Mittelamerika und die US-Internierungslager : “Flucht gehört zum Geschäftsmodell”


Wenn der US-Durch­schnitts­bür­ger und Kon­su­ment soge­nann­ter Main­stream­me­di­en an Gua­te­ma­la, Hon­du­ras und El Sal­va­dor denkt, kom­men ihm, wenn über­haupt, haupt­säch­lich die Begrif­fe Armut, Dro­gen­han­del und Ban­den­kri­mi­na­li­tät in den Sinn. Unfä­hi­ge Regie­run­gen, die bes­ten­falls nur halb­wegs funk­ti­ons­fä­hig sind, dürf­ten das Bild ver­voll­stän­di­gen. Die­se Wahr­neh­mung erfüllt zwar ihre Funk­ti­on, doch lenkt sie von den wich­ti­gen Fra­gen nach den Ursa­chen für die Flucht­be­we­gun­gen ab.

Eine die­ser Fra­gen lau­tet : Wenn die genann­ten Län­der so extrem arm und rück­stän­dig sind, war­um sind vor­ran­gig US-Anlei­hen­in­ves­to­ren bereit, Gua­te­ma­la, Hon­du­ras und El Sal­va­dor Kre­di­te zu Zins­sät­zen zu gewäh­ren, die den Vor­zugs­kon­di­tio­nen regio­na­ler Wirt­schafts­mäch­te wie Bra­si­li­en oder Mexi­ko ent­spre­chen ? Die Ant­wort ist genau­so banal wie viel­sa­gend, denn alle drei Staa­ten gel­ten den Kre­dit­ge­bern als sta­bi­le, ja sogar siche­re Inves­ti­ti­ons­zie­le. Schließ­lich inves­tie­ren die­se drei Län­der selbst fast nichts in staat­li­che Dienst­leis­tun­gen für ihre Bür­ger. Ein siche­res Geschäft also – auf Kos­ten der Armen.

Trotz­dem, aktu­ell geht die Rech­nung nicht auf, denn die Län­der­grup­pe kam in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren ohne die Aus­ga­be einer ein­zi­gen Anlei­he aus. Die fis­ka­li­sche Spar­po­li­tik wur­de in die­ser Zeit für die mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Län­der “fast wie eine Reli­gi­on”. Selbst der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fond (IWF), also die Insti­tu­ti­on, die seit Jahr­zehn­ten dafür kri­ti­siert wird, im Namen fis­ka­li­scher “Struk­tur­an­pas­sun­gen” das Zusam­men­strei­chen von Sozi­al­aus­ga­ben zu for­dern, sah sich zwi­schen­zeit­lich genö­tigt, etwa Gua­te­ma­la dazu auf­zu­for­dern, doch bit­te wie­der mehr Geld aus­zu­ge­ben. Doch war­um Geld in die Hand neh­men, wenn sich die sozia­len Dau­men­schrau­ben immer noch ein Stück wei­ter anzie­hen las­sen ? Auch die Kor­rup­ti­on spielt selbst­ver­ständ­lich eine tra­gen­de Rol­le in die­sem in sich geschlos­se­nen Sys­tem, und es besteht offen­bar kein Bedürf­nis, sich tie­fer in die Kar­ten schau­en zu las­sen.

Der Man­gel an staat­li­chen sozia­len Dienst­leis­tun­gen und gesell­schaft­li­chen Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten beför­dert wie­der­um die Aus­wan­de­rung der ärms­ten Bevöl­ke­rungs­schich­ten. Und wäh­rend man mit dem Fin­ger auf das ver­meint­lich “geschei­ter­te sozia­lis­ti­sche Expe­ri­ment” in Vene­zue­la zeigt, wird im Main­stream kaum ein Wort über die geschei­ter­ten neo­li­be­ra­len Expe­ri­men­te Mit­tel­ame­ri­kas ver­lo­ren, die in etli­chen Staats­strei­chen im Namen der “Frei­heit” heim­ge­sucht wur­den.

Mehr zum The­ma — Hän­de weg von Vene­zue­la : Gegen­ver­an­stal­tung zum Maas-Latein­ame­ri­ka­gip­fel

Das Sys­tem der Aus­wan­de­rung wird dadurch beför­dert, dass die wach­sen­den Über­wei­sungs­zah­lun­gen der zumeist ille­ga­len Wan­der­ar­bei­ter in den USA an ihre Fami­li­en in den mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern eine wach­sen­de Rol­le für die dor­ti­gen Volks­wirt­schaf­ten spie­len.

Der Wert ist etwa 30-mal höher als die Hilfs­gel­der, die ein frus­trier­ter Trump den Län­dern die­se Woche ent­zog”, heißt es dazu in einer Bloom­berg-Ana­ly­se.

Ver­ein­facht dar­ge­stellt, erhält man im Ergeb­nis ein Wirt­schafts­mo­dell, das mit einem ganz eige­nen Export­schla­ger auf­war­tet – die eige­ne, wohl gemerkt arme Bevöl­ke­rung.

Migra­ti­on ist Teil des Modells. Ein Land hat viel­leicht kein gro­ßes Defi­zit, aber gleich­zei­tig wer­den die Bedürf­nis­se sei­ner Bevöl­ke­rung nicht erfüllt,” erläu­tert Seyna­bou Sak­ho, Direk­tor der Welt­bank für Zen­tral­ame­ri­ka.

Die spe­zi­el­le Haus­halts­dis­zi­plin geht dem­zu­fol­ge selbst der Welt­bank zu weit, also der Finanz­in­sti­tu­ti­on, die neben dem IWF auch von soge­nann­ten Ent­wick­lungs­län­dern die­se Dis­zi­plin ein ums ande­re Mal, ins­be­son­de­re auf Kos­ten der armen Bevöl­ke­rungs­schich­ten, ver­langt.

Hin­zu kom­men etwa im Fall von Gua­te­ma­la Steu­er­sät­ze, die zu den welt­weit nied­rigs­ten gehö­ren. Der Prä­si­dent des Lan­des, Jim­my Mora­les, unter­nahm einen Anlauf, die Steu­er­sät­ze zu erhö­hen, um staat­li­che Inves­ti­tio­nen anzu­kur­beln.

Doch die Geschäfts­welt mobi­li­sier­te sich, um den Plan zu zer­stö­ren”, heißt es bei Zero Hedge.

Laut aktu­el­len Zah­len der Zei­tung Pren­sa Libre leben 59,3 Pro­zent der gua­te­mal­te­ki­schen Bevöl­ke­rung in Armut und 23,4 Pro­zent in extre­mer Armut. 46,5 Pro­zent der Bevöl­ke­rung sind chro­nisch unter­ernährt. Bei Kin­dern unter fünf Jah­ren weist das Land den höchs­ten Wert in Latein­ame­ri­ka auf, gefolgt von Hon­du­ras mit 22 Pro­zent. Für die indi­ge­ne Bevöl­ke­rungs­schicht sind die Zah­len noch düs­te­rer. Bis zu 80 Pro­zent sind man­gel­er­nährt.

Die poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Macht wird im Land vor allem von Groß­grund­be­sit­zern, Mili­tärs und Groß­un­ter­neh­mern kon­trol­liert – bis­lang stets mit dem Segen Washing­tons.

Vor weni­gen Tagen fan­den Wah­len in Gua­te­ma­la statt. Für die Prä­si­dent­schaft bewar­ben sich San­dra Tor­res, Sie­ge­rin des ers­ten Wahl­gangs, und Ale­jan­dro Giam­mat­tei. Tor­res erhielt am ver­gan­ge­nen Sonn­tag 25,6 Pro­zent der Stim­men, auf Giam­mat­tei ent­fie­len 13,9 Pro­zent. Die zwei­te Run­de der Abstim­mung fin­det am 11. August statt.

Bei­de Kan­di­da­ten gehö­ren zu der eta­blier­ten Poli­teli­te des mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Lan­des. Eine Reform­agen­da ist nach Ein­schät­zung der latein­ame­ri­ka­ni­schen Pres­se weder von Tor­res noch von Giam­mat­tei zu erwar­ten, heißt es bei Ame­ri­ka 21.

Aber ohne Struk­tur­re­for­men gibt es wenig Hoff­nung auf einen ech­ten, dau­er­haf­ten Wan­del an der Ein­wan­de­rungs­front.

Die Ein­wan­de­rung ist ein Sym­ptom für die Krank­hei­ten, die wir haben : Gewalt, man­geln­des Wirt­schafts­wachs­tum, man­geln­de Inves­ti­tio­nen in allen länd­li­chen Gebie­ten”, erklär­te Nayib Buke­le, seit dem 1. Juni 2019 Prä­si­dent von El Sal­va­dor.

Sei­ner Ansicht nach ver­las­sen die Men­schen “ihre Fami­li­en und ihr Land nicht, um drei Gren­zen und eine Wüs­te zu über­schrei­ten, weil alles in Ord­nung ist.”

Doch Washing­ton scheint nicht an der Bekämp­fung der Ursa­chen inter­es­siert. Es sind vor allem die Sym­pto­me, die man zu bekämp­fen gedenkt. So ent­sen­de­te das Washing­to­ner Depart­ment of Home­land Secu­ri­ty zuletzt ein Kon­tin­gent von Mit­ar­bei­tern an die mit­tel­ame­ri­ka­ni­sche “Front”, um gemein­sam mit den dor­ti­gen Regie­run­gen den Zustrom von Men­schen an die US-Gren­ze unter Kon­trol­le zu brin­gen.

Zuletzt setz­te US-Prä­si­dent Donald Trump die Aus­zah­lung Hun­der­ter Mil­lio­nen US-Dol­lar soge­nann­ter Hilfs­gel­der für Hon­du­ras, Gua­te­ma­la und El Sal­va­dor aus. Nach Ansicht der US-Regie­rung tun die drei mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Län­der nicht genug, um den Zustrom ille­ga­ler Ein­wan­de­rer in die USA ein­zu­däm­men.

Mehr zum The­ma — Pana­ma : Neu gewähl­ter Prä­si­dent will Armut mit “bes­se­rer Markt­wirt­schaft” bekämp­fen

RT Deutsch


Nakba-Tag : Palästinenser gedenken Flucht und Vertreibung Hunderttausender — IDF setzt Tränengas ein


Wäh­rend in Isra­el die Unab­hän­gig­keit gefei­ert wird, erin­nern Paläs­ti­nen­ser am Nab­ka-Tag (15. Mai) an die Flucht und Ver­trei­bung Hun­dert­tau­sen­der Paläs­ti­nen­ser im Jah­re 1948. Nak­ba steht hier­bei für “Kata­stro­phe” oder “Unglück”. An die­sem Tag wer­den Tau­sen­de paläs­ti­nen­si­sche Demons­tran­ten im Gaza­strei­fen und im West­jor­dan­land erwar­tet.

Nakba-Tag: Palästinenser gedenken Flucht und Vertreibung Hunderttausender - IDF setzt Tränengas ein
Paläs­ti­nen­si­sche Demons­tran­ten nahe des Gaza­strei­fens, 15. Mai 2019.

Das Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee des “Gre­at March of Return” in Gaza rief zum Pro­test auf, aber auch zur Zurück­hal­tung, um Eska­la­tio­nen zu ver­hin­dern. Ein Mas­sens­turm auf die Gren­ze sol­le ver­hin­dert wer­den. Zur Über­wa­chung wur­den Moni­to­re auf­ge­stellt. Die Hamas ließ Schu­len im Gaza­strei­fen schlie­ßen, damit auch Kin­der am Pro­test teil­neh­men kön­nen. 

Das israe­li­sche Mili­tär setz­te Trä­nen­gas gegen jene Demons­tran­ten ein, die sich der Gren­ze zu sehr annä­her­ten. Berich­ten zufol­ge soll die israe­li­sche Mari­ne auf einen paläs­ti­nen­si­schen Fischer geschos­sen haben. Im letz­ten Jahr wur­de am sel­ben Tag gegen die Ver­le­gung der US-Bot­schaft nach Jeru­sa­lem demons­triert.

Nakba-Tag: Palästinenser gedenken Flucht und Vertreibung Hunderttausender - IDF setzt Tränengas ein
Ein ver­wun­de­ter paläs­ti­nen­si­scher Jun­ge wird eva­ku­iert, Pro­tes­te anläss­lich der Nak­ba, süd­li­cher Gaza­strei­fen, 15. Mai 2019.

41 Paläs­ti­nen­ser wur­den getö­tet und 1.200 ver­letzt. Neue zivi­le Opfer könn­ten die Waf­fen­ru­he zwi­schen Israe­lis und Paläs­ti­nen­sern been­den und erneut zu Rake­ten­an­grif­fen aus Gaza auf israe­li­sches Gebiet füh­ren. Vor gut einer Woche grif­fen die Hamas und der Paläs­ti­nen­si­sche Isla­mi­sche Dschi­had (PIJ) Isra­el mit 700 Rake­ten an. Isra­el flog dar­auf­hin Ver­gel­tungs­schlä­ge. 

Nakba-Tag: Palästinenser gedenken Flucht und Vertreibung Hunderttausender - IDF setzt Tränengas ein
Ein israe­li­scher Grenz­po­li­zist in Bet­le­hem, West­jor­dan­land, 15. August 2019.

In Isra­el fin­det der­zeit der Euro­vi­si­on Song Con­test (ESC) statt. Nach Anga­ben des israe­li­schen Mili­tärs wür­de die­ser alles ver­su­chen, um zivi­le Opfer zu ver­mei­den. Die Rake­ten­ab­wehr bleibt wei­ter­hin aktiv. 

RT Deutsch


Buschfeuer in Nordkalifornien schlägt Tausende in die Flucht


Nach Aus­kunft der Feu­er­be­hör­de ist der Brand nahe der Ort­schaft Chi­co in Nord­ka­li­for­ni­en in weni­gen Stun­den auf eine Flä­che von über 70 Qua­drat­ki­lo­me­tern ange­wach­sen. Vize-Gou­ver­neur Gavin New­som hat für den Bezirk But­te Coun­ty den Not­stand erklärt, um auf die­se Wei­se schnell Hil­fe zu mobi­li­sie­ren.

Das “Camp Fire” bedroh­te vor allem eine länd­li­che Regi­on am Fuße des Sier­ra-Neva­da-Gebir­ges, etwa 300 Kilo­me­ter nörd­lich von San Fran­cis­co. Es wird befürch­tet, dass bereits Dut­zen­de Gebäu­de abge­brannt sind.

Bei anhal­tend som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren und Tro­cken­heit ist die Feu­er­ge­fahr an der US-West­küs­te wei­ter­hin hoch. In die­sem Som­mer wüte­ten zahl­rei­che Groß­brän­de, dar­un­ter auch in der Nähe des berühm­ten Yose­mi­te-Natio­nal­parks. Das bei Tou­ris­ten belieb­te Yose­mi­te-Tal war wegen star­ker Rauch­ent­wick­lung für Besu­cher wochen­lang gesperrt. (dpa)

Mehr zum The­ma — Indo­ne­si­scher Vul­kan Kra­ka­tau erzeugt eige­ne Blit­ze bei hef­ti­gem Aus­bruch

RT Deutsch


Vor Inkrafttreten der Sanktionen : Pompeo lobt “Flucht” deutscher Unternehmer aus dem Iran


Punkt Mit­ter­nacht ist es soweit. Am Mon­tag wer­den die USA ihrer Dro­hung Taten fol­gen las­sen und die im Zuge des Atom­ab­kom­mens von 2015 auf­ge­ho­be­nen Sank­tio­nen gegen die Isla­mi­sche Repu­blik Iran, wie­der voll­stän­dig in Kraft set­zen. Ziel sei es nun, “maxi­ma­len Druck” auf den Iran aus­zu­üben, so US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo. Mit der Wie­der­ein­füh­rung der US-Sank­tio­nen gegen den Iran am kom­men­den Mon­tag wird sich das isla­mi­sche Land dem­zu­fol­ge den strengs­ten Straf­maß­nah­men in der Geschich­te gegen­über­se­hen.

Maxi­ma­ler Druck heißt maxi­ma­ler Druck”, beton­te Pom­peo.

Dass Sank­tio­nen tra­di­tio­nell vor allem die Bevöl­ke­rung eines Lan­des tref­fen, lässt Washing­ton nicht gel­ten, viel­mehr sei­en es die Bür­ger des Iran, denen man zu hel­fen geden­ke. Die Maß­nah­men mit dem Ziel einer Desta­bi­li­sie­rung von innen sei­en not­wen­dig, um die ira­ni­sche Füh­rung zur Räson zu brin­gen. Ganz wohl­wol­len­der Welt­po­li­zist soll huma­ni­tä­re Hil­fe, sobald die Sank­tio­nen durch­schla­gen, von den Sank­tio­nen nicht betrof­fen sein. Am Ende gin­ge es doch nur um Eines :

Wir wol­len, dass der Iran ein nor­ma­les Land wird”, brach­te Pom­peo die Absich­ten Washing­tons auf den Punkt.

Der­lei Wor­te, die vie­le Beob­ach­ter das Schlimms­te befürch­ten las­sen, sind für die US-Füh­rungs­rie­ge offen­sicht­lich ledig­lich Aus­druck einer legi­ti­men Defi­ni­ti­ons­ho­heit von Nor­ma­li­tät und eines natür­li­chen Rechts, die eige­nen Wün­sche inter­na­tio­nal durch­zu­set­zen.

Die USA hat­ten in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten in meh­re­ren Schrit­ten einen gan­zen Strauß an Sank­tio­nen gegen den Iran ver­hängt. Sei­nen Anfang nahm der Sank­ti­ons­rei­gen im Jahr 1979, als ira­ni­sche Stu­den­ten die US-Bot­schaft in Tehe­ran besetzt und meh­re­re US-Bür­ger als Gei­seln genom­men hat­ten. Die­je­ni­gen Sank­tio­nen, die sich auf das Atom­pro­gramm des Irans bezo­gen, wur­den im Jahr 2015 in Fol­ge des Abkom­mens zwi­schen den USA, Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Russ­land und Chi­na aus­ge­setzt. Die­se wer­den nun, nach Aus­tritt der USA aus dem Abkom­men, wie­der ein­ge­führt. Ein ers­ter Schritt mit Maß­nah­men gegen ein­zel­ne Indus­trie­zwei­ge erfolg­te bereits nach der uni­la­te­ra­len Auf­kün­di­gung des Abkom­mens durch US-Prä­si­dent Donald Trump im Mai.

Mehr zum The­ma — US-Außen­mi­nis­ter Pom­peo : Wir wol­len, dass der gesam­te Nahe Osten wie Isra­el aus­sieht

Nun holt Washing­ton zum bis­her schwers­ten Schlag gegen den Erz­feind aus : Der Öl- und Ban­ken­sek­tor — die bei­den Lebens­adern der ira­ni­schen Volks­wirt­schaft — sol­len prak­tisch aus­ge­trock­net wer­den. Erklär­tes Ziel ist es dem­nach, die Ölex­por­te des Irans auf null zu redu­zie­ren.

Inter­na­tio­nal fiel die Ankün­di­gung der USA, aus dem Nukle­arab­kom­men aus­zu­stei­gen und die mas­si­ven Sank­tio­nen wie­der­ein­zu­set­zen, auf mas­si­ve Kri­tik. Beson­ders die EU und ihre bedeu­tends­ten Mit­glied­staa­ten, dar­un­ter Deutsch­land, ent­rüs­te­ten sich auf­grund der ein­sei­ti­gen und völ­ker­rechts­wid­ri­gen Annul­lie­rung des Ver­trags­werks. Man wer­de das Vor­ge­hen unter kei­nen Umstän­den akzep­tie­ren, hieß es aus Paris, Ber­lin und Lon­don.

Und um zumin­dest einen Teil der Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zum Iran auf­recht­zu­er­hal­ten, arbei­ten die EU-Staa­ten der­zeit am Auf­bau einer soge­nann­ten Zweck­ge­sell­schaft (Spe­cial Pur­po­se Vehi­cle, SPV). Die­ses von der EU, Chi­na und Russ­land zu grün­den­de Finanz­in­sti­tut der beson­de­ren Art, soll den Zah­lungs­ver­kehr bei Iran-Geschäf­ten abwi­ckeln, wenn sich pri­va­te Ban­ken wegen dro­hen­der US-Stra­fen dazu nicht mehr bereit­erklä­ren. Die Zweck­ge­sell­schaft könn­te dazu zum Bei­spiel soge­nann­te Bar­ter­ge­schäf­te ermög­li­chen. Das sind Geschäf­te, bei denen Waren mit ande­ren Waren oder Dienst­leis­tun­gen bezahlt wer­den und kein Geld fließt — ein moder­ner Tausch­han­del. 

Doch bis­lang erwei­sen sich die gemein­sa­men Ankün­di­gun­gen und Maß­nah­men als zahn­lo­ser Tiger, denn ein grund­sätz­li­ches Pro­blem wird durch die­se nicht gelöst : Wenn euro­päi­sche Unter­neh­men sich nicht dem US-Wil­len beu­gen, ist ihr Geschäft in Über­see been­det. Unter­neh­men, die ihr Iran-Geschäft dem mit den USA vor­zie­hen, sind an höchs­tens zwei Hän­den abzu­zäh­len.

US-Außen­mi­nis­ter Pom­peo freu­te sich denn auch dar­über, ver­kün­den zu kön­nen, dass die deut­schen Unter­neh­men den Vor­ga­ben zur vol­len Zufrie­den­heit Washing­tons Fol­ge leis­te­ten.

Sie sind geflo­hen. Sie haben das Land ver­las­sen”, tri­um­phier­te Pom­peo nun.

Die deut­schen Unter­neh­men hät­ten Ver­nunft wal­ten las­sen. Die “Hoff­nung” der US-Regie­rung sei nun, dass als­bald alle ange­spro­che­nen Staa­ten zu der Über­zeu­gung gelang­ten, dass Tehe­ran mit der Unter­stüt­zung von Orga­ni­sa­tio­nen wie der His­bol­lah, der Hamas, mut­maß­lich den soge­nann­ten Hutu-Rebel­len im Jemen sowie dem “Assad-Régime” in Syri­en gegen den “Geist” des Atom­deals ver­stie­ßen.

Der US-Außen­mi­nis­ter leg­te nach und dabei den Fin­ger direkt in die Wun­de des Wider­spruchs zwi­schen Anspruch und Wirk­lich­keit des EU-Wider­stands gegen das Sank­ti­ons­re­gime. Die Bun­des­re­gie­rung habe zwar kund getan, sich den For­de­run­gen aus Washing­ton nicht zu beu­gen,

Aber fast jedes deut­sche Unter­neh­men — Leu­te, bei denen rich­tig Geld auf dem Spiel steht — haben die ent­ge­gen­ge­setz­te Ent­schei­dung getrof­fen”, froh­lock­te der obers­te US-Diplo­mat am Mitt­woch beim US-Sen­der Fox News.

Wenig über­zeugt vom deut­schen und EU-Maß­nah­men­pa­ket zeig­te sich auch der Vize­prä­si­dent des Bun­des­ver­bands der Deut­sche Indus­trie (BDI), Tho­mas Bau­er. Die­ser hat­te kürz­lich ein­ge­räumt, dass EU-Hil­fen für Unter­neh­men, die mit dem Iran Han­del trei­ben, wir­kungs­los blie­ben.

Mehr zum The­ma — Russ­land ermu­tigt aus­län­di­sche Ban­ken zum Mit­ma­chen bei SWIFT-Alter­na­ti­ve

Wenn die Ame­ri­ka­ner unser Geschäft in ihrem Land schlie­ßen, weil wir als Kon­zern im Iran Han­del betrei­ben, dann kann uns die EU auch nicht hel­fen”, sag­te Bau­er, der ein Tief­bau-Unter­neh­men lei­tet.

Der Hebel­arm, den die Ame­ri­ka­ner haben, ist so stark, dass man nichts dage­gen set­zen kann.

Ganz so total wie von Trump und Pom­peo ange­kün­digt, dürf­ten die Sank­tio­nen der­weil nicht wer­den. Von den Sank­tio­nen sol­len dem­nach acht Län­der zunächst aus­ge­nom­men wer­den, dar­un­ter Staa­ten wie Chi­na, Süd­ko­rea, Indi­en und mut­maß­lich die Tür­kei, deren eige­ne US-Sank­tio­nen jüngst wie­der auf­ge­ho­ben wur­den. Die trans­at­lan­tisch gepräg­te EU ist laut Pom­peo aller­dings nicht unter den­je­ni­gen, die auf Gna­de hof­fen dür­fen. Eine Lis­te soll am Mon­tag ver­öf­fent­licht wer­den, so der US-Außen­mi­nis­ter. Die Regie­rung von Prä­si­dent Hassan Ruha­ni sei bereits jetzt in Auf­ruhr, ver­kün­de­te der Diplo­mat.

US-Finanz­mi­nis­ter Ste­ven Mnu­chin beton­te sei­ner­seits, das welt­weit ange­wand­te Zah­lungs­sys­tem SWIFT (Socie­ty for World­wi­de Inter­bank Finan­ci­al Telecom­mu­ni­ca­ti­on) sol­le teil­wei­se von den Sank­tio­nen aus­ge­nom­men wer­den. Die Ban­ken müss­ten jedoch sehr genau auf­pas­sen, dass sie bei Zah­lungs­vor­gän­gen nicht einer ver­steck­ten Umge­hung der Sank­tio­nen auf­sä­ßen. Die gro­ßen deut­schen Ban­ken haben den Zah­lungs­ver­kehr mit dem Iran aller­dings ohne­hin bereits ein­ge­stellt.

SWIFT ist nicht anders als jedes ande­re Unter­neh­men. Wir haben SWIFT mit­ge­teilt, dass es alle ira­ni­schen Finanz­in­sti­tu­te, die wir benen­nen, so schnell wie mög­lich [vom Geld­trans­fer] tren­nen muss, um Sank­tio­nen zu ver­mei­den”, lau­tet die For­de­rung von Mnu­chin.

Ande­re Quel­len wie­der­um berich­ten, dass die USA mit dem Gedan­ken spie­len, dem Iran wei­ter­hin SWIFT-Geschäf­te zu gestat­ten — als Teil von Kon­zes­sio­nen gegen­über jenen Staa­ten und Stim­men im US-Finanz­mi­nis­te­ri­um und Sta­te Depart­ment, die neu­en Sank­tio­nen kri­tisch gegen­über ste­hen.

Wäh­rend­des­sen schoss der ira­ni­sche Prä­si­dent Hassan Rou­ha­ni mit schar­fen Wor­ten gen Washing­ton zurück. Es sei­en die USA, die welt­weit für Cha­os, Desta­bi­li­sie­rung und die Aus­brei­tung des inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus ver­ant­wort­lich sei­en, so Ruha­ni in einem Gast­bei­trag für die Finan­ci­al Times.

Wir sehen die Mit­schuld der USA an den täg­li­chen Gräu­el­ta­ten im Jemen und an der Ernied­ri­gung und dem all­mäh­li­chen Unter­gang der gro­ßen Nati­on Paläs­ti­na, die täg­lich den Zorn von andert­halb Mil­li­ar­den Mus­li­men auf sich zieht.

Auch für den Aus­stieg der USA aus dem Nukle­arab­kom­men fand der ira­ni­sche Prä­si­dent deut­li­che Wor­te :

Lei­der haben die USA durch die Erhe­bung unbe­grün­de­ter Behaup­tun­gen und unter völ­li­ger Miss­ach­tung ihrer inter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen das Atom­ab­kom­men auf­ge­ge­ben und extra­ter­ri­to­ria­le und ein­sei­ti­ge Sank­tio­nen gegen den Iran und damit auch gegen ande­re Län­der ver­hängt. Die USA dro­hen Staa­ten, die ver­su­chen, sich an die Reso­lu­ti­on 2231 zu hal­ten, mit Straf­maß­nah­men. Dies ist ein Hohn für inter­na­tio­na­le Ent­schei­dun­gen und die Erpres­sung von Ver­ant­wort­li­chen, die ver­su­chen, sie zu ver­tei­di­gen.

Roha­ni for­der­te die ver­blei­ben­den Ver­trags­staa­ten auf, mit dem Iran gegen den neu­en Uni­la­te­ra­lis­mus der USA zusam­men­zu­ar­bei­ten. Die Fra­ge ist jedoch, wel­che Ent­wick­lun­gen zu erwar­ten sind, wenn die­se zwar wol­len, aber nicht kön­nen und die Maß­nah­men ins Lee­re lau­fen. Soll­te der Iran sei­ner­seits das Abkom­men auf­kün­di­gen, weil sich die ihm in Aus­sicht gestell­ten wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le in ihr Gegen­teil ver­keh­ren, wäre der Boden für einen offe­nen Kon­flikt berei­tet.

Mehr zum The­ma — Ira­ni­scher Prä­si­dent for­dert Ende der “ille­ga­len” Prä­senz von US-Trup­pen in Syri­en

RT Deutsch


CIA plante Flucht von Bin Ladens Verräter aus pakistanischem Gefängnis


Der US-Aus­lands­ge­heim­dienst CIA hat ver­sucht, dem Arzt von Osa­ma bin Laden, Shakil Afri­di, der den USA beim Auf­spü­ren des Al-Qai­da-Chefs gehol­fen hat­te, die Flucht aus dem Gefäng­nis in Pes­ha­war zu ermög­li­chen. Dies erfuhr Sput­nik von zwei unab­hän­gi­gen Insi­dern.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Deutschlands neues Kabinett – Zwischen Heimat und Flucht (Teil 3)


Das neue Bun­des­ka­bi­nett ist kom­plett. Vor allem die CSU möch­te sich mit Blick auf die baye­ri­schen Land­tags­wah­len im Herbst in Stel­lung brin­gen. Doch das The­ma Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on will die SPD der Uni­on nicht allein über­las­sen. Das spie­gelt sich auch bei der Ver­tei­lung der Minis­ter­pos­ten wie­der. Das birgt Streit­po­ten­ti­al.
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Flucht vom sinkenden Schiff ? — Immer mehr Anleger steigen vom US-Dollar auf Gold um


Der Wert des Edel­me­talls stieg auf 1.370 US-Dol­lar, bevor er wie­der um sechs US-Dol­lar fiel. Im Ver­gleich zur vor­he­ri­gen Bör­sen­sit­zung blieb er jedoch noch im grü­nen Bereich. Im Jahr 2016 erreich­te der Gold­wert jedoch schon ein­mal die Höhe von 1.374,91 US-Dol­lar.

Gold pro­fi­tiert enorm vom schwä­che­ren US-Dol­lar”, meint Nitesh Shah, Ana­lyst bei ETF Secu­ri­ties.

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Mit dem Base-Case-Sze­na­rio der Händ­ler, den US-Dol­lar um jeden Preis zu ver­kau­fen, soll­ten die Gold­prei­se bei Ein­brü­chen gut gestützt blei­ben und sie könn­ten bereit sein, sich beim nächs­ten Schwan­ken des US-Dol­lars noch wei­ter nach oben zu bewe­gen”, erklär­te Ste­phen Innes, Chef der Han­dels­ab­tei­lung für den asia­tisch-pazi­fi­schen Raum der OANDA Cor­po­ra­ti­on.

Schwacher Dollar als potenzielles Wettbewerbsplus

Der US-Dol­lar fiel am Mitt­woch gegen­über den Haupt­wäh­run­gen auf den nied­rigs­ten Stand seit drei Jah­ren, nach­dem US-Finanz­mi­nis­ter Ste­ven Mnu­chin ver­kün­det hat­te, dass die US-Regie­rung einen schwa­chen US-Dol­lar im Han­del favo­ri­sie­re.

Am Don­ners­tag bestä­tig­te er sei­ne Wor­te noch­mal :

Ich dach­te, dass mein Kom­men­tar zum US-Dol­lar ges­tern ziem­lich klar war. Ich dach­te, er sei aus­ge­wo­gen und kon­sis­tent mit dem, was ich zuvor gesagt habe, näm­lich dass wir uns nicht dar­um küm­mern, wo der US-Dol­lar sich kurz­fris­tig befin­de.

Die Regie­rung von US-Prä­si­dent Donald Trump hat wie­der­holt erklärt, dass ein schwa­cher US-Dol­lar dazu bei­tra­ge, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit US-ame­ri­ka­ni­scher Pro­duk­te gegen­über Waren aus Chi­na und ande­ren Märk­ten zu erhö­hen.

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Brodelnder Vulkan treibt hunderte Philippiner in Flucht


Der 2.472 Meter hohe Vul­kan in der Pro­vinz Albay 330 Kilo­me­ter süd­lich der Haupt­stadt Mani­la ist der aktivs­te in dem Insel­staat im Süd­os­ten Asi­ens. Seit 1616 brach er rund 50 Mal aus. 1814 star­ben bei der bis­her ver­hee­rends­ten Erup­ti­on mehr als 1200 Men­schen, ein Dorf wur­de unter dem Mag­ma begra­ben. Bei einem wei­te­ren Aus­bruch 1993 kamen 79 Men­schen ums Leben. Die jüngs­te Erup­ti­on mit Todes­op­fern ereig­ne­te sich im Mai 2013. Damals star­ben fünf Wan­de­rer, sie­ben Men­schen wur­den ver­letzt.

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Ein­woh­ner der Dör­fer Gui­no­ba­tan, Cama­lig und Caban­gan nahe dem Mayon such­ten Unter­schlupf in öffent­li­chen Schu­len, die zu Auf­nah­me­zen­tren umge­baut wor­den waren, so ein Spre­cher der Poli­zei der Pro­vinz. (dpa)

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Sechs Berliner Häftlinge weiter auf der Flucht


Preview In Ber­lin sind nach wie vor sechs Häft­lin­ge aus dem Gefäng­nis Plöt­zen­see auf der Flucht. Das sag­te ein Poli­zei­spre­cher am Mitt­woch­mor­gen. Zwi­schen Weih­nach­ten und Neu­jahr waren neun Män­ner aus der Haft­an­stalt aus­ge­bro­chen oder aus dem offe­nen Voll­zug ent­wi­chen. Zwei von ihnen stell­ten sich laut Poli­zei bei den Behör­den, einen fass­ten Poli­zis­ten am Diens­tag in Neu­kölln.
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