Röttgen erwartet keine institutionelle EU-Krise bei Leyen-Niederlage


Das Euro­pa­par­la­ment stimmt am Diens­tag dar­über ab, ob die CDU-Poli­ti­ke­rin Ursu­la von der Ley­en neue Prä­si­den­tin der EU-Kom­mis­si­on wird. CSU-Chef Mar­kus Söder hat­te am Mon­tag gesagt, es gebe nun die Wahl zwi­schen einer his­to­ri­schen Mög­lich­keit, dass Deutsch­land nach lan­ger Zeit wie­der ein­mal den Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten stel­len kön­ne, und einer tie­fen insti­tu­tio­nel­le Kri­se mit einer mona­te­lan­gen Hand­lungs­un­fä­hig­keit der Euro­päi­schen Uni­on.

Nor­bert Rött­gen, Vor­sit­zen­der des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses des Bun­des­tags wider­sprach Söder : 

Das demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen­ge­fü­ge der EU ist hin­rei­chend gefes­tigt, um mit dem demo­kra­ti­schen Fall einer Nicht­wahl einer Kan­di­da­tin oder eines Kan­di­da­ten umzu­ge­hen.

Die von den SPD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten ange­kün­dig­te Ableh­nung von der Ley­ens nann­te Rött­gen “eine macht­tak­ti­sche Fehl­kal­ku­la­ti­on”. Noch wäh­rend ihrer Nomi­nie­rung schrieb Ex-Par­tei­chef Mar­tin Schulz auf Twit­ter :

Von der Ley­en ist bei uns die schwächs­te Minis­te­rin. Das reicht offen­bar, um Kom­mis­si­ons­chefin zu wer­den.

Spä­ter stell­te der Chef der SPD-Abge­ord­ne­ten im Euro­pa­par­la­ment, Jens Gei­er, in einem Papier eine Lita­nei von Kri­tik­punk­ten zusam­men :

War­um Ursu­la von der Ley­en eine unzu­läng­li­che und unge­eig­ne­te Kan­di­da­tin ist.

Von der Ley­en wur­de 1958 in Brüs­sel gebo­ren — in dem Jahr, als Wal­ter Hall­stein als ers­ter und letz­ter Deut­scher Chef der Kom­mis­si­on wur­de. Für die­se Kom­mis­si­on arbei­te­te von der Ley­ens Vater, der spä­te­re nie­der­säch­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Ernst Albrecht. Die pro­mo­vier­te Ärz­tin ist seit 2013 Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin — als ers­te Frau in Deutsch­land. Zuvor war sie kurz Sozi­al­mi­nis­te­rin in Nie­der­sach­sen, bevor sie 2005 Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin und 2009 Arbeits­mi­nis­te­rin wur­de.

Einst galt sie als Nach­fol­ge­kan­di­da­tin Num­mer eins für Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel. Dann schien sie 2010 auf dem Weg zur Bun­des­prä­si­den­tin, was sich zer­schlug. Außer­halb Deutsch­lands sehen sie vie­le wohl­wol­len­der. Bei ihrer Nomi­nie­rung stimm­ten 27 der 28 EU-Staa­ten für sie.

Im Krei­se der Nato-Part­ner genießt von der Ley­en mit ihren Plä­nen für die mili­tä­ri­sche Zusam­men­ar­beit in Euro­pa eben­falls Anse­hen. Vom frü­he­ren US-Bot­schaf­ter John Korn­blum kam sogar eine Art Rit­ter­schlag :

Trotz ihrer schwa­chen Repu­ta­ti­on im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ist sie als kom­pe­ten­te und vor­aus­schau­en­de Poli­ti­ke­rin bekannt.Sie hat die Fähig­kei­ten, die die EU wirk­lich braucht.

(rt deutsch/dpa) 

RT Deutsch


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