Neuer Bundestag kostet Steuerzahler fast eine Milliarde Euro


Der Bun­des­tag wird die Steu­er­zah­ler im neu­en Jahr einem Bericht zufol­ge fast eine Mil­li­ar­de Euro kos­ten. Laut Bild ver­an­schlagt der Bun­des­rech­nungs­hof die Kos­ten des Par­la­ments in einem Bericht auf sat­te 973,7 Mil­lio­nen Euro für das Jahr 2019. Dies sei­en rund 100 Mil­lio­nen Euro mehr als im ver­gan­ge­nen Jahr – oder auch ein Anstieg um fast zehn Pro­zent.

Mehr zum The­ma — Bun­des­rech­nungs­hof : Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ver­gab rechts­wid­rig Bera­tungs­ver­trä­ge an McK­in­sey

Die Oppo­si­ti­on kri­ti­siert, dass dies dem Steu­er­zah­ler “nicht mehr ver­mit­tel­bar” sei. In dem Rech­nungs­hof­be­richt sind laut Bild Aus­ga­ben in Höhe von 137 Mil­lio­nen für Mie­te und Unter­halt der Gebäu­de vor­ge­se­hen. Hin­zu kom­men rund 112 Mil­lio­nen für die Frak­tio­nen. Den größ­ten Pos­ten machen die Abge­ord­ne­ten aus, deren Diä­ten sich 2019 auf rund 460 Mil­lio­nen Euro belau­fen sol­len.

Als Grund für die immensen Per­so­nal­kos­ten wird die gestie­ge­ne Zahl der Abge­ord­ne­ten genannt. Der aktu­el­le Bun­des­tag hat 709 Abge­ord­ne­te – somit fast 100 mehr als vor zehn Jah­ren. Durch das Wahl­recht und die anhal­ten­de Schwä­che der soge­nann­ten gro­ßen Volks­par­tei­en kommt es zu vie­len zusätz­li­chen Über­hang­man­da­ten. Die Oppo­si­ti­on for­dert ange­sichts der Kos­ten­ex­plo­si­on eine wei­te­re Reform des Wahl­rechts, um das Par­la­ment zu ver­klei­nern.

Das ist dem Steu­er­zah­ler nicht mehr ver­mit­tel­bar”, so FDP-Geschäfts­füh­rer Mar­co Busch­mann zu Bild. Auch der Co-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Lin­ken Diet­mar Bartsch will dem­nach eine Ver­än­de­rung : “Wir unter­stüt­zen alle Bemü­hun­gen des Bun­des­tags­prä­si­den­ten für eine Wahl­rechts­än­de­rung.”

RT Deutsch


Die Zentralmoschee in Köln – eine Geschichte des Streits


Die Zen­tral­mo­schee der DITIB in Köln ist der größ­te Moschee-Kom­plex bun­des­weit – und hat so vie­le Schlag­zei­len pro­du­ziert wie wohl noch kein ande­rer Moschee­bau in Deutsch­land. Mit der offi­zi­el­len Eröff­nung durch den tür­ki­schen Staats­prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdoğan am Sams­tag rückt die Zen­tral­mo­schee mit Kup­pel und zwei 55 Meter hohen Mina­ret­ten im Stadt­teil Ehren­feld wie­der stark in den Blick­punkt. 

Anfangs, im Jahr 2009, waren Arbei­ten für den Beton-Glas-Kom­plex zügig vor­an­ge­gan­gen, dann wur­de gestrit­ten. Die Tür­kisch-Isla­mi­sche Uni­on DITIB als Bau­her­rin warf 2011 den renom­mier­ten Archi­tek­ten Paul Böhm raus, wegen angeb­lich auf 34 Mil­lio­nen Euro ver­dop­pel­ter Kos­ten und 2.000 Bau­män­geln.

Das Archi­tek­tur­bü­ro wies das als “unlau­ter” zurück, jeder ein­zel­ne Fleck an der Wand im Roh­bau sei als Bau­feh­ler gezählt wor­den. Mehr­fach habe Anka­ra kos­ten­trei­ben­de Ände­run­gen ange­mahnt, weil man dort christ­li­che Sym­bo­lik im Bau befürch­te­te. Auch Böhms Nach­fol­ger fiel in Ungna­de. Zwi­schen der Bau­her­rin und dem Bau­un­ter­neh­men Nuha gab es eben­falls Streit. Die ursprüng­lich für 2012 geplan­te fei­er­li­che Eröff­nung ver­zö­ger­te sich immer wie­der – und fand bis heu­te nicht statt.

Doch der Kom­plex wird schon seit eini­ger Zeit genutzt. Seit Som­mer 2017 kön­nen Gläu­bi­ge im gro­ßen Kup­pel­saal beten. Rund 1.000 Män­ner fin­den Platz im schmuck­vol­len Gebets­saal. Für Frau­en sind eine Eta­ge höher zwei Bal­ko­ne vor­ge­se­hen, von denen aus sie in den Saal hin­ab­schau­en.

Die Zentralmoschee in Köln – eine Geschichte des Streits
Zen­tral­mo­schee : Der Blick ins Inne­re

Zudem gibt es einen Büro­trakt für die DITIB, fer­ner eine Biblio­thek und eine Laden­pas­sa­ge, die an mus­li­mi­schen Ver­brau­chern aus­ge­rich­tet ist. Dort kann man etwa den Koran kau­fen oder in einer Islam-Bank scha­ria-kon­for­me Geld­ge­schäf­te täti­gen. Für Inter­es­sier­te gibt es regel­mä­ßig Füh­run­gen.

Vie­le frü­he­re Unter­stüt­zer der Moschee haben sich inzwi­schen abge­wandt, so der eins­ti­ge Ober­bür­ger­meis­ter Fritz Schram­ma : Von einem zunächst ver­trau­ens­vol­len Dia­log mit der DITIB sei nichts geblie­ben. Auch Böhm und die Köl­ner Ober­bür­ger­meis­te­rin Hen­ri­et­te Reker woll­ten sich ger­ne mit einer Rede an der Eröff­nung am Sams­tag betei­li­gen. Ange­sichts von Funk­stil­le sei­tens der DITIB blie­ben sie aber ent­täuscht fern.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Trumps Handelskriege : Ford meldet eine Milliarde US-Dollar an Gewinnverlusten


Die Tari­fe von US-Prä­si­dent Donald Trump sol­len den größ­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men hel­fen, doch der Chef des Auto­bau­ers Ford ist nicht sehr glück­lich über Washing­tons Han­dels­zöl­le. Auf einer Bloom­berg-Kon­fe­renz in New York erklär­te James Hackett, der CEO von Ford :

Aus Fords Sicht nah­men die Metall­zöl­le uns eine Mil­li­ar­de US-Dol­lar Gewinn weg. […] Die Iro­nie ist, dass wir das meis­te davon heu­te sowie­so in den USA bezie­hen. Wenn es noch län­ger dau­ert, wird es mehr Scha­den anrich­ten.

Hackett bezog sich auf die Stahl- und Alu­mi­ni­um­zöl­le von Trump gegen die größ­ten Han­dels­part­ner der USA, dar­un­ter Chi­na, Kana­da und Euro­pa. Der Ford-CEO prä­zi­sier­te jedoch den Zeit­raum nicht, in dem die Ver­lus­te ein­tra­ten. Ein Spre­cher des Unter­neh­mens wies aber dar­auf hin, dass Hackett sich auf inter­ne Pro­gno­sen für höhe­re tarif­li­che Kos­ten in den Jah­ren 2018 und 2019 bezog.

Ford und ande­re US-Auto­her­stel­ler spra­chen sich zuvor gegen die Metall­zöl­le von Trump aus. Jim Far­ley, Ford-Prä­si­dent im Bereich Welt­märk­te, beschrieb Trumps Schrit­te als “wesent­li­chen Gegen­wind” für sein Unter­neh­men.

Die US-Auto­in­dus­trie ist nicht die ein­zi­ge, die von den Zöl­len betrof­fen ist. Der legen­dä­re Mil­wau­kee-Her­stel­ler Har­ley-David­son kün­dig­te an, den Teil sei­ner Motor­rad-Pro­duk­ti­on, der für den euro­päi­schen Markt vor­ge­se­hen ist, auf­grund der Ver­gel­tungs­maß­nah­men aus Brüs­sel an inter­na­tio­na­le Stand­or­te zu ver­la­gern. Laut Schät­zun­gen der Fir­ma wür­den die Straf­zöl­le den Preis eines jeden in die EU expor­tier­ten Motor­rads um 2.200 US-Dol­lar stei­gern.

Mehr zum The­ma — USA vs. Chi­na ­­– Trumps Han­dels­krieg als Teil einer grö­ße­ren Agen­da gegen das Reich der Mit­te

Der Alko­hol­pro­du­zent Brown-For­man erklär­te, dass er die Prei­se für sei­ne Whis­key-Pro­duk­ti­on auf­grund der Zöl­le auf den in den USA her­ge­stell­ten Bour­bon in Tei­len Euro­pas, ein­schließ­lich Jack Daniel’s, erhö­hen wird.

Coca-Cola ver­kün­de­te im Juli, dass es Mit­te des Jah­res die Prei­se für Geträn­ke erhö­hen wird. James Quin­cey, Geschäfts­füh­rer von Coca-Cola, sag­te dazu :

Wir muss­ten mit unse­ren Abfüll­part­nern Mit­te des Jah­res einen Preis­an­stieg in unse­rer Schaum­ge­trän­ke­indus­trie hin­neh­men, was rela­tiv sel­ten ist.

RT Deutsch


Nach dem Dieselgipfel : Eine Lösung im Sinne der Industrie


Der soge­nann­te Die­sel­gip­fel zwi­schen Bun­des­re­gie­rung und Auto­mo­bil­in­dus­trie am Sonn­tag­abend hat kei­ne kon­kre­ten Ergeb­nis­se gebracht. Fah­rern von Die­sel­fahr­zeu­gen der Emis­si­ons­stan­dards Euro 4 und 5 dro­hen in 65 deut­schen Städ­ten Fahr­ver­bo­te. Die Regie­rung hat sich zum Ziel gesetzt, die­se Ver­bo­te zu ver­hin­dern. Nach dem Tref­fen wur­den ver­schie­de­ne mög­li­che Ansät­ze zur Lösung der Kri­se in Umlauf gebracht.

Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er stell­te bei dem Tref­fen im Kanz­ler­amt einen Fünf-Punk­te-Plan vor, mit dem Fahr­ver­bo­te ver­mie­den wer­den sol­len. Kern die­ses Plans ist eine Umtau­sch­lö­sung, bei der die Her­stel­ler betrof­fe­ne Autos gegen sau­be­re Fahr­zeu­ge umtau­schen. Die­se soll­ten durch eine “Umtausch­prä­mie” die Dif­fe­renz beim Kauf­preis so gering wie mög­lich hal­ten. Die Her­stel­ler könn­ten Neu­wa­gen, aber auch neue­re Gebraucht­fahr­zeu­ge wie etwa Lea­sing­rück­läu­fer anbie­ten. Scheu­er lob­te das Tref­fen auf Twit­ter.

Eine tech­ni­sche Nach­rüs­tung der betrof­fe­nen Fahr­zeu­ge ist eben­falls mög­lich, soll aber auf Vor­schlag Scheu­ers auf jene Autos beschränkt blei­ben, bei denen der nach­träg­li­che Ein­bau von Stick­oxid­fil­tern tech­nisch sinn­voll sei. Dies beträ­fe nur einen klei­ne­ren Teil der betrof­fe­nen Die­sel. Nach Scheu­ers Vor­schlag soll­ten die Her­stel­ler 80 Pro­zent der Umbau­kos­ten über­neh­men, sodass die Kun­den auf Kos­ten von bis zu 600 Euro sit­zen­blei­ben könn­ten.

Ange­sichts der abseh­ba­ren Empö­rung über eine der­ar­ti­ge Belas­tung der Die­sel­fah­rer könn­te es sich hier­bei aller­dings um ein poli­ti­sches Manö­ver han­deln, mit dem sich die Umset­zung einer ande­ren Lösung als Erfolg für die Ver­brau­cher fei­ern lie­ße. Offen­bar geht es auch dar­um, die tech­ni­sche Nach­rüs­tung ins­ge­samt unat­trak­tiv erschei­nen zu las­sen.

Klar ist, dass es inner­halb der Koali­ti­on unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen gibt. Minis­ter Scheu­er steht mit der CSU für eine Umtau­sch­lö­sung. Die SPD setzt sich dage­gen in Per­son von Umwelt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze für die tech­ni­sche Nach­rüs­tung auf Kos­ten der Her­stel­ler ein. Die CDU hat sich bis­her mit kon­kre­ten Aus­sa­gen zurück­ge­hal­ten, Gene­ral­se­kre­tä­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er hat aller­dings schon gefor­dert, dass bei den Die­sel­fah­rern kei­nes­falls “etwas hän­gen­bleibt”.

Die Inter­es­sen der Indus­trie sind klar : Sie stellt die tech­ni­sche Nach­rüs­tung als teu­er und tech­nisch pro­ble­ma­tisch dar, weil die­se Lösung für sie völ­lig unat­trak­tiv ist. Eine Umtau­sch­lö­sung dage­gen wür­de zusätz­li­chen Umsatz brin­gen, selbst wenn die Unter­neh­men für die Aus­tausch­fahr­zeu­ge tat­säch­lich nied­ri­ge­re Prei­se ansetz­ten. Mög­li­cher­wei­se ver­tritt Scheu­er auch des­halb die Umtau­sch­lö­sung, weil mit Audi und BMW zwei der Unter­neh­men ihren Sitz in Bay­ern haben.

Die idea­le Lösung aus Sicht der Auto­mo­bil­her­stel­ler wäre eine Umtau­sch­lö­sung ver­bun­den mit einer Art Neu­auf­la­ge der Abwrack­prä­mie. Dann wür­de der Steu­er­zah­ler den Kauf der neu­en Fahr­zeu­ge sub­ven­tio­nie­ren und so auf dem Groß­teil der Kos­ten für den Aus­tausch der dre­cki­gen Die­sel­fahr­zeu­ge sit­zen­blei­ben. Aller­dings hat­te Scheu­er in der Ver­gan­gen­heit eine Belas­tung der Steu­er­zah­ler aus­ge­schlos­sen.

Mehr zum The­ma — Rech­nungs­hof kri­ti­siert Regie­rung und nennt E-Auto-Prä­mie ein “Lob­by-Geschenk an die Auto­in­dus­trie”

Öko­lo­gisch betrach­tet, wäre die Umtau­sch­lö­sung kei­ne Lösung. Zwar wäre die Luft in den Städ­ten tat­säch­lich sau­be­rer, wenn dort sau­be­re­re Autos füh­ren. Aller­dings ver­schlingt die Pro­duk­ti­on von Mil­lio­nen Neu­fahr­zeu­gen gewal­ti­ge Men­gen an Res­sour­cen und Ener­gie und ver­ur­sacht gleich­zei­tig erheb­li­che Emis­sio­nen von Koh­len­di­oxid, sodass die Umwelt­bi­lanz ins­ge­samt zwei­fel­los nega­tiv wäre.

Der Koali­ti­ons­aus­schuss soll am Mon­tag nächs­ter Woche im Kanz­ler­amt ein kon­kre­tes Kon­zept beschlie­ßen. Im Moment scheint es, als müs­se sich der Ver­ur­sa­cher der Kri­se, die Auto­mo­bil­in­dus­trie, vor die­sem Ter­min kei­ne all­zu gro­ßen Sor­gen machen.

RT Deutsch


Katalonien : Rund eine Million gingen für “Freiheit, Republik und Unabhängigkeit” auf die Straße


Am Diens­tag sind nach Schät­zung der städ­ti­schen Poli­zei rund eine Mil­li­on Demons­tran­ten in Bar­ce­lo­na für eine Abtren­nung von Spa­ni­en auf die Stra­ße gegan­gen — knapp ein Jahr nach dem von der Zen­tral­re­gie­rung nicht aner­kann­ten Unab­hän­gig­keits­re­fe­ren­dum am 1. Okto­ber 2017. 

Seit 1714 bege­hen die Kata­la­nen jedes Jahr am 11. Sep­tem­ber ihren Natio­nal­fei­er­tag — die “Dia­da”. Punkt 17.14 Uhr begann auch dies­mal die Fei­er : Zum Auf­takt wur­den meh­re­re bemal­te “Mau­ern” mit Abbil­dun­gen, die unter ande­rem das bei den Sepa­ra­tis­ten ver­pön­te Königs­haus oder die ihrer­seits ange­pran­ger­te Repres­si­on durch die Zen­tral­re­gie­rung sym­bo­li­sie­ren soll­ten, unter gro­ßem Jubel nie­der­ge­ris­sen.

Stu­den­ten, Rent­ner, gan­ze Fami­li­en, auch Eltern mit Kin­der­wa­gen bei der Demo

Die Teil­neh­mer der Kund­ge­bung for­der­ten auch die Frei­las­sung der noch in Unter­su­chungs­haft sit­zen­den Poli­ti­ker und Akti­vis­ten der Unab­hän­gig­keits­be­we­gung. Die­se Mas­sen­kund­ge­bung setzt der Ent­span­nung, die zuletzt im Kata­lo­ni­en-Kon­flikt zu ver­zeich­nen war, vor­erst ein Ende. Meh­re­re Medi­en, dar­un­ter die Zei­tung El País, war­nen vor einem “hei­ßen Herbst”, wel­cher der seit Juni amtie­ren­den sozia­lis­ti­schen Zen­tral­re­gie­rung schwer zu schaf­fen machen wer­de.

Ich fürch­te, das Schlimms­te kommt noch”, sag­te auch der in Kata­lo­ni­en gebo­re­ne sozia­lis­ti­sche Außen­mi­nis­ter Josep Bor­rell.

Die Avin­g­u­da Dia­go­nal, eine Haupt­ver­kehrs­ader der kata­la­ni­schen Haupt­stadt, war am Diens­tag über eine Län­ge von mehr als sechs Kilo­me­tern schon Stun­den vor dem offi­zi­el­len Beginn der Kund­ge­bung zum Bers­ten voll. Die Sepa­ra­tis­ten, dar­un­ter Stu­den­ten, Rent­ner, gan­ze Fami­li­en und auch vie­le Eltern mit Kin­der­wa­gen, skan­dier­ten immer wie­der “Frei­heit, Frei­heit”, “Repu­blik, Repu­blik” und “Unab­hän­gig­keit, Unab­hän­gig­keit”. Sie tru­gen kata­la­ni­sche Fah­nen, Pla­ka­te mit sepa­ra­tis­ti­schen Paro­len oder das offi­zi­el­le rote T-Shirt der Bewe­gung anläss­lich die­ses 304. Natio­nal­fei­er­ta­ges der Regi­on unter dem Mot­to “Schaf­fen wir die kata­la­ni­sche Repu­blik” statt­fand.

Eli­sen­da Palu­zie, Prä­si­den­tin des Haupt­ver­an­stal­ters, der ein­fluss­rei­chen Orga­ni­sa­ti­on “Kata­la­ni­sche Natio­nal­ver­samm­lung” (ANC), war mehr als zufrie­den :

Ihr habt bewie­sen, dass uns die Unter­drü­ckung nicht bezwun­gen hat”, rief sie in ihrer Rede.

Die­ses Jahr war mit einer beson­ders gro­ßen Teil­neh­mer­zahl gerech­net wor­den, denn am 1. Okto­ber jährt sich das von der spa­ni­schen Jus­tiz für ille­gal erklär­te Refe­ren­dum von 2017 zum ers­ten Mal. Nach der ver­bo­te­nen Abstim­mung und dem fol­gen­den Unab­hän­gig­keits­be­schluss wur­de Kata­lo­ni­en von Madrid unter mona­te­lan­ge Zwangs­ver­wal­tung gestellt. Bis heu­te sit­zen meh­re­re kata­la­ni­sche Spit­zen­po­li­ti­ker und Akti­vis­ten in Unter­su­chungs­haft. Ihnen wer­den unter ande­rem Rebel­li­on und Auf­ruhr vor­ge­wor­fen. Ande­re Poli­ti­ker, dar­un­ter der abge­setz­te Ex-Regio­nal­prä­si­dent Carles Puig­de­mont, sind ins Exil geflo­hen.

Für eine Abküh­lung der Gemü­ter hat­ten zunächst die neue sozia­lis­ti­sche Zen­tral­re­gie­rung von Minis­ter­prä­si­dent Pedro Sán­chez und in Kata­lo­ni­en Puig­de­monts Nach­fol­ger Quim Tor­ra gesorgt, als sie im Som­mer einen Dia­log auf­nah­men, der unter Sán­chez’ kon­ser­va­ti­vem Vor­gän­ger Maria­no Rajoy undenk­bar gewe­sen wäre. Doch kon­kre­te Fort­schrit­te wur­den bis­her nicht erzielt. Ganz im Gegen­teil : Vor Jour­na­lis­ten aus­län­di­scher Medi­en goß Tor­ra am Diens­tag wei­ter Öl ins Feu­er. Kurz vor Beginn der Kund­ge­bung kün­dig­te er an, das Par­la­ment in Bar­ce­lo­na wer­de bald wie­der das Pro­jekt einer ver­fas­sung­ge­ben­den Ver­samm­lung in Angriff neh­men.

Oppo­si­ti­on for­dert vom Minis­ter­prä­si­den­ten Sán­chez eine “har­te Hand” gegen die Sepa­ra­tis­ten

Tor­ra hat nie einen Hehl dar­aus gemacht, dass sein Ziel die Unab­hän­gig­keit Kata­lo­ni­ens ist. Minis­ter­prä­si­dent Sán­chez gibt sich der­weil wei­ter­hin ver­söhn­lich. Die Zen­tral­re­gie­rung stüt­ze sich wei­ter auf “Gesetz und Dia­log”, sag­te er am Diens­tag im Madri­der Par­la­ment.

Wäh­rend die rech­te Oppo­si­ti­on, die libe­ra­len Ciu­da­da­nos (Bür­ger) und die kon­ser­va­ti­ve Volks­par­tei (PP) von Sán­chez eine “har­te Hand” for­dern und sich sogar für eine neue Zwangs­ver­wal­tung Kata­lo­ni­ens aus­spre­chen, gibt es in Spa­ni­en auch vie­le, die weder die Sepa­ra­tis­ten noch die “Unio­nis­tas” bedin­gungs­los unter­stüt­zen, wie zum Bei­spiel die links­ge­rich­te­te Bür­ger­meis­te­rin von Bar­ce­lo­na, Ada Colau. “Ich stim­me mit den Sepa­ra­tis­ten in vie­len ent­schei­den­den Punk­ten nicht über­ein, aber ich bin gegen poli­ti­sche Gefan­ge­ne, weil ich die Rech­te und Frei­hei­ten auch unse­rer Geg­ner ver­tei­di­ge”, sag­te die frü­he­re Haus­be­set­zer-Akti­vis­tin am Diens­tag vor Jour­na­lis­ten.

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Deutsche Panzer an der russischen Grenze : Mehr als eine Gefahr für den Frieden


Die deut­sche Poli­tik ver­hält sich gegen­über Russ­land nicht nur US-treu, son­dern „poli­tik­fern“. Sie gefähr­det das Ver­hält­nis zwi­schen bei­den Län­dern. Das meint der Ber­li­ner Schrift­stel­ler Fried­rich Dieck­mann. Aus sei­ner Sicht ist inzwi­schen auch das Ver­hält­nis bei­der Völ­ker durch die Poli­tik ver­gif­tet. Er erin­nert an Vor­schlä­ge für eine Umkehr.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Nur eine Stunde von Berlin weg“: So wirbt Industrie im Osten um Arbeitskräfte


Da momen­tan die Indus­trie in Gen­thin in Sach­sen-Anhalt „boomt“, benö­tigt die dort ansäs­si­ge Indus­trie qua­li­fi­zier­te Arbeits­kräf­te. „Die­se wol­len wir durch eine Kam­pa­gne gewin­nen“, sagt Gen­thins Bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Gün­ther. Im Sput­nik-Inter­view erklärt er, war­um die Initia­ti­ve beson­ders Ber­li­ner Bür­ger und Unter­neh­men anspre­chen soll.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Nackte Polizistin aus Dresden : „Ich bin nicht blöd. Ich bin eine Avocado!“ – FOTO


Die Dres­de­ner Poli­zis­tin und Insta­gram-Benut­ze­rin mit über 500.000 Fol­lo­wern, Adri­en­ne Koles­zar, hat in dem sozia­len Netz­werk ein frei­zü­gi­ges Foto ver­öf­fent­licht, auf dem ihre Nackt­heit anschei­nend nur mit einer Avo­ca­do bedeckt ist.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Kiew verwandelt Asowsches Meer in eine Piraten-Bucht“ – Parlamentschef der Krim


Der Chef des Par­la­ments der Repu­blik Krim, Wla­di­mir Kon­stan­ti­now, hat der Kie­wer Staats­macht meh­re­re Ver­stö­ße gegen ukrai­ni­sche Geset­ze sowie gegen das Völ­ker­recht vor­ge­wor­fen und den ter­ro­ris­ti­schen Cha­rak­ter des Kie­wer Regimes betont.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken