Schreck am Abend vor der Russischen Botschaft in Berlin – Entwarnung


Vor der Rus­si­schen Bot­schaft in Ber­lin ist am Abend von der Poli­zei ein Fahr­zeug über­prüft wor­den, in wel­chem sich ein ver­däch­ti­ger Gegen­stand befand. Spe­zi­al­kräf­te unter­such­ten das Fahr­zeug und den Gegen­stand und konn­ten inzwi­schen Ent­war­nung geben.
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Zwölf Jahre nach Diebstahl von John Lennons Tagebüchern – Täter in Berlin angeklagt


Das Die­bes­gut war im Som­mer 2006 aus der Woh­nung von Len­nons Wit­we Yoko Ono in New York gestoh­len wor­den. Im Sep­tem­ber die­ses Jah­res wur­den die sicher­ge­stell­ten Tage­bü­cher, Brie­fe, Post­kar­ten, ein Schul­heft, Zeich­nun­gen, eine Illus­tra­ti­on, ein Ton­band mit Mit­schnit­ten eines Kon­zerts der Beat­les sowie zwei Bril­len des Stars (1940−1980) an einen Anwalt der Wit­we zurück­ge­ge­ben. Die Gegen­stän­de waren laut Poli­zei mut­maß­lich vom ehe­ma­li­gen Chauf­feur Yoko Onos aus ihrer Woh­nung in New York gestoh­len wor­den. Im Som­mer 2017 wur­den sie beim Insol­venz­ver­wal­ter des Auk­ti­ons­hau­ses sicher­ge­stellt. (dpa)

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RT Deutsch


Historischer 9. November : “Aufstehen” fordert auf Kundgebung in Berlin “neue soziale Demokratie”


Der 9. Novem­ber ist in Deutsch­land mit vie­len his­to­ri­schen Ereig­nis­sen ver­bun­den. Sei es die Revo­lu­ti­on von 1918, die in die Wei­ma­rer Repu­blik mün­de­te, die Ver­bre­chen der “Reichs­po­grom­nacht” oder der Fall der Mau­er ; das schick­sal­haf­te Datum mar­kier­te stets einen Wen­de­punkt in der jün­ge­ren deut­schen Zeit­ge­schich­te.

An die­sem sym­bol­träch­ti­gen Tag ver­sam­mel­ten sich Sym­pa­thi­san­ten der Samm­lungs­be­we­gung “Auf­ste­hen” zu einer Kund­ge­bung, um ein Zei­chen gegen durch die Aus­wüch­se des Neo­li­be­ra­lis­mus beding­te sozia­le Ver­wer­fun­gen, Krieg, Aus­beu­tung sowie das gene­rel­le Pri­mat der Wirt­schaft über Poli­tik und Gesell­schaft zu set­zen.

Etwa 1.000 Men­schen fan­den sich am Pari­ser Platz im Her­zen Ber­lins ein. Zu den Red­nern an die­sem grau­en Herbst­tag zähl­ten der Sozi­al­de­mo­krat Mar­co Bülow, der bei den Mit­glie­dern und Sym­pa­thi­san­ten der Bewe­gung nicht unum­strit­te­ne und ehe­ma­li­ge Grü­nen-Poli­ti­ker Lud­ger Vol­mer, der Lie­der­ma­cher und poli­ti­sche Lin­ken-Akti­vist Diet­her Dehm, der Lin­ken-Poli­ti­ker, Umwelt- und Frie­dens­ak­ti­vist Uwe Hiksch und die Gali­ons­fi­gur sowohl der Samm­lungs­be­we­gung als auch der Par­tei Die Lin­ke Sah­ra Wagen­knecht.

Bülow gei­ßel­te unter ande­rem den Umstand, dass “zehn Pro­zent” der Bun­des­bür­ger “60 Pro­zent des Ver­mö­gens” besit­zen und die­ses Phä­no­men die sozia­le Spal­tung ver­an­schau­li­che.

Poli­ti­ker müss­ten dafür sor­gen, dass kein Mensch in die­sem Land mehr auf die Tafel ange­wie­sen ist”, zeig­te sich der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te über­zeugt.

Das Mit­glied im Bun­des­vor­stand der Natur­Freun­de Deutsch­lands, Uwe Hiksch, appel­lier­te an die Anwe­sen­den es nicht zuzu­las­sen, “dass die Neo­li­be­ra­len unser Land Stück für Stück zer­stö­ren”. Die deut­sche “Gesell­schaft braucht eine Erneue­rung”, zeig­te sich unter ande­rem Hiksch über­zeugt.

Die Rei­chen und die Herr­schen­den müs­sen wis­sen, wir las­sen sie nicht mehr machen, das was sie die letz­ten fünf­zig Jah­re mit die­sem Land gemacht haben”, rief der kämp­fe­ri­sche Hiksch quer über den Platz.

Der stimm­ge­wal­ti­ge Lin­ken-Poli­ti­ker Diet­her Dehm wuss­te zu berich­ten, dass es schon “immer, in jeder Par­tei” schwer gewe­sen sei, “einen Arsch in der Hose zu haben” und lob­te dabei Sah­ra Wagen­knecht als “bril­lan­te Impe­ria­lis­mus­kri­ti­ke­rin”. Der anschlie­ßen­de Ver­such, gemein­sam mit dem Publi­kum eines sei­ner zahl­rei­chen Frie­dens­lie­der anzu­stim­men, gelang jedoch nur ansatz­wei­se.

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Die Kund­ge­bungs­teil­neh­mer setz­ten sich über­wie­gend aus Men­schen älte­ren Semes­ters zusam­men. Jün­ge­re Men­schen waren nur ver­ein­zelt zu beob­ach­ten, was jedoch mit dem Auf­takt der Ver­an­stal­tung um 13:00 Uhr in Zusam­men­hang ste­hen kann. Die­sen begrün­de­te die Mode­ra­to­rin der Kund­ge­bung mit der Absicht der Initia­to­ren und Red­ner, im Anschluss noch an ande­ren Ver­an­stal­tun­gen rund um den 9. Novem­ber teil­neh­men zu wol­len.

Wir ver­tei­di­gen die­se Repu­blik gegen Rechts­po­pu­lis­ten, gegen die alten und neu­en Nazis!”, knüpf­te Lud­ger Vol­mer mit Ver­weis auf das geschichts­träch­ti­ge Datum an die Vor­red­ner an.

Vol­mer ist bei den Sym­pa­thi­san­ten der Sam­mel­be­we­gung “Auf­ste­hen” alles ande­re als unum­strit­ten. Der Vor­wurf lau­tet, dass durch ihn deren Glaub­wür­dig­keit bereits in die­sem Anfangs­sta­di­um Scha­den neh­men wür­de. Begrün­det wird der Vor­wurf mit der Tat­sa­che, dass Vol­mer, ein selbst­er­klär­ter “poli­ti­scher Pazi­fist”, als ehe­ma­li­ger Staats­mi­nis­ter im Aus­wär­ti­gen Amt unter Josch­ka Fischer den völ­ker­rechts­wid­ri­gen NATO-Krieg gegen Jugo­sla­wi­en eben­so befür­wor­te­te wie den in Afgha­ni­stan. Bei der Pres­se­kon­fe­renz am 4. Sep­tem­ber zur Grün­dung der Samm­lungs­be­we­gung attes­tier­te er Bünd­nis 90/Den Grü­nen, kei­ne pazi­fis­ti­sche Par­tei mehr zu sein.

In sei­nem Buch über die Geschich­te der Grü­nen aus dem Jahr 2009 bilan­zier­te Vol­mer, dass sich das Gewis­sen “eben­so auf stra­te­gi­sche Fra­gen, wie das Über­le­ben der Koali­ti­on als Vor­aus­set­zung etwa für die geplan­ten Sozi­al­re­for­men” erstreck­te. Die­se Beu­gung des eige­nen Gewis­sens für ein höhe­res innen­po­li­ti­sches Ziel mün­de­te in sei­nem Fall dann wie­der­um in der soge­nann­ten Agen­da 2010.

Im Anschluss an die Kund­ge­bung bat RT Deutsch Vol­mer dar­um, auf die Kri­tik an sei­ner Per­son ein­zu­ge­hen, was die­ser jedoch ablehn­te.

Am Schluss des offi­zi­el­len Geden­kens anläss­lich des 9. Novem­ber sei, erin­ner­te sich Sah­ra Wagen­knecht, im Bun­des­tag wie­der “Einig­keit und Recht und Frei­heit” gesun­gen wor­den, doch “wer ein eini­ges Land” wol­le, “der muss die sozia­le Spal­tung über­win­den!”, sag­te die Mit­grün­de­rin der Samm­lungs­be­we­gung.

Wer nicht will, dass rech­te Rat­ten­fän­ger immer stär­ker wer­den, der muss alles dafür tun, dass sich Men­schen auch von der Poli­tik ver­tre­ten füh­len, von dem was Regie­rungs­po­li­tik in die­sem Land ist”, fuhr Wagen­knecht kämp­fe­risch fort.

Banks­ter” wür­den unter ande­rem mit Cum-Ex-Geschäf­ten den Steu­er­zah­ler “um 32 Mil­li­ar­den prel­len, und die Bun­des­re­gie­rung weiß es, und sie guckt zu”.

Schlim­mer noch, sie macht ein neu­es Ban­ken­ge­setz, dass sie sich von den Ban­ken schrei­ben lässt”, empör­te sich Wagen­knecht.

Zum Ende der Kund­ge­bung wur­de eine neben der Büh­ne auf­ge­bau­te Sty­ro­por­mau­er sym­bo­lisch ein­ge­ris­sen, um damit gleich­zei­tig den Auf­takt in eine sozia­le­re Zukunft Deutsch­lands ein­zu­lei­ten.

RT Deutsch


Wir haben schon schwerere Zeiten zusammen durchgestanden!“ – Veronika Kraschenninikowa in Berlin


von Leo Ensel

Ver­gan­ge­ne Woche war auf Ein­la­dung des Deutsch-Rus­si­schen Forums eine pro­mi­nen­te rus­si­sche Poli­ti­ke­rin in Ber­lin, die es ver­dient, in Deutsch­land oder bes­ser : in West­eu­ro­pa bekann­ter zu wer­den. Vero­ni­ka Kra­schen­ni­ni­ko­wa, Mit­glied des Obers­ten Rates von Russ­lands Regie­rungs­par­tei „Eini­ges Russ­land“, gehört zu den wich­ti­gen poli­ti­schen Mei­nungs­bild­nern des Lan­des. Und die Sicht der ein­fluss­rei­chen Jour­na­lis­tin – der­zeit auch Mit­glied der Gesell­schaft­li­chen Kam­mer der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Kom­mis­si­on für Öffent­li­che Diplo­ma­tie – auf die Außen­po­li­tik ihres Lan­des wider­spricht mit pro­vo­kan­ten The­sen dem gän­gi­gen Bild in Euro­pa und den USA, Russ­land beein­flus­se medi­al und poli­tisch den Wes­ten.

Im Juli hat­te Frau Kra­schen­ni­ni­ko­wa in einem viel­be­ach­te­ten Essay im ange­se­he­nen poli­ti­schen Jour­nal Expert rus­si­sche Poli­ti­ker unzwei­deu­tig vor einer Zusam­men­ar­beit mit rechts­po­pu­lis­ti­schen Strö­mun­gen und ultra­rech­ten Par­tei­en in der Euro­päi­schen Uni­on gewarnt. Letz­ten Don­ners­tag hielt sie in der Reprä­sen­tanz der Robert Bosch GmbH einen Vor­trag zum The­ma „Euro­pa und die außen­po­li­ti­schen Inter­es­sen Russ­lands – Eine rus­si­sche Sicht“. 

West­li­che Iso­lie­rung und rus­si­sche Unkennt­nis

Als Haupt­ur­sa­che für die zeit­wei­sen Kon­tak­te rus­si­scher Poli­ti­ker mit ultra­rech­ten Par­tei­en in der EU wie dem Front Natio­nal, der Lega Nord, der Frei­heit­li­chen Par­tei Öster­reichs und der AfD nann­te Kra­schen­ni­ni­ko­wa die Iso­lie­rung Russ­lands durch den Wes­ten im Zuge der Ukrai­ne­kri­se seit 2014 und die Unkennt­nis rus­si­scher Jour­na­lis­ten und Poli­ti­ker im Hin­blick auf die­se Grup­pie­run­gen. Infol­ge der west­li­chen Sank­ti­ons­po­li­tik sei­en in das Vaku­um der euro­pä­isch-rus­si­schen Bezie­hun­gen oppor­tu­nis­ti­sche Kräf­te geströmt, die die­se Situa­ti­on für sich aus­ge­nutzt hät­ten. Kra­schen­ni­ni­ko­wa :

Ande­re kamen zu uns nicht ! In Frank­reich zum Bei­spiel gab es damals in Par­tei­en und Medi­en eine Total­ab­sa­ge, rus­si­sche The­men zu kom­men­tie­ren. Die Ein­zi­gen, die sich dort für uns inter­es­sier­ten, waren der Front Natio­nal mit Mari­ne le Pen ! In Russ­land kann­ten die­se Strö­mun­gen nur Exper­ten. 95 Pro­zent der Rus­sen ken­nen sie und ihre genau­en Zie­le immer noch nicht !

Das habe auch für eine Rei­he jun­ger rus­si­scher Jour­na­lis­ten gegol­ten, die, wie alle Jour­na­lis­ten, täg­li­ches Fut­ter bräuch­ten, ohne die Zeit für inten­si­ve­re Hin­ter­grund­re­cher­chen zu haben. „Und die­se rech­ten Poli­ti­ker kamen mit Freu­de nach Russ­land, weil sie hier sofort die Aner­ken­nung erhiel­ten, die ihnen in ihren Hei­mat­län­dern ver­sagt blieb – und das gleich auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne.“

Der Faschis­mus habe in den letz­ten Jah­ren sein Gesicht ver­än­dert. Da der nach wie vor vor­han­de­ne Anti­se­mi­tis­mus auf­grund der stren­gen euro­päi­schen Geset­ze nicht öffent­lich dekla­riert wer­den kön­ne, kon­zen­trie­re sich die ras­sis­ti­sche Ideo­lo­gie nun auf ande­re Min­der­hei­ten wie Flücht­lin­ge, Migran­ten und Mos­lems oder Sin­ti und Roma. Das Wort „Popu­lis­mus“ sei für solch ultra­rech­te Kräf­te noch ein Kom­pli­ment ! Kra­schen­ni­ni­ko­wa sprach in die­sem Zusam­men­hang von einer „Schwar­zen Inter­na­tio­na­le“ und „kryp­to­fa­schis­ti­schen Netz­wer­ken“. 

Für einen poly­kon­fes­sio­nel­len Viel­völ­ker­staat wie Russ­land mit sei­nen 200 Natio­nen sei­en sol­che Kräf­te in höchs­tem Maße gefähr­lich. Man wis­se, wovon man spre­che, schließ­lich habe man zwi­schen 1941 und 1945 ein­schlä­gi­ge Erfah­run­gen mit dem Faschis­mus gemacht ; oben­drein habe der Natio­na­lis­mus die Sowjet­uni­on zer­stört. Natio­na­lis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Strö­mun­gen wür­den daher in Russ­land nicht gedul­det, Prä­si­dent Putin habe sich ein­deu­tig gegen jeg­li­che Ideo­lo­gie des Has­ses aus­ge­spro­chen. Auf­grund der west­li­chen Iso­la­ti­ons­po­li­tik sei­en in den letz­ten Jah­ren auch in Russ­land rechts­ex­tre­me Kräf­te ange­wach­sen. Die staat­li­che Admi­nis­tra­ti­on habe sie genau im Blick. Vero­ni­ka Kra­schen­ni­ni­ko­wa :

Die­se Kräf­te sind für uns nicht akzep­ta­bel ! Natür­lich gibt es auch bei uns Men­schen, die Angst haben vor zu viel Neu­em. Wir set­zen da aber auf einen gemä­ßig­ten Kon­ser­va­ti­vis­mus à la CDU/CSU.

Lie­bes­wer­ben in Rich­tung zen­tris­ti­scher Kräf­te

Frau Kra­schen­ni­ni­ko­was Vor­trag geriet zeit­wei­se fast schon zu einem Lie­bes­wer­ben in Rich­tung der zen­tris­ti­schen Kräf­te in der Euro­päi­schen Uni­on. Nicht Russ­land oder Putin wür­den mit Ultra­rech­ten zusam­men­ar­bei­ten, son­dern ein­zel­ne Per­so­nen. Russ­land sei nicht an einer Desta­bi­li­sie­rung, son­dern nach wie vor an einer star­ken EU inter­es­siert. Ein „Euro­pa der Natio­nen“ wie in der Zwi­schen­kriegs­zeit oder ein Deutsch­land wie in den 1930er Jah­ren, wür­den für Russ­land nichts als unkal­ku­lier­ba­re Risi­ken dar­stel­len.

Nut­zen könn­ten solch reak­tio­nä­re Kon­zep­te nur hoch­ge­fähr­li­chen Leu­ten wie dem ehe­ma­li­gen US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten­be­ra­ter und Her­aus­ge­ber des ultra­rech­ten Por­tals Breit­bart News, Ste­phen Ban­non, der sich nach sei­ner erfolg­rei­chen Mani­pu­la­ti­on der US-Prä­si­dent­schafts­wah­len via Cam­bridge Ana­ly­ti­ca zuguns­ten Trumps nun dar­an mache, auch die Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment zum Vor­teil der zen­tri­fu­ga­len Kräf­te zu beein­flus­sen. Die Euro­päi­sche Uni­on mit ihrem auf­ge­bläh­ten Brüs­se­ler Appa­rat benö­ti­ge jedoch kei­nen Total­ab­riss, son­dern tief­grei­fen­de Sys­tem­re­for­men. Ihre Visi­on sei ein star­kes sou­ve­rä­nes Euro­pa, wie es sei­ner­zeit auch Charles de Gaul­le vor­ge­schwebt habe. 

Lei­den­schaft­lich plä­dier­te Frau Kra­schen­ni­ni­ko­wa für einen Abbau der Span­nun­gen in Euro­pa und für ein Ende der Iso­la­ti­ons­po­li­tik Rich­tung Russ­land. Kra­schen­ni­ni­ko­wa : „Es geht um unser gemein­sa­mes euro­päi­sches Haus!“ Es sei absurd, die Sicher­heit Euro­pas gegen die Sicher­heit Russ­lands aus­zu­spie­len. Eine Mili­ta­ri­sie­rung des Bal­ti­kum bei­spiels­wei­se nut­ze nie­man­dem außer dem ame­ri­ka­ni­schen Mili­tär­kom­plex. Ers­te Anzei­chen einer Umori­en­tie­rung in Euro­pa glau­be sie den jüngs­ten Äuße­run­gen des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Macron zu ent­neh­men, der eine Erneue­rung der Kol­lek­ti­ven Sicher­heits­struk­tur mit Russ­land ins Spiel gebracht habe. Ganz ähn­lich habe sich Prä­si­dent Putin bereits vor zehn Jah­ren geäu­ßert.

Die Bezie­hun­gen wie­der auf­neh­men und aus­bau­en

Die Poli­tik der Iso­lie­rung Russ­lands brin­ge allen Betei­lig­ten nur Scha­den und trei­be ihr Land immer wei­ter in Rich­tung Chi­na. Frau Kra­schen­ni­ni­ko­wa :

Wir müs­sen die Bezie­hun­gen wie­der auf­neh­men und die Zusam­men­ar­beit aus­bau­en ! Und dabei müs­sen wir wei­ter­ge­hen und kom­men­den Kri­sen vor­beu­gen. Die Welt ver­än­dert sich rasant. Wir soll­ten eine kon­zep­tu­el­le Stra­te­gie für Jah­re im Vor­aus pla­nen !

Es gebe ‚sanf­te Trans­at­lan­ti­ker‘, die die­se Ent­wick­lung stö­ren woll­ten. Dar­an müs­se man sie hin­dern. Vero­ni­ka Kra­schen­ni­ni­ko­was abschlie­ßen­de ver­söhn­li­che Sen­tenz :

Wir haben schon schwe­re­re Zei­ten zusam­men durch­ge­stan­den !

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­run­de auf die Fra­ge ange­spro­chen, wie mehr­heits­fä­hig denn ihre Posi­ti­on in Russ­land sei, ver­si­cher­te Frau Kra­schen­ni­ni­ko­wa : „Alle mei­ne Par­tei­kol­le­gen sind ein­ver­stan­den, wenn sie auf­ge­klärt sind. Es fehlt aber nach wie vor bei vie­len rus­si­schen Poli­ti­kern an kon­kre­tem Wis­sen!“ Zur Fra­ge, ob die NATO-Län­der die stra­te­gi­schen Inter­es­sen Russ­lands ernst näh­men, mein­te sie, die NATO sei kein Ver­tei­di­gungs­bünd­nis und beim EU-Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit der Ukrai­ne sei expli­zit von einer „Kon­ver­genz der Außen- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik“ die Rede gewe­sen. Auch hier sprach Kra­schen­ni­ni­ko­wa Klar­text :

Wir haben die NATO-Erwei­te­rung mit gro­ßen Kämp­fen gestoppt. Wir hat­ten nur die Alter­na­ti­ve zwi­schen sehr schlecht und schlecht ! Und es kos­tet uns nach wie vor sehr gro­ße Mühen. 

Was die Umset­zung von Minsk II ange­he, so hän­ge nicht alles von Russ­land ab, da es auch noch den Akteur USA im Hin­ter­grund gäbe. Es sol­le jetzt aber alles getan wer­den, was mög­lich sei, um die Span­nun­gen zu redu­zie­ren. Sie sei nach wie vor opti­mis­tisch :

Unser kon­struk­ti­ver Wil­le wird sie­gen !

Dass bei die­ser beach­tens­wer­ten Ver­an­stal­tung des Deutsch-Rus­si­schen Forums fast alle Main­stream­me­di­en mit Abwe­sen­heit glänz­ten – von Poli­ti­kern der gesell­schaft­li­chen Mit­te ganz zu schwei­gen –, ver­steht sich ange­sichts der bri­san­ten, lieb­ge­wor­de­ne Feind­bil­der erschüt­tern­den The­sen Kra­schen­ni­ni­ko­was von selbst. Umso mehr ist ihnen eine wei­te Ver­brei­tung sowohl in Russ­land als auch in West­eu­ro­pa zu wün­schen. 

Nicht zuletzt auf dem Hin­ter­grund der jüngs­ten Ver­laut­ba­run­gen aus den USA.

Mehr zum The­ma — Ent­span­nungs­po­li­tik 2.0 : Es könn­te so ein­fach sein… Wenn man denn wol­len wür­de !

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Berlin : Erdogan sorgt mit Wutrede für Eklat beim Staatsbankett


Bei dem Staats­ban­kett im Ber­li­ner Schloss Bel­le­vue ist es am Frei­tag zu einem Eklat gekom­men : Der tür­ki­sche Staats­chef Recep Tayy­ip Erdo­gan soll laut Medi­en­be­rich­ten den Bun­des­prä­si­den­ten Frank-Wal­ter Stein­mei­er regel­recht ange­fah­ren haben.
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Höchste Sicherheitsstufe in Berlin wegen Erdoğan : Aufregung um verschwundenen Streifenwagen


Tau­sen­de Poli­zis­ten im Ein­satz, abge­rie­gel­te Stadt­tei­le, gesperr­ter Luft­raum – in Ber­lin herrscht die höchs­te Sicher­heits­stu­fe. Grund ist der Besuch des tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdoğan. Wäh­rend der drei­tä­gi­gen Visi­te des Gas­tes aus Anka­ra ist das Ber­li­ner Regie­rungs­vier­tel abge­rie­gelt. Schwer bewaff­ne­te Ein­satz­kräf­te patrouil­lie­ren zwi­schen Bun­des­kanz­ler­amt, Reichs­tags­ge­bäu­de und dem Hotel Adlon am Bran­den­bur­ger Tor, in dem Erdoğan unter­ge­bracht ist.

Pri­va­te Sport­flug­zeu­ge und Droh­nen dür­fen aus Sicher­heits­grün­den nicht flie­gen. Auf dem Dach des Hotels sind Scharf­schüt­zen pos­tiert. Tou­ris­ten und Pas­san­ten kom­men nicht mal in die Nähe des Bran­den­bur­ger Tors, wo jetzt gepan­zer­te Poli­zei­fahr­zeu­ge ste­hen.

Kurz vor dem Besuch Alarm wegen eines ver­schwun­de­nen Strei­fen­wa­gens

Seit Tagen berei­tet sich die Ber­li­ner Poli­zei auf den Besuch vor. Bereits am Mitt­woch wur­de die Gegend mit Spür­hun­den, die Spreng­stof­fe rie­chen kön­nen, kon­trol­liert. Gul­lys wur­den begut­ach­tet und zuge­schweißt. Die Staats­vi­si­te gilt als umstrit­ten. Meh­re­re Demons­tra­tio­nen mit mehr als Tau­send Teil­neh­mern sind ange­kün­digt. Der Erdoğan-Besuch bringt die Poli­zis­ten an die Gren­zen ihrer Belast­bar­keit.

Und aus­ge­rech­net wäh­rend der Vor­be­rei­tungs­pha­se und der gan­zen Auf­re­gung kurz vor Ankunft des Gas­tes aus Anka­ra stell­te die Ber­li­ner Poli­zei fest – ein Strei­fen­wa­gen fehlt. Wie die Zei­tung Tages­spie­gel berich­tet, ver­miss­ten die Beam­ten das Fahr­zeug seit dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de. Zuletzt war es am Sams­tag in der Zen­tral­werk­statt für alle Strei­fen­wa­gen der Ber­li­ner Poli­zei im Stadt­teil Kreuz­berg in der Frie­sen­stra­ße. Danach galt es als spur­los ver­schwun­den. Auch die dazu­ge­hö­ri­gen Fahr­zeug­pa­pie­re waren weg. Und erst am Don­ners­tag­mor­gen wur­de dem Bericht zufol­ge an alle 25.000 Mit­ar­bei­ter in Ber­lin eine Warn-E-Mail geschickt : Alle soll­ten nach dem Fahr­zeug suchen. Sor­ge davor, dass der Wagen in die Hän­de von Kri­mi­nel­len oder gar Ter­ro­ris­ten gelan­gen könn­te, war groß. 

Ver­wir­rung bei der Ent­war­nung : Vie­le such­ten wei­ter, obwohl der Wagen als gefun­den galt

Eine Ent­war­nung gab es eini­ge Stun­den spä­ter. Wie die Ber­li­ner Mor­gen­post berich­tet, lag ein Feh­ler im Sys­tem vor. So sei der Wagen eigent­lich vor Ort gewe­sen, aber tauch­te nicht im Sys­tem auf. Auch die Poli­zei twit­ter­te am Frei­tag : “Der Wagen war nie wirk­lich ver­schwun­den. Kol­le­gen haben ihn bei der Abho­lung in der Werk­statt nicht aus­ge­tra­gen. Der Strei­fen­wa­gen ist seit ges­tern Nach­mit­tag schon wie­der ‘zurück’.”

Vie­le Kol­le­gen erfuh­ren aber erst einen Tag danach, dass der Fall auf­ge­klärt ist. Laut Tages­spie­gel soll eine inter­ne E-Mail, die am Don­ners­tag­nach­mit­tag Ent­war­nung geben soll­te, erst am Frei­tag­mor­gen alle Dienstel­len erreicht haben. In der Zwi­schen­zeit such­ten sie wei­ter nach dem ver­schol­le­nen Fahr­zeug.

Mehr zum The­ma — Erdoğan-Besuch : Schulz for­dert “Gast­freund­schaft” — Wagen­knecht kri­ti­siert “roten Tep­pich”

RT Deutsch


Gemälde von erschossenem Clanmitglied in Berlin überstrichen


Das Bild ist Geschich­te”, sag­te Liecke der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Er wer­te­te das Über­tün­chen des Graf­fi­tis als kla­re Ansa­ge an kri­mi­nel­le Ban­den in Ber­lin. Damit soll eine wei­te­re Sti­li­sie­rung des Ver­bre­chers ver­hin­dert wer­den. Die Wand sol­le nun von Kin­dern aus einer Neu­köll­ner Jugend­ein­rich­tung neu gestal­tet wer­den.

Nidal R. war am Nach­mit­tag des 9. Sep­tem­ber am Rand des Tem­pel­ho­fer Fel­des nie­der­ge­schos­sen wor­den. Er starb spä­ter im Kran­ken­haus. Auf den 36-Jäh­ri­gen wur­den acht Schüs­se abge­feu­ert, meh­re­re Män­ner waren an der Tat betei­ligt. Die Poli­zei konn­te bis­lang kei­nen Ver­däch­ti­gen fas­sen. Wegen des Wand­ge­mäl­des hat­te die Poli­zei Ermitt­lun­gen wegen Sach­be­schä­di­gung ein­ge­lei­tet. (dpa)

Mehr zum The­ma — Graf­fi­ti von ermor­de­tem Clan­mit­glied empört Ber­li­ner (Video)

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Lawrow in Berlin : “Die Potentiale aller Staaten des eurasischen Kontinents zusammenlegen”


von Leo Ensel

Pro­mi­nen­ten Besuch erwar­te­te das Deutsch-Rus­si­sche Forum am Frei­tag anläss­lich sei­nes 25-jäh­ri­gen Bestehens im Ber­li­ner Hotel Adlon-Kem­pin­ski : Unmit­tel­bar vor sei­nem Zusam­men­tref­fen mit Außen­mi­nis­ter Maas nahm sich der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row fast andert­halb Stun­den Zeit, um einem eben­falls hoch­ka­rä­ti­gen Publi­kum sei­ne Visi­on eines Aus­wegs aus der gegen­wär­ti­gen Eska­la­ti­ons­spi­ra­le dar­zu­le­gen und Fra­gen zu beant­wor­ten.

Schon das The­ma des zwan­zig­mi­nü­ti­gen Vor­trags klang ver­söhn­lich : „Inte­gra­ti­ons­pro­zes­se im Gro­ßen Eura­si­en – Per­spek­ti­ven eines gemein­sa­men wirt­schaft­li­chen und huma­ni­tä­ren Rau­mes von Lis­sa­bon bis Wla­di­wos­tok“. Das ließ Erin­ne­run­gen an Michail Gor­bat­schows „Gemein­sa­mes Haus Euro­pa“ wach­wer­den. Und Law­row hol­te weit aus : Nicht nur die rus­si­schen Eura­sier der Zwan­zi­ger und Drei­ßi­ger Jah­re, auch Charles de Gaul­le im Wes­ten benann­te er als Vor­den­ker sei­nes Kon­zep­tes. Russ­land habe im Lau­fe des ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­tes wie­der­holt Initia­ti­ven in die­ser Rich­tung unter­brei­tet.

Law­row erin­ner­te an Dmi­tri Med­we­dews Vor­schlag einer „Pan­eu­ro­päi­schen Sicher­heits­struk­tur“, die die­ser zusam­men mit der Idee einer neu­en euroat­lan­ti­schen Frie­den­s­char­ta von Van­cou­ver bis Wla­di­wos­tok im Juni 2008 bei sei­nem Antritts­be­such in Ber­lin unter­brei­tet habe. Auch Wla­di­mir Putin habe noch im Novem­ber 2011, eben­falls im Ber­li­ner „Adlon“, die Schaf­fung einer Frei­han­dels­zo­ne zwi­schen der Euro­päi­schen Uni­on und Russ­land vor­ge­schla­gen.

Ein Jahr­zehnt der ver­pass­ten Mög­lich­kei­ten“

Dem rus­si­schen Außen­mi­nis­ter war die Ent­täu­schung über die Echo­lo­sig­keit der dama­li­gen rus­si­schen Initia­ti­ven deut­lich anzu­mer­ken. Das ver­gan­ge­ne Jahr­zehnt bezeich­ne­te er als „Jahr­zehnt der ver­pass­ten Mög­lich­kei­ten“. Dabei hät­ten „his­to­ri­sche anti­rus­si­sche Pho­bi­en“ eini­ger EU-Län­der eine wich­ti­ge Rol­le gespielt, obwohl Russ­land für die EU kei­ne Bedro­hung dar­stel­le. Das lan­ge ange­streb­te Kon­zept eines visa­frei­en Rau­mes zwi­schen EU und Russ­land sei nicht rea­li­siert wor­den. Brüs­sel habe Hin­der­nis­se auf­ge­baut und gegen­über Russ­land nicht nur ein Null­sum­men­spiel, son­dern ein „Nega­tiv­sum­men­spiel“ prak­ti­ziert, indem es post­so­wje­ti­sche Staa­ten wie die Ukrai­ne vor die Ent­we­der-oder-Alter­na­ti­ve gestellt habe. Mit dem EU-Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men habe die EU ver­sucht, die his­to­risch gewach­se­nen wirt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne zu kap­pen. Rus­si­sche Vor­schlä­ge zur Orga­ni­sa­ti­on tri­la­te­ra­ler Bezie­hun­gen habe Brüs­sel abge­lehnt.

Die gegen­wär­ti­ge Situa­ti­on zwi­schen Russ­land und der EU sowie zwi­schen Russ­land und der Nato sei­en durch einen Abbruch fast aller Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le gekenn­zeich­net. Es gäbe kei­ne Gip­fel­tref­fen zwi­schen der EU und Russ­land, selbst die Wege von Ter­ro­ris­ten wür­den nicht aus­ge­tauscht. Kon­tak­te gäbe es nur noch zu den The­men „Migra­ti­on“ und „Ener­gie“. Der Wes­ten betrei­be sei­ner­seits einen „hybri­den Krieg“ an der Gren­ze zu Russ­land, er habe Unsum­men für einen Régime Chan­ge in der Ukrai­ne aus­ge­ge­ben und benut­ze NGOs als „Kampf­mit­tel“. Die­se wür­den in Russ­land jedoch nicht ver­bo­ten, müss­ten sich aller­dings als „aus­län­di­sche Agen­ten“ regis­trie­ren las­sen.

Der Kon­flikt in der Ukrai­ne als Haupt­hin­der­nis

Immer wie­der führ­te Law­row die Ereig­nis­se in der Ukrai­ne seit Ende 2013 als Haupt­ur­sa­che für die Ent­frem­dung zwi­schen Russ­land und der EU an. Obwohl die Außen­mi­nis­ter Frank­reichs, Polens und Deutsch­lands noch am 21. Febru­ar 2014 in Kiew ein Abkom­men mit allen Kon­flikt­par­tei­en geschlos­sen hät­ten, sei die­ses „mit Füßen getre­ten wor­den“, weil der Wes­ten sich bereits einen Tag spä­ter nach dem „Kie­wer Putsch“ nicht mehr an die­ses Abkom­men gebun­den gefühlt habe. Auf die­se Wei­se habe der Wes­ten eine „Regie­rung der natio­na­len Ein­heit“ in der Ukrai­ne ver­hin­dert. Die Men­schen im Don­bass, die den Umsturz nicht mit­ma­chen woll­ten, sei­en von Kiew als Ter­ro­ris­ten bezeich­net wor­den, obwohl sie nie­man­den ange­grif­fen hät­ten. Die Staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on hät­ten auf Druck der USA durch die Spi­ra­le von Sank­tio­nen und Gegen­sank­tio­nen star­ken öko­no­mi­schen Scha­den in Kauf genom­men, wäh­rend die USA selbst kei­ner­lei Scha­den davon­ge­tra­gen hät­ten.

Nach wie vor set­ze Kiew sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus dem Mins­ker Abkom­men nicht um. Statt die wirt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen mit dem Don­bass wie­der­her­zu­stel­len, das Ban­ken­sys­tem zu reor­ga­ni­sie­ren und die Ren­ten aus­zu­zah­len, habe Kiew bereits seit lan­gem eine Total­blo­cka­de für den Don­bass ange­kün­digt. Kiew wei­ge­re sich eben­falls, sei­ne Trup­pen im Don­bass zu ent­flech­ten und die soge­nann­te „Stein­mei­er-For­mel“ – zeit­li­che Kop­pe­lung der Aner­ken­nung eines Son­der­sta­tus für die Regio­nen Donezk und Lug­ansk mit der Ver­öf­fent­li­chung der dor­ti­gen Wahl­er­geb­nis­se – umzu­set­zen.

Solan­ge die­ser Zustand anhal­te, sei­en sowohl Russ­land als auch die EU „Gei­seln der Ukrai­ne-Kri­se“.

Die Poten­tia­le zusam­men­le­gen!“

Dabei sei eine erneu­te Annä­he­rung von EU und Russ­land für bei­de Sei­ten die weit­aus bes­se­re Alter­na­ti­ve. Die Poten­tia­le aller Staa­ten des eura­si­schen Kon­ti­nents soll­ten zusam­men­ge­legt wer­den. Aller­dings müs­se dies rasch erfol­gen, da die geo­po­li­ti­sche Situa­ti­on sich rasant ver­än­de­re. So visie­re die Eura­si­sche Wirt­schafts­uni­on gegen­wär­tig Frei­han­dels­zo­nen mit einer gan­zen Rei­he von Staa­ten von Ost­asi­en über den Nahen Osten bis Afri­ka an. Auch sei geplant, das chi­ne­si­sche Kon­zept einer neu­en Sei­den­stra­ße „One belt – one road“ um die nörd­li­che See­rou­te zu erwei­tern.

Die rus­sisch-euro­päi­schen Bezie­hun­gen müss­ten „gesun­den“. Vor­aus­set­zung dafür sei ein neu­es Kon­zept der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Euro­päi­scher und Eura­si­scher Uni­on auf der Basis von Gleich­be­rech­ti­gung. Die „Reno­vie­rung des euro­päi­schen Hau­ses“ müs­se allen Mit­glie­dern Rech­nung tra­gen. Wich­tig sei jetzt die Auf­nah­me eines „nor­ma­len Dia­lo­ges ohne west­li­chen Men­to­ren­ton und For­de­run­gen nach einem rus­si­schen Sün­den­be­kennt­nis“. Zwi­schen den USA und Russ­land sol­le zudem ein bila­te­ra­les Gre­mi­um zur Cyber­si­cher­heit reak­ti­viert wer­den.

Zu einem sol­chen Pro­zess könn­ten Rus­sen und Deut­sche gemein­sam viel bei­tra­gen, denn, und das war die viel­leicht bemer­kens­wer­tes­te Aus­sa­ge im Vor­trag Law­rows : „Die deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen funk­tio­nie­ren noch!“

West­li­che Dro­hun­gen : Ein­la­dung für ter­ro­ris­ti­sche Gift­gas­pro­vo­ka­tio­nen

Bei den anschlie­ßen­den Fra­gen aus dem Publi­kum spiel­te erwar­tungs­ge­mäß die beson­ders ange­spann­te Lage in Syri­en eine her­aus­ra­gen­de Rol­le. Law­row nann­te die west­li­che Mili­tär­prä­senz in Syri­en rechts­wid­rig, da sie nicht, wie Russ­land, „auf Ein­la­dung der syri­schen Regie­rung“ agie­re. Den­noch hal­te Russ­land die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le offen, um Schlim­me­res zu ver­hü­ten.

Die Regi­on Idlib bezeich­ne­te der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter als „letz­tes Boll­werk der Ter­ro­ris­ten“, die Zivi­lis­ten als leben­de Schutz­schil­de miss­brauch­ten. Aus die­ser Regi­on sei­en bereits um die 50 Droh­nen abge­feu­ert wor­den. Was einen mög­li­chen Ein­satz von Gift­gas betref­fe, so lägen der rus­si­schen Regie­rung Bewei­se vor, dass sol­che Pro­vo­ka­tio­nen mit Hil­fe der Weiß­hel­me vor­be­rei­tet wür­den, wovon der Wes­ten aller­dings nichts wis­sen wol­le. Die gegen­wär­ti­ge Dis­kus­si­on um ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen des Wes­tens im Fal­le eines Gift­gas­an­grif­fes sei gera­de­zu eine Ein­la­dung an die Extre­mis­ten, ähn­li­che Fäl­schun­gen wie im April in Ost-Ghu­ta zu insze­nie­ren.

Mit der Tür­kei habe Russ­land ver­ein­bart, dass die­se in der Regi­on Idlib mit­hel­fe, die mode­ra­ten Kräf­te in der Oppo­si­ti­on, zu denen sie Kon­takt habe, von den Extre­mis­ten zu sepa­rie­ren. Russ­land wer­de vor allen mili­tä­ri­schen Ein­sät­zen huma­ni­tä­re Kor­ri­do­re für die Zivil­be­völ­ke­rung schaf­fen und sich nicht wie die USA in Mos­sul und Rak­ka ver­hal­ten, die den Rebel­len kei­ne Waf­fen­ru­he ange­bo­ten hät­ten.

Bei einem künf­ti­gen Wie­der­auf­bau sol­le Syri­en nicht in ‚gute‘ oder ‚schlech­te‘ Gebie­te ein­ge­teilt wer­den. Lang­fris­tig kön­ne nur das syri­sche Volk unter UN-Auf­sicht über sei­ne Zukunft ent­schei­den.

Law­rows Rede vor dem Deutsch-Rus­si­schen Forum brach­te einer­seits die rus­si­sche Sicht der Din­ge klar auf den Punkt, ande­rer­seits ließ sie kei­nen Zwei­fel offen, dass Russ­land nach wie vor an einer kon­struk­ti­ven Zusam­men­ar­beit mit der Euro­päi­schen Uni­on inter­es­siert ist und die­se auf eine brei­test mög­li­che Grund­la­ge stel­len möch­te. Da offen­sicht­lich die unge­lös­te Ukrai­ne-Kri­se das Haupt­hin­der­nis für eine Wie­der­an­nä­he­rung ist, soll­ten bei­de Sei­ten alles ihnen Mög­li­che tun, damit die Ver­ein­ba­run­gen von Minsk end­lich Punkt für Punkt umge­setzt wer­den !

RT Deutsch


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RT Deutsch