Russland : Nawalnys “Anti-Korruptions-Stiftung” zum ausländischen Agenten erklärt


Die vom rus­si­schen Blog­ger Ale­xei Nawal­ny gegrün­de­te “Anti-Kor­rup­ti­ons-Stif­tung” wur­de in das Regis­ter der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­nom­men, die als aus­län­di­sche Agen­ten fun­gie­ren. Das teil­te das rus­si­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um am Mitt­woch mit. In der Erklä­rung heißt es :

Am 9. Okto­ber wur­de auf der Grund­la­ge des “Föde­ra­len Geset­zes über nicht­kom­mer­zi­el­le Orga­ni­sa­tio­nen” die Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on “Anti-Kor­rup­ti­ons-Stif­tung” vom rus­si­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in das Regis­ter der nicht­kom­mer­zi­el­len Orga­ni­sa­tio­nen ein­ge­tra­gen, die als aus­län­di­sche Agen­ten fun­gie­ren.

Die NGO wies Vor­wür­fe sei­ner Aus­lands­fi­nan­zie­rung zurück. Ihr Lei­ter Iwan Schdanow schrieb auf Twit­ter :

Die Anti-Kor­rup­ti­ons-Stif­tung wird aus­schließ­lich von rus­si­schen Bür­gern finan­ziert. Die Stif­tung hat nie eine aus­län­di­sche Finan­zie­rung erhal­ten.

Er füg­te hin­zu, dass der Ver­such, die Orga­ni­sa­ti­on in das Regis­ter aus­län­di­scher Agen­ten auf­zu­neh­men, “ein wei­te­rer Ver­such ist, die Anti-Kor­rup­ti­ons-Stif­tung zu ersti­cken”.

Laut dem Gesetz müs­sen gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen, die auf der Lis­te der aus­län­di­schen Agen­ten ste­hen, alle sechs Mona­te einen Bericht über ihre Tätig­keit und ihr Manage­ment sowie jedes Jahr einen Bericht über ihre finan­zi­el­le Tätig­keit vor­le­gen. Sie sind außer­dem ver­pflich­tet, sich jedes Jahr einem Audit zu unter­zie­hen und den Medi­en alle sechs Mona­te einen Bericht über ihre Tätig­keit vor­zu­le­gen.

Anfang August lei­te­te der rus­si­sche Unter­su­chungs­aus­schuss ein Straf­ver­fah­ren wegen der Finan­zie­rung der “Anti-Kor­rup­ti­ons-Stif­tung” ein. Den Ermitt­lun­gen zufol­ge erhiel­ten Per­so­nen, die eine direk­te Ver­bin­dung zur NGO haben, im Zeit­raum von Janu­ar 2016 bis Dezem­ber 2018 auf unge­setz­li­che Wei­se erheb­li­che Geld­be­trä­ge in rus­si­scher und aus­län­di­scher Wäh­rung und lega­li­sier­ten sie spä­ter für die Finan­zie­rung der Stif­tung.

Mehr zum The­ma — Rus­si­sche Jus­tiz wirft Nawal­ny-Stif­tung Geld­wä­sche vor

RT Deutsch


Die Welt ist nicht genug : US-Militär verschleiert Zahl der ausländischen Militärbasen


Nach offi­zi­el­len Anga­ben des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums ist US-Mili­tär­per­so­nal an 4.775 “Stand­or­ten” über die 50 eige­nen US-Bun­des­staa­ten und acht US-Ter­ri­to­ri­en ver­teilt. Davon ent­fie­len dem­nach 514 Mili­tär­ba­sen auf 45 Län­der außer­halb der eige­nen Gren­zen. Nach Anga­ben von David Vine, Pro­fes­sor an der Washing­ton Uni­ver­si­ty und Autor von “Base Nati­on : How U.S. Mili­ta­ry Bases Abroad Harm Ame­ri­ca and the World, sind die Anga­ben des World­wi­de Pro­per­ty Port­fo­lio jedoch aller­dings alles ande­re als akku­rat.

Das US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um unter­hal­te “hun­der­te von Basen, die nicht in der offi­zi­el­len Lis­te ste­hen”, lau­tet unter ande­rem des­sen Vor­wurf.

Jüngs­tes Bei­spiel für den frag­wür­di­gen Umgang mit Zah­len ist dem­zu­fol­ge der von US-Prä­si­dent Donald Trump for­cier­te Abzug der – offi­zi­ell – 2.000 US-Sol­da­ten aus Syri­en. Dadurch erhielt auch die US-Mili­tär­ba­sis al-Tanf eine gewis­se öffent­li­che Auf­merk­sam­keit. Dumm nur, dass die nach Pen­ta­gon-Anga­ben größ­te und im Jahr 2015 eröff­ne­te US-Basis in Syri­en mit Hun­der­ten Sol­da­ten nicht offi­zi­ell als sol­che auf­ge­führt wird.

Dies geht dem­zu­fol­ge aus den jüngs­ten Anga­ben des Base Struc­tu­re Report (BSR) her­vor, in dem al-Tanf kei­ne Erwäh­nung fin­det. Genau­so wie die wei­te­ren US-Basen in Syri­en oder dem Irak oder Afgha­ni­stan oder Niger oder Tune­si­en oder Kame­run oder Soma­lia.

Oder eine belie­bi­ge Anzahl von Orten, an denen sol­che mili­tä­ri­schen Außen­pos­ten bekann­ter­ma­ßen exis­tie­ren und sogar, anders als in Syri­en, expan­die­ren.”

Das ent­spricht nicht gera­de dem mili­tä­ri­schen Ansatz des “light foot­print”, dem man nach Pen­ta­gon-Anga­ben in Afri­ka ver­folgt.

Die feh­len­den Stand­or­te spie­geln den Man­gel an Trans­pa­renz wider, der mit dem Sys­tem der, wie ich schät­ze, immer noch rund 800 US-Basen außer­halb der 50 Staa­ten und Washing­ton, D.C., die seit dem Zwei­ten Welt­krieg die Erde umkrei­sen, ver­bun­den ist”, zeigt sich Exper­te Vine über­zeugt, der auch Grün­dungs­mit­glied der Over­se­as Base Rea­lign­ment and Clo­sure Coali­ti­on ist, einer Grup­pe von Mili­tär­ana­lys­ten, die sich dafür ein­set­zen, den glo­ba­len “Foot­print” des US-Mili­tärs zu redu­zie­ren.

150 Mil­li­ar­den US-Dol­lar für Unter­hal­tungs­kos­ten und Betrieb der Stütz­punk­te

Doch war­um die Geheim­nis­krä­me­rei über die Zahl der Mili­tär­ba­sen im Aus­land ?

Der Grund für die Geheim­hal­tung besteht haupt­säch­lich dar­in, die innen­po­li­ti­sche Debat­te über die damit ver­bun­de­nen Gel­der, Gefah­ren und den Tod zu ver­hin­dern sowie diplo­ma­ti­sche Span­nun­gen und inter­na­tio­na­le Unter­su­chun­gen zu ver­mei­den”, ist sich der Mili­tär­ana­lyst sicher.

Tat­säch­lich sind bereits die offi­zi­el­len Anga­ben zu den Unter­hal­tungs­kos­ten für den Ein­satz der US-Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen im Aus­land und den Betrieb der aus­län­di­schen Stütz­punk­te enorm : 150 Mil­li­ar­den US-Dol­lar lässt man sich die ver­meint­lich auf­ge­zwun­ge­ne Rol­le als “Welt­po­li­zist” jähr­lich kos­ten.

Nicht doku­men­tier­te Basen sind immun gegen die Auf­sicht durch die Öffent­lich­keit und oft sogar den Kon­gress”, erläu­tert Vine.

Basen sind eine phy­si­sche Mani­fes­ta­ti­on der US-Außen- und Mili­tär­po­li­tik, so dass Off-The-Book-Basen [nicht offi­zi­ell auf­ge­lis­te­te Basen] bedeu­ten, dass Mili­tär und Exe­ku­ti­ve ohne öffent­li­che Debat­te über eine sol­che Poli­tik ent­schei­den, häu­fig Hun­der­te von Mil­lio­nen oder Mil­li­ar­den Dol­lar aus­ge­ben und die USA mög­li­cher­wei­se in Krie­ge und Kon­flik­te ver­wi­ckeln, über die der größ­te Teil des Lan­des nichts weiß.

Zum Ver­gleich : Nach Anga­ben der Over­se­as Base Rea­lign­ment and Clo­sure Coali­ti­on stel­len die Ver­ei­nig­ten Staa­ten bis zu 95 Pro­zent der aus­län­di­schen Mili­tär­ba­sen welt­weit, wäh­rend Län­der wie Frank­reich, Russ­land und das Ver­ei­nig­te König­reich jeweils zehn bis 20 aus­län­di­sche Mili­tär­stütz­punk­te ihr Eigen nen­nen. Das als neue geo­po­li­ti­sche Bedro­hung aus­ge­mach­te Chi­na besitzt nur eine Mili­tär­ba­sis außer­halb der eige­nen Gren­zen. Im Gegen­satz zu den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist die Macht Pekings vor allem öko­no­mi­scher Natur.

Stand­or­te” in 164 Län­dern — Begriff “Stand­ort” nicht aber klar defi­niert

Laut US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ver­fü­ge man über “Stand­or­te” in 164 Län­dern. Das ent­spricht etwa 85 Pro­zent der Staa­ten welt­weit. Die Zahl wur­de aller­dings aktua­li­siert, nach­dem Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­lis­ten ans Werk gegan­gen waren, um die Öffent­lich­keit an ihren Erkennt­nis­sen teil­ha­ben zu las­sen.

Wir schät­zen Ihre Sorg­falt, der Sache auf den Grund zu gehen. Dank Ihrer Beob­ach­tun­gen haben wir defense.gov [die Web­sei­te des US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums] aktua­li­siert, um ‘mehr als 160’ zu sagen”, gab Oberst­leut­nant Bald­an­za zu Pro­to­koll.

US-Basen im Aus­land kos­ten mehr als 50 Mil­li­ar­den Dol­lar pro Jahr für Bau und War­tung, das ist Geld, das ver­wen­det wer­den könn­te, um den drin­gen­den Bedarf zu Hau­se in Bil­dung, Gesund­heits­ver­sor­gung, Woh­nen und Infra­struk­tur zu decken”, betont Vine.

Auch unklar lässt das Pen­ta­gon, wie es den Begriff “Stand­ort” defi­niert. Die Zahl 164 ent­spricht in etwa der aktu­el­len Per­so­nal­sta­tis­tik des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, die Per­so­nal­ein­sät­ze unter­schied­li­cher Grö­ße in 166 “über­see­ischen” Orten auf­weist. Dar­un­ter befin­den sich dem­zu­fol­ge eini­ge Staa­ten mit nur einer sym­bo­li­schen Anzahl von US-Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen und ande­re, wie Irak und Syri­en, wo die Grö­ße der Trup­pe offen­sicht­lich weit­aus grö­ßer war. Die “Über­see-Tabel­le” des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums lis­tet dabei auch Trup­pen in US-Ter­ri­to­ri­en wie Ame­ri­ka­nisch-Samoa, Puer­to Rico, den U.S. Vir­gin Islands und Wake Island auf.

Mehr zum The­ma — Bra­si­li­ens neu­er Prä­si­dent : Für US-Mili­tär­ba­sen und Waf­fen, gegen Arbeits­rech­te und Sozia­lis­mus

Kuri­os wird es, wenn Dut­zen­de US-Sol­da­ten nach Anga­ben des Pen­ta­gon im exo­ti­schen anmu­ten­den Land “Akro­ti­ri” sta­tio­niert sind. Wer nun den Glo­bus oder sein altes Erd­kun­de­buch bemü­hen soll­te, wird jedoch nicht fün­dig wer­den, denn bei Akro­ti­ri han­delt es sich um ein Dorf auf der Insel San­to­ri­ni.

Bei wei­te­ren immer­hin über 44.000 eige­nen Sol­da­ten ist deren Stand­ort auch gleich offi­zi­ell “unbe­kannt”.

Doch auch bei der Loka­li­sie­rung der Stand­or­te ziert sich das Pen­ta­gon, exak­te Zah­len zu nen­nen. Ange­bo­ten wird auf der neu­en Web­sei­te des US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums die Anga­be von “4.800+ Ver­tei­di­gungs­stand­or­ten” auf der gan­zen Welt. Auf den Wider­spruch zu der im Base Struc­tu­re Report (BSR) offi­zi­ell genann­ten Zahl von 4.775 auf­merk­sam gemacht, spricht man jetzt von “ca. 4.800 Ver­tei­di­gungs­stand­or­ten”.

Die Anzahl der in der BSR gelis­te­ten Basen hat längst den Bezug zur tat­säch­li­chen Anzahl der US-Basen außer­halb der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­lo­ren. Vie­le, vie­le bekann­te und geheim­nis­vol­le Basen wur­den lan­ge Zeit von der Lis­te gestri­chen,” weiß Vine zu berich­ten.

Ein Para­de­bei­spiel sind dem­zu­fol­ge die mili­tä­ri­schen Außen­pos­ten, die von den USA in ganz Afri­ka auf­ge­baut wer­den. Nach offi­zi­el­len BSR-Anga­ben unter­hält man vor Ort nur eine Hand­voll Stand­or­te, unter ande­rem auf Ascen­si­on Island eben­so wie in Dschi­bu­ti, Ägyp­ten und Kenia. In Wirk­lich­keit wim­melt es in Afri­ka von US-Basen.

Mehr zum The­ma — Krieg ohne Kriegs­er­klä­rung : Die wach­sen­den Ten­ta­kel des US-Mili­tärs in Afri­ka

RT Deutsch


Putin : Russland muss aus Sicherheitsgründen von ausländischen Software-Produkten abrücken


Preview Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat IT-Unter­neh­men in Russ­land auf­ge­ru­fen, auf hei­misch ent­wi­ckel­te Soft­ware umzu­sat­teln. Auf die­se Wei­se kön­ne ver­hin­dert wer­den, dass aus­län­di­sche Pro­duk­te in bestimm­ten Sek­to­ren trotz „hoher Sicher­heits­ri­si­ken“ zum Ein­satz kom­men.
RT Deutsch