Die Zeit ist reif”: Französische Minister drängen auf Entspannung im Verhältnis zu Russland


Es war eine Zusam­men­kunft, die es so seit sie­ben Jah­ren nicht mehr gege­ben hat : Am Mon­tag tra­fen sich Frank­reichs Außen­mi­nis­ter Jean-Yves Le Dri­an und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Flo­rence Par­ly mit ihren rus­si­schen Amts­kol­le­gen, Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ser­gei Schoi­gu, in Mos­kau. Wäh­rend des Tref­fens teil­te Le Dri­an mit, dass er die Span­nun­gen mit Russ­land abbau­en wol­le. Dies sei im Inter­es­se der bila­te­ra­len Bezie­hun­gen und der euro­päi­schen Sicher­heit.

Die Zeit ist reif, auf einen Abbau des Miss­trau­ens hin­zu­ar­bei­ten”, erklär­te der fran­zö­si­sche Außen­mi­nis­ter.

Ohne “kla­re und star­ke Bezie­hun­gen” zu Russ­land wer­de es in Euro­pa kei­ne Sicher­heit geben, füg­te er hin­zu. Daher wün­sche sich Paris im Ver­hält­nis zu Mos­kau eine “neue Agen­da des Ver­trau­ens und der Sicher­heit”.

Ähn­lich äußer­te sich auch die fran­zö­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin. Laut Par­ly sei es “wich­tig, mit­ein­an­der zu reden, um Miss­ver­ständ­nis­se und Span­nun­gen zu ver­mei­den”. Dass wer­de aber “kein ein­fa­cher Weg sein”, gab sie zu Beden­ken. Dazu gehö­re auch die Fra­ge der EU-Sank­tio­nen gegen Mos­kau, die nach Ansicht der fran­zö­si­schen Sei­te vor­erst nicht auf­ge­ho­ben wer­den.

Russ­lands Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row bekräf­tig­te, dass der Wie­der­auf­bau der Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Natio­nen “mög­lich und not­wen­dig” sei.

Mit dem 2+2‑Format haben die fran­zö­si­schen und rus­si­schen Minis­ter erst­mals seit dem Jahr 2012, als sie sich in Paris tra­fen, wie­der gemein­sa­me Gesprä­che geführt. Die Zusam­men­kunft in Mos­kau ist das jüngs­te Zei­chen dafür, dass Paris die Bezie­hun­gen zu Russ­land neu gestal­ten will.

Im August for­der­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron eine “neue Archi­tek­tur der Sicher­heit und des Ver­trau­ens” zwi­schen der EU und Russ­land. Russ­land sei “wesent­lich” für die Lösung der Kri­sen im Iran, in der Ukrai­ne und in Syri­en sowie für die gegen­wär­ti­gen Anstren­gun­gen hin­sicht­lich der Nicht­ver­brei­tung ato­ma­rer Waf­fen. 

Die Bezie­hun­gen zwi­schen Paris und Mos­kau kühl­ten sich 2014 ab, nach­dem die EU von Washing­ton gedrängt wur­de, gegen Russ­land auf­grund der Wie­der­ver­ei­ni­gung mit der Krim Sank­tio­nen zu ver­hän­gen. Als Gegen­maß­nah­me ver­häng­te Mos­kau ein Ein­fuhr­ver­bot für Lebens­mit­tel aus der EU, wor­un­ter auch die fran­zö­si­sche Agrar­in­dus­trie zu lei­den hat.

Mehr zum The­ma — Exper­ten : Frank­reichs Inter­es­sen zwin­gen Füh­rung zur Ver­bes­se­rung der Bezie­hun­gen mit Mos­kau

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Frankreich ermittelt : Auch französische Minderjährige in Fall Epstein verwickelt ?


Mehr zum The­ma — Pädo­phi­lie-Skan­dal in USA : Die Unge­reimt­hei­ten beim mut­maß­li­chen Selbst­mord Jef­frey Epsteins

Die Staats­se­kre­tä­rin für die Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern Mar­lè­ne Schiap­pa und der Staats­se­kre­tär für Kin­der­schutz Adri­en Taquet bean­trag­ten am 12. August die Ein­lei­tung einer Unter­su­chung zu der Affä­re um den US-Geschäfts­mann Jef­frey Epstein. Der Mil­li­ar­där, dem Men­schen­han­del zur sexu­el­len Aus­beu­tung Min­der­jäh­ri­ger vor­ge­wor­fen wird, wur­de am Mor­gen des 10. August tot in sei­ner Zel­le auf­ge­fun­den.

Die Unter­su­chung ergab Ver­bin­dun­gen zu Frank­reich”, so Schiap­pa und Taquet in einer auf Twit­ter ver­öf­fent­lich­ten Erklä­rung. Und die bei­den Regie­rungs­mit­glie­der ergänz­ten :

Sein Tod im Gefäng­nis been­det die Vor­be­rei­tung des ursprüng­lich für 2020 geplan­ten Pro­zes­ses und lässt damit vie­le Fra­gen offen.

Wie die Nach­rich­ten­agen­tur AFP berich­tet, wur­de eine Lis­te von Epsteins Kon­tak­ten in einem klei­nen schwar­zen Heft fest­ge­hal­ten. Laut Aus­zü­gen, die von meh­re­ren US-ame­ri­ka­ni­schen Medi­en ver­öf­fent­licht wur­den, hat­te der Invest­ment­ban­ker dar­in auch jun­ge Mäd­chen in Paris auf­ge­führt. Epstein wur­de am 6. Juli die­ses Jah­res in einem Flug­ha­fen von New Jer­sey in sei­nem Pri­vat­jet bei sei­ner Rück­kehr aus Paris ver­haf­tet, wo er häu­fig zu Besuch war.

Zu den Kon­tak­ten von Epstein gehör­ten so illus­tre Namen wie der ehe­ma­li­ge US-Prä­si­dent Bill Clin­ton, der ihn angeb­lich mehr­mals an Bord des Jets “Loli­ta Express” beglei­tet haben soll, der amtie­ren­de Prä­si­dent Donald Trump, der bri­ti­sche Mil­li­ar­där Richard Bran­son, der Ex-Pre­mier Tony Blair, Medi­en­ma­gnat Rupert Mur­doch und der ehe­ma­li­ge israe­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter Ehud Barack.

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Polizei in der Kritik : Französische Medien solidarisieren sich mit festgenommenem Journalisten


von Timo Kirez

Die fran­zö­si­schen Medi­en soli­da­ri­sie­ren sich mit dem unab­hän­gi­gen Jour­na­lis­ten Gas­pard Glanz, der wäh­rend einer Demons­tra­ti­on der Gelb­wes­ten am 20. April in Paris in Poli­zei­ge­wahr­sam genom­men wur­de. Die Vor­ge­hens­wei­se der Poli­zei ver­sto­ße gegen die Frei­heit der Infor­ma­ti­on und sei ein Angriff auf den enga­gier­ten Jour­na­lis­mus.

Mehr zum The­ma — Poli­zei­ge­walt eska­liert : Gelb­wes­ten­pro­tes­te gehen in die 23. Woche (Vide­os)

Der Grün­der der Tara­nis News-Web­sei­te und frei­be­ruf­li­che Bericht­erstat­ter Glanz war wäh­rend des 23. Aktes der Gelb­wes­ten am Sams­tag auf der Place de la Répu­bli­que in Paris ver­haf­tet wor­den. Ihm wird “Beam­ten­be­lei­di­gung” und “Betei­li­gung an einer gewalt­tä­ti­gen Grup­pie­rung” vor­ge­wor­fen. Glanz soll Poli­zis­ten den “Mit­tel­fin­ger” gezeigt haben, nach­dem er von den Beam­ten gesto­ßen wor­den sein soll. Auf die­sem Twit­ter-Video sieht man Glanz in Hand­schel­len in einem Pulk der Poli­zei-Son­der­ein­heit CRS :

Glanz war nicht der ein­zi­ge Jour­na­list, der am Sams­tag Pro­ble­me mit der Poli­zei bekam. Die­ses Bild zeigt den Jour­na­lis­ten Alexis Kra­land am Pari­ser Bahn­hof Gare du Nord :

In einem spä­te­ren Tweet schreibt Kra­land, dass er acht Stun­den von der Poli­zei fest­ge­hal­ten wor­den sei, weil er sich gewei­gert habe, sich von sei­ner Kame­ra zu tren­nen :

Ein wei­te­rer Jour­na­list, Clé­ment Lanot, twit­ter­te am Sams­tag, dass er von der Poli­zei ange­gan­gen wor­den sei, obwohl er als Jour­na­list gekenn­zeich­net gewe­sen sei :

Die Vor­ge­hens­wei­se der Sicher­heits­kräf­te wird in den fran­zö­si­schen Medi­en hart kri­ti­siert. Edwy Ple­nel, Grün­der von Media­part, sprach Glanz und Kra­land sei­ne Soli­da­ri­tät aus. Das Recht auf Infor­ma­ti­on sei wich­ti­ger als das Wahl­recht, sonst wür­den die Men­schen wie Blin­de für ihre schlimms­ten Fein­de stim­men, schreibt Ple­nel in sei­nem Tweet :

Tho­mas Legrand, Jour­na­list bei Fran­ce Inter, ver­tei­dig­te Gas­pard Glanz : “Er ist ein Jour­na­list, der sich ent­schie­den hat, eine Sei­te der Rea­li­tät zu zei­gen.… aber die Rea­li­tät. Er muss in der Lage sein, sei­nen Job zu machen.”

Redak­teur Jean-Michel Apha­tie von Euro­pe 1 schreibt, die Vor­wür­fe gegen Glanz sei­en “offen­sicht­lich unge­recht­fer­tigt”.

Anhän­ger der Macron-Par­tei LREM hin­ge­gen kri­ti­sie­ren Glanz. Ihr Vor­wurf : Er sei kein Jour­na­list, son­dern ein Akti­vist. Doch laut dem Jour­na­lis­ten Jean-Michel Apha­tie sei dar­an nichts aus­zu­set­zen. Enga­gier­ter Jour­na­lis­mus sei kein Ver­bre­chen, er neh­me an der Plu­ra­li­tät der Infor­ma­tio­nen teil.

Lina San­ka­ri, eine Jour­na­lis­tin von L’Hu­ma­nité, ver­ur­teil­te einen “gefähr­li­ches Gefäl­le” und wies dar­auf hin, dass “76 Jour­na­lis­ten, Foto­gra­fen und Video­ma­cher” seit dem 1. Akt der Gel­ben Wes­ten in ihrer Arbeit behin­dert wur­den”. Repor­ter ohne Gren­zen (RSF) beklag­te zwar die Ver­haf­tung der Jour­na­lis­ten Gas­pard Glanz und Alexis Kra­land am 20. April, jedoch ohne sie nament­lich zu zitie­ren.

Mehr zum The­ma — Frank­reich : Cha­os, Wut und Gewalt beim 23. Gelb­wes­ten-Auf­marsch

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Leak : Französische Panzer und Haubitzenkanonen werden im Jemen-Krieg eingesetzt


Unter dem Titel “Jemen : Sicher­heits­la­ge” offen­bart ein 15-sei­ti­ger Bericht des fran­zö­si­schen Mili­tär­ge­heim­diens­tes Direc­tion du Rens­eig­ne­ment Mili­taire (DRM) detail­liert die Posi­tio­nie­rung von fran­zö­si­schen Waf­fen im Jemen und auf der sau­di­schen Sei­te an der Gren­ze. Das Doku­ment wur­de offen­bar dem fran­zö­si­schen Inves­ti­ga­tiv­kon­sor­ti­um Dis­c­lo­se zuge­spielt.

Der durch­ge­si­cker­te Bericht ent­blößt Prä­si­dent Emma­nu­el Macron und sei­ne Regie­rung, die bis jetzt immer wie­der dar­auf beharr­ten, dass gelie­fer­te Waf­fen nur “defen­siv” ein­ge­setzt wer­den wür­den. Das Doku­ment belegt unter ande­rem, dass soge­nann­te Cae­sar-Kano­nen (ein fran­zö­si­sches Artil­le­rie­ge­schütz), die von dem fran­zö­si­schen Rüs­tungs­un­ter­neh­men Nex­ter her­ge­stellt wer­den, ent­lang der sau­disch-jeme­ni­ti­schen Gren­ze ein­ge­setzt wer­den, um “defen­si­ve Bom­bar­die­run­gen” von Hou­thi-Kräf­ten durch­zu­füh­ren und “loya­le Trup­pen und sau­di­sche Streit­kräf­te bei ihrem Vor­marsch in das jeme­ni­ti­sche Gebiet” zu unter­stüt­zen.

Das durch­ge­sto­che­ne Geheim­dienst­dos­sier datiert ursprüng­lich vom 25. Sep­tem­ber 2018. Es wur­de sei­ner­zeit Macron, dem Pre­mier­mi­nis­ter Edouard Phil­ip­pe sowie den fran­zö­si­schen Ver­tei­di­gungs- und Außen­mi­nis­tern vor­ge­legt. Somit wuss­te die fran­zö­si­sche Regie­rung detail­liert von der Art und Wei­se, wie die­se Waf­fen ein­ge­setzt wer­den. Die Ent­hül­lung durch Dis­c­lo­se war Teil einer Recher­che zusam­men mit den fran­zö­si­schen Medi­en Media­part, Kon­bi­ni, Fran­ce Inter Radio, Arte TV und der US-Publi­ka­ti­ons­platt­form The Inter­cept.

Frank­reich ist Unter­zeich­ner­staat des Waf­fen­han­dels­ab­kom­mens der Ver­ein­ten Natio­nen, das den inter­na­tio­na­len Han­del mit kon­ven­tio­nel­len Waf­fen regelt und den Ver­kauf von Waf­fen ver­bie­tet, wel­che Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen oder Kriegs­ver­bre­chen Vor­schub leis­ten kön­nen. Exper­ten der Ver­ein­ten Natio­nen haben jedoch mehr­fach betont, dass mut­maß­lich alle im jeme­ni­ti­schen Kon­flikt betei­lig­ten Sei­ten Kriegs­ver­bre­chen began­gen haben. Das Büro von Pre­mier­mi­nis­ter Phil­ip­pe erklär­te, dass Frank­reich stren­ge Sicher­heits­vor­keh­run­gen bei der Ertei­lung von Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen getrof­fen sowie die Bemü­hun­gen der Ver­ein­ten Natio­nen um die Ver­mitt­lung eines Frie­dens im Jemen unter­stützt habe. “Soweit wir wis­sen, wer­den fran­zö­si­sche Waf­fen, die die Koali­ti­ons­trup­pen besit­zen, größ­ten­teils in defen­si­ven Posi­tio­nen, außer­halb des jeme­ni­ti­schen Ter­ri­to­ri­ums oder unter Koali­ti­ons­kon­trol­le, aber nicht an der Front plat­ziert”, heißt es in der Erklä­rung.

Der Pre­mier­mi­nis­ter stellt die Echt­heit der Doku­men­te nicht expli­zit in Fra­ge, ohne jedoch den Bericht zu bestä­ti­gen oder zu demen­tie­ren. Frank­reich habe nicht gewusst, dass jeme­ni­ti­sche Zivi­lis­ten durch fran­zö­si­sche Waf­fen getö­tet wur­den. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, das den Geheim­dienst DRM über­wacht, reagier­te nicht auf eine Anfra­ge zur Stel­lung­nah­me. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bü­ros der sau­di­schen und der VAE-Regie­rung und ein Spre­cher der von Sau­di-Ara­bi­en geführ­ten Koali­ti­on im Jemen reagier­ten eben­falls nicht auf eine Auf­for­de­rung zur Stel­lung­nah­me.

Laut der UNO hat der vier­jäh­ri­ge Kon­flikt die Wirt­schaft des Jemen zer­stört und eine der schlimms­ten huma­ni­tä­ren Kri­sen der Welt ver­ur­sacht. Mehr als 10.000 Zivi­lis­ten wur­den getö­tet und etwa 10 Mil­lio­nen Men­schen an den Rand der Hun­gers­not getrie­ben. Ein zwei­ter, sechs­sei­ti­ger DRM-Intel­li­gence-Bericht, der laut Dis­c­lo­se wei­ter ver­brei­tet wur­de, zeig­te, dass in Frank­reich her­ge­stell­te Pan­zer in Ver­tei­di­gungs­po­si­tio­nen in Basen wie Mok­ka, Aden, al-Chaw­chah ent­lang der Küs­te und Ma’­rib ein­ge­setzt wur­den.

Dis­c­lo­se sag­te, dass die Stu­die Satel­li­ten­bil­der, Vide­os und Fotos umfas­se, die von Zivi­lis­ten auf­ge­nom­men wur­den, und die zei­gen, dass Leclerc-Pan­zer, die von den VAE gekauft wur­den, an Koali­ti­ons­of­fen­si­ven teil­ge­nom­men haben, ein­schließ­lich der Offen­si­ve zur Errin­gung der Kon­trol­le über den von Rebel­len gehal­te­nen Hafen von Hudai­da. Der sechs­tei­li­ge Bericht besagt auch, dass die Kampf­jets vom Typ Mira­ge der VAE mit einem laser­ge­steu­er­ten Sys­tem von Tha­les, bekannt als Damo­cles, aus­ge­stat­tet waren, das mög­li­cher­wei­se im Jemen ein­ge­setzt wur­de.

Als Deutsch­land ein vor­läu­fi­ges Embar­go für Waf­fen­ex­por­te nach Sau­di-Ara­bi­en ver­häng­te, muss­te es sich von Paris har­sche Kri­tik anhö­ren. “Es ist nutz­los, durch ver­bes­ser­te Koope­ra­ti­on zwi­schen Frank­reich und Deutsch­land Waf­fen her­zu­stel­len, wenn man nicht in der Lage ist, sie zu expor­tie­ren”, sag­te Le Mai­re der Welt am Sonn­tag im Febru­ar die­ses Jah­res. “Wenn man wett­be­werbs­fä­hig und effi­zi­ent sein will, müs­sen wir in der Lage sein, auch in Län­der außer­halb Euro­pas zu expor­tie­ren.”

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Christchurch-Attentäter spendete auch an französische Identitäre und besuchte Neuschwanstein


Ein Ermitt­ler des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes berich­te­te im Innen­aus­schuss des Bun­des­ta­ges, dass der Ter­ro­rist im Sep­tem­ber 2017 ins­ge­samt über 2.000 Euro an die fran­zö­si­sche “Géné­ra­ti­on Iden­ti­taire” gespen­det hat­te. Wäh­rend sei­ner Euro­pa-Rei­se dürf­te sich der 28-Jäh­ri­ge auch in Deutsch­land auf­ge­hal­ten haben, denn im Novem­ber 2018 habe er sei­ne Kre­dit­kar­te im baye­ri­schen Schloss Neu­schwan­stein benutzt.

Der Beam­te berich­te­te außer­dem, der Tat­ver­däch­ti­ge habe im Mai 2014 von einem aus­tra­li­schen Kon­to Geld auf das Kon­to eines Deut­schen in Tübin­gen über­wie­sen. Als Über­wei­sungs­grund wur­de dem­nach ein “Tauch­lehr­gang auf den Phil­ip­pi­nen” im Febru­ar 2015 genannt. Der Emp­fän­ger des Gel­des sei zwar durch­aus poli­zei­be­kannt, aller­dings nicht in Zusam­men­hang mit Extre­mis­mus oder poli­tisch moti­vier­ter Kri­mi­na­li­tät, berich­te­te ein Teil­neh­mer der Sit­zung.

Die öster­rei­chi­schen Behör­den haben auf­grund einer Spen­de des mut­maß­li­chen Atten­tä­ters an die “Iden­ti­tä­re Bewe­gung” die­se Grup­pe ins Visier genom­men. Im Zusam­men­hang mit der Spen­de ist eine Woh­nung des “Identitären”-Chefs Mar­tin Sell­ner in Wien durch­sucht wor­den. Dar­auf­hin hät­ten die USA Sell­ner sein US-Visum aberkannt. Die “Iden­ti­tä­ren” bestrei­ten die Vor­wür­fe. Sell­ner erklär­te in meh­re­ren selbst auf­ge­nom­me­nen Vide­os, die Orga­ni­sa­ti­on habe nichts mit dem Tat­ver­däch­ti­gen zu tun. Die öster­rei­chi­sche Staats­an­walt­schaft unter­sucht jedoch wei­ter­hin etwai­ge wei­te­re Ver­bin­dun­gen zwi­schen der Orga­ni­sa­ti­on und dem 28-jäh­ri­gen Aus­tra­li­er.

Wäh­rend­des­sen will Öster­reichs FPÖ-Chef Heinz-Chris­ti­an Stra­che den Mit­glie­dern sei­ner Par­tei nicht ver­bie­ten, an Demons­tra­tio­nen der “Iden­ti­tä­ren” teil­zu­neh­men. Das kön­ne er mit Blick auf die Ver­samm­lungs- und Demons­tra­ti­ons­frei­heit auch gar nicht, sag­te der Vize­kanz­ler am Mitt­woch in Wien.

Wie der öster­rei­chi­sche Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz erklär­te, soll der Atten­tä­ter auf sei­ner Rei­se etwa 20 EU-Län­der besucht haben. Es gäbe der­zeit noch kei­ne Hin­wei­se dar­auf, ob er dort mit rechts­ex­tre­men Kräf­ten Aus­tausch gepflegt habe oder ob das nor­ma­le tou­ris­ti­sche Akti­vi­tä­ten waren, so Kurz. 

(rt deutsch / dpa)

Mehr zum The­ma — Wegen Spen­de an Iden­ti­tä­re : Haus­durch­su­chung bei Mar­tin Sell­ner nach Atten­tat von Christ­church

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Moskau warnt vor Chemieangriffen durch französische und belgische Geheimdienste in Syrien


Dem Vor­sit­zen­den des Rus­si­schen Zen­trums für Ver­söh­nung in Syri­en, Gene­ral­ma­jor Wik­tor Kupt­schischin, lägen Infor­ma­tio­nen vor, wonach Extre­mis­ten in der syri­schen Pro­vinz Idlib einen Angriff unter fal­scher Flag­ge mit Che­mie­waf­fen vor­be­rei­ten, sag­te das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in Mos­kau. Hil­fe sol­len die Isla­mis­ten des Al-Qai­da-Able­gers Hay­yat Tahr­ir Al-Sham (HTS) von Agen­ten der fran­zö­si­schen und bel­gi­schen Geheim­diens­te erhal­ten, die sich in der Pro­vinz auf­hal­ten sol­len.

Laut den Erkennt­nis­sen, die dem Gene­ral­ma­jor vor­lie­gen, soll eine Char­ge von Gift­gas, ver­mut­lich auf Basis von Chlor, bereits mit­hil­fe der soge­nann­ten Weiß­hel­me in ver­schie­de­nen Dör­fern der Pro­vinz Idlib unter­ge­bracht wor­den sein. Das Gift soll sich in Kanis­tern befin­den, die als Sauer­stoff- und Erd­gas­tanks gekenn­zeich­net sind, so das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um.

Mehr zum The­ma — Eich­stät­ter Bischof nach Soli­da­ri­täts­be­such in Syri­en : Weg mit den Sank­tio­nen !

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Brief an Macron : Führende französische Augenärzte fordern Verzicht auf Hartgummigeschosse


von Timo Kirez

In einem Schrei­ben an den fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten for­dern die Ärz­te ein “Mora­to­ri­um” für die Ver­wen­dung der Waf­fe LBD 40. Bei der Waf­fe han­delt es sich um eine soge­nann­te nicht-töd­li­che Waf­fe mit einem Ziel­fern­rohr, die Hart­gum­mi­ge­schos­se ver­schießt. Die fran­zö­si­sche Poli­zei ver­wen­det Hart­gum­mi­ge­schos­se mit 40 mm Durch­mes­ser. Deut­sche Poli­zis­ten ver­wen­den die Waf­fe eben­so wenig wie die von der fran­zö­si­schen Poli­zei eben­falls ein­ge­setz­ten Trä­nen­gas­hand­gra­na­ten. In Frank­reich sind bei­de Waf­fen zwar zuge­las­sen, doch der Ein­satz auf Kopf­hö­he ist ver­bo­ten.

Den­noch kommt es immer wie­der zu Augen-Ver­let­zun­gen von Demons­tran­ten. Frank­reich erle­be eine “Epi­de­mie” von Augen­ver­let­zun­gen, schrei­ben die Augen­ärz­te in ihrem Brief an Macron. Wäh­rend die Pro­tes­te der Gelb­wes­ten in die 17. Woche gehen, ver­stärkt sich die Debat­te um über­mä­ßi­ge Poli­zei­ge­walt. Am Sams­tag ver­öf­fent­lich­te die fran­zö­si­sche Tages­zei­tung Jour­nal du Diman­che das Schrei­ben der 35 füh­ren­den Augen­ärz­te des Lan­des. Zwar müs­sen Poli­zis­ten, die die Waf­fe ein­set­zen, mitt­ler­wei­le eine Kame­ra am Kör­per tra­gen, doch hat sich nicht viel an der Situa­ti­on geän­dert.

Vie­le Men­schen ris­kier­ten, ihr Augen­licht zu ver­lie­ren, schrei­ben die Ärz­te und wei­sen dar­auf hin, dass die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen kein Zufall sei­en, da die Geschos­se mit gro­ßer Kraft flö­gen und oft unge­nau abge­schos­sen wür­den. Der Brief, der ein “Mora­to­ri­um” für die Ver­wen­dung der Geschos­se for­dert, wur­de schon Anfang Febru­ar an Macron geschickt, aber erst einen Monat spä­ter ver­öf­fent­licht, um sicher­zu­stel­len, dass der Emp­fän­ger die Nach­richt erhält, so das Jour­nal du Diman­che.

Die umstrit­te­ne Waf­fe bringt die fran­zö­si­sche Regie­rung zuneh­mend in Bedräng­nis, da Berich­te über Men­schen, die durch den Ein­satz ihre Augen ver­lie­ren, nicht abrei­ßen. Mehr als 20 Demons­tran­ten ver­lo­ren ein Auge, fünf Hän­de wur­den teil­wei­se oder ganz abge­ris­sen, und eine Per­son hat ihr Gehör durch eine mit TNT gefüll­te GLI-F4-Blend­gra­na­te ver­lo­ren. Der Rechts­sta­tus von Hart­gum­mi­ge­schos­sen wird von Men­schen­rechts­ver­bän­den und Poli­ti­kern in Frank­reich wie auch im Aus­land immer wie­der in Fra­ge gestellt. Anfang Febru­ar wei­ger­te sich das obers­te fran­zö­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richt jedoch, der Poli­zei den Ein­satz der Waf­fen zu ver­bie­ten.

Am Mitt­woch for­der­te die UN-Hoch­kom­mis­sa­rin für Men­schen­rech­te, Michel­le Bache­let, eine “voll­stän­di­ge Unter­su­chung” der über­mä­ßi­gen Anwen­dung von Gewalt gegen die Gelb­wes­ten durch Frank­reichs Sicher­heits­be­hör­den, und mahn­te einen “respekt­vol­len Dia­log” an. Laut Regie­rungs­zah­len sind seit dem Aus­bruch der Pro­tes­te im Novem­ber über 2.000 Demons­tran­ten und über 1.000 Poli­zis­ten ver­letzt wor­den.

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Elternteil 1” und “Elternteil 2” – Französische Schulen verabschieden sich von “Mutter” und “Vater”


von Timo Kirez

Erin­nern Sie sich noch an Mon­sieur und Madame Leroc ? Die “Mus­ter­fa­mi­lie” Leroc war in den 1980er Jah­ren die fran­zö­si­sche Schul­buch-Fami­lie. Die Lerocs hat­ten zwei Kin­der, Moni­que und Dani­el. Zudem noch einen Hund, der mys­te­riö­ser­wei­se kei­nen Namen trug. Das hat aller­dings nichts mit dem alten Witz zu tun, in dem ein Mann in eine Bar kommt und einen Hund ohne Bei­ne auf den Tre­sen ablegt. Der Wirt, ganz gerührt, fragt den Mann, wie denn der arme Hund hei­ße – wor­auf­hin der nur tro­cken fest­stellt : “Hat kei­nen Namen. Kommt ja doch nicht, wenn man ihn ruft”. Der Hund der Lerocs hat­te zwar Bei­ne, aber eben kei­nen Namen. Und wer in der Schu­le damals Fran­zö­sisch gewählt hat­te, kam um die­se “schreck­li­che net­te Fami­lie” nicht her­um. Doch die Schul­bü­cher der Zukunft wer­den ver­mut­lich nichts mehr mit den zuge­ge­ben ste­reo­ty­pen Lerocs der 1980er Jah­re zu tun haben.

Die fran­zö­si­sche Natio­nal­ver­samm­lung ver­ab­schie­de­te am Diens­tag letz­ter Woche ein Gesetz, wonach die Bezeich­nun­gen “Vater” und “Mut­ter” durch “Eltern­teil 1” und “Eltern­teil 2” ersetzt wer­den sol­len. Der Hin­ter­grund : Fami­li­en mit gleich­ge­schlecht­li­chen Eltern sol­len genau­so Aner­ken­nung fin­den wie nicht gleich­ge­schlecht­li­che Eltern. Die Par­tei Répu­bli­que en Mar­che (REM) von Prä­si­dent Emma­nu­el Macron unter­stütz­te die Ände­rung des Geset­zes im Inter­es­se der “Ver­an­ke­rung der Viel­falt von Fami­li­en mit Kin­dern “, so die Abge­ord­ne­te Valé­rie Petit. Nie­mand sol­le sich durch rück­schritt­li­ches Den­ken von die­ser Gesell­schaft aus­ge­schlos­sen füh­len. In dem Ände­rungs­an­trag heißt es : “Um Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­hin­dern, dür­fen Schul­an­mel­dung, Klas­sen­bü­cher, Eltern­be­rech­ti­gun­gen und alle ande­ren offi­zi­el­len For­mu­la­re mit Kin­dern nur Eltern­teil 1 und Eltern­teil 2 erwäh­nen.” 

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Die Par­tei­en in der Mit­te und links begrüß­ten den Ände­rungs­an­trag. Katho­li­sche und kon­ser­va­ti­ve Krei­se zei­gen sich ver­är­gert. Doch selbst der Prä­si­dent der fran­zö­si­schen Ver­ei­ni­gung für gleich­ge­schlecht­li­che Fami­li­en, Alex­and­re Urwicz, scheint nicht ganz glück­lich mit der Rege­lung zu sein. Er begrü­ße zwar den Ände­rungs­an­trag grund­sätz­lich, doch er befürch­te, dass die neue For­mel irre­füh­rend sei, da sie zu einer “Eltern­hier­ar­chie” füh­ren könn­te : “Wer ist Eltern­teil Num­mer 1 und wer ist Eltern­teil Num­mer 2”, frag­te Urwicz in einem Kom­men­tar gegen­über der Nach­rich­ten­agen­tur AFP. In der Tat eine berech­tig­te Fra­ge.

Man stel­le sich nur eine Früh­stücks­sze­ne in einem zukünf­ti­gen Fran­zö­sisch­buch vor. “Eltern­teil 1” fragt “Kind 2” war­um es immer noch nicht mit sei­nen Corn­flakes fer­tig ist, wor­auf­hin “Kind 1” tri­um­phie­rend sei­ne lee­re Corn­flakes-Schüs­sel her­zeigt und “Kind 2” die Zun­ge raus­streckt. Es kommt zu einer Rem­pe­lei zwi­schen “Kind 1” und “Kind 2”, “Eltern­teil 2” inter­ve­niert und trennt die bei­den. Auch “Groß­el­tern­teil 1” fühlt sich genö­tigt, schlich­tend ein­zu­schrei­ten, was wie­der­um “Groß­el­tern­teil 2” ganz und gar nicht gefällt. Nur der Hund, der hockt ent­spannt in der Ecke und erin­nert sich an Jean-Paul Sar­tres wei­se Wor­te : “Viel­leicht gibt es schö­ne­re Zei­ten, aber die­se ist die unse­re.”

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Laut den neu­en Vor­schrif­ten dür­fen Hun­de­hal­ter ihre Schütz­lin­ge nicht ohne Auf­sicht in ver­schlos­se­nen Räu­men las­sen – weil nie­mand sie in die­sem Fall beru­hi­gen kön­ne, schreibt die fran­zö­si­sche Zei­tung Le Pari­si­en. Wie der Bür­ger­meis­ter Jean-Pierre Esti­en­ne erklär­te, sei die Ent­schei­dung nichts ande­res als eine “Erzie­hungs­maß­nah­me” gegen Hun­de­be­sit­zer, deren Tie­re “Tag und Nacht” bel­len und das Leben der Anwoh­ner “uner­träg­lich” machen. Loka­le Tier­schüt­zer zeig­ten sich bereits empört über den Beschluss und haben vor, die Anord­nung vor Gericht anzu­fech­ten.

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