Tödliche Messerattacke in Chemnitz : Beide Tatverdächtigen fordern Freilassung aus U-Haft


Die Hin­ter­grün­de der töd­li­chen Mes­ser­at­ta­cke in der säch­si­schen Stadt Chem­nitz (rund 243.000 Ein­woh­ner) sind immer noch unklar. Der 35-jäh­ri­ge Dani­el H. wur­den früh­mor­gens am letz­ten August­sonn­tag am Ran­de eines Stadt­fes­tes Opfer einer Mes­ser­ste­che­rei. Zwei wei­te­re Deut­sche wur­den teils schwer ver­letzt. Die Behör­den mach­ten bis­lang kei­ne genau­en Anga­ben zum Her­gang des Angriffs. Ein Syrer und ein Ira­ker sit­zen seit rund zwei Wochen als Ver­däch­ti­ge in Unter­su­chungs­haft. Ihnen sowie einem wei­te­ren flüch­ti­gen Ira­ker wird gemein­schaft­li­cher Tot­schlag vor­ge­wor­fen.

Bei­de Män­ner for­dern aber nun ihre Frei­las­sung aus der U-Haft. Bei­de Tat­ver­däch­ti­gen hät­ten über ihre Anwäl­te Anträ­ge auf Haft­prü­fung gestellt, sag­te eine Spre­che­rin der Staats­an­walt­schaft Chem­nitz am Frei­tag. Die Haft­prü­fungs­ter­mi­ne am Amts­ge­richt Chem­nitz sei­en für kom­men­de Woche anbe­raumt.

Aus­sa­gen eines Tat­ver­däch­ti­gen zum Her­gang des Angriffs auf­ge­taucht

Inzwi­schen kamen Medi­en­be­rich­te dar­über auf, dass einer der Ver­däch­ti­gen, der Ira­ker You­sif A., die Tat­be­tei­li­gung bestrei­te. Nach einem Bericht des NDR soll der 22-Jäh­ri­ge gegen­über dem Lei­ter der Rechts­ab­tei­lung der ira­ki­schen Bot­schaft, der ihn im Gefäng­nis besucht habe, sei­ne Unschuld beteu­ert haben. So soll er ange­ge­ben haben, er sei an der Aus­ein­an­der­set­zung in Chem­nitz, bei der der 35-jäh­ri­ge Dani­el H. getö­tet wor­den war, nicht betei­ligt gewe­sen. Er habe meh­re­re Meter abseits gestan­den. Sei­ne Aus­sa­ge soll laut NDR auch ein Zeu­ge bestä­tigt haben.

Vor dem töd­li­chen Streit soll der 22-Jäh­ri­ge mit sei­nen Freun­den Far­had A. und Alaa S., der eben­falls in U-Haft sitzt, an dem Abend in einer Shi­sha-Bar in Chem­nitz gewe­sen und gegen 2.30 Uhr mor­gens zu einem Döner-Imbiss gegan­gen sein. Unter­wegs hät­ten die Drei eine Grup­pe von Män­nern getrof­fen, dar­un­ter auch das spä­te­re Opfer Dani­el H.

Anwalt des 22-jäh­ri­gen You­sif A. sieht kei­ne Bewei­se für den Tat­ver­dacht

Laut NDR habe You­sif A. aus­ge­sagt, Far­had A. sei zu der Grup­pe gegan­gen, um nach Feu­er für eine Ziga­ret­te zu fra­gen. Da soll es dann zu einem Streit gekom­men sein, den You­sif A. aber habe schlich­ten kön­nen. Spä­ter sei­en aus dem Döner-Laden meh­re­re ande­re Män­ner gekom­men, mit denen Far­had A. noch­mals zu der Grup­pe um Dani­el H. zurück­ge­kehrt sei. Kurz dar­auf sei es zu einer Aus­ein­an­der­set­zung gekom­men, die in einer Mes­ser­ste­che­rei ende­te. Er selbst habe abseits gestan­den und sei unbe­tei­ligt gewe­sen, so You­sif A. Der nun flüch­ti­ge Ira­ker soll ihm unmit­tel­bar nach dem Streit ein blut­ver­schmier­tes Mes­ser gezeigt haben, wonach sie dann in unter­schied­li­che Rich­tun­gen geflüch­tet sei­en.

Der Anwalt des 22-jäh­ri­gen Ver­däch­ti­gen, Straf­ver­tei­di­ger Ulrich Dost-Roxin, erklär­te, dass sich ein Tat­ver­dacht gegen sei­nen Man­da­ten nicht bele­gen las­se. Beweis­mit­tel, die mit hoher Wahr­schein­lich­keit bele­gen wür­den, dass die Per­son die Straf­tat began­gen hat, exis­tier­ten nicht. Inzwi­schen wur­de die Auf­he­bung des Haft­be­fehls bean­tragt. Die Staats­an­walt­schaft Chem­nitz woll­te dem NDR-Bericht zufol­ge mit Ver­weis auf die lau­fen­den Ermitt­lun­gen kei­ne Anga­ben zu den kon­kre­ten Grün­den für den Haft­be­fehl machen.

RT Deutsch


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