Deutsche besitzen so viel Gold wie nie


Die­se Zah­len haben For­scher der Stein­beis-Hoch­schu­le für die Rei­se­bank auf Basis einer reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung von 2000 Erwach­se­nen errech­net. Seit der letz­ten Erhe­bung die­ser Art aus dem Jahr 2016 wuchs der Gold­schatz der Pri­vat­haus­hal­te in Deutsch­land damit um 246 Ton­nen.

Rech­net man die Gold­re­ser­ven der Bun­des­bank hin­zu (Stand Ende 2018 : 3370 Ton­nen), sind 6,5 Pro­zent der welt­wei­ten Gold­vor­rä­te in deut­schem Besitz. Zum Zeit­punkt der Fer­tig­stel­lung der Stu­die Anfang April hat­te die­ser Gold­schatz einen Wert von gut 458 Mil­li­ar­den Euro.

Drei Vier­tel der Bun­des­bür­ger (74 Pro­zent) besit­zen dem­nach aktu­ell Gold in Form von Schmuck, phy­sisch in Form von Bar­ren oder Mün­zen oder mit­tel­bar über ein spe­zi­el­les Wert­pa­pier. Im Schnitt nennt jeder Deut­sche über 18 Jah­re den Berech­nun­gen zufol­ge 58 Gramm Gold­schmuck und 71 Gramm des glän­zen­den Edel­me­talls in Form von Bar­ren oder Mün­zen sein Eigen. Wer in Gold inves­tiert, schätzt dar­an, dass das Edel­me­tall trotz Preis­schwan­kun­gen sei­nen Wert auch in Kri­sen­zei­ten nie ganz ver­liert. Aller­dings gibt es weder Zin­sen noch Divi­den­den.

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Mit dem Schweigen zur Assange-Verhaftung biedert sich das deutsche Establishment den USA an


Nor­ma­ler­wei­se bie­tet ein so spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit zu poli­ti­scher Pro­fi­lie­rung. Doch Assan­ge ist nicht Ale­xej Nawal­ny, Oleg Sen­zow oder Kirill Serebren­ni­kow, und Großbritannien/USA sind nicht Russ­land. Eine inner­rus­si­sche Ange­le­gen­heit wiegt offen­bar viel schwe­rer als die Ver­haf­tung des Wiki­Leaks-Grün­ders in Lon­don.

Denn es haben sich weder CDU noch SPD zum The­ma geäu­ßert, ganz zu schwei­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt oder der Bun­des­re­gie­rung selbst. Auch die Medi­en hal­ten sich bedeckt und berich­ten ober­fläch­lich und unkri­tisch. “Jus­tiz­be­hör­den drei­er Staa­ten inter­es­sie­ren sich für Assan­ge”, übt sich die regie­rungs­na­he tagesschau.de etwa in Distanz. Man­che ver­stei­gen sich gar zu Scha­den­freu­de oder Zynis­mus und echauf­fie­ren sich über den Cha­rak­ter des Juli­an Assan­ge.

Ande­re wie­der­um beju­beln die Fest­nah­me sogar oder brin­gen sie mit der nicht enden wol­len­den Russ­land-Affä­re oder Trump in Ver­bin­dung – Neben­säch­lich­kei­ten im Ver­gleich zum Aus­maß der Kriegs­ver­bre­chen und Men­schen­rechts­ver­stö­ße der Füh­rungs­macht der west­li­chen Welt, die Wiki­Leaks im Lau­fe der Jah­re ent­hüllt hat.

Kein Streit mit den USA

War­um die­ses Schwei­gen und Des­in­ter­es­se ? Das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik frag­te hier­zu den Lei­ter des rus­si­schen Insti­tuts für moder­ne Staats­ent­wick­lung, Dmi­tri Solon­ni­kow. “Wir erle­ben Ver­su­che sei­tens der euro­päi­schen, aber gera­de auch der deut­schen Poli­tik, in den Bezie­hun­gen zu den USA einen Neu­an­fang zu wagen”, sag­te der Exper­te. 

Schon im Novem­ber 2018 hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die USA den Druck auf Ecua­dor viel­sei­tig erhöht hat­ten. “Es ist für die füh­ren­den Poli­ti­ker Deutsch­lands sehr unvor­teil­haft, nun anti­ame­ri­ka­ni­sche Reden zu schwin­gen, denn die meis­ten von ihnen dürf­ten die Ame­ri­ka­ner als Haupt­part­ner sehen. Und Juli­an Assan­ge ist wie eine Mücke, zu unbe­deu­tend für sie, um die Ver­schlech­te­rung die­ser Part­ner­schaft wert zu sein.” Die Lin­ken und die Euro­pa­skep­ti­ker wer­den aber durch die Unter­stüt­zung Ass­an­ges wei­ter an poli­ti­schem Kapi­tal gewin­nen, so der Poli­to­lo­ge.

Mon­roe-Dok­trin

Trump wer­de kei­ne beson­de­re Bestra­fung Ass­an­ges anstre­ben, doch das Prin­zip der US-Poli­tik lau­te : Wer sich gegen die US-Hege­mo­nie im Infor­ma­ti­ons­be­reich stel­le und dann noch Geheim­do­ku­men­te öffent­lich mache, müs­se bestraft wer­den. Es sei für Trumps Admi­nis­tra­ti­on unvor­stell­bar, dass die US-Posi­ti­on bezüg­lich der Straf­bar­keit der Ver­öf­fent­li­chung von Geheim­do­ku­men­ten unter­gra­ben wer­de. “Der Druck wird gerin­ger sein, das Sze­na­rio aber das­sel­be”, so Solon­ni­kow.

Dass Ecua­dor dem unan­ge­neh­men Jour­na­lis­ten letzt­end­lich auch noch das Asyl ent­zo­gen hat, ver­bin­det Solon­ni­kow mit der ver­än­der­ten Posi­ti­on Latein­ame­ri­kas zu den USA. “Die Mon­roe-Dok­trin”, deren wich­tigs­ter Punkt “Ame­ri­ka den Ame­ri­ka­nern” lau­tet, ist zurück. Die Staa­ten Latein­ame­ri­kas, die das akzep­tie­ren, pas­sen sich selbst an, den ande­ren wird “gehol­fen”.

Nur die LINKE ist empört

Zuvor hat­te die Links­po­li­ti­ke­rin Sevim Dagde­len in einem Sput­nik-Gespräch die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl anzu­bie­ten. “Ich fin­de es uner­träg­lich, dass Assan­ge in größ­ter Gefahr ist und die Bun­des­re­gie­rung sich nicht für ihn ein­setzt. Wer von Pres­se­frei­heit redet, darf nicht zu Juli­an Assan­ge und Wiki­Leaks schwei­gen”, sag­te die Poli­ti­ke­rin.

Ande­re bekann­te Gesich­ter der Par­tei betei­lig­ten sich noch vor der Fest­nah­me an einem Flashmob. Nach der Ver­haf­tung orga­ni­sier­te der Bun­des­tag­ab­ge­ord­ne­te Diet­her Dehm eine Pro­test­ak­ti­on vor der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin. Sah­ra Wagen­knecht nann­te die Ver­haf­tung “eine Schan­de”.

Von den Grü­nen zeig­te sich nur der Alt-Poli­ti­ker Hans-Chris­ti­an Strö­be­le empört. Er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, gegen eine Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges aktiv zu wer­den. Immer­hin habe die­ser “schwers­te Kriegs­ver­bre­chen und Skan­da­le ans Licht der Öffent­lich­keit gebracht”. Wenn jeman­dem “Straf­ta­ten aus offen­sicht­lich poli­ti­schen Grün­den ange­las­tet wer­den, wider­spricht eine Aus­lie­fe­rung allen gän­gi­gen Rech­ten und Regeln – auch an die USA”, stell­te der Grü­nen-Poli­ti­ker klar. 

Poli­ti­ker der AfD kri­ti­sier­ten die Fest­nah­me bis jetzt nicht. Ob dies etwas mit den vie­len Trump-Unter­stüt­zern in der Par­tei zu tun hat, ist bis­lang nicht klar. 

Asyl in Frank­reich ?

Eine ähn­li­che Posi­ti­on wie die deut­sche Links­par­tei nahm der Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat und Chef der Par­tei “La Fran­ce inso­u­mi­se” (“Unbeug­sa­mes Frank­reich”) ein. Jean-Luc Mélen­chon for­der­te die fran­zö­si­schen Behör­den eben­falls auf, Assan­ge poli­ti­sches Asyl zu gewäh­ren. “Frank­reich gewährt nie­man­dem Asyl, der es nicht bean­tragt hat”, erwi­der­te die Staats­se­kre­tä­rin für euro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten des fran­zö­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Amé­lie de Mont­cha­lin, gegen­über dem Radio­sen­der Fran­ce Inter

Der Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de am Mor­gen des 11. April auf For­de­rung Groß­bri­tan­ni­ens und der USA durch die bri­ti­sche Poli­zei fest­ge­nom­men. Das Amts­ge­richt in West­mins­ter ver­ur­teil­te ihn wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen im Jahr 2012 und setz­te wei­te­re Anhö­run­gen zu dem Fall für den 2. Mai an. Die USA wer­fen Assan­ge vor, mit der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning zusam­men­ge­ar­bei­tet und die von ihr gestoh­le­nen offi­zi­el­len Doku­men­te ver­öf­fent­licht zu haben. Laut dem Urteil des Amts­ge­richts müs­sen die USA dem Ver­ei­nig­ten König­reich bis zum 12. Juni alle not­wen­di­gen Doku­men­te zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge über­ge­ben.

Mehr zum The­ma — Juli­an Assan­ge – Steck­brief des wohl bekann­tes­ten Whist­leb­lo­wers der Welt

RT Deutsch


Mit dem Schweigen zur Assange-Verhaftung biedert sich das deutsche Establishment den USA an


Nor­ma­ler­wei­se bie­tet ein so spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit zu poli­ti­scher Pro­fi­lie­rung. Doch Assan­ge ist nicht Ale­xej Nawal­ny, Oleg Sen­zow oder Kirill Serebren­ni­kow, und Großbritannien/USA sind nicht Russ­land. Eine inner­rus­si­sche Ange­le­gen­heit wiegt offen­bar viel schwe­rer als die Ver­haf­tung des Wiki­Leaks-Grün­ders in Lon­don.

Denn es haben sich weder CDU noch SPD zum The­ma geäu­ßert, ganz zu schwei­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt oder der Bun­des­re­gie­rung selbst. Auch die Medi­en hal­ten sich bedeckt und berich­ten ober­fläch­lich und unkri­tisch. “Jus­tiz­be­hör­den drei­er Staa­ten inter­es­sie­ren sich für Assan­ge”, übt sich die regie­rungs­na­he tagesschau.de etwa in Distanz. Man­che ver­stei­gen sich gar zu Scha­den­freu­de oder Zynis­mus und echauf­fie­ren sich über den Cha­rak­ter des Juli­an Assan­ge.

Ande­re wie­der­um beju­beln die Fest­nah­me sogar oder brin­gen sie mit der nicht enden wol­len­den Russ­land-Affä­re oder Trump in Ver­bin­dung – Neben­säch­lich­kei­ten im Ver­gleich zum Aus­maß der Kriegs­ver­bre­chen und Men­schen­rechts­ver­stö­ße der Füh­rungs­macht der west­li­chen Welt, die Wiki­Leaks im Lau­fe der Jah­re ent­hüllt hat.

Kein Streit mit den USA

War­um die­ses Schwei­gen und Des­in­ter­es­se ? Das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik frag­te hier­zu den Lei­ter des rus­si­schen Insti­tuts für moder­ne Staats­ent­wick­lung, Dmi­tri Solon­ni­kow. “Wir erle­ben Ver­su­che sei­tens der euro­päi­schen, aber gera­de auch der deut­schen Poli­tik, in den Bezie­hun­gen zu den USA einen Neu­an­fang zu wagen”, sag­te der Exper­te. 

Schon im Novem­ber 2018 hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die USA den Druck auf Ecua­dor viel­sei­tig erhöht hat­ten. “Es ist für die füh­ren­den Poli­ti­ker Deutsch­lands sehr unvor­teil­haft, nun anti­ame­ri­ka­ni­sche Reden zu schwin­gen, denn die meis­ten von ihnen dürf­ten die Ame­ri­ka­ner als Haupt­part­ner sehen. Und Juli­an Assan­ge ist wie eine Mücke, zu unbe­deu­tend für sie, um die Ver­schlech­te­rung die­ser Part­ner­schaft wert zu sein.” Die Lin­ken und die Euro­pa­skep­ti­ker wer­den aber durch die Unter­stüt­zung Ass­an­ges wei­ter an poli­ti­schem Kapi­tal gewin­nen, so der Poli­to­lo­ge.

Mon­roe-Dok­trin

Trump wer­de kei­ne beson­de­re Bestra­fung Ass­an­ges anstre­ben, doch das Prin­zip der US-Poli­tik lau­te : Wer sich gegen die US-Hege­mo­nie im Infor­ma­ti­ons­be­reich stel­le und dann noch Geheim­do­ku­men­te öffent­lich mache, müs­se bestraft wer­den. Es sei für Trumps Admi­nis­tra­ti­on unvor­stell­bar, dass die US-Posi­ti­on bezüg­lich der Straf­bar­keit der Ver­öf­fent­li­chung von Geheim­do­ku­men­ten unter­gra­ben wer­de. “Der Druck wird gerin­ger sein, das Sze­na­rio aber das­sel­be”, so Solon­ni­kow.

Dass Ecua­dor dem unan­ge­neh­men Jour­na­lis­ten letzt­end­lich auch noch das Asyl ent­zo­gen hat, ver­bin­det Solon­ni­kow mit der ver­än­der­ten Posi­ti­on Latein­ame­ri­kas zu den USA. “Die Mon­roe-Dok­trin”, deren wich­tigs­ter Punkt “Ame­ri­ka den Ame­ri­ka­nern” lau­tet, ist zurück. Die Staa­ten Latein­ame­ri­kas, die das akzep­tie­ren, pas­sen sich selbst an, den ande­ren wird “gehol­fen”.

Nur die LINKE ist empört

Zuvor hat­te die Links­po­li­ti­ke­rin Sevim Dagde­len in einem Sput­nik-Gespräch die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl anzu­bie­ten. “Ich fin­de es uner­träg­lich, dass Assan­ge in größ­ter Gefahr ist und die Bun­des­re­gie­rung sich nicht für ihn ein­setzt. Wer von Pres­se­frei­heit redet, darf nicht zu Juli­an Assan­ge und Wiki­Leaks schwei­gen”, sag­te die Poli­ti­ke­rin.

Ande­re bekann­te Gesich­ter der Par­tei betei­lig­ten sich noch vor der Fest­nah­me an einem Flashmob. Nach der Ver­haf­tung orga­ni­sier­te der Bun­des­tag­ab­ge­ord­ne­te Diet­her Dehm eine Pro­test­ak­ti­on vor der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin. Sah­ra Wagen­knecht nann­te die Ver­haf­tung “eine Schan­de”.

Von den Grü­nen zeig­te sich nur der Alt-Poli­ti­ker Hans-Chris­ti­an Strö­be­le empört. Er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, gegen eine Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges aktiv zu wer­den. Immer­hin habe die­ser “schwers­te Kriegs­ver­bre­chen und Skan­da­le ans Licht der Öffent­lich­keit gebracht”. Wenn jeman­dem “Straf­ta­ten aus offen­sicht­lich poli­ti­schen Grün­den ange­las­tet wer­den, wider­spricht eine Aus­lie­fe­rung allen gän­gi­gen Rech­ten und Regeln – auch an die USA”, stell­te der Grü­nen-Poli­ti­ker klar. 

Poli­ti­ker der AfD kri­ti­sier­ten die Fest­nah­me bis jetzt nicht. Ob dies etwas mit den vie­len Trump-Unter­stüt­zern in der Par­tei zu tun hat, ist bis­lang nicht klar. 

Asyl in Frank­reich ?

Eine ähn­li­che Posi­ti­on wie die deut­sche Links­par­tei nahm der Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat und Chef der Par­tei “La Fran­ce inso­u­mi­se” (“Unbeug­sa­mes Frank­reich”) ein. Jean-Luc Mélen­chon for­der­te die fran­zö­si­schen Behör­den eben­falls auf, Assan­ge poli­ti­sches Asyl zu gewäh­ren. “Frank­reich gewährt nie­man­dem Asyl, der es nicht bean­tragt hat”, erwi­der­te die Staats­se­kre­tä­rin für euro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten des fran­zö­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Amé­lie de Mont­cha­lin, gegen­über dem Radio­sen­der Fran­ce Inter

Der Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de am Mor­gen des 11. April auf For­de­rung Groß­bri­tan­ni­ens und der USA durch die bri­ti­sche Poli­zei fest­ge­nom­men. Das Amts­ge­richt in West­mins­ter ver­ur­teil­te ihn wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen im Jahr 2012 und setz­te wei­te­re Anhö­run­gen zu dem Fall für den 2. Mai an. Die USA wer­fen Assan­ge vor, mit der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning zusam­men­ge­ar­bei­tet und die von ihr gestoh­le­nen offi­zi­el­len Doku­men­te ver­öf­fent­licht zu haben. Laut dem Urteil des Amts­ge­richts müs­sen die USA dem Ver­ei­nig­ten König­reich bis zum 12. Juni alle not­wen­di­gen Doku­men­te zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge über­ge­ben.

Mehr zum The­ma — Juli­an Assan­ge – Steck­brief des wohl bekann­tes­ten Whist­leb­lo­wers der Welt

RT Deutsch


Mit dem Schweigen zur Assange-Verhaftung biedert sich das deutsche Establishment den USA an


Nor­ma­ler­wei­se bie­tet ein so spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit zu poli­ti­scher Pro­fi­lie­rung. Doch Assan­ge ist nicht Ale­xej Nawal­ny, Oleg Sen­zow oder Kirill Serebren­ni­kow, und Großbritannien/USA sind nicht Russ­land. Eine inner­rus­si­sche Ange­le­gen­heit wiegt offen­bar viel schwe­rer als die Ver­haf­tung des Wiki­Leaks-Grün­ders in Lon­don.

Denn es haben sich weder CDU noch SPD zum The­ma geäu­ßert, ganz zu schwei­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt oder der Bun­des­re­gie­rung selbst. Auch die Medi­en hal­ten sich bedeckt und berich­ten ober­fläch­lich und unkri­tisch. “Jus­tiz­be­hör­den drei­er Staa­ten inter­es­sie­ren sich für Assan­ge”, übt sich die regie­rungs­na­he tagesschau.de etwa in Distanz. Man­che ver­stei­gen sich gar zu Scha­den­freu­de oder Zynis­mus und echauf­fie­ren sich über den Cha­rak­ter des Juli­an Assan­ge.

Ande­re wie­der­um beju­beln die Fest­nah­me sogar oder brin­gen sie mit der nicht enden wol­len­den Russ­land-Affä­re oder Trump in Ver­bin­dung – Neben­säch­lich­kei­ten im Ver­gleich zum Aus­maß der Kriegs­ver­bre­chen und Men­schen­rechts­ver­stö­ße der Füh­rungs­macht der west­li­chen Welt, die Wiki­Leaks im Lau­fe der Jah­re ent­hüllt hat.

Kein Streit mit den USA

War­um die­ses Schwei­gen und Des­in­ter­es­se ? Das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik frag­te hier­zu den Lei­ter des rus­si­schen Insti­tuts für moder­ne Staats­ent­wick­lung, Dmi­tri Solon­ni­kow. “Wir erle­ben Ver­su­che sei­tens der euro­päi­schen, aber gera­de auch der deut­schen Poli­tik, in den Bezie­hun­gen zu den USA einen Neu­an­fang zu wagen”, sag­te der Exper­te. 

Schon im Novem­ber 2018 hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die USA den Druck auf Ecua­dor viel­sei­tig erhöht hat­ten. “Es ist für die füh­ren­den Poli­ti­ker Deutsch­lands sehr unvor­teil­haft, nun anti­ame­ri­ka­ni­sche Reden zu schwin­gen, denn die meis­ten von ihnen dürf­ten die Ame­ri­ka­ner als Haupt­part­ner sehen. Und Juli­an Assan­ge ist wie eine Mücke, zu unbe­deu­tend für sie, um die Ver­schlech­te­rung die­ser Part­ner­schaft wert zu sein.” Die Lin­ken und die Euro­pa­skep­ti­ker wer­den aber durch die Unter­stüt­zung Ass­an­ges wei­ter an poli­ti­schem Kapi­tal gewin­nen, so der Poli­to­lo­ge.

Mon­roe-Dok­trin

Trump wer­de kei­ne beson­de­re Bestra­fung Ass­an­ges anstre­ben, doch das Prin­zip der US-Poli­tik lau­te : Wer sich gegen die US-Hege­mo­nie im Infor­ma­ti­ons­be­reich stel­le und dann noch Geheim­do­ku­men­te öffent­lich mache, müs­se bestraft wer­den. Es sei für Trumps Admi­nis­tra­ti­on unvor­stell­bar, dass die US-Posi­ti­on bezüg­lich der Straf­bar­keit der Ver­öf­fent­li­chung von Geheim­do­ku­men­ten unter­gra­ben wer­de. “Der Druck wird gerin­ger sein, das Sze­na­rio aber das­sel­be”, so Solon­ni­kow.

Dass Ecua­dor dem unan­ge­neh­men Jour­na­lis­ten letzt­end­lich auch noch das Asyl ent­zo­gen hat, ver­bin­det Solon­ni­kow mit der ver­än­der­ten Posi­ti­on Latein­ame­ri­kas zu den USA. “Die Mon­roe-Dok­trin”, deren wich­tigs­ter Punkt “Ame­ri­ka den Ame­ri­ka­nern” lau­tet, ist zurück. Die Staa­ten Latein­ame­ri­kas, die das akzep­tie­ren, pas­sen sich selbst an, den ande­ren wird “gehol­fen”.

Nur die LINKE ist empört

Zuvor hat­te die Links­po­li­ti­ke­rin Sevim Dagde­len in einem Sput­nik-Gespräch die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl anzu­bie­ten. “Ich fin­de es uner­träg­lich, dass Assan­ge in größ­ter Gefahr ist und die Bun­des­re­gie­rung sich nicht für ihn ein­setzt. Wer von Pres­se­frei­heit redet, darf nicht zu Juli­an Assan­ge und Wiki­Leaks schwei­gen”, sag­te die Poli­ti­ke­rin.

Ande­re bekann­te Gesich­ter der Par­tei betei­lig­ten sich noch vor der Fest­nah­me an einem Flashmob. Nach der Ver­haf­tung orga­ni­sier­te der Bun­des­tag­ab­ge­ord­ne­te Diet­her Dehm eine Pro­test­ak­ti­on vor der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin. Sah­ra Wagen­knecht nann­te die Ver­haf­tung “eine Schan­de”.

Von den Grü­nen zeig­te sich nur der Alt-Poli­ti­ker Hans-Chris­ti­an Strö­be­le empört. Er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, gegen eine Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges aktiv zu wer­den. Immer­hin habe die­ser “schwers­te Kriegs­ver­bre­chen und Skan­da­le ans Licht der Öffent­lich­keit gebracht”. Wenn jeman­dem “Straf­ta­ten aus offen­sicht­lich poli­ti­schen Grün­den ange­las­tet wer­den, wider­spricht eine Aus­lie­fe­rung allen gän­gi­gen Rech­ten und Regeln – auch an die USA”, stell­te der Grü­nen-Poli­ti­ker klar. 

Poli­ti­ker der AfD kri­ti­sier­ten die Fest­nah­me bis jetzt nicht. Ob dies etwas mit den vie­len Trump-Unter­stüt­zern in der Par­tei zu tun hat, ist bis­lang nicht klar. 

Asyl in Frank­reich ?

Eine ähn­li­che Posi­ti­on wie die deut­sche Links­par­tei nahm der Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat und Chef der Par­tei “La Fran­ce inso­u­mi­se” (“Unbeug­sa­mes Frank­reich”) ein. Jean-Luc Mélen­chon for­der­te die fran­zö­si­schen Behör­den eben­falls auf, Assan­ge poli­ti­sches Asyl zu gewäh­ren. “Frank­reich gewährt nie­man­dem Asyl, der es nicht bean­tragt hat”, erwi­der­te die Staats­se­kre­tä­rin für euro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten des fran­zö­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Amé­lie de Mont­cha­lin, gegen­über dem Radio­sen­der Fran­ce Inter

Der Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de am Mor­gen des 11. April auf For­de­rung Groß­bri­tan­ni­ens und der USA durch die bri­ti­sche Poli­zei fest­ge­nom­men. Das Amts­ge­richt in West­mins­ter ver­ur­teil­te ihn wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen im Jahr 2012 und setz­te wei­te­re Anhö­run­gen zu dem Fall für den 2. Mai an. Die USA wer­fen Assan­ge vor, mit der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning zusam­men­ge­ar­bei­tet und die von ihr gestoh­le­nen offi­zi­el­len Doku­men­te ver­öf­fent­licht zu haben. Laut dem Urteil des Amts­ge­richts müs­sen die USA dem Ver­ei­nig­ten König­reich bis zum 12. Juni alle not­wen­di­gen Doku­men­te zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge über­ge­ben.

Mehr zum The­ma — Juli­an Assan­ge – Steck­brief des wohl bekann­tes­ten Whist­leb­lo­wers der Welt

RT Deutsch


Mit dem Schweigen zur Assange-Verhaftung biedert sich das deutsche Establishment den USA an


Nor­ma­ler­wei­se bie­tet ein so spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit zu poli­ti­scher Pro­fi­lie­rung. Doch Assan­ge ist nicht Ale­xej Nawal­ny, Oleg Sen­zow oder Kirill Serebren­ni­kow, und Großbritannien/USA sind nicht Russ­land. Eine inner­rus­si­sche Ange­le­gen­heit wiegt offen­bar viel schwe­rer als die Ver­haf­tung des Wiki­Leaks-Grün­ders in Lon­don.

Denn es haben sich weder CDU noch SPD zum The­ma geäu­ßert, ganz zu schwei­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt oder der Bun­des­re­gie­rung selbst. Auch die Medi­en hal­ten sich bedeckt und berich­ten ober­fläch­lich und unkri­tisch. “Jus­tiz­be­hör­den drei­er Staa­ten inter­es­sie­ren sich für Assan­ge”, übt sich die regie­rungs­na­he tagesschau.de etwa in Distanz. Man­che ver­stei­gen sich gar zu Scha­den­freu­de oder Zynis­mus und echauf­fie­ren sich über den Cha­rak­ter des Juli­an Assan­ge.

Ande­re wie­der­um beju­beln die Fest­nah­me sogar oder brin­gen sie mit der nicht enden wol­len­den Russ­land-Affä­re oder Trump in Ver­bin­dung – Neben­säch­lich­kei­ten im Ver­gleich zum Aus­maß der Kriegs­ver­bre­chen und Men­schen­rechts­ver­stö­ße der Füh­rungs­macht der west­li­chen Welt, die Wiki­Leaks im Lau­fe der Jah­re ent­hüllt hat.

Kein Streit mit den USA

War­um die­ses Schwei­gen und Des­in­ter­es­se ? Das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik frag­te hier­zu den Lei­ter des rus­si­schen Insti­tuts für moder­ne Staats­ent­wick­lung, Dmi­tri Solon­ni­kow. “Wir erle­ben Ver­su­che sei­tens der euro­päi­schen, aber gera­de auch der deut­schen Poli­tik, in den Bezie­hun­gen zu den USA einen Neu­an­fang zu wagen”, sag­te der Exper­te. 

Schon im Novem­ber 2018 hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die USA den Druck auf Ecua­dor viel­sei­tig erhöht hat­ten. “Es ist für die füh­ren­den Poli­ti­ker Deutsch­lands sehr unvor­teil­haft, nun anti­ame­ri­ka­ni­sche Reden zu schwin­gen, denn die meis­ten von ihnen dürf­ten die Ame­ri­ka­ner als Haupt­part­ner sehen. Und Juli­an Assan­ge ist wie eine Mücke, zu unbe­deu­tend für sie, um die Ver­schlech­te­rung die­ser Part­ner­schaft wert zu sein.” Die Lin­ken und die Euro­pa­skep­ti­ker wer­den aber durch die Unter­stüt­zung Ass­an­ges wei­ter an poli­ti­schem Kapi­tal gewin­nen, so der Poli­to­lo­ge.

Mon­roe-Dok­trin

Trump wer­de kei­ne beson­de­re Bestra­fung Ass­an­ges anstre­ben, doch das Prin­zip der US-Poli­tik lau­te : Wer sich gegen die US-Hege­mo­nie im Infor­ma­ti­ons­be­reich stel­le und dann noch Geheim­do­ku­men­te öffent­lich mache, müs­se bestraft wer­den. Es sei für Trumps Admi­nis­tra­ti­on unvor­stell­bar, dass die US-Posi­ti­on bezüg­lich der Straf­bar­keit der Ver­öf­fent­li­chung von Geheim­do­ku­men­ten unter­gra­ben wer­de. “Der Druck wird gerin­ger sein, das Sze­na­rio aber das­sel­be”, so Solon­ni­kow.

Dass Ecua­dor dem unan­ge­neh­men Jour­na­lis­ten letzt­end­lich auch noch das Asyl ent­zo­gen hat, ver­bin­det Solon­ni­kow mit der ver­än­der­ten Posi­ti­on Latein­ame­ri­kas zu den USA. “Die Mon­roe-Dok­trin”, deren wich­tigs­ter Punkt “Ame­ri­ka den Ame­ri­ka­nern” lau­tet, ist zurück. Die Staa­ten Latein­ame­ri­kas, die das akzep­tie­ren, pas­sen sich selbst an, den ande­ren wird “gehol­fen”.

Nur die LINKE ist empört

Zuvor hat­te die Links­po­li­ti­ke­rin Sevim Dagde­len in einem Sput­nik-Gespräch die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl anzu­bie­ten. “Ich fin­de es uner­träg­lich, dass Assan­ge in größ­ter Gefahr ist und die Bun­des­re­gie­rung sich nicht für ihn ein­setzt. Wer von Pres­se­frei­heit redet, darf nicht zu Juli­an Assan­ge und Wiki­Leaks schwei­gen”, sag­te die Poli­ti­ke­rin.

Ande­re bekann­te Gesich­ter der Par­tei betei­lig­ten sich noch vor der Fest­nah­me an einem Flashmob. Nach der Ver­haf­tung orga­ni­sier­te der Bun­des­tag­ab­ge­ord­ne­te Diet­her Dehm eine Pro­test­ak­ti­on vor der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin. Sah­ra Wagen­knecht nann­te die Ver­haf­tung “eine Schan­de”.

Von den Grü­nen zeig­te sich nur der Alt-Poli­ti­ker Hans-Chris­ti­an Strö­be­le empört. Er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, gegen eine Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges aktiv zu wer­den. Immer­hin habe die­ser “schwers­te Kriegs­ver­bre­chen und Skan­da­le ans Licht der Öffent­lich­keit gebracht”. Wenn jeman­dem “Straf­ta­ten aus offen­sicht­lich poli­ti­schen Grün­den ange­las­tet wer­den, wider­spricht eine Aus­lie­fe­rung allen gän­gi­gen Rech­ten und Regeln – auch an die USA”, stell­te der Grü­nen-Poli­ti­ker klar. 

Poli­ti­ker der AfD kri­ti­sier­ten die Fest­nah­me bis jetzt nicht. Ob dies etwas mit den vie­len Trump-Unter­stüt­zern in der Par­tei zu tun hat, ist bis­lang nicht klar. 

Asyl in Frank­reich ?

Eine ähn­li­che Posi­ti­on wie die deut­sche Links­par­tei nahm der Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat und Chef der Par­tei “La Fran­ce inso­u­mi­se” (“Unbeug­sa­mes Frank­reich”) ein. Jean-Luc Mélen­chon for­der­te die fran­zö­si­schen Behör­den eben­falls auf, Assan­ge poli­ti­sches Asyl zu gewäh­ren. “Frank­reich gewährt nie­man­dem Asyl, der es nicht bean­tragt hat”, erwi­der­te die Staats­se­kre­tä­rin für euro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten des fran­zö­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Amé­lie de Mont­cha­lin, gegen­über dem Radio­sen­der Fran­ce Inter

Der Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de am Mor­gen des 11. April auf For­de­rung Groß­bri­tan­ni­ens und der USA durch die bri­ti­sche Poli­zei fest­ge­nom­men. Das Amts­ge­richt in West­mins­ter ver­ur­teil­te ihn wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen im Jahr 2012 und setz­te wei­te­re Anhö­run­gen zu dem Fall für den 2. Mai an. Die USA wer­fen Assan­ge vor, mit der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning zusam­men­ge­ar­bei­tet und die von ihr gestoh­le­nen offi­zi­el­len Doku­men­te ver­öf­fent­licht zu haben. Laut dem Urteil des Amts­ge­richts müs­sen die USA dem Ver­ei­nig­ten König­reich bis zum 12. Juni alle not­wen­di­gen Doku­men­te zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge über­ge­ben.

Mehr zum The­ma — Juli­an Assan­ge – Steck­brief des wohl bekann­tes­ten Whist­leb­lo­wers der Welt

RT Deutsch


Mit dem Schweigen zur Assange-Verhaftung biedert sich das deutsche Establishment den USA an


Nor­ma­ler­wei­se bie­tet ein so spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit zu poli­ti­scher Pro­fi­lie­rung. Doch Assan­ge ist nicht Ale­xej Nawal­ny, Oleg Sen­zow oder Kirill Serebren­ni­kow, und Großbritannien/USA sind nicht Russ­land. Eine inner­rus­si­sche Ange­le­gen­heit wiegt offen­bar viel schwe­rer als die Ver­haf­tung des Wiki­Leaks-Grün­ders in Lon­don.

Denn es haben sich weder CDU noch SPD zum The­ma geäu­ßert, ganz zu schwei­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt oder der Bun­des­re­gie­rung selbst. Auch die Medi­en hal­ten sich bedeckt und berich­ten ober­fläch­lich und unkri­tisch. “Jus­tiz­be­hör­den drei­er Staa­ten inter­es­sie­ren sich für Assan­ge”, übt sich die regie­rungs­na­he tagesschau.de etwa in Distanz. Man­che ver­stei­gen sich gar zu Scha­den­freu­de oder Zynis­mus und echauf­fie­ren sich über den Cha­rak­ter des Juli­an Assan­ge.

Ande­re wie­der­um beju­beln die Fest­nah­me sogar oder brin­gen sie mit der nicht enden wol­len­den Russ­land-Affä­re oder Trump in Ver­bin­dung – Neben­säch­lich­kei­ten im Ver­gleich zum Aus­maß der Kriegs­ver­bre­chen und Men­schen­rechts­ver­stö­ße der Füh­rungs­macht der west­li­chen Welt, die Wiki­Leaks im Lau­fe der Jah­re ent­hüllt hat.

Kein Streit mit den USA

War­um die­ses Schwei­gen und Des­in­ter­es­se ? Das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik frag­te hier­zu den Lei­ter des rus­si­schen Insti­tuts für moder­ne Staats­ent­wick­lung, Dmi­tri Solon­ni­kow. “Wir erle­ben Ver­su­che sei­tens der euro­päi­schen, aber gera­de auch der deut­schen Poli­tik, in den Bezie­hun­gen zu den USA einen Neu­an­fang zu wagen”, sag­te der Exper­te. 

Schon im Novem­ber 2018 hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die USA den Druck auf Ecua­dor viel­sei­tig erhöht hat­ten. “Es ist für die füh­ren­den Poli­ti­ker Deutsch­lands sehr unvor­teil­haft, nun anti­ame­ri­ka­ni­sche Reden zu schwin­gen, denn die meis­ten von ihnen dürf­ten die Ame­ri­ka­ner als Haupt­part­ner sehen. Und Juli­an Assan­ge ist wie eine Mücke, zu unbe­deu­tend für sie, um die Ver­schlech­te­rung die­ser Part­ner­schaft wert zu sein.” Die Lin­ken und die Euro­pa­skep­ti­ker wer­den aber durch die Unter­stüt­zung Ass­an­ges wei­ter an poli­ti­schem Kapi­tal gewin­nen, so der Poli­to­lo­ge.

Mon­roe-Dok­trin

Trump wer­de kei­ne beson­de­re Bestra­fung Ass­an­ges anstre­ben, doch das Prin­zip der US-Poli­tik lau­te : Wer sich gegen die US-Hege­mo­nie im Infor­ma­ti­ons­be­reich stel­le und dann noch Geheim­do­ku­men­te öffent­lich mache, müs­se bestraft wer­den. Es sei für Trumps Admi­nis­tra­ti­on unvor­stell­bar, dass die US-Posi­ti­on bezüg­lich der Straf­bar­keit der Ver­öf­fent­li­chung von Geheim­do­ku­men­ten unter­gra­ben wer­de. “Der Druck wird gerin­ger sein, das Sze­na­rio aber das­sel­be”, so Solon­ni­kow.

Dass Ecua­dor dem unan­ge­neh­men Jour­na­lis­ten letzt­end­lich auch noch das Asyl ent­zo­gen hat, ver­bin­det Solon­ni­kow mit der ver­än­der­ten Posi­ti­on Latein­ame­ri­kas zu den USA. “Die Mon­roe-Dok­trin”, deren wich­tigs­ter Punkt “Ame­ri­ka den Ame­ri­ka­nern” lau­tet, ist zurück. Die Staa­ten Latein­ame­ri­kas, die das akzep­tie­ren, pas­sen sich selbst an, den ande­ren wird “gehol­fen”.

Nur die LINKE ist empört

Zuvor hat­te die Links­po­li­ti­ke­rin Sevim Dagde­len in einem Sput­nik-Gespräch die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl anzu­bie­ten. “Ich fin­de es uner­träg­lich, dass Assan­ge in größ­ter Gefahr ist und die Bun­des­re­gie­rung sich nicht für ihn ein­setzt. Wer von Pres­se­frei­heit redet, darf nicht zu Juli­an Assan­ge und Wiki­Leaks schwei­gen”, sag­te die Poli­ti­ke­rin.

Ande­re bekann­te Gesich­ter der Par­tei betei­lig­ten sich noch vor der Fest­nah­me an einem Flashmob. Nach der Ver­haf­tung orga­ni­sier­te der Bun­des­tag­ab­ge­ord­ne­te Diet­her Dehm eine Pro­test­ak­ti­on vor der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin. Sah­ra Wagen­knecht nann­te die Ver­haf­tung “eine Schan­de”.

Von den Grü­nen zeig­te sich nur der Alt-Poli­ti­ker Hans-Chris­ti­an Strö­be­le empört. Er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, gegen eine Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges aktiv zu wer­den. Immer­hin habe die­ser “schwers­te Kriegs­ver­bre­chen und Skan­da­le ans Licht der Öffent­lich­keit gebracht”. Wenn jeman­dem “Straf­ta­ten aus offen­sicht­lich poli­ti­schen Grün­den ange­las­tet wer­den, wider­spricht eine Aus­lie­fe­rung allen gän­gi­gen Rech­ten und Regeln – auch an die USA”, stell­te der Grü­nen-Poli­ti­ker klar. 

Poli­ti­ker der AfD kri­ti­sier­ten die Fest­nah­me bis jetzt nicht. Ob dies etwas mit den vie­len Trump-Unter­stüt­zern in der Par­tei zu tun hat, ist bis­lang nicht klar. 

Asyl in Frank­reich ?

Eine ähn­li­che Posi­ti­on wie die deut­sche Links­par­tei nahm der Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat und Chef der Par­tei “La Fran­ce inso­u­mi­se” (“Unbeug­sa­mes Frank­reich”) ein. Jean-Luc Mélen­chon for­der­te die fran­zö­si­schen Behör­den eben­falls auf, Assan­ge poli­ti­sches Asyl zu gewäh­ren. “Frank­reich gewährt nie­man­dem Asyl, der es nicht bean­tragt hat”, erwi­der­te die Staats­se­kre­tä­rin für euro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten des fran­zö­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Amé­lie de Mont­cha­lin, gegen­über dem Radio­sen­der Fran­ce Inter

Der Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de am Mor­gen des 11. April auf For­de­rung Groß­bri­tan­ni­ens und der USA durch die bri­ti­sche Poli­zei fest­ge­nom­men. Das Amts­ge­richt in West­mins­ter ver­ur­teil­te ihn wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen im Jahr 2012 und setz­te wei­te­re Anhö­run­gen zu dem Fall für den 2. Mai an. Die USA wer­fen Assan­ge vor, mit der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning zusam­men­ge­ar­bei­tet und die von ihr gestoh­le­nen offi­zi­el­len Doku­men­te ver­öf­fent­licht zu haben. Laut dem Urteil des Amts­ge­richts müs­sen die USA dem Ver­ei­nig­ten König­reich bis zum 12. Juni alle not­wen­di­gen Doku­men­te zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge über­ge­ben.

Mehr zum The­ma — Juli­an Assan­ge – Steck­brief des wohl bekann­tes­ten Whist­leb­lo­wers der Welt

RT Deutsch


Mit dem Schweigen zur Assange-Verhaftung biedert sich das deutsche Establishment den USA an


Nor­ma­ler­wei­se bie­tet ein so spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te eine will­kom­me­ne Mög­lich­keit zu poli­ti­scher Pro­fi­lie­rung. Doch Assan­ge ist nicht Ale­xej Nawal­ny, Oleg Sen­zow oder Kirill Serebren­ni­kow, und Großbritannien/USA sind nicht Russ­land. Eine inner­rus­si­sche Ange­le­gen­heit wiegt offen­bar viel schwe­rer als die Ver­haf­tung des Wiki­Leaks-Grün­ders in Lon­don.

Denn es haben sich weder CDU noch SPD zum The­ma geäu­ßert, ganz zu schwei­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt oder der Bun­des­re­gie­rung selbst. Auch die Medi­en hal­ten sich bedeckt und berich­ten ober­fläch­lich und unkri­tisch. “Jus­tiz­be­hör­den drei­er Staa­ten inter­es­sie­ren sich für Assan­ge”, übt sich die regie­rungs­na­he tagesschau.de etwa in Distanz. Man­che ver­stei­gen gar zu Scha­den­freu­de oder Zynis­mus und echauf­fie­ren sich über den Cha­rak­ter des Juli­an Assan­ge.

Ande­re wie­der­um beju­beln die Fest­nah­me sogar oder brin­gen sie mit der nicht enden wol­len­den Russ­land-Affä­re oder Trump in Ver­bin­dung – Neben­säch­lich­kei­ten im Ver­gleich zum Aus­maß der Kriegs­ver­bre­chen und Men­schen­rechts­ver­stö­ße der Füh­rungs­macht der west­li­chen Welt, die Wiki­Leaks im Lau­fe der Jah­re ent­hüllt hat.

Kein Streit mit den USA

War­um die­ses Schwei­gen und Des­in­ter­es­se ? Das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik frag­te hier­zu den Lei­ter des rus­si­schen Insti­tuts für moder­ne Staats­ent­wick­lung, Dmi­tri Solon­ni­kow. “Wir erle­ben Ver­su­che sei­tens der euro­päi­schen, aber gera­de auch der deut­schen Poli­tik, in den Bezie­hun­gen zu den USA einen Neu­an­fang zu wagen”, sag­te der Exper­te. 

Schon im Novem­ber 2018 hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die USA den Druck auf Ecua­dor viel­sei­tig erhöht hat­ten. “Es ist für die füh­ren­den Poli­ti­ker Deutsch­lands sehr unvor­teil­haft, nun anti­ame­ri­ka­ni­sche Reden zu schwin­gen, denn die meis­ten von ihnen dürf­ten die Ame­ri­ka­ner als Haupt­part­ner sehen. Und Juli­an Assan­ge ist wie eine Mücke, zu unbe­deu­tend für sie, um die Ver­schlech­te­rung die­ser Part­ner­schaft wert zu sein.” Die Lin­ken und die Euro­pa­skep­ti­ker wer­den aber durch die Unter­stüt­zung Ass­an­ges wei­ter an poli­ti­schem Kapi­tal gewin­nen, so der Poli­to­lo­ge.

Mon­roe-Dok­trin

Trump wer­de kei­ne beson­de­re Bestra­fung Ass­an­ges anstre­ben, doch das Prin­zip der US-Poli­tik lau­te : Wer sich gegen die US-Hege­mo­nie im Infor­ma­ti­ons­be­reich stel­le und dann noch Geheim­do­ku­men­te öffent­lich mache, müs­se bestraft wer­den. Es sei für Trumps Admi­nis­tra­ti­on unvor­stell­bar, dass die US-Posi­ti­on bezüg­lich der Straf­bar­keit der Ver­öf­fent­li­chung von Geheim­do­ku­men­ten unter­gra­ben wer­de. “Der Druck wird gerin­ger sein, das Sze­na­rio aber das­sel­be”, so Solon­ni­kow.

Dass Ecua­dor dem unan­ge­neh­men Jour­na­lis­ten letzt­end­lich auch noch das Asyl ent­zo­gen hat, ver­bin­det Solon­ni­kow mit der ver­än­der­ten Posi­ti­on Latein­ame­ri­kas zu den USA. “Die Mon­roe-Dok­trin”, deren wich­tigs­ter Punkt “Ame­ri­ka den Ame­ri­ka­nern” lau­tet, ist zurück. Die Staa­ten Latein­ame­ri­kas, die das akzep­tie­ren, pas­sen sich selbst an, den ande­ren wird “gehol­fen”.

Nur die LINKE ist empört

Zuvor hat­te die Links­po­li­ti­ke­rin Sevim Dagde­len in einem Sput­nik-Gespräch die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl anzu­bie­ten. “Ich fin­de es uner­träg­lich, dass Assan­ge in größ­ter Gefahr ist und die Bun­des­re­gie­rung sich nicht für ihn ein­setzt. Wer von Pres­se­frei­heit redet, darf nicht zu Juli­an Assan­ge und Wiki­Leaks schwei­gen”, sag­te die Poli­ti­ke­rin.

Ande­re bekann­te Gesich­ter der Par­tei betei­lig­ten sich noch vor der Fest­nah­me an einem Flashmob. Nach der Ver­haf­tung orga­ni­sier­te der Bun­des­tag­ab­ge­ord­ne­te Diet­her Dehm eine Pro­test­ak­ti­on vor der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin. Sah­ra Wagen­knecht nann­te die Ver­haf­tung “eine Schan­de”.

Von den Grü­nen zeig­te sich nur der Alt-Poli­ti­ker Hans-Chris­ti­an Strö­be­le empört. Er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, gegen eine Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges aktiv zu wer­den. Immer­hin habe die­ser “schwers­te Kriegs­ver­bre­chen und Skan­da­le ans Licht der Öffent­lich­keit gebracht”. Wenn jeman­dem “Straf­ta­ten aus offen­sicht­lich poli­ti­schen Grün­den ange­las­tet wer­den, wider­spricht eine Aus­lie­fe­rung allen gän­gi­gen Rech­ten und Regeln – auch an die USA”, stell­te der Grü­nen-Poli­ti­ker klar. 

Poli­ti­ker der AfD kri­ti­sier­ten die Fest­nah­me bis jetzt nicht. Ob dies etwas mit den vie­len Trump-Unter­stüt­zern in der Par­tei zu tun hat, ist bis­lang nicht klar. 

Asyl in Frank­reich ?

Eine ähn­li­che Posi­ti­on wie die deut­sche Links­par­tei nahm der Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat und Chef der Par­tei “La Fran­ce inso­u­mi­se” (“Unbeug­sa­mes Frank­reich”) ein. Jean-Luc Mélen­chon for­der­te die fran­zö­si­schen Behör­den eben­falls auf, Assan­ge poli­ti­sches Asyl zu gewäh­ren. “Frank­reich gewährt nie­man­dem Asyl, der es nicht bean­tragt hat”, erwi­der­te die Staats­se­kre­tä­rin für euro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten des fran­zö­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Amé­lie de Mont­cha­lin, gegen­über dem Radio­sen­der Fran­ce Inter

Der Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de am Mor­gen des 11. April auf For­de­rung Schwe­dens und der USA durch die bri­ti­sche Poli­zei fest­ge­nom­men. Das Amts­ge­richt in West­mins­ter ver­ur­teil­te ihn wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen 2012 und setz­te wei­te­re Anhö­run­gen zu dem Fall für den 2. Mai an. Die USA wer­fen Assan­ge vor, mit der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning zusam­men­ge­ar­bei­tet und die von ihr gestoh­le­nen offi­zi­el­len Doku­men­te ver­öf­fent­licht zu haben. Laut dem Urteil des Amts­ge­richts müs­sen die USA dem Ver­ei­nig­ten König­reich bis zum 12. Juni alle not­wen­di­gen Doku­men­te zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge über­ge­ben.

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In Deutschland braucht uns niemand“: So leben Deutsche in einem sibirischen Dorf


Omsk : Kein Gas, kein Han­dy, kein Was­ser und auch kei­ne Stra­ßen – an sol­che Bedin­gun­gen kann man sich eigent­lich nur schwer gewöh­nen. Aber die Ein­woh­ner des Dor­fes Apol­lonow­ka, über­wie­gend Russ­land-Deut­sche, wol­len hier nicht weg. Im Gegen­teil : Sie ent­wi­ckeln ihre eige­nen Geschäf­te – von der Holz­be­ar­bei­tung bis zum Brot­ba­cken.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Chef der Deutsche Wohnen erhält knapp vier Millionen – Berliner Gericht kassiert Mieten-Obergrenze


Die Debat­te um bezahl­ba­ren Wohn­raum im Mie­ter­land Deutsch­land hat sich kurz vor dem 70. Geburts­tag des Grund­ge­set­zes zur Fra­ge nach Eigen­tum und Gewinn auf Kos­ten der All­ge­mein­heit ent­wi­ckelt. Trotz des Drucks, der auch durch Pro­tes­te von rund 40.000 Men­schen allein in Ber­lin am ver­gan­ge­nen Sams­tag auf­ge­baut wur­de, zeigt sich der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Deut­schen Woh­nen, Micha­el Zahn, bei der ers­ten gemein­sa­men Dis­kus­si­on mit der Initia­ti­ve “Deut­sche Woh­nen & Co ent­eig­nen” sie­ges­si­cher :

Wir las­sen uns nicht ent­eig­nen, und wir wer­den auch nicht ent­eig­net.

Im Podi­ums­ge­spräch pole­mi­sier­te Zahn :

Wir sind hier nicht in einer Bana­nen­re­pu­blik”, sag­te er zum Spre­cher der Initia­ti­ve Rouz­beh Tahe­ri.

Gleich­zei­tig griff er die Kam­pa­gne, hin­ter die sich bis­her bereits mehr als 20.000 Ber­li­ner Bür­ger gestellt haben, als “sehr popu­lis­tisch, pole­misch, stark ver­ein­fa­chend, feh­ler­haft” an. Für das Anlie­gen der Mie­ter und Akti­vis­ten hat Zahn kei­ner­lei Ver­ständ­nis und ver­weist dar­auf, bestehen­de Regeln für Markt­teil­neh­mer zu befol­gen.

Wir haben kei­nen Die­sel­skan­dal, und wir haben auch nicht betro­gen.

Mehr zum The­ma — Pri­va­ti­sie­rung von Miet­woh­nun­gen : Däni­sche Inves­to­ren­grup­pe kauft Stra­ße in Neu­kölln

Das, was sie hier zei­gen, das ist das häss­li­che Ber­lin, das ist das lau­te Ber­lin. Und das ist das unse­riö­se Ber­lin. Und das ist das Ber­lin, das mei­nes Erach­tens kei­ne Zukunft hat.

Zahn selbst lebt nicht in einer Bana­nen­re­pu­blik, son­dern konn­te allein im ver­gan­ge­nen Jahr durch sei­ne Tätig­keit für den Kon­zern mehr als vier Mil­lio­nen Euro anhäu­fen. Und hin­ter Zahn steht die Poli­tik, zumin­dest die, die am län­ge­ren Hebel sitzt. Wäh­rend der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin, Micha­el Mül­ler (SPD), nach einem Tref­fen mit dem Woh­nungs­kon­zern mein­te, dass die Situa­ti­on in der Stadt nicht nur Auf­ga­be der Poli­tik, son­dern aller Betei­lig­ten sei, auch der Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten, und dass mit dem Volks­be­geh­ren der Initia­ti­ve “Deut­sche Woh­nen und Co. ent­eig­nen” eine berech­tig­te und nach­voll­zieh­ba­re Sor­ge der Men­schen aus­ge­drückt wer­de, posi­tio­nier­te sich Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) am Mitt­woch im Bun­des­tag ent­schie­den dage­gen. Eine Ent­eig­nung von gro­ßen Woh­nungs­kon­zer­nen sei der “glatt fal­sche Weg”.

Statt­des­sen müss­ten kon­kre­te Maß­nah­men im Woh­nungs­bau ergrif­fen wer­den. Zudem müs­se dar­über nach­ge­dacht wer­den, wie man mit nicht genutz­tem Bau­land oder Miet­wu­cher umge­he.

Der FDP-Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Lind­ner warb statt­des­sen dafür, den Mie­ten­an­stieg durch die För­de­rung von Woh­nungs­neu­bau zu dämp­fen. “Eine Ent­eig­nung schafft nicht eine ein­zi­ge zusätz­li­che Woh­nung”, beton­te Lind­ner in einer Aktu­el­len Stun­de. Der Ber­li­ner CDU-Par­la­men­ta­ri­er Kai Weg­ner sprach von einer “popu­lis­ti­schen Schein­lö­sung”, und der AfD-Abge­ord­ne­te Mar­tin Sichert warn­te davor, Inves­to­ren zu ver­schre­cken und die Woh­nungs­not damit zu ver­schär­fen.

Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch erwi­der­te, Groß­un­ter­neh­men wie Deut­sche Woh­nen und Vono­via hät­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht eine neue Woh­nung gebaut. Die Grü­nen-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Kat­rin Göring-Eckardt beton­te, Ent­eig­nun­gen müss­ten als “aller­letz­tes Mit­tel” mög­lich sein. Bei Tage­bau­en und neu­en Stra­ßen hät­ten die Kri­ti­ker in der Ver­gan­gen­heit kein Pro­blem mit Ent­eig­nun­gen gehabt. Par­tei­chef Robert Habeck hat­te vor weni­gen Tagen betont, dass man in der jet­zi­gen Not­la­ge kein Mit­tel aus­schlie­ßen dür­fe. Im Gegen­satz dazu hält Baden-Würt­tem­bergs grü­ner Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann Debat­ten um Ent­eig­nung von Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten für “unsin­nig”.

Der bau­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Frak­ti­on, Bern­hard Dal­drup, räum­te ein, durch Ent­eig­nun­gen wür­den kei­ne Woh­nun­gen geschaf­fen – durch per­ma­nen­te Miet­erhö­hun­gen aber auch nicht. Er beton­te aller­dings auch, die­ser Weg wer­fe “mehr Fra­gen auf, als er Pro­ble­me löst”. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten machen sich statt­des­sen dafür stark, die umstrit­te­ne Miet­preis­brem­se zu ver­län­gern und wei­ter zu ver­schär­fen.

Der wie­der­hol­ten Argu­men­ta­ti­ons­li­nie, dass eine Ent­eig­nung der Woh­nungs­un­ter­neh­men kei­nen neu­en Wohn­raum schaf­fe, folg­te beim ers­ten Ent­eig­nungs­gip­fel auch Micha­el Zahn. Dem ent­geg­ne­te Tahe­ri, eine hal­be Mil­li­on Men­schen kön­ne dann aber “nachts bes­ser schla­fen, weil sie kei­ne Miet­erhö­hun­gen mehr befürch­ten” müss­ten.

In der Tat unter­schei­det sich die Deut­sche Woh­nen von den sechs städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten vor allem durch hohe Mie­ten von 6,71 Euro pro Qua­drat­me­ter in Ber­lin (im Ver­gleich zu 6,05 Euro) und Miet­stei­ge­run­gen bei Neu­ver­mie­tung auf im Schnitt sogar sat­te 9,08 Euro je Qua­drat­me­ter. Pro­fit bringt die­ses Vor­ge­hen ein­deu­tig, stie­gen doch die Gewin­ne von Deut­sche Woh­nen im ver­gan­ge­nen Jahr um elf Pro­zent auf rund 480 Mil­lio­nen Euro. 

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de Micha­el Zahn erhielt im Jahr 2018 für sei­ne Vor­stands­tä­tig­keit rund 2,3 Mil­lio­nen Euro. Rech­net man Ver­gü­tun­gen für kon­zern­in­ter­ne Auf­sichts­rats­man­da­te hin­zu, erhielt Zahn im ver­gan­ge­nen Jahr mit 4,4 Mil­lio­nen Euro – gut zehn­mal mehr als der Chef der größ­ten lan­des­ei­ge­nen Gesell­schaft Dege­wo.

Die Mie­ter zah­len die stei­gen­de Divi­den­de der Aktio­nä­re aus ihren Taschen, das ist die tat­säch­li­che Ent­eig­nung, die täg­lich in Ber­lin statt­fin­det”, kom­men­tier­te Tahe­ri die Zah­len.

Der­weil hat die Gehag, eine Toch­ter­fir­ma der Deut­schen Woh­nen, vor Gericht einen Sieg gegen einen Mie­ter errun­gen, der sich gegen eine Miet­erhö­hung ober­halb der Gren­ze des Ber­li­ner Miet­spie­gels gewei­gert hat­te. Das Land­ge­richt kor­ri­gier­te das Urteil der ers­ten Instanz und stimm­te einer Miet­erhö­hung ober­halb der Miet­spie­gel­ober­gren­ze zu, weil mit einem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen eine Bewer­tung anhand von Ver­gleichs­woh­nun­gen anstel­le des Miet­spie­gels her­an­ge­zo­gen wur­de.

Dem Bei­spiel könn­ten ande­re Woh­nungs­kon­zer­ne fol­gen, da der Ein­satz von Sach­ver­stän­di­gen zur Miet­erhö­hung den Unter­neh­men gute Ren­di­te­chan­cen ver­spre­chen könn­te. Unter­stüt­zung erhielt damit vor allem die Deut­sche Woh­nen, die mehr­fach betont hat­te, “der Ber­li­ner Miet­spie­gel ist angreif­bar und nicht rechts­si­cher”.

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Made in Serbia : Immer mehr deutsche Firmen zieht es auf den Balkan


Von Moj­ra Bozic

Lan­ge Zeit galt Öster­reich als größ­ter Aus­lands­in­ves­tor in Ser­bi­en, doch inzwi­schen wur­de es von Deutsch­land abge­löst. Das Inter­es­se der deut­schen Wirt­schaft für das West­bal­kan-Land, das eine Voll­mit­glied­schaft in der Euro­päi­schen Uni­on als eines der pri­mä­ren Zie­le ver­folgt, ist groß. Die Bun­des­re­pu­blik ist der füh­ren­de Wirt­schafts­part­ner des süd­ost­eu­ro­päi­schen Lan­des. Dies beton­te auch der ser­bi­sche Außen­mi­nis­ter Ivi­ca Dačić bei einer Ver­an­stal­tung der “Ber­li­ner Wirt­schafts­ge­sprä­che”.

Der Ver­ein lud die­se Woche in die ser­bi­sche Bot­schaft in Ber­lin ein, um zum The­ma “Per­spek­ti­ven Ser­bi­ens für die Auf­nah­me in die Euro­päi­sche Uni­on” zu dis­ku­tie­ren. Inzwi­schen gebe es 400 deut­sche Unter­neh­men in Ser­bi­en, die ins­ge­samt rund 60.000 Beschäf­tig­te haben, sag­te der ser­bi­sche Außen­mi­nis­ter.

Deutsch­land ist für uns ein wich­ti­ges Land in viel­fa­cher Hin­sicht. Seit Jah­ren zählt es zu den wich­tigs­ten ser­bi­schen Wirt­schafts­part­nern”, sag­te Dačić. “Im Jahr 2018 betrug das Han­dels­vo­lu­men fast fünf Mil­li­ar­den Euro.”

Somit liegt Deutsch­land auf Platz eins der bila­te­ra­len Han­dels­part­ner Ser­bi­ens. Die zuletzt bekann­ten offi­zi­el­len Zah­len zei­gen, dass Ser­bi­en im Jahr 2017 ein Han­dels­de­fi­zit von 218,8 Mil­lio­nen Euro ver­zeich­net hat­te. Die Expor­te des süd­ost­eu­ro­päi­schen Lan­des nach Deutsch­land betru­gen 1,88 Mil­li­ar­den Euro (ein Plus von 7,9 Pro­zent zum Vor­jahr), wäh­rend Ser­bi­en aus Deutsch­land Waren im Wert von 2,45 Mil­li­ar­den Euro (ein Plus von 12,1 Pro­zent zum Vor­jahr) impor­tiert hat­te.

Deut­sche Unter­neh­men errich­ten ver­mehrt Pro­duk­ti­ons­an­la­gen vor Ort

Die deut­sche Wirt­schaft zieht es seit dem Sturz des jugo­sla­wi­schen Prä­si­den­ten Slo­bo­dan Miloše­vić ver­mehrt in das Bal­kan­land. In den 2000er Jah­ren waren die deut­schen Inves­ti­tio­nen nach Ser­bi­en vor allem markt­ori­en­tiert. Deut­sche Unter­neh­men wie Hen­kel, Knauf oder Sta­da erwar­ben bestehen­de ser­bi­sche Fir­men, um loka­le und regio­na­le Märk­te zu belie­fern. In den letz­ten Jah­ren aber haben deut­sche Inves­ti­tio­nen in Pro­duk­ti­ons­an­la­gen vor Ort stark zuge­nom­men. So haben inzwi­schen bei­spiels­wei­se Sie­mens, Bosch, Auto­zu­lie­fe­rer Drä­ex­lmai­er und Leo­ni oder Strumpf­wa­ren-Her­stel­ler Fal­ke Fer­ti­gungs­stät­ten in Ser­bi­en.

Allein der Nürn­ber­ger M-Dax-Kon­zern Leo­ni, der Dräh­te, Kabel und Bord­netz-Sys­te­me vor­wie­gend für die Auto­mo­bil­bran­che her­stellt, hat seit dem Jahr 2009 rund 90 Mil­lio­nen Euro in das Bal­kan­land (mit rund sie­ben Mil­lio­nen Ein­woh­nern — ohne Koso­vo) inves­tiert. Der­zeit hat Leo­ni drei Pro­duk­ti­ons­stät­ten in Ser­bi­en mit cir­ca 6.000 Beschäf­tig­ten. Ende 2019 soll ein vier­tes Werk sei­ne Arbeit auf­neh­men, das laut Ankün­di­gung in den fol­gen­den Jah­ren etwa 4.000 Men­schen einen Job besche­ren soll.

Die ser­bi­sche Regie­rung und der Prä­si­dent Alek­san­dar Vučić tun alles, um inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne davon zu über­zeu­gen, Fer­ti­gungs­stät­ten in Ser­bi­en zu errich­ten — vor allem durch üppi­ge Sub­ven­tio­nen. Fai­rer­wei­se muss man hier anmer­ken, dass die frü­he­ren Regie­run­gen mit die­ser Vor­ge­hens­wei­se begon­nen haben. Die jet­zi­ge, ange­führt von der Ser­bi­schen Fort­schritts­par­tei (SNS) von Vučić, führt die­se Pra­xis nur kon­se­quent wei­ter. So wer­den den poten­zi­el­len Inves­to­ren aus dem Aus­land etwa kos­ten­lo­se Grund­stü­cke für Pro­duk­ti­ons­hal­len, vom Staat finan­zier­te Zufahrt­stra­ßen, Strom- oder Was­ser­lei­tun­gen sowie Steu­er­erleich­te­run­gen in Aus­sicht gestellt. Der Staat sub­ven­tio­niert zudem mit meh­re­ren Tau­send Euro jeden neu geschaf­fe­nen Arbeits­platz.

Bil­li­ge Arbeits­kräf­te, aber sin­ken­de Arbeits­lo­sen­quo­te

In Ser­bi­en gibt es in den letz­ten Jah­ren aber zuneh­mend Kri­tik an dem Kurs der Regie­rung. Ser­bi­en ent­wi­ckelt sich nach Ansicht regie­rungs­kri­ti­scher Wirt­schafts­ex­per­ten und Ana­lys­ten zu einer ver­län­ger­ten Werk­bank aus­län­di­scher Groß­kon­zer­ne mit bil­li­gen Arbeits­kräf­ten. Anfang der Jah­res betrug der Min­dest­lohn in Ser­bi­en umge­rech­net 244 Euro net­to. Durch­schnitt­lich bekommt man knapp 400 Euro net­to monat­lich. 

Wenn Sie das gan­ze Land den Inter­es­sen der glo­ba­la­gie­ren­den Unter­neh­men anpas­sen, und die suchen nur eines — Arbeits­kraft im Alter zwi­schen 18 und 38 Jah­ren — also jene, die ein lin­kes Rad mon­tie­ren sol­len, wer­den dann die Ande­ren, jene, die an der Spit­ze sein sol­len, Inge­nieu­re und Ärz­te, wei­ter­hin das Land ver­las­sen. Dann bleibt nur die Arbeits­kraft. Wenn Sie in der Pro­duk­ti­ons­ket­te nur einen klei­nen Teil abbe­kom­men, geht all das Resul­tat aber anders­wo­hin”, sag­te bereits 2017 Miodrag Zec, Pro­fes­sor an der Fakul­tät für Phi­lo­so­phie der Uni­ver­si­tät Bel­grad, im Fern­seh­sen­der N1.

Die Regie­rung aber ver­weist stets auf die schrump­fen­de Zahl der Arbeits­lo­sen in Ser­bi­en. Laut dem Außen­mi­nis­ter Dačić sei in den letz­ten sie­ben Jah­ren die Arbeits­lo­sen­quo­te von 23 auf 12 Pro­zent gesun­ken. Des­we­gen rief er deut­sche Unter­neh­mer dazu auf, wei­ter­hin in sein Land zu inves­tie­ren.

Mehr zum The­ma — Inter­view : Zwei ser­bi­sche Blog­ger über ihr Land und EU : “Nie­mand will nur bil­li­ge Arbeits­kraft sein”

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