Hongkong : Protestler halten chinesischen Reporter stundenlang als “Spion” fest


Nach einem Bericht der Hong­kon­ger Zei­tung South Chi­na Morning Post dran­gen die Poli­zis­ten am Abend in das Flug­ha­fen­ge­bäu­de ein, um einem Mann zu hel­fen, der über Stun­den von Demons­tran­ten fest­ge­hal­ten und beschul­digt wor­den sei, ein Agent vom chi­ne­si­schen Fest­land zu sein. Sani­tä­ter brach­ten den Mann schließ­lich aus dem Flug­ha­fen. Vor dem Gebäu­de wur­den dem­nach Poli­zei­fahr­zeu­ge ange­grif­fen und Fens­ter ein­ge­schla­gen.

Die Demons­tran­ten hiel­ten zeit­wei­se auch einen zwei­ten Mann fest, den sie eben­falls beschul­dig­ten, als Agent zu arbei­ten. Sie fes­sel­ten ihn mit Kabel­bin­dern, eini­ge Demons­tran­ten ver­such­ten ihn zu schla­gen. Hu Xijin, Chef­re­dak­teur der chi­ne­si­schen Zei­tung Glo­bal Times, schrieb auf Twit­ter, dass es sich bei den Mann um einen Repor­ter sei­ner Zei­tung gehan­delt habe. Er sei von der Poli­zei befreit und ins Kran­ken­haus gebracht wor­den.

Er schrieb auch, dass er die anwe­sen­den Repor­ter west­li­cher Medi­en dar­um gebe­ten habe, auf die Pro­test­ler ein­zu­wir­ken um sei­nen Mit­ar­bei­ter zu befrei­en. Auf Twit­ter kur­sie­ren der­zeit meh­re­re Vide­os mit den Schil­de­run­gen der Ereig­nis­se.

So erzählt Richard Scot­ford, sei­nes Zei­chens ein in Hong­kong leben­der Mei­nungs­jour­na­list, wie ein Mann von Demons­tran­ten am Flug­ha­fen Hong­kong nie­der­ge­schla­gen wur­de.

Das ist kein Pro­test. Das ist nur noch mehr Gewalt. Es geht über jede Art von Pro­test hin­aus”, fasst er zusam­men.

Auch ein BBC-Repor­ter mel­de­te sich als Augen­zeu­ge zu Wort :

Eini­ge Hard­li­ner unter den Demons­tran­ten, müde und para­no­id bezüg­lich Spio­nen, haben offen­bar völ­lig die Fas­sung ver­lo­ren.

Wegen der Blo­cka­de fie­len seit dem Vor­mit­tag etli­che Flü­ge aus. Nach­mit­tags (Orts­zeit) stopp­te der Air­port­be­trei­ber dann den gesam­ten Check-in-Ser­vice für alle rest­li­chen Flü­ge des Tages. Der Flug­ha­fen ist das zen­tra­le Dreh­kreuz für Lang­stre­cken­flü­ge über Chi­na und Süd­ost­asi­en.

Mehr zum The­ma — Reinte­gra­ti­on von Hong­kong noch nicht abge­schlos­sen

Tau­sen­de Anhän­ger der Pro­test­be­we­gung hat­ten wie schon am Mon­tag die Ankunfts- und Abflug­hal­len besetzt. Mit Gepäck­wa­gen und ande­ren Gegen­stän­den wur­den Bar­ri­ka­den errich­tet. Die Poli­zei hat­te sich tags­über zunächst zurück­hal­tend ver­hal­ten.

Vie­le Demons­tran­ten tru­gen Augen­pflas­ter oder Augen­klap­pen, um auf die schwe­re Augen­ver­let­zung einer Akti­vis­tin auf­merk­sam zu machen, die bei Aus­schrei­tun­gen am Wochen­en­de von einem Gum­mi­ge­schoss der Poli­zei getrof­fen wor­den war.

Regie­rungs­chefin Car­rie Lam stell­te sich am Diens­tag trotz mas­si­ver Kri­tik der Demons­tran­ten hin­ter die Sicher­heits­kräf­te. Die Poli­zei habe zuletzt “gro­ße Schwie­rig­kei­ten gehabt, das Gesetz durch­zu­set­zen”. Als jemand, der nicht selbst Teil der Poli­zei sei, kön­ne sie nicht dar­über bestim­men, wie die Ein­sät­ze ablie­fen.

Mehr zum The­ma — Flug­ha­fen dicht : Hong­kong streicht alle Abflü­ge wegen Pro­tes­ten

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


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