Nach Ausschreitungen von algerischen Fußballfans : Frankreich wird dieses Wochenende zur Festung


Mehr zum The­ma — “Die Bewe­gung ist nicht am Ende”: Gelb­wes­ten-Pro­tes­te in Paris zum Jah­res­tag der Revo­lu­ti­on (Video)

Kaum schei­nen sich die Kon­fron­ta­tio­nen zwi­schen den Gelb­wes­ten-Demons­tran­ten und der Poli­zei ein wenig beru­higt zu haben, wird die öffent­li­che Ord­nung in Frank­reich durch ein neu­es Phä­no­men her­aus­ge­for­dert : fei­ern­de alge­ri­sche Fuß­ball­fans. In Vor­be­rei­tung auf das Fina­le des dies­jäh­ri­gen Afri­ka-Cups am 19. Juli wur­den die Sicher­heits­maß­nah­men in fran­zö­si­schen Städ­ten und Dépar­te­ments dras­tisch aus­ge­baut.

Nach dem Halb­fi­nal­sieg gegen Nige­ria trifft Alge­ri­en nun im Fina­le in Kai­ro auf den Sene­gal. Schon nach der Par­tie gegen Nige­ria war es in ver­schie­de­nen fran­zö­si­schen Städ­ten in der Nacht vom 14. Juli zu schwe­ren Aus­schrei­tun­gen gekom­men. Die­ses Twit­ter-Video zeigt Poli­zei­kräf­te auf den Champs-Ely­sées :

Doch nicht nur in der Haupt­stadt ging es hoch her, wie die­ses Video aus Lyon zeigt :

Auch im Süden, in Avi­gnon, kam es zu Zusam­men­stö­ßen :

In Paris, dem “Epi­zen­trum der Fei­er­lich­kei­ten”, sol­len nun für das Fina­le allein im Bezirk Champs-Ely­sées wie­der min­des­tens 2.500 Poli­zis­ten mobi­li­siert wer­den.

Am 11. Juli [dem Tag des Sie­ges Alge­ri­ens im Vier­tel­fi­na­le] gab es 650 Poli­zis­ten und Gen­dar­men, wir haben unse­ren Mobi­li­sie­rungs­grad am 14. Juli auf 2.500 erhöht, die glei­che Anzahl wer­den wir am Abend des 19. Juli haben”, kün­dig­te der Pari­ser Prä­fekt Didier Lal­lement am 17. Juli an. “Auf der gesam­ten Län­ge der Ach­se Con­cor­de, Tui­le­ries und Por­te Mail­lot wird ein Sys­tem zum Schutz der Fas­sa­den von Gebäu­den und Betrie­ben und zur Rah­mung mit Über­wa­chung an der Peri­phe­rie ein­ge­rich­tet”, füg­te er hin­zu. Zudem soll es zusätz­li­che Ein­satz­kräf­te in ande­ren Bezir­ken von Paris wie Bar­bès sowie Sei­ne-Saint-Denis geben.

In den Pro­vin­zen hat der Prä­fekt der Rhô­ne eine Ver­ord­nung erlas­sen, die den Kon­sum und Ver­kauf von Alko­hol, die Ver­wen­dung von Feu­er­werks­kör­pern sowie den “Besitz oder Trans­port von Kraft­stoff in Con­tai­nern auf der öffent­li­chen Stra­ße” ver­bie­tet. Die­se Ver­bo­te gel­ten am 19. Juli am frü­hen Nach­mit­tag, weni­ge Stun­den vor Spiel­be­ginn und bis zum 20. Juli am Mor­gen.

Wie die Nach­rich­ten­agen­tur AFP berich­tet, will die Stadt Lyon Sam­mel­con­tai­ner für Glas und öffent­li­che Papier­kör­be ent­fer­nen. Zudem sol­len Bau­stel­len auf Gegen­stän­de über­prüft wer­den, die als Waf­fen oder Wurf­ge­schos­se die­nen könn­ten.

Das benach­bar­te Dépar­te­ment Ain hat beschlos­sen, nach den “erheb­li­chen Stö­run­gen der öffent­li­chen Ord­nung” vom 14. Juli ähn­li­che Maß­nah­men zu ergrei­fen. Zudem gilt ein Ver­mum­mungs­ver­bot. Die Gewalt, die am Ran­de der Fei­er­lich­kei­ten zum Sieg Alge­ri­ens über Nige­ria am 14. Juli statt­fand, hat­te bei vie­len poli­ti­schen Füh­rern, ins­be­son­de­re auf der rech­ten Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums, Empö­rung aus­ge­löst. Für vie­le von ihnen ging der Staat zu lasch vor. Innen­mi­nis­ter Chris­to­phe Cas­ta­ner scheint, sich für das Fina­le kei­ne wei­te­re Blö­ße geben zu wol­len.

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RT Deutsch


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