Darf die Schweiz russische oder chinesische Kampfjets kaufen ?


Das Pro­jekt Air2030 läuft bereits auf Hoch­tou­ren. Bis Ende Janu­ar durf­ten die ange­frag­ten Her­stel­ler Lock­heed Mar­tin (F-35), Boe­ing (F/A-18E/F Super Hor­net), Saab (Gri­pen E), Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug GmbH (Euro­figh­ter) und Das­s­ault (Rafa­le) ihre ers­ten Ange­bo­te an das Eid­ge­nös­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, das Depar­te­ment für Ver­tei­di­gung, Bevöl­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) abge­ben. Ab dem Jahr 2025 sol­len dann die ers­ten neu­en Kampf­jets gelie­fert wer­den, um die seit 40 Jah­ren im Ein­satz ste­hen­den F-5 Tiger und spä­tes­tens ab 2030 die F/A-18 zu erset­zen.

Ins­ge­samt ver­fügt die Schweiz über 30 F/A-18-Mehr­zweck­kampf­flug­zeu­ge und 47 F-5-Abfang­jä­ger, wovon aller­dings 28 ein­ge­la­gert und nicht ein­satz­be­reit sind. Über­haupt wer­den die alten F-5 nur noch tags­über und bei gutem Wet­ter geflo­gen und sol­len bis zur end­gül­ti­gen Aus­mus­te­rung als “Feind­flug­zeu­ge” zu Übungs­zwe­cken benutzt wer­den, wie das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in Bern mit­teilt. 

Was bei der Beschaf­fung der neu­en Kampf­jets auf­fällt, ist, dass es sich aus­schließ­lich um west­li­che Kampf­sys­te­me han­delt : Lock­heed Mar­tin und Boe­ing aus den USA, Saab aus Schwe­den, Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug GmbH aus Deutsch­land und Das­s­ault aus Frank­reich. Wäh­rend Super Hor­net, Euro­figh­ter und Rafa­le bereits etwas älte­re Flug­zeug­ty­pen aus den 1990er Jah­ren sind, sind die F-35 und Gri­pen E die moderns­ten Sys­te­me, die zur Aus­wahl ste­hen. Aber was ist mit rus­si­schen oder chi­ne­si­schen Kampf­jets der fünf­ten Genera­ti­on, wie die Su-57 von Suchoi oder J-20 von Cheng­du ?

Die­se zwei Her­stel­ler wur­den über­haupt gar nicht in Erwä­gung gezo­gen, geschwei­ge denn für ein Ange­bot ange­fragt. Hier hört offen­sicht­lich die Neu­tra­li­tät der Eid­ge­nos­sen auf, obwohl “der Grund­satz der Neu­tra­li­tät die Beschaf­fung von Kriegs­ma­te­ri­al sowohl aus dem Wes­ten wie aus dem Osten gestat­tet”, wie das Eid­ge­nös­si­sche Mili­tär­de­par­te­ment schon vor über 60 Jah­ren fest­ge­hal­ten hat­te. Damals ging es um die Fra­ge, ob die Sowjet­uni­on bereit wäre, MiG-15 Kampf­flug­zeu­ge an die Schweiz zu lie­fern. Im Som­mer 1956 unter­brei­te­te dann Mos­kau tat­säch­lich ein Ange­bot, was die Schweiz “in Ver­le­gen­heit” brach­te und “nicht weni­gen Leu­ten in Bern die Zor­nes­rö­te ins Gesicht” trieb, wie die Stif­tung Lili­en­berg in ihrem Bericht “Her­aus­for­de­rung neu­es Kampf­flug­zeug für die Schweiz” schreibt.

Dass sich die Schweiz in punk­to Rüs­tungs­be­schaf­fung den­noch ent­schie­den hat, ihre Neu­tra­li­tät im engen Rah­men der west­li­chen Geo­po­li­tik zu defi­nie­ren, wer­tet der Luft­fahrt­ex­per­te und Prä­si­dent der Schwei­zer Avia­tik-Jour­na­lis­ten, Hans­jörg Egger, als “eine ver­pass­te Chan­ce”.

Gera­de der Schweiz als neu­tra­les Land wäre es gut ange­stan­den, bei der Eva­lua­ti­on auch einen chi­ne­si­schen oder rus­si­schen Kampf­jet zu berück­sich­ti­gen.

Doch Rena­to Kal­ber­mat­ten, Spre­cher des Ver­tei­di­gungs­de­par­te­ments in Bern, will davon nichts wis­sen. “Es wer­den schon allein aus Grün­den der Kom­pa­ti­bi­li­tät mit den bestehen­de Sys­te­men nur west­li­che Flug­zeu­ge eva­lu­iert”, schreibt er auf Anfra­ge der Aar­gau­er Zei­tung.

Ganz unrecht hat er damit nicht. Russ­land benutzt natür­lich eige­ne Elek­tro­nik- und Waf­fen­sys­te­me, genau­so wie es Chi­na, USA oder Frank­reich auch tun. Indi­en ist aber das bes­te Bei­spiel dafür, dass die Nut­zung von ver­schie­dens­ten Sys­te­men den­noch funk­tio­niert, wenn denn poli­ti­scher Wil­le dafür da ist. Die indi­schen Streit­kräf­te ver­fü­gen über Kampf­jets aus Russ­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en, Heli­ko­pter aus Russ­land und Frank­reich und Trans­port­flug­zeu­ge aus Russ­land, USA, Bra­si­li­en, Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en. Bei den indi­schen Waf­fen­sys­te­men sieht es ähn­lich bunt gemischt aus : eige­ne Ent­wick­lun­gen und Pro­duk­tio­nen, rus­si­sche, israe­li­sche und US-ame­ri­ka­ni­sche Sys­te­me bil­den das Rück­grat der indi­schen Ver­tei­di­gung.

Des­halb kann die Erklä­rung von Rena­to Kal­ber­mat­ten nicht wirk­lich über­zeu­gen. Selbst wenn es einer teil­wei­sen Umrüs­tung und Anpas­sung an die gewünsch­ten Sys­te­me bedarf, kann man den­noch davon aus­ge­hen, dass die Ein­spa­rung bei den Anschaf­fungs- und Unter­halts­kos­ten die­se recht­fer­ti­gen wür­de. Hans­jörg Egger sag­te dazu gegen­über RT Deutsch :

Was die Kom­pa­ti­bi­li­tät der Sys­te­me betrifft, so ist das natür­lich schon ein Argu­ment. Natür­lich müss­ten grö­ße­re Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den, was Radar und Kom­mu­ni­ka­ti­on betref­fen. Aber unser Flora­ko ist so oder so erneue­rungs­be­dürf­tig. In die­sem Zug wären die Anpas­sun­gen aus mei­ner Sicht mach­bar und bezahl­bar.

Es geht daher um das glei­che Dilem­ma wie schon im Jahr 1956 : die Schweiz hat Angst, sich vor den ande­ren euro­päi­schen Nach­barn, von denen fast alle NATO-Mit­glie­der sind, recht­fer­ti­gen zu müs­sen. Kal­ber­mat­ten gibt auch unum­wun­den zu, dass ein Kauf von rus­si­schen oder chi­ne­si­schen Kampf­jets “in der ange­spann­ten inter­na­tio­na­len Lage beson­ders erklä­rungs­be­dürf­tig” wäre.

Ein wei­te­rer Aspekt, den der Schwei­zer Luft­fahrt­ex­per­te bei der ver­pass­ten Chan­ce bedau­ert, ist die Fra­ge nach dem Tech­no­lo­gie­trans­fer. Die Schweiz hät­te bei einem Kauf eines moder­nen Kampf­jets der fünf­ten Genera­ti­on aus Russ­land oder Chi­na nicht nur von der Leis­tung pro­fi­tie­ren kön­nen :

Ver­pass­te Chan­ce ? Ja klar, wir hät­ten von einer Eva­lua­ti­on z.B. des Su-57 pro­fi­tie­ren kön­nen. Nicht nur, weil er ver­mut­lich weit weni­ger Kos­ten ver­ur­sa­chen wür­de als sein Gegen­part aus den USA, die F-35. Es hät­te ein inter­es­san­ter Tech­no­lo­gie­trans­fer statt­fin­den kön­nen. Viel­leicht hät­ten wir sogar bei der Wei­ter­ent­wick­lung mit­wir­ken und unse­ren Bei­trag leis­ten kön­nen. Ich den­ke, die Rus­sen wären koope­ra­ti­ver gewe­sen, nicht zuletzt, weil sie Part­ner und Inves­to­ren im Wes­ten suchen und weil die Schwei­zer Luft­waf­fe ja welt­weit einen sehr guten Ruf genießt und bekannt ist, dass in der Schweiz sehr akri­bisch und mus­ter­gül­tig eva­lu­iert wird. Für die Ame­ri­ka­ner sind wir nur ein klei­ner Fisch. Ihr Inter­es­se ist nicht über­aus groß, da ja nur eine rela­tiv klei­ne Stück­zahl beschafft wer­den soll. Und für unse­re Tech­ni­ker ist Vie­les an ame­ri­ka­ni­schen Flug­zeu­gen abso­lut tabu.

Hans­jörg Egger ist sich sicher, dass die Schwei­zer Luft­waf­fe mit eini­gen Su-57 oder J-20 im Bestand nicht von den ande­ren NATO-Part­nern iso­liert wür­de. Ganz im Gegen­teil :

Wür­de die Schwei­zer Luft­waf­fen die Su-57 oder J-20 betrei­ben, wür­de sie zu einem äußerst attrak­ti­ven und gefrag­ten Spar­ring-Part­ner für alle west­li­chen Luft­waf­fen. Wir hät­ten ein Flug­zeug der 5. Genera­ti­on, das in Tei­len dem F-35 sogar über­le­gen sein könn­te. Man hät­te bei einer Eva­lua­ti­on die Mög­lich­keit, die Flug­zeu­ge der 5. Genera­ti­on, näm­lich den F-35 und die bei­den Tarn­kap­pen­flug­zeu­ge aus dem Osten, direkt mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Nun eva­lu­iert die Schweiz vier Flug­zeu­ge der vier­ten Genera­ti­on und der F-35 ist kon­kur­renz­los.

Der Schweiz, die sich ger­ne als Mitt­le­rin bei Kon­flik­ten ver­steht, hät­te die­se Rol­le als Vor­rei­ter in Euro­pa bzw. im Wes­ten gut gestan­den. Bern hät­te die Mög­lich­keit gehabt, sich gera­de in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten zu posi­tio­nie­ren und gera­de in einem so sen­si­blen Bereich wie der Rüs­tung sich als Part­ner zwi­schen West und Ost anzu­bie­ten. Doch indem nicht ein­mal eine Anfra­ge in Betracht gezo­gen wur­de, hat die Schweiz eine gute Mög­lich­keit für eine eige­ne Initia­ti­ve ver­passt. 

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Jäger SU-27 fängt US-Spio­na­ge­flug­zeug über der Ost­see ab (Video)

RT Deutsch


US-Startup darf die erste Strafzahlung der Welt für illegalen Satellitenstart leisten


Dabei hat­te es so schön begon­nen : Swarm Tech­no­lo­gies ent­wi­ckelt Kleinst­sa­tel­li­ten namens „Space­BEEs“, mit denen — in gro­ßer Zahl — die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on welt­weit und kos­ten­güns­tig auch in Gegen­den zugäng­lich wer­den könn­te, in denen es dafür kei­ne ent­pre­chen­de Infra­struk­tur am Erd­bo­den gibt. Doch eben­die­ses Merk­mal wur­de der Fir­ma nun zum Ver­häng­nis : Die Ver­suchs­sa­tel­li­ten sei­en zu klein, um von den Sen­so­ren ande­rer Welt­raum­ob­jek­te oder der Boden­ra­da­re zur Satel­li­ten­über­wa­chung des US Space Sur­veil­lan­ce Net­work (dt.: Netz­werk zur Welt­raum­über­wa­chung) erfasst wer­den zu kön­nen, zitier­te Quartz die Behör­de.

Swarm Tech­no­lo­gies ließ die Satel­li­ten im Janu­ar 2018 von der indi­schen Welt­raum­be­hör­de Indian Space Rese­arch Orga­ni­za­ti­on (ISRO) auf deren Polar Satel­li­te Launch Vehi­cle vom indi­schen Ter­ri­to­ri­um aus in den Welt­raum brin­gen. Den­noch hat die FCC nach Aus­le­gung der US-Geset­ze die Auf­sichts­pflicht und die Befug­nis, über alle kom­mer­zi­el­len US-Satel­li­ten zu ent­schei­den, auch wenn die­se nicht von den USA aus gestar­tet wer­den.

Mehr zum The­ma – Im letz­ten Moment : Rake­ten­flug von SpaceX sie­ben Minu­ten vor dem Start gecan­celt

RT Deutsch


Mit Erlaubnis der Rada – ukrainischer Grenzschutz darf ohne Vorwarnung das Feuer eröffnen


Ohne Vor­war­nung darf der ukrai­ni­sche Grenz­schutz das Feu­er eröff­nen, wenn dies “zur Abwehr eines bewaff­ne­ten Über­falls oder eines Ein­falls bewaff­ne­ter mili­tä­ri­scher Grup­pen oder Ver­bre­cher­grup­pie­run­gen auf das Ter­ri­to­ri­um der Ukrai­ne ; zur [erzwun­ge­nen] Bei­le­gung bewaff­ne­ter Kon­flik­te und Pro­vo­ka­tio­nen ; zur Abwehr eines Über­falls […] auf mili­tä­ri­sche und zivi­le Schif­fe und Boo­te des Staat­li­chen Grenz­schutz­diens­tes der Ukrai­ne oder ande­re zivi­le Was­ser­fahr­zeu­ge der Ukrai­ne” die­ne, zitiert die rus­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur RIA Nowos­ti die Ver­ord­nung des ukrai­ni­schen Par­la­ments. Warn­schüs­se, die Schif­fe etwa bei Ver­fol­gung von Grenz­ver­stö­ßen abge­ben dür­fen, wer­den in einem sepa­ra­ten Punkt des Doku­ments bespro­chen.

Fer­ner führt die­ses Doku­ment eine soge­nann­te “angren­zen­de Zone” der Ukrai­ne zur See ein und legt die­se fest : Dies ist eine Zone in der offe­nen See, die an ein ter­ri­to­ria­les See­ge­wäs­ser der Ukrai­ne angrenzt, des­sen Außen­gren­ze wie­der­um nicht wei­ter als 24 See­mei­len vom Ufer ent­fernt ver­läuft. Die “angren­zen­de Zone” zur See soll 12 See­mei­len breit sein.

Mehr zum The­ma – Wie der Kon­flikt im Asow­schen Meer begann : Die Fest­set­zung des rus­si­schen Fisch­kut­ters “Nord”

RT Deutsch


Spanisches Fischerboot mit Migranten darf nach Malta


Die Men­schen waren von der Küs­te Nord­afri­kas aus in See gesto­chen. Nach der Ret­tung am Don­ners­tag vor einer Woche bekam der Kapi­tän des Schiffs “Nues­tra Madre Lore­to” aber weder von Ita­li­en noch von Mal­ta die Erlaub­nis, in einen Hafen ein­zu­fah­ren. Der Kapi­tän sag­te der spa­ni­schen Zei­tung El País, dass sich die Migran­ten gewei­gert hät­ten, zurück in das Bür­ger­kriegs­land Liby­en gebracht zu wer­den.

Ita­li­en hat sei­ne Häfen für Migran­ten wei­test­ge­hend geschlos­sen. Auch Mal­ta hat Schif­fen mit Flücht­lin­gen mehr­mals die Ein­fahrt unter­sagt. Bei­de Län­der pochen dar­auf, dass ankom­men­de Migran­ten in Euro­pa ver­teilt wer­den sol­len. (dpa)

Mehr zum The­ma — Mehr als 200 Migran­ten lan­den auf Sizi­li­en

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Altkanzler Schröder : Deutschland darf sich von USA nicht wie ein besetztes Land behandeln lassen


Im Gespräch mit Reu­ters über die außen­po­li­ti­sche Aus­rich­tung Deutsch­lands, äußer­te sich der erfah­re­ne deut­sche Poli­ti­ker auch über den US-Bot­schaf­ter in Ber­lin. Des­sen Geba­ren deu­te dar­auf hin, dass er die Ver­ei­nig­ten Staa­ten als aktu­el­le Beset­zer Deutsch­lands hal­te.

Wir kön­nen es nicht akzep­tie­ren, wie ein besetz­tes Land behan­delt zu wer­den. Wenn ich mir das Ver­hal­ten des US-Bot­schaf­ters in Deutsch­land anse­he, habe ich den Ein­druck, dass er sich eher als Besat­zungs­of­fi­zier denn als Bot­schaf­ter in einem sou­ve­rä­nen Land sieht.

Grenell, der im Mai zu sei­nem jet­zi­gen Job beru­fen wur­de, hat mehr­fach für Auf­se­hen gesorgt. Eini­ge Ber­li­ner Abge­ord­ne­te for­der­ten bereits sei­ne Aus­wei­sung wegen sei­ner aus­drück­li­chen Sym­pa­thie für die euro­päi­schen rechts­ge­rich­te­ten poli­ti­schen Kräf­te und eines ener­gi­schen Ansat­zes bei der För­de­rung der Inter­es­sen ame­ri­ka­ni­scher Unter­neh­men inmit­ten eines dro­hen­den Han­dels­krie­ges mit der EU

Schrö­der for­der­te in dem Inter­view enge­re Bezie­hun­gen zwi­schen Deutsch­land und Chi­na und sag­te, dies wer­de bei­den Län­dern hel­fen, die natio­na­lis­ti­sche Poli­tik von US-Prä­si­dent Donald Trump zu bekämp­fen.

Mehr zum The­ma — So mischt US-Bot­schaf­ter Grenell die deut­sche Wirt­schaft auf

Er warn­te vor einer Ver­teu­fe­lung Pekings und argu­men­tier­te, dass chi­ne­si­sche Inves­to­ren gegen­über der ame­ri­ka­ni­schen “Heu­schre­cke” vor­zu­zie­hen sei­en — ein Begriff, den sein Par­tei­kol­le­ge Franz Mün­te­fe­ring zur Beschrei­bung US-ame­ri­ka­ni­scher Finanz­un­ter­neh­men ver­wen­de­te.

Wir haben eine Viel­zahl Inves­to­ren, deren indus­tri­el­le Inter­es­sen weit zwei­fel­haf­ter sind als die derer, die aus Chi­na kom­men“, so Schrö­der. „Chi­ne­si­sche Inves­to­ren brin­gen wenigs­tens einen Markt mit. Das kann man von den Finanz­in­ves­to­ren, den soge­nann­ten Heu­schre­cken, nicht gera­de sagen.“

Die Län­der, die von Kon­flik­ten betrof­fen sind, wel­che von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus­ge­hen, soll­ten näher zusam­men rücken. Statt sich auf­stel­len zu las­sen als Teil eines ame­ri­ka­ni­schen Han­dels­kon­flikts mit Chi­na, müs­se Deutsch­land sei­ne Export-Inter­es­sen im chi­ne­si­schen Markt ent­schlos­sen wahr­neh­men.

Schrö­der, 74, setzt sich seit lan­gem für eine Annä­he­rung an Russ­land und Chi­na ein. Wäh­rend sei­ner Amts­zeit arbei­te­te er dar­an, ein Pipe­line-Pro­jekt vor­an­zu­trei­ben, das rus­si­sches Gas nach Euro­pa lie­fert und wur­de nach sei­nem Aus­schei­den lei­ten­der Ange­stell­ter der Nord Stream AG, wel­che jetzt die Pipe­line lei­tet.

Grenell beeil­te sich, erneut “rich­tig und falsch” für ande­re dar­zu­le­gen und ver­such­te per Twit­ter, einer­seits Schrö­der als “Putins Lobbyisten“anzugreifen und ande­rer­seits Reu­ters mit der Behaup­tung, dass der Nach­rich­ten­dienst “Putins Bot­schaft” ver­brei­te.

Mehr zum The­ma — MdB Andrej Hun­ko (LINKE): US-Bot­schaf­ter Grenell “soll­te aus­ge­wie­sen wer­den” (Video)

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Gericht : Presseteam der Polizei darf bei Demos nicht fotografieren


Die Poli­zei Essen hat­te die Bil­der bei einer Kund­ge­bung eines lin­ken Bünd­nis­ses im Mai gemacht und bei Face­book und Twit­ter ver­öf­fent­licht. Zwei Teil­neh­mer hat­ten dage­gen geklagt, dass sie, wenn auch in grö­ße­rer Grup­pe, abge­lich­tet wor­den waren.

Schon dass die Poli­zei bei der Demo für die Demons­tran­ten wahr­nehm­bar foto­gra­fiert hat­te, sei rechts­wid­rig, urteil­ten die Rich­ter. Es dür­fe bei Kund­ge­bun­gen erst gar nicht der Ein­druck von staat­li­cher Über­wa­chung ent­ste­hen. Foto­gra­fie­ren­de Poli­zei­be­am­te könn­ten ein­schüch­ternd wir­ken und Demons­tran­ten von der Aus­übung ihres Grund­rechts auf Ver­samm­lungs­frei­heit abhal­ten. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Die Poli­zei hat­te die Auf­nah­men damit begrün­det, sie wol­le die Bevöl­ke­rung trans­pa­rent und “am Puls der Zeit” über ihre Arbeit infor­mie­ren, wie dies auch vom nord­rhein-west­fä­li­schen Innen­mi­nis­te­ri­um gefor­dert sei. (dpa)

Mehr zum The­ma — ZDF-Fron­tal nach Eska­la­ti­on bei Mer­kel-Besuch in Dres­den : “Poli­zei als Exe­ku­ti­ve von Pegi­da und AfD”

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Präsidentschaftswahlen in Brasilien : Ex-Präsident Lula darf nicht wählen


von Maria Mül­ler

Das Obers­te Wahl­ge­richt Bra­si­li­ens hat eine erneu­te Schi­ka­ne gegen den inhaf­tier­ten frü­he­ren Prä­si­den­ten Luiz Iña­cio Lula da Sil­va beschlos­sen. Dies­mal ent­zie­hen ihm die Rich­ter sein ver­fas­sungs­mä­ßig ver­brief­tes Recht, sei­ne Stim­me bei den Wah­len am kom­men­den Sonn­tag abzu­ge­ben.

An die­ser Stel­le sei dar­an erin­nert, dass der UN-Men­schen­rechts­aus­schuss Bra­si­li­en auf­for­der­te, Lulas poli­ti­sche und zivi­le Rech­te zu respek­tie­ren. Dem­ge­mäß hät­te er trotz sei­ner Inhaf­tie­rung Zugang zu den Medi­en erhal­ten müs­sen und sich über Sky­pe an den Fern­seh­de­bat­ten der Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten betei­li­gen kön­nen. Doch der noch amtie­ren­de Prä­si­dent Michel Temer erklär­te die Beur­tei­lung der UNO als nicht bin­dend und ver­wei­ger­te Lula jed­we­de Kam­pa­gnen-Akti­vi­tät.

Die Begrün­dung des obers­ten Wahl­ge­richts ist zynisch. Einer­seits bestä­ti­gen die Rich­ter, dass Lulas Wahl­recht unver­äu­ßer­lich ist, argu­men­tie­ren aber ande­rer­seits, dass er sich aus rein tech­ni­schen Grün­den nicht betei­li­gen kön­ne. Grund : Um eine Wahl­ur­ne im Poli­zei­ge­fäng­nis in Curi­ti­ba auf­zu­stel­len, müss­ten min­des­tens 20 Gefan­ge­ne an die­sem Wahl­tisch abstim­men. Wobei weder das Gericht noch die Poli­zei Anga­ben dar­über mach­ten, wie vie­le Inhaf­tier­te dort wäh­len möch­ten. Es sei zu spät, das noch zu klä­ren, hieß es sei­tens der Rich­ter. Das Gericht hat sei­ne Ent­schei­dung bis vier Tage vor dem Ter­min ver­zö­gert. War­um Lula nicht in einem der Wahl­lo­ka­le der Stadt sei­ne Stim­me abge­ben kann, wird erst gar nicht erwähnt.

An sol­chen Manö­vern wird über­deut­lich, dass die Jus­tiz tat­säch­lich mit allen Mit­teln den bis vor Kur­zem aus­sichts­reichs­ten Kan­di­da­ten poli­tisch ver­folgt. Die Stimm­ab­ga­be als öffent­li­cher Akt hät­te sei­nen Anhän­gern sicher­lich Mut gemacht und womög­lich unschlüs­si­ge Wäh­ler noch mobi­li­siert.

Das obers­te Wahl­ge­richt beschnei­det auch die Betei­li­gung der unters­ten Schich­ten am Urnen­gang. Es hat 3,6 Mil­lio­nen Bra­si­lia­nern das Recht auf Wahl­be­tei­li­gung ent­zo­gen – die meis­ten davon im ver­arm­ten Nord­os­ten des Lan­des, der Hoch­burg der Arbei­ter­par­tei (PT) Lulas. Grund dafür sei die Tat­sa­che, dass ein gro­ßer Teil sei­ne Fin­ger­ab­drü­cke seit 2016 nicht hat regis­trie­ren las­sen, um mit dem bio­me­tri­schen digi­ta­len Sys­tem zu wäh­len. Auch die­se Ent­schei­dung kommt fünf Tage vor dem Wahl­ter­min, so dass die Betref­fen­den kei­ne Zeit mehr haben, dage­gen noch wirk­sam Ein­spruch zu erhe­ben. Kri­ti­ker füh­ren an, dass die Bevöl­ke­rung nicht genü­gend infor­miert wor­den sei. Doch auch die abge­schnit­te­ne Situa­ti­on in den fer­nen Regio­nen des Nord-Osten Bra­si­li­ens spielt dabei eine Rol­le.

Die Fern­seh­dis­kus­sio­nen der Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten zei­gen eine kla­re Stra­te­gie, um den Kan­di­da­ten der Arbei­ter­par­tei (PT), Fer­nan­do Had­dad, zu blo­ckie­ren. Von den ins­ge­samt acht Kan­di­da­ten erhal­ten laut Umfra­gen vier nur zwi­schen ein und zwei Pro­zent, doch alle sind bei den Dis­kus­sio­nen dabei und bom­bar­die­ren Had­dad mit Anschul­di­gun­gen. Auf die­se Wei­se ist er gezwun­gen, sich zu ver­tei­di­gen und kann sein poli­ti­sches Pro­gramm wenig oder gar nicht erklä­ren.

Die bei einem zwei­ten Wahl­gang mög­li­chen Bünd­nis­se mit Ciro Gomes (kon­ser­va­ti­ver Sozi­al­de­mo­krat), Geral­do Alck­min (kon­ser­va­ti­ver Neo­li­be­ra­ler) und Mari­na da Sil­va (Grü­ne) sind noch unsi­cher. Sie könn­ten gemein­sam mit Had­dad einen Sieg des als Faschis­ten bezeich­ne­ten Jair Bol­so­na­ro ver­hin­dern.

Doch wäh­rend die Wäh­ler der rech­ten Split­ter­par­tei­en inzwi­schen begrif­fen haben, dass ihre Kan­di­da­ten kei­ne Chan­ce haben und sich nun hin­ter Jair Bol­so­na­ro for­mie­ren, schei­nen die Mit­te-links-Wäh­ler die­sen Pro­zess (noch) nicht so klar voll­zo­gen zu haben.

Das hat auch Grün­de in der Wahl­kampf­be­ein­flus­sung durch den unsäg­li­chen Rich­ter Moro, der Lula zu zwölf Jah­ren Haft ver­ur­teilt hat. Vor weni­gen Tagen ver­öf­fent­lich­te er bis­lang gehei­me Aus­sa­gen eines Kron­zeu­gen in den Unter­su­chun­gen gegen Lula, was ver­fah­rens­tech­nisch unkor­rekt ist. Selbst die Staats­an­walt­schaft hat­te das Mate­ri­al ver­wor­fen, weil kei­ner­lei Bewei­se dafür vor­han­den sind. Doch das Manö­ver reich­te für neu­er­li­che Schlag­zei­len in den Mas­sen­me­di­en, die in der End­pha­se des Wahl­kamp­fes die öffent­li­che Mei­nung beein­flus­sen.

Mehr zum The­ma — Bra­si­li­en vor der Wahl : Kopf-an-Kopf-Ren­nen zwi­schen lin­kem und rech­tem Kan­di­da­ten

All die­se gut orches­trier­ten Manö­ver ver­hel­fen dem rechts­ex­tre­men Jair Bol­so­na­ro, einem Reser­ve­of­fi­zier der Luft­waf­fe, zu Stim­men­zu­wachs. Das bra­si­lia­ni­sche Mili­tär soll eben­falls über­wie­gend hin­ter ihm ste­hen.

Am ver­gan­ge­nen Diens­tag wur­den die neu­es­ten Umfra­ge­er­geb­nis­se, dies­mal von Red Glo­bo, bekannt gege­ben. Danach ver­bes­ser­te Bol­so­na­ro sei­ne Chan­cen über­ra­schend und kam von 28 Pro­zent auf 31 Pro­zent. Sein Wider­sa­cher Fer­nan­do Had­dad (PT) sta­gnier­te hin­ge­gen bei rund 22 Pro­zent. Als drit­ter Kan­di­dat kommt Ciro Gomes, der einen Punkt ver­lor und nun elf Pro­zent erhält. Geral­do Ack­min von der PSDB hat wei­ter­hin acht Pro­zent, Mari­na da Sil­va (Grü­ne) fiel von sechs auf vier Pro­zent.

In der Umfra­ge wird auch das Ergeb­nis einer mög­li­chen zwei­ten Run­de berech­net. Dem­nächst gäbe es ein tech­ni­sches Patt zwi­schen Bol­so­na­ro und Had­dad mit jeweils 42 Pro­zent. Vor knapp einer Woche über­run­de­te Had­dad mit 42 Pro­zent Bol­so­na­ro, der 39 Pro­zent erhal­ten hät­te.

Die Wah­len in Bra­si­li­en, dem größ­ten Land Latein­ame­ri­kas, wer­den das wei­te­re Schick­sal des Kon­ti­nents ent­schei­den. Wenn sich in Bra­si­li­en eine von faschis­ti­schen Vor­stel­lun­gen und dem Mili­tär gepräg­te Regie­rung instal­liert, wächst damit auch die Gefahr eines Krie­ges gegen Vene­zue­la. Die Kräf­te­ver­hält­nis­se in den Nach­bar­län­dern Bra­si­li­ens ste­hen dann unter noch grö­ße­rem Druck von rechts.

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Tattoo ist kein Tabu : Bewerber darf trotz Unterarm-Tätowierung Polizist werden


Das zustän­di­ge Lan­des­amt hat­te sich bei sei­ner Ableh­nung auf einen Erlass der Lan­des­ver­wal­tung gestützt, der die Regle­men­tie­rung von zuläs­si­gen Täto­wie­run­gen bei Beam­ten regelt. Im Fall des ange­hen­den Poli­zis­ten war das Tat­too ein Pro­blem, weil es beim Tra­gen der Som­mer­uni­form gut sicht­bar ist. Sei­ne Auto­ri­tät und die gebo­te­ne Neu­tra­li­tät sei beein­träch­tigt, lau­te­te die Kri­tik.

Das OVG aber lehn­te die Beru­fung des Lan­des ab. Für eine sol­che Ent­schei­dung feh­le eine gesetz­li­che Grund­la­ge, wel­che Täto­wie­run­gen im Beam­ten­ver­hält­nis zuläs­sig sind. Ein Erlass der Ver­wal­tung sei nicht aus­rei­chend, heißt es in der Begrün­dung des OVG.

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Der Klä­ger wur­de in der Zwi­schen­zeit ver­ei­digt und arbei­tet als Poli­zist. Das Land hat­te ihn unter Vor­be­halt in das Beam­ten-Ver­hält­nis über­nom­men. (dpa)

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