Lachender Dritter ? Taiwans Präsidentin sieht Vorteile durch Handelsstreit zwischen USA und China


Auf einer Pres­se­kon­fe­renz in Tai­pei sag­te Tai­wans Prä­si­den­tin Tsai Ing-wen anläss­lich ihres Amts­ju­bi­lä­ums : 

Made in Tai­wan ist zu einem Top-Schlüs­sel­wort gewor­den, da der US-ame­ri­ka­ni­sche Han­dels­krieg mit Chi­na andau­ert.

Made in Tai­wan” soll die Exper­ti­se Tai­wans in den Berei­chen Künst­li­che Intel­li­genz, Grü­ne Ener­gie und Tech­no­lo­gie expor­tie­ren. Die Inlands­nach­fra­ge wür­de ihrer Ansicht nach auch durch die Erhö­hung der Aus­lands­in­ves­ti­tio­nen und der staat­li­chen Inves­ti­tio­nen ange­trie­ben wer­den und mehr Arbeits­plät­ze für jun­ge Men­schen schaf­fen. 

Noch wäh­rend der Gesprä­che zur Lösung des Han­dels­kon­flikts ent­schied sich US-Prä­si­dent Donald Trump dazu, die Zöl­le auf Ein­fuh­ren chi­ne­si­scher Pro­duk­te zu erhö­hen.

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Chi­na erkennt Tai­wan nicht an und sieht Tai­wan als “untrenn­ba­ren Bestand­teil des chi­ne­si­schen Ter­ri­to­ri­ums”. In den 1950er-Jah­ren kam es zu mili­tä­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen im soge­nann­ten Tai­wan-Kon­flikt. Die Annä­he­run­gen der letz­ten Jah­re sind allein wirt­schaft­li­cher Natur. 

Das tai­wa­ne­si­sche Kabi­nett ent­schied am 16. Mai, die Stra­fen für den Miss­brauch der Kenn­zeich­nung Made in Tai­wan auf 96.000 US-Dol­lar zu erhö­hen. Chi­ne­si­sche Händ­ler hät­ten die­se bereits genutzt, um Straf­zöl­le der USA zu umge­hen. Der­zeit wer­den 10 Fäl­le von Fäl­schun­gen unter­sucht. Das geplan­te Gesetz soll auch die­je­ni­gen beloh­nen, die Fäl­schun­gen mel­den. 

Tsai strebt eine Wie­der­wahl im Janu­ar an. Sie steht für das Bestre­ben eines unab­hän­gi­gen Tai­wans : 

Wir haben nur ein Land, näm­lich die Repu­blik Chi­na-Tai­wan. Wir haben nur ein Sys­tem, das auf Demo­kra­tie, Frei­heit und Men­schen­rech­ten basiert.

Mit dem Amts­an­tritt von Tsai ver­schlech­ter­ten sich die Bezie­hun­gen zwi­schen Peking und Tai­pei. 

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China und Indien — Neues Mega-Kartell könnte Ölmärkte durcheinanderwirbeln


Chi­na und Indi­en, nach den USA die zwei größ­ten Ölim­por­teu­re der Welt und zugleich die mit dem höchs­ten Nach­fra­ge­wachs­tum, ver­han­deln über die Mög­lich­keit einer Bün­de­lung ihrer Kräf­te und könn­ten so den inter­na­tio­na­len Ölmarkt län­ger­fris­tig neu gestal­ten. Die bei­den Gigan­ten ste­hen kurz vor einer Eini­gung zur Bil­dung eines Blocks, um gemein­sam über die Ölprei­se zu ver­han­deln und so den Ein­fluss des von Sau­di-Ara­bi­en geführ­ten Kar­tells zu ver­rin­gern, wie die indi­sche Finanz­zei­tung Mint unter Beru­fung auf drei an den Ver­hand­lun­gen betei­lig­te Beam­te berich­te­te.

Bei­de Län­der sind Haupt­ab­neh­mer von ira­ni­schem Roh­öl, das durch US-Sank­tio­nen stark unter Druck steht. Die bis­he­ri­gen befris­te­ten Aus­nah­men davon, wel­che Indi­en, Chi­na, Tai­wan, Ita­li­en, Grie­chen­land, Japan, Süd­ko­rea und der Tür­kei im Novem­ber 2018 gewährt wur­den, um den Import von Roh­öl aus dem Iran schritt­wei­se redu­zie­ren zu dür­fen, lie­fen am 2. Mai aus. Soll­ten die­se Län­der wei­ter­hin von Tehe­ran Öl kau­fen, wür­de Washing­ton auch gegen die­se Län­der Sank­tio­nen ver­hän­gen.

Mit einer gemein­sa­men Stra­te­gie kön­nen Chi­na und Indi­en vor der Orga­ni­sa­ti­on erd­öl­ex­por­tie­ren­der Län­der (OPEC) auf Sen­kung der für asia­ti­sche Län­der fäl­li­gen Ölprä­mi­en bestehen, also auf zusätz­li­che Antei­le des Anfangs­wer­tes, den sie für den Ölim­port zah­len müs­sen, und so güns­ti­ge­re Gesamt­prei­se erzie­len.

Ein Groß­teil der asia­ti­schen Län­der ist beim Kauf von Ener­gie­res­sour­cen auf Expor­teu­re im Nahen Osten ange­wie­sen, und auf­grund die­ser Abhän­gig­keit sind sie gezwun­gen, der­ar­ti­ge Prä­mi­en zu zah­len.

Ange­sichts der dro­hen­den US-Sank­tio­nen gegen den Iran und Vene­zue­las staat­li­che Ölge­sell­schaft PDVSA sowie der anhal­ten­den Ange­bots­kür­zun­gen der OPEC ver­su­chen asia­ti­sche Ölim­por­teu­re, ihre Risi­ken zu mini­mie­ren. So ver­han­delt Indi­en mit ver­schie­de­nen Akteu­ren auf dem Nah­ost-Markt auf der Suche nach zusätz­li­chem Roh­öl, um ein mög­li­ches Defi­zit zu ver­mei­den, da es gezwun­gen ist, den Kauf von ira­ni­schem Roh­öl ein­zu­stel­len.

Die Fra­ge ist : Haben wir als Ver­brau­cher­län­der Ver­hand­lungs­macht ? Obwohl wir viel­leicht nicht in der Lage sind, eine Koali­ti­on wie die OPEC zu bil­den, haben wir bestimm­te gemein­sa­me Zie­le, die wir errei­chen wol­len”, kom­men­tier­te ein Beam­ter die Ver­hand­lun­gen.

Die bei­den gro­ßen Ölim­por­teu­re Chi­na und Indi­en arbei­te­ten bereits im ver­gan­ge­nen Jahr dar­an, einen sol­chen Zusam­men­schluss zu bil­den. Im Juni 2018 teil­te das indi­sche Ölmi­nis­te­ri­um mit, dass Indi­en und Chi­na die Grün­dung eines “Ölkäu­fer­clubs” dis­ku­tiert haben, um mit den ölex­por­tie­ren­den Län­dern über bes­se­re Prei­se ver­han­deln zu kön­nen, und dass sie ver­su­chen wer­den, mehr US-Roh­öl zu impor­tie­ren, um den Ein­fluss der OPEC sowohl auf den glo­ba­len Ölmarkt als auch auf die Prei­se zu ver­rin­gern.

Nach Anga­ben der von Mint zitier­ten Beam­ten haben seit­her meh­re­re hoch­ran­gi­ge Tref­fen statt­ge­fun­den, auf denen Fort­schrit­te bei der “gemein­sa­men Beschaf­fung von Roh­öl” gemacht wur­den.

Neue Berich­te über die ver­stärk­te chi­ne­sisch-indi­sche Zusam­men­ar­beit zwecks einer mög­li­chen Grün­dung eines Ölkäu­fer­clubs über­schnit­ten sich in der ver­gan­ge­nen Woche mit dem Aus­lau­fen der US-Sank­ti­ons­aus­nah­men für aus­ge­wähl­te Kun­den ira­ni­schen Öls. Das Ende der US-Sank­tion­aus­nah­men wird vor allem Raf­fi­ne­ri­en in die­sen bei­den Ölim­port­län­dern betref­fen, die sich folg­lich dar­um bemü­hen müs­sen, Roh­öl aus ande­ren Quel­len zu bezie­hen oder eben sekun­dä­re US-Sank­tio­nen ris­kie­ren.

Pro­fes­sor Srik­anth Konda­pal­li der Jawa­harl­al Neh­ru Uni­ver­si­ty befür­wor­te­te die Plä­ne und ver­wies auf die Vor­tei­le eines sol­chen Zusam­men­schlus­ses für bei­de Län­der :

Chi­na und Indi­en soll­ten dies tun, um mehr Ver­hand­lungs­macht zu erlan­gen, um die Ölprei­se nach­hal­ti­ger zu machen”, so Konda­pal­li gegen­über der Glo­bal Times in einem kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Inter­view.

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BMW setzt auf Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA


BMW-Finanz­chef Nico­las Peter sag­te am Diens­tag auf der chi­ne­si­schen Auto­mes­se in der chi­ne­si­schen Hafen­me­tro­po­le Shang­hai : “Unser Ein­druck ist auch, da könn­te eine Lösung in den kom­men­den Wochen oder Mona­ten kom­men”. BMW impor­tiert vor allem SUVs der X-Modell­rei­he aus den USA nach Chi­na.

Das ers­te Quar­tal ist gut gelau­fen ohne die­se Straf­zöl­le und es sieht auch fürs zwei­te Quar­tal ja ganz ver­nünf­tig aus”, sag­te Peter. Es kön­ne bei einer Lösung des Han­dels­streits zwi­schen den bei­den Staa­ten auch sein, dass kei­ne wei­te­ren Ergeb­nis­be­las­tun­gen auf die Mün­che­ner zukom­men.

Auf sei­nem wich­tigs­ten Ein­zel­markt Chi­na will das Unter­neh­men ohne­hin trotz der aktu­el­len Markt­schwä­che ver­mehrt Autos ver­kau­fen. “Wir wer­den zwi­schen fünf und zehn Pro­zent in die­sem sta­gnie­ren­den Markt wach­sen und damit Seg­ment­an­tei­le gewin­nen”, mein­te Peter wei­ter. Pre­mi­um­au­to­bau­er trifft die Ver­un­si­che­rung der chi­ne­si­schen Auto­käu­fer im Ver­kauf der­zeit nicht so stark wie die Mas­sen­her­stel­ler, dar­un­ter etwa Volks­wa­gen.

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Die Nach­fra­ge in Groß­bri­tan­ni­en habe inter­es­san­ter­wei­se trotz der Unsi­cher­heit um den Bre­x­it aktu­ell kaum nach­ge­las­sen.

Unschön ist für uns die Unsi­cher­heit, wir brau­chen Sta­bi­li­tät für Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen.

Sor­gen macht sich der Mana­ger beim Absatz eher um die Kon­junk­tur in Süd­eu­ro­pa. Auch in den USA will BMW dage­gen beim Absatz zwi­schen einem und fünf Pro­zent zule­gen.

Einer in Medi­en­be­rich­ten kol­por­tier­ten mög­li­chen Zusam­men­ar­beit mit dem Riva­len Daim­ler bei der Ent­wick­lung von Platt­for­men für klei­ne­re Fahr­zeu­ge erteil­te Peter eine kla­re Absa­ge. “Das ist nicht der Plan.”

Mehr zum The­ma — Vor­ga­be für BMW-Werks­mit­ar­bei­ter in Gar­ching : Schwat­zen ja, aber bit­te nicht auf Tür­kisch

(rt deutsch/dpa) 

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China und Kroatien : Der Beginn eines “Diamantenzeitalters”


von Zlat­ko Per­ci­nic

Unbe­irrt vom immer stär­ker wer­den­den Gegen­wind aus Brüs­sel, setzt Chi­na emsig das Mega- und Genera­tio­nen­pro­jekt OBOR (One Belt, One Road) um. Wäh­rend die Euro­päi­sche Uni­on nach wie vor die größ­te Inves­to­rin auf dem süd­west­li­chen Bal­kan ist, hat­te sie in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­te kei­nen Kon­kur­ren­ten um Macht und Ein­fluss in der Regi­on. Für die Län­der des ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wi­en bedeu­te­te dies, dass sie sich den Bedin­gun­gen und Vor­stel­lun­gen Brüs­sels unter­ord­nen muss­ten, um an drin­gend benö­tig­te Gel­der aus EU-Struk­tur­fonds zu kom­men.

Die dar­aus ent­stan­de­ne Ent­wick­lung in die­sen Län­dern – vor allem bei den EU-Bei­tritts­kan­di­da­ten und Kroa­ti­en, das 2013 voll­wer­ti­ges EU-Mit­glied wur­de – hat nicht etwa wie erhofft zu einem posi­ti­ven Wan­del in der Wirt­schaft und Gesell­schaft geführt, son­dern blieb weit hin­ter den Erwar­tun­gen zurück. Das bestä­tig­te auch der Brüs­se­ler Büro­lei­ter der deut­schen regie­rungs­na­hen Denk­fa­brik Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik (SWP), Dušan Rel­jić. In einem Inter­view mit der schwei­ze­ri­schen Neue Zür­cher Zei­tung (NZZ) warn­te er bereits 2017, dass das “bis­he­ri­ge Modell nichts taugt”.

Euro­päi­sche Unter­neh­men, vor allem aus Deutsch­land und Ita­li­en, die tat­säch­lich mit groß­zü­gi­gen staat­li­chen Sub­ven­tio­nen eige­ne Nie­der­las­sun­gen in der Regi­on eröff­ne­ten, woll­ten am Ende ledig­lich von bil­li­gen Arbeits­kräf­ten pro­fi­tie­ren und hät­ten nicht viel für For­schung und Ent­wick­lung bei­getra­gen. So blieb “der Bal­kan die bil­li­ge Werk­bank an der Peri­phe­rie des EU-Wirt­schafts­raums”, sag­te Rel­jić.

In die­ses mit­hil­fe der EU ent­stan­de­ne Vaku­um stößt nun seit weni­gen Jah­ren Chi­na und bie­tet Län­dern wie dem neu­en Nord­ma­ze­do­ni­en, Ser­bi­en und Kroa­ti­en eine Alter­na­ti­ve an : Peking inves­tiert Mil­li­ar­den in den Aus­bau und Moder­ni­sie­rung von Infra­struk­tur- und Tech­no­lo­gie­pro­jek­ten, und dass ohne ver­meint­lich läs­ti­ge Vor­la­gen und Bedin­gun­gen. Aus rei­ner Nächs­ten­lie­be finan­ziert Peking die­se Pro­jek­te natür­lich nicht. Indem Häfen, Bahn­li­ni­en, Brü­cken und Kom­mu­ni­ka­ti­on moder­ni­siert oder gänz­lich neu gebaut wer­den, sichert sich das Reich der Mit­te die Mit­tel und Wege für die “Neue Sei­den­stra­ße”.

Mehr zum The­ma — Han­dels­um­satz auf Chi­nas Neu­er Sei­den­stra­ße über­steigt 5 Bil­lio­nen US-Dol­lar seit 2013

Kroa­ti­en kommt auf dem Bal­kan dabei eine füh­ren­de Rol­le zu. Nicht nur, dass es ein EU-Mit­glieds­staat ist, es liegt auch geo­stra­te­gisch an einer wich­ti­gen Dreh­schei­be mit Meer­zu­gang. Zagreb sieht sich bereits als Dreh­schrei­be für den Waren­ver­kehr von/nach Ost­eu­ro­pa bzw. Asi­en. Minis­ter­prä­si­dent Andrej Plenko­vić hat sich in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren ins­ge­samt fünf­mal mit sei­nem chi­ne­si­schen Amts­kol­le­gen Li Keqiang getrof­fen, so oft wie mit kei­nem ande­ren Kol­le­gen.

Nun folg­te das sechs­te Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den Minis­ter­prä­si­den­ten, zum ers­ten Mal in Kroa­ti­en. Der Besuch der von Li Keqiang ange­führ­ten 250-köp­fi­gen Dele­ga­ti­on in Zagreb fand im Vor­feld der “16+1-Kooperationskonferenz” statt, die am 11. und 12. April in der dal­ma­ti­schen Hafen­stadt Dubrov­nik statt­fin­det. Dar­an neh­men elf EU-Staa­ten (Bul­ga­ri­en, Est­land, Kroa­ti­en, Lett­land, Litau­en, Polen, Rumä­ni­en, die Slo­wa­kei, Slo­we­ni­en, Tsche­chi­en, Ungarn) und fünf Nicht-EU-Län­der (Alba­ni­en, Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na, Mon­te­ne­gro, Nord­ma­ze­do­ni­en, Ser­bi­en) sowie Chi­na teil. Die­ser auch als “CEEC & Chi­na” (Cen­tral and Eas­tern European Coun­tries and Chi­na) bekann­te Gip­fel fin­det zum neun­ten Mal statt und bringt fast alle ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten mit Chi­na an einen Tisch, um die Rah­men­be­din­gun­gen für die Umset­zung von OBOR zu schaf­fen.

In Kroa­ti­en hat Chi­na bereits mit einem Pres­ti­ge­pro­jekt begon­nen. Das Unter­neh­men Chi­na Road and Bridge Cor­po­ra­ti­on (CRBC) hat­te eine inter­na­tio­na­le Aus­schrei­bung für den Bau der Pel­ješac-Brü­cke gewon­nen, die die gleich­na­mi­ge Insel im Süden Kroa­ti­ens mit dem kroa­ti­schen Staats­ge­biet ver­bin­den soll. Der Bau der 2,4 Kilo­me­ter lan­gen und 55 Meter hohen Brü­cke hat bereits begon­nen und soll bis spä­tes­tens 2021 fer­tig­ge­stellt sein. 85 Pro­zent der Kos­ten von 2,08 Mil­li­ar­den Kuna (rund 270,2 Mil­lio­nen Euro) wer­den aus dem EU-Kohä­si­ons­fonds finan­ziert. Beim gemein­sa­men Besuch der bei­den Minis­ter­prä­si­den­ten auf der Bau­stell­te sprach Plenko­vić von einem “Pro­jekt des Frie­dens und der Sicher­heit”.

Bei dem Besuch der chi­ne­si­schen Dele­ga­ti­on wur­den auch neue Ver­trä­ge abge­schlos­sen. Kroa­ti­en soll Milch­pro­duk­te, Fleisch sowie Elek­tro­tech­nik lie­fern – Rimac Auto­mo­bi­li baut in Chi­na ein Werk für Elek­tro­bat­te­ri­en- und Moto­ren – und sogar Sport­aus­bil­der nach Chi­na schi­cken. Li mein­te, dass in sei­nem Land mit “500 Mil­lio­nen” Men­schen die größ­te Fan­ge­mein­de der kroa­ti­schen Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft exis­tiert.

Zudem soll Peking Inter­es­se gezeigt haben, den Indus­trie­ha­fen von Rije­ka zu moder­ni­sie­ren und aus­zu­bau­en sowie die Tra­di­ti­ons­werft Ulja­nik vor ihrem Unter­gang zu bewah­ren. Außer­dem ver­han­deln bei­de Län­der über den Aus­bau des Eisen­bahn­net­zes von Rije­ka nach Zagreb, um die Schiff­s­con­tai­ner schnel­ler und in grö­ße­rer Zahl in das euro­päi­sche Logis­tik­netz ein­zu­spei­sen. Von Zagreb aus sind die wei­te­ren wich­ti­gen Haupt­städ­te der Regi­on wie Wien und Buda­pest nicht mehr weit ent­fernt und schnell erreich­bar.

Der slo­we­ni­sche Außen­mi­nis­ter Miro Cer­ar äußer­te hin­ge­gen bereits sei­ne Befürch­tung, dass die chi­ne­si­schen Inves­ti­tio­nen in den Hafen Rije­ka den eige­nen Hafen von Koper in Bedräng­nis brin­gen könn­ten. Die­se Befürch­tung ist nicht unbe­grün­det : Chi­na plant auch Inves­ti­tio­nen in den ita­lie­ni­schen Hafen von Tri­est (sowie Genua, Paler­mo und Raven­na), der kei­ne 20 Kilo­me­ter von Koper ent­fernt ist.

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Wäh­rend sich Deutsch­land mit den USA über den Aus­bau eines 5G-Net­zes zusam­men mit Hua­wei strei­tet, haben Ber­nard Gršić, Staats­se­kre­tär für die Ent­wick­lung einer digi­ta­len Gesell­schaft, und der Direk­tor von Hua­wei in Kroa­ti­en, Zhang Heng, eine Absichts­er­klä­rung für die “digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on” unter­zeich­net. Gemeint ist damit die Ent­wick­lung von “Smart Cities”, gemein­sa­me For­schung und Ent­wick­lung im Bereich der Künst­li­chen Intel­li­genz, wis­sen­schaft­li­cher Aus­tausch und eben auch der Auf­bau eines 5G-Net­zes. In die­sem Bereich hat die kroa­ti­sche Tele­kom nach eige­nen Anga­ben bereits die Wei­chen gestellt und gehört zu den ers­ten Län­dern in Euro­pa, die die Funk­tio­na­li­tät unter rea­len Bedin­gun­gen erfolg­reich getes­tet haben. 

Kein Wun­der also, dass Li Keqiang von dem Beginn eines “Dia­man­ten­zeit­al­ters” zwi­schen Chi­na und Kroa­ti­en sprach und halb im Scherz mein­te, dass sich das “char­man­te Land mit den tau­send Inseln” auf einen Ansturm chi­ne­si­scher Gäs­te vor­be­rei­ten soll.

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Strategisches Schachmatt für die USA : Auch China entsendet Militär nach Venezuela


In zahl­rei­chen Medi­en­be­rich­ten wird erwähnt, dass die Grup­pe chi­ne­si­scher Mili­tär­an­ge­hö­ri­ger der­zeit 120 Mann umfasst und am 28. März auf der Kari­bik­in­sel Mar­ga­ri­ta vor dem vene­zo­la­ni­schen Fest­land ankam. Die chi­ne­si­schen Mili­tärs sol­len huma­ni­tä­re Hil­fe und mili­tä­ri­sche Ver­tei­di­gungs­gü­ter an die Regie­rungs­trup­pen lie­fern. Nach der Ent­la­dung sol­len die chi­ne­si­schen Trup­pen auf eine vene­zo­la­ni­sche Mili­tär­an­la­ge ver­legt wer­den.

Es ist ein für die bis­he­ri­ge Außen­po­li­tik Chi­nas unge­wöhn­li­cher Vor­gang. Peking setz­te auch bei dem Kon­flikt zwi­schen Cara­cas und den USA bis­her vor allem auf einen Aus­gleich und hielt sich mit Ver­ur­tei­lun­gen zurück. Umso erstaun­li­cher ist, dass die­se Ent­sen­dung von chi­ne­si­schen Mili­tär­ein­hei­ten nach Vene­zue­la bis jetzt inter­na­tio­nal nur von weni­gen Medi­en auf­ge­grif­fen wur­de.

Laut dem Stock­holm Inter­na­tio­nal Peace Rese­arch Insti­tu­te impor­tier­te Vene­zue­la allein zwi­schen 2010 und 2014 Waf­fen im Wert von 349 Mil­lio­nen Dol­lar aus Chi­na, dar­un­ter Radar­tech­nik, Flug­zeu­ge zur Aus­bil­dung von Pilo­ten, gepan­zer­te Fahr­zeu­ge und Ersatz­tei­le. Im Jahr 2017 sol­len es dann Pan­zer, Muni­ti­on, Uni­for­men, Infan­te­rie­aus­rüs­tung sowie Ersatz- und Ser­vice­tei­le für rus­si­sche Aus­rüs­tung gewe­sen sein.

Strategisches Schachmatt für die USA: Auch China entsendet Militär nach Venezuela
Chi­ne­si­sche Mili­tärs bei einem Will­kom­mens-Foto mit ihren vene­zo­la­ni­schen Kol­le­gen in der Nähe von Cara­cas

Vor einer Woche bereits hat­te Russ­land 100 Sol­da­ten nach Vene­zue­la ent­sandt, um eine mili­tä­ri­sche Aus­bil­dungs­ein­rich­tung für Hub­schrau­ber­pi­lo­ten zu instal­lie­ren. Da sich Mos­kau und Peking in der Regel außen­po­li­tisch kon­sul­tie­ren, gehen Beob­ach­ter davon aus, dass die Ent­sen­dung von Mili­tärs bei­der Län­der nach Vene­zue­la abge­stimmt erfolg­te.

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Sowohl Russ­land als auch Chi­na haben wirt­schaft­lich in Vene­zue­la erheb­lich inves­tiert, Chi­na dabei noch deut­lich mehr als Russ­land. Laut einem Bericht der Los Ange­les Times soll Chi­na dem süd­ame­ri­ka­ni­schem Land im Zeitrum von 2006 bis 2016 in etwa 62 Mil­li­ar­den Dol­lar gelie­hen haben. Vene­zue­la zahlt vor allem mit Öllie­fe­run­gen zurück. Mos­kau hat Vene­zue­la in den letz­ten Jah­ren 17 Mil­li­ar­den Dol­lar an Kre­di­ten und Inves­ti­tio­nen zur Ver­fü­gung gestellt. Zudem unter­zeich­ne­ten die bei­den Län­der im Dezem­ber 2018 ein neu­es Abkom­men, gemäß dem Russ­land wei­te­re sechs Mil­li­ar­den Dol­lar in Vene­zue­las Sek­tor von Öl und Gold inves­tie­ren wird.

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Laut ver­schie­de­nen Finanz­ex­per­ten sind es vor allem die rus­si­schen und chi­ne­si­schen Inves­ti­tio­nen, die den Zusam­men­bruch die­ses von Sank­tio­nen gebeu­tel­ten Lan­des ver­hin­dert haben. Es bleibt aller­dings abzu­war­ten, wie in Washing­ton, D.C. auf die Prä­senz von chi­ne­si­schem Mili­tär in Vene­zue­la reagiert wer­den wird. Schon die Ver­sen­dung von rus­si­schen Sol­da­ten wur­de in den USA mit schril­len Tönen kri­ti­siert.

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China versus USA : Dating-App für Homosexuelle für Spionage des US-Militärs missbraucht ?


Die chi­ne­si­sche Fir­ma für Spie­le für Mobil­te­le­fo­ne Bei­jing Kun­lun Tech Co., Ltd. ver­sucht, ihre belieb­te Dating-App Grin­dr LLC für die LGBT-Ange­hö­ri­gen zu ver­kau­fen, nach­dem das Com­mit­tee on For­eign Invest­ment in the United Sta­tes (CFIUS) Beden­ken über deren chi­ne­si­sche Besit­zer geäu­ßert hat. Es infor­mier­te die Fir­ma Kun­lun, dass ihr Besitz an der in West Hol­ly­wood ansäs­si­gen Fir­ma Grin­dr ein natio­na­les Risi­ko dar­stel­le, so berich­te­te Reu­ters und beruft sich auf zwei Quel­len, die nicht nament­lich genannt wer­den wol­len.

Die US-Sena­to­ren Edward Mar­ken und Richard Blu­men­thal schick­ten im letz­ten Jahr einen Brief an Grin­dr und for­der­ten Ant­wor­ten auf die Fra­ge, wie die App pri­va­te Nut­zer vor Daten­miss­brauch von chi­ne­si­scher Sei­te schüt­ze. Die Part­ner­bör­se zähl­te bis 2017 rund 27 Mil­lio­nen Nut­zer. Die App sam­mel­te die Daten der Nut­zer bezüg­lich des Wohn­orts, deren Nach­rich­ten und auch den HIV-Sta­tus der Nut­zer. Dies jedoch nur im Rah­men der Daten­schutz­richt­li­nie.

Bei­jing Kun­lun Tech Co., Ltd. ist benannt nach dem gleich­na­mi­gen Berg bzw. der Gebirgs­ket­te aus der chi­ne­si­schen Mytho­lo­gie. Ein Sym­bol, das die Ach­se zwi­schen Welt und Gött­lich­keit dar­stellt. Einen welt­li­chen Feh­ler mach­te das chi­ne­si­sche Unter­neh­men aller­dings, nach­dem es Grin­dr 2016 und 2018 über­nahm, ohne die Über­nah­me zur Prü­fung beim CFIUS ein­ge­reicht zu haben.

Die Ein­rei­chung zur Prü­fung beim CFIUS ist frei­wil­lig. 2016 zahl­te Kun­lun 93 Mil­lio­nen Dol­lar für Grin­dr. Ver­kauft wer­den soll Grin­dr nun mit­tels einer Auk­ti­on. Den Ver­kaufs­pro­zess lei­te­te die Invest­ment­bank Cowen Inc. Ein ähn­li­ches Schick­sal ereil­te die Chi­na Natio­nal Aero-Tech­no­lo­gy bei dem Ver­such, den Flug­zeug­tei­le­her­stel­ler Mam­co zu über­neh­men.

Pre­mier Li mit Ver­weis auf USA : Chi­na for­dert kei­ne Unter­neh­men auf, ande­re Län­der aus­zu­spio­nie­ren

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