Folge der Einmischung : Oppositionsparteien geben Bundesregierung Schuld an der Ausweisung Krieners


Der Beschluss der vene­zo­la­ni­schen Regie­rung, den deut­schen Bot­schaf­ter Dani­el Krie­ner aus Vene­zue­la aus­zu­wei­sen, stieß im deut­schen Aus­wär­ti­gen Amt auf “Unver­ständ­nis”, wie heu­te der Bun­des­mi­nis­ter Hei­ko Maas in einem Tweet mit­teil­te. Die Unter­stüt­zung für Guai­dó blei­be aber unge­bro­chen, so Maas wei­ter. 

Eine ganz ande­re Sicht auf den Skan­dal haben eini­ge der Oppo­si­ti­ons­par­tei­en des Bun­des­ta­ges. So bedau­er­te der euro­päi­sche Spre­cher der Par­tei Die Lin­ke, Andrej Hun­ko, zwar den Abbruch der diplo­ma­ti­schen Kanä­le in einer Kon­flikt­si­tua­ti­on grund­sätz­lich, sah aber klar die Bun­des­re­gie­rung dafür in der Ver­ant­wor­tung. 

Die Aus­wei­sung ist aber auch eine Fol­ge davon, dass die Bun­des­re­gie­rung mit der Aner­ken­nung Juan Guai­dós als Prä­si­dent Vene­zue­las völ­ker­recht­li­che Grund­re­geln ver­letzt hat. Die wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­ta­ges haben dies nahe­legt, die Bun­des­re­gie­rung hat das Gut­ach­ten bis­lang jedoch nicht ernst genom­men. Auch im Wie­ner Über­ein­kom­men über diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen ist klar gere­gelt, dass Diplo­ma­ten sich nicht in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten des Emp­fangs­staa­tes ein­mi­schen dür­fen”, schrieb Hun­ko auf sei­ner Home­page.

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Er wies auch dar­auf hin, dass das Ver­hal­ten des deut­schen Bot­schaf­ters bei der Rück­kehr Juan Guai­dós nach Cara­cas “weni­ger zurück­hal­tend war, als das der Bot­schaf­ter aus ande­ren EU-Län­dern”. Die Aner­ken­nung Guai­dós als Prä­si­dent Vene­zue­las nann­te er “absurd” und for­der­te dazu auf, sie zurück­zu­neh­men.

Noch schär­fe­re Wor­te der Kri­tik fie­len aus den AfD-Rei­hen. So warf der Obmann im Aus­wär­ti­gen Aus­schuss, Petr Bystron, dem SPD-geführ­ten Aus­wär­ti­gen Amt “kon­fron­ta­ti­ves, völ­lig undi­plo­ma­ti­sches Ver­hal­ten” vor. Die Aus­wei­sung sei die logi­sche Kon­se­quenz der deut­schen Ein­mi­schung. Die direk­te Anwei­sung des Außen­mi­nis­ters, den deut­schen Bot­schaf­ter als Begleit­schutz für den vene­zo­la­ni­schen Oppo­si­ti­ons­füh­rer abzu­stel­len, sei nichts ande­res als eine Bank­rott­erklä­rung für das Aus­wär­ti­ge Amt.

Es ist nicht die Auf­ga­be der deut­schen aus­wär­ti­gen Poli­tik, sich aktiv in die inner­staat­li­chen Kon­flik­te in frem­den Län­dern ein­zu­mi­schen und dadurch die dor­ti­gen Kon­flik­te wei­ter zu eska­lie­ren. Eine sol­che Ein­mi­schung wür­de sich kein sou­ve­rä­nes Land der Erde gefal­len las­sen”, so Bystron wei­ter.

Die Ereig­nis­se in dem latein­ame­ri­ka­ni­schen Land nann­te der AfD-Außen­po­li­ti­ker eine Staats­kri­se und einen innen­po­li­ti­schen Kon­flikt. Er erin­ner­te an das Schick­sal des inhaf­tier­ten deut­schen Jour­na­lis­ten Bil­ly Six und warf dem Außen­amt aus­blei­ben­den Ein­satz für sei­ne Frei­las­sung vor. “War­um hat die Eska­la­ti­on der innen­po­li­ti­schen Span­nun­gen in Vene­zue­la für Außen­mi­nis­ter Maas eine höhe­re Prio­ri­tät als die Befrei­ung eines deut­schen Staats­bür­gers aus dem Gefäng­nis”, frag­te Bystron.

Der außen­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen, Omid Nou­ripour, mel­de­te sich via Twit­ter zu Wort : “Mit der Aus­wei­sung des deut­schen Bot­schaf­ters aus Vene­zue­la zeigt Nicolás Madu­ro sei­ne tota­li­tä­re Regie­rungs­füh­rung auf inter­na­tio­na­lem Par­kett. Diplo­ma­tie kann zur poli­ti­schen Lösung des Kon­flikts bei­tra­gen. Ohne die rich­ti­gen Diplo­ma­ten im Land schießt Madu­ro ein Eigen­tor.” Damit demons­trier­te Nou­ripour aufs Neue das Fest­hal­ten sei­ner Par­tei an der Régime-Chan­ge-Poli­tik.

Weder von der SPD noch von der Uni­on gab es ver­nehm­ba­ren Kom­men­ta­re, die die Aus­wei­sung des deut­schen Bot­schaf­ters in den Kon­text der Par­tei­po­si­tio­nen ein­ord­nen wür­den. Dani­el Krie­ner geht der For­de­rung der vene­zo­la­ni­schen Regie­rung, das Land zu ver­las­sen, nach und wird am Sams­tag in Deutsch­land erwar­tet.

Mehr zum The­ma — Juan Guai­dó : Vene­zue­la bedroht Deutsch­land

RT Deutsch


Altmaier : Bundesregierung hat keine Rechtsgrundlage für Einmischung in Nord Stream 2


In einem am Sonn­tag ver­öf­fent­lich­ten Inter­view beton­te Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er, dass Nord Stream 2 alle recht­li­chen Kri­te­ri­en erfüllt, ein­schließ­lich der Geneh­mi­gun­gen für den Bau der Pipe­line von ver­schie­de­nen Behör­den der betref­fen­den Län­der. Daher habe die Bun­des­re­gie­rung kei­ne Rechts­grund­la­ge, um sich in den Bau des Pipe­line­pro­jek­tes ein­zu­mi­schen.

Der Bau der Pipe­line sei weit fort­ge­schrit­ten und die Roh­re kilo­me­ter­lang ins Meer ver­legt. Die Bun­des­re­gie­rung wer­de in einen sol­chen Pro­zess nicht ein­grei­fen, weil es dazu kei­ne recht­li­che Grund­la­ge gebe, so Alt­mai­er gegen­über dem Han­dels­blatt.

Die Umset­zung von Nord Stream 2, einem Joint Ven­ture des rus­si­schen Gas­rie­sen Gaz­prom in enger Zusam­men­ar­beit mit den euro­päi­schen Ener­gie­kon­zer­nen, stößt seit lan­gem auf schar­fe Kri­tik aus den USA. Washing­ton behaup­tet, dass die Pipe­line Euro­pa zu sehr vom rus­si­schen Gas abhän­gig machen wird und deu­te­te sogar an, dass es Unter­neh­men, die sich am Pro­jekt betei­li­gen, mit Sank­tio­nen bele­gen könn­te.

Alt­mai­er beton­te, dass Nord Stream 2 “der fal­sche Prü­gel­kna­be” sei. Er hof­fe, dass ein Kom­pro­miss gefun­den wird.

Die Ukrai­ne schloss sich der Kri­tik gegen­über dem Nord-Stream-2-Pro­jekt an. Sie befürch­tet, dass ihr bei der Fer­tig­stel­lung der Pipe­line die Tran­sit­ge­büh­ren, die sie heu­te für den Gas­tran­sit über ihr Ter­ri­to­ri­um kas­siert, ent­fal­len wür­den. Ber­lin und Mos­kau haben Kiew wie­der­holt ver­si­chert, dass der Tran­sit durch die Ukrai­ne nach Euro­pa auf­recht­erhal­ten wird. Der Bun­des­mi­nis­ter bekräf­tig­te am Sonn­tag, dass es auch nach 2019, wenn das Pro­jekt abge­schlos­sen sein soll, wei­ter­ge­hen wird.

Die elf Mil­li­ar­den US-Dol­lar teu­re Zwil­lings­pipe­line Nord Stream 2 soll 1.200 Kilo­me­ter ent­lang des Bodens der Ost­see ver­lau­fen, um rus­si­sches Erd­gas direkt nach Deutsch­land zu lie­fern. Sie wird etwa par­al­lel zur bestehen­den Nord-Stream-Pipe­line ver­lau­fen und die Kapa­zi­tät der ers­ten Pipe­line auf 110 Mil­li­ar­den Kubik­me­ter pro Jahr ver­dop­peln.

Anfang Janu­ar warn­te der US-Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Richard Grenell, deut­sche Unter­neh­men vor einer Betei­li­gung an dem Pro­jekt und sag­te, sie könn­ten mit Sank­tio­nen rech­nen. Die Aus­sa­ge wur­de von ver­schie­de­nen deut­schen und rus­si­schen Poli­ti­kern kri­ti­siert.

Mehr zum The­ma — Wagen­knecht : War­um kann der US-Bot­schaf­ter hier jedem dro­hen — Leben wir etwa in einer US-Kolo­nie ?

Die Lie­fe­rung von rus­si­schem Gas ist für Euro­pa lebens­wich­tig und eine Abkehr davon hät­te schwer­wie­gen­de wirt­schaft­li­che Fol­gen, sag­te der Geo­po­li­tik-Exper­te Dr. Pierre-Emma­nu­el Tho­mann in einem RT-Inter­view. Der Ana­ly­ti­ker sag­te :

Wir kön­nen den Import von rus­si­schem Gas nicht auf­ge­ben, das wird wirt­schaft­li­cher Selbst­mord sein. So haben die US-Ame­ri­ka­ner auch eine Begren­zung ihrer Druck­ka­pa­zi­tät. (…) Je mehr die USA Druck auf die Euro­pä­er aus­üben, des­to mehr besteht die Gefahr, dass die Euro­pä­er ver­su­chen, sich von den USA zu lösen und einen bes­se­ren Umgang mit Russ­land zu fin­den.

RT Deutsch


Washington Post : Es gab keine russische Einmischung bei US-Wahlen 2016


Durch geziel­te Wer­bung in soge­nann­ten “Swing Sta­tes” der USA, also Staa­ten, die bei Prä­si­dent­schafts­wah­len das Züng­lein an der Waa­ge spie­len kön­nen, weil sie kein tra­di­tio­nel­les Wahl­ver­hal­ten für eine der bei­den gro­ßen Par­tei­en auf­wei­sen, soll Russ­land die Wah­len am 8. Novem­ber 2016 ent­schei­dend beein­flusst haben. Als Swing Sta­tes der letz­ten paar Wah­len gel­ten Colo­ra­do, Flo­ri­da, Iowa, Michi­gan, Min­ne­so­ta, Ohio, Neva­da, New Hamp­shire, North Caro­li­na, Penn­syl­va­nia, Vir­gi­nia und Wis­con­sin.

Um das her­aus­zu­fin­den, habe der rus­si­sche Mili­tär­ge­heim­dienst GRU die Ser­ver der Demo­kra­ten (genau­er des Demo­kra­ti­schen Natio­nal­kon­vents oder DNC) und der ehe­ma­li­gen Außen­mi­nis­te­rin und Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Hil­la­ry Clin­ton gehackt. Ein wei­te­res Ziel die­ses Hacker­an­griffs sei es gewe­sen, die Nati­on zu spal­ten, indem sen­si­ble Daten an Wiki­Leaks und somit der Öffent­lich­keit über­ge­ben wur­den. Mit dem erwor­be­nen Wis­sen soll das in St. Peters­burg ansäs­si­ge Unter­neh­men Inter­net Rese­arch Agen­cy von Jew­ge­ni Pri­go­schin, einem dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin nahe­ste­hen­den Unter­neh­mer, auf Face­book und Insta­gram geziel­te Wer­bung geschal­tet haben, um Clin­ton gegen­über Trump schlech­ter daste­hen zu las­sen.

Dann ist da noch der Fall von Paul Manaf­ort, dem kurz­zei­ti­gen Wahl­kampf­be­ra­ter von Donald Trump. Manaf­ort wur­de zur Last gelegt, wäh­rend sei­ner Zeit als Trumps Chef­be­ra­ter Daten über Wahl­um­fra­gen mit Oleg Deri­pas­ka geteilt zu haben, einem rus­si­schen Olig­ar­chen mit guten Ver­bin­dun­gen zum Geheim­dienst, wie die New York Times schrieb. Für vie­le in den USA, die nach wie vor dem Nar­ra­tiv der rus­si­schen Ein­mi­schung anhän­gen, war das so etwas wie ein unwi­der­leg­ba­rer Beweis. End­lich war etwas da, womit man expli­zit den Wahl­kampf mit dem rus­si­schen Geheim­dienst halb­wegs in Ver­bin­dung brin­gen konn­te, und die­se Sto­ry brach­te die New York Times natür­lich auf der Titel­sei­te.

Das Pro­blem aber war, dass Manaf­ort die­se Daten gar nicht mit Deri­pas­ka teil­te, son­dern mit zwei ukrai­ni­schen Olig­ar­chen, Ser­gei Lewosch­kin und Rinat Ach­me­tow. Aus die­sem Grund sah sich die ein­fluss­rei­che New York Times gezwun­gen, eine kur­ze Kor­rek­tur am Ende des Arti­kels zu ver­öf­fent­li­chen, was zur Fol­ge hat­te, dass gera­de auch deut­sche Medi­en, die die­se “smo­king gun” vor­schnell über­nom­men haben, eben­falls klein­laut die Kor­rek­tu­ren zu ihren Berich­ten vor­neh­men muss­ten.

Für Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler soll­te Manaf­ort auf­grund sei­ner beruf­li­chen Akti­vi­tä­ten mit dem rus­si­schen Unter­neh­mer Kon­stan­tin Klim­nik, dem eben­falls eine gewis­se Nähe zum Geheim­dienst nach­ge­sagt wird, zum wich­tigs­ten Belas­tungs­zeu­gen wer­den. Doch statt für irgend­ei­ne Ver­schwö­rung zwi­schen Trump und Russ­land konn­te er nur wegen Steu­er- und Ban­ken­be­trugs in acht Fäl­len ver­ur­teilt wer­den. Außer­dem gab er zu, für die Ukrai­ner Lob­by­ar­beit betrie­ben und die dar­aus erziel­ten Ein­nah­men gewa­schen zu haben. Aber von einer wie auch immer gear­te­ten rus­si­schen Ein­mi­schungs­kam­pa­gne gab es kei­ne Spur.

Und was ist mit den Anzei­gen bei Face­book & Co.? Auch da wuss­te CNN zu berich­ten, dass Russ­land gezielt die Bun­des­staa­ten Michi­gan und Wis­con­sin im Visier hat­te, wo Donald Trump am Ende mit hauch­dün­nem Vor­sprung von 10.700 Stim­men (Michi­gan) respek­ti­ve 22.700 Stim­men (Wis­con­sin) die Staa­ten für sich gewin­nen konn­te. Die von Russ­land gekauf­ten 3.000 Wer­be­plät­ze wur­den am Ende laut Face­book von ins­ge­samt zehn Mil­lio­nen Men­schen ange­klickt.

Washing­ton Post rudert nach Aus­wer­tung zurück

Eine völ­li­ge Kehrt­wen­de voll­zog jetzt nie­mand Gerin­ge­res als die Washing­ton Post, die zusam­men mit der New York Times anfäng­lich aggres­siv über eine angeb­li­che rus­si­sche Ein­mi­schung schrieb :

Die­se Vor­stel­lung vom kom­ple­xem Tar­ge­ting Russ­lands wird jedoch nicht durch Bewei­se gestützt, wenn sie nicht sogar kom­plett falsch ist.

Die aus­ge­wer­te­ten Daten der Face­book-Anzei­gen hät­ten erge­ben, dass die “meis­ten der von Russ­land gekauf­ten Anzei­gen nicht auf ein spe­zi­fi­sches geo­gra­fi­sches Ziel abziel­ten”, son­dern statt­des­sen die Ver­ei­nig­ten Staa­ten “als Gan­zes” betra­fen. Und jene Anzei­gen, die tat­säch­lich gezielt in eini­gen Bun­des­staa­ten (wie zum Bei­spiel in Mary­land und Mis­sou­ri) geschal­tet wur­den, waren für den Aus­gang der US-Prä­si­dent­schafts­wahl nicht ent­schei­dend. Zudem wur­den die­se Anzei­gen nicht ein­mal wäh­rend der hei­ßen Pha­se des Wahl­kamp­fes ver­öf­fent­licht, son­dern ent­we­der viel frü­her oder sogar nach­dem die Wah­len bereits been­det waren. Tat­säch­lich wur­den die Face­book- und Insta­gram-Anzei­gen, die einem rus­si­schen Auf­trag­ge­ber zuge­ord­net wer­den kön­nen, im Zeit­raum von Juni 2015 bis Mai 2017 geschal­tet.

Die Aus­wer­tung der durch das House Intel­li­gence Com­mit­tee ermit­tel­ten Daten durch die Washing­ton Post hat außer­dem erge­ben, dass “mehr als die Hälf­te der Klicks auf die Anzei­gen nach den Wah­len statt­fan­den”. In der ent­schei­den­den Pha­se des Wahl­kampfs, also von Okto­ber bis zur ers­ten Novem­ber­wo­che 2016, wur­den in New York und Texas gezielt Anzei­gen geschal­tet. In bei­den Staa­ten gal­ten die Wäh­ler Umfra­gen zufol­ge nicht als unent­schlos­sen, sodass sich die Mei­nung der Men­schen zuguns­ten Trumps oder Clin­tons hät­te beein­flus­sen las­sen kön­nen. In den Staa­ten, in denen der Aus­gang der Wah­len laut den Umfra­gen unge­wiss war (Michi­gan, Penn­syl­va­nia, Wis­con­sin), wur­den nur weni­ge Kam­pa­gnen geschal­tet. Ins­ge­samt sahen in die­sen Staa­ten in den letz­ten fünf Wochen vor dem Wahl­tag weni­ger als ein­tau­send Men­schen die rus­si­schen Anzei­gen.

Wenn man also bei dem Nar­ra­tiv blei­ben möch­te, dass die rus­si­sche Regie­rung durch geziel­tes Tar­ge­ting in sozia­len Netz­wer­ken die Men­schen in für die Wahl kri­ti­schen Bun­des­staa­ten beein­flus­sen woll­te, dann ist die­se Tak­tik ganz offen­sicht­lich spek­ta­ku­lär geschei­tert. Mit weni­ger als ein­tau­send Klicks – fünf Wochen vor dem Wahl­tag wohl­ge­merkt ! – in den drei laut Umfra­gen für den Aus­gang der Wahl ent­schei­den­den Staa­ten lässt sich nichts beein­flus­sen. Oder aber, auch wenn es für vie­le bereits über­zeug­ten US-Ame­ri­ka­ner nur schwer vor­stell­bar sein dürf­te, es gab die­se vom Kreml gesteu­er­te Beein­flus­sungs­kam­pa­gne gar nicht. Was Mos­kau auch stets abge­strit­ten hat­te.

Für die Washing­ton Post steht auf jeden Fall fest, dass es “kei­ne Bewei­se gibt, dass sie (die Russen/Anm.) irgend­ein spe­zi­fi­sches Tar­ge­ting betrie­ben haben”. Um die gan­ze Hys­te­rie um die “rus­si­sche Ein­mi­schung” nicht voll­ends ad absur­dum zu füh­ren, bleibt die Zei­tung zwar dabei, Russ­land habe die Ser­ver des DNC und von John Podes­ta (Wahl­kampf­lei­ter von Hil­la­ry Clin­ton) gehackt. Nur sei das “ein­fach nicht so ver­lo­ckend wie die Vor­stel­lung, ame­ri­ka­ni­sche Soci­al-Media-Nut­zer gegen sich selbst ein­zu­set­zen”.

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RT Deutsch


Moskau : USA verwenden antirussische Rhetorik, um Einmischung in Mazedonien zu rechtfertigen


Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­su­chen, eine Ein­mi­schung in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten Maze­do­ni­ens zu recht­fer­ti­gen und das Land in die NATO zu zie­hen, indem sie Russ­land beschul­di­gen, den Bei­tritt des Bal­kan­lan­des zur Nord­at­lan­ti­schen Alli­anz zu stö­ren, so das rus­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um in einer am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Erklä­rung.

Wäh­rend sei­nes Besuchs in Skop­je am 18. Dezem­ber sag­te der stell­ver­tre­ten­de US-Außen­mi­nis­ter John Sul­li­van, dass Russ­land den Bei­tritt Maze­do­ni­ens zur NATO behin­de­re.

Das rus­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um reagier­te dar­auf mit einer offi­zi­el­len Stel­lung­nah­me :

Washing­ton ver­sucht, sei­ne fla­gran­te Ein­mi­schung in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten Maze­do­ni­ens zu recht­fer­ti­gen, das defek­te Pres­pa-Abkom­men zu legi­ti­mie­ren und ein wei­te­res Bal­kan­land gegen den Wil­len sei­ner Bür­ger in die NATO zu zie­hen, wie es 2017 mit Mon­te­ne­gro geschah. […] Man soll­te die US-Poli­ti­ker wie­der in die Rea­li­tät zurück­ho­len : Zual­ler­erst wur­de der “kla­re Wil­le der maze­do­ni­schen Bür­ger” durch ein geschei­ter­tes Refe­ren­dum in der Bal­kan­re­pu­blik am 30. Sep­tem­ber demons­triert, als die Mehr­heit der Men­schen gegen die Ver­su­che der USA und ihrer Ver­bün­de­ten, Skop­je im Gegen­zug für die Reform des Staats­na­mens des Lan­des und die Auf­ga­be sei­ner natio­na­len Inter­es­sen in euro-atlan­ti­sche Struk­tu­ren zu zie­hen, stimm­te.

Das rus­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um stell­te fest, dass der US-Bot­schaf­ter in das Gebäu­de des Par­la­ments der Repu­blik Maze­do­ni­en kam, “um die not­wen­di­gen Ergeb­nis­se durch schmut­zi­ge Mani­pu­la­tio­nen, Bestechung und Erpres­sung von Abge­ord­ne­ten zu erzie­len, die der Öffent­lich­keit bekannt wur­den”.

Das rus­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um beton­te, dass nicht rus­si­sche, son­dern US-ame­ri­ka­ni­sche, EU- und NATO-“Besucher” prak­tisch jeden Tag auf der poli­ti­schen Büh­ne in Skop­je auf­tre­ten, um das Paket der Ver­fas­sungs­än­de­rung zu för­dern.

Mehr zum The­ma — “Ent­täusch­te” USA wol­len Maze­do­ni­ens Namens­än­de­rung trotz geschei­ter­ten Refe­ren­dums

RT Deutsch


Putin lernt nur langsam”: US-Verteidigungsminister wirft Moskau Einmischung in Midterm-Wahlen vor


Es war wohl nur eine Fra­ge der Zeit : Erst­ma­lig behaup­tet ein Mit­glied der US-Regie­rung, Russ­land habe sich in die soge­nann­ten Mid­term-Wah­len (Halb­zeit­wah­len) am 6. Novem­ber ein­ge­mischt. Das sag­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter James Mat­tis wäh­rend eines Inter­views am Ran­de des Rea­gan Natio­nal Defen­se Forum, bei dem er das Ver­hält­nis der US-Regie­rung zum rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin ansprach.

Es besteht kein Zwei­fel, dass sich die Bezie­hung ver­schlech­tert hat. Er [Putin] ver­such­te wie­der, in unse­re Wah­len letz­ten Monat hin­ein­zu­pfu­schen. Wir sehen eine kon­ti­nu­ier­li­che Anstren­gung in die­sem Bereich”, zitiert das US-Maga­zin The Hill den Minis­ter.

Erfolg­los hät­ten die US-Regie­rung und NATO-Ver­bün­de­te Mos­kau wegen sei­ner unde­mo­kra­ti­schen Aktio­nen unter Druck gesetzt. Mat­tis führ­te dazu aus :

Dies ist eine sehr kom­ple­xe Situa­ti­on, denn Herr Putin ist ein­deu­tig jemand, der nur lang­sam lernt. Er erkennt nicht, dass das, was er tut, fak­tisch zur Feind­se­lig­keit gegen sein Volk führt. Wir haben es mit jeman­dem zu tun, dem wir ein­fach nicht ver­trau­en kön­nen.

Russ­land soll sich laut US-Geheim­diens­ten bereits in die Prä­si­dent­schafts­wah­len 2016 zuguns­ten Donald Trumps ein­ge­mischt haben. Als Beleg ver­öf­fent­lich­ten die­se am 7. Janu­ar 2017 einen Bericht, der sich jedoch als Sam­mel­su­ri­um von Nicht-Bewei­sen ent­pupp­te. Dar­in wird etwa die Bericht­erstat­tung von RT über die Occu­py-Wall­street-Pro­tes­te im Jahr 2011 als Beleg für die rus­si­sche Wahl­ein­mi­schung fünf Jah­re spä­ter her­an­ge­zo­gen.

Auch Mat­tis hat kei­ne Bele­ge für sei­ne Behaup­tung der neu­er­li­chen Ein­fluss­nah­me Mos­kaus ange­führt sowie kei­ne nähe­ren Details genannt.

Mehr zum The­ma — Geheim­dienst­li­che Albern­hei­ten : US-Diens­te kön­nen Rus­sen­hacks nicht bewei­sen und pol­tern gegen RT

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Diesmal war es nicht Russland : Trump wirft China Einmischung in US-Wahlen vor


Die Sit­zung hat­te eigent­lich den Kampf gegen die Ver­brei­tung von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen zum The­ma. Trump mach­te auch nicht deut­lich, wie Chi­na gegen die US-Regie­rung vor­geht, die 2018 nicht zur Wahl steht. Bei den soge­nann­ten mid­term elec­tions wer­den ein Drit­tel der Sena­to­ren und das gesam­te Reprä­sen­tan­ten­haus neu gewählt.

Der Vor­wurf gegen Chi­na ist nicht neu. Trump hat­te ihn bereits auf meh­re­ren Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen erho­ben. Er wur­de von den US-Geheim­diens­ten bestä­tigt. Geheim­dienst­di­rek­tor Dan Coats hat­te bereits am 12. Sep­tem­ber erklärt, neben Russ­land sei­en Chi­na, Nord­ko­rea und Iran die Län­der, denen man Ein­mi­schungs­ver­su­che zuschrei­be. (dpa)

Mehr zum The­ma — USA vs. Chi­na ­­– Trumps Han­dels­krieg als Teil einer grö­ße­ren Agen­da gegen das Reich der Mit­te

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US-Senator Marco Rubio warnt vor Einmischung in die Wahlen durch Großbritannien


Donald Trumps Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton hat­te erst jüngst den Kreis der poten­zi­el­len Ein­mi­scher für die bevor­ste­hen­den Halb­zeit­wah­len erwei­tert. Wenn im Novem­ber die US-ame­ri­ka­ni­schen Wäh­ler zu den Urnen geru­fen wer­den, um Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te, Sena­to­ren und Gou­ver­neu­re zu wäh­len, gel­ten laut Bol­ton nicht nur die Rus­sen als Haupt­ver­däch­ti­ge für eine Ein­mi­schung, son­dern auch Nord­ko­rea, Iran und Chi­na. Alles Län­der also, die ohne­hin in einem medi­al sehr schlech­ten Licht daste­hen.

Doch der repu­bli­ka­ni­sche Sena­tor für Flo­ri­da, Mar­co Rubio, ansons­ten nicht für eine pro­rus­si­sche Hal­tung bekannt, bezich­tig­te nun einen der engs­ten Ver­bün­de­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka der Ein­mi­schung in die bevor­ste­hen­den Wah­len : Groß­bri­tan­ni­en. Nicht, dass er Russ­land aus­ge­spart hät­te. Mit­nich­ten. Zusam­men mit Sena­tor Lind­sey Gra­ham for­der­te er bereits noch stär­ke­re Russ­landsank­tio­nen, soll­te sich der Kreml ihrer Mei­nung nach erneut in US-Wah­len ein­mi­schen, wovon er abso­lut über­zeugt ist :

Des­halb ist es umso erstaun­li­cher, dass er auch den bri­ti­schen Geheim­dienst GCHQ (Government Com­mu­ni­ca­ti­ons Head­quar­ters oder Regie­rungs­kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­tra­le) in einem Tweet vom 30. Juli beschul­dig­te, genau das zu tun, was sonst eben Mos­kau und ande­ren vor­ge­wor­fen wird. Und es gibt kei­nen ande­ren Nach­rich­ten­dienst als die “welt­größ­te Über­wa­chungs­ma­schi­ne” GCHQ, die tat­säch­lich dafür in Fra­ge kom­men könn­te.

US-Senator Marco Rubio warnt vor Einmischung in die Wahlen durch Großbritannien
Tweet von Mar­co Rubio vom 30. Juli 2018.

Mög­li­cher­wei­se wur­de Rubio von der repu­bli­ka­ni­schen Zen­tra­le ange­wie­sen, die­se Anschul­di­gung zurück­zu­neh­men, um nicht einen erneu­ten diplo­ma­ti­schen Zwi­schen­fall zwi­schen Washing­ton und Lon­don aus­zu­lö­sen, weil der Tweet vom 30. Juli nicht mehr aktiv ist. Denn der GCHQ wur­de bereits im ver­gan­ge­nen Jahr beschul­digt, für Barack Oba­ma und gegen des­sen Nach­fol­ger im Prä­si­den­ten­amt Donald Trump spio­niert zu haben. Zwar hat sich das Wei­ße Haus offi­zi­ell für die­se Anschul­di­gung ent­schul­digt, doch der Whist­leb­lo­wer Edward Snow­den hat gezeigt, dass die USA tat­säch­lich mit die­sem bri­ti­schen Geheim­dienst zusam­men­ar­bei­ten, um US-Bür­ger aus­zu­spio­nie­ren.

Mehr zum The­ma — Recht­fer­ti­gung des US-Ver­tei­di­gungs­etats ? Russ­land als Bedro­hung für das ame­ri­ka­ni­sche Hei­mat­land

RT Deutsch


Streit zwischen Athen und Moskau : Griechenland wirft Russland Einmischung in Mazedonien vor


Grie­chen­land ver­ur­teilt die Aus­wei­sung diplo­ma­ti­scher Mit­ar­bei­ter aus Mos­kau. Aus dem grie­chi­schen Außen­mi­nis­te­ri­um hieß es am Frei­tag :

(Russ­lands Ent­schei­dung Anfang der Woche ist) will­kür­lich und eine rei­ne Ver­gel­tungs­maß­nah­me, die nicht auf Bewei­sen beruht.

Die Aus­wei­sung war eine Reak­ti­on auf die grie­chi­sche Aus­wei­sung zwei­er rus­si­scher Diplo­ma­ten im Juli. Zudem unter­sag­ten die grie­chi­schen Behör­den zwei rus­si­schen Diplo­ma­ten die Ein­rei­se. Die diplo­ma­ti­sche Kri­se wur­de dadurch aus­ge­löst, dass Athen rus­si­sche Diplo­ma­ten beschul­dig­te, Kir­chen­ver­tre­ter, Bür­ger­meis­ter und ande­re Insti­tu­tio­nen in Grie­chen­land zu bestechen sowie Pro­tes­te in Maze­do­ni­en zu schü­ren. Russ­land habe das Ziel ver­folgt, die Eini­gung im Streit zwi­schen Maze­do­ni­en und Grie­chen­land zu ver­hin­dern. Der rus­si­sche Bot­schaf­ter in Athen And­rei Maslow bezeich­ne­te die Vor­wür­fe als “unsin­nig”.

Maze­do­ni­en ver­sucht, den Namens­streit mit Athen bei­zu­le­gen. Eine Regi­on im Nor­den Grie­chen­lands heißt eben­falls Maze­do­ni­en. Ein Abkom­men, dem­zu­fol­ge das Land auf dem Bal­kan offi­zi­ell den Namen Nord-Maze­do­ni­en tra­gen soll, führ­te zu Pro­tes­ten. Die Namens­ge­bung soll einer Ver­wechs­lung mit der nord­grie­chi­schen Pro­vinz vor­beu­gen. Grie­chen­land gibt im Gegen­zug sein Veto gegen die Annä­he­rung Nord-Maze­do­ni­ens an EU und NATO auf.

In einer Erklä­rung der grie­chi­schen Regie­rung heißt es :

Es ist offen­sicht­lich, dass eini­ge Rus­sen — glück­li­cher­wei­se nur eini­ge — glau­ben, sie könn­ten in Grie­chen­land agie­ren, ohne die Geset­ze und Regeln zu respek­tie­ren, und sogar Dro­hun­gen äußern.

Am 30. Sep­tem­ber kön­nen die Bür­ger Maze­do­ni­ens in einer Volks­be­fra­gung zum Namens­streit abstim­men. Die Fra­ge wird lau­ten : “Sind Sie für die Mit­glied­schaft in EU und NATO durch die Annah­me des Abkom­mens zwi­schen Maze­do­ni­en und Grie­chen­land?”

RT Deutsch


Alles nur ein Versprecher : Trump glaubt jetzt doch an russische Einmischung


Prä­si­dent Donald Trump sagt, er mein­te das Gegen­teil, als er in Hel­sin­ki sag­te, er sehe nicht ein, war­um sich Russ­land in die Wah­len 2016 in den USA ein­ge­mischt hät­te.

Im Wei­ßen Haus sag­te er am Diens­tag, dass er mein­te, er sehe nicht, war­um Russ­land “nicht” ver­ant­wort­lich sei. Er sag­te auch, dass er die Schluss­fol­ge­rung der ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst­ge­mein­schaft akzep­tie­re, dass Russ­land sich in die Wahl ein­ge­mischt hat, aber er leug­ne­te, dass sei­ne Kam­pa­gne dar­an betei­ligt war.

Trump stell­te sich einen Tag nach sei­ner Rück­kehr in die USA der Pres­se, um sei­ne Leis­tung an der Sei­te des rus­si­schen Prä­si­den­ten Wlad­mir Putin in Hel­sin­ki zu ver­tei­di­gen. In der hei­mi­schen Pres­se gab es selbst bei Trump-Unter­stüt­zern star­ke Kri­tik an sei­nen Aus­sa­gen.

In Hel­sin­ki hat Trump die Ein­mi­schung Russ­lands nicht ver­ur­teilt und sich gewei­gert zu sagen, dass er den ame­ri­ka­ni­schen Geheim­diens­ten mehr glau­be als Putin.

Mehr zum The­ma — Jour­na­lis­ti­sches Armuts­zeug­nis zur bes­ten Sen­de­zeit : Der ARD-Brenn­punkt zum Hel­sin­ki­gip­fel

RT Deutsch