Chinesischer Staatschef spricht Hongkonger Regierung Vertrauen aus und fordert Ende der Gewalt


Die Pro­tes­te in Hong­kong dau­ern nun­mehr bereits fünf Mona­te an. Auch am letz­ten Wochen­en­de kam es zu Gewalt. Um die 3.000 Demons­tran­ten hat­ten sich im Zen­trum Hong­kongs zusam­men­ge­fun­den, mehr als 200 wur­den ver­haf­tet. Die Poli­zei setz­te Trä­nen­gas ein und feu­er­te mit Gum­mi­ge­schos­sen. Erneut wur­den Geschäf­te mut­wil­lig beschä­digt und Brän­de gelegt, Nägel wur­den auf Stra­ßen plat­ziert, so die Hong­kon­ger Poli­zei. Ziel von Van­da­lis­mus wur­de auch die chi­ne­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur Xin­hua

Im Rah­men der zwei­ten “Chi­na Inter­na­tio­nal Import Expo” fand, ange­sichts der anhal­ten­den Pro­tes­te, ein Tref­fen zwi­schen Car­rie Lam, Regie­rungs­chefin Hong­kongs, und dem chi­ne­si­schen Staats- und Par­tei­chef Xi Jin­ping statt. 

Jin­ping beton­te, die Haupt­auf­ga­be der Hong­kon­ger Regie­rung ist, Gewalt und Cha­os zu been­den. Gerüch­ten, dass Lam ihres Amtes ent­ho­ben wür­de, erteil­te Jin­ping eine Absa­ge. Das Tref­fen war in die­sem Sin­ne auch ein sym­bo­li­scher Akt, Lam in ihrem Amt zu bestä­ti­gen. Die Demons­tran­ten fürch­ten den Ver­lust des Son­der­sta­tus für Hong­kong.

Aus­ge­löst wur­den die Pro­tes­te durch ein Geset­zes­vor­ha­ben, das als “Aus­lie­fe­rungs­ge­setz” bekannt wur­de. Kri­ti­ker des Geset­zes sehen hier­in die Gefahr, Anders­den­ken­de an die Regie­rung in Peking aus­zu­lie­fern. Das Gesetz ist mitt­ler­wei­le vom Tisch, die Pro­tes­te, über­schat­tet von gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen, wer­den fort­ge­führt. 

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RT Deutsch


Syrische Regierung fordert SDF zu gemeinsamem Kampf gegen “türkische Aggression” auf


Am Mitt­woch hat das syri­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in einer Erklä­rung die syri­schen demo­kra­ti­schen Kräf­te (SDF) auf­ge­for­dert, sich ihrem Kampf gegen die tür­ki­sche Aggres­si­on in Nord­sy­ri­en anzu­schlie­ßen.

Das Gene­ral­kom­man­do der Armee und der Streit­kräf­te for­dert nach der Über­nah­me gro­ßer Gebie­te die Mit­glie­der der soge­nann­ten SDF-Grup­pen auf, sich den regu­lä­ren syri­schen Armee­ein­hei­ten anzu­schlie­ßen, um der tür­ki­schen Aggres­si­on ent­ge­gen­zu­tre­ten, “die das syri­sche Ter­ri­to­ri­um bedroht”, heißt es in einer Erklä­rung des Minis­te­ri­ums.

Wei­ter heißt es dort, das Gene­ral­kom­man­do der Armee sei bereit, “Ein­hei­ten zu emp­fan­gen, die sich die­sen Grup­pen anschlie­ßen möch­ten und die Situa­ti­on derer zu regeln, die Pflicht- und Reser­ve­diens­te leis­ten und Sicher­heit suchen.”

Wir ste­hen einem Feind gegen­über und wir müs­sen mit den Söh­nen eines ver­ein­ten Syri­ens, Ara­bern und Kur­den, unser Blut geben, um jeden Zen­ti­me­ter des gelieb­ten Syri­ens wie­der­zu­ge­win­nen”, so das Gene­ral­kom­man­do abschlie­ßend. 

Das syri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um sei­ner­seits teil­te mit, es erklä­re sich bereit, “alle die­je­ni­gen auf­zu­neh­men, die sich den Ein­hei­ten der inne­ren Sicher­heits­kräf­te der als Asayish bezeich­ne­ten Grup­pen anschlie­ßen wol­len”. Es beton­te sei­ne Bereit­schaft, alle zivil­recht­li­chen Dienst­leis­tun­gen für alle Men­schen in Syri­en bereit­zu­stel­len, die auf­grund schwie­ri­ger Umstän­de dar­an gehin­dert wur­den, die­se zu erhal­ten.

Die­se Ankün­di­gun­gen kamen nur weni­ge Stun­den, nach­dem meh­re­re Scheichs aus Ost­sy­ri­en einen Brief an den syri­schen Prä­si­den­ten Bas­har Al-Assad über die Gewäh­rung einer all­ge­mei­nen Amnes­tie für die SDF-Kämp­fer unter­zeich­net haben.

Eini­ge von ihnen gehö­ren zu dem Shay­tat-Stamm und spiel­ten eine wich­ti­ge Rol­le im Kampf gegen den IS, der sowohl von der syri­schen Armee als auch von den SDF geführt wur­de. Eine Reak­ti­on der SDF auf die Erklä­rung des syri­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums ist bis­her nicht bekannt.

Der Auf­ruf kommt zu einer Zeit, in der die syri­sche Regie­rung und Ver­tre­ter der “Syri­schen Demo­kra­ti­schen Kräf­te (SDF)” über Wege zur Bei­le­gung der Lage im Nord­os­ten des Lan­des ver­han­deln, was teil­wei­se durch Russ­land ver­mit­telt wer­den konn­te.

Am 9. Okto­ber star­te­te die Tür­kei in der Regi­on ihre soge­nann­te Mili­tär­ope­ra­ti­on “Frie­dens­quel­le” gegen die kur­di­schen Volks­schutz­ein­hei­ten (YPG), die inner­halb der SDF-Koali­ti­on ope­rie­ren und eine mili­tä­ri­sche Insti­tu­ti­on für die inter­na­tio­nal aner­kann­te kur­di­sche Selbst­ver­wal­tung Nord- und Ost­sy­ri­ens bil­den.

In Damas­kus betrach­tet man die tür­ki­sche Ope­ra­ti­on – die drit­te ihrer Art seit 2016 – als einen offen­sicht­li­chen Ver­stoß gegen die Sou­ve­rä­ni­tät Syri­ens und ent­sand­te syri­sche Streit­kräf­te in die umkämpf­ten Gebie­te.

RT Deutsch


Verhältnis zu Russland „ramponiert“ – AfD fordert Ende der Sanktionspolitik


Der Ers­te Par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Bernd Bau­mann, hat am Diens­tag ein Ende der Sank­tio­nen gegen Russ­land ver­langt. Er for­der­te die Bun­des­re­gie­rung dazu auf, bei der nächs­ten Gele­gen­heit im Euro­päi­schen Rat gegen eine Ver­län­ge­rung der Sank­tio­nen zu stim­men.
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Arbeiten bis zum Umfallen : Bundesbank fordert Rente ab 69 Jahren und vier Monaten


Deutsch­lands Arbeit­neh­mer wer­den nach Bun­des­bank-Ein­schät­zung künf­tig erst mit fast 70 Jah­ren in Ren­te gehen kön­nen. “Durch die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung gerät die umla­ge­fi­nan­zier­te gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung künf­tig unter erheb­li­chen Druck, ins­be­son­de­re ab Mit­te der 2020er Jah­re”, stellt die Noten­bank in ihrem Monats­be­richt Okto­ber fest.

Um das Sys­tem sta­bil zu hal­ten, bestehe “Anpas­sungs­be­darf bei den zen­tra­len Stell­grö­ßen der Ren­ten­ver­si­che­rung”, schrei­ben die Öko­no­men. “Ein wich­ti­ger Ansatz­punkt für wei­te­re Refor­men ist das Ren­ten­al­ter.”

Seit 2012 wird die Alters­gren­ze für den Bezug der gesetz­li­chen Ren­te schritt­wei­se von 65 auf 67 Jah­re im Jahr 2031 ange­ho­ben. Doch das wird nach Ansicht eini­ger Exper­ten nicht aus­rei­chen, weil ab Mit­te der 2020er Jah­re die gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge das Ren­ten­al­ter errei­chen.

Die Bun­des­bank regt daher an, das Ren­ten­al­ter bis 2070 auf 69 Jah­re und vier Mona­te anzu­he­ben. Auch inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen wie die EU-Kom­mis­si­on, der Inter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF) und die Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) hät­ten nahe­ge­legt, “das Ren­ten­al­ter mit stei­gen­der Lebens­er­war­tung wei­ter anzu­he­ben.”

Nach Bun­des­bank-Berech­nung wür­de der Geburts­jahr­gang 2001 ab Mai 2070 mit 69 Jah­ren und vier Mona­ten regu­lär in Ren­te gehen. Eine sol­che Anpas­sung wür­de nicht nur die Ren­ten­kas­se ent­las­ten, argu­men­tier­te die Noten­bank am Mon­tag. “Sie wür­de über eine höhe­re Erwerbs­tä­tig­keit auch das gesamt­wirt­schaft­li­che Poten­zi­al stär­ken und damit die Bemes­sungs­grund­la­gen für Steu­ern und Sozi­al­bei­trä­ge stüt­zen.”

Das jüngs­te Ren­ten­pa­ket der Bun­des­re­gie­rung sichert bis 2025 das Absi­che­rungs­ni­veau bei 48 Pro­zent ab – die­ses mar­kiert das Ver­hält­nis der Ren­te zum Durch­schnitts­lohn. Zudem soll bis 2025 der Bei­trags­satz zur Ren­ten­ver­si­che­rung nicht über 20 Pro­zent des Ein­kom­mens stei­gen. Exper­ten rech­nen danach mit einem sin­ken­den Ren­ten­ni­veau und stei­gen­den Bei­trä­gen, wenn nicht gegen­ge­steu­ert wird.

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(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


UN-Vertretung in der Ukraine fordert sofortige Löschung von Webseite mit Feindesliste


Der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter der UN-Über­wa­chungs­mis­si­on in der Ukrai­ne, Ben­ja­min Moreau, for­der­te die Rada-Abge­ord­ne­ten dazu auf, die Schlie­ßung der ukrai­ni­schen Skan­dal-Web­sei­te “Mirot­wo­rez” (Frie­dens­stif­ter) ein­zu­lei­ten.

Ich erin­ne­re Sie immer wie­der dar­an – die Web­sei­te ‘Frie­dens­stif­ter’. Wie Sie wis­sen, ent­hält die­se per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten von Ein­zel­per­so­nen, ein­schließ­lich Jour­na­lis­ten, die gegen natio­na­le Geset­ze und inter­na­tio­na­le Nor­men ver­sto­ßen. Die­je­ni­gen, deren Daten auf der Web­sei­te ver­öf­fent­licht wer­den, wer­den als Ter­ro­ris­ten, Sepa­ra­tis­ten und Ver­rä­ter bezeich­net. Die Offen­le­gung von Infor­ma­tio­nen über sie wie­der­um stellt eine Bedro­hung für die­se Per­so­nen dar”, sag­te Moreau im ukrai­ni­schen Par­la­ment vor Abge­ord­ne­ten.

Der UN-Spre­cher erin­ner­te an den Mord an dem ehe­ma­li­gen Miliz­sol­da­ten Roman Dschu­ma­jew in Mariu­pol, des­sen Daten auf der Web­sei­te ver­öf­fent­licht wur­den. “Eine Unter­su­chung die­ses Fal­les wur­de ein­ge­lei­tet, es wur­den jedoch bis­her kei­ne Fort­schrit­te erzielt. Lei­der blei­ben die Kon­takt­da­ten vie­ler Jour­na­lis­ten immer noch auf die­ser Sei­te, was zu deren Gefähr­dung bei­trägt. Des­halb for­dern wir die Abge­ord­ne­ten erneut dazu auf, die Schlie­ßung des Por­tals ein­zu­lei­ten und die Unter­su­chung zu einem Abschluss zu brin­gen”, füg­te Moreau hin­zu.

Zuvor berich­te­te die Natio­na­le Poli­zei der Ukrai­ne, dass Unbe­kann­te einen Bewoh­ner von Mariu­pol, der in den Kon­flikt im Don­bass auf der Sei­te der Donez­ker Volks­wehr ver­wi­ckelt war, am 16. Sep­tem­ber vor der Haus­tür sei­ner Woh­nung erschos­sen haben. Spä­ter gaben die Medi­en den Namen des Getö­te­ten bekannt.

Im Jahr 2017 wur­de der damals 26-jäh­ri­ge Roman Dschu­ma­jew auf dem von Kiew kon­trol­lier­ten Gebiet fest­ge­hal­ten und inhaf­tiert. Im August die­ses Jah­res hat das Gericht ihn ent­las­sen und unter Haus­ar­rest gestellt. Der Ombuds­mann für Men­schen­rech­te der nicht aner­kann­ten Volks­re­pu­blik Donezk sag­te, dass Dschu­ma­jew in die Lis­te für den Aus­tausch von Gefan­ge­nen mit Kiew auf­ge­nom­men wur­de. 

UN-Vertretung in der Ukraine fordert sofortige Löschung von Webseite mit Feindesliste
“Liqui­diert am 16. Sep­tem­ber 2019” steht auf der Web­sei­te mit den Daten des 28-jäh­ri­gen Ex-Sol­da­ten der Donez­ker Miliz Roman Dschu­ma­jew. Nach Eigen­an­ga­ben war er an den Kämp­fen um den Donez­ker Flug­ha­fen betei­ligt.

Die Web­sei­te Mirot­wo­rez ist seit dem Jahr 2014 bekannt für ihre skan­da­lö­sen Publi­ka­tio­nen, Infor­ma­tio­nen über Jour­na­lis­ten und Mili­zen der selbst­er­nann­ten Volks­re­pu­bli­ken Donezk und Lug­ansk sowie ande­re Bür­ger, die sie “Ver­rä­ter der Hei­mat” oder “anti­ukrai­ni­sche Kräf­te” nen­nen.

Im Früh­jahr 2016 ver­öf­fent­lich­te “Mirot­wo­rez” Lis­ten von Jour­na­lis­ten samt Kon­takt­da­ten, dar­un­ter auch aus­län­di­scher Jour­na­lis­ten, die von den Volks­re­pu­bli­ken Donezk und Lug­ansk akkre­di­tiert wur­den, wor­auf­hin eini­ge von ihnen bedroht wur­den. Die dama­li­ge OSZE-Beauf­trag­te für Medi­en­frei­heit, Dun­ja Mija­to­vić, bezeich­ne­te die Ver­öf­fent­li­chung als “einen alar­mie­ren­den Schritt, der die Sicher­heit von Jour­na­lis­ten wei­ter gefähr­den könn­te”.

Den ekla­tan­tes­ten Fall, durch den der Web­sei­te die Funk­ti­on einer “Abschuss­lis­te” attes­tiert wur­de, stell­te bis­lang der Mord an dem bekann­ten ukrai­ni­schen Publi­zis­ten, Fern­seh­au­tor und Schrift­stel­ler Oles Busy­na im April 2015 dar.

Am 13. und 14. April 2015 wur­den Daten samt Adres­sen des Ex-Poli­ti­kers der Par­tei der Regio­nen, Oleg Kalasch­ni­kow, sowie von Oles Busy­na ver­öf­fent­licht. Am 15. April wur­de Kalasch­ni­kow und am dar­auf­fol­gen­den Tag auch Busy­na auf offe­ner Stra­ße in Kiew erschos­sen.

Die Ein­trä­ge wur­den von einem Nut­zer mit dem Pseud­onym “404” ver­öf­fent­licht. Nach dem Mord an Kalasch­ni­kow hieß es : “Für die erfolg­rei­che Erfül­lung der Auf­ga­be erhielt Agent ‘404’ heu­te einen außer­ge­wöhn­li­chen Titel und ein wert­vol­les Geschenk.” Eine Stun­de nach dem Mord an Busy­na hieß es dann : “Agent ‘404’ zeich­ne­te sich erneut aus. Für den Erfolg sei­ner heu­ti­gen Mis­si­on erhielt er eine kur­ze Frei­stel­lung.” Bis heu­te wur­den die Mör­der nicht gefasst. Die zwei mut­maß­li­chen Mör­der und Mit­glie­der rechts­ra­di­ka­ler Ver­ei­ni­gun­gen, Andrej Med­wed­ko und Denis Polischuk, jedoch sind auf frei­em Fuß und beklei­den der­zeit sogar wich­ti­ge gesell­schaft­li­che Ämter. Med­wed­ko ist Auf­sichts­rats­mit­glied in der Anti­kor­rup­ti­ons­be­hör­de NABU.

Maria Sach­a­ro­wa, offi­zi­el­le Ver­tre­te­rin des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, kri­ti­sier­te die Betrei­ber der Web­sei­te eben­falls scharf. Sie nann­te die Ver­öf­fent­li­chun­gen der Per­so­nen­da­ten von Jour­na­lis­ten “einen direk­ten Auf­ruf zur Ver­gel­tung an Jour­na­lis­ten”. Inzwi­schen beinhal­tet die Web­sei­te Daten von Tau­sen­den Per­so­nen. Oft reicht eine Äuße­rung oder bei­spiels­wei­se ein “ille­ga­ler” Krim-Besuch aus, um an die öffent­li­che Lis­te zu gelan­gen.

So wur­den auch die Besat­zungs­mit­glie­der der A321, die bei Mos­kau in August in einem Mais­feld not­ge­lan­det ist, in die Mirot­wo­rez-Daten­bank auf­ge­nom­men. Sie wer­den des “ille­ga­len Per­so­nen- und Güter­ver­kehrs” auf die Krim beschul­digt.

Die Web­sei­te wird mit dem Ex-Bera­ter des Innen­mi­nis­ters und Rada-Abge­ord­ne­ten Anton Gera­schen­ko in Ver­bin­dung gebracht. Er hat Ende 2014 die Inbe­trieb­nah­me des Por­tals ange­kün­digt, begrün­det und gelobt.

Vor ein paar Wochen habe ich ein Pro­jekt von einer Grup­pe Gleich­ge­sinn­ter vor­ge­stellt, um Daten über Ter­ro­ris­ten und Sepa­ra­tis­ten zu sam­meln und das Innen­mi­nis­te­ri­um und den Sicher­heits­dienst SBU bei ihrer Arbeit zu unter­stüt­zen – die Web­sei­te ‘Mirot­wo­rez’, schrieb Gera­schen­ko sei­ner­zeit auf Face­book.

Nun hat der umstrit­te­ne Poli­ti­ker ein noch höhe­res Amt inne – den Pos­ten als stell­ver­tre­ten­der Innen­mi­nis­ter. Der Pos­ten­wech­sel fand bereits zu Selens­kij-Zei­ten statt. 

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Selens­kij, der wäh­rend sei­ner Pres­se­kon­fe­renz am 10. Okto­ber mit der Fra­ge zu “Mirot­wo­rez” kon­fron­tiert wur­de, sag­te, dass er kei­ne Befug­nis habe, Web­sei­ten zu schlie­ßen.

Ein­mal öff­ne­te sogar mei­ne Frau die Sei­te ‘Frie­dens­stif­ter’, dann wur­de sie geschlos­sen. (…) Weil mei­ne Frau die­se besucht hat­te, kön­nen Sie mei­ne Ein­stel­lung nach­voll­zie­hen (zu die­ser Seite/Anm.). (…) Ich kann mich nicht dar­an erin­nern, ob ich sie besucht habe. (…) Ich als Prä­si­dent habe nicht die Befug­nis, Sei­ten zu öff­nen oder zu schlie­ßen”, sag­te Selens­kij.

Der Prä­si­dent sag­te auch, dass er nicht wüss­te, wem das Por­tal gehört. Ihm zufol­ge sei dies jedoch defi­ni­tiv nicht der stell­ver­tre­ten­de Innen­mi­nis­ter Anton Gera­schen­ko.

Auch der Par­la­ments­spre­cher Dmi­trij Ras­um­kow sah sich für die Schlie­ßung der Hetz­sei­te nicht zustän­dig. Sei­ne Stel­lung­nah­me zur For­de­rung des UN-Ver­tre­ters fiel wort­gleich mit der Äuße­rung des Prä­si­den­ten aus :

Das Par­la­ment kann nicht in sol­che Pro­zes­se ein­be­zo­gen wer­den, da wir nicht über sol­che Befug­nis­se ver­fü­gen, um die Nach­rich­ten­por­ta­le und ande­re Web­sei­ten zu schlie­ßen, und ich bin mir nicht sicher, ob die Wer­chow­na Rada sie braucht.

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RT Deutsch


Nordsyrien : Russland fordert Anstrengungen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe


Russ­land for­dert alle an den Hand­lun­gen in Syri­en betei­lig­ten Par­tei­en auf, Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe im Nord­os­ten des Lan­des aus­zu­ar­bei­ten. Das erklär­te Gene­ral­ma­jor Ale­xei Bakin, Chef des rus­si­schen Zen­trums für die Aus­söh­nung der Kon­flikt­par­tei­en in Syri­en, am Sonn­tag. Er sag­te :

Sie­ben Gefäng­nis­se für Mili­tan­te des Isla­mi­schen Staa­tes und min­des­tens acht Lager für Bin­nen­ver­trie­be­ne, dar­un­ter Ehe­frau­en und Kin­der von Extre­mis­ten, befin­den sich in den von der so genann­ten Auto­no­men Ver­wal­tung kon­trol­lier­ten Gebie­ten Nord- und Ost­sy­ri­ens. Nach Anga­ben der Ver­ein­ten Natio­nen könn­ten sich bis zu 120.000 Men­schen in den Lagern und Gefäng­nis­sen auf­hal­ten.

Laut Bakin wer­den in die­sen Lagern und Gefäng­nis­sen Men­schen mit 72 Natio­na­li­tä­ten aus 36 Län­dern fest­ge­hal­ten. Die­se Ein­rich­tun­gen wer­den von den durch die USA unter­stütz­ten Demo­kra­ti­schen Kräf­ten Syri­ens bewacht. Er beton­te :

Es besteht eine rea­le Gefahr, dass vie­le Zivi­lis­ten, die sich in Flücht­lings­la­gern auf­hal­ten, an Hun­ger und Krank­hei­ten ster­ben.

Wir rufen alle Par­tei­en auf, kei­ne Zeit zu ver­schwen­den, um Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe in Ost­sy­ri­en aus­zu­ar­bei­ten. Das Pro­blem der Ret­tung von Flücht­lin­gen und Zivi­lis­ten muss drin­gend gelöst wer­den.

Der Gene­ral­ma­jor wies auch auf die Gefahr hin, dass sich Kämp­fer des Isla­mi­schen Staa­tes aus den von den Demo­kra­ti­schen Kräf­ten Syri­ens kon­trol­lier­ten Gefäng­nis­sen befrei­en könn­ten. Dies wür­de die Situa­ti­on in der Regi­on dra­ma­tisch ver­schlim­mern, sag­te Bakin und füg­te hin­zu :

Alle an der syri­schen Eini­gung betei­lig­ten Par­tei­en müs­sen Maß­nah­men ergrei­fen, um ein sol­ches Sze­na­rio zu ver­hin­dern.

Anfang der Woche ver­öf­fent­lich­te das rus­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um auf sei­ner Web­site eine Kar­te der Flücht­lings­la­ger und Gefäng­nis­se für Mili­tan­te im Nord­os­ten Syri­ens. Wie aus der Ver­öf­fent­li­chung her­vor­geht, wer­den bis zu 14.650 Men­schen in Gefäng­nis­sen fest­ge­hal­ten, dar­un­ter etwa 9.000 in asch-Schad­da­di, 1.600 in al-Haul und etwa 1.100 in al-Hasa­ka.

Dar­über hin­aus befin­den sich nach Anga­ben des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums in acht Flücht­lings­la­gern ins­ge­samt fast 106.000 Men­schen. Das größ­te Lager befin­det sich in al-Haul, in dem sich bis zu 68.600 Per­so­nen auf­hal­ten. Bis zu 17.000 Bin­nen­ver­trie­be­ne wer­den in Kamisch­li nahe der tür­ki­schen Gren­ze beher­bergt. Etwa 8.200 Men­schen befin­den sich im Lager al-Isha und etwa 7.200 im Lager al-Aris­hah.

Am 9. Okto­ber star­te­te Anka­ra eine Offen­si­ve in Nord­sy­ri­en, die mit Luft­an­grif­fen auf kur­di­sche Stel­lun­gen begann. Ziel ist die Ein­rich­tung einer Sicher­heits­zo­ne in Nord­sy­ri­en zum Schutz der tür­ki­schen Gren­ze. Dar­über hin­aus könn­ten syri­sche Flücht­lin­ge sicher aus der Tür­kei in die­ses Gebiet zurück­keh­ren, so Anka­ra. Syri­ens Nach­rich­ten­agen­tur SANA bezeich­ne­te den tür­ki­schen Mili­tär­ein­satz als Aggres­si­on.

Am Sonn­tag teil­ten syri­sche Kur­den mit, dass sie eine Eini­gung mit Damas­kus über den Ein­satz syri­scher Regie­rungs­trup­pen ent­lang der Gren­ze zur Tür­kei erzielt hät­ten.

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Merkel fordert von Erdoğan “umgehende Beendigung” der Syrien-Offensive


In einem Tele­fo­nat am Sonn­tag for­der­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vom Prä­si­den­ten der Tür­kei Recep Tayy­ip Erdoğan eine “umge­hen­de Been­di­gung der Mili­tär­ope­ra­ti­on” gegen kur­di­sche Mili­zen in Nord­sy­ri­en. Dies gab eine Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung bekannt. Tür­ki­sche Kampf­flug­zeu­ge grif­fen Zie­le in den nord­öst­li­chen Grenz­ge­bie­ten Syri­ens mit kur­di­scher Bevöl­ke­rungs­mehr­heit an, die aktu­ell von den kur­disch domi­nier­ten SDF (Syri­an Demo­cra­tic Forces, deutsch : Syri­sche Demo­kra­ti­sche Kräf­te) kon­trol­liert wer­den.

Dabei grif­fen tür­ki­sche Boden­trup­pen kur­di­sche Mili­zen an, die die Tür­kei als Ter­ro­ris­ten betrach­tet – sie wer­den dabei von syri­schen Mili­zen unter­stützt, die gegen die dor­ti­ge Regie­rung kämp­fen. Auch Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron mach­te ein Ende der Ope­ra­ti­on zum Anlie­gen sei­nes Tele­fo­nats mit Erdoğan am Sonn­tag : “Wir haben den gemein­sa­men Wunsch, dass die­se Offen­si­ve endet”, ging Macron mit Mer­kel d’ac­cord. “Die­se Offen­si­ve birgt die Gefahr einer unhalt­ba­ren huma­ni­tä­ren Situa­ti­on”, so Macron.

Mer­kel warn­te Erdoğan unge­ach­tet berech­tig­ter tür­ki­scher Sicher­heits­in­ter­es­sen, dass infol­ge der Mili­tär­ope­ra­ti­on grö­ße­re Tei­le der in den Grenz­ge­bie­ten ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung ver­trie­ben wer­den könn­ten. Zudem dro­hen eine Desta­bi­li­sie­rung der Regi­on und nicht zuletzt die Rück­kehr der Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat” (IS). So sol­len Berich­ten zufol­ge rund 780 IS-Ter­ro­ris­ten nach Beschuss des Lagers Ain Issa durch mit der tür­ki­schen Armee ver­bun­de­nen Mili­zen aus der Haft aus­ge­bro­chen sein. Anwoh­ner mel­de­ten, dass sich eini­ge der Ter­ro­ris­ten auf den Weg nach Raqqa gemacht haben – die frü­he­re Hoch­burg des IS.

Erdoğan wies die Berich­te über den Aus­bruch als “Des­in­for­ma­ti­on” zurück. Der­weil ver­schärft sich die huma­ni­tä­re Lage im von der tür­ki­schen Offen­si­ve betrof­fe­nen Gebiet zuse­hends : Laut UN-Anga­ben wur­den seit Beginn der Offen­si­ve am Mitt­woch bereits 130.000 Men­schen von ihrem Wohn­sitz ver­trie­ben. In Hasa­ka, wohin die meis­ten Ver­trie­be­nen flüch­te­ten, hat sich die Was­ser­ver­sor­gung dra­ma­tisch ver­schlech­tert – etwa 400.000 Men­schen sind davon betrof­fen. Im rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um spricht man bereits jetzt von einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe.

EU-Außen­mi­nis­ter beschlie­ßen Stopp von Waf­fen­lie­fe­run­gen 

Mer­kels Ermah­nung erfolg­te zu einem wich­ti­gen Zeit­punkt : Die EU-Staats- und Regie­rungs­chefs waren dabei, sich auf den Außen­mi­nis­ter­gip­fel in Luxem­burg vor­zu­be­rei­ten, bei dem eine gemein­sa­me Reak­ti­on auf Erdoğans ein­ge­lei­te­te “Ope­ra­ti­on Frie­dens­quel­le” bespro­chen wer­den soll­te.

Deutsch­land, Frank­reich, Nor­we­gen und die Nie­der­lan­de dis­ku­tier­ten sofort nach Beginn des tür­ki­schen Über­falls auf Syri­en, die Lie­fe­run­gen von Rüs­tungs­gü­tern an Anka­ra einst­wei­lig aus­zu­set­zen, was sie in Eigen­re­gie auch taten ; Schwe­den sprach sich für ein Waf­fen­em­bar­go, per­so­nen­be­zo­ge­ne und wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen gegen die Tür­kei aus – und auch jen­seits des Atlan­tiks droh­te US-Prä­si­dent Donald Trump damit, die tür­ki­sche Wirt­schaft mit “mäch­ti­gen Sank­tio­nen” zu schä­di­gen.

Als Ergeb­nis des Gip­fels wur­de nun ein EU-wei­tes Waf­fen­em­bar­go gegen die Tür­kei ver­hängt. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sevim Dağ­de­len (Die Lin­ke) kri­ti­sier­te, dass das Embar­go nur neue, noch nicht geneh­mig­te Lie­fe­run­gen betref­fe. Bereits geneh­mig­te Waf­fen­lie­fe­run­gen sei­en davon unbe­rührt.

Erdoğans Droh­ku­lis­se : Ich schick euch die Flücht­lin­ge

Die von den Kur­den kon­trol­lier­ten Grenz­ge­bie­te, die sich von der tür­ki­schen Gren­ze aus 30 Kilo­me­ter auf syri­sches Ter­ri­to­ri­um erstre­cken, sind von Erdoğan für die Umsied­lung eini­ger der 3,6 Mil­lio­nen syri­schen Flücht­lin­ge in der Tür­kei vor­ge­se­hen. Die Alter­na­ti­ve, droh­te er, bestehe dar­in, die­se Flücht­lin­ge nach Euro­pa wei­ter­zu­lei­ten.

Erdoğan ist sich wohl bewusst, wel­ches Damo­kles­schwert er über die Köp­fe der Ober­häup­ter des ange­schla­ge­nen euro­päi­schen Estab­lish­ments hält :

Hey EU, auf­wa­chen ! Ich sage es noch ein­mal : Wenn ihr ver­sucht, unse­re Ope­ra­ti­on dort als Inva­si­on dar­zu­stel­len, wird unse­re Auf­ga­be [deut­lich] einfach[er]: Wir wer­den die [Grenz-]Tore öff­nen und 3,6 Mil­lio­nen Migran­ten zu euch schi­cken”, sag­te er in einer Rede vor sei­ner Par­tei AKP am Don­ners­tag.

Erdoğan hat­te sich wie­der­holt dar­über beschwert, dass sein Land nur einen Bruch­teil der zwi­schen 2016 und 2019 ver­spro­che­nen sechs Mil­li­ar­den Euro von der EU erhal­ten habe. Eine Grup­pe von EU-Polit­kern flog Anfang die­ses Monats nach Anka­ra, um sei­ne Regie­rung davon zu über­zeu­gen, die Grenz­über­gän­ge geschlos­sen zu hal­ten. Dabei mach­ten sie dem tür­ki­schen Staats­ober­haupt Ver­spre­chun­gen über mehr Hilfs­gel­der.

Erdoğan stell­te Mer­kel außer­dem vor eine wei­te­re Wahl :

Sind wir [nun] Ver­bün­de­te in der NATO, oder haben Sie ohne unser Wis­sen eine ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on in die NATO auf­ge­nom­men?”, frag­te er am Sonn­tag in einer Sen­dung des tür­ki­schen Fern­seh­sen­ders NTV.

Eine sehr selt­sa­me Her­an­ge­hens­wei­se. Seid ihr nun mit uns oder mit den Ter­ro­ris­ten?” Erdoğan bezog sich damit auf die in Nord­ost­sy­ri­en akti­ve Kur­den­mi­liz YPG, die in der Tür­kei als mili­tä­ri­scher Arm der kur­di­schen Arbei­ter­par­tei PKK und damit als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on gilt.

Der­weil hal­ten die Feind­se­lig­kei­ten im Nord­os­ten Syri­ens an : Tür­ki­sche Boden­trup­pen sind 30 bis 35 Kilo­me­ter ins Lan­des­in­ne­re vor­ge­sto­ßen und haben die Kon­trol­le über die durch Nord­ost­sy­ri­en füh­ren­de Schnell­stra­ße M‑4 an sich geris­sen, behaup­tet das tür­ki­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um. Tall Abyad sei eben­falls unter tür­ki­scher Kon­trol­le – neben dem regu­lä­ren Mili­tär sei­en ver­bün­de­te Mili­zen an der Ein­nah­me der Stadt betei­ligt gewe­sen.

Am Sonn­tag setz­te sich die syri­sche Armee zum Grenz­ge­biet mit der Tür­kei in Bewe­gung. Zuvor hat­ten sich die syri­sche Regie­rung und die SDF dar­auf geei­nigt, dass die syri­sche Armee in das von der SDF kon­trol­lier­te Gebiet ein­zie­hen kann, um die tür­ki­sche Offen­si­ve zu stop­pen.

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RT Deutsch