BPK zu deutschen Rüstungsexporten : Regierungssprecher reden sich um Kopf und Kragen


Wie pas­sen die Wor­te “restrik­ti­ve Rüs­tungs­ex­port­po­li­tik” mit dem vor­aus­sicht­lich größ­ten Export­vo­lu­men der ver­gan­gen elf Jah­ren zusam­men ? Trotz die­ser Tat­sa­che spricht das für Rüs­tungs­ex­por­te zustän­di­ge Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWI) von einer “zurück­hal­ten­den und ver­ant­wor­tungs­vol­len Rüs­tungs­ex­port­po­li­tik” sei­tens der Bun­des­re­gie­rung. 

Bei der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz woll­ten die Jour­na­lis­ten von RT Deutsch und ande­ren Medi­en von der Spre­che­rin des BMWI wis­sen, wel­che Erklä­rung die Bun­des­re­gie­rung für die­se mas­siv gestie­ge­nen Rüs­tungs­ex­por­te gegen­über dem Vor­jahr hat. Unter den Emp­fän­gern befin­den sich Län­der wie die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te, die nach wie vor am Krieg in Jemen betei­ligt sind. Gemäß dem Koali­ti­ons­ver­trag dür­fen kei­ne deut­schen Rüs­tungs­gü­ter an Kriegs­par­tei­en in Jemen gelie­fert wer­den. Die Regie­rungs­spre­cher rede­ten sich um Kopf und Kra­gen und ver­wie­sen am Ende dar­auf, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat nicht gegen­über der Öffent­lich­keit Rechen­schaft schul­dig ist, son­dern ledig­lich dem Bun­des­tag.

RT Deutsch woll­te vom BMWI wis­sen, ob die soge­nann­ten “Post-Ship­ment-Kon­trol­len”, also Vor-Ort-Inspek­tio­nen von gelie­fer­ten Rüs­tungs­gü­tern, im Vor­feld ange­kün­digt wer­den oder ob es sich um spon­ta­ne Kon­trol­len han­delt. Bei den Inspek­tio­nen wird über­prüft, ob die gelie­fer­ten Güter sich tat­säch­lich noch im ange­ge­be­nen Emp­fangs­land befin­den und für die ange­dach­ten Zwe­cke gebraucht wer­den. Fol­gen­de Erklä­rung lie­fer­te das Minis­te­ri­um wie ver­spro­chen nach :

Die Ein­füh­rung der Post-Ship­ment-Kon­trol­len erfolg­te auf Basis von End­ver­bleibs­er­klä­run­gen, in denen die aus­län­di­schen staat­li­chen Emp­fän­ger Deutsch­land das Recht zu Vor-Ort-Kon­trol­len ein­räu­men. Die End­ver­bleibs­er­klä­run­gen wer­den im Sin­ne der “Poli­ti­schen Grund­sät­ze der Bun­des­re­gie­rung für den Export von Kriegs­waf­fen und sons­ti­gen Rüs­tungs­gü­tern” von Dritt­län­dern ver­langt. Mit den Kon­trol­len soll über­prüft wer­den, ob die gelie­fer­ten Waf­fen noch bei dem in der End­ver­bleibs­er­klä­rung ange­ge­be­nen End­ver­wen­der vor­han­den sind. Die End­ver­wen­der ver­pflich­ten sich im Rah­men der Geneh­mi­gungs­er­tei­lung, die Durch­füh­rung der Kon­trol­len zu ermög­li­chen. Die Kon­trol­len vor Ort erfol­gen dann in Abstim­mung mit dem jewei­li­gen Emp­fän­ger­land. Nach den Eck­punk­ten der Bun­des­re­gie­rung zur Ein­füh­rung von Post-Ship­ment-Kon­trol­len wer­den bei der Vor­be­rei­tung sowie der Durch­füh­rung der Post-Ship­ment-Kon­trol­len im Rah­men der Geschäfts­ver­tei­lung der Bun­des­re­gie­rung das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) und die jewei­li­ge Aus­lands­ver­tre­tung beauf­tragt.

Bei den Inspek­tio­nen han­delt es sich also um kei­ne Über­ra­schungs­kon­trol­len, son­dern im Vor­feld mit den Regie­run­gen der ent­spre­chen­den Län­der koor­di­nier­te.

Mehr zum The­ma — Grü­nes Licht für deut­sche Rüs­tungs­ex­por­te in die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te

RT Deutsch


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