Die Deutschen verlieren Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen


Die vom Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut for­sa durch­ge­führ­te und von RTL/n-tv beauf­trag­te Umfra­ge wur­de vom 19.12.2018 bis zum 02.01.2019 durch­ge­führt. Befragt wur­den ins­ge­samt 2.515 Per­so­nen, die sich zu Insti­tu­tio­nen wie Poli­zei, Schu­le, Pres­se, Ärz­te, Kir­chen, Radio oder Fern­se­hen äußern soll­ten.

Dem­nach genießt wie im Vor­jahr die Poli­zei mit 78 Pro­zent das aller­größ­te Ver­trau­en der Deut­schen, nur knapp vor den Uni­ver­si­tä­ten und Ärz­ten mit jeweils 77 Pro­zent. Aller­dings schrumpf­te der Ver­trau­ens­vor­schuss bei der Poli­zei um 5 Pro­zent, bei den Uni­ver­si­tä­ten um 3 Pro­zent und bei den Ärz­ten um 1 Pro­zent. Zwar ste­hen die eige­nen Arbeit­ge­ber der Befrag­ten mit 66 Pro­zent direkt hin­ter den Ärz­ten, aber offen­sicht­lich läuft es nicht mehr so rund, wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren : Um sat­te 9 Pro­zent ist der Wert bei den Arbeit­ge­bern ein­ge­bro­chen.

Den Nega­tiv­re­kord hält aller­dings der Papst und mit ihm die Katho­li­sche Kir­che. Nach den vie­len Miss­brauchs­vor­fäl­len, in die katho­li­sche Geist­li­che ver­wi­ckelt waren, und wei­te­ren Skan­da­len im Vati­kan sind die Zustim­mungs­wer­te für Papst Fran­zis­kus um 20 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr zusam­men­ge­schmol­zen (auf jetzt 34 Pro­zent). Und bei der Kir­che selbst sieht es nicht viel bes­ser aus : Ins­ge­samt 9 Pro­zent ver­lor die größ­te christ­li­che Kir­che und ran­giert mit 18 Pro­zent Zustim­mung auf dem glei­chen schlech­ten Niveau wie die Ban­ken. Die Evan­ge­li­sche Kir­che steht im Ver­gleich zur katho­li­schen Schwes­ter mit 38 Pro­zent (-10 Pro­zent) deut­lich bes­ser da. Dem Zen­tral­rat der Juden wird mit 34 Pro­zent (-3 Pro­zent) ein viel grö­ße­res Ver­trau­en als dem Zen­tral­rat der Mus­li­me mit 9 Pro­zent (-4 Pro­zent) ent­ge­gen­ge­bracht.

Wäh­rend die Poli­zei bei den Deut­schen trotz Ver­lus­ten hoch im Kurs steht, sieht es bei der Bun­des­wehr ganz anders aus. Ob es am Füh­rungs­stil von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en, den vie­len nega­ti­ven Berich­ten aus dem Bereich von “Plei­ten, Pech und Pan­nen” oder an etwas ande­rem liegt, geht aus der Umfra­ge lei­der nicht her­vor. Tat­sa­che ist aber, dass das Ver­trau­en in die eige­ne Armee der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land um 13 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr ein­ge­sackt ist und die Bun­des­wehr somit aus dem obe­ren Drit­tel der Beliebt­heits­ska­la der Deut­schen an das unte­re Ende der Mit­te mit 40 Pro­zent gewor­fen wur­de. Da steht sogar die Pres­se mit 41 Pro­zent (+1 Pro­zent) noch vor der Bun­des­wehr. Der Chef der for­sa, Prof. Man­fred Güll­ner, blickt mit Sor­ge auf die­se Ent­wick­lung : “Seit über einem Jahr­zehnt fra­gen wir die Deut­schen, wie­viel Ver­trau­en sie zu den rele­van­ten gesell­schaft­li­chen Insti­tu­tio­nen haben. Eine der­art flä­chen­de­cken­de Ver­trau­ens-Ero­si­on wie in die­sem Jahr haben wir in die­sem Zeit­raum noch nie gemes­sen.”

Mehr zum The­ma — Trotz Kri­tik : Von der Ley­en hält am Ein­satz von Bera­tern fest

RT Deutsch


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