Türkischer Einmarsch in Syrien erntet weltweit Kritik


Ges­tern haben die tür­ki­schen Streit­kräf­te eine Offen­si­ve gegen die kur­di­schen Stel­lun­gen im Nor­den Syri­ens ein­ge­lei­tet. Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan erklär­te, Ziel der Ope­ra­ti­on, die er “Frie­dens­früh­ling” tauf­te, sei es, kur­di­sche und IS-Käm­per zu bekämp­fen sowie die “ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät Syri­ens zu schüt­zen”.

Doch die syri­sche Regie­rung reagier­te hef­tig auf den ekla­tan­ten Ver­stoß der syri­schen Sou­ve­rä­ni­tät durch tür­ki­sche Trup­pen. Wie die Nach­rich­ten­agen­tur Sput­nik berich­te­te, erklär­te das Außen­mi­nis­te­ri­um in Damas­kus :

Syri­en ver­ur­teilt scharf die unver­ant­wort­li­chen und aggres­si­ven Inten­tio­nen des tür­ki­schen Regimes sowie des­sen Trup­pen­kon­zen­tra­ti­on an der syri­schen Gren­ze, die einen schänd­li­chen Bruch des inter­na­tio­na­len Rechts und von UN-Reso­lu­tio­nen dar­stellt, die Syri­ens Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät respek­tie­ren.

Der Erklä­rung zufol­ge lege Anka­ra expan­sio­nis­ti­sche Bestre­bun­gen an den Tag, die unter kei­nen Umstän­den zu recht­fer­ti­gen sei­en.

Die Erklä­rung der Tür­kei zur Grenz­si­cher­heit wird durch die Tat­sa­che wider­legt, dass sie im Wider­spruch zum Ada­na-Abkom­men steht : Hät­te die Tür­kei das Abkom­men befolgt, dann hät­te es die Sicher­heit ihrer Gren­zen gewähr­leis­ten kön­nen”, erklär­te Damas­kus.

Im Ada­na-Abkom­men, dass die Tür­kei und Syri­en im Jahr 1999 abge­schlos­sen hat­ten, ver­pflich­te­te sich Syri­en, die Akti­vi­tä­ten der von der Tür­kei als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuf­ten PKK zu unter­bin­den. Im Gegen­satz zu den Erklä­run­gen eini­ger tür­ki­schen Inter­net­ak­ti­vis­ten ent­hält das Abkom­men jedoch kei­ne Klau­sel, die es Anka­ra erlau­ben wür­de, eine Sicher­heits­zo­ne auf syri­schem Staats­ge­biet zu unter­hal­ten.

Auch bei unbe­tei­lig­ten Staa­ten sto­ßen die Aktio­nen der tür­ki­schen Regie­rung auf Ableh­nung. Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas ver­ur­teil­te die Offen­si­ve auf Twit­ter und rief Anka­ra dazu auf, sie ein­zu­stel­len. 

Frank­reich ver­ur­teil­te eben­falls Anka­ras Ein­marsch in Syri­en, eben­so wie der ita­lie­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent.

Der nie­der­län­di­sche Außen­mi­nis­ter Stef Blok berief den tür­ki­schen Bot­schaf­ter ein und erklär­te, dass Ams­ter­dam “die tür­ki­sche Offen­si­ve im Nord­os­ten Syri­ens ver­ur­teilt”. Der däni­sche Außen­mi­nis­ter Jep­pe Kofod nann­te den Schritt “eine bedau­er­li­che und fal­sche Ent­schei­dung” und erklär­te, dass die Tür­kei “Zurück­hal­tung” üben müs­se.

Eine Grup­pe von US-Sena­to­ren bei­der Par­tei­en erklär­te, dass sie an einem Geset­zes­ent­wurf arbei­ten, der ver­hee­ren­de Sank­tio­nen gegen die Tür­kei vor­sieht.

Das ira­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um erklär­te, dass die tür­ki­sche Armee unver­züg­lich ihre Angrif­fe ein­stel­len und sich zurück­zie­hen müs­se.

RT Deutsch


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