Bayern versinkt im Schnee : Katastrophenfall auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen


Bad Tölz-Wolf­rats­hau­sen ist nach den Krei­sen Mies­bach, Berch­tes­ga­de­ner Land und Traun­stein der vier­te Land­kreis in Bay­ern, in dem der Kata­stro­phen­fall aus­ge­ru­fen wur­de. “Die Kata­stro­phen­schutz­be­hör­de koor­di­niert nun die Ein­sät­ze der Ret­tungs- und Ein­satz­kräf­te sowie wei­te­rer Dienst­stel­len und kann gege­be­nen­falls auch noch ein­mal zusätz­li­che Hil­fe zum Bei­spiel von Sei­ten der Bun­des­wehr anfor­dern”, sag­te Land­rat Josef Nie­der­mai­er. (dpa)
Mehr zum The­ma — In den Schnee­mas­sen gefan­gen : Der klei­ne Ort Jachen­au ist von der Außen­welt abge­schnit­ten

RT Deutsch


20 Verletzte bei Unfall mit zwei Pferdekutschen in Bayern


Als die vor­de­re Kut­sche an einem Bahn­über­gang hal­ten muss­te, gin­gen die Pfer­de des hin­te­ren Gespanns aus noch unge­klär­ter Ursa­che durch, wie die Poli­zei mit­teil­te. Die hin­te­re Kut­sche prall­te auf das Gespann davor und kipp­te mit den Fahr­gäs­ten um.

18 Per­so­nen wur­den mit­tel­schwer bis leicht ver­letzt, zwei Per­so­nen schwer, dar­un­ter die Kut­sche­rin eines der bei­den Gespan­ne. Ein Schwer­ver­letz­ter muss­te mit einem Ret­tungs­hub­schrau­ber ins Kran­ken­haus geflo­gen wer­den, wie ein Spre­cher der Poli­zei in Pfron­ten der Deut­schen Pres­se-Agen­tur sag­te.

Der Unfall am Nach­mit­tag lös­te einen Groß­ein­satz in der Regi­on aus. 30 Sani­tä­ter und 5 Not­ärz­te küm­mer­ten sich um die Ver­letz­ten. Drei Ret­tungs­hub­schrau­ber kamen zum Ein­satz, dar­un­ter einer aus dem benach­bar­ten Öster­reich. Die Poli­zei ermit­telt jetzt wegen fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung. (dpa)

Mehr zum The­ma — 28 Ver­letz­te bei Stra­ßen­bahn-Unfall in Lis­sa­bon

RT Deutsch


Bayern : CSU und Freie Wähler haben sich auf die erste schwarz-orange Koalition verständigt


Am Sonn­tag­nach­mit­tag sol­len die jewei­li­gen Par­tei­gre­mi­en über Inhalt­li­ches bera­ten und die Koali­ti­on bil­li­gen. Erst dann soll die Öffent­lich­keit detail­liert infor­miert wer­den. Am Mon­tag­vor­mit­tag soll der Koali­ti­ons­ver­trag unter­zeich­net wer­den, am Diens­tag soll Söder im Land­tag wie­der zum baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten gewählt wer­den.

Am Frei­tag­vor­mit­tag hat­te zum letz­ten Mal die gro­ße Ver­hand­lungs­run­de der bei­den Par­tei­en getagt. Abends gab es dann noch ein­mal Gesprä­che in klei­nem Kreis, an deren Ende der Durch­bruch ver­kün­det wur­de.

Aiwan­ger hat­te sich schon am Frei­tag­mor­gen äußerst opti­mis­tisch gezeigt. “Es ist noch nicht in Stein gemei­ßelt, ein paar neur­al­gi­sche Punk­te gibt es noch. Aber ich glau­be, wir wer­den heu­te durch­müs­sen durchs Nadel­öhr”, sag­te er da. Wei­te­re Details woll­te er vor den letz­ten Gesprä­chen nicht nen­nen, ließ aber durch­bli­cken, dass es auch bei der Auf­tei­lung der Minis­te­ri­en kei­ne unüber­brück­ba­ren Hür­den mehr gibt. “Auch das wird am Ende so über die Büh­ne gehen, dass es passt.”

Am Sonn­tag­nach­mit­tag tagen zeit­gleich der CSU-Vor­stand und die CSU-Land­tags­frak­ti­on sowie der Freie-Wäh­ler-Vor­stand und deren Land­tags­frak­ti­on. Einen gemein­sa­men Auf­tritt von Söder und Aiwan­ger gibt es nach die­ser Zeit­pla­nung erst bei der Unter­zeich­nung des Koali­ti­ons­ver­trags am Mon­tag­mor­gen im Land­tag — weni­ge Stun­den vor der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des Par­la­ments am Nach­mit­tag.

Die CSU war bei der Land­tags­wahl am 14. Okto­ber auf 37,2 Pro­zent abge­stürzt und ist des­halb künf­tig auf einen Koali­ti­ons­part­ner ange­wie­sen. Nach Son­die­rungs­ge­sprä­chen mit Frei­en Wäh­lern und Grü­nen hat­ten die Christ­so­zia­len Aiwan­ger & Co. den Vor­zug gege­ben. CSU und Freie Wäh­ler ste­hen sich poli­tisch sehr nahe, all­zu schwie­ri­ge Streit­punk­te hat­te es von Anfang an nicht gege­ben. 

Mehr zum The­ma — See­ho­fer : Bevor ich den Watschnbaum mache, tre­te ich zurück

(dpa/ rt deutsch)

RT Deutsch


Hausdurchsuchungen bei AfD-Nachwuchs nach Schmieraktion in Bayern


Eine Woche vor der Land­tags­wahl hat­te der Lan­des­vor­stand der Jun­gen Alter­na­ti­ve am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de nachts vor der CSU-Zen­tra­le mit Kunst­blut und Far­be den “Tat­ort” eines fik­ti­ven Mas­sa­kers nach­ge­stal­tet, ver­bun­den mit der Anschul­di­gung, von Asyl­be­wer­bern Getö­te­te sei­en “Mer­kels Tote”.

Unter den Ver­däch­ti­gen ist der schwä­bi­sche AfD-Land­tags­kan­di­dat Rafa­el Haupt­mann, der die Haus­durch­su­chung auf sei­ner Face­book-Sei­te publik mach­te. Die Jung-AfDler ste­hen im Ver­dacht, an der Akti­on betei­ligt gewe­sen zu sein.

Mehr zum The­ma — Bay­ern vor der Land­tags­wahl : Ver­tre­ter von AfD, SPD, CSU und Grü­nen im Gespräch

Der Bun­des­vor­sit­zen­de des AfD-Nach­wuch­ses nann­te die Durch­su­chun­gen einen “Skan­dal” und warf der CSU vor, die Sicher­heits­be­hör­den zu miss­brau­chen. Nach Anga­ben der Staats­an­walt­schaft wur­den die Ermitt­ler aber von sich aus aktiv, die CSU hat­te kei­ne Anzei­ge erstat­tet. “Aus unse­rer Sicht ist das ein Fall von öffent­li­chem Inter­es­se”, sag­te die Spre­che­rin. (dpa)

RT Deutsch


Neue Umfragewerte für Bayern : CSU verliert weiterhin, AfD mit 13 Prozent vor SPD


Das Pochen auf eine sofor­ti­ge Lösung in der Migra­ti­ons­fra­ge, der dadurch ver­ur­sach­te Streit mit der Schwes­ter­par­tei CDU, Grün­dung eines baye­ri­schen Lan­des­amts für Asyl und Rück­füh­run­gen sowie Eröff­nung meh­re­rer Anker­zen­tren im Land — all dies hat den Christ­so­zia­len offen­bar nichts genutzt. Aktu­el­le Umfra­ge­wer­te las­sen eher nichts Gutes erwar­ten. Rund zwei Mona­te vor der Land­tags­wahl in Bay­ern kommt die CSU nur noch auf 37 Pro­zent und ist damit weit ent­fernt vor der ange­streb­ten abso­lu­ten Mehr­heit. Im Ver­gleich zu den Wahl­er­geb­nis­sen bei der Land­tags­wahl vor fünf Jah­ren sind das 10,7 Pro­zent­punk­te weni­ger.

Die in den Vor­der­grund gestell­te Flücht­lings­po­li­tik hilft wie­der­um einer ande­ren Par­tei. Die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD), die bei der Land­tags­wahl 2013 in Bay­ern nicht kan­di­diert hat­te, könn­te dem­nach im Okto­ber auf Anhieb 13 Pro­zent errei­chen.

SPD star­tet Wahl­kam­pa­gne in Bay­ern — Woh­nen, Fami­lie und Arbeit ste­hen als The­men im Fokus

Die Sozi­al­de­mo­kra­ten im Frei­staat blei­ben im Tief und kom­men laut der neu­en For­sa-Erhe­bung für das RTL/n-tv-Trend­ba­ro­me­ter wei­ter­hin nur noch auf zwölf Pro­zent. Bei der Land­tags­wahl 2013 schaff­te es die SPD noch, 20 Pro­zent zu holen. Am Mon­tag stell­ten die Sozi­al­de­mo­kra­ten in Mün­chen ihre Kam­pa­gne vor. Anders als in frü­he­ren Wahl­kämp­fen will sich die SPD die­ses Mal auf drei Haupt­the­men beschrän­ken : Woh­nen, Fami­lie und Arbeit. Die Flücht­lings­po­li­tik soll kei­ne gro­ße Rol­le in der SPD-Kam­pa­gne spie­len. “Das eine The­ma, was bis jetzt immer gerit­ten wur­de, nutzt nur einer ein­zi­gen Par­tei”, sag­te Spit­zen­kan­di­da­tin Nata­scha Koh­nen und spiel­te damit offen­bar dar­auf an, dass es eben­falls mit der CSU in den Umfra­gen abwärts geht, seit deren Par­tei­chef Horst See­ho­fer den Ber­li­ner Koali­ti­ons­krach um die Migra­ti­ons­po­li­tik vom Zaun gebro­chen hat­te.

Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder für vie­le in Bay­ern eines der größ­ten Pro­ble­me 

Eine Par­tei konn­te wie­der zule­gen und erreicht einen neu­en Höchst­wert — die Grü­nen. Seit der letz­ten For­sa-Umfra­ge in Bay­ern von Anfang Juli haben sie zwei Punk­te zuge­legt und sind nun bei 17 Pro­zent. Damit sind die Grü­nen in Bay­ern mit Abstand die zweit­stärks­te Kraft. Für die Frei­en Wäh­ler wür­den der­zeit acht Pro­zent stim­men, für die FDP fünf Pro­zent, für die Lin­ke vier Pro­zent.

Gefragt nach den “größ­ten Pro­ble­men auf Lan­des­ebe­ne” nann­ten 34 Pro­zent der Bay­ern die CSU und Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder. 28 Pro­zent sahen das The­ma Flücht­lin­ge als das größ­te Pro­blem, 26 Pro­zent die Lage auf dem Woh­nungs­markt.

Mehr zum The­ma - Angriff und Ver­tei­di­gung : See­ho­fers Bier­zelt-Rede im CSU-Stamm­land

RT Deutsch


Asyl-Landesamt in Bayern : Schnellere Abschiebungen als Hautaufgabe


Beglei­tet von laut­star­ken Pro­tes­ten wur­de heu­te in Man­ching bei Ingol­stadt das baye­ri­sche Lan­des­amt für Asyl und Rück­füh­run­gen gegrün­det. Damit sol­len zen­tral für den Frei­staat Pass­be­schaf­fung, Rück­füh­rung und För­de­rung der frei­wil­li­gen Aus­rei­se sowie Maß­nah­men gegen aus­län­di­sche Gefähr­der und Straf­tä­ter ver­bes­sert wer­den. Geplant sind rund 1.000 Stel­len, dar­un­ter 120 neue.

Die bei vie­len umstrit­te­ne neue baye­ri­sche Behör­de ver­bes­sert nach Ansicht von Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder (CSU) die Blei­be-Mög­lich­kei­ten von inte­gra­ti­ons­wil­li­gen Flücht­lin­gen. Söder sag­te, der Frei­staat wer­de “deut­lich offe­ner sein und alle Ermes­sens­spiel­räu­me nut­zen, um eine bes­se­re Balan­ce zu fin­den”, wenn die Flücht­lin­ge Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen brin­gen. Das kön­ne etwa Arbeits­er­laub­nis­se und Mög­lich­kei­ten zur Aus­bil­dung betref­fen. Die Bür­ger erwar­te­ten auch solch eine Balan­ce zwi­schen Straf­tä­tern und den­je­ni­gen, die gezeigt hät­ten, dass sie sich inte­grie­ren wol­len.

Schnel­le­re Abschie­bun­gen von nicht aner­kann­ten Asyl­be­wer­bern

Söder und Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) mach­ten aller­dings auch klar, dass ein Haupt­ziel der Lan­des­be­hör­de im ober­baye­ri­schen Man­ching bei Ingol­stadt schnel­le­re Abschie­bun­gen von nicht aner­kann­ten Asyl­be­wer­bern sei­en. Es soll dafür auch eine Task­force in dem Lan­des­amt geben, die sich um beschleu­nig­te Aus­rei­sen “gewalt­tä­ti­ger und ran­da­lie­ren­der Asyl­be­wer­ber” küm­mern wer­de, sag­te Herr­mann. Ziel sei, dass aner­kann­te Flücht­lin­ge best­mög­lich inte­griert wer­den, die ande­ren ohne Blei­be­recht aber das Land ver­las­sen.

Sonst macht der gan­ze Rechts­staat kei­nen Sinn.

Zum 1. August soll das neue Lan­des­amt offi­zi­ell in Betrieb gehen. Dann star­ten auch die eben­so umstrit­te­nen sie­ben Anker­zen­tren, die auch einen Teil zu schnel­le­ren Abschie­bun­gen bei­tra­gen sol­len. Dafür wird in jedem baye­ri­schen Regie­rungs­be­zirk eine schon bestehen­de Flücht­lings­ein­rich­tung umge­wid­met, und zwar in Man­ching, Bam­berg, Schwein­furt, Zirn­dorf, Regens­burg, Deg­gen­dorf und Donau­wörth geben.

Für die Asyl­ver­fah­ren selbst ist aber wei­ter­hin das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) in Nürn­berg zustän­dig. Bei dem Lan­des­amt sol­len 120 neue Stel­len geschaf­fen wer­den, zusam­men mit den zen­tra­len Aus­län­der­be­hör­den wird das Amt dann spä­ter über 1.000 Mit­ar­bei­ter ver­fü­gen.

Grü­ne und Lin­ke kri­ti­sie­ren die neue Behör­de scharf 

Der baye­ri­sche Flücht­lings­rat zusam­men mit meh­re­ren ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen rief vor der Grün­dung zum Pro­test gegen das Amt auf. “Abschie­bun­gen und die rech­te Wahl­kampf­stra­te­gie der CSU sind für uns kein Grund zum Fei­ern”, hieß es. Am Frei­tag demons­trier­ten etwa 20 Akti­vis­ten gegen die Behör­de und for­der­ten auf einem Pla­kat etwa “Lager­pflicht abschaf­fen”. 

Mehr zum The­ma - Rechts­ex­per­te : Trans­fer­zen­tren ver­sto­ßen gegen EU-Recht

Die grü­ne Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­ne Kamm nann­te die Behör­de eine “gro­ße Söder-Show”. Das Amt sei ein Eti­ket­ten­schwin­del und ein Fall für den Rech­nungs­hof.

Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass baye­ri­sche Steu­er­mit­tel in klas­si­sche Bun­des­auf­ga­ben gelenkt wer­den.”

Auch die Lin­ke äußer­te schar­fe Kri­tik am soge­nann­ten Bay­ern-BAMF.

Ein­zi­ger Zweck der neu­en Behör­de ist es, die CSU im Land­tags­wahl­kampf als Scharf­ma­che­rin gegen Flücht­lin­ge zu pro­fi­lie­ren”, erklärt Ulla Jel­pke, innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on.

Um die Migra­ti­on an der Gren­ze bes­ser kon­trol­lie­ren zu kön­nen, hat­te die Staats­re­gie­rung Bay­erns zum Monats­an­fang in Pas­sau bereits die 1998 auf­ge­lös­te baye­ri­sche Grenz­po­li­zei reak­ti­viert.

Mehr zum The­ma — Baye­ri­sche Grenz­po­li­zei beginnt mit Kon­trol­len an Gren­ze zu Öster­reich

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Umfrage : Bürger in Bayern befürworten im Asylstreit Koalitionsbruch


Der CSU-Vor­stand wird Par­tei­chef und Innen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer nach den Wor­ten von CSU-Gene­ral­se­kre­tär Mar­kus Blu­me bei sei­ner Sit­zung an die­sem Mon­tag “vol­le Rücken­de­ckung” für sei­nen “Mas­ter­plan für schnel­le­re Asyl­ver­fah­ren und kon­se­quen­te­re Abschie­bun­gen” geben.

Wir wol­len grund­sätz­lich die Asyl­wen­de schaf­fen”, bekräf­tig­te Blu­me im ARD-Mor­gen­ma­ga­zin.

See­ho­fer will in einem natio­na­len Allein­gang künf­tig Men­schen, die schon in einem ande­ren EU-Land Asyl bean­tragt haben, an den Gren­zen abwei­sen las­sen. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) lehnt einen deut­schen Allein­gang ab. Sie will die Zahl der neu ankom­men­den Flücht­lin­ge in Deutsch­land durch bila­te­ra­le Abma­chun­gen unter Beach­tung des euro­päi­schen Rechts sen­ken. Ob die CSU ihr für ent­spre­chen­de Ver­hand­lun­gen mit ande­ren EU-Staa­ten noch eine Frist las­sen wür­de, wird sich am Mon­tag ent­schei­den. 

Fast 71 Prozent für einen Bruch der Großen Koalition im Bund

Für ihre unnach­gie­bi­ge Hal­tung im Asyl­streit mit der CDU hat die CSU nach einer Mei­nungs­um­fra­ge die Rücken­de­ckung der gro­ßen Mehr­heit der Bür­ger in Bay­ern. Dort befür­wor­ten fast 71 Pro­zent der Men­schen im Frei­staat einen Bruch der Gro­ßen Koali­ti­on im Bund, soll­te sich die CSU nicht mit ihrer For­de­rung durch­set­zen, künf­tig jene Flücht­lin­ge an der Gren­ze abzu­wei­sen, die bereits in einem ande­ren EU-Staat regis­triert wor­den sind. Das ergab eine Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Civey im Auf­trag der Augs­bur­ger All­ge­mei­nen. Nur rund 24 Pro­zent sind dem­nach ande­rer Auf­fas­sung. Bun­des­weit liegt die Zustim­mung zu einem Bruch der Koali­ti­on aus CDU/CSU und SPD der Umfra­ge zufol­ge immer noch bei rund 53 Pro­zent, rund 40 Pro­zent sind dage­gen. 

Die Fra­ge lau­te­te : “Soll­te die CSU die Gro­ße Koali­ti­on auf­kün­di­gen, wenn sie sich nicht damit durch­setzt, Flücht­lin­ge an der deut­schen Gren­ze abzu­wei­sen?” Dar­auf ant­wor­te­ten in Bay­ern 55,0 Pro­zent der Befrag­ten mit “ja, auf jeden Fall” und wei­te­re 15,6 Pro­zent mit “eher ja”. Nur 15,4 Pro­zent der Befrag­ten ant­wor­te­ten “nein, auf kei­nen Fall” und 8,7 Pro­zent “eher nein”. Unent­schie­den waren in Bay­ern 5,3 Pro­zent der Befrag­ten.

Mehr zum The­ma — Asyl­streit zwi­schen CDU und CSU : Ulti­ma­tum an Kanz­le­rin Mer­kel endet heu­te

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Söder-Air : Bayern will Flüchtlinge selbst abschieben


Bay­ern will die Abschie­bung abge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber deut­lich beschleu­ni­gen und dafür auch in Eigen­re­gie Abschie­be­flü­ge orga­ni­sie­ren. Das geht aus einem neu­en “Asyl­plan” her­vor, der an die­sem Diens­tag im Lan­des­ka­bi­nett beschlos­sen wer­den soll. Das Kon­zept sieht zudem die Ein­rich­tung sie­ben soge­nann­ter Anker­zen­tren für Asyl­be­wer­ber allein in dem Bun­des­land vor, um Asyl­ver­fah­ren zu beschleu­ni­gen — in jedem Regie­rungs­be­zirk eines. Dort soll es dem Papier zufol­ge auch kein “Asyl­ge­halt” mehr für Asyl­be­wer­ber geben, son­dern nur noch Sach­leis­tun­gen.

Was Bay­ern hier macht, kann Modell für Deutsch­land sein”, sag­te Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder (CSU) am Mon­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Mün­chen. “Wir wol­len zei­gen, dass der Rechts­staat noch funk­tio­niert : Wir wol­len, dass auch im Sin­ne der Betrof­fe­nen schnel­ler ent­schie­den wird, ob jemand Anspruch auf Asyl hat oder nicht — und wol­len dann zügig für Rück­füh­run­gen sor­gen.”

Der Skan­dal um das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) zwin­ge umso mehr dazu, “jetzt kon­se­quent alle rechts­staat­li­chen Mög­lich­kei­ten umzu­set­zen”.

Zen­tra­ler Punkt sind Abschie­bun­gen in Eigen­re­gie :

Wir wol­len künf­tig auch sel­ber abschie­ben, mit eige­nen Abschie­be­flü­gen”, kün­dig­te Söder an — bis­lang ist für die Flü­ge allein der Bund ver­ant­wort­lich.

Baye­ri­sche Poli­zis­ten sol­len nun dafür geschult wer­den.

Wir gehen damit in Zukunft von einer deut­lich höhe­ren Zahl an Rück­füh­run­gen und frei­wil­li­gen Aus­rei­sen aus”, sag­te Söder über das Kon­zept, über das als ers­tes der Münch­ner Mer­kur berich­tet hat­te.

Auch die Zahl von Abschie­be­haft­plät­zen soll erhöht wer­den.

Wer gewalt­tä­tig wird, muss damit rech­nen, dass wir mit Abschie­be­haft reagie­ren”, sag­te Söder.

Dazu soll es eine Task­force beim neu­en Lan­des­amt für Asyl geben.

Mit den sie­ben Anker­zen­tren will Bay­ern nach Wor­ten Söders “in Vor­leis­tung” gehen.

Die Zen­tren sol­len aber nicht neu errich­tet wer­den, viel­mehr sol­len bestehen­de Ein­rich­tun­gen ent­spre­chend umge­wid­met wer­den : in Man­ching, Bam­berg, Schwein­furt, Zirn­dorf, Regens­burg, Deg­gen­dorf und Donau­wörth.

In den geplan­ten Anker­zen­tren sol­len Asyl­be­wer­ber künf­tig das gesam­te Asyl­ver­fah­ren durch­lau­fen, die Ver­fah­ren sol­len damit schnel­ler abge­wi­ckelt wer­den als bis­her. Bei einer Ableh­nung soll dann auch die Rück­füh­rung oder Abschie­bung direkt aus Zen­tren her­aus erfol­gen. Die bun­des­wei­te Ein­rich­tung sol­cher Zen­tren ist ein zen­tra­ler Bau­stein der Asyl­po­li­tik von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter und CSU-Chef Horst See­ho­fer. Die Mehr­zahl der Bun­des­län­der sperrt sich aber bis­lang dage­gen.

Zudem plant Bay­ern dort eine Dop­pel­stra­te­gie :

Statt Anrei­ze in Form von Geld­mit­teln zu zah­len, stel­len wir auf Sach­leis­tun­gen um”, kün­dig­te Söder an.

Ande­rer­seits sieht das neue Kon­zept “geziel­te Anrei­ze für Aus­rei­se­pflich­ti­ge und Her­kunfts­staa­ten durch Hil­fen und Geld­leis­tun­gen” vor, “um frei­wil­li­ge Aus­rei­sen zu stei­gern und Auf­nah­me­be­reit­schaft der Her­kunfts­staa­ten zu stär­ken”.

Mehr zu Bay­ern :

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch