Soziologe Frank Furedi : “Mitarbeiter von Soros-NGOs prahlten mit Staatsstreichen”

Der poli­tisch dem klas­sisch-libe­ra­len Spek­trum zuzu­ord­nen­de Autor und Sozio­lo­ge Frank Fure­di, der unter ande­rem für den Guar­di­an und das Maga­zin Novo Argu­men­te schreibt, hat den US-ame­ri­ka­ni­schen Mil­li­ar­där und Phil­an­thro­pen Geor­ge Soros in einem Arti­kel für den Tele­graph ange­grif­fen.

Fure­di, frü­her als Sozio­lo­gie an der Uni­ver­si­ty of Kent in Can­ter­bu­ry tätig, hat unter dem Ein­druck der jüngs­ten Ankün­di­gung des als Mäzen links­li­be­ra­ler Anlie­gen bekann­ten Soros, umge­rech­net mehr als 400.000 Euro für eine Kam­pa­gne gegen den Brex­it zur Ver­fü­gung zu stel­len, über Akti­vis­ten berich­tet, die für den Mil­li­ar­där arbei­ten.

Die­se “Mis­sio­na­re” hät­ten bei einem pri­va­ten Mit­tag­essen mit Fure­di die­sem gegen­über damit geprahlt, Regie­run­gen gestürzt zu haben.

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Die jüngs­te Initia­ti­ve Soros’, die bri­ti­sche Regie­rung in Bedräng­nis zu brin­gen und ein neu­es Brex­it-Refe­ren­dum zu erzwin­gen, füge sich in die­se Beob­ach­tung. Fure­di deu­tet an, der Mil­li­ar­där offen­ba­re ein sehr gespann­tes Ver­hält­nis zu Ent­schei­dun­gen, die Stimm­bür­ger in frei­er Wahl getrof­fen hät­ten :

Soros denkt, dass, wenn Men­schen falsch gewählt hät­ten, er dazu beru­fen sei, ihre Ent­schei­dun­gen wie­der umzu­wer­fen. […] Soros glaubt nicht an die Legi­ti­mi­tät von Gren­zen oder die Auto­ri­tät natio­na­ler Elek­to­ra­te. In Kon­se­quenz dar­aus fühlt er sich dazu ermäch­tigt, das poli­ti­sche Schick­sal von Gesell­schaf­ten auf der gan­zen Welt zu beein­flus­sen und wenn mög­lich zu steu­ern.

Arrogantes Ethos” des Soros-Netzwerks

Fure­dis Zusam­men­tref­fen mit der “Soros-Gemein­de” habe 2013 in Ungarn im Rah­men eines Jugend­aus­tau­sches der Open Socie­ty statt­ge­fun­den. Damals wären so genann­te zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re aus aller Welt ange­reist :

Die meis­ten davon waren smar­te, idea­lis­ti­sche jun­ge Men­schen, die dazu ent­schlos­sen schie­nen, die Welt zu einem bes­se­ren Ort zu machen. Mei­ne ein­zi­ge Besorg­nis bezüg­lich der Zusam­men­kunft war, dass die­se ihre Teil­neh­mer als eine Grup­pe demo­kra­ti­scher Mis­sio­na­re betrach­te­te, die zurück nach Hau­se gehen soll­ten, um eine fro­he Bot­schaft zu ver­kün­den.

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Die Kehr­sei­te die­ses Enthu­si­as­mus sei aber schon wenig spä­ter abseits des Pro­to­kolls zuta­ge getre­ten. So schil­dert Fure­di :

Es war spä­ter wäh­rend des Mit­tag­essens in einem vor­neh­men Buda­pes­ter Hotel, dass ich der vol­len Kraft des arro­gan­ten Ethos begeg­nen soll­te, das vom Soros-Orga­ni­sa­ti­ons­netz­werk aus­geht. An mei­nem Tisch lausch­te ich nie­der­län­di­schen, ame­ri­ka­ni­schen, bri­ti­schen, ukrai­ni­schen und unga­ri­schen Ver­tre­tern von Soros-NGOs, wie sie sich ihrer Errun­gen­schaf­ten rühm­ten. Eini­ge behaup­te­ten, sie hät­ten eine grö­ße­re Rol­le wäh­rend des Ara­bi­schen Früh­lings in Ägyp­ten gespielt. Ande­re brach­ten ihren Stolz über ihren Bei­trag zur Demo­kra­ti­sie­rung der Ukrai­ne zum Aus­druck. Eini­ge prahl­ten über ihren Ein­fluss bei der Vor­be­rei­tung des Stur­zes des Gad­da­fi-Regimes in Liby­en.

Fure­di erklärt, still dabei­ge­ses­sen zu sein und sich unwohl gefühlt zu haben in einer Grup­pe von Men­schen, die “auf so bei­läu­fi­ge Wei­se davon aus­ge­hen, sie hät­ten das Recht, in aller Welt Gott zu spie­len”. Eine unga­ri­sche Lei­te­rin einer Soros-NGO habe ihn gefragt, was Fure­di denn von ihrer Arbeit hal­te. Die­ser gab nach eige­nen Anga­ben höf­lich zu ver­ste­hen, er sei sich nicht sicher, ob es legi­tim wäre, geschwei­ge denn funk­tio­nie­ren wür­de, deren [der Soros-NGOs] Vor­stel­lung von Demo­kra­tie dem liby­schen Volk auf­zu­drü­cken.

Man kann nicht warten, bis Libyen seinen eigenen Jefferson hervorbringt”

Sein Gegen­über habe ihm dann ohne zu zögern geant­wor­tet :

Ich glau­be nicht, dass wir uns den Luxus leis­ten kön­nen, dar­auf zu war­ten, bis das liby­sche Volk sei­nen eige­nen [frü­he­ren US-Prä­si­den­ten Tho­mas] Jef­fer­son her­vor­bringt.

Fure­di erin­ner­te sich, auf­ge­schreckt gewe­sen zu sein durch den “her­ri­schen Ton, in dem sie mich dar­über belehr­te, wie man in Län­dern wie Liby­en die Rol­le Jef­fer­sons aus­zu­fül­len habe”.

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Sie­ben Jah­re nach dem durch die NATO unter­stütz­ten Sturz des lang­jäh­ri­gen Staats­chefs Muammar al-Gad­da­fi ist Liby­en nach wie vor ein Fai­led Sta­te, in dem meh­re­re Regie­run­gen die Macht für sich bean­spru­chen, radi­kal-isla­mi­sche Ter­ror­grup­pen gan­ze Land­stri­che domi­nie­ren, Schwarz­afri­ka­ner offen auf Skla­ven­märk­ten gehan­delt wer­den und kri­mi­nel­le Men­schen­schmugg­ler sat­te Pro­fi­te damit machen, ille­ga­le Ein­wan­de­rer auf dem See­weg nach Euro­pa zu brin­gen — nicht sel­ten mit­hil­fe von NGOs, die Ver­bin­dun­gen zu Soros auf­wei­sen. 

Antisemitismus-Vorwurf gegen Soros-Kritiker geht ins Leere

Fure­di, der eben­so wie Soros aus einer unga­risch-jüdi­schen Fami­lie stammt, wies auch Vor­wür­fe an die Kri­ti­ker des US-Mil­li­ar­därs zurück, die­se wären von anti­se­mi­ti­schen Res­sen­ti­ments getrie­ben.

Ich bin bestürzt dar­über, dass man­che ver­su­chen, Soros-Kri­ti­ker als anti­jü­disch zu brand­mar­ken”, schrieb Fure­di. “Dem Anlie­gen, den Anti­se­mi­tis­mus zu bekämp­fen, ist mit einer sol­chen oppor­tu­nis­ti­schen Ver­wen­dung des Begriffs schlecht gehol­fen.”

Wäh­rend er, Fure­di, “die meis­ten [sei­ner unga­risch-jüdi­schen] Fami­li­en­mit­glie­der im Holo­caust ver­lo­ren [hat]”, habe Soros über­lebt, indem er sich als das offi­zi­el­le christ­li­che Paten­kind eines unga­ri­schen Beam­ten aus­gab, den er auf sei­nen Tou­ren beglei­tet hät­te, auf denen es dar­um gegan­gen wäre, Eigen­tum von Juden zu beschlag­nah­men, die nicht so gute Bezie­hun­gen zur Obrig­keit gehabt hät­ten.

RT Deutsch

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