Verteidigungsminister : Großbritannien setzt nach Brexit auf “harte” Politik gegen Russland & China


Der Bre­x­it hat uns zu einem gro­ßen Moment in unse­rer Geschich­te geführt. Es ist ein Moment, in dem wir unse­re glo­ba­le Prä­senz stär­ken, unse­re Leta­li­tät erhö­hen und unse­re Mas­se erhö­hen müs­sen”, wur­de der bri­ti­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Wil­liam­son vor sei­ner Grund­satz­re­de über die künf­ti­ge glo­ba­le Rol­le des bri­ti­schen Mili­tärs zitiert.

Sei­ner Mei­nung nach sol­len sich die Gren­zen zwi­schen Frie­den und Krieg ver­wi­schen. Des­halb müs­se Groß­bri­tan­ni­en bereit sein, “har­te Macht zur Unter­stüt­zung unse­rer Inter­es­sen zu nut­zen”.

Groß­bri­tan­ni­en befin­det sich inmit­ten sei­ner schwers­ten poli­ti­schen Kri­se seit dem Zwei­ten Welt­krieg, da sich die bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May bemüht, noch in letz­ter Minu­te ein Aus­tritts­ab­kom­men mit der Euro­päi­schen Uni­on zu unter­zeich­nen, was der poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Inte­gra­ti­on Lon­dons in Euro­pe ein Ende set­zen soll.

Wir kön­nen neue Alli­an­zen auf­bau­en, alte wie­der auf­le­ben las­sen und vor allem deut­lich machen, dass wir das Land sind, das bei Bedarf han­deln wird. Und eine Nati­on, an die sich das Volk wen­den kann, wenn die Welt Füh­rung braucht”, bemerk­te Wil­liam­son.

Bri­ti­sche Medi­en berich­ten, dass Wil­liam­son die ers­te Mis­si­on des neu­en bri­ti­schen Flug­zeug­trä­gers HMS Queen Eliza­beth bekannt­ge­ben wird. Schon bald soll das Schiff im öst­li­chen Mit­tel­meer­raum und im Pazi­fik­raum anzu­fin­den sein. Der Flug­zeug­trä­ger wird mit zwei Staf­feln von bri­ti­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen F-35-Kampf­jets aus­ge­rüs­tet.

In die­sem Zusam­men­hang beschwört Groß­bri­tan­ni­en sei­ne Alli­anz mit den USA. Laut Reu­ters möch­te Lon­don eben­falls sei­ne Rol­le als NATO-Mit­glied erns­ter neh­men und här­ter gegen die ver­meint­li­che “rus­si­sche Pro­vo­ka­ti­on” vor­ge­hen.

Seit der Ukrai­ne-Kri­se und der rus­si­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung mit der Krim­halb­in­sel 2014 sind die Bezie­hun­gen des Kreml zum Wes­ten ange­spannt. Laut einem Aus­zug aus der Rede von Wil­liam­son, die Reu­ters vor­liegt und die er an das “König­li­che Insti­tut der Ver­ei­nig­ten Streit­kräf­te”, kurz RUSI, in Lon­don rich­te­te, erklär­te der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter :

Eine sol­che Akti­on aus Russ­land muss mit Kos­ten ver­bun­den sein. Zu reden, aber nicht zu han­deln, ris­kiert, dass unse­re Nati­on als wenig mehr als ein Papier­ti­ger ange­se­hen wird.”

Wil­liam­son nann­te den “wie­der­be­leb­ten” zwi­schen­staat­li­chen Wett­be­werb als eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung, die in jüngs­ter Zeit zusam­men mit dem inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus in den Vor­der­grund getre­ten sei. Zu den wei­te­ren besorg­nis­er­re­gen­den Quel­len zähl­te er das “wie­der­auf­le­ben­de” Russ­land, das “sein mili­tä­ri­sches Arse­nal wie­der­auf­baut und ver­sucht, die unab­hän­gi­gen Län­der der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on in sei­ne Umlauf­bahn zu brin­gen”. Er erwähn­te auch Chi­na, das moder­ne mili­tä­ri­sche Fähig­kei­ten und Han­dels­macht ent­wi­ckelt.

In der NATO müs­sen wir uns ent­schie­den gegen die Nicht­ein­hal­tung des INF-Ver­trags durch Russ­land aus­spre­chen und gege­be­nen­falls bereit sein, der Bedro­hung durch neue rus­si­sche Rake­ten­sys­te­me zu begeg­nen. Das Bünd­nis muss sei­ne Fähig­keit ent­wi­ckeln, mit der Art von Pro­vo­ka­tio­nen umzu­ge­hen, die Russ­land uns auf­er­legt”, for­der­te Wil­liam­son.

Der INF-Ver­trag, der 1987 von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und der Sowjet­uni­on unter­zeich­net wur­de und alle kon­ven­tio­nel­len oder nuklea­ren Boden­ra­ke­ten mit einer Reich­wei­te von 310 bis 3.400 Mei­len ver­bot, ist in jüngs­ter Zeit zu einem Streit­punkt zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und deren Ver­bün­de­ten, ein­schließ­lich des Ver­ei­nig­ten König­reichs, auf der einen Sei­te und Russ­land auf der ande­ren Sei­te gewor­den.

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten behaup­ten, dass die Reich­wei­te der rus­si­schen 9M729-Rake­te die ver­trag­li­chen Grenz­wer­te ver­letzt hat, aber Mos­kau weist die Vor­wür­fe zurück. Russ­land wie­der­um hat sich dar­über beschwert, dass die US-Ver­tei­di­gungs­sys­te­me in Euro­pa mit Trä­ger­ra­ke­ten aus­ge­stat­tet wer­den, die in der Lage sind, Marsch­flug­kör­per auf Gebie­te abzu­feu­ern, die laut dem INF-Ver­trag ver­bo­ten sind.

Wäh­rend die Mili­tär­füh­rung des König­reichs mehr Aus­ga­ben befür­wor­tet, stim­men die Wirt­schafts­da­ten Groß­bri­tan­ni­ens eher pes­si­mis­tisch über den Erfolg Lon­dons nach dem Aus­tritt aus der EU. Das bri­ti­sche Office for Natio­nal Sta­tis­tics ver­öf­fent­lich­te, dass die bri­ti­sche Wirt­schaft im vier­ten Quar­tal des ver­gan­ge­nen Jah­res nur noch um 0,2 Pro­zent wuchs, ver­gli­chen mit den 0,6 Pro­zent im vor­an­ge­gan­ge­nen Drei­mo­nats­zeit­raum. Im Monat Dezem­ber sank die Pro­duk­ti­on sogar um 0,4 Pro­zent gegen­über Novem­ber.

Für das Gesamt­jahr 2018 wuchs die Wirt­schaft mit 1,4 Pro­zent auf dem nied­rigs­ten Stand seit 2009, als sie im Zuge der glo­ba­len Finanz­kri­se, die einen Groß­teil des welt­wei­ten Ban­ken­sys­tems in die Knie gezwun­gen hat­te, um 4,2 Pro­zent nach­gab.

RT Deutsch


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