Darf ich Euch bitte ein wenig bombardieren ? — Trumps “Angebot” an den Iran


von Rai­ner Rupp

Am 20. Juni hat­te der Iran über sei­nem Hoheits­ge­biet eine US-ame­ri­ka­ni­sche Spio­na­ge­droh­ne abge­schos­sen. Die­ser Abschuss ent­hielt zual­ler­erst die Bot­schaft an Washing­ton : Der Iran ist sich des­sen bewusst, dass sich der US-Prä­si­dent mit sei­ner Iran-Poli­tik selbst in eine Sack­gas­se manö­vriert hat. Der für Trump sehr pein­li­che Droh­nen­ab­schuss kam eine Woche nach dem Start sei­ner Kam­pa­gne für eine mög­li­che Wie­der­wahl.

Die zwei­te Bot­schaft dar­in war, dass der Iran nicht vom mili­tä­ri­schen Auf­marsch der Ame­ri­ka­ner beein­druckt ist und sich für einen umfas­sen­den Krieg vor­be­rei­tet sieht, unab­hän­gig von den Kon­se­quen­zen.

US-Prä­si­dent Trump ent­schied, nicht gegen Iran mili­tä­risch zurück­zu­schla­gen. Statt­des­sen wur­de vom Wei­ßen Haus eine herz­er­wei­chen­de Geschich­te ver­brei­tet, wonach der angeb­lich bereits befoh­le­ne Rake­ten­an­griff gegen den Iran buch­stäb­lich zehn Minu­ten vor des­sen Aus­füh­rung von Trump gestoppt wor­den sei. Der angeb­li­che Grund sei gewe­sen : Der US-Prä­si­dent woll­te nicht das Leben von 150 ira­ni­schen Men­schen gefähr­den, die andern­falls dabei höchst­wahr­schein­lich umge­kom­men wären. Und wenn eine Geschich­te zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist sie in der Regel auch nicht wahr.

Mehr zum The­ma — “Nicht ver­hält­nis­mä­ßig”: Trump blies Angriff im letz­ten Augen­blick ab

Tat­säch­lich haben sich seit­her Hin­wei­se ver­dich­tet, dass die gan­ze Sto­ry ein Fake war, um im Fahr­was­ser des ira­ni­schen Droh­nen­ab­schus­ses einen Gesichts­ver­lust des US-Prä­si­den­ten zu ver­hin­dern. Tat­säch­lich soll sich im Hin­ter­grund eine auf den ers­ten Blick noch ver­rück­te­re Sto­ry abge­spielt haben, die inzwi­schen jedoch von etli­chen seriö­sen Quel­len bestä­tigt wur­de.

Tat­säch­lich habe Trump gar nicht ernst­haft dar­an gedacht, den Iran zu bom­bar­die­ren. Mit den unüber­seh­ba­ren schwe­ren Fol­gen habe er nicht sei­ne Prä­si­dent­schaft aufs Spiel set­zen wol­len. Viel­mehr habe er doch tat­säch­lich – so sagen jetzt über­ein­stim­mend unter­schied­li­che Quel­len – bei der Regie­rung in Tehe­ran um Ein­ver­ständ­nis nach­ge­sucht, einen sym­bo­li­schen “Angriff” gegen einen lee­ren Wüs­ten­ort auf ira­ni­schem Ter­ri­to­ri­um durch­füh­ren zu kön­nen. Damit hät­te er öffent­lich sein Gesicht als US-Prä­si­dent und als “har­ter Kerl”, mit dem nicht zu spa­ßen ist, sowohl zu Hau­se als auch vor der Welt wah­ren kön­nen. Wie inzwi­schen bekannt wur­de, hat­te der Iran die­sem Ange­bot nicht zuge­stimmt.

Eine der Depe­schen des ehe­ma­li­gen bri­ti­schen Bot­schaf­ters in den USA, Sir Kim Dar­roch, an das bri­ti­sche Außen­amt in Lon­don, deren Inhal­te Anfang die­ser Woche an die Pres­se durch­ge­sto­chen wur­den, schei­nen die­se Geschich­te zu bestä­ti­gen. Dar­in heißt es unter ande­rem als Erklä­rung für Trumps Ver­hal­ten, es sei wahr­schein­li­cher, dass Trump nie­mals voll­stän­dig für einen Angriff gegen den Iran hät­te gewon­nen wer­den kön­nen, weil er sich Sor­gen dar­über mach­te, wie sich eine sol­che offen­sicht­li­che Kehrt­wen­de – weg von sei­nem Wahl­ver­spre­chen im Jahr 2016 – auf die Chan­cen sei­ner Wie­der­wahl im Jahr 2020 aus­wir­ken könn­te.

Mehr zum The­ma — Nach Bot­schaf­ter-Leak : Groß­bri­tan­ni­en ver­sucht, Trump zu beschwich­ti­gen

In die glei­che Rich­tung weist auch ein Bericht des nor­ma­ler­wei­se gut infor­mier­ten Mit­tel­ost-Ken­ners Eli­jah Magnier. Der bezieht sich auf nament­lich nicht genann­te “gut infor­mier­te Quel­len”, denen zufol­ge US-Geheim­diens­te über Ver­mitt­lung eines Dritt­staa­tes in Tehe­ran einen Vor­schlag auf­ge­tischt hat­ten, in dem Trump die Ira­ner ersucht habe, zwei oder drei klar defi­nier­te Zie­le im Iran bom­bar­die­ren zu dür­fen, wel­che die Ira­ner zuvor auch noch selbst bestim­men soll­ten. Dadurch wür­den bei­de Län­der, USA und Iran, als Gewin­ner aus die­ser Kri­se her­vor­ge­hen : Iran wür­de nur zum Schein und kein wirk­li­cher Scha­den zuge­fügt und Trump sähe als ein Mann, der “durch­greift”, bei sei­nen Wäh­lern zu Hau­se gut aus.

Der Iran habe – so Magnier – das Ange­bot kate­go­risch ablehnt und geant­wor­tet, dass selbst ein Angriff auf einen lee­ren Sand­strand einen Rake­ten­start gegen US-Zie­le im Golf aus­lö­sen wür­de.

Ein hoch­ran­gi­ger ira­ni­scher Gene­ral hat Magniers Bericht inzwi­schen bestä­tigt. Bri­ga­de­ge­ne­ral Gholam Reza Jala­li, der Lei­ter der ira­ni­schen Zivil­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on erklär­te Anfang der Woche, dass Washing­ton kürz­lich Tehe­ran auf diplo­ma­ti­schem Wege gebe­ten habe, nach dem Abschuss einer US-Spio­na­ge­droh­ne durch das Ira­ni­sche Revo­lu­ti­ons­gar­de­corps (IRGC) eine klei­ne Ope­ra­ti­on im ira­ni­schen Luft­raum durch­füh­ren zu dür­fen. Iran habe den Antrag der USA kate­go­risch abge­lehnt und erklärt, er wer­de auf jeden Angriffs­akt reagie­ren. Die Isla­mi­sche Repu­blik Iran habe geant­wor­tet, dass sie “jede US-Ope­ra­ti­on gegen Iran als Krieg ansieht und eine ver­nich­ten­de Ant­wort dar­auf geben wird. Sie (die USA) kön­nen einen Krieg begin­nen, aber es ist der Iran, der ihn been­den wird”, sag­te der Gene­ral am ver­gan­ge­nen Sonn­tag.

Wie wohl die Anfra­ge Trumps aus­ge­se­hen haben mag ? Viel­leicht so :

An den Staats­prä­si­den­ten der Isla­mi­schen Repu­blik Iran

Sehr geehr­ter Herr Roha­ni !

Es ist drin­gend, es muss so aus­se­hen, als ob ich robust gegen Ihr Land vor­ge­he.

Könn­ten Sie mir bit­te drei Zie­le in Ihrem Land nen­nen, die ich bom­bar­die­ren darf, ohne dass ich viel Scha­den anrich­te und ohne dass Sie dar­auf reagie­ren ?

Bit­te bald, mit freund­li­chen Grü­ßen.

Donald Trump

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Mehr zum The­ma — Ver­stö­rend : USA ver­such­ten, einen ira­ni­schen Abschuss zu pro­vo­zie­ren 

RT Deutsch


Alice Schwarzer : Satire darf auch vor Religion nicht haltmachen


Vor dem Hin­ter­grund der Kri­tik an der Car­too­nis­tin ihrer Zeit­schrift Fran­zis­ka Becker sag­te Emma-Her­aus­ge­be­rin Ali­ce Schwar­zer, Sati­re habe aus ihrer Sicht kei­ne Gren­zen. Schwar­zer wört­lich : “Und sie darf auch kei­ne haben.”

Die über­spitz­te Wie­der­ga­be der Rea­li­tät sei nötig, um den Men­schen die Augen zu öff­nen. “Genau das ist die Auf­ga­be eines Sati­ri­kers.”

Die deutsch-tür­ki­sche Blog­ge­rin Sibel Schick bezich­tig­te Becker der Dis­kri­mi­nie­rung Kopf­tuch tra­gen­der Mus­li­min­nen, die die­se künst­le­risch mit IS-Kämp­fe­rin­nen gesetzt hat­te.

Hin­ter­grund ist die Ver­lei­hung der Hed­wig-Dohm-Urkun­de des Jour­na­lis­tin­nen­bun­des an Becker für ihr Lebens­werk. Becker wird am 10. Juli 70 Jah­re alt. Bis vor weni­gen Jah­ren zier­ten ihre Kari­ka­tu­ren jede Emma-Aus­ga­be, heu­te ver­öf­fent­licht sie aber weni­ger. Aus Sicht Schwar­zers hat ihre lang­jäh­ri­ge Freun­din nur eine ein­zi­ge Schwä­che :

Sie ist manch­mal zu lieb. Und ich habe sie immer zur Schär­fe und Unver­bind­lich­keit ermu­tigt.

Tabus für Sati­re darf es nach Über­zeu­gung Schwar­zers auch beim isla­mi­schen Reli­gi­ons­stif­ter Moham­med nicht geben : 

Es ist trau­rig und lächer­lich, dass die isla­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­ten for­dern, ihr Pro­phet dür­fe nicht Gegen­stand von Dar­stel­lung und Sati­re sein.

Selbst­ver­ständ­lich müss­ten auch die Fana­ti­ker und ihre Got­tes­bil­der ver­spot­tet wer­den dür­fen. Das gel­te für den Islam wie für das Chris­ten­tum und die Juden. Alle drei habe Becker schon auf den Arm genom­men.

Der Künst­le­rin eine angeb­li­che Mus­lim­feind­lich­keit und Ras­sis­mus zu unter­stel­len, sei empö­rend. In ihren Car­toons zum Islam gehe es ja nicht um den Glau­ben oder die Her­kunft der Men­schen, son­dern um die poli­ti­sche Radi­ka­li­sie­rung und den Miss­brauch des Islam, etwa zur Recht­fer­ti­gung der Ver­schleie­rung von Frau­en.

Mehr zum The­ma — Ist Ali­ce Schwar­zer Ras­sis­tin ? Die Denk- und Sprech­ver­bo­te beim The­ma Islam

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Seit 40 Jahren Deutscher : Iranischstämmiger Vater darf nicht zur Trauerfeier seines Sohnes in USA


Der 20-jäh­ri­ge Frank­fur­ter Irman Iran­bo­my wur­de tot in Washing­ton D. C. auf­ge­fun­den. Es soll sich um einen Unfall han­deln. Da sei­ne Mut­ter in den USA lebt, soll er auch dort bei­gesetzt wer­den. Doch sein Vater, der ira­nisch­stäm­mi­ge Anwalt Sey­ed Iran­bo­my aus Frank­furt, erhält von den USA kein Visum für die Ein­rei­se.

Irman war ein Kämp­fer für Gerech­tig­keit, Mit­glied des Jugend­par­la­ments im Deut­schen Bun­des­tag, Kom­man­dant der Frei­wil­li­gen Frank­fur­ter Jugend­feu­er­wehr, Schul­spre­cher, Grün­der und Prä­si­dent des Mar­shall Ger­man HS Clubs”, so der Vater gegen­über der Frank­fur­ter Neu­en Pres­se. “Er hat sich immer ehren­amt­lich enga­giert.”

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz : Wir tun so, als wäre der Iran schuld

Um die in den USA leben­de Mut­ter zu unter­stüt­zen, woll­te der Rechts­an­walt zur Trau­er­fei­er ein­flie­gen. Doch dar­aus wird nichts. Der Vater zeigt sich fas­sungs­los : “Ich bin seit 40 Jah­ren deut­scher Staats­bür­ger. Ich bin gebür­ti­ger Ira­ner. Ich hat­te ein Zehn-Jah­res-Visum für die USA. Es ist vor zwei Jah­ren, als Trump Prä­si­dent wur­de, gekün­digt wor­den”, erklär­te er gegen­über der Zei­tung.

Er habe das US-Kon­su­lat gebe­ten, ihm min­des­tens ein drei­tä­gi­ges Visum zu gewäh­ren, doch das wur­de abge­lehnt. Die scho­ckie­ren­de Begrün­dung des US-Kon­su­lats laut Iran­bo­my : Der Vater habe kei­ne Wur­zeln in Deutsch­land und wol­le in die USA ein­wan­dern. Der Tod sei­nes 20-jäh­ri­gen Soh­nes sei nur vor­ge­scho­ben.

Der Anwalt erklär­te, dass er bereits Fäl­le ver­tre­ten habe, in denen Men­schen aus dem Iran, Afgha­ni­stan und von über­all­her bin­nen weni­ger Tage nach Deutsch­land ein­rei­sen durf­ten, wenn Ange­hö­ri­ge in Not oder gestor­ben waren. Auch das Aus­wär­ti­ge Amt konn­te ihm offen­bar kei­ne Hoff­nung machen. Gegen­über der Frank­fur­ter Neu­en Pres­se sag­te Iran­bo­my : “Mein Sohn war ein Brü­cken­bau­er zwi­schen Ori­ent und Okzi­dent.” Er wer­de eine pri­va­te Trau­er­fei­er in Frank­furt für ihn aus­rich­ten. Das Datum sei der 7.7., denn so der Vater : “Es gibt sie­ben Him­mel.”

RT Deutsch


Lesbisches Paar darf mit Kind nicht auswandern – Samenspender stellt sich dagegen


Der Aus­tra­li­er war frü­her mit der leib­li­chen Mut­ter befreun­det und hat­te ihr im Jahr 2006 gehol­fen, schwan­ger zu wer­den. Das Kind wur­de durch künst­li­che Befruch­tung gezeugt und der Mann auf der Geburts­ur­kun­de als Vater ein­ge­tra­gen. Zudem war er in den ers­ten Jah­ren an der Erzie­hung des Mäd­chens betei­ligt. Die Rich­ter beschrie­ben sein Ver­hält­nis zu dem Kind als “sehr innig”. Der Mann unter­stütz­te das Kind finan­zi­ell, küm­mer­te sich um sei­ne Gesund­heit und Bil­dung. Als sei­ne Freund­schaft mit der Mut­ter zu Bruch ging, wuchs das Kind bei der Mut­ter und deren Part­ne­rin auf.

Als das les­bi­sche Paar vor vier Jah­ren nach Neu­see­land aus­wan­dern woll­te, ver­hin­der­te der Mann dies durch eine Kla­ge vor einem Fami­li­en­ge­richt. Im Beru­fungs­ver­fah­ren ent­schied die Jus­tiz zuguns­ten der Frau­en. Jetzt aber gab der aus­tra­li­sche Obers­te Gerichts­hof in einer Mehr­heits­ent­schei­dung dem leib­li­chen Vater Recht. Künf­tig muss er auch an allen wich­ti­gen Erzie­hungs­fra­gen betei­ligt wer­den.

Mehr zum The­ma — Ehe­ma­li­ger US-Arzt befruch­te­te unwis­sen­de Pati­en­tin­nen mit eige­nem Sper­ma – 48 Kin­der

RT Deutsch


Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus : Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf


von Timo Kirez

Wirk­lich, ich lebe in fins­te­ren Zei­ten ! Das arg­lo­se Wort ist töricht. Eine glat­te Stirn deu­tet auf Unemp­find­lich­keit hin. Der Lachen­de hat die furcht­ba­re Nach­richt nur noch nicht emp­fan­gen”, mit die­sen Wor­ten beginnt Ber­tolt Brechts Gedicht “An die Nach­ge­bo­re­nen”, das zwi­schen 1934 und 1938 im Exil ent­stan­den ist. Um eine scho­nungs­lo­se Zeit­dia­gno­se ging es auch auf der Künst­ler­kon­fe­renz der Zeit­schrift “Melo­die & Rhyth­mus” am ver­gan­ge­nen Sams­tag.

In vier ver­schie­de­nen Dis­kus­si­ons­run­den soll­te ermit­telt wer­den, was Kunst und Kul­tur in Zei­ten eines von den Ver­an­stal­tern dia­gnos­ti­zier­ten Rechts­rucks in der Gesell­schaft tun kann – und tun muss. Stich­wort “Gegen­kul­tur”. Rich­ti­ger­wei­se stell­te die Chef­re­dak­teu­rin von “Melo­die & Rhyth­mus”, Susann Witt-Stahl, schon zu Beginn der Ver­an­stal­tung fest, dass rech­te Strö­mun­gen den Begriff “Gegen­kul­tur” mitt­ler­wei­le erfolg­reich geka­pert haben. Das mag aller­dings auch dem schwam­mi­gen Begriff selbst geschul­det sein.

Mehr zum The­ma — Rus­si­sche Musik in Ber­lin mit Wale­ri Ger­gi­jew : Ein­drü­cke, Stim­men und … Poli­tik (Video)

Mit ande­ren Wor­ten, auch ein Neo­na­zi-Kon­zert oder eine Akti­on der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung ist per se erst ein­mal “Gegen­kul­tur” – des­we­gen das Bemü­hen der Ver­an­stal­ter, die Hege­mo­nie über den Begriff wie­der zurück­zu­ge­win­nen und “Gegen­kul­tur” erneut in der Tra­di­ti­on kri­ti­scher lin­ker Kunst und Kul­tur zu ver­or­ten. Dabei ganz in der Tra­di­ti­on des im Jahr 1914 am Vor­abend des Ers­ten Welt­kriegs ermor­de­ten fran­zö­si­schen Sozia­lis­ten Jean Jaurès, der im Jahr 1910 an die Adres­se der kon­ser­va­ti­ven Abge­ord­ne­ten gerich­tet fest­stell­te : “[…] wir sind die wah­ren Erben der Her­de unse­rer Vor­fah­ren : Wir haben dar­aus ihre Flam­me geholt, ihr habt nur die Asche bewahrt.”

Wäh­rend des gesam­ten Tages gab es ins­ge­samt vier Dis­kus­si­ons­run­den. Zu Beginn jeder Dis­kus­si­on rezi­tier­te der Schau­spie­ler Rolf Becker jeweils einen Text, der sich the­ma­tisch in die Run­de ein­füg­te. So zum Bei­spiel mal von Ber­tolt Brecht – oder auch von Wal­ter Ben­ja­min und Peter Hacks. In der ers­ten Dis­kus­si­ons­run­de ver­sam­mel­ten sich die Schrift­stel­le­rin Gise­la Stein­eckert, der Lie­der­ma­cher Kon­stan­tin Wecker und der Thea­ter­re­gis­seur Vol­ker Lösch. Mode­riert wur­de das Gespräch vom lang­jäh­ri­gen jun­ge Welt- und heu­ti­gem Rot­fuchs-Chef­re­dak­teur Arnold Schöl­zel. Unter dem Titel “Anschwel­len­der Bocks­ge­sang”, der sich auf einen pola­ri­sie­ren­den Essay von Botho Strauß im Spie­gel aus dem Jahr 1993 bezieht, ver­such­te sich die Run­de an einer Bestands­auf­nah­me der aktu­el­len Polit­kul­tur.

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Von links nach rechts : Gise­la Stein­eckert, Kon­stan­tin Wecker, Arnold Schöl­zel, Vol­ker Lösch und Rolf Becker.

Kon­stan­tin Wecker erzähl­te, dass er seit eini­gen Jah­ren fest­stel­le, wie sehr die ver­meint­li­chen The­men “von ges­tern”, wie zum Bei­spiel der Faschis­mus oder die zer­stö­re­ri­sche Kraft des Kapi­ta­lis­mus, das Publi­kum aufs Neue bewe­gen. Musik gebe Mut für den poli­ti­schen Kampf. Die Schrift­stel­le­rin Gise­la Stein­eckert wies auf die Bedeu­tung von lin­ker Kunst als Ori­en­tie­rung für jun­ge Men­schen hin. Sie beton­te jedoch, dass auch lin­ke Kunst vor allem klug und gut gemacht sein müs­se. Kunst sei eben mehr, als nur sei­ne Mei­nung kund­zu­tun.

Der Thea­ter­re­gis­seur Vol­ker Lösch erzähl­te davon, wie es ist, in Dres­den mit Pegi­da-Mit­glie­dern zu dis­ku­tie­ren. Und wie sinn­los dies in sei­nen Augen mitt­ler­wei­le sei. Wer ideo­lo­gisch bereits so ver­bohrt sei, las­se sich kaum noch umstim­men, so Lösch sinn­ge­mäß. Im Gegen­teil, man dür­fe die­sen Leu­ten nicht auch noch ein Podi­um geben. Der Regis­seur hat­te zu Beginn des Jah­res 2019 mit sei­nem Stück “Das Blaue Wun­der” für Schlag­zei­len gesorgt. In der Insze­nie­rung wird die AfD mit­hil­fe eines “Sketch- und Typen­ka­ba­retts” durch den Kakao gezo­gen. Inklu­si­ve Zita­ten aus dem Par­tei­pro­gramm, Auf­sät­zen und Reden.

In der zwei­ten Dis­kus­si­ons­run­de tra­fen die Redak­teu­rin der lin­ken tür­ki­schen Zei­tung Yeni E, Ekin­su Devrim Danış, die vene­zo­la­ni­sche Jour­na­lis­tin Julie­ta Daza und Ekke­hard Sie­ker, Redak­teur der Sati­re­sen­dung “Die Anstalt” (ZDF) und des Polit­ma­ga­zins “Moni­tor” (WDR), auf­ein­an­der. Mode­riert wur­de das Gespräch von Diet­mar Koschmie­der, dem Geschäfts­füh­rer des Ver­lags 8. Mai. Die Über­schrift zu der Gesprächs­run­de lau­te­te “Unter den Medi­en schwei­gen die Musen”, ein Zitat des im Jahr 2003 ver­stor­be­nen Dra­ma­ti­kers und Lyri­kers Peter Hacks.

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Von links nach rechts : Ekin­su Devrim Danış, Diet­mar Koschmie­der, Ekke­hard Sie­ker und Julie­ta Daza.

Ekin­su Devrim Danış zog eine Ver­bin­dung zwi­schen öffent­li­cher Des­in­for­ma­ti­on und der Klas­sen­ge­sell­schaft. Zwar berich­te­ten auch die Main­stream-Medi­en oft­mals die Wahr­heit, doch sie zögen zum Teil ande­re Schlüs­se aus “die­ser Wahr­heit”. So kön­ne man den Selbst­mord eines Arbei­ters auf “psy­chi­sche Pro­ble­me” redu­zie­ren, dann wür­den aller­dings die Lebens­um­stän­de, das Sozia­le, auch geschickt aus­ge­klam­mert. Julie­ta Daza wies ins­be­son­de­re auf die Bedeu­tung von loka­len Medi­en im Gemein­schafts­be­sitz hin. Die klei­nen Gemein­de­ra­di­os hät­ten in Vene­zue­la eine Gegen­macht zu den in Pri­vat­be­sitz befind­li­chen Medi­en­kon­zer­nen geschaf­fen. Zwar sei­en auch Digi­tal­me­di­en und sozia­le Medi­en wie Twit­ter bedeu­tend, doch immer wie­der vor­kom­men­de Account­sper­run­gen, zum Bei­spiel des Sen­ders Tele­sur, zeig­ten auch deut­lich, dass von Neu­tra­li­tät kei­ne Rede sein kön­ne.

Mehr zum The­ma — Der deut­sche Jour­na­lis­mus wird sich selbst zum Feind

Ekke­hard Sie­ker zeig­te sich über­zeugt, dass man in Deutsch­land auch bei einem öffent­lich-recht­li­chen Sen­der kri­tisch arbei­ten kön­ne. Auch wenn man in ein Nischen­da­sein gezwun­gen wer­de. Doch kri­ti­sche Arbeit sei auf eine tadel­lo­se und gründ­li­che Fak­ten­re­cher­che ange­wie­sen. Der “post­mo­der­nen” Behaup­tung, dass es kei­ne Wahr­heit mehr gebe, müs­se man mit bein­har­ten Fak­ten ent­ge­gen­wir­ken. Emo­tio­nen allein genüg­ten nicht, man müs­se das Publi­kum “zur Rea­li­tät ver­füh­ren”. Mit die­ser Dis­kus­si­on war der ers­te Teil der Ver­an­stal­tung been­det.

Den zwei­ten Abschnitt eröff­ne­te der israe­li­sche Kunst­theo­re­ti­ker, His­to­ri­ker und Sozio­lo­ge Mos­he Zucker­mann. In einem Vor­trag, der glück­li­cher­wei­se län­ger andau­er­te, als geplant, ver­such­te er, das Ver­hält­nis zwi­schen Kunst und Poli­tik näher zu beleuch­ten. Es gebe dies­be­züg­lich unter­schied­li­che For­men der Koexis­tenz. Zum einen kön­ne die Kunst sich dem Dik­tat der Poli­tik unter­wer­fen und sich ihre Zie­le zu eigen machen. In die­sem Zusam­men­hang wies Zucker­mann auf die Zeit des Faschis­mus hin, aber auch auf den soge­nann­ten “Sozia­lis­ti­schen Rea­lis­mus”, ohne jedoch, wie Zucker­mann beton­te, den Sozia­lis­mus mit dem Faschis­mus in einen Topf wer­fen zu wol­len.

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Mos­he Zucker­mann wäh­rend sei­nes Vor­trags.

Dann gebe es wie­der­um Kunst, die sich zwar kei­nen poli­ti­schen Zie­len unter­wer­fe, aber Poli­tik als Mate­ri­al nut­ze. Gro­ße Kunst, so Zucker­mann, sei aller­dings Kunst, die “nicht pre­di­ge”, son­dern das Poli­ti­sche durch sei­ne “Form­schaf­fung” schaf­fe. Das klingt zunächst abs­trakt, doch Zucker­mann ver­such­te anhand eines Bei­spiels, das Abs­trak­te die­ses Gedan­kens kon­kret zu machen. Laut Zucker­mann gebe es ein “gött­li­ches Zitat” von Brecht aus der “Drei­gro­schen­oper”, wel­ches lau­tet : “Was ist ein Ein­bruch in eine Bank gegen die Grün­dung einer Bank?”, das sei geni­al, er wür­de jeden Poli­ti­ker wäh­len, der die­sen Gedan­ken aus­spre­che, so der israe­li­sche Sozio­lo­ge. Doch die­ser Satz sei eben “kei­ne gro­ße Kunst”.

Als Gegen­bei­spiel für “gro­ße Kunst” führ­te Zucker­mann den berühm­ten “stum­men Schrei” aus dem Brecht-Stück “Mut­ter Cou­ra­ge” an. Mut­ter Cou­ra­ge ver­liert in dem Stück aus den Jah­ren 193839 ihre drei Kin­der. Durch eige­nes Ver­schul­den, da sie ver­sucht, wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Kriegs Geschäf­te zu machen. Beim Anblick ihres erschos­se­nen Soh­nes Schwei­zer­kas wird Mut­ter Cou­ra­ge das ange­rich­te­te Grau­en bewusst, und es ist nur noch ein “stum­mer Schrei” ihrer­seits mög­lich. In die­sem stum­men Schrei ste­cke der gan­ze Hor­ror des Krie­ges, der Kata­stro­phe, so Zucker­mann. Hier wer­de nicht gepre­digt, kein Pam­phlet ver­teilt, son­dern durch eine künst­le­ri­sche Ent­schei­dung hin­durch die Schre­cken des Krie­ges erfahr­bar gemacht. Und genau des­we­gen sei das gro­ße Kunst.

Damit schlug er mehr oder weni­ger in die glei­che Ker­be wie der fran­zö­sisch-schwei­ze­ri­sche Film­ma­cher Jean-Luc Godard, der kon­ti­nu­ier­lich davon spricht, nicht poli­ti­sche Kunst, son­dern ins­be­son­de­re poli­tisch Kunst zu machen. Eine wich­ti­ge Nuan­ce. Zucker­mann schloss sei­nen Vor­trag mit dem Gedan­ken, dass es durch­aus Zei­ten gebe, in denen man nicht “nur Schau­spie­ler sein dür­fe”. Zur Unter­ma­lung ver­wies er auf die Schluss­sze­ne von Ist­ván Szábos Film “Mephis­to” über einen pro­mi­nen­ten Künst­ler im Drit­ten Reich, in der der von Klaus Maria Bran­dau­er gespiel­te Prot­ago­nist mit­teilt : “Was wol­len die alle von mir ? Ich woll­te doch nur Schau­spie­ler sein.” 

In der anschlie­ßen­den drit­ten Dis­kus­si­ons­run­de unter dem Titel “Wider­stand und Poe­sie” tra­fen Ste­fan Huth, Chef­re­dak­teur der Tages­zei­tung jun­ge Welt, Kon­stan­tin Wecker, der deutsch-eng­li­sche Kom­po­nist Wie­land Hoban und der Schrift­stel­ler Mesut Bay­raktar auf­ein­an­der. Wecker erläu­ter­te, dass vie­le sei­ner poli­ti­schen Gedich­te und Lie­der ihm ein­fach nur “pas­siert” sei­en. So zum Bei­spiel auch eines sei­ner bekann­tes­ten Lie­der “Wil­ly”. Die­ses sei aus einem pri­va­ten Impuls her­aus ent­stan­den. Er bezeich­ne­te sich als einen “Anar­cho” und spi­ri­tu­el­len Men­schen, der in der Poe­sie einen Zugang zum Nicht-Ratio­na­len suche.

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Von links nach rechts : Ste­fan Huth, Kon­stan­tin Wecker, Mesut Bay­raktar und Wie­land Hoban.

Der Kom­po­nist Wie­land Hoban roll­te in dem Gespräch noch ein­mal die Kon­tro­ver­se um sei­ne nicht erfolg­te Ein­la­dung zu den Donau­eschin­ger Musik­ta­gen auf. Im Jahr 2018 woll­te der Kom­po­nist mit einem Stück teil­neh­men, das auch den israe­li­schen Angriff auf Gaza in den Jah­ren 2008/2009 the­ma­ti­siert. So hört man im drit­ten Teil des als Tri­lo­gie ange­leg­ten Wer­kes auch Ori­gi­nal­zi­ta­te von israe­li­schen Sol­da­ten. Der Fes­ti­val­lei­ter Björn Gott­stein lehn­te in einem Ant­wort­schrei­ben die Teil­nah­me von Hoban ab. In sei­nem Schrei­ben soll, wie Hoban mit­teil­te, zunächst davon die Rede gewe­sen sein, dass Hoban bereits an dem Fes­ti­val teil­ge­nom­men habe und man die­ses Jahr auch ande­re Künst­ler der Öffent­lich­keit prä­sen­tie­re wol­le. Doch ganz zum Schluss schrieb Gott­stein, dass er kei­ne Kri­tik an Isra­el akzep­tie­re und dafür sor­gen wer­de, dass ent­spre­chen­de Stü­cke nie­mals ihren Weg in das Pro­gramm der Musik­ta­ge fin­den wer­den.

Mehr zum The­ma — “In Deutsch­land gibt es ein eigen­ar­ti­ges Phä­no­men”: Shir Hever über Israel­kri­tik und Anti­deut­sche

Scho­ckiert über einen der­ar­tig mas­si­ven Ein­griff in die Kunst­frei­heit ver­fass­te Hoban anschlie­ßend einen offe­nen Brief, der von mehr als 200 Kul­tur­schaf­fen­den unter­zeich­net wur­de. Der jun­ge Schrift­stel­ler Bay­raktar, der in eine tür­ki­sche Emi­gran­ten­fa­mi­lie in Wup­per­tal hin­ein­ge­bo­ren wur­de, erklär­te in dem Gespräch, dass er schlicht­weg “nur Glück gehabt hat, was sei­ne noch jun­ge künst­le­ri­sche Kar­rie­re betrifft”. Dass er als Ers­ter in sei­ner Ver­wandt­schaft Abitur und Stu­di­um absol­viert habe und als Autor arbei­te, sei “kei­ne Fra­ge des Talents, son­dern des Glücks”. Dank der rich­ti­gen Ein­flüs­se von außen habe er das “Gefäng­nis der Klas­sen­ge­walt” ver­las­sen kön­nen. Das Bedürf­nis nach Ver­än­de­rung exis­tie­re auch in “unte­ren Schich­ten” – es müs­se jedoch geför­dert und ein Weg gefun­den wer­den, um sich aus­zu­drü­cken.

Im Anschluss an die­se Dis­kus­si­on sang Kon­stan­tin zwei Lie­der aus sei­nem letz­ten Album, bevor alle Teil­neh­mer der Kon­fe­renz, ein­schließ­lich des jun­gen afgha­ni­schen Sän­gers She­kib Mos­a­deq und Esther Beja­ra­no, gemein­sam das alte Par­ti­sa­nen­lied “Bel­la Ciao” san­gen. Das text­si­che­re Publi­kum sang nicht nur mit, son­dern quit­tier­te die Vor­füh­rung mit minu­ten­lan­gem Applaus und Stan­ding Ova­tions.

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Mit 94 immer noch auf der Büh­ne : Esther Beja­ra­no zusam­men mit Kon­stan­tin Wecker.
Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Gro­ße Stim­mung, nach dem alle zusam­men “Bel­la Ciao” gesun­gen haben.

Die vier­te und letz­te Dis­kus­si­ons­run­de der Künst­ler­kon­fe­renz stand unter dem Titel “Im Ver­gan­ge­nen den Fun­ken der Hoff­nung anfa­chen”. An die­ser Dis­kus­si­on nah­men die Sän­ge­rin und Ausch­witz-Über­le­ben­de Esther Beja­ra­no, der öster­rei­chi­sche Autor Erich Hackl und Mos­he Zucker­mann teil. Mode­riert wur­de die Run­de von Susann Witt-Stahl, die gleich zu Beginn der Dis­kus­si­on fest­stell­te, dass ihr ange­sichts der Sie­ge der neu­en alten Rech­ten “das Blut in den Adern gefriert”. Eine Anspie­lung an ein Zitat des Phi­lo­so­phen Wal­ter Ben­ja­min, der im Jahr 1940 ange­sichts des Drit­ten Reichs einst schrieb : “Auch die Toten wer­den vor dem Feind, wenn er siegt, nicht sicher sein. Und die­ser Feind hat zu sie­gen nicht auf­ge­hört.”

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Von links nach rechts : Mos­he Zucker­mann, Esther Beja­ra­no, Susann Witt-Stahl und Erich Hackl.

Susann Witt-Stahl frag­te die Ausch­witz-Über­le­ben­de Esther Beja­ra­no, ob sie sich heu­te wie­der an die Zeit des Faschis­mus erin­nert füh­le. Die 94-jäh­ri­ge Künst­le­rin erklär­te dar­auf­hin, dass sie tat­säch­lich Par­al­le­len sehe. So sei­en auch damals vie­le Flücht­lin­ge über­all auf der Welt abge­wie­sen wor­den. Beja­ra­no erin­ner­te an Schif­fe mit Juden, die bei­spiels­wei­se Häfen in den USA anlie­fen, doch nicht auf­ge­nom­men wur­den. Die Juden muss­ten nach Deutsch­land zurück­keh­ren. Für vie­le das Todes­ur­teil. “Und wenn ich dann die­se Nazis sehe, die in die­sem Land hier mar­schie­ren dür­fen, mit Hit­ler­gruß, und ihre men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie groß raus­po­sau­nen, dann kann ich ein­fach nicht begrei­fen, dass unse­re Regie­rung dem nicht ein Ende macht”, so Beja­ra­no.

Der öster­rei­chi­sche Autor Erich Hackl erzähl­te von sei­ner Ohn­macht. Es sei zwar wich­tig, die bewah­rens­wer­ten Erin­ne­run­gen an anti­fa­schis­ti­sche Kämp­fe kon­kret auf­zu­be­wah­ren. Doch ange­sichts der gerin­gen Wir­kung, ins­be­son­de­re auch in sei­nem Hei­mat­land, über­kom­me ihn doch manch­mal eine Art Ohn­macht. “Ein sehr pein­li­ches Gefühl”, wie Hackl selbst zugab. Doch damit aus Ohn­macht nicht Resi­gna­ti­on wer­de, brau­che es eine Gemein­schaft, und genau die ver­su­che er mit sei­ner Arbeit her­zu­stel­len, nicht nur mit den Leben­den, son­dern auch mit den Toten.

Mehr zum The­ma — “Isra­el größ­ter Gewin­ner des Holo­caust” – Al Jaze­e­ra löscht ver­stö­ren­des Video

Zucker­mann wies in dem Gespräch dar­auf hin, dass nach sei­nem Ver­ständ­nis der Holo­caust von Isra­el ver­ein­nahmt wor­den sei. Der Grün­dungs­my­thos Isra­els sei zwar die “Wie­der­auf­er­ste­hung des jüdi­schen Vol­kes”, doch gleich­zei­tig habe es eine “kras­se Ideo­lo­gie, die mit dem Geden­ken an die Opfer wenig zu tun” gehabt habe, gege­ben. Im Gegen­teil : In den 1950er-Jah­ren sei­en Sho­ah-Über­le­ben­de im öffent­li­chen Leben nicht prä­sent gewe­sen, hät­ten kei­ne Ehrun­gen erfah­ren. Erst mit dem Eich­mann-Pro­zess in Jeru­sa­lem sei­en die­se Men­schen wie­der in die Erin­ne­rung zurück­ge­kehrt. Am Ende der letz­ten Dis­kus­si­ons­run­de ver­las Esther Beja­ra­no einen Appell an alle heu­ti­gen Künst­le­rin­nen und Künst­ler, der vom Publi­kum stür­misch gefei­ert wur­de :

Weil ich den Holo­caust über­lebt habe und weiß, was uns bevor­steht, wenn wir nicht alle gemein­sam gegen die­se men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie kämp­fen […]: Nie wie­der Faschis­mus ! Nie wie­der Krieg ! Nie wie­der Schwei­gen!”

Abge­run­det wur­de die Künst­ler­kon­fe­renz von einer Gala, auf der die von der Kri­tik hoch­ge­lob­te Band “Black Hei­no”, She­kib Mos­a­deq sowie der Kom­po­nist und Pia­nist Chris Jar­rett auf­tra­ten. Zwi­schen­zeit­lich las Erich Hackl aus sei­nem Buch “Am Seil”. Zum Fina­le gab es das Requi­em für Che Gue­va­ra “Das Floß der Medu­sa” von Hans Wer­ner Hen­ze und Ernst Schna­bel in einer von Han­nes Zer­be und sei­nem Ensem­ble spe­zi­ell für die Ver­an­stal­tung bear­bei­te­ten Ver­si­on.

Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus: Über Zeiten, in denen man nicht nur Schauspieler sein darf
Die Band “Black Hei­no” auf der Büh­ne wäh­rend der Gala.

RT Deutsch


Darf die Schweiz russische oder chinesische Kampfjets kaufen ?


Das Pro­jekt Air2030 läuft bereits auf Hoch­tou­ren. Bis Ende Janu­ar durf­ten die ange­frag­ten Her­stel­ler Lock­heed Mar­tin (F-35), Boe­ing (F/A-18E/F Super Hor­net), Saab (Gri­pen E), Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug GmbH (Euro­figh­ter) und Das­s­ault (Rafa­le) ihre ers­ten Ange­bo­te an das Eid­ge­nös­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, das Depar­te­ment für Ver­tei­di­gung, Bevöl­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) abge­ben. Ab dem Jahr 2025 sol­len dann die ers­ten neu­en Kampf­jets gelie­fert wer­den, um die seit 40 Jah­ren im Ein­satz ste­hen­den F-5 Tiger und spä­tes­tens ab 2030 die F/A-18 zu erset­zen.

Ins­ge­samt ver­fügt die Schweiz über 30 F/A-18-Mehr­zweck­kampf­flug­zeu­ge und 47 F-5-Abfang­jä­ger, wovon aller­dings 28 ein­ge­la­gert und nicht ein­satz­be­reit sind. Über­haupt wer­den die alten F-5 nur noch tags­über und bei gutem Wet­ter geflo­gen und sol­len bis zur end­gül­ti­gen Aus­mus­te­rung als “Feind­flug­zeu­ge” zu Übungs­zwe­cken benutzt wer­den, wie das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in Bern mit­teilt. 

Was bei der Beschaf­fung der neu­en Kampf­jets auf­fällt, ist, dass es sich aus­schließ­lich um west­li­che Kampf­sys­te­me han­delt : Lock­heed Mar­tin und Boe­ing aus den USA, Saab aus Schwe­den, Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug GmbH aus Deutsch­land und Das­s­ault aus Frank­reich. Wäh­rend Super Hor­net, Euro­figh­ter und Rafa­le bereits etwas älte­re Flug­zeug­ty­pen aus den 1990er Jah­ren sind, sind die F-35 und Gri­pen E die moderns­ten Sys­te­me, die zur Aus­wahl ste­hen. Aber was ist mit rus­si­schen oder chi­ne­si­schen Kampf­jets der fünf­ten Genera­ti­on, wie die Su-57 von Suchoi oder J-20 von Cheng­du ?

Die­se zwei Her­stel­ler wur­den über­haupt gar nicht in Erwä­gung gezo­gen, geschwei­ge denn für ein Ange­bot ange­fragt. Hier hört offen­sicht­lich die Neu­tra­li­tät der Eid­ge­nos­sen auf, obwohl “der Grund­satz der Neu­tra­li­tät die Beschaf­fung von Kriegs­ma­te­ri­al sowohl aus dem Wes­ten wie aus dem Osten gestat­tet”, wie das Eid­ge­nös­si­sche Mili­tär­de­par­te­ment schon vor über 60 Jah­ren fest­ge­hal­ten hat­te. Damals ging es um die Fra­ge, ob die Sowjet­uni­on bereit wäre, MiG-15 Kampf­flug­zeu­ge an die Schweiz zu lie­fern. Im Som­mer 1956 unter­brei­te­te dann Mos­kau tat­säch­lich ein Ange­bot, was die Schweiz “in Ver­le­gen­heit” brach­te und “nicht weni­gen Leu­ten in Bern die Zor­nes­rö­te ins Gesicht” trieb, wie die Stif­tung Lili­en­berg in ihrem Bericht “Her­aus­for­de­rung neu­es Kampf­flug­zeug für die Schweiz” schreibt.

Dass sich die Schweiz in punk­to Rüs­tungs­be­schaf­fung den­noch ent­schie­den hat, ihre Neu­tra­li­tät im engen Rah­men der west­li­chen Geo­po­li­tik zu defi­nie­ren, wer­tet der Luft­fahrt­ex­per­te und Prä­si­dent der Schwei­zer Avia­tik-Jour­na­lis­ten, Hans­jörg Egger, als “eine ver­pass­te Chan­ce”.

Gera­de der Schweiz als neu­tra­les Land wäre es gut ange­stan­den, bei der Eva­lua­ti­on auch einen chi­ne­si­schen oder rus­si­schen Kampf­jet zu berück­sich­ti­gen.

Doch Rena­to Kal­ber­mat­ten, Spre­cher des Ver­tei­di­gungs­de­par­te­ments in Bern, will davon nichts wis­sen. “Es wer­den schon allein aus Grün­den der Kom­pa­ti­bi­li­tät mit den bestehen­de Sys­te­men nur west­li­che Flug­zeu­ge eva­lu­iert”, schreibt er auf Anfra­ge der Aar­gau­er Zei­tung.

Ganz unrecht hat er damit nicht. Russ­land benutzt natür­lich eige­ne Elek­tro­nik- und Waf­fen­sys­te­me, genau­so wie es Chi­na, USA oder Frank­reich auch tun. Indi­en ist aber das bes­te Bei­spiel dafür, dass die Nut­zung von ver­schie­dens­ten Sys­te­men den­noch funk­tio­niert, wenn denn poli­ti­scher Wil­le dafür da ist. Die indi­schen Streit­kräf­te ver­fü­gen über Kampf­jets aus Russ­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en, Heli­ko­pter aus Russ­land und Frank­reich und Trans­port­flug­zeu­ge aus Russ­land, USA, Bra­si­li­en, Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en. Bei den indi­schen Waf­fen­sys­te­men sieht es ähn­lich bunt gemischt aus : eige­ne Ent­wick­lun­gen und Pro­duk­tio­nen, rus­si­sche, israe­li­sche und US-ame­ri­ka­ni­sche Sys­te­me bil­den das Rück­grat der indi­schen Ver­tei­di­gung.

Des­halb kann die Erklä­rung von Rena­to Kal­ber­mat­ten nicht wirk­lich über­zeu­gen. Selbst wenn es einer teil­wei­sen Umrüs­tung und Anpas­sung an die gewünsch­ten Sys­te­me bedarf, kann man den­noch davon aus­ge­hen, dass die Ein­spa­rung bei den Anschaf­fungs- und Unter­halts­kos­ten die­se recht­fer­ti­gen wür­de. Hans­jörg Egger sag­te dazu gegen­über RT Deutsch :

Was die Kom­pa­ti­bi­li­tät der Sys­te­me betrifft, so ist das natür­lich schon ein Argu­ment. Natür­lich müss­ten grö­ße­re Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den, was Radar und Kom­mu­ni­ka­ti­on betref­fen. Aber unser Flora­ko ist so oder so erneue­rungs­be­dürf­tig. In die­sem Zug wären die Anpas­sun­gen aus mei­ner Sicht mach­bar und bezahl­bar.

Es geht daher um das glei­che Dilem­ma wie schon im Jahr 1956 : die Schweiz hat Angst, sich vor den ande­ren euro­päi­schen Nach­barn, von denen fast alle NATO-Mit­glie­der sind, recht­fer­ti­gen zu müs­sen. Kal­ber­mat­ten gibt auch unum­wun­den zu, dass ein Kauf von rus­si­schen oder chi­ne­si­schen Kampf­jets “in der ange­spann­ten inter­na­tio­na­len Lage beson­ders erklä­rungs­be­dürf­tig” wäre.

Ein wei­te­rer Aspekt, den der Schwei­zer Luft­fahrt­ex­per­te bei der ver­pass­ten Chan­ce bedau­ert, ist die Fra­ge nach dem Tech­no­lo­gie­trans­fer. Die Schweiz hät­te bei einem Kauf eines moder­nen Kampf­jets der fünf­ten Genera­ti­on aus Russ­land oder Chi­na nicht nur von der Leis­tung pro­fi­tie­ren kön­nen :

Ver­pass­te Chan­ce ? Ja klar, wir hät­ten von einer Eva­lua­ti­on z.B. des Su-57 pro­fi­tie­ren kön­nen. Nicht nur, weil er ver­mut­lich weit weni­ger Kos­ten ver­ur­sa­chen wür­de als sein Gegen­part aus den USA, die F-35. Es hät­te ein inter­es­san­ter Tech­no­lo­gie­trans­fer statt­fin­den kön­nen. Viel­leicht hät­ten wir sogar bei der Wei­ter­ent­wick­lung mit­wir­ken und unse­ren Bei­trag leis­ten kön­nen. Ich den­ke, die Rus­sen wären koope­ra­ti­ver gewe­sen, nicht zuletzt, weil sie Part­ner und Inves­to­ren im Wes­ten suchen und weil die Schwei­zer Luft­waf­fe ja welt­weit einen sehr guten Ruf genießt und bekannt ist, dass in der Schweiz sehr akri­bisch und mus­ter­gül­tig eva­lu­iert wird. Für die Ame­ri­ka­ner sind wir nur ein klei­ner Fisch. Ihr Inter­es­se ist nicht über­aus groß, da ja nur eine rela­tiv klei­ne Stück­zahl beschafft wer­den soll. Und für unse­re Tech­ni­ker ist Vie­les an ame­ri­ka­ni­schen Flug­zeu­gen abso­lut tabu.

Hans­jörg Egger ist sich sicher, dass die Schwei­zer Luft­waf­fe mit eini­gen Su-57 oder J-20 im Bestand nicht von den ande­ren NATO-Part­nern iso­liert wür­de. Ganz im Gegen­teil :

Wür­de die Schwei­zer Luft­waf­fen die Su-57 oder J-20 betrei­ben, wür­de sie zu einem äußerst attrak­ti­ven und gefrag­ten Spar­ring-Part­ner für alle west­li­chen Luft­waf­fen. Wir hät­ten ein Flug­zeug der 5. Genera­ti­on, das in Tei­len dem F-35 sogar über­le­gen sein könn­te. Man hät­te bei einer Eva­lua­ti­on die Mög­lich­keit, die Flug­zeu­ge der 5. Genera­ti­on, näm­lich den F-35 und die bei­den Tarn­kap­pen­flug­zeu­ge aus dem Osten, direkt mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Nun eva­lu­iert die Schweiz vier Flug­zeu­ge der vier­ten Genera­ti­on und der F-35 ist kon­kur­renz­los.

Der Schweiz, die sich ger­ne als Mitt­le­rin bei Kon­flik­ten ver­steht, hät­te die­se Rol­le als Vor­rei­ter in Euro­pa bzw. im Wes­ten gut gestan­den. Bern hät­te die Mög­lich­keit gehabt, sich gera­de in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten zu posi­tio­nie­ren und gera­de in einem so sen­si­blen Bereich wie der Rüs­tung sich als Part­ner zwi­schen West und Ost anzu­bie­ten. Doch indem nicht ein­mal eine Anfra­ge in Betracht gezo­gen wur­de, hat die Schweiz eine gute Mög­lich­keit für eine eige­ne Initia­ti­ve ver­passt. 

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Jäger SU-27 fängt US-Spio­na­ge­flug­zeug über der Ost­see ab (Video)

RT Deutsch


US-Startup darf die erste Strafzahlung der Welt für illegalen Satellitenstart leisten


Dabei hat­te es so schön begon­nen : Swarm Tech­no­lo­gies ent­wi­ckelt Kleinst­sa­tel­li­ten namens „Space­BEEs“, mit denen — in gro­ßer Zahl — die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on welt­weit und kos­ten­güns­tig auch in Gegen­den zugäng­lich wer­den könn­te, in denen es dafür kei­ne ent­pre­chen­de Infra­struk­tur am Erd­bo­den gibt. Doch eben­die­ses Merk­mal wur­de der Fir­ma nun zum Ver­häng­nis : Die Ver­suchs­sa­tel­li­ten sei­en zu klein, um von den Sen­so­ren ande­rer Welt­raum­ob­jek­te oder der Boden­ra­da­re zur Satel­li­ten­über­wa­chung des US Space Sur­veil­lan­ce Net­work (dt.: Netz­werk zur Welt­raum­über­wa­chung) erfasst wer­den zu kön­nen, zitier­te Quartz die Behör­de.

Swarm Tech­no­lo­gies ließ die Satel­li­ten im Janu­ar 2018 von der indi­schen Welt­raum­be­hör­de Indian Space Rese­arch Orga­ni­za­ti­on (ISRO) auf deren Polar Satel­li­te Launch Vehi­cle vom indi­schen Ter­ri­to­ri­um aus in den Welt­raum brin­gen. Den­noch hat die FCC nach Aus­le­gung der US-Geset­ze die Auf­sichts­pflicht und die Befug­nis, über alle kom­mer­zi­el­len US-Satel­li­ten zu ent­schei­den, auch wenn die­se nicht von den USA aus gestar­tet wer­den.

Mehr zum The­ma – Im letz­ten Moment : Rake­ten­flug von SpaceX sie­ben Minu­ten vor dem Start gecan­celt

RT Deutsch


Mit Erlaubnis der Rada – ukrainischer Grenzschutz darf ohne Vorwarnung das Feuer eröffnen


Ohne Vor­war­nung darf der ukrai­ni­sche Grenz­schutz das Feu­er eröff­nen, wenn dies “zur Abwehr eines bewaff­ne­ten Über­falls oder eines Ein­falls bewaff­ne­ter mili­tä­ri­scher Grup­pen oder Ver­bre­cher­grup­pie­run­gen auf das Ter­ri­to­ri­um der Ukrai­ne ; zur [erzwun­ge­nen] Bei­le­gung bewaff­ne­ter Kon­flik­te und Pro­vo­ka­tio­nen ; zur Abwehr eines Über­falls […] auf mili­tä­ri­sche und zivi­le Schif­fe und Boo­te des Staat­li­chen Grenz­schutz­diens­tes der Ukrai­ne oder ande­re zivi­le Was­ser­fahr­zeu­ge der Ukrai­ne” die­ne, zitiert die rus­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur RIA Nowos­ti die Ver­ord­nung des ukrai­ni­schen Par­la­ments. Warn­schüs­se, die Schif­fe etwa bei Ver­fol­gung von Grenz­ver­stö­ßen abge­ben dür­fen, wer­den in einem sepa­ra­ten Punkt des Doku­ments bespro­chen.

Fer­ner führt die­ses Doku­ment eine soge­nann­te “angren­zen­de Zone” der Ukrai­ne zur See ein und legt die­se fest : Dies ist eine Zone in der offe­nen See, die an ein ter­ri­to­ria­les See­ge­wäs­ser der Ukrai­ne angrenzt, des­sen Außen­gren­ze wie­der­um nicht wei­ter als 24 See­mei­len vom Ufer ent­fernt ver­läuft. Die “angren­zen­de Zone” zur See soll 12 See­mei­len breit sein.

Mehr zum The­ma – Wie der Kon­flikt im Asow­schen Meer begann : Die Fest­set­zung des rus­si­schen Fisch­kut­ters “Nord”

RT Deutsch


Spanisches Fischerboot mit Migranten darf nach Malta


Die Men­schen waren von der Küs­te Nord­afri­kas aus in See gesto­chen. Nach der Ret­tung am Don­ners­tag vor einer Woche bekam der Kapi­tän des Schiffs “Nues­tra Madre Lore­to” aber weder von Ita­li­en noch von Mal­ta die Erlaub­nis, in einen Hafen ein­zu­fah­ren. Der Kapi­tän sag­te der spa­ni­schen Zei­tung El País, dass sich die Migran­ten gewei­gert hät­ten, zurück in das Bür­ger­kriegs­land Liby­en gebracht zu wer­den.

Ita­li­en hat sei­ne Häfen für Migran­ten wei­test­ge­hend geschlos­sen. Auch Mal­ta hat Schif­fen mit Flücht­lin­gen mehr­mals die Ein­fahrt unter­sagt. Bei­de Län­der pochen dar­auf, dass ankom­men­de Migran­ten in Euro­pa ver­teilt wer­den sol­len. (dpa)

Mehr zum The­ma — Mehr als 200 Migran­ten lan­den auf Sizi­li­en

RT Deutsch