Verdacht auf „Einflussagenten Moskaus“: Gauland bat um Gespräch mit Verfassungsschutzpräsidenten


Zuletzt sorg­ten bestä­tig­te Berich­te für Auf­se­hen, dass sich die ehe­ma­li­ge AfD-Che­fin Frau­ke Petry und der Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent Hans-Georg-Maaßen vor etwa drei Jah­ren zwei­mal zu einem per­sön­li­chen Gespräch tra­fen. Aus dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hieß es dazu :

Es gab ins­ge­samt zwei Gesprä­che zwi­schen Herrn Dr. Maaßen und Frau Dr. Petry.

In die­sem Zusam­men­hang wur­den Mut­ma­ßun­gen ange­stellt, wonach Maaßen Petry Hin­wei­se gege­ben habe, wie die Par­tei einer Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz ent­ge­hen kön­ne. Die­ser Vor­wurf wur­de aus dem Minis­te­ri­um eben­so demen­tiert, wie der Ver­dacht, wonach sich der Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent zu einem Aus­schluss­ver­fah­ren gegen den umstrit­te­nen AfD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den im Thü­rin­ger Land­tag Björn Höcke geäu­ßert habe. Der Ver­fas­sungs­schutz­chef habe „kei­ne Emp­feh­lun­gen oder Rat­schlä­ge hin­sicht­lich des Umgangs mit Per­so­nen oder Strö­mun­gen der AfD gege­ben“, hieß es aus dem Innen­res­sort.

Nun trat der AfD-Par­tei- und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Alex­an­der Gau­land an die Öffent­lich­keit, um sei­nen Aus­tausch mit dem Behör­den­lei­ter Maaßen zu bestä­ti­gen.

Ja, ich habe ein Gespräch mit Herrn Maaßen geführt. Ich hat­te ein kon­kre­tes Anlie­gen. Es gab den Ver­dacht, dass wir in der Frak­ti­on einen Ein­fluss­agen­ten Mos­kaus hät­ten. Das woll­te ich klä­ren. Herr Maaßen hat mir nach einer gewis­sen Prü­fung gesagt, dass da nichts dran ist“, erklär­te Gau­land am Sams­tag gegen­über den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

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Die Nach­fra­ge, ob er sich auch Tipps geholt habe, ver­nein­te Gau­land :

Um Got­tes Wil­len ! Es wäre mir pein­lich, mit Herrn Maaßen so etwas zu bespre­chen. 

Auf die Fra­ge, wie vie­le Rechts­ex­tre­me der Ver­fas­sungs­schutz in der Par­tei ent­de­cken könn­te, beton­te er :

Es gibt in der AfD kei­ne Rechts­ex­tre­men.

Über­dies hal­te er Behaup­tun­gen für frei erfun­den, der Behör­den­lei­ter habe der dama­li­gen AfD-Vor­sit­zen­den Petry Rat­schlä­ge gege­ben, wie die AfD einer Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz ent­ge­hen kön­ne.

Ich schät­ze Herrn Maaßen als objek­ti­ven Spit­zen­be­am­ten.

Auch das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) und das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um haben die ent­spre­chen­de Dar­stel­lung einer frü­he­ren AfD-Funk­tio­nä­rin zurück­ge­wie­sen.

Ins­ge­samt habe Maaßen seit sei­nem Amts­an­tritt im August 2012 etwa „196 Gesprä­che mit Poli­ti­kern der CDU/CSU, SPD, Grü­ne, Lin­ke, FDP und AfD“ geführt, bestä­tig­te das Innen­mi­nis­te­ri­um. Inhalt­lich sei es „um Fra­gen der Gefähr­dungs­ein­schät­zung“ und um „einen all­ge­mei­nen Aus­tausch“ gegan­gen. Ein BfV-Spre­cher sag­te : „Selbst­ver­ständ­lich hegt Herr Dr. Maaßen kei­ner­lei poli­ti­sche Sym­pa­thie für die AfD.“

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(dpa/rt deutsch)

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