Moskau : Demonstranten fordern erneut Wahlzulassung oppositioneller Kandidaten — Hunderte Festnahmen


Am Sams­tag gegen 13 Uhr MESZ ist es in der rus­si­schen Haupt­stadt erneut zu Demons­tra­tio­nen für die Zulas­sung der von der Wahl des Stadt­par­la­ments aus­ge­schlos­se­nen Kan­di­da­ten gekom­men. Zu Beginn der Akti­on reg­ne­te es stark. Es ließ sich anfangs nicht genau abschät­zen, wie vie­le Per­so­nen sich an dem Pro­test betei­lig­ten. Die Behör­den spra­chen zunächst von 1.500 Teil­neh­mern (Stand 17:00 MESZ), Beob­ach­ter von weit­aus mehr. Ver­ein­zelt wur­den klei­ne Pla­ka­te gezeigt, auf denen die Ent­schei­dung der Wahl­kom­mis­si­on kri­ti­siert wur­de. Aus “tech­ni­schen Grün­den” wur­de die Metro­sta­ti­on Trub­na­ja zeit­wei­lig gesperrt, an der sich vie­le Men­schen ver­sam­melt hat­ten. Eine spon­ta­ne Kund­ge­bung fand auch in der Sta­ry-Arb­at-Stra­ße statt.

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Da die Akti­on von den Mos­kau­er Behör­den nicht geneh­migt war, muss­te die Poli­zei mit einem star­ken Auf­ge­bot für Ord­nung und Sicher­heit sor­gen. Über dem abge­sperr­ten Pusch­kin-Platz kreis­te ein Hub­schrau­ber. Bereit­schafts­po­li­zis­ten drän­gen Demons­tran­ten von Plät­zen und Stra­ßen im Zen­trum der rus­si­schen Haupt­stadt ab. Dem Bür­ger­recht­s­por­tal OWD-Info zufol­ge wur­den bis zum spä­ten Sams­tag­nach­mit­tag knapp 700 Demons­tran­ten in Poli­zei­ge­wahr­sam genom­men, dar­un­ter sol­len Min­der­jäh­ri­ge und Aus­län­der gewe­sen sein.

Auch die Mos­kau­er Poli­zei­ver­wal­tung sprach von unge­fähr 600 Fest­nah­men. Bei den Pro­tes­ten am ver­gan­ge­nen Sams­tag waren mehr als 1.000 Men­schen wegen Stö­rung des öffent­li­chen Frie­dens fest­ge­nom­men wor­den.

Gleich­zei­tig fand in Sankt Peters­burg eine geneh­mig­te Kund­ge­bung statt, deren Teil­neh­mer die Zulas­sung der oppo­si­tio­nel­len Kan­di­da­ten zu der Kom­mu­nal­wahl in Mos­kau for­der­ten. Laut Medi­en sol­len sich auf dem Lenin-Platz vor dem Fin­ni­schen Bahn­hof bis zu 2.000 Men­schen ver­sam­melt haben. Dort wur­den ledig­lich zwei Per­so­nen fest­ge­nom­men. Eine davon war bald wie­der auf frei­em Fuß.

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Zuvor hat­ten die Mos­kau­er Behör­den den unzu­frie­de­nen Poli­ti­kern den Sach­a­row-Pro­spekt als Aus­tra­gungs­ort für die Pro­test­de­mo vor­ge­schla­gen, die­se hat­ten das Ange­bot jedoch abge­lehnt. Die oppo­si­tio­nel­le Kan­di­da­tin Lju­bow Sobol hat­te ihre Anhän­ger dar­auf­hin zu einem mas­sen­haf­ten “Spa­zier­gang” ent­lang dem Bou­le­vard­ring ein­ge­la­den. Die Poli­zei erin­ner­te die Bevöl­ke­rung und die oppo­si­tio­nel­len Poli­ti­ker im Vor­feld ein­dring­lich dar­an, dass die Akti­on ille­gal sei. Kurz vor Beginn der Kund­ge­bung wur­de Sobol fest­ge­nom­men.

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RT Deutsch


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