Russischer Verteidigungsminister Schoigu warnt vor Genozid im Donbass


Immer wie­der dreht sich die Fra­ge des Umgangs mit Russ­land um die “Anne­xi­on” der Krim und das stu­re Fest­hal­ten am Man­tra, dass Mos­kau erst ein­mal das Mins­ker Abkom­men erfül­len müs­se, bevor man über­haupt über die Auf­he­bung der Sank­tio­nen gegen Russ­land den­ken kön­ne. So zuletzt auch der Russ­land­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Dirk Wie­se von der SPD. In einem Inter­view sag­te er, dass es “rich­tig” gewe­sen sei, mit Sank­tio­nen auf die “Ver­let­zung der Gren­zen” durch Russ­land zu reagie­ren, und dass es “auch aktu­ell noch rich­tig” ist.

Die Sank­tio­nen sind an kla­re Bedin­gun­gen geknüpft, näm­lich an Fort­schrit­te im Mins­ker Frie­dens­pro­zess. Lei­der ist jedoch noch nicht ein­mal der ers­te Punkt, ein trag­fä­hi­ger Waf­fen­still­stand, umge­setzt.

Es ist auf­fäl­lig, dass im deut­schen poli­ti­schen Dis­kurs zu die­ser Fra­ge nahe­zu aus­schließ­lich Russ­land erwähnt wird, das irgend­wel­che Bedin­gun­gen oder gar einen Waf­fen­still­stand in der Ost­ukrai­ne umset­zen soll. Damit wird sug­ge­riert, dass Mos­kau eine Kriegs­par­tei sei und rus­si­sche Trup­pen im Don­bass stün­den, die gegen die Ukrai­ne kämp­fen. Abge­se­hen davon, dass die­se Behaup­tung schlicht­weg Hum­bug ist, wer­den in die­sem Nar­ra­tiv die eigent­li­chen Kriegs­par­tei­en in der Ost­ukrai­ne – und damit jene, die die Mins­ker Abkom­men über­haupt umset­zen kön­nen – fahr­läs­sig aus­ge­las­sen.

Wäh­rend also der Russ­land­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung Russ­land als Kon­flikt­par­tei im Don­bass­krieg dar­stellt, bestritt der rus­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ser­gei Schoi­gu im Inter­view mit der ita­lie­ni­schen Il Giorna­le genau das. Er sag­te :

Ich glau­be, eine direk­te Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne ist unmög­lich. Wir tei­len die­sel­ben Wur­zeln, zusam­men haben wir schwie­rigs­te Prü­fun­gen bestan­den und haben im Zwei­ten Welt­krieg Schul­ter an Schul­ter für die Ver­tei­di­gung unse­rer Frei­heit gekämpft. (…) Ich bin (davon) über­zeugt, dass es in unse­rer gemein­sa­men his­to­ri­schen Erin­ne­rung nie Raum für Kon­fron­ta­ti­on und Feind­se­lig­keit geben wird.

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Das klingt ganz anders als die kon­fron­ta­ti­ve Hal­tung der ukrai­ni­schen Regie­rung und ihrer Unter­stüt­zer in Euro­pa, den USA und Kana­da. Es ist ein wich­ti­ges und rich­ti­ges Zei­chen zur Bereit­schaft der Dees­ka­la­ti­on aus Mos­kau. Nicht nur, was die Ost­ukrai­ne betrifft, wo ent­ge­gen der vom Wes­ten pro­pa­gier­ten Mei­nung Russ­land ledig­lich als Schutz­macht der selbst­aus­ge­ru­fe­nen Volks­re­pu­bli­ken Donezk und Lug­ansk auf­tritt, son­dern im psy­cho­lo­gi­schen Kon­text des Bru­der­krie­ges in den Köp­fen der Ukrai­ner und Rus­sen. Was den Krieg im Don­bass betrifft, mach­te Schoi­gu indes­sen klar, dass “nur die bedin­gungs­lo­se Umset­zung des Mins­ker Abkom­mens sei­tens der Ukrai­ne die Ent­ste­hung einer Situa­ti­on ver­hin­dern kann, die das Risi­ko birgt, dass es zu einem Geno­zid an der rus­si­schen Bevöl­ke­rung kommt”.

RT Deutsch


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