BGH : 80-Jährige Feministin will Ende des “generischen Maskulinums” im Bankwesen erzwingen


Krä­mer, die aus dem Saar­land kommt, fin­det die her­kömm­li­chen Anre­de­nor­men “sexis­tisch” und besteht dar­auf, dass kom­plett neue Bezeich­nun­gen im schrift­li­chen Ver­kehr ein­ge­führt wer­den sol­len. Dafür hat sie sich gegen eine Spar­kas­sen-Filia­le in Saar­brü­cken bereits durch zwei Instan­zen geklagt. Die über­zeug­te Frau­en­rechts­kämp­fe­rin meint, es han­de­le sich dabei um eine prin­zi­pi­el­le Fra­ge, die mit einer Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern auch in der Spra­che zu tun hat. 

Krä­mers For­de­rung hat mitt­ler­wei­le Unter­stüt­zung von einer ande­ren Femi­nis­tin gefun­den, der Grün­de­rin der Initia­ti­ve “Pink­stinks”, Ste­vie Schmie­del. Die­se schließt sich der Mei­nung an, dass der Gebrauch des “gene­ri­schen Mas­ku­li­nums” in der Amts- und Fach­spra­che nichts ande­res als eine Benach­tei­li­gung von Frau­en wider­spie­gelt.

Der Spar­kas­sen- und Giro­ver­band hat den Vor­schlag jedoch weni­ger begeis­tert auf­ge­nom­men. Die Bank hat sich bis­lang stand­haft gewei­gert, dem Ansin­nen Krä­mers zu ent­spre­chen. Der Pres­se­spre­cher der Spar­kas­sen, Ste­fan Marotz­ke, sieht auch in Krä­mers nun­meh­ri­ger Kla­ge vor dem Bun­des­ge­richts­hof (BGH) kei­nen aus­rei­chen­den Anlass, den Anre­de­ge­brauch in der gesam­ten Fach­spra­che umzu­stel­len, die für deut­sche Kre­dit­in­sti­tu­te zudem mit einem rie­sen­gro­ßen admi­nis­tra­ti­ven und finan­zi­el­len Auf­wand ver­bun­den wäre.

Beim Amts- und Lan­des­ge­richt Saar­brü­cken ist Mar­lies Krä­mers Initia­ti­ve bereits geschei­tert. Am Diens­tag hat sie die Kla­ge beim BGH in Karls­ru­he ein­ge­reicht. Die Ent­schei­dung der höchs­ten Instanz Deutsch­lands soll nun die hei­ße Debat­te zu einem end­gül­ti­gen Ende brin­gen. Ein Sieg Krä­mers wür­de erheb­li­che Kon­se­quen­zen für das gesam­te Bank­we­sen in Deutsch­land nach sich zie­hen. 

Das Land­ge­richt hat­te sei­ne Kla­ge­ab­wei­sung damit begrün­det, dass das “gene­ri­sche Mas­ku­li­num” bereits seit Jahr und Tag geschlechts­neu­tral ver­wen­det wer­de. Es han­de­le sich um nichts wei­ter als die “his­to­risch gewach­se­ne Über­ein­kunft über die Regeln der Kom­mu­ni­ka­ti­on”. Mit einer Her­ab­wür­di­gung oder Benach­tei­li­gung habe dies nichts zu tun.

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RT Deutsch


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