China knickt vor USA ein und zieht sich aus Milliarden-Gasprojekt im Iran zurück


Das South-Pars-Gas­feld im Per­si­schen Golf gehört zusam­men mit dem North Dome, das im Hoheits­ge­biet von Katar liegt, zum größ­ten Gas­feld der Welt. Es sind aber Inves­ti­tio­nen nötig, um die ver­al­te­te För­der­tech­no­lo­gie zu moder­ni­sie­ren und damit die Effi­zi­enz zu stei­gern. Das Ergeb­nis wären erhöh­te För­der­men­gen und ent­spre­chen­de Mehr­ein­nah­men, die der Iran nach den erneu­ten US-Sank­tio­nen drin­gend benö­tigt.

Eigent­lich woll­ten der fran­zö­si­sche Ener­gie­rie­se Total und die Chi­na Natio­nal Petro­le­um Cor­po­ra­ti­on (CNPC) fünf Mil­li­ar­den US-Dol­lar in Pha­se 11 des Pro­jekts inves­tie­ren, wofür Total Antei­le von 50,1 Pro­zent erhielt und CNPC 30 Pro­zent. Das ira­ni­sche Unter­neh­men Petro­pars erhielt die übri­gen 19,9 Pro­zent an die­sem Pro­jekt.

Doch nach­dem die USA völ­ker­rechts­wid­rig aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran aus­ge­stie­gen waren und neue Sank­tio­nen gegen Tehe­ran ver­hängt hat­ten, erhöh­te Washing­ton auch den Druck durch Erpres­sung auf alle ande­ren Län­der, die Han­del mit dem Iran betrie­ben. Indem die US-Regie­rung aus­län­di­sche Unter­neh­men und Ban­ken eben­falls unter Sank­ti­ons­an­dro­hung und Aus­schluss vom US-ame­ri­ka­ni­schen Markt dazu zwang, sich aus dem Geschäft mit dem Iran zurück­zu­zie­hen, stie­gen Ende 2018 nach­ein­an­der die aller­meis­ten aus. Chi­na zähl­te aber zu jenen Län­dern, die voll­mun­dig erklär­ten, sich dem US-Dik­tat nicht beu­gen zu wol­len.

Nach­dem auch Total das Hand­tuch gewor­fen hat­te, über­nahm nach ira­ni­schen Anga­ben CNPC die Antei­le der Fran­zo­sen und wur­de dadurch zum Pro­jekt­be­trei­ber von Pha­se 11. Eine Rol­le, die Chi­na aus Sor­ge vor mög­li­chen US-Reak­tio­nen eigent­lich nie haben woll­te.

Dass die­se Beden­ken nicht unbe­grün­det waren, soll­te sich im Ver­lauf der letz­ten Mona­te bewahr­hei­ten. Nach­dem Washing­ton zuerst die Finanz­plät­ze in der Tür­kei und in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten für Finanz­trans­ak­tio­nen mit dem Iran geschlos­sen hat­te, droh­te das US-Finanz­mi­nis­te­ri­um auch der CNPC-eige­nen Bank of Kun­lun mit Sank­tio­nen, wenn sie wei­ter­hin Geschäf­te mit Tehe­ran abwi­ckelt.

Aus die­sem Grund ent­schied der chi­ne­si­sche Ener­gie­kon­zern, sich aus die­sem Pro­jekt zurück­zu­zie­hen. Petro­pars über­nimmt dadurch das Pro­jekt in Eigen­re­gie, kann damit aber die Moder­ni­sie­rung nicht vor­an­trei­ben.

Hier­mit gab Peking end­gül­tig dem Druck der Finanz­macht der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka nach und warf sein Enga­ge­ment im Iran vor­erst hin. Die­ses Ein­kni­cken vor den USA zeigt sich auch in ande­ren Berei­chen : Zwar impor­tiert Chi­na nach wie vor ira­ni­sches Erd­öl, doch das Volu­men hat sich um mehr als zwei Drit­tel redu­ziert. Statt 700.000 Bar­rel, wie vor den erneu­ten US-Sank­tio­nen, impor­tier­te Peking im Zeit­raum von Mai bis Juli 2019 rund 233.000 Bar­rel pro Tag. Das hat natür­lich auch auf die Han­dels­zah­len zwi­schen den bei­den Län­dern Aus­wir­kun­gen. Im Juli fiel der Han­del unter die Zwei-Mil­li­ar­den-USD-Mar­ke, wobei Tehe­ran für chi­ne­si­sche Pro­duk­te mit Erd­öl bezahl­te. Im sel­ben Zeit­raum im ver­gan­gen Jahr beweg­te sich der Han­del auf einem Niveau von 3,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar.

Die­se Zah­len dürf­ten noch wei­ter sin­ken, nach­dem das US-Finanz­mi­nis­te­ri­um Ende Sep­tem­ber zwei wei­te­re chi­ne­si­sche Unter­neh­men (Kun­lun Ship­ping und Kun­lun Hol­ding) mit Sank­tio­nen belegt hat­te, die eben­falls zu CNPC gehö­ren und von Washing­ton beschul­digt wur­den, ira­ni­sches Erd­öl trans­por­tiert zu haben. Ähn­lich erging es COSCO Ship­ping, einer der größ­ten Ree­de­rei­en der Welt und in staat­li­cher Hand, die vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um aus den­sel­ben Grün­den zwar noch nicht sank­tio­niert, aber dafür auf die Schwar­ze Lis­te gesetzt wur­de.

Mehr zum The­ma — Aus­wir­kun­gen der US-Sank­tio­nen gegen den Iran sind kei­ne “Todes­spi­ra­le”

RT Deutsch


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