Saudi-Arabien : Sechsjähriger am helllichten Tage geköpft


Zaka­ri­ya Badr al-Jabir woll­te gemein­sam mit sei­ner Mut­ter den Schrein des Pro­phe­ten Moham­med in Medi­na besu­chen. Der Taxi­fah­rer nahm ein Stück Glas und stieß die­ses so oft in den Nacken des Kin­des, bis dadurch der Kopf abge­trennt wur­de. Die Mut­ter muss­te bei der Hin­rich­tung ihres Soh­nes zuse­hen, auch ein Poli­zist konn­te die Tat nicht ver­hin­dern.

Shia Rights Watch” (eine Orga­ni­sa­ti­on, die sich für Men­schen schii­ti­schen Glau­bens ein­setzt) bestä­tig­te, dass das Kind ermor­det wur­de. Sau­di-Ara­bi­en ist mehr­heit­lich sun­ni­tisch. Dort gilt der Wah­ha­bis­mus, eine extre­me Form des Islam.

Der mehr­heit­lich schii­ti­sche Iran ver­ur­teil­te die Tat. Der Minis­ter des Rates für Zweck­dien­lich­keit Moh­sen Rezaie schrieb auf sei­ner Insta­gram-Sei­te : 

Von Damas­kus über die Tür­kei bis Medi­na hat das Feu­er der von den Al-Saud (dem sau­di­schen Königs­haus ; Anm.) began­ge­nen Ver­bre­chen, das zunächst vom IS in Damas­kus und Bag­dad, dann durch die bru­ta­le Ermor­dung von Khash­og­gi in der Tür­kei, und heu­te durch die Ent­haup­tung eines unschul­di­gen Kin­des in Medi­na ent­facht wur­de, eine Rei­he von Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit aus­ge­löst, die ihren bös­ar­ti­gen und söld­ner­haf­ten Cha­rak­ter im Diens­te der Fein­de des Islam offen­bart haben. 

Der Taxi­fah­rer soll das Kind aus dem Taxi gezo­gen, eine Glas­fla­sche zer­bro­chen und auf ihn ein­ge­sto­chen haben. Ein Poli­zist sei her­bei­ge­eilt und habe gemein­sam mit der Mut­ter ver­sucht, den Mord zu ver­hin­dern. Aber es war zu spät für das Kind. Der Täter wur­de fest­ge­nom­men. Über den Tat­her­gang gibt es meh­re­re Ver­sio­nen.

Shia Rights Watch beschreibt die Tat wie folgt : 

Die Mut­ter und ihr Sohn nah­men ein Taxi, um den Schrein des Pro­phe­ten Moham­med in Medi­na zu besu­chen. Ein unbe­kann­ter Mann näher­te sich ihnen und frag­te die Mut­ter, als sie am Schrein anka­men, ob sie Schii­tin sei. Die Frau sag­te Ja. Minu­ten nach die­sem Gespräch hielt ein Auto neben der Frau an, ein Mann zog das Kind von ihr weg und griff es mit einer Glas­scher­be an. 

Für die schii­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on ist die Tat ein Beleg für die anhal­ten­den Ver­ge­hen gegen die schii­ti­sche Bevöl­ke­rung Sau­di-Ara­bi­ens. Vie­le der schii­ti­schen Gläu­bi­gen sind bis heu­te im Gefäng­nis, eini­gen von ihnen droht die Todes­stra­fe. Beson­ders im Osten des Lan­des kommt es immer wie­der zu Fest­nah­men von Schii­ten, die gegen ihre Unter­drü­ckung demons­trie­ren.

Die eng­lisch­spra­chi­ge Zei­tung Sau­di Gazet­te schreibt, bei dem Täter habe es sich um einen 35 Jah­re alten Mann gehan­delt, der in einem Café saß, als er auf die Mut­ter und ihren Sohn auf­merk­sam wur­de. Der Mord an dem Jun­gen führ­te zu Soli­da­ri­täts­kund­ge­bun­gen der schii­ti­schen Bevöl­ke­rung in Sau­di-Ara­bi­en. Laut der sau­di­schen Füh­rung litt der Mör­der unter psy­chi­schen Pro­ble­men. 

RT Deutsch


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