Schwerster Ausbruch in Europa” — Erkrankungen und Todesfall durch Stäbchenbakterien in Köln


Nach Anga­ben der Deut­schen Gesell­schaft für Kran­ken­haus­hy­gie­ne fehlt es an einem ver­gleich­ba­ren Fall inner­halb Euro­pas, bis­lang sei “kein schwe­re­rer Fall beschrie­ben wor­den”. Es han­de­le sich um den “schwers­ten Aus­bruch mit die­sem Erre­ger in einer ambu­lan­ten medi­zi­ni­schen Ein­rich­tung über­haupt”. Es han­delt sich um das Bak­te­ri­um Pseu­do­mo­nas aeru­gi­no­sa, ein Stäb­chen­bak­te­ri­um, gegen das kein Anti­bio­ti­kum hilft. Es ist auch als Kran­ken­haus­keim bekannt und kommt in feuch­ten Milieus vor, selbst in destil­lier­tem Was­ser kann es über­le­ben. Die betrof­fe­nen Per­so­nen der Köl­ner Radio­lo­gie­pra­xis, aus der die Kei­me stam­men sol­len, hat­ten sich dort Injek­tio­nen im Bereich der Wir­bel­säu­le ver­ab­rei­chen las­sen. Zunächst hat­te der Köl­ner Stadt­an­zei­ger über die Bak­te­ri­en berich­tet.

Micha­el Her­brik, der Geschäfts­füh­rer des MVZ, der radio­lo­gi­schen Pra­xis im Köl­ner Stadt­zen­trum, in der es zu den Erkran­kun­gen gekom­men sein soll, kom­men­tier­te die Ereig­nis­se :

Im Rah­men von CT-gesteu­er­ten peri­du­ra­len Infil­tra­ti­ons-The­ra­pi­en ist es in einem Zeit­raum von cir­ca zwei­ein­halb Wochen zu Infek­tio­nen mit einem plan­sen­si­blen Erre­ger Pseu­do­mo­nas aeru­gi­no­sa gekom­men.

Die Staats­an­walt­schaft wur­de durch die Pra­xis selbst ein­ge­schal­tet, nach­dem es zu den Krank­heits­mel­dun­gen kam. Die Köl­ner Staats­an­walt­schaft ermit­telt seit­her. Ins­ge­samt wur­den in dem betref­fen­den Zeit­raum 297 Men­schen mit der The­ra­pie behan­delt. Neben 28 erkrank­ten Pati­en­ten gab es einen Todes­fall. Der 84 Jah­re alte Mann hat­te im Rah­men der genann­ten The­ra­pie eine Sprit­ze erhal­ten, es gab Kom­pli­ka­tio­nen und eine Not-Ope­ra­ti­on folg­te. Sei­ne Ehe­frau sag­te :

Als eine Quer­schnitts­läh­mung droh­te, muss­te mein Mann not­ope­riert wer­den.

Eine Betrof­fe­ne schil­dert die Sym­pto­me nach der Sprit­ze :

Schüt­tel­frost, Erbre­chen und Kopf­schmer­zen, wie ich sie noch nie gehabt habe (…).

Sie wur­de in die Not­auf­nah­me gebracht, nach­dem sie nicht mehr rich­tig spre­chen und kaum gehen konn­te. Es wur­de eine Hirn­haut­ent­zün­dung dia­gnos­ti­ziert, ver­schie­de­ne Anti­bio­ti­ka wur­den gegen die Bak­te­ri­en in ihrem Kör­per aus­pro­biert. Mehr­mals kam die Ent­zün­dung zurück.

Die Ursa­che konn­te bis jetzt in der Pra­xis nicht aus­ge­macht wer­den. Der Geschäfts­füh­rer der Pra­xis ver­si­chert : 

Sofern unse­ren Pati­en­ten durch ein Ver­schul­den der Pra­xis ein Scha­den ent­stan­den ist, wer­den wir für die­sen ein­ste­hen.

RT Deutsch


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