Zensur bei Berlinale ? Szenen mit Til Schweiger aus „Berlin, I Love You“ geschnitten


Die Ber­li­na­le könn­te von einem poli­ti­schen Skan­dal getrof­fen wer­den, bei dem es mög­li­cher­wei­se um knall­har­te Zen­sur geht. Im Zen­trum steht der chi­ne­si­sche Künst­ler Ai Wei­wei sowie der deut­sche Schau­spie­ler Til Schwei­ger.
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Polizeikongress in Berlin : Innenminister stellen sich auf Rückkehr von mehr IS-Kämpfern ein


Die mög­li­che Rück­kehr von Dut­zen­den Anhän­gern der Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat (IS) aus Syri­en nach Deutsch­land sorgt für Unru­he bei den Innen­mi­nis­tern der Län­der. Vor allem der Umgang mit den Kin­dern und Jugend­li­chen aus die­sem Milieu stel­le eine Her­aus­for­de­rung dar, für die “noch kei­ner eine rich­ti­ge Ant­wort hat”, sag­te der nord­rhein-west­fä­li­sche Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) am Mitt­woch beim Euro­päi­schen Poli­zei­kon­gress in Ber­lin. 

Über die erwach­se­nen deut­schen Staats­bür­ger müs­se man mög­lichst früh Infor­ma­tio­nen beschaf­fen, um sie “lie­be­voll in die deut­schen Gefäng­nis­se zu über­füh­ren”, ergänz­te Reul. Schwie­rig sei der Umgang mit radi­ka­li­sier­ten Rück­keh­rern, denen im Aus­land ver­üb­te Ver­bre­chen nicht nach­ge­wie­sen wer­den könn­ten. 

Neben der Über­wa­chung von Gefähr­dern sei­en auch neue Dera­di­ka­li­sie­rungs­pro­gram­me not­wen­dig, sag­te Ber­lins Innen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD). Um an die­se Grup­pe über­haupt her­an­zu­kom­men, kön­ne es sinn­voll sein, auch den Dia­log mit “lega­lis­ti­schen Grup­pen” zu suchen. Zum “lega­lis­ti­schem Isla­mis­mus” zählt der Ver­fas­sungs­schutz Grup­pen wie die Mus­lim­bru­der­schaft, die lang­fris­tig eine Umfor­mung des demo­kra­ti­schen Rechts­staats in einen isla­mi­schen Staat anstre­ben, aller­dings ohne den Ein­satz von Gewalt. Nie­der­sach­sens Innen­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us (SPD) beton­te, die Über­wa­chung von IS-Rück­keh­rern sei “ärger­lich, auf­wen­dig und kos­tet viel Geld”. Sie sei aber alter­na­tiv­los. 

Der baye­ri­sche Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) sag­te, die deut­schen Behör­den müss­ten nicht “auf­grund eines Tweets des ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten gleich in Hek­tik ver­fal­len”. US-Prä­si­dent Donald Trump hat­te Deutsch­land und ande­re euro­päi­sche Staa­ten dazu auf­ge­for­dert, mehr als 800 in Syri­en gefan­ge­ne Ange­hö­ri­ge der IS-Ter­ror­mi­liz zurück­zu­neh­men. Andern­falls müss­ten die­se frei­ge­las­sen wer­den. “Zur Zeit sehen wir kei­ne gro­ße Rück­kehr­wel­le” aus dem IS-Gebiet, sag­te der Prä­si­dent des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz, Tho­mas Hal­den­wang. 

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz : “IS-Kämp­fer haben das Recht, nach Deutsch­land zurück­zu­keh­ren”

Der Chef des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes (BKA), Hol­ger Münch, sag­te, im Kampf gegen kri­mi­nel­le Zuwan­de­rer müs­se die Poli­zei ihr Haupt­au­gen­merk auf soge­nann­te Mehr­fach-Inten­siv­tä­ter aus Nord­afri­ka rich­ten. Es müs­se ver­hin­dert wer­den, dass aus die­sem Milieu her­aus Struk­tu­ren ent­stün­den wie zuvor schon bei eini­gen ara­bi­schen und kur­di­schen Fami­li­en­clans. Die­sen kri­mi­nel­len Clans kön­ne man jetzt nur noch mit gro­ßem Auf­wand Ein­halt gebie­ten, sag­te der BKA-Prä­si­dent. Das sei vor allem in Bre­men, Ber­lin, Nie­der­sach­sen und Nord­rhein-West­fa­len ein Pro­blem. Er beton­te :

Pro­ble­me, die in 25 bis 30 Jah­ren ent­stan­den sind, die lösen wir nicht in 25 bis 30 Tagen.

Reul sag­te, frü­he­re Lan­des­re­gie­run­gen hät­ten sich lan­ge nicht um das Pro­blem geküm­mert, zum Teil um sich nicht dem Ver­dacht aus­zu­set­zen, man betrei­be eine “Stig­ma­ti­sie­rung gan­zer Bevöl­ke­rungs­grup­pen”. Dem wider­sprach Pis­to­ri­us. Er sag­te, SPD-geführ­te Lan­des­re­gie­run­gen sei­en das The­ma sehr wohl ange­gan­gen, aller­dings ohne davon medi­al viel Auf­he­bens zu machen. 

Laut BKA wur­den 2017 neun Pro­zent der auf­ge­klär­ten Delik­te von Zuwan­de­rern began­gen. Bei schwe­ren Gewalt­ver­bre­chen und Sexu­al­de­lik­ten lag der Anteil dem­nach bei über zehn Pro­zent. Als “Zuwan­de­rer” im Sin­ne der Kri­mi­nal­sta­tis­tik gel­ten Asyl­be­wer­ber, aner­kann­te Flücht­lin­ge, Gedul­de­te und Nicht-EU-Aus­län­der, die sich uner­laubt in Deutsch­land auf­hal­ten. 

Wäh­rend rela­tiv weni­ge Ver­bre­chen von Men­schen aus den Haupt­her­kunfts­län­dern Syri­en, Irak und Afgha­ni­stan ver­übt wer­den, war die Zahl der Inten­siv­tä­ter unter den Zuwan­de­rern aus Tune­si­en, Marok­ko, Alge­ri­en und Liby­en den Anga­ben zufol­ge auch 2018 hoch. Eine Hil­fe im Umgang mit die­ser Täter­grup­pe sei der inzwi­schen ver­bes­ser­te Aus­tausch von Fin­ger­ab­drü­cken im Schen­gen-Raum, sag­te der BKA-Prä­si­dent. Im ver­gan­ge­nen Jahr sei­en 2.400 Ver­däch­ti­ge auf­grund bio­me­tri­scher Daten iden­ti­fi­ziert wor­den, sag­te Münch. In 900 Fäl­len habe sich dabei her­aus­ge­stellt, dass die von dem Ver­däch­ti­gen ange­ge­be­ne Iden­ti­tät falsch war.

In einer wei­te­ren Podi­ums­dis­kus­si­on tausch­ten sich Medi­en- und Behör­den­ver­tre­ter über das Ver­hält­nis von Geheim­hal­tung und öffent­li­chem Inter­es­se aus. Der Chef­re­dak­teur der Bild-Zei­tung, Juli­an Rei­chelt, und der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes, Ger­hard Schind­ler, konn­ten sich bei die­ser Gele­gen­heit dar­über ver­stän­di­gen, wel­che Infor­ma­tio­nen ver­trau­lich blei­ben und wel­che publi­ziert wer­den könn­ten. 

Kri­ti­ker wer­fen dem Poli­zei­kon­gress die feh­len­de Distanz zur Wirt­schaft vor. Der euro­pa­po­li­ti­sche Spre­cher der Links­frak­ti­on, Andrej Hun­ko, stell­te in einer Pres­se­mit­tei­lung fest :

Der soge­nann­te ‘Poli­zei­kon­gress’ ist eigent­lich eine Mes­se, auf der sich Unter­neh­men als Spon­so­ren Rede­zeit kau­fen kön­nen. Bes­tes Bei­spiel ist das heu­te statt­fin­den­de Fach­fo­rum zu Grenz­si­che­rung, bei dem die Fir­men die Ober­hand haben. Es han­delt sich also um eine Ver­kaufs­ver­an­stal­tung für Über­wa­chungs­tech­no­lo­gie.

Mehr zum The­ma — Nach hef­ti­ger Debat­te : Umstrit­te­nes Poli­zei­ge­setz in Bay­ern ver­ab­schie­det

(dpa/rt deutsch) 

RT Deutsch


Impressionen von der ersten “Buntwesten”-Demo in Berlin


Unter dem Mot­to “Wir sind Vie­le. Wir sind viel­fäl­tig. Wir haben die Schnau­ze voll!“ star­te­te die Ver­an­stal­tung mit einer Kund­ge­bung am Pots­da­mer Platz. Ver­schie­de­ne Red­ner stell­ten die Posi­tio­nen der “Bunt­wes­ten” vor. Man distan­zie­re sich von jeg­li­cher Gewalt und wol­le fried­lich gegen die deut­sche Regie­rungs­po­li­tik demons­trie­ren. Nicht das The­ma Migra­ti­on, son­dern sozia­le Fra­gen soll­ten im Mit­tel­punkt der öffent­li­chen Debat­te ste­hen.

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
Die “Bunt­wes­ten” ver­sam­meln sich auf dem Pots­da­mer Platz.

Um die Ver­bun­den­heit mit den Gelb­wes­ten in Frank­reich zu demons­trie­ren, wur­de deren “Erklä­rung von Com­mer­cy” ver­le­sen. In die­ser heißt es : 

(…) 26 Mil­li­ar­dä­re besit­zen so viel wie die Hälf­te der Mensch­heit ! Dies ist nicht zu akzep­tie­ren. Lasst uns den Reich­tum tei­len und nicht das Elend ! Lasst uns Schluss machen mit der sozia­len Ungleich­heit !

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
Die Mode­ra­to­rin Andrea Traut­mann.

In einem wei­te­ren Rede­bei­trag wur­de die Pol­zei­ge­walt gegen die Gelb­wes­ten ange­pran­gert. So sei­en bei den Pro­tes­ten bereits elf Per­so­nen ums Leben gekom­men und meh­re­re Men­schen hät­ten durch Gas­gra­na­ten Hän­de oder Füße ver­lo­ren. Außer­dem sei­en meh­re­re Per­so­nen durch Gum­mi­ge­schos­se schwer im Gesicht ver­letzt wor­den. 

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
Der Spre­cher der fran­zö­si­schen Gelb­wes­ten, Jérô­me Rodri­gues, hat durch die Poli­zei­ge­walt ein Auge ver­lo­ren.

Vie­le “Bunt­wes­ten” tru­gen des­halb gro­ße Fotos der Ver­letz­ten, um auf die­se auf­merk­sam zu machen.

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
Foto eines wei­te­ren ver­let­zen Gelb­wes­ten-Demons­tran­ten aus Frank­reich.

Danach mach­ten sich die 500 Teil­neh­mer auf den Weg zum Bran­den­bur­ger Tor. Die Demons­tra­ti­on stopp­te für meh­re­re klei­ne Rede­bei­trä­ge, in denen die Sozi­al­po­li­tik der SPD, die Inter­ven­ti­on des Wes­tens in Vene­zue­la und die Rüs­tungs­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung kri­ti­siert wur­den.

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
Die Demo setzt sich in Bewe­gung.

Außer­dem trug die 58-jäh­ri­ge Mode­ra­to­rin der Demo, Andrea Traut­mann, ein selbst­ge­schrie­be­nes Gedicht vor, in dem sie alle The­men der “Bunt­wes­ten” zusam­men­ge­fasst hat :

Bür­ger Ber­lins, schaut auf eure Stadt ! Lasst euch nicht ver­la­den, weil jeder glei­che Rech­te hat. 

Zeigt den Gei­ern eure Kral­len, ihr ver­dient ihr Geld ! Lasst euch von denen nichts gefal­len. Euch gehört die Welt ! 

Schluss mit Het­ze auf­ein­an­der, wir sind doch ein Volk ! Denn der Feind, der steht woan­ders. So haben wir Deutsch­land nicht gewollt !

Schluss mit Waf­fen aus deut­schen Lan­den, von Rhein­me­tall, Heck­ler und Koch ! Und ver­jagt die Mör­der­ban­den ! Unse­re Erde, sie dreht sich noch !

Weg mit Mini­ren­ten und Skla­ven­löh­nen, für gute Arbeit – gutes Geld. Wir las­sen uns nicht mehr ver­höh­nen, uns gehört die Arbeits­welt !

Kei­ne Poli­tik für Groß­kon­zer­ne, kei­ne Wäh­ler­stim­men für Lob­by­ban­den ! Lie­be Regie­rung ! Habt uns mal ger­ne ! Wir Ber­li­ner sind “Auf­ge­stan­den”!!!

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
Genera­tio­nen­über­grei­fen­der Pro­test.

Am Bran­den­bur­ger Tor wur­de vor der fran­zö­si­schen Bot­schaft ein Soli­da­ri­täts­vi­deo auf­ge­nom­men, das den Freun­den in Frank­reich geschickt wer­den soll. Danach lös­te sich die Ver­samm­lung auf. Die ber­lin­wei­te Ver­net­zung von “Auf­ste­hen” will aber wei­ter­hin die Soli­da­ri­tät mit den Gelb­wes­ten auf­recht­erhal­ten, auch wenn die Pro­tes­te in Deutsch­land noch ver­gleichs­wei­se klein aus­fal­len.

Impressionen von der ersten "Buntwesten"-Demo in Berlin
End­kund­ge­bung am Bran­den­bur­ger Tor.

Mehr zum The­ma — “Ich erken­ne mein Land nicht mehr”: Gelb­wes­ten for­dern Gerech­tig­keit

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Erstklässler in Berlin und Duisburg mit schweren Defiziten


Immer mehr Erst­kläss­ler in Ber­lin wer­den mit schwe­ren Defi­zi­ten ein­ge­schult. Das geht aus der Aus­wer­tung der Ein­schu­lungs­un­ter­su­chun­gen von 31.000 Erst­kläss­lern für das Ein­schu­lungs­jahr 2017 her­vor, die von der Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit ver­öf­fent­licht wur­den.

Dem­nach wer­den bei fast 30 Pro­zent der Erst­kläss­ler moto­ri­sche und fein­mo­to­ri­sche Stö­run­gen fest­ge­stellt. Jeder Vier­te hat kaum eine Men­gen­vor­stel­lung. Der­ar­ti­ge Defi­zi­te erschwe­ren den Start der Kin­der in der Schu­le mas­siv. 

Im Bereich der Visuo­mo­to­rik, also der Koor­di­na­ti­on von Hand und Auge, wich­tig etwa beim Aus­schnei­den und Zeich­nen, wie­sen nur 68,7 Pro­zent der Kin­der unauf­fäl­li­ge Befun­de auf, 11,5 Pro­zent waren grenz­wer­tig, 19,8 Pro­zent auf­fäl­lig. Bei den Jun­gen waren die Ergeb­nis­se schlech­ter als bei den Mäd­chen.

Bei Kin­der aus sozi­al schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen (“unte­re Sta­tus­grup­pe”) liegt der Anteil der Kin­der mit unauf­fäl­li­gen Befun­den sogar unter 50 Pro­zent (48,1). Von den Kin­dern aus der mitt­le­ren Sta­tus­grup­pe hat­ten 68,8 Pro­zent einen unauf­fäl­li­gen Befund, Kin­der aus der obe­ren Sta­tus­grup­pe schnei­den mit einem Anteil der unauf­fäl­li­gen Befun­den von 82,2 deut­lich bes­ser ab.

Auch die Her­kunft der Kin­der spielt eine Rol­le. Am bes­ten schnei­den Kin­der aus west­li­chen Indus­trie­staa­ten ab, hier liegt der Anteil der unauf­fäl­li­gen Befun­de bei 78,6 Pro­zent. Es fol­gen Kin­der deut­scher Her­kunft (72,2 Pro­zent), Kin­der ost­eu­ro­päi­scher Her­kunft (67,1) und Kin­der tür­ki­scher Her­kunft (62,6 Pro­zent). Abge­schla­gen am Ende lie­gen Kin­der ara­bi­scher Her­kunft, bei denen der Anteil unauf­fäl­li­ger Befun­de bei nur 48,5 Pro­zent liegt.

Bei der Kör­per­ko­or­di­na­ti­on wie­der­ho­len sich die­se Mus­ter, ähn­lich ist es bei den Tests zu kogni­ti­ven Ent­wick­lung. Kin­der, die die Kita besucht haben, schnei­den ten­den­zi­ell bes­ser ab. Aller­dings wird der posi­ti­ve Ein­fluss der För­de­rung in der Kita erst deut­lich, wenn die Kita zwei Jah­re oder län­ger besucht wur­de.

Die Ergeb­nis­se der Ein­gangs­un­ter­su­chun­gen von Duis­bur­ger Grund­schü­lern lesen sich grund­sätz­lich ähn­lich. Auch hier wird eine Zunah­me moto­ri­scher und koor­di­na­ti­ver Stö­run­gen fest­ge­stellt. Auf­fäl­lig sind hier aller­dings die abneh­men­den sprach­li­chen Fähig­kei­ten der Kin­der. 

2017 sprach über die Hälf­te der unter­such­ten Ein­schul­kin­der (50,1 Pro­zent) in den ers­ten vier Lebens­jah­ren eine ande­re Spra­che als Deutsch. In eini­gen Stadt­tei­len erreich­te die­ser Anteil 90 Pro­zent. Der Anteil der Kin­der mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund, der bei der Schul­ein­gangs­un­ter­su­chung feh­ler­frei Deutsch spre­chen konn­te, lag bei nur noch 8,2 Pro­zent. 16,4 Pro­zent der Schul­an­fän­ger beherrsch­ten über­haupt kein Deutsch.

Mehr zum The­ma — “Star­ke-Fami­li­en-Gesetz” der Bun­des­re­gie­rung – Popu­lis­mus statt Inhalt

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Was für ein Irrsinn : Warum Berlin tausende Litfaßsäulen zerstört


Es klingt wie ein Schild­bür­ger­streich : In Ber­lin wer­den 2500 Lit­faß­säu­len abge­ris­sen, obwohl sie noch völ­lig intakt sind. Tau­sen­de klei­ne Bau­stel­len sind des­halb in der Haupt­stadt ent­stan­den. Damit nicht genug : Wenig spä­ter sol­len über 1500 Säu­len neu ent­ste­hen. Hin­ter­grund ist eine Ent­schei­dung des Ber­li­ner Senats.
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Berlin plant neue Sanktionen gegen Teheran – Medien


Die Bun­des­re­gie­rung ver­hängt Medi­en­be­rich­ten zufol­ge neue Sank­tio­nen gegen den Iran. Grund sei der Ver­dacht, dass der Geheim­dienst des Lan­des Anschlä­ge in Euro­pa ver­übt und wei­te­re geplant habe, berich­ten die „Süd­deut­sche Zei­tung“, „NDR“ und „WDR“ am Sonn­tag­abend.
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Berlin : 35.000 bei Demo für nachhaltige Landwirtschaft


Unter dem Mot­to “Wir haben Agrar­in­dus­trie satt!” hat­ten Land­wir­te sowie Tier- und Umwelt­schüt­zer zur Mes­se Grü­ne Woche für Sams­tag­mit­tag zu der Demons­tra­ti­on auf­ge­ru­fen. Los ging es aber schon am Mor­gen mit einer Stern­fahrt der Trak­to­ren zum Bran­den­bur­ger Tor. Auf drei Rou­ten waren Land­wir­te von Bran­den­burg aus in die Stadt gefah­ren. An der Agrar­mi­nis­ter-Kon­fe­renz im Außen­mi­nis­te­ri­um über­ga­ben sie eine Pro­test­no­te. Dar­in stand, dass “bäu­er­li­che Arbeit auf den Äckern und Fel­dern und in den Stäl­len etwas sehr Wert­vol­les und vor allem Schüt­zens­wer­tes” ist. 50 sei­en aus Nie­der­sach­sen gekom­men, ein­zel­ne Teil­neh­mer aus Hes­sen und Bay­ern hät­ten sich schon am Don­ners­tag auf den Weg gemacht.

Am Bran­den­bur­ger Tor zeig­te sich ein bun­tes Bild : Demons­tran­ten in Bie­nen und Imker­kos­tü­men, über­le­bens­gro­ße Luft­bal­lons in Form von Insek­ten und vie­le Trans­pa­ren­te. Unter den Demons­trie­ren­den war auch Grü­nen-Chef Robert Habeck. Er rief dazu auf, bewusst ein­zu­kau­fen, zu kochen und sich zu ernäh­ren. “Wir müs­sen weg­kom­men im All­tag von die­sem “Wir stop­fen uns noch schnell Kalo­ri­en rein, und es ist egal, wie sie ent­stan­den sind”, sag­te Habeck der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Gegen Mit­tag setz­ten sich die Trak­to­ren ein zwei­tes Mal in Bewe­gung. Sie führ­ten die Demo noch ein­mal zur Agrar­mi­nis­ter-Kon­fe­renz. Anschlie­ßend ging es zurück durch das Regie­rungs­vier­tel. (dpa)

Mehr zum The­ma — Bun­des­re­gie­rung : Hähn­chen im Han­del mas­siv mit Durch­fal­lerre­gern belas­tet

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NATO ist die größte Bedrohung für Europa” – Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin


von Hasan Posd­nja­kow

Vor hun­dert Jah­ren erschos­sen Frei­korps im Rah­men einer vom sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Reichs­wehr­mi­nis­ter Gus­tav Noske geführ­ten Kam­pa­gne die Spar­ta­kis­ten Rosa Luxem­burg und Karl Lieb­knecht. Zwei Wochen vor­her hat­ten sie die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei Deutsch­lands gegrün­det. Seit den 1990er-Jah­ren fin­det in Ber­lin jähr­lich eine Kon­fe­renz im Andenken an die pol­nisch-jüdi­sche Revo­lu­tio­nä­rin Luxem­burg statt, die maß­geb­lich von der Tages­zei­tung jun­ge Welt orga­ni­siert, aber auch von vie­len ande­ren lin­ken Orga­ni­sa­tio­nen unter­stützt wird. Tau­sen­de Lin­ke ström­ten in das Hotel Mer­cu­re in Moa­bit, wo die Kon­fe­renz statt­fand.

Die­ses Jahr stand der Aus­spruch Luxem­burgs “Sozia­lis­mus oder Bar­ba­rei” im Mit­tel­punkt. Die Kon­fe­renz dreh­te sich laut der Ankün­di­gung um “die nächs­te Kri­se, [den] nächste[n] Krieg” und “die nächs­te Revo­lu­ti­on”. Den ers­ten Vor­trag hielt der Publi­zist Otto Köh­ler. Er wid­me­te sich der Fra­ge, wer die nächs­te impe­ria­lis­ti­sche Haupt­macht sein wird. Sei­ne Ant­wort : Deutsch­land. Köh­ler mahn­te, dass die Krie­ge seit 1871 stets von Deutsch­land aus geführt wur­den. Er pran­ger­te den preu­ßi­schen und mit ihm eng ver­bun­de­nen deut­schen Mili­ta­ris­mus an. Auf die “Fliegenschiss”-Aussage des AfD-Poli­ti­kers Alex­an­der Gau­land anspie­lend, sag­te Köh­ler, Deutsch­land sei ein

Adler­schiss, der immer noch zum Him­mel stinkt.

Wäh­rend sei­nes Vor­tra­ges setz­te er aller­dings immer wie­der Deutsch­land mit der west­li­chen Bun­des­re­pu­blik gleich, ohne auf die Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik ein­zu­ge­hen, die bean­spruch­te, der ers­te deut­sche Frie­dens­staat zu sein, und immer­hin bis in die 1970er-Jah­re auch den Anspruch erhob, ganz Deutsch­land zu ver­tre­ten. Auch erwähn­te er nicht das Ver­hält­nis des deut­schen Impe­ria­lis­mus zur NATO und zum US-Impe­ria­lis­mus. Man hät­te den Ein­druck gewin­nen kön­nen, dass der deut­sche Impe­ria­lis­mus im luft­lee­ren Raum exis­tiert.

Sogar als Köh­ler über die “Wie­der­ge­burt” des deut­schen Impe­ria­lis­mus nach 1945 sprach, ging er nicht hin­rei­chend auf die füh­ren­de Rol­le des US-Impe­ria­lis­mus dabei ein. Er sug­ge­rier­te, die USA wären nicht von allein auf den Gedan­ken gekom­men, die deut­schen Groß­kon­zer­ne und Mili­tärs wie­der an die Macht zu brin­gen, son­dern dies sei ihnen von den deut­schen Gene­rä­len unter­ge­ju­belt wor­den. Ins­ge­samt beweg­te sich sein Vor­trag zu sehr an der Ober­flä­che des Phä­no­mens, das er beschrei­ben woll­te, und er begrenz­te sich auf eine agi­ta­to­ri­sche Pole­mik, ohne auf die wirk­lich inter­es­san­ten Hin­ter­grün­de der deut­schen Vor­herr­schaft in Euro­pa ein­zu­ge­hen, etwa die wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen im Euro­raum.

"NATO ist die größte Bedrohung für Europa" – Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin

Die­ses Man­ko kor­ri­gier­te erfreu­li­cher­wei­se der nächs­te Vor­trag des ita­lie­ni­schen mar­xis­ti­schen Öko­no­men Vla­di­mi­ro Giac­ché. Er stell­te fest, dass in den letz­ten Jahr­zehn­ten die Wachs­tums- und Inves­ti­ti­ons­ra­ten in den ent­wi­ckel­ten kapi­ta­lis­ti­schen Staa­ten bestän­dig gefal­len sind. Par­al­lel dazu­ha­be es ein Wachs­tum des spe­ku­la­ti­ven Kapi­tals gege­ben.

Seit den 1970er-Jah­ren wir­ke sich die Stei­ge­rung der Arbeits­pro­duk­ti­vi­tät nicht mehr auf die Höhe der Löh­ne aus. Die aus­fal­len­den Lohn­er­hö­hun­gen sei­en durch Kre­di­te aus­ge­gli­chen wor­den. So wur­de laut Giac­ché mit­tel­fris­tig sicher­ge­stellt, dass die Fami­li­en mit mitt­le­rem Ein­kom­men trotz­dem wei­ter­hin unge­hin­dert kon­su­mie­ren konn­ten. Das habe eben­falls die Über­pro­duk­ti­ons­kri­se hin­aus­ge­zö­gert.

Zugleich hät­ten die Kapi­ta­lis­ten auf­grund der Inves­ti­ti­ons­kri­se mehr in spe­ku­la­ti­ves Kapi­tals statt in die Real­wirt­schaft inves­tiert. Das Wirt­schafts­wachs­tum in den USA und in Nord­eu­ro­pa sei mit den wach­sen­den Wider­sprü­chen etwa in Süd­eu­ro­pa bezahlt wor­den, die dann in den Jah­ren ab 2007 zur Gro­ßen Wirt­schafts­kri­se führ­ten. Als Bei­spiel für so einen Pro­zess nann­te er die Export­wut der deut­schen Indus­trie.

"NATO ist die größte Bedrohung für Europa" – Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin

Im Jahr 2007 sei dann eine Epo­che zu Ende gegan­gen, in der das zins­tra­gen­de Kapi­tal irgend­wie noch zum Pro­duk­ti­ons­wachs­tum bei­tra­gen konn­te. Seit­dem sei dies immer weni­ger der Fall. Die west­li­che selbst­er­nann­te Éli­te habe geglaubt, die­ses Modell durch Maß­nah­men wie die teu­ren Ban­ken­ret­tun­gen und den Ankauf von Schrott­pa­pier sei­tens der Zen­tral­ban­ken wie­der restau­rie­ren zu kön­nen. Dies sei jedoch ein Irr­tum.

Seit der letz­ten Kri­se habe sich die glo­ba­le Ver­schul­dung wei­ter dra­ma­tisch ver­schlech­tert. Erneut sei­en Sym­pto­me einer Spe­ku­la­ti­ons­bla­se zu beob­ach­ten, die bald plat­zen wer­de. Zu die­sen Sym­pto­men zähl­te er unter ande­rem die Diver­genz zwi­schen den Akti­en­wer­ten und den rea­len Pro­fi­ten eini­ger wich­ti­ger Unter­neh­men und das Wie­der­kau­fen der eige­nen Akti­on sei­tens eini­ger Unter­neh­men, um die eige­nen Akti­en­prei­se in die Höhe zu trei­ben.

Die nächs­te Kri­se könn­te laut Giac­ché vie­le mög­li­che Aus­lö­ser haben, etwa eine Schul­den­kri­se in einem auf­stre­ben­den Land oder Insol­ven­zen in der Pri­vat­wirt­schaft, jedoch wer­de wie schon im Jahr 2007 eine plötz­li­che Abnah­me der Liqui­di­tät das Haupt­the­ma sein. Es gebe vier mög­li­che Aus­we­ge, die er mit Aus­drü­cken der Com­pu­ter-Ter­mi­no­lo­gie umschrieb :

1) “Restart”: die Wirt­schaft nach einem Sys­tem­feh­ler ohne grund­le­gen­de Ände­run­gen erneut wie­der lau­fen zu las­sen. Das habe sich nach der Gro­ßen Kri­se vor elf Jah­ren als nicht sehr erfolg­reich erwie­sen.

2) Ein “Shift” weg vom zins­tra­gen­den Kapi­tal hin zum pro­duk­ti­ven Kapi­tal. Das ein­zi­ge Pro­jekt, das in die­se Rich­tung gehe, sei der­zeit die Neue Sei­den­stra­ße Chi­nas. Ein der­ar­ti­ger “Shift” benö­ti­ge jedoch rie­si­ge Kapi­tal­men­gen.

3) Ein phy­si­scher “Reset”, also ein gro­ßer Krieg oder Kon­flikt, der zu einer mas­si­ven Zer­stö­rung führt.

4) Ein neu­es Betriebs­sys­tem, womit er den Sozia­lis­mus umschrieb. Das sei die ein­zi­ge fol­ge­rich­ti­ge Deu­tung der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re und die ein­zi­ge Mög­lich­keit, die Feh­ler im Wirt­schafts­sys­tem nach­hal­tig zu lösen.

Zum Ende sei­nes Vor­tra­ges beton­te Giac­ché, dass es eine Illu­si­on sei, zu glau­ben, die EU kön­ne uns vor der Glo­ba­li­sie­rung schüt­zen, da sie selbst ein sehr gutes Bei­spiel für eben­je­ne neo­li­be­ra­le Glo­ba­li­sie­rung sei. Der Kampf gegen Glo­ba­li­sie­rung sei auch ein Kampf gegen die EU.

Anschlie­ßend erläu­ter­te der US-ame­ri­ka­ni­sche Öko­nom Micha­el Hud­son das The­ma “der nächs­te impe­ria­lis­ti­sche Krieg”. Ihm zufol­ge sind al-Qai­da, der IS und ande­re extre­mis­tisch-sun­ni­ti­sche Grup­pen die Frem­den­le­gi­on der USA. Die Mili­tär­stra­te­gie der USA sei es, Cha­os zu erzeu­gen, da dadurch der Ein­griff in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten ande­rer Staa­ten ein­fa­cher wer­de. Die Demo­kra­ti­sche Par­tei sei die Haupt­stüt­ze die­ser Poli­tik.

Im Viet­nam­krieg hät­ten die USA gelernt, dass mitt­ler­wei­le Land­in­va­sio­nen ande­rer Staa­ten sehr kost­spie­lig sei­en. Die dafür benö­tig­ten Trup­pen­stär­ken kön­nen laut Hud­son nur durch eine Wehr­pflicht gestellt wer­den, die jedoch sehr unbe­liebt sei. Daher sei die USA dazu über­ge­gan­gen, ande­re Staa­ten durch ande­re Wege zu bekämp­fen, wo mög­lich jedoch nicht direkt mit Boden­trup­pen zu beset­zen.

Die Haupt­form von Kon­flik­ten sei­en mitt­ler­wei­le finan­zi­el­le Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Die USA wür­den ande­re Län­der mit finan­zi­el­ler Zer­stö­rung bedro­hen, und zwar unter dem Deck­man­tel des Inter­na­tio­na­lis­mus. Die Mit­tel dafür sei­en die inter­na­tio­na­len Finanz­or­ga­ni­sa­tio­nen wie der Welt­wäh­rungs­fonds oder die Welt­bank.

Seit Anfang der 1970er-Jah­re hät­ten die USA vor dem Pro­blem gestan­den, ihre Krie­ge wei­ter zu finan­zie­ren, da ihnen das dafür not­wen­di­ge Gold aus­ge­gan­gen sei und ihre Zah­lungs­bi­lanz schlecht aus­sah. Die USA hät­ten die­ses Pro­blem gelöst, indem sie den ande­ren Län­dern statt Gold nun­mehr US-Staats­an­lei­hen gaben. Somit wur­den ihm zufol­ge Län­der wie Chi­na und Russ­land unge­wollt zu Finan­ziers der US-Angriffs­krie­ge.

"NATO ist die größte Bedrohung für Europa" – Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin

Der Dol­lar­stan­dard sei ein Mit­tel, ande­re Staa­ten dazu zu zwin­gen, die US-Krie­ge zu finan­zie­ren. Daher gehe es bei den Schrit­ten, die Chi­na, Russ­land und vie­le ande­re Staa­ten ein­ge­lei­tet haben, um die Stel­lung des Dol­lars zu schwä­chen, nicht nur dar­um, die Macht von US-Finanz­sank­tio­nen zu umge­hen.

Der Druck der USA auf Deutsch­land, Fracking-Gas und US-Kriegs­ge­rät zu kau­fen, las­se sich damit erklä­ren, die US-Zah­lungs­bi­lanz zu ver­bes­sern.

Die NATO sei die größ­te Bedro­hung der euro­päi­schen Sicher­heit. Die mög­li­che Sta­tio­nie­rung von US-Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten nach Euro­pa sei dafür ein gutes Bei­spiel, da sie Euro­pa zum Ziel rus­si­scher Gegen­maß­nah­men machen wür­den. Wäh­rend US-Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten in Euro­pa das Kern­land Russ­lands errei­chen könn­ten, sei dies für die rus­si­schen Rake­ten nicht mög­lich.

Hud­son erklär­te, die Außen­po­li­tik der USA im Nahen Osten wer­de wesent­lich von Sau­di-Ara­bi­en und rechts­ra­di­ka­len pro­is­rae­li­schen Grup­pen bestimmt. Den Grund­stein die­ser Ent­wick­lung habe die Car­ter-Regie­rung in den 1970ern gelegt, als sie beschloss, Bin Laden und ähn­li­che Gestal­ten gegen die sowje­ti­sche Armee in Afgha­ni­stan zu unter­stüt­zen. Das sei ein Modell für den US-Prä­si­den­ten Bill Clin­ton gewe­sen, in den 1990er-Jah­ren sun­ni­ti­sche Extre­mis­ten in Jugo­sla­wi­en zu unter­stüt­zen. Jugo­sla­wi­en sei ideo­lo­gisch für die USA eine grö­ße­re Bedro­hung gewe­sen als die Sowjet­uni­on, da es Jugo­sla­wi­en gelun­gen sei, eini­ge Pro­ble­me des Sozia­lis­mus in der Sowjet­uni­on zu ver­mei­den.

Die USA streb­ten danach, die euro­päi­sche Lin­ke dar­an zu hin­dern, den Finanz­ka­pi­ta­lis­mus anzu­grei­fen und sich mit den alter­na­ti­ven Pro­jek­ten Russ­lands und Chi­nas zu soli­da­ri­sie­ren. Der heu­ti­ge “Inter­na­tio­na­lis­mus” eini­ger Akteu­re sei in Wahr­heit ein US-Natio­na­lis­mus in Form der inter­na­tio­na­len Finanz­or­ga­ni­sa­tio­nen. Der Wider­stand dage­gen müs­se zwangs­läu­fig auch patrio­ti­sche For­men anneh­men, auch in Euro­pa.

Wei­te­re Red­ner waren die deut­sche Jour­na­lis­tin kur­di­schen Ursprungs Meşa­le Tolu, die mona­te­lang in der Tür­kei inhaf­tiert war, der ehe­ma­li­ge kuba­ni­sche Kul­tur­mi­nis­ter Abel Prie­to und der Autor und Jour­na­list Diet­mar Dath, der über die “nächs­te Revo­lu­ti­on” refe­rier­te.

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Abge­run­det wur­de das Pro­gramm von einer Podi­ums­dis­kus­si­on zur Fra­ge “100 Jah­re Novem­ber­re­vo­lu­ti­on – wie geht Klas­sen­po­li­tik heu­te”, an dem der Lin­ken-Poli­ti­ker Ulrich Mau­rer, der Gewerk­schaf­ter Jan von Hagen, die Mie­ten­ak­ti­vis­tin Nina Scholz sowie die Vor­sit­zen­de der Sozia­lis­ti­schen Deut­schen Arbei­ter­ju­gend Lena Krey­mann teil­nah­men. Neben die­sen poli­ti­schen Gesprä­chen gab es wie jedes Jahr ein rei­ches kul­tu­rel­les Begleit­pro­gramm. Direkt im Anschluss an die Rosa-Luxem­burg-Kon­fe­renz ver­an­stal­te­te die Deut­sche Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei ihr tra­di­tio­nel­les Luxem­burg-Lieb­knecht-Lenin-Tref­fen. Dort spra­chen unter ande­rem Patrik Köbe­le, der Vor­sit­zen­de der DKP, ein Ver­tre­ter der por­tu­gie­si­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei sowie eben­falls Abel Prie­to und Diet­mar Dath.

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"NATO ist die größte Bedrohung für Europa" – Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin
Blick aus dem Publi­kum auf die Rosa Luxem­burg-Kon­fe­renz, orga­ni­siert von der Tages­zei­tung jun­ge Welt am Sams­tag den 12. Janu­ar 2019 in Ber­lin

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