Google-Whistleblower leakt Dokumente mit Googles “Schwarzen Listen”


Am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­te die US-ame­ri­ka­ni­sche Ent­hül­lungs­platt­form Pro­ject Veri­tas  Doku­men­te, die dar­auf schlie­ßen las­sen, dass Goog­le bestimm­te Inhal­te unter­drückt. Die Doku­men­te stam­men von dem ehe­ma­li­gen Goog­le-Mit­ar­bei­ter Zacha­ry Vor­hies. Laut eige­nen Anga­ben ver­brach­te Vor­hies über ein Jahr damit, die Doku­men­te zu sam­meln – und bemerk­te dabei, dass sie für jeden Fest­an­ge­stell­ten ein­seh­bar waren. Er befürch­te, dass das US-ame­ri­ka­ni­sche “Wahl­sys­tem gefähr­det sei”, da Goog­le den Infor­ma­ti­ons­fluss online kon­trol­lie­ren wür­de.

Ich sah etwas Dunk­les und Ruch­lo­ses mit der Fir­ma vor sich gehen, und ich erkann­te, dass sie nicht nur Wah­len mani­pu­lie­ren, son­dern im Grun­de auch (…) die Ver­ei­nig­ten Staa­ten stür­zen wür­den”, so Vor­hies.

Ein Doku­ment mit dem Titel “News Black­list Site for Goog­le Now” hebt fast 500 Web­sites her­vor, die vor den Nut­zern von Goog­le Now ver­steckt wer­den sol­len, einer Andro­id-Anwen­dung, die 2016 aus­lief und durch den Goog­le Feed ersetzt wur­de. Es ist unklar, ob die­sel­be Black­list für die neue­re Ite­ra­ti­on der App in Kraft ist. Das Doku­ment stellt fest, dass eini­ge der Web­sites auf­grund von “hohen User-Block-Raten” zen­siert wer­den, ande­re auf­grund von soge­nann­ten “Hoax-Sto­rys”.

Die Lis­te der unter­drück­ten Web­sites umfasst dem rech­ten Spek­trum nahe­ste­hen­de Web­sei­ten wie den Dai­ly Cal­ler, den Drudge Report und den Gate­way Pun­dit sowie zahl­rei­che klei­ne­re kon­ser­va­ti­ve Sei­ten. Doch auch lin­ke Medi­en­sei­ten schaff­ten es auf die Lis­te, ein­schließ­lich Media Mat­ters und ande­rer erklär­ter­ma­ßen libe­ra­ler Blogs.

Ein wei­te­res Doku­ment trägt den Titel “Frin­ge Ranking/Klassifikator : Defi­ni­ti­on der Kanal­qua­li­tät”, was bedeu­tet, dass die Such­ma­schi­ne von Goog­le Web­sites auf der Grund­la­ge einer unbe­kann­ten Metrik für Qua­li­tät oder Zuver­läs­sig­keit bewer­tet. In dem im Doku­ment gezeig­ten Bei­spiel erhält das Wall Street Jour­nal den höchs­ten Rang, wäh­rend RT Ame­ri­ca zwi­schen Fox News und Breit­bart erscheint.

Paul Joseph Wat­son von der Nach­rich­ten­sei­te Info­Wars, die eben­falls auf der Schwar­zen Lis­te von Goog­le erscheint, beob­ach­te­te, dass er Schwie­rig­kei­ten hat­te, sei­nen eige­nen You­Tube-Kanal in den Such­ergeb­nis­sen von Goog­le zu fin­den, obwohl er die Schlüs­sel­wör­ter “paul joseph wat­son you­tube chan­nel” ver­wen­de­te.

Eine wei­te­re durch­ge­si­cker­te Sei­te scheint zu bestä­ti­gen, dass Goog­le “mensch­li­che Bewer­ter” ein­setzt, um Vide­os auf You­Tube durch­zu­se­hen und sie für “gefälsch­te Nach­rich­ten und ande­re Rand­in­hal­te” zu kenn­zeich­nen. Vor­hies for­der­te ande­re Mit­ar­bei­ter von Goog­le auf, Infor­ma­tio­nen vor­zu­le­gen, und sag­te, dass “die Leu­te auf die­sen Goog­le-Snow­den-Moment gewar­tet haben”.

Mei­ne Bot­schaft an die, die auf der ande­ren Sei­te ste­hen, lau­tet : Ich habe die Doku­men­te frei­ge­ge­ben”, sag­te Vor­hies. “Ich den­ke, dass es vie­le Ent­wick­ler gibt, die einen Hin­weis dar­auf haben, dass die Din­ge falsch lau­fen, aber sie ver­ste­hen nicht die gewal­ti­ge Bedeu­tung.”

Pro­ject Veri­tas hat in den letz­ten Mona­ten eine Rei­he von Expo­sés über Goo­g­les heim­li­che Zen­sur­pra­xis ver­öf­fent­licht und eine wach­sen­de Zahl an Infor­man­ten aus der Tech­no­lo­gie­bran­che ange­zo­gen, die sich Sor­gen um den Ein­fluss des Unter­neh­mens auf das Inter­net als Gan­zes machen.

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RT Deutsch


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