Deutsche Rüstungsgüter im Wert von mehr als 180 Millionen Euro an die Türkei geliefert


Die Tür­kei hat in den ers­ten vier Mona­ten die­ses Jah­res Rüs­tungs­gü­ter für 184,1 Mil­lio­nen Euro aus Deutsch­land erhal­ten. In der Rang­lis­te der wich­tigs­ten Emp­fän­ger­län­der steht der NATO-Part­ner damit wie schon im Vor­jahr mit gro­ßem Abstand an ers­ter Stel­le. Das geht aus einer Ant­wort des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den der Links­frak­ti­on, Sevim Dağ­de­len, her­vor, die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) vor­liegt.

Bei den Waf­fen für die Tür­kei han­delt es sich den Anga­ben zufol­ge aus­schließ­lich um “Ware für den mari­ti­men Bereich”. Es ist der dpa zufol­ge wahr­schein­lich, dass es um Mate­ri­al für sechs U-Boo­te der Klas­se 214 geht, die in der Tür­kei unter maß­geb­li­cher Betei­li­gung des deut­schen Kon­zerns Thys­sen­Krupp Mari­ne Sys­tems (TKMS) gebaut wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung hat­te die Lie­fe­rung von Bau­tei­len bereits 2009 geneh­migt und den Export mit einer soge­nann­ten Her­mes-Bürg­schaft in Höhe von 2,49 Mil­li­ar­den Euro abge­si­chert.

Seit dem geschei­ter­ten Mili­tär­putsch von 2016, der sich am Mon­tag zum drit­ten Mal jähr­te, wur­den sol­che Bürg­schaf­ten für Kriegs­waf­fen­ex­por­te in die Tür­kei nicht mehr erteilt. Bereits geneh­mig­te Rüs­tungs­ex­por­te an den NATO-Part­ner gehen aber ganz nor­mal über die Büh­ne. Die Lie­fe­run­gen an die Tür­kei mach­ten schon im ver­gan­ge­nen Jahr mit 242,8 Mil­lio­nen Euro fast ein Drit­tel aller deut­schen Kriegs­waf­fen­ex­por­te (770,8 Mil­lio­nen Euro) aus. In den ers­ten vier Mona­ten die­ses Jah­res waren es sogar 60 Pro­zent des Gesamt­vo­lu­mens von 305,8 Mil­lio­nen Euro.

Auch bei den neu­en Export­ge­neh­mi­gun­gen der Bun­des­re­gie­rung für die Tür­kei hat sich im ers­ten Halb­jahr nach zwei Jah­ren Rück­gang eine Trend­wen­de abge­zeich­net. Bis zum 5. Juni gab die Bun­des­re­gie­rung grü­nes Licht für Rüs­tungs­lie­fe­run­gen im Wert von 23,3 Mil­lio­nen Euro. Das ist bereits fast dop­pelt so viel wie im gan­zen Jahr 2018 mit 12,9 Mil­lio­nen Euro.

Die Zahl der Ein­zel­ge­neh­mi­gun­gen lag bis Anfang Juni bei 139 im Ver­gleich zu 58 im gesam­ten Vor­jahr. Das geht aus einer wei­te­ren Ant­wort des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge des Grü­nen-Abge­ord­ne­ten Omid Nou­ripour her­vor.

Die Lin­ken-Poli­ti­ke­rin Dağ­de­len kri­ti­siert die anhal­ten­den Rüs­tungs­lie­fe­run­gen vor allem vor dem Hin­ter­grund der tür­ki­schen Erd­ga­ser­kun­dun­gen vor der Küs­te Zyperns, die von der EU als ille­gal ange­se­hen wer­den.

Dass die Bun­des­re­gie­rung jetzt trotz der tür­ki­schen Aggres­si­ons­po­li­tik im öst­li­chen Mit­tel­meer gegen­über dem euro­päi­schen Mit­glied­staat Zypern die­se Kriegs­waf­fen für Erdoğans Mari­ne auch noch aus­lie­fern lässt, ist im hohen Maße unver­ant­wort­lich”, sag­te sie.

Die Bun­des­re­gie­rung tra­ge eine Mit­schuld, soll­ten deut­sche Waf­fen im Kon­flikt­fall gegen Zypern ein­ge­setzt wer­den, sag­te die Lin­ken-Poli­ti­ke­rin.

Die Rüs­tungs­ex­por­te in das auto­ri­tä­re Régime Tür­kei müs­sen gestoppt wer­den, sowohl Geneh­mi­gun­gen als auch die tat­säch­li­che Aus­fuhr.”

Die Außen­mi­nis­ter der EU-Staa­ten hat­ten am Mon­tag wegen der Erd­ga­ser­kun­dun­gen Straf­maß­nah­men gegen die Tür­kei beschlos­sen. Kon­kret sol­len unter ande­rem EU-Gel­der für die Tür­kei gekürzt und die Ver­hand­lun­gen über ein Luft­ver­kehrs­ab­kom­men ein­ge­stellt wer­den.

Die Pro­vo­ka­tio­nen der Tür­kei sind für uns alle inak­zep­ta­bel und wir ste­hen hier auf der Sei­te Zyperns”, sag­te der deut­sche Euro­pa­staats­mi­nis­ter Micha­el Roth (SPD) in Brüs­sel.

Soll­te die Tür­kei nicht ein­len­ken, sei­en auch ande­re Arten von Sank­tio­nen denk­bar. Sie könn­ten nach dem Minis­ter­be­schluss gezielt an den Boh­run­gen betei­lig­te Unter­neh­men oder Ein­zel­per­so­nen tref­fen.

Die Tür­kei weist die Vor­wür­fe ille­ga­ler Boh­run­gen zurück. Sie ver­tritt den Stand­punkt, dass die Gewäs­ser, in denen sie aktiv ist, zu ihrem soge­nann­ten Fest­landso­ckel gehö­ren. Die Tür­kei hat­te den Nord­teil der Insel im Jahr 1974 besetzt, nach­dem pro-grie­chi­sche Rechts­ra­di­ka­le einen Putsch ange­zet­telt hat­ten, der jedoch schnell wie­der zusam­men­brach. Anka­ra will mit den Boh­run­gen auch die Antei­le der tür­ki­schen Zyp­rer am Erd­gas­ge­schäft sichern.

Die über­wie­gend grie­chi­sche Repu­blik Zypern, die den Süd­teil der Insel kon­trol­liert, hat­te ohne Abspra­che mit der Tür­kei oder den tür­ki­schen Zyprio­ten ange­fan­gen, die Ver­tei­lung der Gas­fel­der vor­zu­neh­men, was Anka­ra als Pro­vo­ka­ti­on wahr­nahm.

Mehr zum The­ma — OSZE-Aus­schuss warnt vor Gas­lei­tun­gen “Nord Stream 2” und “Tur­kish Stream” als Druck­mit­tel

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Große Koalition” exportiert im ersten Quartal 2019 Rüstungsgüter für 5,3 Milliarden Euro


Im gesam­ten Vor­jahr expor­tier­te Deutsch­land Rüs­tungs­gü­ter im Wert von 4,8 Mil­li­ar­den Euro. Allein im ers­ten Halb­jahr die­ses Jah­res haben die Export­ge­neh­mi­gun­gen bereits einen Wert von 5,3 Mil­li­ar­den Euro erreicht. Dies ergab eine Anfra­ge des Grü­nen-Abge­ord­ne­ten Omid Nou­ripour, wel­che der Deut­schen Pres­se Agen­tur vor­liegt. 

Der Grü­nen-Poli­ti­ker kom­men­tier­te die Sach­la­ge so : 

Die­se Rekord­zah­len füh­ren alle Bekennt­nis­se einer restrik­ti­ven Rüs­tungs­ex­port­po­li­tik ad absur­dum. Beson­ders die Lie­fe­run­gen an Ägyp­ten und die VAE, die Teil der Kriegs­al­li­anz im Jemen sind, ver­sto­ßen gegen den Koali­ti­ons­ver­trag und Rüs­tungs­ex­port­richt­li­ni­en. Wie tief will die SPD eigent­lich noch sin­ken ? 

An der Spit­ze der Ziel­län­der liegt Ungarn, gefolgt von Ägyp­ten und Süd­ko­rea. Der unga­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orban sag­te über die Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben sei­nes Lan­des : 

Die Ver­tei­di­gung Ungarns ist nicht die Auf­ga­be der NATO und auch nicht der EU, son­dern die uns­ri­ge. Es kann kein star­kes Ungarn geben ohne eine star­ke Armee. Eine Nati­on, die ihr Land nicht zu ver­tei­di­gen ver­mag, ver­dient ihr Land nicht.

An sechs­ter Stel­le ste­hen die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te. Die Expor­te in die­ses Land betra­gen bereits 206,1 Mil­lio­nen Euro. Gesamt­ge­nom­men gin­gen 40 Pro­zent aller Rüs­tungs­ex­por­te an Nicht-EU-Län­der ; im Jahr 2018 lag die­ser Anteil bei mehr als 50 Pro­zent. 

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Dresdner “Hutbürger” verklagt ZDF auf mindestens 20.000 Euro Entschädigung


Der ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter des säch­si­schen Lan­des­kri­mi­nal­amts, Maik G., hat laut einem Bericht in Der Spie­gel das ZDF ver­klagt. Der als Dresd­ner “Hut­bür­ger” bekannt gewor­de­ne 52-Jäh­ri­ge ver­lan­ge von der öffent­lich-recht­li­chen Sen­de­an­stalt und dem Kame­ra­mann wegen Medi­en- und Per­sön­lich­keits­recht­ver­let­zung eine Ent­schä­di­gung “nicht unter 20.000 Euro”. Das sag­te sein Anwalt und Sach­sens AfD-Vize Maxi­mi­li­an Krah gegen­über Der Spie­gel

Kame­ra­mann hielt “Hut­bür­ger” irr­tüm­lich für Anti­fa-Foto­gra­fen

Die Kla­ge ging am Frei­tag an das Land­ge­richt Dres­den. Sein Man­dant sei auf dem Weg zu einer poli­ti­schen Demons­tra­ti­on gegen sei­nen Wil­len gefilmt wor­den, so der Rechts­an­walt. Er habe arbeits­recht­li­che Kon­se­quen­zen und eine deutsch­land­wei­te Ver­un­glimp­fung ertra­gen müs­sen.

Der Mann mit Ang­ler­hüt­chen in den Far­ben der Deutsch­land­fah­ne, mit einer Son­nen­bril­le und in roter Wes­te, hat­te im August 2018 am Ran­de einer Pegi­da-Demons­tra­ti­on in Dres­den beim Besuch von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) laut­stark gegen Fern­seh­auf­nah­men des ZDF pro­tes­tiert. Zudem hat­te er den Jour­na­lis­ten vor­ge­wor­fen, hier­mit eine Straf­tat began­gen zu haben. In der Fol­ge hat­ten Poli­zei­be­am­te das ZDF-Team mehr als 45 Minu­ten lang fest­ge­hal­ten. Dies wur­de als Ein­griff in die Pres­se­frei­heit gewer­tet und lös­te bun­des­weit Kri­tik aus.

Der 52-Jäh­ri­ge, der damals als Buch­prü­fer im LKA arbei­te­te, sei laut sei­nem Anwalt von dem Kame­ra­mann irr­tüm­lich für einen “Anti­fa-Foto­gra­fen” gehal­ten wor­den. Er habe ver­mu­tet, dass der Mann den Hut und die Son­nen­bril­le nur getra­gen habe, um nicht erkannt zu wer­den.

Sein Chef soll ihn den­noch anhand eines Mut­ter­mals am lin­ken Arm erkannt und ihn ver­setzt haben. Heu­te arbei­tet er in der Lan­des­di­rek­ti­on in Dres­den.

Man hät­te den Mann nicht unver­pi­xelt zei­gen dür­fen”, so sein Anwalt gegen­über der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Er sei kei­ne Per­son der Zeit­ge­schich­te, zudem habe er sich nur auf dem Weg zu einer Demo gefun­den.

Mehr zum The­ma — Wenn ein Kal­ter Krie­ger heiß­läuft – Claus Kle­ber redet von Krieg mit Russ­land

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Diese Schachfigur wird auf eine Million Pfund geschätzt : 1964 für fünf Euro erstanden


Eine anti­ke Schach­fi­gur beim bri­ti­schen Auk­ti­ons­haus Sotheby’s wird der­zeit auf bis zu eine Mil­li­on Pfund geschätzt. Im Jahr 1964 hat­te ein schot­ti­scher Anti­qui­tä­ten­händ­ler sie für ein paar Pfund erwor­ben. 54 Jah­re lag die Figur in einer Schub­la­de. Nun hat­te ein Enkel sie gefun­den und schät­zen las­sen.
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Carsharing”-Betrug durch leitende Bundeswehr-Mitarbeiter : Mindestens 900.000 Euro Schaden


Über die Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der pri­va­ten Nut­zung von Bun­des­wehr-Dienst­wa­gen unter­rich­te­te das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in die­ser Woche die Obleu­te der Bun­des­tags­frak­tio­nen und beton­te, es erwar­te voll­stän­di­ge Auf­klä­rung.

Das ist zunächst mal ein beun­ru­hi­gen­der Sach­ver­halt, auf den die aktu­el­le Geschäfts­füh­rung gesto­ßen ist”, sag­te ein Minis­te­ri­ums­spre­cher dazu am Mitt­woch in Ber­lin.

Der Fuhr­park der Bun­des­wehr, ein Staats­be­trieb, hat­te ent­deckt, dass für einen bestimm­ten Kreis lei­ten­der Mit­ar­bei­ter seit dem Jahr 2005 ein Car­sha­ring-Modell betrie­ben wur­de, nach­dem eine pri­va­te Nut­zung von Fir­men­wa­gen unter­sagt wor­den war. 

Mehr als 40 lei­ten­de Ange­stell­te hät­ten zunächst wei­ter pri­va­ten Zugang zu Dienst­wa­gen gehabt, obwohl es für den Weg­fall Aus­gleichs­zah­lun­gen gege­ben habe, hieß es. Zuletzt sei­en es noch neun Mit­ar­bei­ter gewe­sen. Für die Nut­zung der Car­sha­ring-Wagen sei weder ein kos­ten­de­cken­der Eigen­an­teil gezahlt wor­den, noch sei­en für den geld­wer­ten Vor­teil Steu­ern und Bei­trä­ge rich­tig abge­führt wor­den.

Es gehe bei den Fol­gen der Nut­zung um einen Geld­be­trag von min­des­tens 900.000 Euro, heißt es in der Unter­rich­tung, die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­lag.

Das Minis­te­ri­um will den Fall der Staats­an­walt­schaft über­ge­ben, macht zur genau­en Scha­dens­hö­he aber kei­ne Anga­ben. Die Bun­des­wehr Fuhr­park Ser­vice GmbH ist eine soge­nann­te Inhouse-Gesell­schaft des Bun­des. Die Antei­le des Bun­des wer­den zu 75,1 Pro­zent unmit­tel­bar über das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Ver­tei­di­gung und zu 24,9 Pro­zent mit­tel­bar über die Deut­sche Bahn AG gehal­ten.

Mehr zum The­ma — Filz im BMVg – Bera­ter­fir­ma Accen­ture schickt eige­nen Beob­ach­ter in Unter­su­chungs­aus­schuss

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Falsche Polizisten gefasst : Gold im Wert von über 100.000 Euro sichergestellt


Die Ber­li­ner Poli­zei hat zwei mut­maß­li­che Betrü­ger am Haupt­bahn­hof geschnappt : Die bei­den 17 und 22 Jah­re alten Män­ner hat­ten mit der Masche „fal­sche Poli­zei­be­am­te“ bereits Mit­te Mai eine Senio­rin aus dem Land­kreis Mar­burg-Bie­den­kopf um ihr Gold gebracht.
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Mehr als 70.000 Euro an Terroristen : Russlands Geheimdienst nimmt IS-Helfer in Moskau fest


Bei dem Fest­ge­nom­me­nen han­delt es sich um einen Mann aus der Teil­re­pu­blik Nord­os­se­ti­en namens Geor­gi Gujew. Ermitt­lern zufol­ge leis­te­te er Mit­glie­dern der Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat in Syri­en finan­zi­el­le Hil­fe. Seit dem Jahr 2015 soll Gujew ins­ge­samt min­des­tens 50 Mil­lio­nen Rubel (fast 70.000 Euro) an Bank­kon­ten von Ter­ro­ris­ten über­wie­sen haben.

Bei der Durch­su­chung sei­ner Woh­nung beschlag­nahm­ten die Ermitt­ler Lite­ra­tur mit extre­mis­ti­schen Inhal­ten, eine gro­ße Anzahl an Kre­dit­kar­ten sowie Han­dys mit Nach­rich­ten von IS-Mit­glie­dern.

Der Fest­ge­nom­me­ne wur­de im Rah­men des Straf­ver­fah­rens in Gewahr­sam genom­men.

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Inlands­ge­heim­dienst ver­haf­tet IS-Mit­glie­der, die Anschlä­ge gegen Poli­zei plan­ten

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Kaczynski warnt vor Einführung des Euro in Polen


Der Euro ist die Wäh­rung in 19 EU-Län­dern, sie bil­den die Euro­zo­ne. Außer in Polen zah­len EU-Bür­ger bei­spiels­wei­se auch in Bul­ga­ri­en, Däne­mark, Groß­bri­tan­ni­en, Kroa­ti­en, Rumä­ni­en, Schwe­den, Tsche­chi­en sowie Ungarn noch in der jewei­li­gen Lan­des­wäh­rung. War­schau woll­te den Euro eigent­lich noch vor Aus­bruch der inter­na­tio­na­len Finanz­kri­se 2008 ein­füh­ren, ist seit­dem aber offen­sicht­lich weit von die­ser Idee abge­rückt.

Bei einer Wahl­kampf­ver­an­stal­tung sei­ner Par­tei in Posen (Poz­nań) sag­te Kac­zyn­ski am Sams­tag :

Wenn wir jetzt den Euro ein­füh­ren, dann wür­de die pol­ni­sche Wirt­schaft dadurch Ein­bu­ßen erlei­den und sich lang­sa­mer ent­wi­ckeln. Auch die pri­va­ten Haus­hal­te wür­den ver­lie­ren. 

Die EU-Mit­glied­schaft sei­nes Lan­des nann­te der PiS-Chef dage­gen “ein Gebot des pol­ni­schen Patrio­tis­mus”. Polen habe dadurch mehr Sicher­heit und einen bes­se­ren Sta­tus gewon­nen.

In Polen fin­det die Wahl zum EU-Par­la­ment am 26. Mai statt. Die von Kac­zyn­ski geführ­te natio­nal­kon­ser­va­ti­ve PiS liegt jüngs­ten Umfra­gen zufol­ge mit Wer­ten von 35 bis 39,4 Pro­zent der Stim­men auf dem ers­ten Platz, gefolgt vom oppo­si­tio­nel­len Bünd­nis “Euro­päi­sche Koali­ti­on” (23 bis 38,3 Pro­zent der Stim­men).

Auch Ver­tre­ter der “Euro­päi­schen Koali­ti­on” stimm­ten ihre Anhän­ger am Sams­tag in Posen auf die hei­ße Pha­se des Wahl­kamp­fes ein. Das Bünd­nis wer­de sich an den gro­ßen euro­päi­schen Pro­jek­ten betei­li­gen, sag­te Grze­gorz Sche­ty­na, Chef der libe­ra­len Bür­ger­platt­form (PO). Mit­hil­fe der EU wol­le man den Smog bekämp­fen und die Koh­le als Brenn­stoff für Häu­ser und Woh­nun­gen abschaf­fen.

Mehr zum The­ma — Polen ver­wei­gert Annah­me : Wei­ter­lei­tung von rus­si­schem Erd­öl nach Deutsch­land aus­ge­setzt

(rt deutsch/dpa)

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Wegen illegaler Spenden : AfD muss 402.900 Euro Strafe zahlen


Wegen ille­ga­ler Par­tei­spen­den muss die AfD eine Stra­fe von ins­ge­samt 402.900 Euro zah­len. Das hat die Bun­des­tags­ver­wal­tung ent­schie­den, wie sie am Diens­tag mit­teil­te. Es geht um Hil­fen durch die Schwei­zer Wer­be­agen­tur Goal AG für den heu­ti­gen Bun­des­vor­sit­zen­den Jörg Meu­then und das Bun­des­vor­stands­mit­glied Gui­do Reil in Land­tags­wahl­kämp­fen 2016 und 2017. Bei­de sind Spit­zen­kan­di­da­ten der AfD für die Euro­pa­wahl im Mai. Zuerst hat­ten Spie­gel Online und die taz über die Straf­zah­lung berich­tet.

Meu­then sprach von einer “rechts­ir­ri­gen Posi­ti­on” und kün­dig­te Wider­spruch an. “Unse­re kom­plet­te Reha­bi­li­tie­rung noch vor der Wahl soll eben ver­hin­dert wer­den.” Er hat­te bereits frü­her ange­kün­digt, sei­ne Par­tei wer­de gegen Straf­zah­lun­gen not­falls durch alle gericht­li­chen Instan­zen vor­ge­hen. Sie habe nichts Ille­ga­les getan. Gleich­wohl hat der AfD-Bun­des­vor­stand beschlos­sen, eine Mil­li­on Euro wegen der dro­hen­den Straf­zah­lun­gen zurück­zu­le­gen.

Mehr zum The­ma — Die Geschich­te um AfD-Polit­ker Frohn­mai­er und Russ­land aus fran­zö­si­scher Per­spek­ti­ve

Meu­then hat­te im März der Welt gesagt, er selbst habe Anfang 2016 im baden-würt­tem­ber­gi­schen Land­tags­wahl­kampf von der Schwei­zer Goal AG Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen wie Pla­ka­te, Fly­er und Anzei­gen im Gegen­wert von 89.800 Euro erhal­ten, die die Bun­des­tags­ver­wal­tung als ille­ga­le Spen­den anse­he.

Im Fall des AfD-Bun­des­vor­stands­mit­glieds Gui­do Reil, der im Jahr dar­auf im NRW-Land­tags­wahl­kampf eben­falls von der Goal AG unter­stützt wur­de, gehe die Bun­des­tags­ver­wal­tung von rechts­wid­ri­gen Zuwen­dun­gen in Höhe von 44.500 Euro aus.

Die Bun­des­tags­ver­wal­tung erklär­te nun, dass “die­se geld­wer­ten Zuwen­dun­gen von der AfD nicht hät­ten ange­nom­men wer­den dür­fen”. In bei­den Fäl­len sei ein Zah­lungs­an­spruch in Höhe des Drei­fa­chen der unzu­läs­sig ange­nom­me­nen Spen­den­be­trä­ge fest­ge­legt wor­den.

Wei­te­re Straf­zah­lun­gen könn­ten auf die AfD wegen Zuwen­dun­gen von rund 132.000 Euro aus der Schweiz an den Kreis­ver­band Boden­see der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Ali­ce Wei­del zukom­men. Deut­sche Par­tei­en dür­fen kei­ne Spen­den von Gön­nern anneh­men, die nicht EU-Bür­ger sind. Des­halb unter­sucht der Bun­des­tag auch die­se Spen­den für den Bun­des­tags­wahl­kampf von Wei­del.

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(rt deutsch/dpa)

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Alternative für Regierungsterminal am BER : Kosteneinsparungen von 75 Millionen Euro


In der Debat­te über den mil­lio­nen­schwe­ren Neu­bau eines Regie­rungs­ter­mi­nals am künf­ti­gen Haupt­stadt­flug­ha­fen BER gibt es einen Kom­pro­miss­vor­schlag. Bei die­ser Vari­an­te wäre ein neu­es Abfer­ti­gungs­ge­bäu­de nicht zwin­gend not­wen­dig und es gäbe genug Stell­plät­ze für die Flug­zeu­ge der Staats­gäs­te und der Flug­be­reit­schaft. Nach Infor­ma­tio­nen der Deut­schen Pres­se-Agen­tur hat Flug­ha­fen­chef Engel­bert Lüt­ke Dal­drup das Kon­zept im Auf­sichts­rat zur Dis­kus­si­on gestellt.

Der Geschäfts­füh­rer sieht meh­re­re Vor­tei­le : weni­ger Ter­min­druck, weni­ger kom­ple­xe Bau­vor­ha­ben und eine Kos­ten­er­spar­nis von 75 Mil­lio­nen Euro. Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um woll­te sich dazu nicht äußern. Die Gesprä­che des Kon­troll­gre­mi­ums sei­en ver­trau­lich, hieß es zur Begrün­dung.

Offi­zi­ell hält der Bund dar­an fest, dass am künf­ti­gen Haupt­stadt­flug­ha­fen ein reprä­sen­ta­ti­ves Ter­mi­nal für Regie­rung und Staats­gäs­te gebaut wird, eine “Visi­ten­kar­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land”. Die Gesamt­kos­ten wer­den bei min­des­tens 344 Mil­lio­nen Euro lie­gen.

Ber­lin und Bran­den­burg schla­gen vor, statt­des­sen ein bestehen­des Abfer­ti­gungs­ge­bäu­de zu nut­zen. Es wur­de als Über­gangs­lö­sung für die Regie­rung im Herbst für 70 Mil­lio­nen Euro fer­tig­ge­stellt. Der Bund will es ab dem geplan­ten BER-Start im Jahr 2020 für fünf Jah­re nut­zen. Bis dahin soll auf einem angren­zen­den Stand­ort das end­gül­ti­ge Regie­rungs­ter­mi­nal fer­tig­ge­stellt wer­den. Des­sen Bau­be­ginn ver­zö­gert sich wegen der Pro­ble­me rund um den BER.

Der Alter­na­tiv­vor­schlag, den Lüt­ke Dal­drup in der Novem­ber-Sit­zung dem Auf­sichts­rat mit dem Ver­merk “streng ver­trau­lich” prä­sen­tier­te, ver­bin­det bei­de Kon­zep­te : Das als Zwi­schen­lö­sung gebau­te Inte­rims­ter­mi­nal könn­te zur Dau­er­lö­sung wer­den, aber der angren­zen­de Stand­ort wür­de zu einem gro­ßen Teil auch genutzt — für Han­gars der Flug­be­reit­schaft und Park­plät­ze für ihre Flug­zeu­ge. Für den reprä­sen­ta­ti­ven Neu­bau gäbe es Platz, er könn­te aber auch ent­fal­len.

Das gäbe dem Flug­ha­fen den nöti­gen Raum, das alte Schö­ne­fel­der Pas­sa­gier­ter­mi­nal über das Jahr 2025 hin­aus zu betrei­ben, falls der BER die wach­sen­den Flug­gast­zah­len nicht stem­men könn­te. Das Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­um geht bis­her davon aus, dass ohne einen Neu­bau des Regie­rungs­ter­mi­nals mit dem zuge­hö­ri­gen Vor­feld die Flug­be­reit­schaft von Köln-Wahn nicht nach Schö­ne­feld umzie­hen kann.

Mehr zum The­ma — Betei­lig­te Fir­men tau­chen ab : BER-Eröff­nung im Okto­ber 2020 immer unwahr­schein­li­cher

(dpa) 

RT Deutsch