Auf #MeToo folgt #MosqueMeToo : Musliminnen schildern Belästigungen während der Haddsch


Von Hol­ly­wood nach Mek­ka. Die #MeToo-Bewe­gung deck­te die Sün­den der Film­in­dus­trie auf. Hol­ly­wood­grö­ßen wie der Pro­du­zent Har­vey Wein­stein sol­len ihre Posi­ti­on in der Indus­trie aus­ge­nutzt und Frau­en beläs­tigt haben. Eine ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­lis­tin ägyp­ti­scher Her­kunft star­te­te nun einen neu­en Hash­tag. Unter #Mos­que­Me­Too legen Mus­li­ma dar, wie sie auf der Haddsch Opfer sexu­el­ler Beläs­ti­gung wur­den. Mona Elta­ha­wy :

Eini­ge mus­li­mi­sche Män­ner machen einen ver­dammt guten Job, den Islam und Mus­li­me schlecht aus­se­hen zu las­sen. Mit sol­chen wer­ten­den Scheiß­ty­pen rings­um brau­che ich nichts zu tun, damit das Image des Islam rui­niert wird. Sie machen es echt gut #Mos­que­Me­Too

Zwi­schen 2011 und 2016 nah­men mehr Män­ner als Frau­en an der Haddsch teil. Das Ver­hält­nis lag bei 122 Män­nern zu 100 Frau­en. Vor allem bei sau­di-ara­bi­schen Frau­en fällt die Betei­li­gung eher gering aus. Beson­ders beim Umrun­den der Kaa­ba inner­halb der Al-Mas­jid Al-Haram Moschee käme es im Schutz des Gedrän­ges zu sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen. 

In Sure 3, Vers 97 im Koran steht geschrie­ben : 

Und die Men­schen sind Gott gegen­über ver­pflich­tet, die Wall­fahrt nach dem Haus zu machen — soweit sie dazu eine Mög­lich­keit fin­den. 

Mehr zum The­ma — Zwei Mil­lio­nen Pil­ger in Mek­ka — Hadsch beginnt

Haddsch’ ist ein mas­ku­li­nes Wort und beschreibt die Pflicht eines jeden Mus­lims, ein­mal in sei­nem Leben die hei­ligs­te Stät­te des Islam in Mek­ka zu besu­chen, sofern er oder sie dazu finan­zi­ell und kör­per­lich in der Lage ist. 

Ande­re Mus­li­ma mel­den sich zu Wort

Ange­sto­ßen von Elta­ha­wys Initia­ti­ve tei­len nun eini­ge Mus­li­min­nen auf Twit­ter ihre Erfah­run­gen mit : 

Ich las über #Mos­que­Me­Too. Es erin­ner­te mich an schreck­li­che Erfah­run­gen wäh­rend der Haddsch 2010. Men­schen den­ken, dass Mek­ka der hei­ligs­te Ort für Mus­li­me ist, wo nie­mand etwas Schlech­tes tut. Total falsch. 

Die Twit­ter-Nut­ze­rin aus Schott­land beschreibt wei­ter, wie die Sicher­heits­kräf­te ihre Schwes­ter begrapsch­ten und ein Laden­be­sit­zer ver­such­te, die Schwes­ter in sein Geschäft zu zer­ren. Sie selbst wur­de am Hin­tern begrapscht. Eine ande­re Frau for­der­te Gerech­tig­keit ange­sichts der sexu­el­len Über­grif­fe : 

Ich ste­he hin­ter mei­nen Schwes­tern, die sexu­el­le Beläs­ti­gung an Orten erfah­ren haben, von denen sie dach­ten, dass sie dort sicher sei­en. Schreck­li­che Leu­te kön­nen sich in hei­li­gen Stät­ten auf­hal­ten. Es zeigt ihren Cha­rak­ter. Als Mus­li­me ist es unse­re Pflicht, uns für unse­re Schwes­tern ein­zu­set­zen, die sich einer Unge­rech­tig­keit gegen­über sehen. 

Vie­le ira­ni­sche Twit­ter-Nut­zer bezo­gen sich auf den neu­en “Mos­que­Me­Too-Hash­tag” und ver­such­ten, damit das Tra­gen eines Hijabs zum Schutz der Frau zu begrün­den. Wer­be­an­zei­gen im Iran pro­pa­gie­ren, dass das Kopf­tuch die Frau wie die Per­le in einer Muschel schüt­ze. Nach 24 Stun­den wur­de der Hash­tag 2.000 Mal geteilt. Gläu­bi­ge Mus­li­me berei­ten sich minu­ti­ös auf die Rei­se nach Mek­ka vor, die vie­le nur ein­mal in ihrem Leben machen. Für sie wird damit ein Traum wahr. Eine Erfah­rung, bei der Her­kunft, Geschlecht und sozia­ler Rang kei­ne Rol­le spie­len soll­ten. 

Mehr zum The­ma — Sau­di Bin­la­din Group plant Rück­kehr zu rie­si­gem Hotel­bau in Mek­ka

RT Deutsch


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