JP Morgan stellt klar : Taiwan und Hongkong gehören zu China


Der Wall Street-Rie­se JP Mor­gan Cha­se hat sei­nen Mit­ar­bei­tern auf­ge­tra­gen, sicher­zu­stel­len, dass sie Hong­kong, Macau und das selbst­ver­wal­te­te Tai­wan nicht als sepa­ra­te Län­der betrach­ten.

Der Glo­bal Mana­ger und Seni­or-Ana­lyst der Bank Stuart Mar­s­ton sag­te gegen­über Bloom­berg, dass die Son­der­ver­wal­tungs­re­gio­nen Hong­kong und Macau sowie Tai­wan als Teil Chi­nas ange­se­hen wer­den sol­len. Die Richt­li­nie wur­de an die ent­spre­chen­den Mit­ar­bei­ter ver­teilt und im Rah­men der Offen­le­gung ver­öf­fent­licht.

Hong­kong und Macau sind Son­der­ver­wal­tungs­re­gio­nen Chi­nas ; Peking betrach­tet Tai­wan eben­falls als Teil sei­nes Ter­ri­to­ri­ums. Aus­län­di­sche Unter­neh­men, die in Chi­na tätig sind, ste­hen ange­sichts des Han­dels­kon­flikts mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und der Pro­tes­te in Hong­kong unter zuneh­men­dem Druck.

Glo­ba­le Mar­ken, dar­un­ter Ver­sace und Givenchy, waren gezwun­gen, sich bei der Regie­rung in Peking zu ent­schul­di­gen, weil sie Hong­kong und Macau als getrenn­te Län­der iden­ti­fi­ziert hat­ten. Mil­lio­nen von Soci­al Media-Nut­zer in ganz Chi­na gaben west­li­chen Luxus­un­ter­neh­men die Mit­schuld an der Unter­gra­bung der Sou­ve­rä­ni­tät ihres Lan­des und rie­fen zu Boy­kot­ten auf.

JP Mor­gan hat sich aktiv für Chi­nas 43 Bil­lio­nen US-Dol­lar Finanz­in­dus­trie ein­ge­setzt. Das Unter­neh­men will die Bemü­hun­gen der chi­ne­si­schen Regie­rung nut­zen, den Sek­tor für die aus­län­di­sche Kon­kur­renz zu öff­nen. Die Bank ist bis­her das ein­zi­ge US-Unter­neh­men, dem die Geneh­mi­gung erteilt wur­de, die Mehr­heit an einem chi­ne­si­schen Onshore-Wert­pa­pier-Joint-Ven­ture zu über­neh­men.

JP Mor­gan CEO Jamie Dimon ver­sprach, “vol­le Kraft” nach Chi­na zu brin­gen, wenn die finan­zi­el­le Öff­nung vor­an­schrei­tet. Das Unter­neh­men erwägt auch die Grün­dung einer Pri­vat­bank in Chi­na, so der Lei­ter der Asi­en-Abtei­lung der Bank.

Mehr zum The­ma — Xi Jin­ping : Tai­wan und Chi­na müs­sen und wer­den ver­ei­nigt wer­den

RT Deutsch


Nach Empfang von Oppositionsaktivist in Berlin : China bestellt deutschen Botschafter ein


Der deut­sche Bot­schaf­ter in Peking ist nach chi­ne­si­schen Anga­ben for­mal ein­be­stellt wor­den, weil sich der Akti­vist der zum Teil gewalt­tä­ti­gen Pro­test­be­we­gung in Hong­kong, Joshua Wong, mit deut­schen Poli­ti­kern getrof­fen hat­te. Der chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Wu Ken, sag­te am Mitt­woch in Ber­lin vor Jour­na­lis­ten :

Wir haben unse­re tie­fe Unzu­frie­den­heit zum Aus­druck gebracht.”

Das Zusam­men­tref­fen von Wong mit Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas und ande­ren deut­schen Poli­ti­kern wer­de nega­ti­ve Kon­se­quen­zen für die bila­te­ra­len Bezie­hun­gen haben. Chi­nas Regie­rung habe mehr­fach gedrängt, Wong kei­ne Ein­rei­se zu erlau­ben. Das Aus­wär­ti­ge Amt hat­te am Vor­tag auf Anfra­ge nur erklärt, der deut­sche Bot­schaf­ter sei zu einem Gespräch im chi­ne­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­um gewe­sen.

Wong war am Mon­tag­abend in Ber­lin ange­kom­men und hat­te anschlie­ßend auf einem Fest der Bild-Zei­tung unter ande­rem mit Maas gespro­chen. Der pro­mi­nen­te Akti­vist der pro­west­li­chen Pro­test­be­we­gung in Hong­kong trat am Mitt­woch auch in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz auf und for­der­te von der Bun­des­re­gie­rung, Poli­zei­ge­walt und Macht­miss­brauch klar zu ver­ur­tei­len, wobei er uner­wähnt lies, dass die Gewalt­es­ka­la­ti­on maß­geb­lich von den Demons­tran­ten selbst aus­geht. Zudem sol­le Deutsch­land den Export von Aus­rüs­tung an die Bereit­schafts­po­li­zei von Hong­kong aus­set­zen, sag­te der 22-Jäh­ri­ge.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Werte”? Bitte nicht so laut : Merkels Mission in China


Heu­te reist Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel nach Chi­na. Die Rei­se ist gleich in mehr­fa­cher Hin­sicht ein Para­de­bei­spiel für die blut­lee­ren Phra­sen über die “Wer­te”, von denen die trans­at­lan­ti­sche Gemein­schaft und damit auch die Bun­des­re­gie­rung ver­meint­lich außen­po­li­tisch gelei­tet wer­den.

Am Frei­tag wird Mer­kel mit dem chi­ne­si­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Li Keqiang und mit Staats­prä­si­dent Xi Jin­ping zusam­men­tref­fen. Über­schat­tet wird die Rei­se von den Pro­tes­ten in Hong­kong und dem von Washing­ton vom Zaun gebro­che­nen Han­dels­krieg der USA mit Chi­na. An Mer­kels Sei­te reist das Who is who der deut­schen Wirt­schaft mit nach Chi­na – Spit­zen­ver­tre­ter von VW über BMW und BASF bis Daim­ler.

Der­weil sin­gen die Demons­tran­ten in Hong­kong die Hym­ne der ehe­ma­li­gen und kei­nes­falls zim­per­li­chen Kolo­ni­al­her­ren aus Groß­bri­tan­ni­en, um ihrem Stre­ben nach “Frei­heit” den nöti­gen Nach­druck zu ver­lei­hen. Zuletzt wur­de auch die Hym­ne aus dem “Land der Frei­en” auf den Hong­kon­ger Stra­ßen ver­nom­men.

Mehr zum The­ma — Geschichts­ver­ges­sen : Demons­tran­ten in Hong­kong bit­ten Ex-Kolo­ni­al­macht um Hil­fe (Video)

Vor der Abrei­se Mer­kels appel­lier­te der Anfüh­rer der Pro­tes­te, Joshua Wong, an die Kanz­le­rin und die deut­sche Regie­rung, sich mit den Demons­tran­ten zu soli­da­ri­sie­ren und offen­bar­te dabei ein eigen­wil­li­ges Welt­bild.

Wir wün­schen uns, dass Sie den Mut und die Ent­schlos­sen­heit gegen auto­ri­tä­re Unrechts­re­gime zei­gen, der Deutsch­land und Euro­pa vor dem Ende des Kal­ten Krie­ges inspi­riert hat und den Euro­pa heu­te zeigt”, hieß es in einem offe­nen Brief Wongs in der Bild-Zei­tung.

Was für Ber­lin, Brüs­sel und Washing­ton ein “Unrechts­re­gime” ist, hängt von vie­lem ab, aller­dings ganz bestimmt nicht von der Situa­ti­on der Bevöl­ke­rung im jewei­li­gen Land.

Wong mahn­te Deutsch­land zudem, es sol­le auf der Hut sein, mit Chi­na Geschäf­te zu machen, da Chi­na das inter­na­tio­na­le Völ­ker­recht nicht ein­hal­te und wie­der­holt sei­ne Ver­spre­chen gebro­chen habe.

Des­halb appe­lie­ren wir an Sie, Frau Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel : Bit­te hel­fen Sie uns !

Mehr zum The­ma — Han­dels­krieg : Schla­gen die USA mit ungül­ti­gen Staats­an­lei­hen des chi­ne­si­schen Kai­ser­reichs zurück ?

Doch mit dem Völ­ker­recht ste­hen die Bun­des­re­gie­rung und deren engs­te Part­ner bekannt­lich ja selbst immer wie­der auf Kriegs­fuß. Was also tun als “Füh­re­rin der frei­en Welt”? Wo die poli­ti­schen Ver­tre­ter der west­li­chen Staa­ten­ge­mein­schaft sonst kei­ne – wie faden­schei­nig auch immer gear­te­te – Mög­lich­keit aus­las­sen, Staa­ten im Namen der Frei­heit und Men­schen­rech­te mit Straf­an­dro­hun­gen, Sank­tio­nen oder gleich mit Krieg zu über­zie­hen, herrscht im Fall Chi­nas auf­fäl­lig lau­tes Schwei­gen.

Nun mag man über die Hin­ter­grün­de der Pro­tes­te in Hong­kong den­ken, was man will, das dop­pel­te Maß ist augen­schein­lich und offen­bart damit, wor­um es immer geht, das Geschäft­li­che. Der Unter­schied : In die­sem Fall gibt Chi­na den Takt vor. Also wird aus Wan­del durch Sank­tio­nen und Régime Chan­ge ganz schnell wie­der “Wan­del durch Han­del”.

Es steht ja auch viel auf dem Spiel. Gan­ze drei Tage lang gedenkt die Kanz­le­rin in Chi­na zu ver­wei­len, um den Sand wie­der aus dem Getrie­be der Bezie­hun­gen zwi­schen Deutsch­land, der EU und Chi­na zu ent­fer­nen. So wird etwa die neue Rechts­la­ge beim Tech­no­lo­gie­trans­fer (Stich­wort : Kuka) in Peking als pro­tek­tio­nis­tisch gese­hen. Es wird dar­auf ver­wie­sen, dass die deut­schen Inves­ti­tio­nen in Chi­na zuletzt um das Zwei- bis Drei­fa­che gestie­gen sei­en, wäh­rend die chi­ne­si­schen Inves­ti­tio­nen in Deutsch­land zurück­ge­gan­gen sei­en – in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2019 um 95 Pro­zent.

Es kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass Chi­nas Unzu­frie­den­heit über die­sen Sach­ver­halt auch The­ma der bila­te­ra­len Gesprä­che sein wird. Und Ange­la Mer­kel wird sich hüten, all­zu sehr die Wer­te-Kanz­le­rin zu geben.

Seit drei Jah­ren in Fol­ge ist das Rie­sen­reich Chi­na der größ­te deut­sche Han­dels­part­ner mit einem Volu­men von knapp 200 Mil­li­ar­den Euro – vor den Nie­der­lan­den, den USA oder Frank­reich. Zum zwölf­ten Mal macht Mer­kel wäh­rend ihrer Amts­zeit als Kanz­le­rin nun schon Peking ihre Auf­war­tung. Aller Vor­aus­sicht nach dürf­te es bei der aktu­el­len Rei­se auch um das bereits 2012 aus­ge­han­del­te Inves­ti­ti­ons­ab­kom­men zwi­schen der EU und Chi­na gehen. Seit 2014 wird nun schon am Ver­trags­werk gefeilt, und die Hoff­nung lau­tet, das Abkom­men bis Ende des Jah­res unter Dach und Fach zu brin­gen. Auch die zuletzt etwas schwä­cheln­de deut­sche Export­wirt­schaft ist auf neue Impul­se aus Chi­na ange­wie­sen.

Dass Mer­kel auf lei­sen Soh­len nach Peking reist, um auch ja kein Por­zel­lan zu zer­schla­gen, rief zuletzt den Ber­li­ner US-Bot­schaf­ter Richard Grenell auf den Plan. Die­ser sah sich dazu ver­an­lasst, Mer­kel an die gemein­sa­me Wer­te­ba­sis zu erin­nern und Soli­da­ri­tät im US-Han­dels­krieg mit Chi­na ein­zu­for­dern.

Im Moment ist busi­ness as usu­al mit Chi­na ein Pro­blem. Der Wes­ten muss den Men­schen­rech­ten Vor­rang ein­räu­men. Hong­kon­ger Demons­tran­ten inter­es­sie­ren sich nicht für frü­he­re Erfol­ge oder Ihr par­tei­isches Geschrei”, mahn­te Grenell nun auf Twit­ter.

Unter­des­sen warb der chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Ber­lin Wu Ken für eine deutsch-chi­ne­si­sche Zusam­men­ar­beit gegen “Uni­la­te­ra­lis­mus und Pro­tek­tio­nis­mus”, der den Frei­han­del und die Welt­wirt­schafts­ord­nung bedro­he. Ins­be­son­de­re ver­wies der Diplo­mat auf die “Ein­schüch­te­rungs­po­li­tik” der USA.

Mehr zum The­ma — Wil­ly Wim­mer zu Hong­kong-Pro­tes­ten : Krieg oder Bür­ger­krieg – das ist hier die Fra­ge !

RT Deutsch


Größte bislang gezeigte J‑20-Formation : China präsentiert seine neusten Stealth-Kampfjets – Video


Chi­na forscht mit Hoch­druck an sei­nem neus­ten Kampf­jet vom Typ J‑20, der dem ame­ri­ka­ni­schen F‑35 oder dem rus­si­schen Su-57 eben­bür­tig sein soll. Ers­te Model­le die­ses Jets sind bereits im Dienst. Nun hat die Volks­re­pu­blik in einem neu­en Video die Kampf­stär­ke sei­ner Luft­waf­fe prä­sen­tiert und die größ­te bis­lang gese­he­ne J‑20-For­ma­ti­on gezeigt.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Iran und China einigen sich auf Mega-Deal – Russland mit an Bord


Es dürf­te kein Geheim­nis sein, dass der Iran über schier uner­mess­li­che Men­gen stra­te­gi­scher Roh­stof­fe ver­fügt, dar­un­ter Öl und Gas. Nicht weni­ge inter­na­tio­na­le Beob­ach­ter sind der Ansicht, dass dies einer der Haupt­grün­de dafür ist, dass sich die “west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft” so sehr um die Zukunft des Lan­des sorgt.

Bereits im Jahr 2016 unter­zeich­ne­ten Chi­na und der Iran eine “stra­te­gi­sche Part­ner­schaft”. Vor weni­gen Tagen dann reis­te der ira­ni­sche Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif ins Reich der Mit­te, um einen ent­spre­chen­den Fahr­plan [road map, Anm. d. Red.] und kon­kre­te Inhal­te zur Dis­kus­si­on zu stel­len.

Die Inhal­te etli­cher der dis­ku­tier­ten Eck­punk­te dran­gen nicht an die Öffent­lich­keit. Eines scheint jedoch bereits jetzt sicher : Die alten und neu­en Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Tehe­ran und Bei­jing sym­bo­li­sie­ren viel­leicht ein­drück­li­cher als bereits zuvor die statt­fin­den­de Ver­schie­bung der glo­ba­len Kräf­te­ver­hält­nis­se.

Die zen­tra­le Säu­le des Deals mit einer Lauf­zeit von 25 Jah­ren besteht dem­nach in einem chi­ne­si­schen Inves­ti­ti­ons­pa­ket in Höhe von 280 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in den ira­ni­schen Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Sek­tor. Der immense Betrag kann in den ers­ten fünf Jah­ren der Ver­trags­lauf­zeit zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, wobei vor­ge­se­hen ist, dass wei­te­re Gel­der in einem Fünf­jah­res­zy­klus bereit­ge­stellt wer­den. Vor­aus­set­zung ist die Zustim­mung bei­der Ver­trags­par­tei­en.

Mehr zum The­ma — Trump bei G7-Gip­fel : “Ich will kei­nen Regi­me­chan­ge im Iran, son­dern das Land wie­der reich machen”

Hin­zu kom­men von chi­ne­si­scher Sei­te wei­te­re 120 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die unter glei­chen Bedin­gun­gen in den ira­ni­schen Trans­port- und Fer­ti­gungs­sek­tor inves­tiert wer­den sol­len.

Auch im Fall Chi­nas erfol­gen Inves­ti­tio­nen nicht ohne Gegen­leis­tun­gen. So erhal­ten chi­ne­si­sche Unter­neh­men exklu­si­ve Vor­kaufs­rech­te für neue, gestopp­te oder unvoll­ende­te Pro­jek­te im Öl- und Gas­sek­tor. Glei­ches gilt für Mög­lich­kei­ten im petro­che­mi­schen Bereich, inklu­si­ve des ent­spre­chen­den Tech­no­lo­gie- und Per­so­nal­trans­fers.

Dies wird bis zu 5.000 chi­ne­si­sche Sicher­heits­fach­leu­te auf ira­ni­schem Boden beinhal­ten, um chi­ne­si­sche Pro­jek­te in Chi­na zu schüt­zen. Hin­zu kommt wei­te­res Per­so­nal und Mate­ri­al, um den mög­li­chen Trans­fer von Öl, Gas und petro­che­mi­schen Pro­duk­ten vom Iran nach Chi­na abzu­si­chern, wenn nötig, auch durch den Per­si­schen Golf”, erklär­te dem­zu­fol­ge eine ira­ni­sche Quel­le.

Doch damit nicht genug des stra­te­gi­schen Enga­ge­ments in das Land, das erneut unter mas­si­ven US-Sank­tio­nen, nach Ansicht von US-Prä­si­dent Donald Trump gar den “här­tes­ten (Sank­tio­nen) aller Zei­ten” lei­det.

Chi­na wird von der ira­ni­schen Regie­rung eben­so die Mög­lich­keit erhal­ten, alle Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Pro­duk­te mit einem garan­tier­ten Min­destra­batt zu kau­fen.

Unter den Bedin­gun­gen des neu­en Abkom­mens wer­de Chi­na zudem das Recht ein­ge­räumt, Zah­lun­gen für die ent­spre­chen­den ira­ni­schen Pro­duk­te um bis zu zwei Jah­re zu ver­schie­ben. Chi­na wird sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen, neben dem Ren­min­bi, auch in “wei­chen Wäh­run­gen” nach­kom­men kön­nen. Wäh­run­gen, die es etwa aus Geschäf­ten in Afri­ka und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on (FSU) gewon­nen hat.

Auch hier wird Chi­na daher dem Trend fol­gen, den US-Dol­lar für eige­ne Waren­ge­schäf­te zuneh­mend zu umge­hen. Chi­nas Enga­ge­ment beim Auf­bau der ira­ni­schen Pro­duk­ti­ons­in­fra­struk­tur bewegt sich dabei ganz im Ein­klang mit dem Kon­zept sei­ner “One Belt, One Road”-Initiative, der soge­nann­ten Neu­en Sei­den­stra­ße.

Mehr zum The­ma — Bank of Chi­na geneh­migt Kre­di­te im Wert von 140 Mil­li­ar­den US-Dol­lar für Sei­den­stra­ßen­pro­jek­te

Chi­na beab­sich­tigt bei sei­nen Vor­ha­ben im Iran, die vor Ort ver­füg­ba­ren kos­ten­güns­ti­gen Arbeits­kräf­te zu nut­zen, um Fabri­ken zu bau­en, die von gro­ßen chi­ne­si­schen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men ent­wi­ckelt und kon­stru­iert wer­den und dabei auf in Chi­na bewähr­te Spe­zi­fi­ka­tio­nen und Abläu­fe set­zen.

Die dar­aus resul­tie­ren­den Pro­duk­te wer­den über Stre­cken, die durch Chi­nas zuneh­men­des Enga­ge­ment in der ira­ni­schen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur gebaut oder erneu­ert wer­den, auf den west­li­chen Markt gelan­gen kön­nen.

Als der Ent­wurf des Abkom­mens Ende August dem ira­ni­schen Obers­ten Füh­rer Ali Cha­men­ei von Irans Vize­prä­si­dent Eshagh Dscha­han­gi­ri und hoch­ran­gi­gen Per­sön­lich­kei­ten des Wirt­schafts- und Finanz­mi­nis­te­ri­ums, des Erd­öl­mi­nis­te­ri­ums und des Isla­mi­schen Revo­lu­ti­ons­gar­den­korps vor­ge­stellt wur­de, ver­kün­de­te die­ser, dass der Iran einen Ver­trag mit Chi­na unter­zeich­net habe, um ein Pro­jekt zur Elek­tri­fi­zie­rung der rund 900 Kilo­me­ter lan­gen Haupt­ei­sen­bahn­stre­cke zwi­schen Tehe­ran und der nord­öst­li­chen Stadt Masch­had durch­zu­füh­ren.

Dscha­han­gi­ri füg­te hin­zu, dass es auch Plä­ne gäbe, eine Hoch­ge­schwin­dig­keits-Eisen­bahn­stre­cke von Tehe­ran über Ghom nach Isfa­han zu bau­en und die­ses aus­ge­bau­te Netz durch Tab­ris bis in den Nord­wes­ten zu erwei­tern.

Tab­ris, Hei­mat einer Rei­he von wich­ti­gen Öl- und Gas-Pro­duk­ti­ons­stät­ten und Aus­gangs­punkt für die Gas­pipe­line Tab­ris-Anka­ra, soll ein Dreh­kreuz der 2.300 Kilo­me­ter lan­gen Neu­en Sei­den­stra­ße wer­den, um Urum­qi (die Haupt­stadt der west­li­chen chi­ne­si­schen Xin­jiang-Pro­vinz) mit Tehe­ran und dadurch auch Kasach­stan, Kir­gi­si­stan, Usbe­ki­stan und Turk­me­ni­stan zu ver­bin­den, bevor sie dann über die Tür­kei nach Euro­pa führt.

Das Pipe­line-Pro­jekt erfor­dert dem­zu­fol­ge die Zusam­men­ar­beit mit Russ­land und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. So ent­hält die chi­ne­sisch-ira­ni­sche Ver­ein­ba­rung laut ira­ni­scher Quel­le eine Klau­sel, die es min­des­tens einem rus­si­schen Unter­neh­men ermög­licht, sich neben einem chi­ne­si­schen Betrei­ber auch zu ver­güns­tig­ten Kon­di­tio­nen an der stra­te­gi­schen Part­ner­schaft zu betei­li­gen.

Mehr zum The­ma — Anrai­ner- und Regio­nal­staa­ten in der Per­si­schen Golf­re­gi­on rücken zusam­men

RT Deutsch


Angela Merkel in China : Was auf dem Spiel steht


von Ste­phan Ossen­kopp

Kaum eine deut­sche Tages­zei­tung, die die­ser Tage nicht über­be­tont, dass Frau Mer­kels Chi­na-Besuch in eine Zeit erhöh­ter Zuspit­zung fällt, allem vor­an durch die Lage in Hong­kong. Ange­sichts der offen­sicht­li­chen mora­li­schen wie finan­zi­el­len Unter­stüt­zung für eine gewalt­tä­ti­ge Hong­kon­ger Sepa­ra­tis­ten­be­we­gung durch anglo-ame­ri­ka­ni­sche Sicher­heits- und Diplo­ma­ten­krei­se ver­bit­tet sich die chi­ne­si­sche Regie­rung in Peking erwar­tungs­ge­mäß jeg­li­che Ein­mi­schung in inne­re Ange­le­gen­hei­ten auf dem sou­ve­rä­nen Ter­ri­to­ri­um Chi­nas.

Mit einem ähn­li­chen Skript einer Far­ben-Revo­lu­ti­on war man in der Ukrai­ne und in Geor­gi­en noch durch­ge­kom­men, mit­samt den ent­spre­chend kata­stro­pha­len Fol­gen. Aber der Ver­such, Chi­na wirt­schaft­lich und poli­tisch zu spal­ten und ein­zu­däm­men wird den Prot­ago­nis­ten die­ses Unter­fan­gens nicht gut bekom­men. Das Hong­kong-The­ma ist nur eines im Reper­toire west­li­cher Hard­li­ner, die Chi­nas welt­wei­ten Auf­stieg ein­däm­men wol­len.

Xin­jiang, Hua­wei, Süd­chi­ne­si­sches Meer, Tai­wan, Falun Gong – die Lis­te der Anfein­dun­gen ist lang, Mus­ter und Moti­ve der Angrif­fe sind hin­läng­lich bekannt. War­um soll­te die Kanz­le­rin aus­ge­rech­net die­ser Tage die hohen Erwar­tun­gen sowohl der deut­schen wie auch der chi­ne­si­schen Wirt­schaft und der Poli­tik an die­sen Besuch durch Par­tei­nah­me in einem his­to­ri­schen geo­po­li­ti­schen Kon­flikt ver­spie­len, der unter ande­rem von Trumps Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton fast täg­lich ver­schärft wird ? Die freund­schaft­li­chen deutsch-chi­ne­si­schen Bezie­hun­gen – und allem vor­an die wach­sen­den Han­dels­be­zie­hun­gen – könn­ten einen ziem­li­chen Dämp­fer erfah­ren und Deutsch­land in der sich deut­lich ankün­di­gen­den Wirt­schafts­kri­se iso­lie­ren.

Rezes­si­on oder Fort­schritt ?

Laut Geschäfts­kli­maum­fra­ge der Außen­han­dels­kam­mern in Chi­na lau­fen die Geschäf­te der 5.200 deut­schen Unter­neh­men dort gut bis sehr gut. Man kon­tras­tie­re das zu der Umfra­ge des ifo-Insti­tuts unter 9.000 Fir­men in Deutsch­land, die heu­te einen ähn­lich pes­si­mis­ti­schen Blick auf die Zukunft im Inland haben wie zuletzt im Kri­sen­jahr 2009 ; Ten­denz : fal­lend. Der Zustand der Deut­schen Bank und der Com­merz­bank las­sen eben­falls nichts Gutes ahnen.

Wenn geschick­te PR-Kam­pa­gnen nun auch noch errei­chen, dass die Deut­schen sich für’s Auto­fah­ren, Fleisch­essen oder gar für’s Hei­zen schä­men, dann ist das Ende des Indus­trie­zeit­al­ters hier­zu­lan­de viel­leicht wirk­lich bald unum­kehr­bar, wie es der “Kli­ma­papst” Hans Joa­chim Schelln­hu­ber stän­dig anmahnt.

Mit Chi­na betritt Frau Mer­kel jedoch ein Land, das bis 2050 das moderns­te Indus­trie­land der Welt wer­den will und dafür einen der­ar­tig umfas­sen­den und kon­kre­ten Plan ver­folgt, dass selbst Peter Alt­mai­er als Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter in sei­nem unlängst ver­öf­fent­lich­ten The­sen­pa­per zu Deutsch­lands Indus­trie­stra­te­gie 2030 zuge­ste­hen muss, dass Chi­na ein “indus­trie­po­li­tisch beson­ders erfolg­rei­ches Land” sei, das durch akti­ve Indus­trie­po­li­tik sei­ne “Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en in zehn Sek­to­ren” wie “Infor­ma­ti­ons­tech­nik, Hig­hend Robo­tics, Luft­ und Raum­fahrt, Mari­ti­me Indus­trie, Elek­tro­mo­bi­li­tät, Trans­port und Eisen­bahn, Bio­phar­ma­zeu­ti­ka und Medi­zin­tech­nik” gezielt und erfolg­reich stär­ke.

Man soll­te die Berei­che Kern­ener­gie, Fusi­ons­for­schung und Künst­li­che Intel­li­genz ruhig noch ergän­zend erwäh­nen. Die Berei­che, in denen Deutsch­land bereits heu­te von Chi­na eher ler­nen müss­te, anstatt es zu beleh­ren, wer­den eher mehr als weni­ger.

Asia­ti­scher Spi­rit

Nach ihren Gesprä­chen am 6. Sep­tem­ber mit dem chi­ne­si­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Li Keqiang in Peking, wird die Kanz­le­rin an der Sit­zung des Bera­ten­den Aus­schus­ses der deutsch-chi­ne­si­schen Wirt­schaft teil­neh­men, also einer Art Round-Table von CEOs gewich­ti­ger Unter­neh­men. Dort wird man unter ande­rem Deutsch­lands Teil­nah­me am wich­tigs­ten inter­na­tio­na­len Ent­wick­lungs­pro­jekt, der Belt & Road Initia­ti­ve, auch Neue Sei­den­stra­ße genannt, auf die Tages­ord­nung set­zen. Nach Ein­schät­zung des Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges sei dies “eine wich­ti­ge Gele­gen­heit, um sich für den gleich­be­rech­tig­ten, offe­nen Markt­zu­gang für alle Unter­neh­men ein­zu­set­zen – sei es bei Inves­ti­tio­nen und öffent­li­chen Aus­schrei­bun­gen in Chi­na selbst oder bei Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten zur Neu­en Sei­den­stra­ße.”

Es wird mit gro­ßem Inter­es­se beob­ach­tet wer­den, ob Frau Mer­kel und die deut­schen Unter­neh­mens­chefs eige­ne Vor­schlä­ge zu die­ser Initia­ti­ve vor­le­gen und über die bis­her domi­nie­ren­de Kri­tik hin­weg­kom­men wer­den. Der Vor­wurf, 90 Pro­zent der Auf­trä­ge, die im Rah­men der Sei­den­stra­ßen-Groß­pro­jek­te der Infra­struk­tur ver­ge­ben wer­den, gin­gen an chi­ne­si­sche Fir­men, steht seit län­ge­rem im Raum. Doch mag die Hal­tung des BASF-Vor­sit­zen­den MARTIN Bru­der­mül­ler cha­rak­te­ris­tisch für eine neue Hal­tung sein, berich­te­te er doch erst kürz­lich, dass sei­ne Geschäfts­part­ner ihm gegen­über erwi­der­ten, man habe doch gar kei­ne Alter­na­ti­ve zu den Chi­ne­sen. “Ihr Euro­pä­er könn­tet das, aber ihr bie­tet gar nichts an.”

Bru­der­mül­ler erwar­tet, dass sich “Poli­tik und Indus­trie in stra­te­gi­sche Dia­lo­ge mit den betref­fen­den Län­dern bege­ben, um sich so auf­zu­stel­len, dass wir etwas anbie­ten kön­nen.” Deut­sche und euro­päi­sche Poli­tik soll­ten die Indus­trie­un­ter­neh­men beglei­ten, so Bru­der­mül­ler, ein­schließ­lich mit Her­mes-Bürg­schaf­ten und wei­te­ren Instru­men­ten zur Finan­zie­rungs­si­cher­heit. “Nicht immer nur über One Belt, One Road [so heißt die Neue Sei­den­stra­ße in Chi­na, Anm. d. Verf.] schimp­fen und behaup­ten, dass die Chi­ne­sen eine neue Kolo­ni­al­po­li­tik machen, son­dern wir brau­chen eige­ne Ange­bo­te.” Bru­der­mül­ler wünscht sich bei der Inno­va­ti­on übri­gens mehr “asia­ti­schen Spi­rit”, anstatt hier­zu­lan­de Din­ge immer erst ein­mal nega­tiv zu bele­gen und “nie­der­zu­tre­ten, bis sie nicht mehr auf­ste­hen”.

Hohe Erwar­tun­gen

Ein Kom­men­tar jüngs­ten Datums in der chi­ne­si­schen Tages­zei­tung Glo­bal Times über die Erwar­tun­gen Chi­nas an den Besuch der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin zeigt, wie deut­lich man sich im “Land der Mit­te” des­sen bewusst ist, dass Deutsch­land und Euro­pa am Schei­de­weg ste­hen.

Sowohl ange­sichts des wirt­schaft­li­chen Absa­ckens und der inter­nen Flieh­kräf­te und Dis­so­nan­zen in der Euro­päi­schen Uni­on, als auch ange­sichts der geo­po­li­ti­schen Zuspit­zung sei­tens der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka gegen­über Chi­na – mit allen Fol­gen für die Welt­wirt­schaft – fra­gen sich chi­ne­si­sche Kom­men­ta­to­ren, ob sich die EU wirk­lich der “ein­heit­li­chen Front gegen Chi­na” (wie es der US-Bot­schaf­ter in Deutsch­land aus­drück­te) anschlie­ßen wol­le, oder ob sie die ver­stärk­te Koope­ra­ti­on mit Chi­na suchen wol­le. “Was Chi­na tut ver­schafft den Euro­pä­ern die Zukunft, die sie wol­len. Die von Chi­na vor­ge­schla­ge­ne Belt & Road Inti­tia­ti­ve (BRI) ist kein Ein­bahn­stra­ßen-Pro­jekt.” Die BRI sei eine bidi­rek­tio­na­le Ver­bin­dung zwi­schen Ost und West, die gute Gele­gen­hei­ten für Euro-Asia­ti­sche Koope­ra­tio­nen schaf­fe. “Euro­pa besitzt genü­gend Fähig­kei­ten, die Chan­cen zu nut­zen. Die Fra­ge ist, ob die Euro­pä­er es wol­len.” 

In den größ­ten Pekin­ger Insti­tu­tio­nen für Poli­tik­for­schung schlägt man ähn­li­che Töne an. Pro­fes­sor Zhao Jun­jie vom Insti­tut für Euro­pa­stu­di­en an der Chi­ne­si­schen Aka­de­mie für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten (CASS) bezeich­net Mer­kel ange­sichts ihres 12. Besuchs in Chi­na gar als alten Freund des chi­ne­si­schen Vol­kes. Er erwar­te ange­sichts der öko­no­mi­schen und sozia­len Pro­ble­me in Euro­pa eine Ver­tie­fung der Koope­ra­ti­on in wirt­schaft­li­chen und inter­na­tio­na­len Fra­gen.

Als ein mäch­ti­ges Euro­päi­sches Land besitzt Deutsch­land die Ver­ant­wor­tung, Euro­pa so schnell wie mög­lich aus der Zwick­müh­le zu füh­ren,” bemerkt Zhao, und fügt hin­zu, dass eine umfas­sen­de stra­te­gi­sche Zusam­men­ar­beit zum Wirt­schafts­wachs­tum und damit zur Sta­bi­li­tät in Euro­pa bei­tra­gen wer­de. “Chi­na hat hohe Erwar­tun­gen, was die wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit Deutsch­land angeht”, sagt Pro­fes­sor Hong Hu, For­schungs­mit­ar­bei­ter beim Chi­ne­si­schen Insti­tut für Inter­na­tio­na­le Stu­di­en – ein zum Außen­mi­nis­te­ri­um gehö­ren­der Think Tank. Vor allem “The­men, die den Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und Glo­bal Gover­nan­ce betref­fen, wären von gro­ßem Inter­es­se für bei­de Län­der.”

Den letzt­ge­nann­ten Punkt hat bereits der chi­ne­si­sche Prä­si­dent Xi Jin­ping beim Zusam­men­tref­fen mit Ange­la Mer­kel am 26. März in Paris her­vor­ge­ho­ben. Chi­na und Deutsch­land soll­ten die Belt & Road Initia­ti­ve nut­zen, um eine offe­ne, auf Ent­wick­lungs­ko­ope­ra­ti­on basie­ren­de Welt­wirt­schafts­ord­nung zu begrün­den, so Xi.

Chi­na steigt auf

Wird es Euro­pa also wol­len ? Wird Frau Mer­kel es wol­len – näm­lich jetzt die Chan­ce zu ergrei­fen, einen ent­schei­den­den Schritt auf Chi­na zuzu­ge­hen, des­sen fried­li­cher wirt­schaft­li­cher Auf­stieg und des­sen Inte­gra­ti­on in den Welt­han­del und in die Welt­po­li­tik auf allen Ebe­nen vor­an­schrei­ten wird ? Die Mer­ca­tor-Stif­tung für Chi­na-Stu­di­en (MERICS) in Ber­lin kon­sta­tiert, dass Chi­na mit 6,2 Pro­zent (jähr­lich) nach wie vor ein “immenses Wachs­tum ange­sichts der Grö­ße des Lan­des” vor­zu­wei­sen habe und von einer inne­ren Spal­tung kei­ne Spur sei.

Gera­de beim Besuch Mer­kels in der chi­ne­si­schen Stahl­me­tro­po­le und Duis­bur­ger Part­ner­stadt Wuhan am Sams­tag stün­de alles “auf der Mat­te”, was in Deutsch­land im Indus­trie­sek­tor Rang und Namen habe. Der nach­fol­gend erteil­te Rat beim Pres­se­ge­spräch jener mil­lio­nen­schwe­ren pri­vat finan­zier­ten Stif­tung ist dann aller­dings, deut­sche Unter­neh­men soll­ten ihr zukünf­ti­ges Enga­ge­ment in Chi­na über­den­ken. Das pes­si­mis­ti­sche Geschäfts­mo­dell von MERICS, Chi­na wer­de auf die ein oder ande­re Wei­se strau­cheln oder sich ver­här­ten und von der Welt­ge­mein­schaft abwen­den, wird durch die Rea­li­tät ein­fach nicht bestä­tigt, im Gegen­teil.

War­um soll eigent­lich jeg­li­cher Gedan­ke dar­an, dass Chi­nas Füh­rung in die­sem Jahr­hun­dert auf bes­se­re, offe­ne­re und klü­ge­re Art regie­ren könn­te als die domi­nie­ren­den Mäch­te der ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­te, unter allen Umstän­den unter­bun­den wer­den ? Die Kanz­le­rin und die deut­sche Indus­trie täten gut dar­an, Rat­schlä­ge sol­cher Art im Ver­lauf des Chi­na-Besuchs aus­zu­blen­den, denn war­um soll­ten deut­sche Unter­neh­men sich stän­dig nega­ti­ven Spe­ku­la­tio­nen hin­ge­ben und sich damit eige­nen Hand­lungs­spiel­raum ver­bau­en ?

Neue Sei­den­stra­ße

Die ver­such­te Brand­mar­kung und Iso­lie­rung Chi­nas ist auch nach Ansicht eines der ein­fluss­reichs­ten deut­schen Indus­trie­len­ker, des ehe­ma­li­gen Sie­mens-Chefs und eins­ti­gen Lei­ters des Asi­en-Pazi­fik­aus­schus­ses der deut­schen Wirt­schaft (APA), Pro­fes­sor Hein­rich von Pie­rer, “nicht erfolg­ver­spre­chend und wird zu kei­nem guten Ende füh­ren.” Von Pie­rers vor rund 20 Jah­ren aus­for­mu­lier­te Ana­ly­se, Chi­nas Schlüs­sel zur Moder­ne wer­de der Aus­bau moder­ner Infra­struk­tur sein, hat sich bis heu­te als voll­kom­men zutref­fend erwie­sen. Auf die Neue Sei­den­stra­ße ange­spro­chen, sagt von Pie­rer : “Ich hal­te es für drin­gend not­wen­dig, eine über­zeu­gen­de deut­sche – oder bes­ser euro­päi­sche – Ant­wort auf die­se Initia­ti­ve zu fin­den”, denn “die Chi­ne­sen wer­den mit Belt & Road vor­an­schrei­ten, ob wir dies wol­len oder nicht”.

Auch Pro­fes­sor Zhao von der CASS bedau­ert, dass “Deutsch­land bis­lang kei­ne Ant­wort auf die Belt & Road Initia­ti­ve gege­ben” habe und “die deut­schen Wirt­schafts­füh­rer besorgt sind, dass der Bau der Neu­en Sei­den­stra­ße eine Bedro­hung für Deutsch­lands Export­märk­te bedeu­tet”. Zhao ist über­zeugt, man wer­de einen Kon­sens in der Ange­le­gen­heit erzie­len. Beim Din­ner mit Staats­prä­si­dent Xi am Frei­tag­abend hat Kanz­le­rin Mer­kel durch­aus die Gele­gen­heit, wei­te­res Ver­trau­en auf­zu­bau­en, auf des­sen Basis die deut­schen Unter­neh­men auch ihre unter­schied­li­chen Ansich­ten zu eini­gen Fra­gen des Markt­zu­gangs und der Stan­dar­di­sie­rung kon­struk­tiv ein­brin­gen könn­ten.

Auch der neue APA-Vor­sit­zen­de und aktu­el­le Sie­mens-Vor­stands­vor­sit­zen­de wird bei Mer­kels Rei­se kon­struk­ti­ve Schrit­te auf Chi­na zuge­hend anbah­nen, ist er doch ein Ver­fech­ter der Neu­en Sei­den­stra­ße und hat dafür bereits ein Gip­fel­tref­fen in Peking ver­an­stal­tet, ja sogar eine Belt & Road Task Force bei Sie­mens ein­ge­rich­tet. Was mag Herr Kae­ser gedacht haben, als jüngst die für die “euro­päi­sche” Ant­wort auf die chi­ne­si­sche BRI ver­ant­wort­li­che Chef­be­am­tin der EU vor Hun­der­ten ver­sam­mel­ter Diplo­ma­ten und Unter­neh­mer zugab, dass man in den letz­ten sechs Jah­ren nur ein Stück Papier aus­ge­ar­bei­tet habe, über kein Bud­get ver­fü­ge und die­se soge­nann­te “EU-Chi­na Kon­nek­ti­vi­täts-Platt­form” eigent­lich über­haupt nie­mand ken­ne.

Wie lan­ge will sich die deut­sche Regie­rung und Indus­trie in solch über­ra­gend stra­te­gi­schen Fra­gen wie dem welt­weit größ­ten Infra­struk­tur­auf­bau- und Indus­tria­li­sie­rungs­pro­gramm “Neue Sei­den­stra­ße” noch von einer extrem inef­fi­zi­en­ten und teu­ren EU-Büro­kra­tie aus­brem­sen las­sen ? Kanz­le­rin Mer­kels Rei­se soll­te also kei­nes­wegs als ein “Rou­ti­ne­be­such” ange­se­hen wer­den.

Gera­de weil dem deut­schen Fern­seh­zu­schau­er wei­ter­hin täg­lich das Feind­bild Chi­na vor­ge­gau­kelt wird, weil US-Prä­si­dent Trumps Bera­ter einen ver­hee­ren­den Kon­flikt mit Chi­na wei­ter ver­schär­fen wol­len und weil die trans­at­lan­ti­sche Real- und Finanz­wirt­schaft nicht aus dem Stru­del her­aus­zu­kom­men scheint, erge­ben sich in den kom­men­den Tagen zugleich neue Chan­cen für Deutsch­land, für Euro­pa und für die Welt, ent­schei­den­de Schrit­te auf eine Ver­bes­se­rung und mul­ti­po­la­re Neu­ord­nung der glo­ba­len Archi­tek­tur hin­zu­wir­ken, denn der fun­da­men­ta­le Wunsch aller Men­schen und Staa­ten ist letzt­lich die fried­li­che Koexis­tenz und Zusam­men­ar­beit.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

Mehr zum The­ma — Flo­ri­an Homm spricht Klar­text : Wei­te­re Eska­la­ti­on im Han­dels­streit zwi­schen USA und Chi­na 

RT Deutsch


Hongkong : Auslieferungsabkommen mit China ist offiziell vom Tisch


In einer Anspra­che an die Bevöl­ke­rung erklär­te Car­rie Lam, dass die Regie­rung vier Punk­te ver­fol­gen wird, um in den “Dia­log” mit den Pro­test­füh­rern zu tre­ten und so eine Bei­le­gung der wochen­lan­gen Pro­tes­te zu erzie­len. Das Aus­lie­fe­rungs­ge­setz wird for­mal zurück­ge­zo­gen und damit einer der zen­tra­len For­de­run­gen der Demons­tran­ten ent­spro­chen. Zudem wol­le die Regie­rung die Arbeit der IPCC “voll­stän­dig unter­stüt­zen”, und Lam ver­sprach, dass man die “Emp­feh­lun­gen” des Unter­su­chungs­be­richts der IPCC umsetz­ten wer­de. Ab sofort möch­ten sich Car­rie Lam und ihre unmit­tel­ba­ren Ver­tre­ter an die Bevöl­ke­rung wen­den, um einen “direk­ten Dia­log” mit den Men­schen zu begin­nen.

Mehr zum The­ma — Chi­na, der neue “Bad Boy” des west­li­chen Main­streams

So soll ein gemein­sa­mer Weg gefun­den wer­den, wo Men­schen ihre Unzu­frie­den­heit und Pro­ble­me unge­fil­tert an die Regie­rung über­mit­teln kön­nen, damit ent­spre­chen­de Lösun­gen gefun­den wer­den. Als letz­ten Punkt ruft die Gene­ral­di­rek­to­rin der Son­der­ver­wal­tungs­zo­ne Hong­kong die Anfüh­rer der Gesell­schaft, Arbei­ter und Aka­de­mi­ker dazu auf, unab­hän­gig die “tief­sit­zen­den” Pro­ble­me der Gesell­schaft zu unter­su­chen und die Regie­rung bei der Pro­blem­lö­sung zu bera­ten. Sie muss­te auch ein­ge­ste­hen, dass die Pro­tes­te weit über den Ärger des Aus­lie­fe­rungs­ge­set­zes gin­gen und poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che und sozia­le The­men im Vor­der­grund ste­hen.

Mehr zum The­ma — Pro­test­ler in Hong­kong : “Aggres­si­on ist manch­mal not­wen­dig” 

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Irre Inkasso-Idee : Wie Trump mit historischen Anleihen Russland und China unter Druck setzen könnte


Als Bloom­berg Infor­ma­tio­nen ver­öf­fent­lich­te, dass die Trump-Admi­nis­tra­ti­on die Fra­ge der „Wie­der­erste­hung“ der chi­ne­si­schen Schul­den von vor einem Jahr­hun­dert betrach­tet, um sich zusätz­li­che Vor­tei­le im Han­dels­krieg gegen Chi­na zu ver­schaf­fen, dach­ten vie­le, dass die Nach­rich­ten­agen­tur ver­rückt gewor­den sei.
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Eskalation im Handelskrieg der USA mit China : Strafzölle treten in Kraft


Seit einem Jahr lie­fern sich die USA und Chi­na einen Han­dels­krieg, der in bei­den Län­dern zu einer Ver­lang­sa­mung des Wirt­schafts­wachs­tums geführt hat und auch die Welt­kon­junk­tur bremst. US-Prä­si­dent Donald Trump woll­te das ‘Reich der Mit­te’ mit den Straf­zöl­len eigent­lich zum Abschluss eines umfas­sen­den Han­dels­ab­kom­mens bewe­gen. Die Ver­hand­lun­gen sind seit Mona­ten fest­ge­fah­ren, sol­len aber viel­leicht in die­sem Monat wie­der auf­ge­nom­men wer­den.

Der Han­dels­krieg zwi­schen bei­den größ­ten Volks­wirt­schaf­ten hat indes aber­mals eine neue Eska­la­ti­ons­stu­fe erreicht. Am Sonn­tag tra­ten auf bei­den Sei­ten – wie ange­kün­digt – neue Straf­zöl­le in Kraft. Die Andro­hung neu­er Son­der­ab­ga­ben der USA in Höhe von 15 Pro­zent auf wei­te­re chi­ne­si­sche Impor­te im Wert von mehr als 100 Mil­li­ar­den US-Dol­lar kon­ter­te Chi­na umge­hend mit der Ankün­di­gung von Gegen­zöl­len in Höhe von fünf und zehn Pro­zent.

Erst­mals erhe­ben die USA nun auch Straf­zöl­le auf in Chi­na her­ge­stell­te Kon­sum­gü­ter wie etwa Fern­seh­emp­fän­ger, Bücher, Win­deln oder Turn­schu­he. Die­se Zöl­le dürf­ten nach Ansicht von Exper­ten mit­tel­fris­tig zu Preis­er­hö­hun­gen für die US-Ver­brau­cher füh­ren. Am 15. Dezem­ber sol­len dann noch Straf­zöl­le in Höhe von eben­falls 15 Pro­zent auf wei­te­re Kon­sum­gü­ter aus Chi­na im Wert von rund 160 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in Kraft tre­ten. Dann wer­den auch Pro­duk­te wie Smart­pho­nes, Lap­tops und Klei­dung ein­ge­schlos­sen sein. Alle die­se im August ange­kün­dig­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Straf­zöl­le soll­ten ursprüng­lich von die­sem Sonn­tag an gel­ten. Donald Trump ließ jedoch die zwei­te Tran­che ver­schie­ben, um das kom­men­de Weih­nachts­ge­schäft nicht zu belas­ten.

Als unmit­tel­ba­re Reak­ti­on ver­häng­te Chi­na Gegen­zöl­le in Höhe von fünf und zehn Pro­zent auf Impor­te aus den USA. Die Son­der­ab­ga­ben tra­ten am Sonn­tag zeit­gleich mit den US-Zöl­len in Kraft. Es ist der ers­te Teil von ange­kün­dig­ten Straf­zöl­len Chi­nas auf Ein­fuh­ren aus den USA mit einem Volu­men von ins­ge­samt 75 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Zehn Pro­zent wer­den zusätz­lich auf Impor­te von Fleisch, Gemü­se (wie Mais und Kar­tof­feln), Obst, Mee­res­früch­ten, Klei­dung und Leder­wa­ren erho­ben. Fünf Pro­zent betref­fen Soja­boh­nen, Milch­pro­duk­te, Pil­ze und Che­mi­ka­li­en. Chi­na plant wei­te­re Gegen­zöl­le in Höhe von fünf bzw. zehn Pro­zent ab 15. Dezem­ber, wenn die wei­te­ren US-Abga­ben in Kraft tre­ten. Zehn Pro­zent wer­den dann zusätz­lich auf Waren aus den USA wie Kaf­fee, Obst­säf­te, Wein und Bier, Medi­ka­men­te, Holz und auch Autos erho­ben. Fünf Pro­zent wer­den auf Ziga­ret­ten, Klei­dung, Auto­tei­le, Elek­tro­ge­rä­te und Flug­zeug­mo­to­ren auf­ge­schla­gen.

Bis­lang hat­te Trump nur Straf­zöl­le auf chi­ne­si­sche Waren wie Indus­trie­gü­ter und Maschi­nen im Gesamt­wert von rund 250 Mil­li­ar­den US-Dol­lar ver­hängt. Die­se führ­ten zu Mehr­kos­ten bei Unter­neh­men, aber nicht direkt bei Ver­brau­chern. Auch die­se bereits gel­ten­den Straf­zöl­le sol­len von Okto­ber an noch­mals um fünf Pro­zent­punk­te auf 30 Pro­zent ange­ho­ben wer­den.

Mehr zum The­ma — Irans Außen­mi­nis­ter in Peking : Chi­na und Iran unter­stüt­zen inter­na­tio­na­len Mul­ti­la­te­ra­lis­mus

Der Han­dels­kon­flikt ist seit mehr als einem Jahr im Gan­ge. Aus­lö­ser war die Ver­är­ge­rung Donald Trumps dar­über, dass Chi­na weit mehr in die USA expor­tiert als es selbst aus den USA impor­tiert. Der US-Prä­si­dent for­dert daher eine Besei­ti­gung von angeb­li­chen Markt­schran­ken und kri­ti­siert die Ver­let­zung von Urhe­ber­rech­ten. Nach ner­vö­sen Reak­tio­nen an den beun­ru­hig­ten Akti­en­märk­ten hat­te sich der Repu­bli­ka­ner wie­der­holt opti­mis­tisch gezeigt, dass die Han­dels­ge­sprä­che bald fort­ge­setzt wer­den könn­ten. In Peking gibt es aber kei­ne Anzei­chen für eine bal­di­ge Wie­der­auf­nah­me dies­be­züg­li­cher Ver­hand­lun­gen. (dpa)

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