Von Tho­mas Schwarz

Es gibt auch inner­halb der west­li­chen Mei­nungs­ma­che Momen­te der Wahr­heit – denn selbst für so auf­wen­di­ge Medi­en­kon­struk­te wie die west­li­chen Kam­pa­gnen zu Syri­en oder zur Ukrai­ne kommt irgend­wann der Augen­blick, in dem die per­ma­nen­te Irre­füh­rung nicht mehr mit aus­rei­chen­dem Druck durch­ge­hal­ten wer­den kann : Dann drängt sich eine Bilanz auf. Da zum Zeit­punkt sol­cher Rück­schau­en der Zenit der Kam­pa­gnen lan­ge über­schrit­ten ist, sich der media­le Nebel also etwas gelich­tet hat, sind die­se Momen­te gefähr­lich für das Pro­pa­gan­da­sys­tem. Denn es sind mög­li­cher­wei­se jene sel­te­nen Momen­te, in denen wert­vol­le Ein­bli­cke in die­se Sys­te­me mög­lich sind.

Syri­en : Mit Ein­sicht oder Ent­schul­di­gung der Medi­en soll­te man nicht rech­nen

Mit einer Genug­tu­ung für die leid­ge­prüf­ten Medi­en­kon­su­men­ten sind die­se Momen­te den­noch nicht ver­bun­den. Das zeig­te in den letz­ten Tagen die media­le Reak­ti­on auf die Ankün­di­gung des US-Prä­si­den­ten Donald Trump, die US-Armee aus Syri­en abzu­zie­hen : Auf öffent­li­che Ein­sicht oder gar Ent­schul­di­gun­gen von belas­te­ten Redak­teu­ren soll­te man nicht hof­fen. Die an lang­fris­ti­gen Kam­pa­gnen etwa zu Syri­en betei­lig­ten Medi­en ver­su­chen gar nicht erst, gegen die Ent­tar­nung anzu­kämp­fen. Statt des­sen ducken sie sich weg und ver­fal­len in Schwei­gen, oder sie blei­ben stur bei ihrer Pro­pa­gan­da­li­nie, selbst wenn die­se lan­ge ent­tarnt ist, wie jene vom “Volks­auf­stand” in Syri­en.

Die­se jour­na­lis­ti­sche Ver­wei­ge­rungs­hal­tung nach einer Ent­tar­nung ist nur mög­lich, weil es kei­ne media­le Instanz gibt, die das Weg­gu­cken anpran­gert und Recht­fer­ti­gun­gen ein­for­dert : Denn alle gro­ßen Medi­en waren betei­ligt. Wegen die­ses Aus­blei­bens von Kri­tik den­ken man­che der belas­te­ten Jour­na­lis­ten viel­leicht wirk­lich, dass sie mit ihren Ver­sio­nen der Wahr­heit im Recht sind. Den­noch haben eher weni­ge Jour­na­lis­ten die selbst­ver­lieb­te Chuz­pe, selbst lan­ge nach der Ent­zau­be­rung noch eine infa­me Flucht nach vor­ne anzu­tre­ten, wie etwa Golineh Atai in ihrem berüch­tig­ten “Grund­rei­ni­gungs-Inter­view” zur Ukrai­ne.

All die­se Aspek­te kamen in den letz­ten Tagen zusam­men, als Donald Trump den Trup­pen­rück­zug aus Syri­en ankün­dig­te. Denn mit dem Abzug fällt auto­ma­tisch ein Blick auf die Tat­sa­che, dass die abzu­zie­hen­den US-Trup­pen jah­re­lang ille­gal Tei­le Syri­ens besetzt hiel­ten. Selbst der wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bun­des­ta­ges hat fest­ge­stellt, dass die­se US-Trup­pen­prä­senz ein lang­fris­ti­ger Ver­stoß gegen das Völ­ker­recht war.

Zyni­sche Redak­teu­re bedau­ern das Been­den eines Ver­bre­chens

Nun, da Trump den Bruch des Völ­ker­rechts durch den Wes­ten also für alle Medi­en­nut­zer bru­tal offen­ge­legt hat­te, hät­te man erwar­ten kön­nen, dass die­ses von den gro­ßen Medi­en gedeck­te Ver­bre­chen auch end­lich medi­al als sol­ches iden­ti­fi­ziert und ver­ur­teilt wird. Doch das Gegen­teil war der Fall : Jene Jour­na­lis­ten, die den lang­jäh­ri­gen Bruch des Völ­ker­rechts in Syri­en durch Ver­ne­be­lung mit mög­lich gemacht haben, “ver­ur­teil­ten” nun in mora­li­scher Spra­che die Been­di­gung des Ver­bre­chens.

So sieht die Welt nach einem US-Rück­zug “eine neue ‘Welt­ord­nung’ des gren­zen­lo­sen Schre­ckens” her­auf­zie­hen oder behaup­tet : “Trump ver­rät alle. Die Israe­lis, die Kur­den, die Euro­pä­er.” Der­weil kon­sta­tiert die FAZ zynisch “gute Wochen für Assad”. Die­se Bei­spie­le ste­hen exem­pla­risch für den durch­weg nega­ti­ven Tenor der gro­ßen west­li­chen Medi­en zum Trup­pen­rück­zug.

Kriegs­trei­ber im “lin­ken” Lager ?

Man muss es auch als kal­ten Zynis­mus bezeich­nen, wie etwa der Spie­gel ein­zig den Ver­lust west­li­chen Ein­flus­ses beklagt und die Chan­cen auf Frie­den für die Syrer igno­riert. Die Tat­sa­che, dass ein tat­säch­li­cher Frie­den in Syri­en durch Trumps Ankün­di­gung wahr­schein­li­cher gewor­den ist, wird von kei­ner gro­ßen Zei­tung the­ma­ti­siert oder gar begrüßt. Die­se Käl­te fin­det sich auch in der taz und in Tei­len der Links­par­tei. Die­se Quel­len stel­len die Fak­ten end­gül­tig auf den Kopf, indem sie wie­der­um das Begrü­ßen des Trup­pen­ab­zugs als Zynis­mus gei­ßeln. Die taz rich­tet die­sen absur­den Vor­wurf etwa gegen Tei­le der Links­frak­ti­on, weil die­se den US-Abzug auch als Chan­ce sehen.

Dage­gen ver­kün­de­te die LIN­KE-Poli­ti­ke­rin Helin Evrim Som­mer, wer Trumps Vor­stoß begrü­ße, habe “kei­nen Schim­mer von der Poli­tik im Nahen Osten”. Die Kur­den wür­den “ver­ra­ten und ver­kauft”, wer das nicht ein­se­he, sei “vor Anti­ame­ri­ka­nis­mus erblin­det”, so Som­mer in einem infa­men Gast­kom­men­tar.

USA haben isla­mis­ti­sche Mör­der­ban­den unter­stützt”

Einer der ganz weni­gen erhel­len­den Bei­trä­ge zum The­ma in den gro­ßen Medi­en war eine Debat­te im Deutsch­land­funk, was dem Enga­ge­ment der LIN­KE-Poli­ti­ke­rin Sevim Dağ­de­len zu ver­dan­ken ist : Es sei ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, dass die USA ihre Trup­pen aus Syri­en zurück­zie­hen woll­ten, so Dağ­de­len im DLF. Zudem sei es selbst laut kur­di­schen Poli­ti­kern nicht zutref­fend, dass die USA, die in Syri­en auch “isla­mis­ti­sche Mör­der­ban­den” unter­stützt hät­ten, eine Schutz­macht für die bedroh­ten Kur­den sei­en.

Auf den Aspekt der “bedroh­ten Kur­den” wei­sen auch die Nach­Denk­Sei­ten hin : “Um die Lage der Kur­den zusätz­lich zu dra­ma­ti­sie­ren, ver­schwei­gen vie­le Medi­en, dass ‘die kur­di­schen Volks­ver­tei­di­gungs­ein­hei­ten (YPG) die Regie­rung von Prä­si­dent Baschar al-Assad um Unter­stüt­zung gebe­ten’ haben – und die­se auch erhal­ten haben, wie etwa die Zeit berich­tet. Die Kur­den wer­den dem­nach durch syri­sche Trup­pen vor einem medi­al an die Wand gemal­ten Mas­sa­ker beschützt.”

Media­le Ter­ror­hel­fer ?

Trotz des erwar­tungs­ge­mä­ßen media­len Wider­stands hat sich Trumps Syri­en-Vor­stoß nun doch zu einem jener ein­gangs beschrie­be­nen “Momen­te der Wahr­heit” ent­wi­ckelt : Noch dem lang­sams­ten Medi­en­nut­zer soll­te nun klar sein, dass in Syri­en ein lang­jäh­ri­ges US-Ver­bre­chen zu Ende geht. Es ist nicht das ers­te Mal, dass der US-Prä­si­dent schein­bar in Stein gemei­ßel­te Wahr­hei­ten über Nacht umstürzt, er tat das auch mit dem Medi­en-Mythos vom “demo­kra­ti­schen syri­schen Wider­stand”: 2017 ver­kün­de­te er unüber­hör­bar die Been­di­gung der Unter­stüt­zung mut­maß­li­cher isla­mis­ti­scher Ter­ro­ris­ten durch die USA, wie etwa der Wee­kly Stan­dard berich­te­te :

Nach­dem er (Trump) wei­te­re beun­ru­hi­gen­de Details über den Schat­ten­krieg der CIA in Syri­en gehört hat­te – dar­un­ter, dass die US-unter­stütz­ten Rebel­len oft an der Sei­te der Extre­mis­ten, dar­un­ter al-Qai­da, gekämpft hat­ten –, beschloss der Prä­si­dent, das gesam­te Pro­gramm zu been­den.

Die Nach­Denk­Sei­ten fol­gern dar­aus : “Die Medi­en, die die­se US-Unter­stüt­zung von Dschi­ha­dis­ten jah­re­lang geleug­net und mög­lich gemacht hat­ten, wur­den durch das offi­zi­el­le Been­den des Pro­gramms eben­so als mut­maß­li­che Ter­ror-Hel­fer bloß­ge­stellt wie Trumps Vor­gän­ger-Admi­nis­tra­ti­on. Damals wie heu­te wur­de medi­al nicht the­ma­ti­siert, wie etwas been­det wer­den kann, das gemäß vie­ler Redak­teu­re gar nicht statt­ge­fun­den hat.”

Trump wird für die fal­schen Din­ge kri­ti­siert

Dass der viel­fäl­tig kri­tik­wür­di­ge Trump von den gro­ßen Medi­en stets (und auch in den ver­gan­ge­nen Tagen) für die fal­schen Din­ge kri­ti­siert wird, haben die Nach­Denk­Sei­ten bereits hier beschrie­ben, der Lin­ke-Poli­ti­ker Fabio De Masi brach­te die­se Medi­en-Marot­te in die­ser Woche noch­mals auf den Punkt :

Egal, ob man Assad ver­ach­tet – jeder Sol­dat, der geht, bedeu­tet, dass weni­ger Blut in Syri­en fließt. Man darf Trump ger­ne für alles kri­ti­sie­ren. Ihn aber anzu­grei­fen, wenn er aus­nahms­wei­se mal das Rich­ti­ge tut – egal aus wel­chen Grün­den –, ist ver­lo­gen.

AfD-Atten­tat : Ver­ab­scheu­ungs­wür­dig und kon­tra­pro­duk­tiv

Die Deu­tung des Anschlags auf den Bre­mer AfD-Poli­ti­ker Frank Magnitz war ein erwar­tungs­ge­mäß heiß umkämpf­tes media­les Ter­rain in die­ser Woche. Prin­zi­pi­ell ist (mit Abstri­chen und abge­se­hen von eini­gen zyni­schen Aus­rei­ßern) die Bericht­erstat­tung über das Atten­tat aber weit­ge­hend als sach­lich ein­zu­ord­nen. Das ist zu begrü­ßen, und es ist nicht selbst­ver­ständ­lich.

Schein­bar haben eini­ge Jour­na­lis­ten die Lek­ti­on gelernt, dass alles, was man gegen die “Rech­ten” zulässt, irgend­wann auch gegen den Rest der Gesell­schaft ver­wen­det wer­den kann. So ist etwa der Kampf gegen “rech­te Hass-Spra­che” ein Ein­falls­tor für eine Zen­sur, die frü­her oder spä­ter auf alle Bür­ger aus­ge­wei­tet wer­den wird. Nicht begrif­fen haben die­ses Prin­zip eini­ge “lin­ke” Akti­vis­ten, die den Angriff in einem dubio­sen Beken­ner­schrei­ben fei­ern – trotz der offen­sicht­li­chen Gefahr, die die Tat auch für pro­gres­si­ve Poli­ti­ker beinhal­tet : zum einen, weil auch sie irgend­wann Gewalt tref­fen wird, wenn die­se nicht gegei­ßelt wird. Zum ande­ren, weil Atten­ta­te prin­zi­pi­ell die gesell­schaft­li­che Stim­mung zuspit­zen und die Zustim­mung für staat­li­che Repres­si­on (auch und vor allem gegen “Lin­ke”) för­dern. 

Die Schat­tie­run­gen in der Anteil­nah­me mit dem Opfer hat RT hier zusam­men­ge­stellt. Dass die ver­ab­scheu­ungs­wür­di­ge Gewalt­tat durch Tei­le des AfD-Per­so­nals auch poli­tisch-medi­al genutzt wer­den wür­de, war eben­falls zu erwar­ten. Dem trat die Poli­zei mitt­ler­wei­le mit der Ver­öf­fent­li­chung eines Tat­ort­vi­de­os ent­ge­gen.

Gehack­te Poli­ti­ker : Juli­an Rei­chelt und die Rus­sen

Vie­le gro­ße Medi­en waren in die­ser Woche ganz aus dem Häus­chen, ange­sichts des Daten­klaus bei Pro­mi­nen­ten. Der ver­dien­te Blog­ger Fefe hält den Hack, bei dem per­sön­li­che Daten zahl­rei­cher Poli­ti­ker ver­öf­fent­licht wur­den, jedoch für ein “Sym­ptom eines Sys­tem­ver­sa­gens”, wie er Mee­dia sag­te : Die Poli­tik habe die Pro­ble­me mit Daten­miss­brauch, die sich nun zei­gen, jah­re­zehn­te­lang selbst her­bei­ge­führt. Poli­ti­ker, so Fefe, sei­en hier nicht die Opfer, son­dern die Täter.

Zum mut­maß­li­chen Täter wur­de in die­sem Zusam­men­hang auch Bild-Chef­re­dak­teur Juli­an Rei­chelt, näm­lich zum mut­maß­li­chen anti­rus­si­schen Pro­pa­gan­dis­ten. “Nor­ma­ler­wei­se ist das eine Metho­de der Hacker des rus­si­schen, auf Cyber­krieg spe­zia­li­sier­ten Mili­tär­ge­heim­diens­tes GRU”, zitiert Bild­blog aus einem Arti­kel. In einem ande­ren Bei­trag heißt es : “Drit­te Spur : der rus­si­sche Mili­tär­ge­heim­dienst GRU. Putins Cyber­krie­ger hack­ten sich bereits ins Bun­des­tags­netz. Res­te die­ser Angrif­fe könn­ten jetzt für den erneu­ten Daten-Angriff genutzt wor­den sein.” Dass bereits die “rus­si­sche Spur” beim Bun­des­tags-Hack eher kalt ist, weiß man sicher auch in der Bild-Redak­ti­on.

Com­pu­ter-Hacks sol­len “rus­si­sche Note” erhal­ten

Zu die­sen durch­schau­ba­ren Irre­füh­run­gen gesellt sich bei Rei­chelt die gewohn­te und stets etwas lächer­li­che Groß­spu­rig­keit : Der Bild-Macher sit­ze “mit einer Trup­pe hoch­spe­zia­li­sier­ter Inves­ti­ga­tiv­re­por­ter auf dem rie­si­gen Daten­schatz der Hacker, der nun nach allen Regeln der Kunst gesich­tet und ana­ly­siert wird”, zitiert Mee­dia Gabor Stein­gart. Die bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se der Bild-Recher­cheu­re lie­ßen laut Rei­chelt fol­gen­de Schluss­fol­ge­run­gen zu : “Das waren nicht ein oder zwei Jungs, die bei Piz­za und Cola light im Kel­ler geses­sen haben.” Laut Ermitt­lern waren die Täter genau das : Jungs mit Piz­za und Cola.

Auch ande­re Medi­en ver­su­chen, dem aktu­el­len Hack eine “rus­si­sche Note” zu ver­pas­sen. So ver­mu­tet etwa die Thü­rin­gi­sche All­ge­mei­ne, dass eine “Russ­land­rei­se den Daten­klau bei Abge­ord­ne­ten begüns­tigt” haben könn­te : “Nach Recher­chen der Thü­rin­ger All­ge­mei­nen war damals eine Lin­ken-Abge­ord­ne­te auf einer Russ­land­rei­se. Nach der Rück­kehr bemerk­te sie, dass mit ihrem Face­book-Account etwas nicht stimmt.” Oha ! Die­se Stra­te­gie nutzt auch die RBB-Sen­dung Kon­tras­te, die den “Cyber­an­griff aus dem Kin­der­zim­mer” unver­mit­telt, aber mut­maß­lich mit Hin­ter­ge­dan­ken, mit den The­men “Mili­tär­ge­heim­dienst – Der lan­ge Arm des GRU” oder “Angriff auf die Demo­kra­tie – Des Kremls treue Hel­fer” ver­knüpft.

Geball­te, stun­den­lan­ge, pau­sen­lo­se Pro­pa­gan­da

Die­se Bal­lung von Pro­pa­gan­da wur­de in die­ser Woche nur noch von ZDF Info über­trof­fen. Von 18.00 bis 22.30 Uhr reih­te der Sen­der am Mitt­woch eine anti­rus­si­sche Tira­de an die ande­re : “Nachtwölfe – Russ­lands Rocker­ban­den”, “Verschwörung oder Wahr­heit”, “Putin – Russ­lands neu­er Zar”, “Putins Männer fürs Gro­be – Spe­zi­al­ein­hei­ten in Russ­land”, “Russ­lands Frau­en – Recht­los und geschla­gen”, “Kampf­be­reit – Russ­lands Hoo­li­gans”. Nach solch einer inten­si­ven, stun­den­lan­gen und unap­pe­tit­li­chen Indok­tri­na­ti­on woll­te man sich nur noch die Hän­de waschen.

Wei­te­re anti­rus­si­sche Ansät­ze boten den Medi­en in die­ser Woche die Ankla­ge “einer rus­si­schen Anwäl­tin” in den USA im Zusam­men­hang mit “Rus­sia-Gate”, etwa der Tages­schau. Und die Welt zitiert wie vie­le ande­re Medi­en die irre­füh­ren­den Wor­te von Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas zum INF-Ver­trag : “Russ­land muss jetzt über­prüf­bar abrüs­ten.” Wie wenig Ver­trau­en man einst hoch­ge­ach­te­ten NGOs noch ent­ge­gen­brin­gen soll­te, beweist das Green­peace-Maga­zin, das zum The­ma Syri­en “Nah-Ost-Exper­tin­nen” ein Forum für frag­wür­di­ge State­ments bie­tet : “Das Régime ver­sucht, durch Unter­wer­fung, Repres­si­on und Beloh­nung von Loya­li­tät die alte Kon­trol­le wie­der­her­zu­stel­len”, sagt Nah­ost-Exper­tin Asse­burg. Durch den ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen­ab­zug ent­fal­le mit Blick auf einen fried­li­chen Über­gangs­pro­zess zudem ein “wich­ti­ges Druck­mit­tel”.

Dass aber das im Wes­ten ver­mit­tel­te Russ­land­bild nicht ganz stim­men kann, zei­gen ande­rer­seits Aus­nah­me-Arti­kel wie die­ser im Han­dels­blatt : “Der Aus­druck ‘rus­si­sche Rück­stän­dig­keit’ ist angeb­lich bereits im Mit­tel­al­ter ent­stan­den. Russ­land und Fort­schritt­lich­keit, das passt für die meis­ten im Wes­ten nicht zusam­men. Dabei gibt es eine Rei­he von Pro­jek­ten, bei denen sich ins­be­son­de­re Deutsch­land etwas abschau­en könn­te. Wäh­rend in Ber­lin seit 2006 am Groß­flug­ha­fen BER eine Pan­ne auf die nächs­te folgt und die Eröff­nung wei­ter unge­wiss ist, hat Mos­kau inzwi­schen vier Flug­hä­fen. Der zuletzt gebau­te, ‘Schu­kow­ski’, wur­de nach einer Bau­zeit von gera­de ein­mal zwei Jah­ren 2016 wie­der­eröff­net.”

Es war nicht alles schlecht

In einem wei­te­ren emp­feh­lens­wer­ten Bei­trag hin­ter­fragt Mar­kus Kom­pa auf Tele­po­lis die unter­schied­li­che “Wür­di­gung” his­to­ri­scher Per­so­nen in west­li­chen Medi­en und stellt tref­fend fest : “Das Schwei­gen der Medi­en über Geor­ge Her­bert Wal­ker Bush ver­stört. Die unkri­ti­schen Berich­te über den ver­stor­be­nen 41. Prä­si­den­ten der USA in den letz­ten Tagen bie­ten Auf­schluss über die Qua­li­tät des poli­ti­schen Jour­na­lis­mus der Gegen­wart.” Kom­pa fährt fort :

Nicht ein Ira­ker hat­te jemals die USA bedroht. Doch acht Erwäh­nun­gen der Brut­kas­ten­lü­ge durch den Prä­si­den­ten sowie ‘Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen’ über eine angeb­lich rie­si­ge Streit­macht an der Gren­ze zu Sau­di-Ara­bi­en über­zeug­ten die Fern­seh­na­ti­on von der guten Sache. Die bit­te­re Iro­nie jedoch ist, dass den so schreck­li­chen Sad­dam Hus­sein nie­mand ande­res an die Macht gebracht und bewaff­net hat­te als die CIA, die Geor­ge Bush 1976 sogar als Direk­tor per­sön­lich lei­te­te.

Eben­falls bei den Trau­er­fei­er­lich­kei­ten fehl­ten über 50.000 Men­schen, die in Süd- und Mit­tel­ame­ri­ka der CIA-Ope­ra­ti­on Con­dor zum Opfer fie­len. In der von den USA betrie­be­nen School of the Ame­ri­cas in der Pana­ma­ka­nal­re­gi­on lehr­te man befreun­de­te Geheim­dienst­ler das Blut­hand­werk, um rechts­ge­rich­te­te Dik­ta­tu­ren zu stüt­zen oder her­bei­zu­put­schen.

Mehr zum The­ma — Medi­en­kri­tik : Die Ver­klä­rung des ver­stor­be­nen Geor­ge H. W. Bush (Video)

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

RT Deutsch


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