Ex-NATO-Kommandeur Wesley Clark im Kosovo : Russland ist eine Bedrohung für den Balkan


Der pen­sio­nier­te US-Gene­ral Wes­ley Clark, der 1999 wäh­rend des völ­ker­rechts­wid­ri­gen Angriffs auf das dama­li­ge Jugo­sla­wi­en Ober­be­fehls­ha­ber des trans­at­lan­ti­schen Mili­tär­bünd­nis­ses war, weil­te die­ser Tage in der abtrün­ni­gen ser­bi­schen Pro­vinz Koso­vo. Er nahm an Fei­er­lich­kei­ten anläss­lich des 20. Jah­res­tags seit dem Ein­marsch der NATO-Sol­da­ten in das Koso­vo teil. Pris­ti­na zele­briert dies als “Befrei­ung”. Neben ihm waren auch der dama­li­ge US-Prä­si­dent Bill Clin­ton und die dama­li­ge US-Außen­mi­nis­te­rin Made­lei­ne Alb­right anwe­send.

Prä­senz der NATO im Koso­vo bringt Frie­den und Sta­bi­li­tät

In einem Inter­view mit der öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­an­stalt des Koso­vo RTK sag­te der pen­sio­nier­te US-Gene­ral, dass das Risi­ko eines neu­en Krie­ges auf dem Bal­kan durch­aus bestehe. Die Prä­senz der NATO im Koso­vo sei ein “wich­ti­ges kon­ti­nu­ier­li­ches Enga­ge­ment”, das den Frie­den und die Sta­bi­li­tät auf dem Bal­kan för­de­re. Zugleich warn­te er aber, dass sich eine Bedro­hung durch Russ­land für die Regi­on abzeich­ne.

Es dreht sich um Herrn Putin, der eine Mög­lich­keit bekom­men könn­te… Es ist so etwas wie eine Kri­se im Ruhe-Modus, so etwas wie eine Mög­lich­keit, die er auf die Sei­te schiebt und jeder­zeit, wenn er eine Kri­se braucht, dann kann er die Kri­se ent­fa­chen. Viel­leicht hier, viel­leicht in der Ukrai­ne oder im Bal­ti­kum”, so der 74-Jäh­ri­ge.

Laut dem ehe­ma­li­gen US-Gene­ral “lau­ert” der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin nur “auf sei­ne Chan­ce”. Für ihn sei ganz selbst­ver­ständ­lich, dass das Koso­vo eine eige­ne regu­lä­re Armee habe. “Es ist ganz natür­lich, dass ein unab­hän­gi­ges Land auch sei­ne eige­nen Streit­kräf­te hat.” In Ser­bi­en lös­te wie­der­um die Trans­for­ma­ti­on der bis­he­ri­gen Schutz­trup­pe im Koso­vo, das sich im Jahr 2008 ein­sei­tig für unab­hän­gig erklärt hat, für Empö­rung und schar­fe Kri­tik. Bel­grad sieht dadurch die ser­bi­sche Bevöl­ke­rung in sei­ner abtrün­ni­gen Pro­vinz, etwa 120.000 Men­schen, bedroht.

RT Deutsch


Auslieferung von Assange eine Warnung an Liberale, die an die US-amerikanische Demokratie glauben


Der slo­we­ni­sche Sozio­lo­ge Sla­voj Zizek sag­te gegen­über RT, die Unter­zeich­nung des Aus­lie­fe­rungs­be­fehls sei eines von zwei sehr beun­ru­hi­gen­den Ereig­nis­sen der letz­ten Zeit. Das ande­re bedroh­li­che Ereig­nis sei die Ein­la­dung der ecua­do­ria­ni­schen Regie­rung an die US-Behör­den gewe­sen, Ass­an­ges Eigen­tum aus der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don in Besitz zu neh­men, als die­ser ins Gefäng­nis gebracht wur­de – ein­schließ­lich sei­ner Buch­ma­nu­skrip­te, Com­pu­ter und ande­re per­sön­li­che Besitz­tü­mer.

Der Alb­traum ist, dass sei­ne Ver­fol­ger direkt auf­ge­for­dert wur­den, all die­se Doku­men­te in Besitz zu neh­men. Dies ver­stößt gegen ele­men­ta­re Rechts­nor­men”, erklär­te Zizek. “Die Bot­schaft lau­tet : ‘Ja, wir wer­den uner­mess­lich bru­tal sein’ ”. Zizek macht beson­ders auf die­se Art der Bru­ta­li­tät der kon­zer­tier­ten Aktio­nen gegen Assan­ge auf­merk­sam. “Es ist immer ein beun­ru­hi­gen­des Signal, wenn der­art bru­tal gegen einen Men­schen vor­ge­gan­gen wird”, sag­te er.

Was mit Assan­ge pas­siert, soll­te eine War­nung an all jene Libe­ra­len sein, die immer noch an eine Art gene­ti­sche, bei­na­he vor­ran­gi­ge ame­ri­ka­ni­sche libe­ra­le Demo­kra­tie glau­ben.”

Der Phi­lo­soph füg­te hin­zu, er sei “radi­kal gegen” US-Prä­si­dent Donald Trump, wies jedoch auf die wider­sin­ni­ge Situa­ti­on hin, in der das “libe­ra­le Zen­trum” wesent­lich här­ter gegen Assan­ge vor­ge­he, als die Trump-Admi­nis­tra­ti­on. Der Grund hier­für lie­ge dar­in, dass “die Libe­ra­len den­ken, dass Assan­ge Trump bei der Wahl gehol­fen hat”, so Zizek und kon­ter­te : “Wir soll­ten uns fra­gen : ‘Was ist bei den Libe­ra­len selbst so schief gelau­fen, dass so etwas wie Trump pas­sie­ren konn­te?’ ”

Mehr zum The­ma — Demo­kra­ti­sche Wer­te und das Schwei­gen der Bun­des­re­gie­rung zum Fall Assan­ge (Video)

An den Hän­den der Libe­ra­len sei genau­so viel Blut, wenn es um den Miss­brauch des mili­tä­risch-indus­trie­el­len Kom­ple­xes gin­ge, argu­men­tiert er. Den­noch glaubt er, dass die Ver­fol­gung von Assan­ge letzt­end­lich eine Mobi­li­sie­rung von Befür­wor­tern der Pres­se­frei­heit bedeu­ten könn­te. Er befürch­tet aber auch eine “Kul­tur der Lan­ge­wei­le” ange­sichts eines der­art weit ver­brei­te­ten und unge­heu­ren Macht­miss­brauchs.

Die Öffent­lich­keit wird sich der Undurch­sich­tig­keit immer mehr bewusst. Dies ist unter ande­rem eine der gro­ßen Errun­gen­schaf­ten von Wiki­Leaks. Wir wur­den uns bewusst, wie die Din­ge ste­hen”, sag­te er. Zizeks Resü­mee : “Was mich wirk­lich beun­ru­higt, ist die Träg­heit der brei­ten Öffent­lich­keit. Die Men­schen sind sich der Umstän­de bewusst – und küm­mern sich trotz­dem nicht wirk­lich dar­um.”

Für deut­sche Unter­ti­tel bit­te die Unter­ti­tel­funk­ti­on ein­schal­ten

RT Deutsch


Brasilien : Machte eine Verschwörung Bolsonaro zum Präsidenten ? (Video)


Mehr zum The­ma — Gericht redu­ziert Haft­stra­fe von Bra­si­li­ens Ex-Prä­si­dent Lula 

Dem­nach haben Rich­ter Ser­gio Moro und Staats­an­walt Del­tan Dal­lag­nol ins­ge­heim zusam­men­ge­ar­bei­tet und gemein­sam auf eine Ver­ur­tei­lung da Sil­vas hin­ge­wirkt. Der lin­ke Ex-Prä­si­dent wur­de dar­auf­hin zu einer Haft­stra­fe von 12 Jah­ren ver­ur­teilt und war damit aus dem Ren­nen im ver­gan­ge­nen Jahr um das Prä­si­dent­schafts­amt aus­ge­schie­den.

Der zuvor im Umfra­gen abge­schla­ge­ne rechts­ex­tre­me Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat Jair Bol­so­na­ro konn­te dar­auf­hin die Wahl für sich ent­schei­den.

RT Deutsch


Militärflugwettbewerb Aviadarts 2019 – Eine Bilderauswahl (Clip)


Der Mili­tär­flug­wett­be­werb Avia­darts ist Teil der Inter­na­tio­nal Army Games, einer mili­tä­ri­schen Olym­pia­de, die Russ­land all­jähr­lich ver­an­stal­tet. Er ist in drei Pha­sen unter­teilt : die Qua­li­fi­ka­ti­ons­pha­se, die von den Stand­or­ten und Mili­tär­be­zir­ken durch­ge­führt wird, die russ­land­wei­te streit­kräf­te­über­grei­fen­de Pha­se und der inter­na­tio­na­le Wett­be­werb. Die streit­kräf­te­über­grei­fen­de Pha­se begann die­ses Jahr am 14. Mai auf der Flug­ba­sis Tschau­da auf der Krim und ging am 8. Juni zu Ende. Von den 150 Mann­schaf­ten, die an der Qua­li­fi­ka­ti­ons­pha­se teil­nah­men, schaff­ten es 60 in die streit­kräf­te­über­grei­fen­de Pha­se.

Der inter­na­tio­na­le Wett­be­werb wird vom 3. bis zum 17. August auf dem Übungs­ge­län­de Dubro­wit­schi bei Rja­san statt­fin­den ; Mann­schaf­ten aus Chi­na, Kasach­stan und Weiß­russ­land wer­den erwar­tet.

RT Deutsch hat eine Aus­wahl an Auf­nah­men aus der Qua­li­fi­ka­ti­ons­pha­se (mit Flug­zeu­gen) und der streit­kräf­te­über­grei­fen­den Pha­se (mit Hub­schrau­bern) zu einem Clip zusam­men­ge­stellt.

Mehr zum The­ma – Pan­zer­bi­ath­lon nun auch für Damen erlaubt : Rus­si­sche Kan­di­da­tin­nen trai­nie­ren schon

RT Deutsch


Diese Schachfigur wird auf eine Million Pfund geschätzt : 1964 für fünf Euro erstanden


Eine anti­ke Schach­fi­gur beim bri­ti­schen Auk­ti­ons­haus Sotheby’s wird der­zeit auf bis zu eine Mil­li­on Pfund geschätzt. Im Jahr 1964 hat­te ein schot­ti­scher Anti­qui­tä­ten­händ­ler sie für ein paar Pfund erwor­ben. 54 Jah­re lag die Figur in einer Schub­la­de. Nun hat­te ein Enkel sie gefun­den und schät­zen las­sen.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Eine weitere False Flag ? Die USA und der neue Chemiewaffeneinsatz in Syrien


Das US-Außen­mi­nis­te­ri­um unter­stellt der syri­schen Regie­rung erneut einen Angriff mit Che­mie­waf­fen und droht Ihr mit einer “schnel­len und ange­mes­se­nen” Reak­ti­on.

In einer Erklä­rung vom Diens­tag behaup­te­te Washing­ton, die Regie­rung des syri­schen Prä­si­den­ten Baschar Al-Assad sei wahr­schein­lich dafür ver­ant­wort­lich, Zivi­lis­ten in den von mili­tan­ten Isla­mis­ten kon­trol­lier­ten Gebie­ten der Pro­vinz Idlib mit Chlor­gas angrif­fen zu haben. Im State­ment heißt es :

Wir sehen wei­ter­hin Anzei­chen dafür, dass das Assad-Régime erneut Che­mie­waf­fen ein­ge­setzt hat, unter ande­rem bei einem mut­maß­li­chen Chlor­gas­an­griff im Nord­wes­ten Syri­ens am mor­gen des 19. Mai. 

Trotz der offen­sicht­li­chen Unsi­cher­hei­ten ver­stieg sich das Außen­mi­nis­te­ri­um zu Dro­hun­gen gegen Damas­kus :

Wir sam­meln immer noch Infor­ma­tio­nen über die­sen Vor­fall, wie­der­ho­len aber unse­re War­nung, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten und unse­re Ver­bün­de­ten schnell und ange­mes­sen reagie­ren wer­den, wenn das Assad-Régime che­mi­sche Waf­fen ver­wen­det.

Das US-Außen­mi­nis­te­ri­um kri­ti­sier­te außer­dem Russ­land für sei­ne Ver­su­che, die soge­nann­ten Weiß­hel­me, eine selbst­er­nann­te Zivil­schutz­grup­pe, bloß­zu­stel­len. Die­se ope­rie­ren aus­schließ­lich in von Mili­tan­ten kon­trol­lier­ten Gebie­ten und wer­den der Zusam­men­ar­beit mit Extre­mis­ten und der Insze­nie­rung von Che­mie­an­grif­fen beschul­digt.

Washing­ton, das die Weiß­hel­me gemein­sam mit ande­ren west­li­chen Staa­ten mas­siv unter­stützt hat, warf Mos­kau und Damas­kus vor, “das Mär­chen zu schaf­fen, dass ande­re für Che­mie­waf­fen­an­grif­fe ver­ant­wort­lich sei­en, die das Assad-Régime selbst durch­führt”. Die Schuld des “Assad-Regimes” an den schreck­li­chen Che­mie­waf­fen­an­grif­fen sei unbe­streit­bar.

Es ist bemer­kens­wert, dass die­se jüngs­ten Behaup­tun­gen nur weni­ge Tage nach dem Auf­tau­chen eines Berichts von einem Inge­nieur der Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot Che­mi­scher Waf­fen (OPCW) her­vor­ge­bracht wer­den. Die­ser stellt den OPCW-Bericht vom März in Fra­ge, in dem Damas­kus beschul­digt wird, hin­ter dem Vor­fall in Duma vom ver­gan­ge­nen April zu ste­cken.

Der neue Bericht deu­tet dage­gen dar­auf hin, dass die Gas­ka­nis­ter am Ort des Angriffs von Hand plat­ziert wur­den, mög­li­cher­wei­se von in der Gegend akti­ven Rebel­len. Im Wes­ten wur­den die­se Ent­hül­lun­gen prak­tisch igno­riert. Meh­re­re pro­mi­nen­te Akti­vis­ten kri­ti­sier­ten die Main­stream-Medi­en wegen Ihrer feh­len­den Bericht­erstat­tung.

Die Behaup­tun­gen des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums über einen bis­her unbe­stä­tig­ten “neu­en” Chlor­gas­vor­fall kamen nach einer aktu­el­len War­nung des rus­si­schen Mili­tärs vor einem mög­li­chen Che­mie­waf­fen­ein­satz unter fal­scher Flag­ge in der Dees­ka­la­ti­ons­zo­ne Idlib.

Das Rus­si­sche Ver­söh­nungs­zen­trum in Syri­en berich­te­te am Diens­tag, die Ter­ror­grup­pe Hay’at Tahr­ir asch-Scham, frü­her bekannt als Al-Nus­ra-Front, ein Able­ger von al-Qai­da in Syri­en, habe eine spe­zi­el­le “Che­mi­sche Ein­heit” ein­ge­rich­tet und genug Che­mi­ka­li­en zur Ver­fü­gung, um einen Angriff durch­zu­füh­ren, für den sie die syri­sche Regie­rung ver­ant­wort­lich machen wür­den.

Das Zen­trum erklär­te wei­ter, dass die “Che­mi­sche Ein­heit” in Idlib Ihren Haupt­sitz habe und aus drei Abtei­lun­gen bestehe, die den “Angriff pla­nen, aus­füh­ren und ver­öf­fent­li­chen wür­den”.

Mehr zum The­ma — Der angeb­li­che Che­mie­waf­fen­ein­satz in Duma und die Rol­le der Weiß­hel­me und der “Armee des Islam”

RT Deutsch


Gewachsene Ungleichheit : DIW-Studie zeigt bei Einkommen eine sich öffnende Schere


Zwar sind die real ver­füg­ba­ren Ein­kom­men der pri­va­ten Haus­hal­te in Deutsch­land von 1991 bis 2016 im Durch­schnitt um 18 Pro­zent gestie­gen. Das ver­füg­ba­re Ein­kom­men pri­va­ter Haus­hal­te ist das Ein­kom­men, wel­ches sie für ihren Kon­sum ver­wen­den oder spa­ren kön­nen. Je nach Ein­kom­mens­po­si­ti­on fällt die­ser Zuwachs aber sehr unter­schied­lich aus, wie eine in die­ser Woche vor­ge­stell­te Stu­die des DIW zeigt.

Zunächst die guten Neu­ig­kei­ten aus den Erhe­bun­gen des DIW, wel­che vor allem die sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung betref­fen. Die Stu­die erhebt auch die Zufrie­den­heit mit dem eige­nen Haus­halts­ein­kom­men und erkennt im Jahr 2017 im Ver­gleich zu 2007 und 1997 einen Höchst­stand. Dem­nach ist auch der Anteil der­je­ni­gen, die sich “gro­ße Sor­gen” um die eige­ne wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung machen, auf einem ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Niveau von 15 Pro­zent, wäh­rend dies im Jahr 2006 noch 27,7 Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­mach­te. Hin­sicht­lich ihrer Ein­schät­zung der eige­nen Net­to­er­werbs­ein­kom­men gab eine knap­pe Mehr­heit von 55 Pro­zent der befrag­ten Erwerbs­tä­ti­gen an, dass sie ihren Ver­dienst als zu nied­rig anse­hen.

Mehr zum The­ma — Stu­die : Dra­ma­ti­sches Wohl­stands­ge­fäl­le in Deutsch­land

Ins­be­son­de­re Erwerbs­tä­ti­ge in den unte­ren 60 Pro­zent der Haus­hal­te erwar­ten wohl eine höhe­re Betei­li­gung an den Ein­kom­mens­zu­wäch­sen”, so die Öko­no­men.

Denn im Ergeb­nis ist die Ungleich­heit der ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­men seit der Finanz­markt­kri­se signi­fi­kant gestie­gen. Men­schen mit gerin­gen Ein­kom­men ver­die­nen inzwi­schen real weni­ger als in den 1990er-Jah­ren.

Über den gesam­ten Zeit­raum von 1991 bis 2016 zeigt sich seit der Jahr­tau­send­wen­de eine sich öff­nen­de Sche­re. Dabei sind die Ein­kom­men im obe­ren Bereich der Ver­tei­lung am stärks­ten gewach­sen.”

Wäh­rend das Real­ein­kom­men der höchs­ten Ein­kom­mens­grup­pe um 35 Pro­zent anstieg, haben bei­na­he alle ande­ren Ein­kom­mens­grup­pen weni­ger pro­fi­tiert. Die Ein­kom­men der ärms­ten zehn Pro­zent fie­len um gan­ze acht Pro­zent. Gleich­zei­tig geht die Steu­er­be­las­tung zulas­ten der nied­ri­ge­ren Ein­kom­mens­grup­pen – die­se stieg um um 5,5 Pro­zent an, wäh­rend die reichs­te Ein­kom­mens­grup­pe um 2,3 Pro­zent der Steu­er­ab­ga­ben ent­las­tet wur­de, was der All­ge­mein­heit in keins­ter Wei­se zugu­te­kommt.

Die Ent­las­tung der höhe­ren Ein­kom­men hat kei­ne posi­ti­ven Effek­te für die Wirt­schaft”, so Mar­cel Fratz­scher, Prä­si­dent des DIW. “Die­ses zusätz­li­che Ein­kom­men geht nicht wie­der in den Kon­sum, son­dern wird gespart oder in Immo­bi­li­en inves­tiert.”

Mehr zum The­ma — Steu­er­trick­se­rei­en : Rund 100 Mil­li­ar­den ent­ge­hen dem deut­schen Fis­kus jedes Jahr

Deutsch­land ver­fehlt wie­der­holt UNO-Zie­le

Deutsch­land ver­fehlt damit die Zie­le der UNO zur Reduk­ti­on von Ein­kom­mensun­gleich­heit. Eine der UN-Vor­ga­ben zur Mes­sung des gesell­schaft­li­chen Fort­schritts alter­na­tiv zum Brut­to­in­lands­pro­dukt besagt, dass der Ein­kom­mens­zu­wachs der ärms­ten 40 Pro­zent einer Bevöl­ke­rung höher sein soll als das durch­schnitt­li­che Ein­kom­mens­plus der Gesamt­be­völ­ke­rung. Denn allein aus der Reduk­ti­on des Gra­des an Ungleich­heit kann nicht auf eine Ver­bes­se­rung der Wohl­fahrt einer Gesell­schaft geschlos­sen wer­den.

Im Zeit­raum von 2010 bis 2016 wur­de die­ses Ziel in Deutsch­land wie­der­holt ver­fehlt, denn ab dem Jahr 2011 blieb der Ein­kom­mens­zu­wachs der 40 Pro­zent mit den gerings­ten Ein­kom­men hin­ter dem durch­schnitt­li­chen Ein­kom­mens­an­stieg der Bevöl­ke­rung zurück ; im Jahr 2014 war er gleich hoch.

Mehr zum The­ma — Min­dest­lohn schützt vor Aus­beu­tung nicht — Top-Fir­men und die Null-Lohn-Stra­te­gi­en

Aktu­ell sind der Stu­die zufol­ge hier­zu­lan­de 13,5 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land von Armut bedroht. Erwerbs­tä­tig­keit allein ist nicht mehr aus­rei­chend, um vor Ein­kom­mens­ar­mut zu schüt­zen. Wenn in einem Haus­halt nur eine Per­son einer Beschäf­ti­gung nach­geht, so hat sich seit 1991 das Armuts­ri­si­ko für die­sen Haus­halts­typ ver­dop­pelt.

Ins­be­son­de­re in städ­ti­schen Regio­nen hat die Zahl der Bezie­her nied­ri­ger Ein­kom­men stark zuge­nom­men. Um dem ent­ge­gen­zu­steu­ern, bedür­fe es unter ande­rem höhe­rer Lohn­ab­schlüs­se oder eines Zurück­drän­gens von Mini­jobs. Dane­ben feh­le es zuneh­mend an bezahl­ba­rem Wohn­raum.

Es gibt in Deutsch­land immer mehr Per­so­nen mit Nied­ri­ge­in­kom­men, aber gleich­zei­tig fehlt es zuneh­mend an bezahl­ba­rem Wohn­raum. Die Poli­tik ist gefor­dert, die­ser Dis­kre­panz durch zum Bei­spiel mehr Sozi­al­bau­ten zu begeg­nen”, so Mar­kus M. Grabk, einer der Autoren der Stu­die.

In die­ser Woche hat die Bun­des­re­gie­rung beschlos­sen, Haus­hal­ten mit gerin­gem Ein­kom­men mit mehr Wohn­geld zu hel­fen. Die DIW-Stu­die beschreibt jedoch auch eine Pro­ble­ma­tik, wel­che damit nicht beho­ben wird : Wäh­rend Ver­mö­gen­de der­zeit 39 Pro­zent mehr an Miet­ein­nah­men ver­die­nen im Ver­gleich zu 2010, hat das Armuts­ri­si­ko in städ­ti­schen Regio­nen infol­ge der dras­tisch gestie­ge­nen Mie­ten eben­falls zuge­nom­men.

Vor dem Hin­ter­grund der umstrit­te­nen Aus­sa­gen des Juso-Chefs Kevin Küh­nert zur Kol­lek­ti­vie­rung von Pri­vat­ei­gen­tum sag­te DIW-Prä­si­dent Mar­cel Fratz­scher :

Die Sozia­le Markt­wirt­schaft funk­tio­niert nicht so, wie sie funk­tio­nie­ren soll­te. Ich tei­le nicht die Kri­tik Küh­nerts, zu sagen, wir brau­chen eine sozia­lis­ti­sche Markt­wirt­schaft. Aber es gibt viel Miss­brauch in der Sozia­len Markt­wirt­schaft, wenn man sich die Dis­kus­sio­nen um Miet­prei­se und Woh­nungs­markt anschaut.”

Mehr zum The­ma — Repor­ta­ge : Wenn das Geld trotz Arbeit nicht reicht – Erwerbs­ar­mut in Deutsch­land :

Mehr zum The­ma — Sah­ra Wagen­knecht zur Küh­nert-Debat­te : Pre­kä­re Jobs sind letzt­lich eine Ent­eig­nung der Arbeit­neh­mer

RT Deutsch


Sahra Wagenknecht zur Kühnert-Debatte : Prekäre Jobs sind letztlich eine Enteignung der Arbeitnehmer


Eine Rei­he von Poli­ti­kern, soge­nann­te Qua­li­täts­me­di­en wie Spie­gel Online, aber auch Bild haben viel Wind um die Äuße­run­gen des Vor­sit­zen­den der Jusos Kevin Küh­nert gemacht. Unge­ach­tet des tat­säch­lich Gesag­ten über den Ver­staat­li­chungs­ge­dan­ken, hat man sich in der Öffent­lich­keit echauf­fiert, die For­de­rung grei­fe den Kapi­ta­lis­mus als Sys­tem an, wel­ches allein Wohl­stand und Frei­heit sichern kön­ne (Focus Online). Die Saar­brü­cker Zei­tung wand­te sich zwecks Kom­men­tie­rung an die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Lin­ken, Sah­ra Wagen­knecht.

Leis­tungs­lo­se Mil­lio­nen­ein­kom­men für Weni­ge

Wagen­knecht beton­te, dass der Vor­stoß des Sozi­al­de­mo­kra­ten für die Lin­ke nicht neu sei, da der “Wirt­schafts­feu­da­lis­mus über­wun­den” wer­den müs­se :

Vie­le (kom­men) trotz har­ter Arbeit nicht mehr zu wirk­li­chem Wohl­stand, wäh­rend ande­re dank ererb­ter Akti­en­pa­ke­te leis­tungs­los Mil­lio­nen­ein­kom­men bezie­hen. Die Geschwis­ter Klat­ten und Quandt, größ­te Eig­ner von BMW, bekom­men pro Tag rund drei Mil­lio­nen Euro Divi­den­den über­wie­sen. Das ist mehr, als die meis­ten Men­schen im Leben ver­die­nen.

Beson­ders dras­tisch sei­en die Ver­hält­nis­se in Unter­neh­men, die von Finanz­in­ves­to­ren über­nom­men wer­den und in denen nur noch die kurz­fris­ti­ge Ren­di­te zäh­le.

Auch der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann hat­te Küh­nerts Vor­stoß ange­sichts wach­sen­der sozia­ler Ungleich­heit als “wich­ti­gen Dis­kus­si­ons­bei­trag” bezeich­net, denn :

Wir erle­ben doch gera­de, dass der Kapi­ta­lis­mus aus den Fugen gerät.

Und selbst der Prä­si­dent des Deut­schen Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW), Mar­cel Fratz­scher, mein­te, der Vor­sit­zen­de der Jusos habe den Fin­ger in eine Wun­de gelegt und ver­wies auf den Miss­brauch in der “Sozia­len Markt­wirt­schaft”. Mit Blick auf die Pro­ble­ma­tik des Immo­bi­li­en­mark­tes mahn­te der Öko­nom bes­se­re Regu­lie­rung, Kon­trol­le und Regeln an.

Mehr zum The­ma — Dop­pel­mo­ra­list des Tages : CSU-Minis­ter Scheu­er ver­ant­wor­tet 65 lau­fen­de Ent­eig­nungs­ver­fah­ren

Wagen­knecht dach­te den Ent­eig­nungs­ge­dan­ken, der Küh­nert vor­ge­wor­fen wird und der angeb­lich das Grund­ge­setz igno­rie­re, noch wei­ter :

Schlech­te Löh­ne und pre­kä­re Jobs sind letzt­lich eine Ent­eig­nung der Arbeit­neh­mer.

Hin­sicht­lich des Wohn­ei­gen­tums mein­te Wagen­knecht, man müs­se unter­schei­den zwi­schen dem, “was gro­ße Immo­bi­li­en­kon­zer­ne anrich­ten” und jenem Wohn­ei­gen­tum, wel­ches sich etwa Selb­stän­di­ge zur Alters­si­che­rung gekauft haben, weil es auf der Bank kei­ne Zin­sen mehr gibt.

Um die­ses Eigen­tum geht es nicht. Aber Woh­nen darf kein Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt sein.

Hoff­nun­gen auf Rot-Rot-Grün gebe es laut Wagen­knecht erst, wenn es dafür ent­spre­chen­de Mehr­hei­ten gibt und die SPD wie­der eine “glaub­wür­di­ge sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei” wird.

Dass die SPD der­zeit kei­ne Mehr­heit, son­dern gera­de ein­mal 15 Pro­zent erhält, lie­ge aber nicht an den Äuße­run­gen von Kevin Küh­nert von den Jusos, son­dern an der Poli­tik gegen die eige­nen Wäh­ler, die die Sozi­al­de­mo­kra­ten seit Jah­ren betrei­ben.

Was Küh­nert ange­spro­chen hat, war nun wirk­lich nichts Neu­es. Dass Pro­duk­tiv­ei­gen­tum denen gehö­ren soll­te, die es erar­bei­ten, und nicht Hedge Fonds oder Erben-Dynas­ti­en, ist eine alte sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Posi­ti­on, die frü­her sogar von vie­len Libe­ra­len geteilt wur­de. Schau­en Sie mal ins Frei­bur­ger Pro­gramm der FDP. Ich wür­de mir wün­schen, dass die SPD-Spit­ze sol­che Debat­ten nicht ihrem Juso-Chef über­lässt.

Auch im Bun­des­tag for­der­te Wagen­knecht eine Debat­te über Ent­eig­nung, aller­dings über jene von der Regie­rungs­po­li­tik bereits voll­zo­ge­ne, wel­che Mil­lio­nen von Arbeit­neh­mern betref­fe :

Mehr zum The­ma — DIW-Chef Fratz­scher : Die Markt­wirt­schaft funk­tio­niert nicht, wie sie soll­te

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Venezuela : Die Missachtung internationalen Rechts durch die USA erschwert eine Lösung (Video)


Die Kri­se in Vene­zue­la köchelt wei­ter vor sich hin. Der selbst­er­nann­te Über­gangs­prä­si­dent Juan Guai­do ist offen­bar nicht in der Lage, ohne eine aus­län­di­sche Inter­ven­ti­on die Macht im Land zu über­neh­men. Eine sol­che Inter­ven­ti­on ist bis­her jedoch aus­ge­blie­ben.
Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne gibt es zwar Gesprä­che, doch erwei­sen sich die unter­schied­li­chen Her­an­ge­hens­wei­sen als unüber­brück­ba­res Hin­der­nis. Wäh­rend sich die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on am inter­na­tio­na­len Recht ori­en­tiert, favo­ri­sie­ren die Ver­ei­nig­ten Staa­ten eine Durch­set­zung ihrer Inter­es­sen am Recht vor­bei. Ver­hand­lun­gen gestal­ten sich ent­spre­chend schwie­rig.
Auch Guai­do gerät zuneh­mend unter Druck. Sei­ne stän­di­gen Miss­erfol­ge dürf­ten ihn bald jeder Unter­stüt­zung sei­ner Anhän­ger berau­ben.

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Lawrow geht mit CNN-Reporter ins Gericht : “Das ist eine Fake-Frage”


Nach sei­nem Tref­fen mit sei­nem US-ame­ri­ka­ni­schen Amts­kol­le­gen Mike Pom­peo am Mon­tag am Ran­de des Tref­fens des Ark­ti­schen Rates in Finn­land stell­te sich Russ­lands Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row den Fra­gen der Pres­se. Dabei frag­te ein CNN-Repor­ter, über wel­che “Druck­mit­tel oder Mög­lich­kei­ten” Russ­land ver­fü­ge, um eine US-Mili­tär­in­ter­ven­ti­on in Vene­zue­la auf­zu­hal­ten. Lachend erwi­der­te der rus­si­sche Chef­di­plo­mat :

Man­che bezeich­nen Ihren Sen­der CNN als ‘Fake News’, und nun stel­len Sie mir eine Fake-Fra­ge. 

Mehr zum The­ma —  “Guai­dó erhielt von Wäh­lern den Vor­zug” – Wie CNN Fake News zu Vene­zue­la ver­brei­tet

Wie­der ernst wer­dend erklär­te Law­row, dass Russ­land kate­go­risch gegen jede mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on ohne Geneh­mi­gung des UN-Sicher­heits­ra­tes ist :

Aus mei­nen Kon­tak­ten mit ame­ri­ka­ni­schen, euro­päi­schen und latein­ame­ri­ka­ni­schen Kol­le­gen schlie­ße ich, dass eine rück­sichts­lo­se mili­tä­ri­sche Lösung kei­ne Anhän­ger hat. Ich hof­fe, dass die­ses Ein­ver­ständ­nis in eine prak­ti­sche Poli­tik umge­setzt wird, so dass es kei­ne mili­tä­ri­sche Lösung gibt, denn das wäre kata­stro­phal.

Auf die Fra­ge, ob auch US-Diplo­ma­ten die­se Sicht­wei­se tei­len, ant­wor­te­te Law­row mit “ja”.

Law­rows scherz­haf­te Anspie­lung auf Donald Trumps Aus­sa­gen über CNN, der den Sen­der wie­der­holt als “Fake News” bezeich­ne­te, dürf­te für CNN nur als wei­te­rer Beweis für die “Russ­land-Affä­re” des US-Prä­si­den­ten her­hal­ten. Seit Jah­ren ver­brei­tet der Sen­der die Behaup­tung, zwi­schen Mos­kau und Trump habe es Geheim­ab­spra­chen gege­ben, damit die­ser die US-Prä­si­dent­schafts­wah­len 2016 gewinnt. Ver­gan­ge­nen Monat hat­te der Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler sei­nen Bericht ver­öf­fent­licht, der den US-Prä­si­den­ten von die­sem Vor­wurf frei­spricht.

Bereits in der Ver­gan­gen­heit hat­te Law­row CNN für sei­ne Russ­land-Bericht­erstat­tung scharf kri­ti­siert. Auf die Fra­ge eines Repor­ters zu einem CNN-Bericht aus dem Jahr 2017, laut dem rus­si­sche Hacker die dama­li­ge Kri­se zwi­schen Katar und den USA aus­ge­löst hät­ten, erwi­der­te der Außen­mi­nis­ter :

Die­se Fern­seh­an­stalt hat wie­der ein­mal einen Schritt unter­nom­men, um ihrer Repu­ta­ti­on als unab­hän­gi­ger und objek­ti­ver Pres­se­ka­nal wei­te­ren Scha­den zuzu­fü­gen. (…) Tat­säch­lich han­delt es sich bei die­sem Kanal um Mas­sen-Des­in­for­ma­ti­on. Die­ser Fern­seh­sen­der war­tet mit Span­nung auf eine trü­be Geschich­te oder einen Skan­dal, um dann auto­ma­tisch – ohne schlüs­si­ge Bewei­se – Russ­land anzu­krei­den. Es ist scha­de, dass CNN den eige­nen Ruf so müh­sam zer­stört.

Mehr zum The­ma — Rus­si­sche Hacker nun auch hin­ter Katar-Kri­se ver­mu­tet : Lesern in deut­schen Foren platzt der Kra­gen

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