Deutsche Zahnpflege „Made in Russia“: Dr. Theiss legt Grundstein für Werk in Russland


Das deut­sche Fami­li­en­un­ter­neh­men Dr. Theiss mit Haupt­sitz in Hom­burg im Saar­län­di­schen will schon ab 2020 sei­ne Zahn- und Mund­pfle­ge­pro­duk­te in der Regi­on Mos­kau her­stel­len. In zwei Pha­sen sol­len mehr als zehn Mil­lio­nen Euro vor Ort inves­tiert wer­den.
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Kann die deutsche Passivradartechnik tatsächlich US-Tarnkappenflugzeuge “entzaubern”?


von Zlat­ko Per­ci­nic

Der Besuch von zwei Kampf­jets des Typs F‑35A “Light­ning II” der US-Air Force an der Luft­fahrt­aus­stel­lung ILA am Ber­li­ner Flug­ha­fen Schö­ne­feld im April 2018 soll­te auch dazu die­nen, die Bun­des­re­gie­rung dazu zu über­zeu­gen, die­sen Typ als Ersatz für die zur Aus­mus­te­rung ste­hen­den Tor­na­dos der Luft­waf­fe in Betracht zu zie­hen. Nebst der Flug­show, an der die F‑35 nicht teil­nah­men und sich statt­des­sen mit einem Auf­ent­halt auf dem Boden begnü­gen muss­ten, soll­te es auch eine Ver­kaufs­prä­sen­ta­ti­on des US-Her­stel­lers Lock­heed Mar­tin geben.

Dass die pro­mi­nen­ten Gäs­te der ILA ihre Fähig­kei­ten nicht unter Beweis stel­len durf­ten, lag Gerüch­ten zufol­ge dar­an, dass der deut­sche Rüs­tungs­her­stel­ler Hen­soldt sein neu­es Pas­siv­ra­dar­sys­tem “Twin­vis” eben­falls aus­stell­te. Dem­nach soll befürch­tet wor­den sein, dass durch den Ein­satz von “Twin­vis” die ver­meint­lich unsicht­ba­ren Kampf­jets viel­leicht dann doch nicht so unsicht­bar sind, wie es der Her­stel­ler gern hät­te.

Und tat­säch­lich schien sich die­se Befürch­tung zu bewahr­hei­ten, als beim Abflug der bei­den F‑35 in Rich­tung Hei­mat sie von einem Radar­sys­tem von Hen­soldt knapp 150 Kilo­me­ter weit ver­folgt wur­den. Das Sys­tem wur­de auf einem Pony­hof in der Nähe des Flug­ha­fens “ver­steckt”, was für die deut­sche Bericht­erstat­tung die gan­ze Dra­ma­tik die­ser Ent­de­ckung noch wei­ter ver­stärk­te. So titel­te bei­spiels­wei­se der Ber­li­ner Kurier “Gehei­me Mili­tär­zen­tra­le auf Pony­hof – Unsicht­ba­rer US-Kampf­jet in Bran­den­burg ent­tarnt”. 

Doch war es wirk­lich so ? Wur­de das teu­ers­te Rüs­tungs­pro­jekt der USA tat­säch­lich auf dem Flug ent­tarnt und dabei der Tarn­kap­pen­mo­dus mehr oder weni­ger obso­let gemacht ? Für Lock­heed Mar­tin – und natür­lich die US-Kriegs­füh­rung – hät­te das kata­stro­pha­le Fol­gen und Hen­soldt eine Cash­cow aller­ers­ten Ran­ges beschert.

Um es kurz zu machen : Nein, die F‑35 wur­den weder ent­tarnt noch ent­zau­bert. Ganz im Gegen­teil. Bei­de Flug­zeu­ge befan­den sich nicht in einer Kampf­mis­si­on, dem­entspre­chend waren sowohl ihre Trans­pon­der ein­ge­schal­tet, als auch die soge­nann­ten Lüne­burg-Lin­sen am Flug­zeug selbst ange­bracht. Die­se Lin­sen sind Radar­re­flek­to­ren, die jeweils auf der Ober- und Unter­sei­te der Trag­flä­chen ange­bracht wer­den, um die Jets so für die Radar­über­wa­chung sicht­bar zu machen.

Mit der Anbrin­gung der Radar­re­flek­to­ren gibt man sich nicht nur absicht­lich zu erken­nen, son­dern ver­sucht so auch gleich­zei­tig, die spe­zi­fi­sche Radar­si­gna­tur eines bestimm­ten Flug­zeugs mit Tarn­kap­pen­funk­ti­on zu ver­schlei­ern. Des­halb sor­gen sich bei­spiels­wei­se Isra­el und die USA über die rus­si­schen Radar­warn­an­la­gen in Syri­en, dass sie die Signa­tu­ren der F‑22 und F‑35 im Kampf­ein­satz “cha­rak­te­ri­sie­ren” kön­nen und mit Elek­tro­ni­scher Auf­klä­rung (ELINT) Infor­ma­tio­nen über die Waf­fen­sys­te­me erhal­ten. Aus die­sem Grund flog die US-Air Force bei ihrem ers­ten Kampf­ein­satz mit einer F‑35 im Irak am 30. April nicht etwa im Tarn­kap­pen­mo­dus, son­dern mit ange­brach­ten Radar­re­flek­to­ren, damit es zu kei­ner Radar­si­gna­tur kommt, die Erkennt­nis­se für die rus­si­sche Auf­klä­rung lie­fern könn­te.

Den­noch bleibt Hen­soldt dabei, dass die Tat­sa­che, dass die bei­den F‑35-Kampf­jets gar nicht uner­kannt flo­gen, kei­ne Rol­le in der Bewer­tung des Erfolgs des “Twinvis”-Systems spiel­ten. Gegen­über dem Spie­gel sag­te Joa­chim Schranz­ho­fer, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef des deut­schen Her­stel­lers :

Pas­siv­ra­dar ist auf­grund der zugrun­de­lie­gen­den Tech­no­lo­gie sehr geeig­net, um Ste­alth-Platt­for­men zu detek­tie­ren 

In die­sem Punkt hat Schranz­ho­fer recht. Pas­siv­ra­dar­tech­no­lo­gie ist in der Tat theo­re­tisch in der Lage, Tarn­kap­pen­flug­zeu­ge zu ent­de­cken. Wie David Cen­ciot­ti, ein Luft­fahrt­ex­per­te und ehe­ma­li­ger ita­lie­ni­scher Kampf­pi­lot, dar­legt, nutzt der Pas­siv­ra­dar bereits in der Luft vor­han­de­ne Signa­le durch Rund­funk und Mobil­funk­an­la­gen. Indem Com­pu­ter­sys­te­me der Radar­an­la­ge dann den Dopp­ler­ef­fekt zwi­schen einem Objekt, das sich durch die­se Signa­le hin­durch­be­wegt, und deren Sen­der aus­wer­tet, kön­nen Rück­schlüs­se auf die Art, Grö­ße und Geschwin­dig­keit des Objekts gezo­gen wer­den.

Die­se Tech­no­lo­gie ist aber nicht neu. Bereits vor 18 Jah­ren wur­de öffent­lich bekannt, dass sich auf die­se Wei­se Tarn­kap­pen­bom­ber ent­de­cken lie­ßen. Auf die­se Wei­se sol­len auch ser­bi­sche Streit­kräf­te wäh­rend der NATO-Bom­ben­kam­pa­gne 1999 einen US-Tarn­kap­pen­bom­ber des Typs F‑117 in der Nähe von Bel­grad abge­schos­sen haben.

Dass sich die Pas­siv­ra­dar­tech­no­lo­gie nur bedingt als ein akti­ver Teil der Luft­ab­wehr ein­set­zen lässt, liegt genau in den Vor­aus­set­zun­gen für das Sys­tem begrün­det. Über­all, wo es kei­ne gro­ße Dich­te an Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sen­dern gibt, kann das Sys­tem nicht funk­tio­nie­ren. Man muss dazu nicht ein­mal auf Kriegs­schau­plät­ze in Afgha­ni­stan, Afri­ka oder eben Gegen­den im Irak und Syri­en – von mari­ti­mer Luft­über­wa­chung gar nicht erst zu spre­chen – bli­cken, son­dern selbst in eini­gen Tei­len Deutsch­lands wäre die­ses Sys­tem nutz­los. Was bedeu­tet, dass in all die­sen Gebie­ten eben doch mit hoch­fre­quen­ten Radar­an­la­gen der Luft­raum über­wacht wird, woge­gen die Tarn­kap­pen­flug­zeu­ge durch ihre spe­zi­el­le Form und Legie­rung abge­schirmt sind.

Doch selbst bei städ­ti­schen Gebie­ten mit einer gro­ßen Dich­te an Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sen­dern, wo die Pas­siv­ra­dar­tech­no­lo­gie theo­re­tisch funk­tio­niert, kön­nen in einem Ernst­fall die­se Signa­le mit moderns­ten Mit­teln gestört oder sogar völ­lig aus­ge­schal­tet wer­den. Durch elek­tro­ni­sche Kriegs­füh­rung und kine­ti­sche Schlä­ge wird der Weg für Tarn­kap­pen­bom­ber frei­ge­macht, damit die­se mög­lichst uner­kannt ihre Mis­si­on aus­füh­ren kön­nen.

Ob daher das “Twinvis”-System auch in einem sol­chen Umfeld trotz­dem ihre Wir­kung ent­fal­ten und Tarn­kap­pen­flug­zeu­ge auf­spü­ren kann, ist daher unge­wiss. Die­sen ulti­ma­ti­ven Beweis ist Hen­soldt schul­dig geblie­ben. Den­noch bleibt auch eine F‑35 mit ihren Fähig­kei­ten kei­ne “Wun­der­waf­fe”, wie Cen­ciot­ti dar­legt. Man kann auch die­ses Waf­fen­sys­tem kna­cken, nur benö­tigt es dafür eine Kom­bi­na­ti­on aus moderns­ten elek­tro­ni­schen Kampf­sys­te­men. 

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Mehr zum The­ma — US-Ana­ly­se­dienst Strat­for : Rus­si­sches S‑400 eines der bes­ten stra­te­gi­schen Boden-Luft-Sys­te­me 

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Neue Lieblingskunden Ungarn und Ägypten : Deutsche Rüstungsexporte vor Rekordmarke


Die deut­schen Rüs­tungs­ex­por­te steu­ern in die­sem Jahr auf einen Spit­zen­wert zu. Bis Ende Sep­tem­ber stie­gen die Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um 75 Pro­zent auf 6,35 Mil­li­ar­den Euro. Damit nähert sich das Export­vo­lu­men den bis­he­ri­gen Rekord­wer­ten aus den Jah­ren 2015 und 2016 von 7,86 bezie­hungs­wei­se 6,85 Mil­li­ar­den Euro an. Die Zah­len der ers­ten drei Quar­ta­le gehen aus einer Ant­wort des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge des Grü­nen-Abge­ord­ne­ten Omid Nou­ripour her­vor, die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) vor­lie­gen soll.

Bereits zur Jah­res­hälf­te hat­ten die Export­ge­neh­mi­gun­gen mit 5,3 Mil­li­ar­den Euro die des gesam­ten Vor­jah­res (4,8 Mil­li­ar­den) über­trof­fen. Wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er (CDU) hat­te das mit der lan­gen Hän­ge­par­tie bei der Regie­rungs­bil­dung nach der Wahl 2017 erklärt. Dadurch sei ein Ent­schei­dungs­stau ent­stan­den und der sprung­haf­te Anstieg daher “nur schein­bar über­ra­schend”, sag­te er damals.

Indi­rek­te Betei­li­gung am Kon­flikt im Jemen

Die mit Abstand meis­ten Expor­te wur­den mit 1,77 Mil­li­ar­den Euro für den EU- und NATO-Part­ner Ungarn geneh­migt. Die dor­ti­ge Regie­rung von Minis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orban, sonst gern ein Ziel von deut­scher Kri­tik in Sachen “Demo­kra­tie”, rüs­tet der­zeit mas­siv auf und will die Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben ver­dop­peln. Dahin­ter folgt das an der von Sau­di-Ara­bi­en geführ­ten Kriegs­al­li­anz im Jemen betei­lig­te Ägyp­ten mit 802 Mil­lio­nen Euro. Mit den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten ist ein wei­te­res Land aus die­sem Bünd­nis, das gegen die vom Iran unter­stütz­ten Huthi-Rebel­len kämpft, unter den Top Ten der Emp­fän­ger­län­der. Mit 206 Mil­lio­nen Euro steht der ölrei­che Golf­staat auf Platz neun.

Inzwi­schen haben sich die VAE aber mit Sau­di-Ara­bi­en über­wor­fen und den Abzug ihrer Trup­pen aus dem Jemen ange­kün­digt. Uni­on und SPD hat­ten sich in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag im März 2018 vor­ge­nom­men, Expor­ten an die “unmit­tel­bar” am Jemen-Krieg betei­lig­ten Staa­ten einen Rie­gel vor­zu­schie­ben. Es wur­den aber Aus­nah­men zuge­las­sen. Ein kom­plet­ter Export­stopp wur­de nach der Ermor­dung des regie­rungs­kri­ti­schen Jour­na­lis­ten Jamal Khash­og­gi aller­dings gegen Sau­di-Ara­bi­en ver­hängt.

Im Juli hat­te die Bun­des­re­gie­rung nach mona­te­lan­gem Rin­gen auch ihre 20 Jah­re alten Export­richt­li­ni­en für Rüs­tungs­gü­ter über­ar­bei­tet und leicht ver­schärft. Danach wird die Lie­fe­rung von Klein­waf­fen in Län­der außer­halb von NATO und EU nun grund­sätz­lich nicht mehr geneh­migt. Zudem soll der Ver­bleib bereits expor­tier­ter Waf­fen stär­ker kon­trol­liert wer­den.

Weni­ger wert als hei­ße Luft”

Vor allem die SPD dringt in der Koali­ti­on auf eine restrik­ti­ve Geneh­mi­gungs­pra­xis. Für den Grü­nen-Poli­ti­ker Nou­ripour ist das aber ange­sichts anhal­ten­der Lie­fe­run­gen an Mit­glieds­län­der der Jemen-Kriegs­al­li­anz “weni­ger wert als hei­ße Luft”. “Es ist extrem bit­ter, dass der heu­ti­gen SPD die Gewin­ne der Rüs­tungs­in­dus­trie wich­ti­ger sind als Frie­den”, sag­te er.

Unter den zehn wich­tigs­ten Emp­fän­ger­län­dern deut­scher Rüs­tungs­gü­ter sind neben den VAE und Ägyp­ten mit Alge­ri­en auf Platz 7 (238 Mil­lio­nen Euro) und Katar auf Platz 8 (212 Mil­lio­nen Euro) zwei wei­te­re ara­bi­sche Staa­ten. Dane­ben fin­den sich in den Top Ten vier NATO-Staa­ten (neben Ungarn sind das die USA, Groß­bri­tan­ni­en und Nor­we­gen) sowie zwei Län­der, die bei Rüs­tungs­ex­por­ten ähn­lich wie NATO-Staa­ten behan­delt wer­den : Aus­tra­li­en und Süd­ko­rea.

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(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Grünes Licht für deutsche Rüstungsexporte in die Vereinigten Arabischen Emirate


Lie­fe­rant ist Jen­op­tik Power Sys­tems. Das Unter­neh­men mit Sitz im baye­ri­schen Alten­stadt pro­du­ziert Strom­ag­gre­ga­te für Patri­ot-Bat­te­ri­en des US-Kon­zerns Ray­the­on. Die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te (VAE) zäh­len wie auch Deutsch­land zu den 16 Staa­ten, die das mobi­le Abwehr­sys­tem zum Schutz vor Luft­an­grif­fen nut­zen. Erst vor weni­gen Tagen hat­te das US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ent­schie­den, eine zusätz­li­che Bat­te­rie die­ses Typs nach Sau­di-Ara­bi­en zu ver­le­gen – als Reak­ti­on auf den Droh­nen­an­griff auf wich­ti­ge Ölan­la­gen des wah­ha­bi­ti­schen König­reichs.

Der Bun­des­si­cher­heits­rat, dem neben Mer­kel meh­re­re Minis­ter ange­hö­ren, geneh­mig­te Rhein­me­tall und MAN Mili­ta­ry Vehi­cles auch den Export von 240 Sät­zen mit Bau­tei­len für Trans­port­pan­zer nach Alge­ri­en. Die Fahr­zeu­ge sind mit einer Waf­fen­sta­ti­on aus­ge­rüs­tet, die Waf­fen wer­den aber nicht mit­ge­lie­fert. Der finan­zi­el­le Umfang der bei­den Rüs­tungs­ge­schäf­te ist in dem Schrei­ben von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er an den Wirt­schafts­aus­schuss des Bun­des­tags, der der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­liegt, nicht ange­ge­ben, um kei­ne Rück­schlüs­se auf den Ein­zel­ver­kaufs­preis zuzu­las­sen.

Vor allem die Export­ge­neh­mi­gung für die VAE ist hei­kel, weil der klei­ne Golf­staat mit rie­si­gen Ölvor­kom­men lan­ge Zeit an vor­ders­ter Front an der Sei­te Sau­di-Ara­bi­ens gegen die Huthi-Rebel­len im Jemen gekämpft hat. Uni­on und SPD hat­ten in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag 2017 ver­ein­bart, an sol­che “unmit­tel­bar” am Krieg betei­lig­ten Staa­ten kei­ne Rüs­tungs­gü­ter mehr zu lie­fern.

Mehr zum The­ma — Neue Doku­men­te ent­hül­len US-Aus­bil­dung für emi­ra­ti­sche Kampf­pi­lo­ten im Jemen-Krieg 

Die man­geln­den Fort­schrit­te im Kampf gegen die Huthis haben aller­dings inzwi­schen zum Bruch im sau­disch-emi­ra­ti­schen Bünd­nis geführt. Im Juli wur­de bekannt, dass die VAE ihre damals rund 5.000 Sol­da­ten im Jemen schritt­wei­se abzie­hen wol­len. Über die Zahl der der­zeit noch im Land befind­li­chen Trup­pen machen die Emi­ra­te kei­ne offi­zi­el­len Anga­ben. Erst am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de kam es zu einer pein­li­chen Nie­der­la­ge für Sau­di-Ara­bi­en, als die Huthis zusam­men mit sau­di­schen “Volks­ko­mi­tees” in einer groß ange­leg­ten Offen­si­ve Hun­der­te Söld­ner töte­ten und nach eige­nen Anga­ben 2.000 gefan­gen genom­men haben. Dabei fiel ihnen auch mili­tä­ri­sche Hard­ware aus west­li­cher Pro­duk­ti­on in die Hän­de. 

Die Export­ent­schei­dung der Bun­des­re­gie­rung dürf­te sowohl mit dem Kurs­wech­sel der VAE im Jemen-Krieg als auch mit der auf­grund der Iran-Kri­se ver­schärf­ten Bedro­hungs­la­ge in der Regi­on zu tun haben. In den VAE leben Tau­sen­de Deut­sche. Zudem gibt es dort Mili­tär­stütz­punk­te von NATO-Part­nern.

Die USA haben ins­ge­samt rund 5.000 Sol­da­ten dort sta­tio­niert. Vom Luft­waf­fen­stütz­punkt Al Dhaf­ra aus star­ten den Ana­lys­ten des Ame­ri­can Secu­ri­ty Pro­ject zufol­ge die meis­ten Über­wa­chungs­flü­ge des US-Mili­tärs welt­weit. Auch Frank­reich unter­hält in Abu Dha­bi einen Mari­ne­stütz­punkt mit 650 Sol­da­ten.

Das Aus­wär­ti­ge Amt woll­te am Frei­tag nicht sagen, ob die aktu­el­le Geneh­mi­gung eine grund­sätz­li­che Neu­aus­rich­tung der Export­po­li­tik gegen­über den VAE bedeu­tet. Ein Spre­cher sag­te ledig­lich, dass die außen­po­li­ti­sche Lage­be­wer­tung, die Grund­la­ge für Export­ent­schei­dun­gen ist, “fort­lau­fend” erfol­ge.

Mehr zum The­ma — “Passt auf Eure glä­ser­nen Wol­ken­krat­zer auf” – Huthis dro­hen mit wei­te­ren Angrif­fen

Schar­fe Kri­tik kam von der Oppo­si­ti­on. Die Grü­nen-Rüs­tungs­ex­per­tin Kat­ja Keul sag­te, dass die VAE immer noch Kriegs­par­tei im Jemen sei­en und zudem im Liby­en-Kon­flikt den Mili­zen­füh­rer Cha­li­fa Haftar unter­stütz­ten. “Wer in die­ser Lage Rüs­tungs­gü­ter lie­fert, hat jeden Wer­te­kom­pass ver­lo­ren”, beton­te sie. Die stell­ver­tre­ten­de Links­frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Sevim Dağ­de­len nann­te die Export­ent­schei­dun­gen “unver­ant­wort­lich” und wer­te­te sie als Ver­stoß gegen die bestehen­den Rüs­tungs­ex­port­richt­li­ni­en und den Koali­ti­ons­ver­trag.

Erneut ver­an­schau­licht die Bun­des­re­gie­rung, dass sie auf die eige­nen Grund­sät­ze pfeift.

Der FDP-Wirt­schafts­ex­per­te Rein­hard Hou­ben for­der­te “kla­re und nach­voll­zieh­ba­re Rege­lun­gen” für Rüs­tungs­ex­por­te.

Öffent­lich­keit und deut­sche Rüs­tungs­in­dus­trie haben einen Anspruch auf zügi­ge und ver­läss­li­che Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren.

Deutsch­land hat­te mit den VAE bereits 2004 eine stra­te­gi­sche Part­ner­schaft ver­ein­bart. Deren Aus­bau wur­de im Juni beim Besuch von Kron­prinz Scheich Muham­mad bin Zay­id Al Nahyan bei Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel in Ber­lin beschlos­sen. Trotz der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung waren die Rüs­tungs­ex­por­te an die Emi­ra­te nie ganz ein­ge­stellt wor­den. Die von Uni­on und SPD ver­ein­bar­te Rege­lung ließ Aus­nah­men zu, die allein in den ers­ten acht Mona­ten die­ses Jah­res zu Export­ge­neh­mi­gun­gen für Rüs­tungs­gü­ter im Wert von mehr als 200 Mil­lio­nen Euro für das Land führ­ten.

Für Sau­di-Ara­bi­en gilt dage­gen seit der Ermor­dung des regie­rungs­kri­ti­schen Jour­na­lis­ten Jamal Khash­og­gi im sau­di­schen Gene­ral­kon­su­lat in Istan­bul vor einem Jahr ein kom­plet­ter Rüs­tungs­ex­port­stopp. Kron­prinz Moham­med bin Sal­man hat­te in einer Doku­men­ta­ti­on für den US-Sen­der PBS die Ver­ant­wor­tung für den Mord über­nom­men, stritt aller­dings jeg­li­che Kennt­nis davon im Vor­feld ab. 

Mehr zum The­ma — Dubais Stern nach geo­po­li­ti­schen Aben­teu­ern am Fal­len 

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Deutsche fühlen große Unterschiede zwischen Ost und West


Eine gro­ße Mehr­heit der Wahl­be­rech­tig­ten in Deutsch­land sieht auch 30 Jah­re nach dem Fall der Ber­li­ner Mau­er noch gro­ße Unter­schie­de zwi­schen Ost und West. Sie­ben von zehn Befrag­ten sehen Dif­fe­ren­zen zwi­schen alten und neu­en Bun­des­län­dern, wie eine am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­te reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge im Auf­trag der Kör­ber-Stif­tung ergab.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Der erste Deutsche im All : Kosmonaut Sigmund Jähn im Alter von 82 Jahren gestorben


Sig­mund Jähn, der ers­te Deut­sche im All, ist tot. Der DDR-Kos­mo­naut starb am Sams­tag im Alter von 82 Jah­ren, wie das Deut­sche Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR) am Sonn­tag­abend mit­teil­te :

Mit Sig­mund Jähn ver­liert die deut­sche Raum­fahrt einen welt­weit aner­kann­ten Kos­mo­nau­ten, Wis­sen­schaft­ler und Inge­nieur, so die Vor­stands­vor­sit­zen­de des DLR, Pas­ca­le Ehren­freund.

Jähn war mit der Rake­te “Sojus 31” am 26. August 1978 vom rus­si­schen Raum­fahrt­zen­trum Bai­ko­nur aus gestar­tet. Gemein­sam mit dem sowje­ti­schen Kos­mo­nau­ten Wale­ri Bykow­ski (1934−2019) war er 7 Tage, 20 Stun­den und 49 Minu­ten im All.

Der Kos­mo­naut war in der DDR ein Volks­held und genoss gro­ße Popu­la­ri­tät. Trotz sei­nes Ruh­mes blieb er immer beschei­den und wur­de des­halb beson­ders ver­ehrt. Erst fünf Jah­re spä­ter, im Jahr 1983, flog mit Ulf Mer­bold ein West­deut­scher als zwei­ter Deut­scher ins All.

Mehr zum The­ma — Sig­mund Jähn erhält den Raum­fahrt­preis “Sil­ber­ner Meri­di­an”

Der 1937 gebo­re­ne Sach­se Jähn war Oberst­leut­nant der DDR-Armee NVA. Der gelern­te Buch­dru­cker stamm­te aus der säch­si­schen Klein­stadt Mor­gen­rö­the-Rau­ten­kranz. Nach der Aus­bil­dung zum Jagd­flie­ger bei den Luft­streit­kräf­ten der NVA wur­de er von 1976 an in der Sowjet­uni­on mit einem har­ten Trai­ning auf sei­nen Flug ins All vor­be­rei­tet.

Nach der Wen­de wur­de er arbeits­los. Spä­ter kam er beim Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt unter und bil­de­te euro­päi­sche Astro­nau­ten im rus­si­schen Ster­nen­städt­chen aus.

Zum 40. Jah­res­tag sei­nes his­to­ri­schen Welt­raum­flu­ges am 26. August 2018 gab es weder offi­zi­el­le Glück­wün­sche noch Blu­men von der Regie­rung. Der ers­te Deut­sche im Welt­all kam aus dem fal­schen Deutsch­land.

Mehr zum The­ma — Kei­ne Blu­men aus dem Kanz­ler­amt — Sig­mund Jähn und der 40. Jah­res­tag sei­nes Welt­raum­flugs

In sei­ner vogt­län­di­schen Hei­mat­stadt erin­nert die Deut­sche Raum­fahrt­aus­stel­lung an sei­nen Welt­raum­flug. Jähn, der ver­hei­ra­tet war und zwei Töch­ter hat­te, leb­te in Straus­berg bei Ber­lin, blieb sei­ner Hei­mat aber immer ver­bun­den.

(rt/dpa)

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Einmischung in Hongkong unerwünscht : Chinesischer Botschafter mahnt deutsche Politiker


Der chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Wu Ken, ver­ur­teil­te den Emp­fang, den man dem Hong­kon­ger Oppo­si­tio­nel­len Joshua Wong berei­tet hat­te. Damit mische sich Ber­lin in Ange­le­gen­hei­ten Hong­kongs ein. Der deut­sche Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas hat­te Wong auf einer Ver­an­stal­tung der Bild-Zei­tung hofiert. Peking reagier­te ver­är­gert und bestell­te den deut­schen Bot­schaf­ter ein. Die Regie­rung habe sich zu die­sem Schritt ent­schlos­sen, um ihrer “tie­fen Unzu­frie­den­heit” Aus­druck zu ver­lei­hen.

Seit Wochen wird in Hong­kong pro­tes­tiert. Ein geplan­tes Aus­lie­fe­rungs­ge­setz hat­te die Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen aus­ge­löst. Damit fürch­ten man­che Hong­kon­ger Bür­ger den Ver­lust ihres Sta­tus als Son­der­wirt­schafts­zo­ne und die Aus­lie­fe­rung poli­tisch Anders­den­ken­der an Peking.

Das Gesetz ist der­weil vom Tisch, die Pro­tes­te jedoch gehen wei­ter. Unter die Pro­tes­te mischt sich auch Hong­kongs Mafia. Anwoh­ner sind in Sor­ge, Opfer der Gewalt zu wer­den. Regie­rung und Oppo­si­ti­on beschul­di­gen sich gegen­sei­tig, für die Gewalt­aus­brü­che ver­ant­wort­lich zu sein. 

Wu ver­wies in einer Pres­se­kon­fe­renz in der chi­ne­si­schen Bot­schaft auf die kri­mi­nel­len Hand­lun­gen radi­ka­ler Demons­tran­ten, die im Namen “der Demo­kra­tie” began­gen wür­den : 

Eini­ge deut­sche poli­ti­sche Kräf­te und Poli­ti­ker behan­del­ten die­se Gewal­t­a­gi­ta­to­ren jedoch als ehren­wer­te Gäs­te. Sie ver­fü­gen ent­we­der über wenig Grund­kennt­nis­se über Hong­kong oder ver­su­chen, ihr eige­nes poli­ti­sches Kapi­tal zu erlan­gen. 

Deutsch­land soll­te die Sou­ve­rä­ni­tät Chi­nas respek­tie­ren. Die deut­schen Medi­en wür­den nur vor­ein­ge­nom­men und ein­sei­tig über die Situa­ti­on in Hong­kong berich­ten. 

Mehr zum The­ma — Joshua Wong in Ber­lin : Deutsch­lands Flirt mit Radi­ka­len

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Maaßen und die deutsche Außenpolitik : “Müssen ein gutes Verhältnis zu Russland haben”


Beim Ver­ein der Aus­län­di­schen Pres­se (VAP) in Ber­lin äußer­te sich der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Ver­fas­sungs­schut­zes (BfV), Hans-Georg Maaßen, auch zur deut­schen Außen­po­li­tik.

Mehr zum The­ma — Maaßen zu RT über AfD-Erfolg : “Pro­ble­me der Leu­te haben nichts mit Gre­ta zu tun” (Video)

Die außen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen der letz­ten Jah­re betrach­tet Maaßen kri­tisch. Noch vor zehn Jah­ren sei Deutsch­land von “Freun­den umge­ben” gewe­sen. Die­se Zeit sei jedoch einer zuneh­men­den “Iso­lie­rung” Deutsch­lands gewi­chen. Was die Grün­de dafür anbe­lan­ge, stän­de es der Regie­rung gut zu Gesicht, die­se auch bei sich selbst zu suchen. Immer wenn Deutsch­land und Russ­land ein “schlech­tes Ver­hält­nis” zuein­an­der gehabt hät­ten, wäre dies auch “schlecht für bei­de Län­der” gewe­sen.

In Gesprä­chen wür­den die Men­schen ihm immer wie­der den Ein­druck ver­mit­teln, dass Deutsch­land “ein gutes Ver­hält­nis zu Russ­land” auf­bau­en müs­se. In “gro­ßen Tei­len” mache er sich “deren Posi­tio­nen zu eigen”.

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