Bei Wiederwahl : Netanjahu will Jordantal im besetzten Westjordanland annektieren


Auf einer Pres­se­kon­fe­renz am Diens­tag in Ramat Gan, einer Stadt in der Nähe von Tel Aviv, ver­sprach Ben­ja­min Netan­ja­hu, die “israe­li­sche Sou­ve­rä­ni­tät” auf das Jor­dan­tal aus­zu­deh­nen. Der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent bezeich­ne­te es als “unse­re Ost­gren­ze, unse­re Schutz­mau­er”.

Das Jor­dan­tal ver­läuft ent­lang der Gren­ze zu Jor­da­ni­en und macht nach Anga­ben der israe­li­schen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Betse­lem ins­ge­samt rund 30 Pro­zent des West­jor­dan­lan­des aus. Gan­ze 90 Pro­zent des Jor­dan­ta­les ste­hen dem­nach ent­spre­chend der Oslo­er Frie­dens­ver­trä­ge unter israe­li­scher Ver­wal­tung.

Anne­xi­on des Jor­dan­tals ers­ter Schritt nach Wie­der­wahl

Die Anne­xi­on des Jor­dan­tals wer­de sein ers­ter Schritt sein, soll­te er nächs­te Woche erneut gewählt wer­den, sag­te Netan­ja­hu. Zudem stel­le er wei­te­re Land­an­sprü­che nach der Ver­öf­fent­li­chung des lang erwar­te­ten israe­lisch-paläs­ti­nen­si­schen Frie­dens­plans von US-Prä­si­dent Donald Trump. Netan­ja­hu nann­te den Plan eine “his­to­ri­sche Chan­ce”, um mit Trump über die Zukunft der Regi­on zu ver­han­deln.

Ins­ge­samt leben im Jor­dan­tal rund 60.000 Paläs­ti­nen­ser und rund 5.000 israe­li­sche Sied­ler. Isra­el hat­te in der Ver­gan­gen­heit bereits auf die stra­te­gi­sche Bedeu­tung des Jor­dan­ta­les für die eige­ne Sicher­heit ver­wie­sen. Die Paläs­ti­nen­ser bean­spru­chen das West­jor­dan­land inklu­si­ve des Jor­dan­tals für einen eige­nen Staat.

Schta­je : Paläs­ti­nen­si­sches Gebiet ist nicht Teil von Netan­ja­hus Wahl­kam­pa­gne

Schon vor der Par­la­ments­wahl im April hat­te Netan­ja­hu die Ein­ver­lei­bung israe­li­scher Sied­lun­gen im West­jor­dan­land ange­kün­digt, dies aber nicht in die Tat umge­setzt. Vor gut einer Woche wie­der­hol­te er sei­ne Ankün­di­gung. Der Minis­ter­prä­si­dent hat­te sich in der Ver­gan­gen­heit noch für die Ein­rich­tung eines ent­mi­li­ta­ri­sier­ten Paläs­ti­nen­ser­staa­tes aus­ge­spro­chen.

Der paläs­ti­nen­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Moham­med Schta­je hat­te bereits vor Netan­ja­hus Rede vor einem sol­chen Schritt gewarnt.

Das paläs­ti­nen­si­sche Gebiet ist nicht Teil von Netan­ja­hus Wahl­kam­pa­gne”, sag­te Schta­je laut einer Stel­lung­nah­me sei­nes Büros. “Wenn er glaubt, dass er durch die Annek­tie­rung der Sied­lungs­blö­cke die Wah­len kurz­fris­tig gewin­nen wird, lang­fris­tig wer­den er und Isra­el die Ver­lie­rer sein.

Netan­ja­hu ist der zen­tra­le Sabo­teur des Frie­dens­pro­zes­ses.”

Isra­el wählt am 17. Sep­tem­ber ein neu­es Par­la­ment. Dabei zeich­net sich ein knap­pes Ren­nen zwi­schen Netan­ja­hus rechts­kon­ser­va­ti­ver Likud-Par­tei und dem oppo­si­tio­nel­le Bünd­nis der Mit­te, Blau-Weiß von Ex-Mili­tär­chef Ben­ny Gantz, ab.

Isra­el hat­te im Jahr 1967 im Sechs­ta­ge­krieg unter ande­rem das West­jor­dan­land und Ost-Jeru­sa­lem erobert. Dort leben heu­te mehr als 600.000 israe­li­sche Sied­ler in mehr als 200 Sied­lun­gen.

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(rt deutsch/dpa)

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