Erschwingliche Mietpreise in urbanen Räumen — Unmögliches Unterfangen in Deutschland ?


Einer Stu­die im Auf­trag der Hans-Böck­ler-Stif­tung zufol­ge feh­len deutsch­land­weit 1,9 Mil­lio­nen bezahl­ba­re Woh­nun­gen. In Ber­lin wer­den 310.000 Woh­nun­gen benö­tigt, in Ham­burg 150.000, in Köln 86.000 und in Mün­chen 78.000. Aber auch in Groß­städ­ten mit ver­gleichs­wei­se gerin­ge­rem Bedarf wie Koblenz, Ulm oder Wolfs­burg über­steigt die Nach­fra­ge nach bezahl­ba­rem Wohn­raum das Ange­bot dem­nach um meh­re­re Tau­send Woh­nun­gen. Auf Län­der­ebe­ne ist das Defi­zit im bevöl­ke­rungs­reichs­ten Bun­des­land Nord­rhein-West­fa­len mit einem Bedarf an 550.000 Woh­nun­gen am größ­ten, gefolgt von Ber­lin, Bay­ern (192.000), Baden-Würt­tem­berg (156.000), Nie­der­sach­sen (110.000) und Sach­sen (105.000). Die Defi­ni­ti­on von “bezahl­ba­rer Mie­te” liegt bei der Schmerz­gren­ze von nicht mehr als 30 Pro­zent des Haus­halts­ein­kom­mens.

Bedro­hung für gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt

Die Fol­gen von Woh­nungs­not, Ver­drän­gung und Obdach­lo­sig­keit, sind in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men, deutsch­land­weit sol­len in die­sem Jahr nach Schät­zun­gen der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Woh­nungs­lo­sen­hil­fe (BAGW) 1,2 Mil­lio­nen Men­schen woh­nungs­los sein, was einen Anstieg um 150 Pro­zent in nur vier Jah­ren bedeu­tet.

Laut einer Umfra­ge des Cari­tas­ver­ban­des befürch­ten drei von vier Men­schen in Deutsch­land (74 Pro­zent), durch zu hohe Mie­ten ihre Woh­nung zu ver­lie­ren. Vier von fünf Befrag­ten (79 Pro­zent) sehen das Risi­ko, wegen der stei­gen­den Mie­ten in Armut zu gera­ten. Knapp zwei Drit­tel (61 Pro­zent) sehen in den stei­gen­den Miet- oder Kauf­prei­sen von Wohn­raum inzwi­schen eine Bedro­hung für den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt.

Dass Dis­coun­ter wie Aldi und Lidl sich durch Mie­ter auch Kun­den schaf­fen, zeigt, wel­che ver­zwei­fel­ten Lösun­gen zur Wohn­raum­schaf­fung mitt­ler­wei­le rea­li­siert wer­den. Laut Ver­bän­den müs­se die Poli­tik drin­gend gegen­steu­ern.

Immo­bi­li­en, vor allem in Ber­lin, sind ein inter­na­tio­nal begehr­tes Spe­ku­la­ti­ons­gut. Vie­le Mak­ler wol­len eine Regu­lie­rung ver­hin­dern und die Dyna­mik von Ange­bot und Nach­fra­ge dem Markt über­las­sen. Mie­ter­schutz­bünd­nis­se, Ver­bän­de und ein­zel­ne Poli­ti­ker wie der ehe­ma­li­ge Staats­se­kre­tär Andrej Holm hin­ge­gen argu­men­tie­ren, dass bei­spiels­wei­se “leis­tungs­lo­sen Ertrags­stei­ge­run­gen”, die erzielt wer­den, indem sich der Wert eines Grund­stü­ckes inner­halb kur­zer Zeit auch ohne Nut­zung stark erhöht, gebremst und Grund­stücks­prei­se in eini­gen Gebie­ten gesenkt wer­den müss­ten, wie es in ande­ren Län­dern bereits Pra­xis ist.

Mehr zum The­ma - Ber­lin beschließt Wohn­be­rech­ti­gungs­schei­ne für nicht exis­tie­ren­de Woh­nun­gen

Neu­bau­ten dage­gen sei nicht auf den Bedarf der Mie­ter aus­ge­legt, zumal die Mie­ten für die brei­te Bevöl­ke­rung nicht erschwing­lich sei. Auch Luxus­sa­nie­run­gen und Zweck­ent­frem­dung tra­gen zur Wohn­raum­ver­knap­pung bei ; die BAGW führt die pre­kä­re Situa­ti­on zudem auf seit Jahr­zehn­ten ver­fehl­te Sozi­al­po­li­tik, Ver­säum­nis­se beim sozia­len Woh­nungs­bau und unzu­rei­chen­de Armuts­be­kämp­fung zurück.

Mie­ten­wahn­sinn” — Hohe Betei­li­gung an Pro­test­ak­tio­nen

Der­zeit in Ber­lin statt­fin­den­de Pro­test­ak­tio­nen erfah­ren ent­spre­chend gro­ßen Zuspruch. Unter dem Schlag­wort “Mie­ten­wahn­sinn” hat sich in Ber­lin aus mehr als 200 Grup­pen ein “Bünd­nis der vie­len” for­miert. Seit ver­gan­ge­ner Woche haben sie im Rah­men der Akti­ons­ta­ge rund 60 unter­schied­li­che Pro­test­ak­tio­nen initi­iert, dar­un­ter ein Häu­ser­bal­lett oder auch ein Grill­fest im Kos­mos­vier­tel, wo Mie­ter vor dem Hin­ter­grund geplan­ter Sanie­run­gen Miet­erhö­hun­gen fürch­ten, und am Frei­tag “Miet­hai gril­len”. Nach zehn Akti­ons­ta­gen folgt am Sams­tag­nach­mit­tag eine Groß­de­mons­tra­ti­on — RT Deutsch wird vor Ort dabei sein.

Mehr zum The­ma — Beton­gold statt Miet­woh­nun­gen — Ber­lin übt ver­mehrt Vor­kaufs­recht aus, um Woh­nungs­not zu lin­dern

RT Deutsch


Dobrindt heizt Debatte weiter an : “Islam soll für Deutschland kulturell nicht prägend werden”


Gegen­über den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe ver­schärf­te CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Dob­rindt in der Islam-Debat­te noch­mals den Ton. Die Welt­re­li­gi­on, der glo­bal mehr als 1,7 Mil­li­ar­den Men­schen ange­hö­ren, sei für Deutsch­land “kul­tu­rell nicht prä­gend und er soll es auch nicht wer­den”.

Für Dob­rindt ist der Islam mit dem “christ­lich-jüdi­schen Erbe” Deutsch­lands nicht ver­ein­bar. Der CSU-Poli­ti­ker erklär­te, der Islam habe “kei­ne kul­tu­rel­len Wur­zeln in Deutsch­land und mit der Scha­ria als Rechts­ord­nung nichts gemein­sam mit unse­rem christ­lich-jüdi­schen Erbe”.

Dobrindt : “Islam gehört in keiner Form zu Deutschland”

Islam­for­scher wie Bassam Tibi ver­wei­sen in die­sem Zusam­men­hang dar­auf, dass es den einen Islam nicht gebe und beto­nen die Viel­falt die­ser Reli­gi­on, die in 57 Län­dern von einer Mehr­heit der Bevöl­ke­rung prak­ti­ziert wer­de. Hier­auf hat­te Dob­rindt jedoch bereits vor eini­gen Tagen die für ihn pas­sen­de Ant­wort :

Der Islam gehört egal in wel­cher Form nicht zu Deutsch­land”, erklär­te er am 20. März in Ber­lin.

Nun leg­te der CSU-Lan­des­grup­pen­chef im Bun­des­tag nach und argu­men­tier­te :

Unse­re Vor­stel­lun­gen von Tole­ranz und Nächs­ten­lie­be, von Frei­heit, von Leis­tungs- und Chan­cen­ge­rech­tig­keit fin­den sich so in der isla­mi­schen Welt nicht wie­der.

Nicht die Ver­hei­ßun­gen des Wohl­stands, son­dern die ver­meint­li­chen west­li­chen Errun­gen­schaf­ten sei­en “der Grund, war­um so vie­le Men­schen bei uns leben wol­len”. Dem Islam feh­le eben­so das, was für das Chris­ten­tum die Auf­klä­rung gewe­sen sei – mit all ihren posi­ti­ven Rück­wir­kun­gen auf Glau­ben, Recht und gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt.

Kein isla­mi­sches Land auf der gan­zen Welt hat eine ver­gleich­ba­re demo­kra­ti­sche Kul­tur ent­wi­ckelt wie wir sie in christ­li­chen Län­dern ken­nen”, ana­ly­siert Dob­rindt.

Den­noch sei­en inte­gra­ti­ons­wil­li­ge Mus­li­me in Deutsch­land will­kom­men :

Mus­li­me, die sich in unse­re Gesell­schaft inte­grie­ren wol­len, sind Teil unse­res Lan­des, aber der Islam gehört nicht zu Deutsch­land”, so Dob­rindt wei­ter.

Mehr zum The­ma — Stu­die : Islam wird bis Ende des Jahr­hun­derts zur popu­lärs­ten Reli­gi­on

Ex-Bundespräsident Wulff stieß 2010 auf breiter Ebene Islam-Debatte an

Im Gegen­satz zum CSU-Poli­ti­ker hat­te der dama­li­ge Innen­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le bereits vor eini­gen Jah­ren mehr­mals die Ansicht geäu­ßert :

Der Islam ist inzwi­schen ein Teil Deutsch­lands.

Doch erst die Rede des dama­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Chris­ti­an Wulff zum Tag der Deut­schen Ein­heit am 3. Okto­ber 2010 brach­te — par­al­lel zu den kon­tro­ver­sen The­sen des Ex-Bun­des­ban­kers Thi­lo Sar­ra­zin — die Islam-Debat­te in Deutsch­land ins Rol­len.

Das Chris­ten­tum gehört zwei­fels­frei zu Deutsch­land. Das Juden­tum gehört zwei­fels­frei zu Deutsch­land. Das ist unse­re christ­lich-jüdi­sche Geschich­te. Aber der Islam gehört inzwi­schen auch zu Deutsch­land”, zeig­te sich Wulff damals über­zeugt. Womög­lich unge­wollt hat­te Wulff die Begrif­fe “Juden­tum” und “Chris­ten­tum” offen­sicht­lich im Sin­ne einer kul­tu­rel­len Prä­gung ver­wen­det. Die Schluss­fol­ge­rung : Auch dem Islam ste­he die­se Prä­gung zu. Doch nicht nur hier schei­den sich die Geis­ter.

Christ­lich-jüdi­sches Erbe” in Anbe­tracht der Geschich­te eine Mogel­pa­ckung ?

Unter ande­rem mag die jüdi­sche Phi­lo­so­phin Almut Bruck­stein Cor­uh der­weil auch nicht von einem “christ­lich-jüdi­schen Erbe” Deutsch­lands spre­chen. Sie hält die­se Begriff­lich­keit ange­sichts der deut­schen Geschich­te für eine “post­trau­ma­ti­sche Kon­struk­ti­on” und argu­men­tiert, dass der Islam heu­te in Deutsch­land ange­klagt wer­de wie noch vor hun­dert Jah­ren das rab­bi­ni­sche Juden­tum.

Ihr zufol­ge habe der jüdisch-christ­li­che Dia­log in Deutsch­land erst nach 1945 begon­nen. Zuvor hät­ten die Trenn­li­ni­en die­ses Dia­logs ziem­lich genau jenen zwi­schen dem ver­meint­lich “christ­li­chen” und “mus­li­mi­schen” Welt­bild in der heu­ti­gen Zeit ent­spro­chen.

Es stockt einem der Atem bei so viel Geschichts­ver­ges­sen­heit”, meint Bruck­stein Cor­uh und ver­weist auf Moses Mai­mo­ni­des, einen der bedeu­tends­ten jüdi­schen Gelehr­ten des Mit­tel­al­ters, des­sen Refle­xio­nen stark von der isla­mi­schen Phi­lo­so­phie geprägt waren.

RT Deutsch


Wahlmanipulation in Deutschland : Post-Tochter vermietet Kundendaten an CDU und FDP


Wie Wah­len im Wes­ten mani­pu­liert wer­den, zeigt ein aktu­el­ler Zei­tungs­be­richt über eine Toch­ter der Deut­schen Post. Die­se hat im gro­ßen Stil Kun­den­da­ten für geziel­te Wahl­wer­bung an Par­tei­en ver­mie­tet. Vor dem Hin­ter­grund stän­di­ger Vor­wür­fe an Russ­land, Wah­len zu mani­pu­lie­ren, hat Sput­nik die Par­tei­en im Bun­des­tag zu ihren Daten­kauf­prak­ti­ken befragt.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Deutschland stellt größtes Kontingent für Grenzschutzagentur Frontex


Danach leis­te­ten deut­sche Beam­te der Bun­des­po­li­zei, des Zolls und der Län­der 2017 ins­ge­samt 41 582 Ein­satz­ta­ge an den EU-Außen­gren­zen. Im Durch­schnitt sei­en täg­lich 114 deut­sche Beam­te für Fron­tex im Ein­satz. Damit stel­le Deutsch­land mit einem Anteil von 21, 8 Pro­zent das größ­te Kon­tin­gent, gefolgt von Rumä­ni­en, Frank­reich und den Nie­der­lan­den.

Mehr zum The­ma — Fron­tex-Bericht : Ille­ga­ler Zustrom in die EU bleibt hoch — Zwei Drit­tel kom­men aus Afri­ka

Die Zah­len ver­deut­li­chen, wel­che Bedeu­tung dem deut­schen Fron­tex-Ein­satz mitt­ler­wei­le zukommt”, erklär­te der Prä­si­dent des Bun­des­po­li­zei­prä­si­di­ums, Die­ter Romann. “Ich dan­ke den Beam­ten für Ihren wich­ti­gen Bei­trag zu einer euro­päi­schen Ant­wort auf die gegen­wär­ti­ge Migra­ti­ons­la­ge.” Bun­des­po­li­zis­ten sei­en zu zwei Drit­teln an den Ein­sät­zen betei­ligt, Beam­te der Län­der und des Zolls zu einem Drit­tel. (dpa)

RT Deutsch


Trump kritisiert Deutschland wegen Unterstützung von Nord Stream 2


Am Diens­tag, zum Auf­takt eines Tref­fens in Washing­ton mit Regie­rungs­ver­tre­tern der drei bal­ti­schen Län­der Est­land, Lett­land und Litau­en, nutz­te Trump die Gele­gen­heit, um Deutsch­land wegen sei­ner Unter­stüt­zung der Ost­see­pipe­line Nord Stream 2 zu kri­ti­sie­ren : 

Deutsch­land pumpt Mil­li­ar­den nach Russ­land.

Die Sank­tio­nen, wel­che die USA gegen Russ­land erlas­sen hat­ten, dien­ten auch dem Boy­kott des Ener­gie­pro­jekts Nord Stream 2 zwi­schen Russ­land und den EU-Län­dern, wel­ches die Ener­gie­ver­sor­gung garan­tiert und in der EU Arbeits­plät­ze schafft. Trumps “Ame­ri­ka-Zuerst-Poli­tik” ent­spre­chend, wol­len die Ame­ri­ka­ner Flüs­sig­gas an die Euro­pä­er ver­kau­fen. Letz­te Woche hat­te nach dem Berg­amt Stral­sund auch das Bun­des­amt für See­schiff­fahrt und Hydro­gra­phie eine ent­spre­chen­de Geneh­mi­gung für einen 31 Kilo­me­ter lan­gen Abschnitt in den Gewäs­sern der Aus­schließ­li­chen Wirt­schafts­zo­ne erteilt. Eine Toch­ter des rus­si­schen Staats­kon­zerns Gaz­prom will noch im Früh­jahr mit den Bau­ar­bei­ten begin­nen.

Damit wur­de eine letz­te Hür­de für das inter­na­tio­na­le Ener­gie­pro­jekt genom­men. US-Sena­to­ren for­dern unter­des­sen wei­te­re Sank­tio­nen. In einem Brief warn­ten sie den US-Prä­si­den­ten vor einem Mono­pol der Ener­gie­märk­te, an wel­chem die USA kei­nen Anteil haben. 

Einen Ver­gleich zog Trump zu den deut­schen Aus­ga­ben für die NATO. Deutsch­land erfül­le mit Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben von nur einem Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes der­zeit nicht sei­ne NATO-Ver­pflich­tun­gen, unter­stüt­ze aber Russ­land bei dem Pipe­line-Pro­jekt, so Trump. Die USA lie­ge bei knapp vier Pro­zent an Aus­ga­ben für die Ver­tei­di­gung. Laut Nato-Beschlüs­sen sol­len die Mit­glieds­län­der zwei Pro­zent auf­brin­gen, was der­zeit jedoch die wenigs­ten leis­ten. 

Die USA expor­tie­ren Gas nach Polen und Litau­en und wer­ben aktiv um wei­te­re Abneh­mer. Litau­en hat erst kürz­lich einen wei­te­ren Lie­fer­ver­trag abge­schlos­sen, um sei­ne Ener­gie­ab­hän­gig­keit von Russ­land zu ver­rin­gern. US-Prä­si­dent Trump nutzt die Gas­lie­fe­run­gen als poli­ti­sches Druck­mit­tel gegen Mos­kau :

Wir sind ener­gie­un­ab­hän­gig — das ist kei­ne schö­ne Sache für Russ­land.

(rt deutsch/dpa) 

RT Deutsch


Deutschland : “Argumentationstraining gegen Rechts” eines Gymnasiums löst Shitstorm aus (Video)


Der AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tobi­as Peter­ka sieht die poli­ti­sche Neu­tra­li­tät in der Schu­le gefähr­det und beschwert sich kur­zer­hand. Dar­auf­hin bricht ein wah­rer Shit­s­torm gegen die Ver­an­stal­tung in den sozia­len Netz­wer­ken aus.

Mehr zum The­ma :  Sach­sen-Anhalt — AfD-Poli­ti­ker Pog­gen­burg lei­tet Enquete-Kom­mis­si­on zu Links­ex­tre­mis­mus

Die Schu­le ändert dar­auf­hin den Titel der Ver­an­stal­tung. Am Ende hofft selbst der Ober­bür­ger­meis­ter, dass sich so die Wogen glät­ten. Doch AfD-Mann Peter­ka geht die­se Maß­nah­me nicht weit genug.

RT Deutsch


Schäuble : Bevölkerung muss akzeptieren, dass es in Deutschland immer mehr Muslime gibt


In der Debat­te über die Inte­gra­ti­on der Hun­dert­tau­sen­den mus­li­mi­schen Migran­ten hier­zu­lan­de betont Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäub­le, dass der Islam inzwi­schen ein Teil Deutsch­lands sei. “Wir kön­nen nicht den Gang der Geschich­te auf­hal­ten. Alle müs­sen sich damit aus­ein­an­der­set­zen, dass der Islam ein Teil unse­res Lan­des gewor­den ist”, sag­te der CDU-Poli­ti­ker den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

Damit geht Schäub­le wie zuvor schon Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) auf Abstand zu CSU-Chef Horst See­ho­fer. Der neue Innen- und Hei­mat­mi­nis­ter hat­te neu­lich gesagt, der Islam gehö­re nicht zu Deutsch­land, aber hin­zu­ge­fügt, die hier leben­den Mus­li­me gehör­ten “selbst­ver­ständ­lich” dazu.

Schäuble : Gebraucht werde nun gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie Regeln, die auf den Werten des Grundgesetzes beruhen

Schäub­le mahn­te, die Mus­li­me hier­zu­lan­de müss­ten sich klar­ma­chen, dass sie in einem Land leben, das nicht von mus­li­mi­schen Tra­di­tio­nen geprägt ist. “Und der Rest der Bevöl­ke­rung muss akzep­tie­ren, dass es in Deutsch­land einen wach­sen­den Anteil von Mus­li­men gibt.” Gebraucht wer­de nun gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt sowie Regeln, die auf den Wer­ten des Grund­ge­set­zes beru­hen. Es gehe um ein fried­li­ches Mit­ein­an­der und das Respek­tie­ren von Unter­schie­den, sag­te der frü­he­re Finanz­mi­nis­ter. “Das ist eine rie­si­ge Gestal­tungs­auf­ga­be. Eine frei­heit­li­che Gesell­schaft bleibt nur sta­bil, wenn sie ein hin­rei­chen­des Maß an Zuge­hö­rig­keit und Ver­traut­heit ver­mit­telt.”

Schäub­le rief über­dies dazu auf, Juden­hass ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Anti­se­mi­tis­mus wer­de “auch durch Migra­ti­on und durch den von radi­ka­len Kräf­ten in der isla­mi­schen Welt geschür­ten Hass auf Isra­el wie­der stär­ker”, sag­te er. “Das zeigt, wie groß die Auf­ga­be für frei­heit­li­che Gesell­schaf­ten ist, Errun­gen­schaf­ten wie Tole­ranz und Reli­gi­ons­frei­heit unter den Bedin­gun­gen des schnel­len Wan­dels und die­ser gewal­ti­gen Migra­ti­on durch­zu­set­zen.” Deutsch­land kön­ne Anti­se­mi­tis­mus weni­ger als jedes ande­re Land dul­den.

Auf die Nach­fra­ge, ob auch Mus­li­me zu Deutsch­land gehör­ten, die ihre Reli­gi­on über das Grund­ge­setz stell­ten, ant­wor­te­te Schäub­le, Men­schen ganz unter­schied­li­cher Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit akzep­tier­ten die Regeln die­ses Lan­des nicht. “Des­we­gen haben wir übri­gens die Poli­zei, die Jus­tiz und sogar Gefäng­nis­se.” Aber “natür­lich” gehör­ten auch die Rechts­bre­cher und die Gefäng­nis­in­sas­sen zu Deutsch­land.

Alexander Dobrindt sagte sogar, der Satz, der Islam gehöre zu Deutschland, sei “ein Integrationshemmnis”

Der CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Dob­rindt beton­te dage­gen am Sams­tag : “Der Islam gehört nicht zu Deutsch­land.” Im Maga­zin Focus sag­te Dob­rindt nun sogar, der Satz, der Islam gehö­re zu Deutsch­land, sei “ein Inte­gra­ti­ons­hemm­nis. Er ver­mit­telt Migran­ten ein fal­sches Signal”. Zuwan­de­rer müss­ten sich “inte­grie­ren wol­len und dür­fen nicht neben uns oder gar gegen uns hier leben wol­len”.

Auf die Fra­ge, ob die CSU bei die­sem The­ma einen Dau­er­streit mit der Schwes­ter­par­tei CDU in Kauf neh­me, ant­wor­te­te Dob­rindt, sei­ne Par­tei füh­re die Debat­te mit kla­rer Kan­te, direkt und kon­ser­va­tiv. “Die CSU wird sich da nicht bewe­gen, schließ­lich ist die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung der Mei­nung, dass der Islam nicht zu Deutsch­land gehört.”

Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken warnt vor einem starken Antiislamismus in Deutschland

In Bay­ern wird im Herbst ein neu­er Land­tag gewählt. In der CDU-Spit­ze um Mer­kel wird befürch­tet, dass die CSU min­des­tens bis dahin ihren kom­pro­miss­lo­sen Kurs in der Debat­te bei­be­hal­ten wird. Dob­rindt wies Vor­wür­fe aus Tei­len der CDU zurück, See­ho­fer und er wür­den mit ihren Posi­tio­nen spal­ten. “Wer anspricht, was die über­wie­gen­de Mehr­heit denkt, der spal­tet nicht — der führt zusam­men.”

Der Prä­si­dent des Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Katho­li­ken (ZdK) Tho­mas Stern­berg warf CSU-Chef Horst See­ho­fer indi­rekt vor, Anti­is­la­mis­mus zu för­dern. Er distan­zier­te sich in der Pas­sau­er Neu­en Pres­se am Sams­tag von der Aus­sa­ge, der Islam gehö­re nicht zu Deutsch­land. “Es beun­ru­higt mich sehr stark, dass ver­sucht wird, Pro­blem­la­gen auf eine Reli­gi­on zu über­tra­gen.” Das habe es in der ers­ten Hälf­te des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts schon ein­mal gege­ben : “Damals wur­den Pau­schal­ur­tei­le über Juden in die Welt gesetzt. Das hat es den Nazis ermög­licht, den Anti­se­mi­tis­mus bis zum größ­ten Ver­bre­chen der Mensch­heit wei­ter­zu­trei­ben.” Stern­berg warn­te, es gebe “einen star­ken Anti­is­la­mis­mus in unse­rem Land”.

Mehr zum The­ma — Innen­mi­nis­ter See­ho­fer : Null Tole­ranz für Kri­mi­na­li­tät, Hass und Gewalt

(dpa/rt deutsch)

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Keine Eier und wenig Fleisch : 40 Millionen männliche Küken in Deutschland geschlüpft und getötet


Männ­li­che Küken, die kei­ne Eier legen und sich auch nicht zur Fleisch­pro­duk­ti­on eig­nen, wer­den in der Regel getö­tet. Initia­ti­ven wie “Bru­der­hahn” und “Bru­der­kü­ken” wer­ben für einen etwas höhe­ren Eier­preis, der die Auf­zucht der Hähn­chen mit­fi­nan­ziert.

Metho­den, das Geschlecht schon früh im Ei zu ermit­teln und das Töten geschlüpf­ter Küken damit zu ver­hin­dern, sind schon län­ger in der Ent­wick­lung. Im Janu­ar hat­te der Zen­tral­ver­band der Geflü­gel­wirt­schaft (ZDG) ange­kün­digt, dass bis Ende 2019 die ers­ten Man­schi­nen im Ein­satz sein wür­den. Dem ZDG zufol­ge wer­den männ­li­che Küken in Deutsch­land nicht geschred­dert, son­dern mit CO2 erstickt. (dpa)

Mehr zum The­ma — Bri­ti­sches Mili­tär ver­setzt Hüh­ner in Schre­cken und ent­schä­digt Land­wir­te mit 2,3 Mil­lio­nen Euro

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Grippewelle in Deutschland überschreitet Höhepunkt — bisher fast 1.000 registrierte Tote


In die­ser Grip­pe­sai­son erkrank­ten ins­ge­samt nach­weis­lich rund 300 000 Men­schen. Die Krank­heits­fäl­le lie­gen in der Rea­li­tät jedoch deut­lich höher. Denn nicht jeder Grip­pe­kran­ke geht zum Arzt und nur aus­ge­wähl­te Pra­xen schi­cken Erre­ger­pro­ben ins Labor.

Bis­her sind in die­ser Sai­son nach­weis­lich 971 Pati­en­ten durch Influ­en­za-Viren gestor­ben, die gro­ße Mehr­heit (87 Pro­zent) war über 60 Jah­re alt. Oft gab es Vor­er­kran­kun­gen. Auch die Todes­fall­zah­len kön­nen in Wirk­lich­keit aber deut­lich höher lie­gen, da sich Grip­pe­er­re­ger nicht bei allen Gestor­be­nen fest­stel­len las­sen. Bei einer bak­te­ri­el­len Lun­gen­ent­zün­dung als Todes­ur­sa­che sind sie zum Bei­spiel oft nicht mehr nach­zu­wei­sen. (dpa)

Mehr zum The­ma — Grip­pe­wel­le in Deutsch­land mit neu­em Spit­zen­wert

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