Iran und China einigen sich auf Mega-Deal – Russland mit an Bord


Es dürf­te kein Geheim­nis sein, dass der Iran über schier uner­mess­li­che Men­gen stra­te­gi­scher Roh­stof­fe ver­fügt, dar­un­ter Öl und Gas. Nicht weni­ge inter­na­tio­na­le Beob­ach­ter sind der Ansicht, dass dies einer der Haupt­grün­de dafür ist, dass sich die “west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft” so sehr um die Zukunft des Lan­des sorgt.

Bereits im Jahr 2016 unter­zeich­ne­ten Chi­na und der Iran eine “stra­te­gi­sche Part­ner­schaft”. Vor weni­gen Tagen dann reis­te der ira­ni­sche Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif ins Reich der Mit­te, um einen ent­spre­chen­den Fahr­plan [road map, Anm. d. Red.] und kon­kre­te Inhal­te zur Dis­kus­si­on zu stel­len.

Die Inhal­te etli­cher der dis­ku­tier­ten Eck­punk­te dran­gen nicht an die Öffent­lich­keit. Eines scheint jedoch bereits jetzt sicher : Die alten und neu­en Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Tehe­ran und Bei­jing sym­bo­li­sie­ren viel­leicht ein­drück­li­cher als bereits zuvor die statt­fin­den­de Ver­schie­bung der glo­ba­len Kräf­te­ver­hält­nis­se.

Die zen­tra­le Säu­le des Deals mit einer Lauf­zeit von 25 Jah­ren besteht dem­nach in einem chi­ne­si­schen Inves­ti­ti­ons­pa­ket in Höhe von 280 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in den ira­ni­schen Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Sek­tor. Der immense Betrag kann in den ers­ten fünf Jah­ren der Ver­trags­lauf­zeit zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, wobei vor­ge­se­hen ist, dass wei­te­re Gel­der in einem Fünf­jah­res­zy­klus bereit­ge­stellt wer­den. Vor­aus­set­zung ist die Zustim­mung bei­der Ver­trags­par­tei­en.

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Hin­zu kom­men von chi­ne­si­scher Sei­te wei­te­re 120 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die unter glei­chen Bedin­gun­gen in den ira­ni­schen Trans­port- und Fer­ti­gungs­sek­tor inves­tiert wer­den sol­len.

Auch im Fall Chi­nas erfol­gen Inves­ti­tio­nen nicht ohne Gegen­leis­tun­gen. So erhal­ten chi­ne­si­sche Unter­neh­men exklu­si­ve Vor­kaufs­rech­te für neue, gestopp­te oder unvoll­ende­te Pro­jek­te im Öl- und Gas­sek­tor. Glei­ches gilt für Mög­lich­kei­ten im petro­che­mi­schen Bereich, inklu­si­ve des ent­spre­chen­den Tech­no­lo­gie- und Per­so­nal­trans­fers.

Dies wird bis zu 5.000 chi­ne­si­sche Sicher­heits­fach­leu­te auf ira­ni­schem Boden beinhal­ten, um chi­ne­si­sche Pro­jek­te in Chi­na zu schüt­zen. Hin­zu kommt wei­te­res Per­so­nal und Mate­ri­al, um den mög­li­chen Trans­fer von Öl, Gas und petro­che­mi­schen Pro­duk­ten vom Iran nach Chi­na abzu­si­chern, wenn nötig, auch durch den Per­si­schen Golf”, erklär­te dem­zu­fol­ge eine ira­ni­sche Quel­le.

Doch damit nicht genug des stra­te­gi­schen Enga­ge­ments in das Land, das erneut unter mas­si­ven US-Sank­tio­nen, nach Ansicht von US-Prä­si­dent Donald Trump gar den “här­tes­ten (Sank­tio­nen) aller Zei­ten” lei­det.

Chi­na wird von der ira­ni­schen Regie­rung eben­so die Mög­lich­keit erhal­ten, alle Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Pro­duk­te mit einem garan­tier­ten Min­destra­batt zu kau­fen.

Unter den Bedin­gun­gen des neu­en Abkom­mens wer­de Chi­na zudem das Recht ein­ge­räumt, Zah­lun­gen für die ent­spre­chen­den ira­ni­schen Pro­duk­te um bis zu zwei Jah­re zu ver­schie­ben. Chi­na wird sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen, neben dem Ren­min­bi, auch in “wei­chen Wäh­run­gen” nach­kom­men kön­nen. Wäh­run­gen, die es etwa aus Geschäf­ten in Afri­ka und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on (FSU) gewon­nen hat.

Auch hier wird Chi­na daher dem Trend fol­gen, den US-Dol­lar für eige­ne Waren­ge­schäf­te zuneh­mend zu umge­hen. Chi­nas Enga­ge­ment beim Auf­bau der ira­ni­schen Pro­duk­ti­ons­in­fra­struk­tur bewegt sich dabei ganz im Ein­klang mit dem Kon­zept sei­ner “One Belt, One Road”-Initiative, der soge­nann­ten Neu­en Sei­den­stra­ße.

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Chi­na beab­sich­tigt bei sei­nen Vor­ha­ben im Iran, die vor Ort ver­füg­ba­ren kos­ten­güns­ti­gen Arbeits­kräf­te zu nut­zen, um Fabri­ken zu bau­en, die von gro­ßen chi­ne­si­schen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men ent­wi­ckelt und kon­stru­iert wer­den und dabei auf in Chi­na bewähr­te Spe­zi­fi­ka­tio­nen und Abläu­fe set­zen.

Die dar­aus resul­tie­ren­den Pro­duk­te wer­den über Stre­cken, die durch Chi­nas zuneh­men­des Enga­ge­ment in der ira­ni­schen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur gebaut oder erneu­ert wer­den, auf den west­li­chen Markt gelan­gen kön­nen.

Als der Ent­wurf des Abkom­mens Ende August dem ira­ni­schen Obers­ten Füh­rer Ali Cha­men­ei von Irans Vize­prä­si­dent Eshagh Dscha­han­gi­ri und hoch­ran­gi­gen Per­sön­lich­kei­ten des Wirt­schafts- und Finanz­mi­nis­te­ri­ums, des Erd­öl­mi­nis­te­ri­ums und des Isla­mi­schen Revo­lu­ti­ons­gar­den­korps vor­ge­stellt wur­de, ver­kün­de­te die­ser, dass der Iran einen Ver­trag mit Chi­na unter­zeich­net habe, um ein Pro­jekt zur Elek­tri­fi­zie­rung der rund 900 Kilo­me­ter lan­gen Haupt­ei­sen­bahn­stre­cke zwi­schen Tehe­ran und der nord­öst­li­chen Stadt Masch­had durch­zu­füh­ren.

Dscha­han­gi­ri füg­te hin­zu, dass es auch Plä­ne gäbe, eine Hoch­ge­schwin­dig­keits-Eisen­bahn­stre­cke von Tehe­ran über Ghom nach Isfa­han zu bau­en und die­ses aus­ge­bau­te Netz durch Tab­ris bis in den Nord­wes­ten zu erwei­tern.

Tab­ris, Hei­mat einer Rei­he von wich­ti­gen Öl- und Gas-Pro­duk­ti­ons­stät­ten und Aus­gangs­punkt für die Gas­pipe­line Tab­ris-Anka­ra, soll ein Dreh­kreuz der 2.300 Kilo­me­ter lan­gen Neu­en Sei­den­stra­ße wer­den, um Urum­qi (die Haupt­stadt der west­li­chen chi­ne­si­schen Xin­jiang-Pro­vinz) mit Tehe­ran und dadurch auch Kasach­stan, Kir­gi­si­stan, Usbe­ki­stan und Turk­me­ni­stan zu ver­bin­den, bevor sie dann über die Tür­kei nach Euro­pa führt.

Das Pipe­line-Pro­jekt erfor­dert dem­zu­fol­ge die Zusam­men­ar­beit mit Russ­land und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. So ent­hält die chi­ne­sisch-ira­ni­sche Ver­ein­ba­rung laut ira­ni­scher Quel­le eine Klau­sel, die es min­des­tens einem rus­si­schen Unter­neh­men ermög­licht, sich neben einem chi­ne­si­schen Betrei­ber auch zu ver­güns­tig­ten Kon­di­tio­nen an der stra­te­gi­schen Part­ner­schaft zu betei­li­gen.

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RT Deutsch


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