Russland eröffnet Weltmeisterschaft mit rekordverdächtigem 5:0-Sieg gegen Saudi-Arabien


Es stan­den sich zwei Mann­schaf­ten gegen­über, die größ­ten­teils aus Spie­lern der jeweils hei­mi­schen Liga bestehen. Im Vor­feld der Par­tie schlu­gen die rus­si­schen Medi­en eher vor­sich­ti­ge Töne an.

Doch die in rot geklei­de­te Heim­mann­schaft eröff­ne­te das Spiel offen­siv und mit hohem Tem­po. Sau­di-Ara­bi­en zeig­te durch­aus tech­ni­sche Qua­li­tät im Angriffs­spiel, war in der Abwehr jedoch auch auf­grund vie­ler indi­vi­du­el­ler Feh­ler ver­wund­bar.

Das ers­te Tor erziel­te Juri Gazin­ski nach zwölf Minu­ten per Kopf. Golo­win vom rus­si­schen Meis­ter ZSKA Mos­kau, der mit zahl­rei­chen eng­li­schen Top­ver­ei­nen in Ver­bin­dung gebracht wird, berei­te­te es mit einer punkt­ge­nau­en Flan­ke vor.

Der krea­ti­ve Fix­punkt Alan Dsa­go­jew, der bei gro­ßen Tur­nie­ren oft Pech hat­te, muss­te nach nur 20 Minu­ten wegen Ver­dachts auf eine Knie­seh­nen­ver­let­zung aus­ge­wech­selt wer­den ; für ihn kam Denis Tsche­ry­schew vom FC Vil­lar­re­al. 20 Minu­ten spä­ter leg­te Tsche­ry­schew, der selbst eine Sai­son vol­ler Ver­let­zun­gen hin­ter sich hat, per Links­schuss nach fei­ner Kör­per­täu­schung das 2:0 nach.

Die Grü­nen Fal­ken waren in der zwei­ten Halb­zeit zunächst die akti­ve­re Mann­schaft, ohne jedoch akti­ver zu wer­den. Bald jedoch nahm Russ­land die Zügel wie­der in die Hand : Nach einer wei­te­ren Flan­ke von Golo­win erziel­te der ein­ge­wech­sel­te Art­jom Dsju­ba per Kopf das 3:0 — zur sicht­ba­ren Erleich­te­rung des umstrit­te­nen Trai­ners Sta­nis­law Tschertsch­essow.

In der Fol­ge ver­lor Sau­di-Ara­bi­en jeg­li­che Ord­nung, und Tsche­ry­schew erhöh­te in der Schluss­pha­se mit einem sehens­wer­ten Schuss per Außen­rist auf 4:0. Zu guter Letzt stell­te Golo­win per Frei­stoß mit dem letz­ten Ball­kon­takt des Spiels den 5:0-Endstand her.

Nach­dem Russ­land mit sie­ben Spie­len ohne Sie­ge ins Tur­nier gegan­gen war, trifft es nun auf Ägyp­ten und Uru­gu­ay ohne muss sich bezüg­lich der Tor­dif­fe­renz kei­ne all­zu gro­ßen Sor­gen machen, wäh­rend Sau­di-Ara­bi­ens Trai­ner Juan Anto­nio Piz­zi hofft, nicht das­sel­be Schick­sal wie Car­los Alber­to Par­rei­ra zu erlei­den, der bei der WM 1998 in Frank­reich nach zwei Spie­len als Sau­di-Trai­ner ent­las­sen wor­den war. Sau­di-Trai­ner Piz­zi war jeden­falls rest­los bedient und mein­te :

Wir haben nicht ver­lo­ren, weil sie so gut, son­dern weil wir so schlecht waren.

Auch auf der Tri­bü­ne trau­te Kron­prinz Moham­med bin Sal­man sei­nen Augen nicht und muss­te vom rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin fast schon getrös­tet wer­den.

Dop­pel­tor­schüt­ze Denis Tsche­ry­schew hin­ge­gen freu­te sich :

Ich habe nie­mals davon geträumt. Ich bin so hap­py.

Trai­ner Tschertsch­essow sag­te zu dem unver­hoff­ten Sieg :

Gut sein, ist eine Sache. Gut zur rich­ti­gen Zeit zu sein, dar­auf kommt es an.

Die rus­si­schen Spie­ler genos­sen die gro­ße Büh­ne in vol­len Zügen und gin­gen bei “Ros­si­ja, Rossija”-Rufen auf die Ehren­run­de.

So schön der rus­si­sche Som­mer­tag auch war, Tschertsch­essow warn­te vor Über­mut :

Wir haben nur drei Punk­te geholt. Ich erin­ne­re an den Con­fe­de­ra­ti­ons Cup. Dort haben wir das ers­te Spiel gewon­nen, aber es hat uns nicht weit gebracht”, sag­te der frü­he­re Bun­des­li­ga-Tor­wart mit Blick auf das Vor­run­den-Aus im genann­ten Tur­nier.

So dürf­te das nächs­te Grup­pen­spiel gegen Ägyp­ten und Super­star Moha­med Salah schon vor­ent­schei­dend für das Wei­ter­kom­men sein, denn danach war­tet Uru­gu­ay.

Die Erwar­tungs­hal­tung hat sich jeden­falls schlag­ar­tig gedreht.

Ich bin sicher, der Sieg wird sie zu neu­en sport­li­chen Hel­den­ta­ten anspor­nen. Wir erwar­ten von euch neue strah­len­de Sie­ge!”, sag­te Sport­mi­nis­ter Pawel Kolob­kow.

So hoch hat­te seit Ita­li­ens 7:1 gegen die USA vor 84 Jah­ren kei­ne Mann­schaft mehr in einem Eröff­nungs­spiel gewon­nen. Nicht Bra­si­li­en, nicht Argen­ti­ni­en und auch nicht Deutsch­land beim 4:2 gegen Cos­ta Rica zum Start des “Som­mer­mär­chens”.

RT Deutsch


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