Erdoğan : Deutschlands Außenminister Heiko Maas hat keine Ahnung von Politik


Die Tür­kei star­te­te vor einer Woche ihre Offen­si­ve in Nord­sy­ri­en. Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan ließ es sich nach dem Ber­li­ner Ent­scheid, Rüs­tungs­ex­por­te in sein Land ein­zu­schrän­ken, nicht neh­men, den deut­schen Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas zu kri­ti­sie­ren : 

Da kommt der deut­sche Außen­mi­nis­ter – ein Mann, der sei­ne Gren­zen nicht kennt – und sagt : Wir wer­den der Tür­kei kei­ne Waf­fen ver­kau­fen. Wir sind am Ende. 

Alle Waf­fen aus Deutsch­land, die in der Syri­en-Offen­si­ve Anka­ras zum Ein­satz kom­men könn­ten, dür­fen nun nicht mehr expor­tiert wer­den. Ande­re Waf­fen­ge­schäf­te mit der Tür­kei dür­fen wei­ter­lau­fen. Auf Twit­ter schrieb Maas als Reak­ti­on zu dem Ent­scheid : 

For­de­run­gen und Dro­hun­gen aus dem Aus­land, um Erdoğan von sei­nen Plä­nen abzu­brin­gen, eine Schutz­zo­ne in Nord­sy­ri­en ein­zu­rich­ten, erteil­te die­ser eine deut­li­che Absa­ge. Die Sank­tio­nen aus den USA fürch­te er nicht. Von Poli­tik ver­stün­de Maas nichts, so Erdoğan : 

Wenn Du etwas von Poli­tik ver­ste­hen wür­dest, wür­dest Du nicht so spre­chen. 

Laut Maas könn­te die tür­ki­sche Offen­si­ve zu einer “Desta­bi­li­sie­rung der Regi­on” und einem “Wie­der­erstar­ken des IS” füh­ren : 

Wir (die deut­sche Regie­rung) rufen die Tür­kei dazu auf, ihre Offen­si­ve zu been­den. 

Im Zuge der tür­ki­schen Mili­tär­ope­ra­ti­on sol­len sich bereits 190.000 Men­schen auf der Flucht befin­den. Am Don­ners­tag wird eine US-Dele­ga­ti­on in der Tür­kei ein­tref­fen, um Erdoğan zu einem Waf­fen­still­stand zu bewe­gen. 

Mehr zum The­ma — Mer­kel for­dert von Erdoğan “umge­hen­de Been­di­gung” der Syri­en-Offen­si­ve

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Vermeidung militärischer Konfrontationen in Syrien – Putin lädt Erdoğan nach Russland ein


Rus­si­sche Sol­da­ten patrouil­lie­ren der­zeit auf der Kon­takt­li­nie tür­ki­scher und syri­scher Sol­da­ten. Mos­kau will einen Kon­flikt ver­mei­den. Aus dem Kreml hieß es dazu am Diens­tag :

(Putin hat Erdoğan tele­fo­nisch) zu einem Arbeits­tref­fen in den nächs­ten Tagen ein­ge­la­den. Die Ein­la­dung wur­de ange­nom­men. 

Der rus­si­sche Prä­si­dent äußer­te dabei gegen­über Erdoğan sei­ne Besorg­nis über mög­li­che wei­te­re Aus­brü­che von IS-Gefan­ge­nen aus kur­di­schen Gefäng­nis­sen. 

Die US-Trup­pen hat­ten sich bekannt­lich aus Syri­en zurück­ge­zo­gen. US-Prä­si­dent Donald Trump woll­te einen Zusam­men­stoß mit dem tür­ki­schen Mili­tär ver­mei­den. Trump for­dert von Erdoğan nun eine Waf­fen­ru­he und will die­se not­falls mit­tels Sank­tio­nen gegen die Tür­kei erzwin­gen. Eine US-Dele­ga­ti­on unter Lei­tung von Vize­prä­si­dent Mike Pence will in Anka­ra einen Waf­fen­still­stand errei­chen. Die Chan­cen hier­für sind jedoch gering, denn Erdoğan will die soge­nann­te Schutz­zo­ne nicht auf­ge­ben.

Die­se soll 50 Kilo­me­ter breit und 35 Kilo­me­ter tief wer­den. Die Offen­si­ve Anka­ras gilt kur­di­schen “Ter­ro­ris­ten” der YPG und der PKK. Die YPG ver­bün­de­te sich jüngst – aus Angst vor eth­ni­schen Säu­be­run­gen des Gebiets – mit den Trup­pen der regu­lä­ren Syri­schen Ara­bi­schen Armee unter Prä­si­dent Bas­har al-Assad. Die syri­schen Streit­kräf­te sind dem Ruf der Kur­den gefolgt und haben in Man­bidsch Posi­tio­nen bezo­gen. 

EU-Staa­ten haben auf die tür­ki­sche Mili­tär­ope­ra­ti­on mit einem Ver­bot von Waf­fen­ver­käu­fen und ‑lie­fe­run­gen an die Tür­kei reagiert. 

Mehr zum The­ma – Wegen Syri­en-Offen­si­ve : USA erwä­gen Abzug von Atom­waf­fen aus der Tür­kei

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Merkel fordert von Erdoğan “umgehende Beendigung” der Syrien-Offensive


In einem Tele­fo­nat am Sonn­tag for­der­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vom Prä­si­den­ten der Tür­kei Recep Tayy­ip Erdoğan eine “umge­hen­de Been­di­gung der Mili­tär­ope­ra­ti­on” gegen kur­di­sche Mili­zen in Nord­sy­ri­en. Dies gab eine Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung bekannt. Tür­ki­sche Kampf­flug­zeu­ge grif­fen Zie­le in den nord­öst­li­chen Grenz­ge­bie­ten Syri­ens mit kur­di­scher Bevöl­ke­rungs­mehr­heit an, die aktu­ell von den kur­disch domi­nier­ten SDF (Syri­an Demo­cra­tic Forces, deutsch : Syri­sche Demo­kra­ti­sche Kräf­te) kon­trol­liert wer­den.

Dabei grif­fen tür­ki­sche Boden­trup­pen kur­di­sche Mili­zen an, die die Tür­kei als Ter­ro­ris­ten betrach­tet – sie wer­den dabei von syri­schen Mili­zen unter­stützt, die gegen die dor­ti­ge Regie­rung kämp­fen. Auch Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron mach­te ein Ende der Ope­ra­ti­on zum Anlie­gen sei­nes Tele­fo­nats mit Erdoğan am Sonn­tag : “Wir haben den gemein­sa­men Wunsch, dass die­se Offen­si­ve endet”, ging Macron mit Mer­kel d’ac­cord. “Die­se Offen­si­ve birgt die Gefahr einer unhalt­ba­ren huma­ni­tä­ren Situa­ti­on”, so Macron.

Mer­kel warn­te Erdoğan unge­ach­tet berech­tig­ter tür­ki­scher Sicher­heits­in­ter­es­sen, dass infol­ge der Mili­tär­ope­ra­ti­on grö­ße­re Tei­le der in den Grenz­ge­bie­ten ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung ver­trie­ben wer­den könn­ten. Zudem dro­hen eine Desta­bi­li­sie­rung der Regi­on und nicht zuletzt die Rück­kehr der Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat” (IS). So sol­len Berich­ten zufol­ge rund 780 IS-Ter­ro­ris­ten nach Beschuss des Lagers Ain Issa durch mit der tür­ki­schen Armee ver­bun­de­nen Mili­zen aus der Haft aus­ge­bro­chen sein. Anwoh­ner mel­de­ten, dass sich eini­ge der Ter­ro­ris­ten auf den Weg nach Raqqa gemacht haben – die frü­he­re Hoch­burg des IS.

Erdoğan wies die Berich­te über den Aus­bruch als “Des­in­for­ma­ti­on” zurück. Der­weil ver­schärft sich die huma­ni­tä­re Lage im von der tür­ki­schen Offen­si­ve betrof­fe­nen Gebiet zuse­hends : Laut UN-Anga­ben wur­den seit Beginn der Offen­si­ve am Mitt­woch bereits 130.000 Men­schen von ihrem Wohn­sitz ver­trie­ben. In Hasa­ka, wohin die meis­ten Ver­trie­be­nen flüch­te­ten, hat sich die Was­ser­ver­sor­gung dra­ma­tisch ver­schlech­tert – etwa 400.000 Men­schen sind davon betrof­fen. Im rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um spricht man bereits jetzt von einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe.

EU-Außen­mi­nis­ter beschlie­ßen Stopp von Waf­fen­lie­fe­run­gen 

Mer­kels Ermah­nung erfolg­te zu einem wich­ti­gen Zeit­punkt : Die EU-Staats- und Regie­rungs­chefs waren dabei, sich auf den Außen­mi­nis­ter­gip­fel in Luxem­burg vor­zu­be­rei­ten, bei dem eine gemein­sa­me Reak­ti­on auf Erdoğans ein­ge­lei­te­te “Ope­ra­ti­on Frie­dens­quel­le” bespro­chen wer­den soll­te.

Deutsch­land, Frank­reich, Nor­we­gen und die Nie­der­lan­de dis­ku­tier­ten sofort nach Beginn des tür­ki­schen Über­falls auf Syri­en, die Lie­fe­run­gen von Rüs­tungs­gü­tern an Anka­ra einst­wei­lig aus­zu­set­zen, was sie in Eigen­re­gie auch taten ; Schwe­den sprach sich für ein Waf­fen­em­bar­go, per­so­nen­be­zo­ge­ne und wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen gegen die Tür­kei aus – und auch jen­seits des Atlan­tiks droh­te US-Prä­si­dent Donald Trump damit, die tür­ki­sche Wirt­schaft mit “mäch­ti­gen Sank­tio­nen” zu schä­di­gen.

Als Ergeb­nis des Gip­fels wur­de nun ein EU-wei­tes Waf­fen­em­bar­go gegen die Tür­kei ver­hängt. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sevim Dağ­de­len (Die Lin­ke) kri­ti­sier­te, dass das Embar­go nur neue, noch nicht geneh­mig­te Lie­fe­run­gen betref­fe. Bereits geneh­mig­te Waf­fen­lie­fe­run­gen sei­en davon unbe­rührt.

Erdoğans Droh­ku­lis­se : Ich schick euch die Flücht­lin­ge

Die von den Kur­den kon­trol­lier­ten Grenz­ge­bie­te, die sich von der tür­ki­schen Gren­ze aus 30 Kilo­me­ter auf syri­sches Ter­ri­to­ri­um erstre­cken, sind von Erdoğan für die Umsied­lung eini­ger der 3,6 Mil­lio­nen syri­schen Flücht­lin­ge in der Tür­kei vor­ge­se­hen. Die Alter­na­ti­ve, droh­te er, bestehe dar­in, die­se Flücht­lin­ge nach Euro­pa wei­ter­zu­lei­ten.

Erdoğan ist sich wohl bewusst, wel­ches Damo­kles­schwert er über die Köp­fe der Ober­häup­ter des ange­schla­ge­nen euro­päi­schen Estab­lish­ments hält :

Hey EU, auf­wa­chen ! Ich sage es noch ein­mal : Wenn ihr ver­sucht, unse­re Ope­ra­ti­on dort als Inva­si­on dar­zu­stel­len, wird unse­re Auf­ga­be [deut­lich] einfach[er]: Wir wer­den die [Grenz-]Tore öff­nen und 3,6 Mil­lio­nen Migran­ten zu euch schi­cken”, sag­te er in einer Rede vor sei­ner Par­tei AKP am Don­ners­tag.

Erdoğan hat­te sich wie­der­holt dar­über beschwert, dass sein Land nur einen Bruch­teil der zwi­schen 2016 und 2019 ver­spro­che­nen sechs Mil­li­ar­den Euro von der EU erhal­ten habe. Eine Grup­pe von EU-Polit­kern flog Anfang die­ses Monats nach Anka­ra, um sei­ne Regie­rung davon zu über­zeu­gen, die Grenz­über­gän­ge geschlos­sen zu hal­ten. Dabei mach­ten sie dem tür­ki­schen Staats­ober­haupt Ver­spre­chun­gen über mehr Hilfs­gel­der.

Erdoğan stell­te Mer­kel außer­dem vor eine wei­te­re Wahl :

Sind wir [nun] Ver­bün­de­te in der NATO, oder haben Sie ohne unser Wis­sen eine ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on in die NATO auf­ge­nom­men?”, frag­te er am Sonn­tag in einer Sen­dung des tür­ki­schen Fern­seh­sen­ders NTV.

Eine sehr selt­sa­me Her­an­ge­hens­wei­se. Seid ihr nun mit uns oder mit den Ter­ro­ris­ten?” Erdoğan bezog sich damit auf die in Nord­ost­sy­ri­en akti­ve Kur­den­mi­liz YPG, die in der Tür­kei als mili­tä­ri­scher Arm der kur­di­schen Arbei­ter­par­tei PKK und damit als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on gilt.

Der­weil hal­ten die Feind­se­lig­kei­ten im Nord­os­ten Syri­ens an : Tür­ki­sche Boden­trup­pen sind 30 bis 35 Kilo­me­ter ins Lan­des­in­ne­re vor­ge­sto­ßen und haben die Kon­trol­le über die durch Nord­ost­sy­ri­en füh­ren­de Schnell­stra­ße M‑4 an sich geris­sen, behaup­tet das tür­ki­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um. Tall Abyad sei eben­falls unter tür­ki­scher Kon­trol­le – neben dem regu­lä­ren Mili­tär sei­en ver­bün­de­te Mili­zen an der Ein­nah­me der Stadt betei­ligt gewe­sen.

Am Sonn­tag setz­te sich die syri­sche Armee zum Grenz­ge­biet mit der Tür­kei in Bewe­gung. Zuvor hat­ten sich die syri­sche Regie­rung und die SDF dar­auf geei­nigt, dass die syri­sche Armee in das von der SDF kon­trol­lier­te Gebiet ein­zie­hen kann, um die tür­ki­sche Offen­si­ve zu stop­pen.

Mehr zum The­ma – Staats­me­di­en : Syri­sche Armee rückt gegen tür­ki­sche Besat­zungs­kräf­te vor

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Erdogan gibt bekannt : Türkei beginnt Militäroffensive gegen Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien


Mehr zum The­ma — Tür­kei kün­digt Ein­marsch in Syri­en an — Ers­te Berich­te über Grenz­über­que­rung tür­ki­scher Trup­pen

Die Tür­kei hat ihre ange­kün­dig­te Offen­si­ve in Nord­sy­ri­en begon­nen. Das gab der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan bekannt. Die tür­ki­schen Streit­kräf­te hät­ten die Ope­ra­ti­on gemein­sam mit pro-tür­ki­schen Rebel­len gestar­tet, schrieb er am Mitt­woch auf Twit­ter :

#Ope­ra­ti­on­Peace­Spring [Früh­ling des Frie­dens] wird die Ter­ror­dro­hun­gen gegen die Tür­kei neu­tra­li­sie­ren und zur Ein­rich­tung einer Sicher­heits­zo­ne füh­ren, die die Rück­kehr syri­scher Flücht­lin­ge in ihre Hei­mat erleich­tert.

Wir wer­den die ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät Syri­ens bewah­ren und die loka­len Gemein­schaf­ten von Ter­ro­ris­ten befrei­en.

Erdoğans Spre­cher, Fah­ret­tin Altun, hat­te zuvor in einem in der Nacht auf Mitt­woch ver­öf­fent­lich­ten Mei­nungs­bei­trag in der Washing­ton Post erklärt :

Das tür­ki­sche Mili­tär, zusam­men mit der Frei­en Syri­schen Armee, wird die tür­kisch-syri­sche Gren­ze in Kür­ze über­que­ren.

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Trump und Erdoğan : Zuerst mit Zerstörung drohen, dann ins Weiße Haus einladen


Wie üblich äußer­te sich Trump über Twit­ter zu den Vor­wür­fen, dass die USA ihre kur­di­schen Ver­bün­de­ten ver­ra­ten und der Tür­kei aus­ge­lie­fert haben, soll­te Anka­ra sei­ne Plä­ne einer Inva­si­on nach Syri­en in die Tat umset­zen. Die USA “mögen sich im Aus­stiegs­spro­zess” aus Syri­en befin­den, doch das bedeu­te “kei­nes­wegs”, dass Washing­ton die Kur­den ver­ra­ten habe. Sie sei­en ein “beson­de­res Volk und wun­der­ba­re Kämp­fer”, beton­te Trump. Die USA wür­den den Kur­den “finan­zi­ell (und mit) Waf­fen hel­fen”.

Doch auch die Bezie­hun­gen zur Tür­kei sei­en “sehr gut”. Vie­le wür­den ver­ges­sen, dass Anka­ra ein “gro­ßer Han­dels­part­ner” der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sowie ein “wich­ti­ges Mit­glied” der NATO sei. Washing­ton habe auch gut mit Anka­ra ver­han­deln kön­nen, was sich in der Ret­tung von vie­len Men­schen­le­ben in der syri­schen Pro­vinz Idlib und der Frei­las­sung des inhaf­tier­ten US-Pas­tors Andrew Brun­son gezeigt hät­te, so der US-Prä­si­dent. Des­halb wer­de Prä­si­dent Erdoğan am 13. Novem­ber sein Gast im Wei­ßen Haus sein. 

Mehr zum The­ma — Trump droht NATO-Part­ner Tür­kei mit “wirt­schaft­li­cher Aus­lö­schung”

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Erdoğan : Vorbereitungen auf Militäroffensive in Nordsyrien laufen


Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan hat die Bereit­schaft Anka­ras zu einem Mili­tär­ein­satz in Nord­sy­ri­en bekräf­tigt, soll­te dort nicht bis Ende Sep­tem­ber eine Sicher­heits­zo­ne ein­ge­rich­tet wor­den sein.

Wir haben die Vor­be­rei­tun­gen [auf eine mög­li­che Ope­ra­ti­on] ent­lang unse­rer Gren­ze abge­schlos­sen. Wir wol­len uns nicht mit den USA (in Syri­en) aus­ein­an­der­set­zen, aber wir kön­nen die Unter­stüt­zung, die sie ter­ro­ris­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen gege­ben hat, nicht igno­rie­ren. Ich sag­te Trump, dass [Washing­ton] Tau­sen­de von bewaff­ne­ten Last­wa­gen schick­te. Wir könn­ten uns die­se Waf­fen nicht leis­ten, und sie geben sie kos­ten­los an die Ter­ro­ris­ten”, sag­te der tür­ki­sche Prä­si­dent am Sams­tag in Istan­bul vor sei­ner Abrei­se zur UN-Voll­ver­samm­lung in New York.

Erdoğan beton­te, dass die Tür­kei nicht beab­sich­tigt, sich den USA in die­ser Regi­on zu wider­set­zen, die Unter­stüt­zung Washing­tons für ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen aber nicht igno­rie­ren kön­ne.

Er kri­ti­sier­te Washing­ton für die Unter­stüt­zung der Koali­ti­on der Syri­schen Demo­kra­ti­schen Kräf­te (SDF), die sich von den die kur­di­schen Volks­schutz­ein­hei­ten (YPG) durch nichts unter­schei­den. Die Tür­kei betrach­tet SDF und YPG als Able­ger der ver­bo­te­nen Kur­di­schen Arbei­ter­par­tei (PKK).

Die Tür­kei und die USA hat­ten sich Anfang August dar­auf geei­nigt, eine soge­nann­te Sicher­heits­zo­ne im Nor­den Syri­ens zu schaf­fen. Sie soll nach dem Wil­len Erdoğans bis Ende Sep­tem­ber ein­ge­rich­tet wer­den. Andern­falls sei sein Land zu der Mili­tär­of­fen­si­ve bereit. Anka­ra wirft Washing­ton man­geln­den Ein­satz bei der Umset­zung der Zone vor. Die bei­den Län­der haben bereits mit gemein­sa­men Patrouil­len zur Ein­rich­tung der Zone in Nord­sy­ri­en begon­nen.

Erdoğan wünscht sich ent­lang der Gren­ze zu Syri­en ein Gebiet unter allei­ni­ger tür­ki­scher Kon­trol­le, aus dem sich kur­di­sche Trup­pen zurück­zie­hen sol­len. Die Gegend wird bis­her von der Kur­den­mi­liz YPG kon­trol­liert. Die USA sehen die YPG dage­gen als wich­ti­gen Part­ner im Kampf gegen die Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat (IS).

Am Frei­tag hieß es, die Tür­kei habe bereits Dut­zen­de Ärz­te in das Grenz­ge­biet zu Syri­en beor­dert. Die­se erbrin­gen “im Rah­men der geplan­ten grenz­über­schrei­ten­den Mili­tär­ope­ra­ti­on der tür­ki­schen Streit­kräf­te in Syri­en medi­zi­ni­sche Leis­tun­gen”.

Mehr zum Thema — “Wegen Idlib”: Erdoğan will neu­en Flücht­lings­gip­fel mit Mer­kel, Macron und Putin

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Erdoğan : Türkei sollte wie Israel Nuklearwaffen besitzen dürfen


Im Jahr 1980 unter­zeich­ne­te die Tür­kei den Atom­waf­fen­sperr­ver­trag (Non-Pro­fi­le­ra­ti­on of Nuclear Wea­pons). 1996 folg­te die Unter­zeich­nung des Ver­bots zum Test von Atom­waf­fen. Auf einer Ver­an­stal­tung der AKP for­der­te der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan ein Ende des Atom­waf­fen­ver­bots für sein Land : 

Eini­ge Län­der haben Rake­ten mit Nukle­ar­spreng­köp­fen, nicht eines oder zwei. Aber (sie sagen uns,) wir dürf­ten sie (die Nukle­ar­waf­fen) nicht haben. Das kann ich nicht akzep­tie­ren. Es gibt kein ent­wi­ckel­tes Land der Welt, das kei­ne Nukle­ar­waf­fen hat. 

Erdoğan zog einen Ver­gleich zu Isra­el :

Wir haben Isra­el in der Nähe, wir sind fast Nach­barn. Sie schre­cken (ande­re Natio­nen) ab, indem sie die­se (Waf­fen) besit­zen. Nie­mand kann sie anrüh­ren. 

Über die Zahl der Nukle­ar­waf­fen Isra­els gibt es kei­ne genau­en Anga­ben. Es wird ver­mu­tet, dass Isra­el zwi­schen 80 und 4.000 Nukle­ar­spreng­köp­fe besitzt. Den NPT-Ver­trag hat Isra­el nie unter­zeich­net. Öffent­lich wird der Besitz von Nukle­ar­waf­fen weder demen­tiert noch bestä­tigt. Ers­te For­schun­gen began­nen mit der Unab­hän­gig­keit Isra­els. 

Das tür­ki­sche Staats­ober­haupt warn­te auch vor der Öff­nung der Gren­ze für syri­sche Flücht­lin­ge, falls in Nord­sy­ri­en kei­ne Sicher­heits­zo­ne ein­ge­rich­tet wer­de und sich der Wes­ten sei­nen Ver­pflich­tun­gen ent­zie­he. Washing­ton und Anka­ra hat­ten sich am 7. August auf eine Sicher­heits­zo­ne in Syri­en geei­nigt.

Die­se soll als Puf­fer­zo­ne zwi­schen der tür­ki­schen Gren­ze und von den USA gestütz­ten kur­di­schen Ein­hei­ten die­nen. Die Tür­kei hat seit Aus­bruch des Bür­ger­kriegs in Syri­en rund vier Mil­lio­nen syri­sche Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men. Die­se Last kön­ne die Tür­kei, so Erdoğan, nicht allein tra­gen. 

Mehr zum The­ma — Anka­ra ver­ur­teilt Angriff auf Mili­tär­kon­voi durch syri­sche Trup­pen

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Erdogan spricht über „historischen Sieg” der Türkei noch in diesem Monat


Die Tür­kei wird im August nach Ein­schät­zung des Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdo­gan einen neu­en „his­to­ri­schen Sieg” erzie­len. Dies ver­si­cher­te er am Sams­tag vor dem Hin­ter­grund der zuletzt ange­kün­dig­ten Offen­si­ve gegen Kur­den in Nord­sy­ri­en.
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