Sigal Mandelker : Die Frau, die für Israel Krieg gegen den Iran führt


von Zlat­ko Per­ci­nic

Bereits der Geburts­ort der Staats­se­kre­tä­rin für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on im US-Finanz­mi­nis­te­ri­um sorgt für Kon­tro­ver­sen. Laut offi­zi­el­len Regie­rungs­an­ga­ben wur­de Sig­al Man­del­ker in Chi­ca­go im US-Bun­des­staat Illi­nois gebo­ren. Doch Medi­en­be­rich­te aus Isra­el und ande­ren Län­dern hal­ten hart­nä­ckig eine ande­re Ver­si­on auf­recht, wonach sie in Isra­el gebo­ren und erst spä­ter mit ihren Eltern in die USA über­sie­del­te. Immer wie­der spricht Man­del­ker dar­über, wie sehr sie die Erzäh­lun­gen ihrer Eltern geprägt haben, die den Holo­caust über­lebt und aus ihrer Hei­mat in Dubno/Ukraine flie­hen muss­ten. Was jedoch ihren Geburts­ort betrifft, hüllt sie sich gern in Schwei­gen.

Auch das Finanz­mi­nis­te­ri­um wei­gert sich trotz ver­schie­de­ner Anfra­gen von Medi­en, Aus­kunft dar­über zu ertei­len, ob die Unter­staats­se­kre­tä­rin an einem der stra­te­gisch wich­tigs­ten Pos­ten mit glo­ba­len Aus­wir­kun­gen nebst der US-Staats­bür­ger­schaft zusätz­lich noch einen israe­li­schen Pass ver­fügt. Obwohl seit einer knap­pen 5:4‑Entscheidung des Obers­ten Gerichts­hofs im Fall von Beys Afroy­im (geb. Ephraim Bern­stein) im Jahr 1967 die dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft erlaubt wur­de, sorg­te die­se Pra­xis spä­tes­tens seit der Ira­kin­va­si­on 2003 für ver­mehr­te Kri­tik. Laut L. Micha­el Hager, einem ehe­ma­li­gen US-Diplo­ma­ten und Anwalt, soll­ten alle Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten und hohen Regie­rungs­be­am­ten ihre aus­län­di­schen Staats­bür­ger­schaf­ten abge­ben :

War­um ist es für Bür­ger wich­tig zu wis­sen, ob ihre Abge­ord­ne­ten im Kon­gress dop­pel­te Staats­bür­ger sind ? Weil bei­des, rea­ler und ver­mu­te­ter Inter­es­sen­kon­flikt, das öffent­li­che Ver­trau­en ero­diert.

Gera­de von einer US-Spit­zen­be­am­tin wird erwar­tet, dass sie auch die natio­na­len Inter­es­sen der USA ver­tritt und ent­spre­chend han­delt. Aber Sig­al Man­del­ker war es selbst, die Zwei­fel an die­sem eigent­lich selbst­ver­ständ­li­chen Stand­punkt gesät hat­te. Beim Aspen Secu­ri­ty Forum Mit­te Juli in Aspen/Colorado, einer Sicher­heits­kon­fe­renz der Denk­fa­brik Aspen Insti­tu­te, ging es unter ande­rem auch um das The­ma “Ein­däm­mung des Iran”. Als Pane­lis­ten waren nebst Man­del­ker noch Wen­dy Sher­man, ehe­ma­li­ge Staats­se­kre­tä­rin im Außen­mi­nis­te­ri­um und Ver­hand­lungs­füh­re­rin von Barack Oba­ma zum Atom­ab­kom­men mit dem Iran, und Jere­my Bash, Stabs­chef des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums und der CIA unter Oba­ma, anwe­send.

Wäh­rend der Dis­kus­si­on eröff­ne­te Sig­al Man­del­ker umge­hend das Feu­er und beschul­dig­te die Beam­ten der Oba­ma-Regie­rung, nichts gegen die angeb­li­che Gefahr getan zu haben, die vom Iran aus­ge­hen soll. Tehe­ran “stellt eine unglaub­lich desta­bi­li­sie­ren­de Prä­senz in der Regi­on dar. Sie bedro­hen unse­ren groß­ar­ti­gen Alli­ier­ten in der Regi­on, Isra­el!”, pol­ter­te sie, indem der Iran der liba­ne­si­schen Miliz His­bol­lah “hun­der­te und hun­der­te Mil­lio­nen Dol­lar pro Jahr” über­wei­se.

Und dann sag­te sie die­sen einen Satz, der deut­lich offen­bar­te, wie­so eigent­lich die USA die­sen zer­stö­re­ri­schen Wirt­schafts­krieg gegen den Iran füh­ren :

Schäd­li­che Akteu­re brau­chen nun ein­mal Geld, um schäd­li­che Din­ge zu tun. (…) Des­we­gen haben wir die­ses mas­si­ve Sank­ti­ons­re­gime. Weil wir wis­sen, dass der Iran unse­ren groß­ar­ti­gen Part­ner bedroht, Isra­el !

Abge­se­hen davon, dass die­ses Ein­ge­ständ­nis von den meis­ten Main­stream-Medi­en igno­riert wur­de, obwohl der ers­te Teil des Sat­zes durch­aus Ein­gang selbst in die deut­sche Bericht­erstat­tung fand. So wid­me­te auch das Han­dels­blatt einen Bei­trag (vom 26.08.) zu Sig­al Man­del­ker und erwähn­te sogar die­se Ver­an­stal­tung, doch den Bezug zu Isra­el ließ das Blatt aus.

Die­se Fixie­rung auf den Iran und Isra­el wur­de indes­sen dem erst 2004 geschaf­fe­nen Büro für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on (Office of Ter­ro­rism and Finan­ci­al Intel­li­gence) OTFI in die Wie­ge gelegt. Der ers­te Staats­se­kre­tär – und Man­del­kers Men­tor – auf die­sem Pos­ten war Stuart Levey, der die US-Regie­rung von Geor­ge W. Bush dazu dräng­te, den Iran mit Sank­tio­nen zu über­zie­hen. Auf­grund sei­ner Ver­bis­sen­heit wur­de er vom Außen­mi­nis­te­ri­um bereits mit Char­lie Wil­son ver­gli­chen, jenem Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten aus Texas, der anfäng­lich fast im Allein­gang die Waf­fen­ver­käu­fe an die afgha­ni­schen Rebel­len wäh­rend der sowje­ti­schen Besat­zung orga­ni­sier­te. Anleh­nend an “Char­lie Wil­sons Krieg” wid­me­te ihm die New York Times 2008 einen län­ge­ren Arti­kel unter dem Titel “Stuart Leveys Krieg”. 

Bei der jähr­li­chen AIPAC-Kon­fe­renz 2005 in Washing­ton, einer der mäch­tigs­ten Pro-Isra­el-Lob­by­is­ten in den USA, zeig­te Levey bereits nach kur­zer Zeit im Amt, wohin die Rei­se gehen soll :

Ich war ein Bewun­de­rer der groß­ar­ti­gen Arbeit, die die­se Orga­ni­sa­ti­on seit mei­nen Tagen an dem ein­jäh­ri­gen Pro­gramm an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät von 1983 und 1984 leis­tet. (…) (Mein) Büro bringt eine Viel­zahl von Behör­den und Mög­lich­kei­ten unter einen Hut, was es uns erlaubt, eine Rei­he von Werk­zeu­gen gegen ver­schie­de­ne Bedro­hun­gen ein­zu­set­zen, ob das Ter­ro­ris­ten, Dro­gen­dea­ler, Ver­brei­ter von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen oder Schur­ken­re­gime wie der Iran und Nord­ko­rea sind. Wir erhe­ben Wirt­schafts­sank­tio­nen, um Druck auf quer­schla­gen­de Régime aus­zu­üben, und wir haben die Mög­lich­keit, Ver­mö­gens­wer­te von Mis­se­tä­tern ein­zu­frie­ren.

Nach­dem Stuart Levey nach sie­ben Jah­ren im Amt von David Ste­ven Cohen 2011 abge­löst wur­de, bezeich­ne­te der bri­ti­sche Jour­na­list und Nah­ost­ex­per­te Patrick Sea­le die Posi­ti­on des Staats­se­kre­tärs für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on als einen “Job, der für Pro-Isra­el-Neo­cons reser­viert zu sein scheint, die einen Wirt­schafts­krieg gegen Tehe­ran füh­ren”. Da sich Cohen sehr schnell den Spitz­na­men “Sank­ti­ons­gu­ru” ein­ge­han­delt hat, scheint die Behaup­tung von Sea­le zumin­dest nicht voll­kom­men abwe­gig zu sein. Zusam­men mit Isra­el stimm­te Cohen dann sei­nen Kampf gegen den Iran ab und wei­te­te die­sen auch auf Syri­en aus.

Nach drei­ein­halb Jah­ren auf die­sem Pos­ten wech­sel­te der “Sank­ti­ons­gu­ru” in die Welt der Geheim­diens­te und wur­de zum Vize­di­rek­tor der CIA ernannt, obwohl er über “kei­ne Erfah­rung in einer Geheim­dienst­or­ga­ni­sa­ti­on ver­fügt”, wie die Jeru­sa­lem Post fest­stell­te.

In die­sem Umfeld wur­de Sig­al Man­del­ker das Hand­werk des Wirt­schafts­krie­ges bei­gebracht, wel­ches sie seit ihrer Ernen­nung zur Staats­se­kre­tä­rin im Finanz­mi­nis­te­ri­um von Ste­ven Mnu­chin noch wei­ter aus­bau­te. Die­ser von ihr geführ­te Wirt­schafts­krieg betrifft nicht nur den Iran direkt, son­dern auch ande­re Län­der, die mit dem Iran Han­del trei­ben oder Öl kau­fen wol­len. Sie alle wer­den zum poten­zi­el­len Ziel von Sank­tio­nen, wenn die ers­ten Dro­hun­gen nicht die gewünsch­te Ände­rung im Ver­hal­ten brin­gen.

Wäh­rend es oft die Ver­tre­ter des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums sind, also Diplo­ma­ten oder der Minis­ter per­sön­lich, die die betref­fen­den Regie­run­gen ermah­nen und zum Rück­zug aus dem Iran-Geschäft drän­gen, so steckt stets die unsicht­ba­re Hand von Man­del­ker dahin­ter. Das muss­te auch Per Fischer, der die aus der Not gebo­re­ne Tausch­bör­se Ins­tex mit­auf­ge­baut hat­te, am eige­nen Leib erfah­ren, als ihn ein Brief vom 7. Mai aus Washing­ton erreich­te. Dar­in warn­te ihn die Staats­se­kre­tä­rin, dass jeder, der mit Ins­tex in Zusam­men­hang gebracht wird und einen Han­del mit dem Iran unter Umge­hung von US-Sank­tio­nen betreibt, mit “schwe­ren Kon­se­quen­zen” rech­nen müs­se. Die­se könn­ten einen “Aus­schluss vom Zugang zum US-Finanz­sys­tem” bedeu­ten. Sein Nach­fol­ger Bernd Erbel, Deutsch­lands Bot­schaf­ter in Kai­ro, Bag­dad und Tehe­ran, wur­de unter dubio­sen Umstän­den aus dem Amt gedrängt, noch bevor er über­haupt rich­tig los­le­gen konn­te.

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz und der Fall Bernd Erbel : Wie BILD unlieb­sa­me Diplo­ma­ten aus­bremst

Auch die schon an Mafia­me­tho­den erin­nern­de Ver­fol­gung, Bedro­hung und ver­such­te Bestechung von Kapi­tä­nen, wie der jüngs­te Fall mit dem ira­ni­schen Super­tan­ker “Adri­an Darya 1” zeig­te, trägt Man­del­kers Hand­schrift. Sie ist es auch, die die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve von Emma­nu­el Macron zur Ret­tung des Atom­deals mit dem Iran sabo­tiert und sich wei­gert, grü­nes Licht für eine Kre­dit­li­nie von 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu ertei­len, wie es den Fran­zo­sen und Ira­nern vor­schwebt. Statt­des­sen inten­si­vie­ren die USA die Jagd auf die ira­ni­schen Öllie­fe­run­gen, die sie voll­stän­dig zum Erlie­gen brin­gen wol­len.

Unter­stüt­zung erhält Washing­ton vom israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu, der sich zu einem äußerst kurz­fris­ti­gen Über­ra­schungs­be­such bei sei­nem Amts­kol­le­gen in Lon­don ankün­dig­te. Gan­ze 29 Minu­ten dau­er­te das Gespräch mit Boris John­son, der sich mit­ten im Bre­x­it-Cha­os befin­det. Netan­ja­hu for­der­te von ihm, dass Groß­bri­tan­ni­en als ver­blie­be­ner Ver­trags­part­ner des Atom­ab­kom­mens die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve von Macron ablehnt. Noch vor dem Abflug sag­te er am Flug­ha­fen von Tel Aviv : 

Das ist nicht die Zeit, um Gesprä­che mit dem Iran zu füh­ren. Das ist die Zeit, um den Druck auf den Iran zu erhö­hen. Das sind immer wich­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten für den Staat Isra­el, aber ins­be­son­de­re jetzt.

Damit dürf­te Netan­ja­hu Sig­al Man­del­ker aus der See­le gespro­chen und sie noch wei­ter in ihrem Wirt­schafts­krieg bestärkt haben. Nach John­son traf sich der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent in Lon­don noch mit dem US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper und dem Vize­prä­si­den­ten Mike Pence. 

Mehr zum The­ma — Netan­ja­hu alar­miert über mög­li­che Annä­he­rung zwi­schen USA und Iran

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Wohin die Liebe führt : CDU-Politikerin bildet Fraktion mit ihrem AfD-Ehemann


Zuvor hat­te die CDU ein deutsch­land­wei­tes Zusam­men­ar­beits­ver­bot mit der AfD beschlos­sen. Unter ande­rem hat­te sich CDU-Che­fin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er gegen eine Koope­ra­ti­on mit der AfD aus­ge­spro­chen. Trotz schar­fer Kri­tik aus den eige­nen Rei­hen hält Moni­ka Schir­de­wahn an der geplan­ten Zusam­men­ar­beit mit ihrem Ehe­mann im Gemein­de­rat von Fran­ken­stein fest. Sie sag­te am Don­ners­tag :

Heu­te Abend ist die ers­te Gemein­de­rats­sit­zung in Fran­ken­stein und wir bil­den jeweils mit einer Per­son zusam­men eine Frak­ti­on.

Schir­de­wahn ist die ein­zi­ge CDU-Ver­tre­te­rin, ihr Ehe­mann der ein­zi­ge AfD-Poli­ti­ker im Gemein­de­rat. Wegen der vor­ge­se­he­nen Zusam­men­ar­beit hat der CDU-Kreis­vor­stand ein Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren gegen die Poli­ti­ke­rin auf den Weg gebracht. Wie der CDU-Kreis­vor­sit­zen­de Mar­cus Klein gegen­über der Rhein­pfalz  sag­te, war für ihn damit eine rote Linie über­schrit­ten :

Die Bil­dung einer Koali­ti­on mit der AfD ver­stößt gegen Beschlüs­se der CDU und ist par­tei­schä­di­gend. Des­halb habe ich Frau Schir­de­wahn auf­ge­for­dert, davon Abstand zu neh­men, oder zumin­dest ihre Mit­glied­schaft ruhen zu las­sen.

Gerd Schrei­ner, der desi­gnier­te Gene­ral­se­kre­tär der rhein­land-pfäl­zi­schen CDU, kom­men­tier­te den Fall fol­gen­der­ma­ßen :

Wir kön­nen und wir wer­den das nicht dul­den, dass ein CDU-Mit­glied mit der AfD eine Frak­ti­ons­ge­mein­schaft bil­det. Das wider­spricht allem, was uns wich­tig ist und was wir beschlos­sen haben.

Die Ent­schei­dung über den Par­tei­aus­schluss soll Mit­te Sep­tem­ber fal­len. Moni­ka Schir­de­wahn hat­te ange­kün­digt, sie wer­de gegen einen Aus­schluss “bis in die letz­te Instanz gehen”. Sie begrün­det die Zusam­men­ar­beit etwa mit einem Streit um die Trink­was­ser­ver­sor­gung eines ört­li­chen Wohn­ge­biets.

Inter­net­nut­zer ste­hen dem Bünd­nis kri­tisch gegen­über. Auf Twit­ter hagel­te es regel­recht Kri­tik, in den sozia­len Medi­en kur­sie­ren die Hash­tags #Fran­ken­stein und #Nie­Wie­der­CDU :

Mehr zum The­ma — Kramp-Kar­ren­bau­er zum Umgang mit der AfD : Kurs der kla­ren Abgren­zung

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Betteln ja, aber nur mit bezahlter Erlaubnis : Schwedische Stadt führt Bettelgenehmigungen ein


Das Obers­te Gericht in Schwe­den hat­te den Städ­ten und Kom­mu­nen im ver­gan­ge­nen Jahr erlaubt, das Bet­teln zu ver­bie­ten. Eini­ge Städ­te reagier­ten mit regio­na­len Ver­bo­ten. Umge­rech­net kos­tet die Bet­tel­ge­neh­mi­gung in der west­schwe­di­schen Stadt Eskil­st­u­na künf­tig 23,36 Euro und muss jeden Tag erneut ein­ge­holt wer­den. 

Jim­my Jans­son von den Sozi­al­de­mo­kra­ten der Stadt erklär­te dies­be­züg­lich :

Wir büro­kra­ti­sie­ren (das Bet­teln) und machen es schwie­ri­ger, dann sehen wir, wie es funk­tio­niert. Ich hof­fe, die Poli­zei ist in der Lage, es so umzu­set­zen, dass jeden Tag eine neue Geneh­mi­gung benö­tigt wird.

Die Lokal­zei­tung Eskil­st­u­na-Kur­i­ren berich­te­te, dass die Bett­ler auf die Neu­re­ge­lung reagier­ten, indem sie nun selbst­ge­pflück­te Bee­ren ver­kauf­ten. Jans­son ist sich jedoch sicher, dass sich die Laden­be­sit­zer bald gegen die ille­ga­len Bee­ren­ver­käu­fer weh­ren wer­den. 

In Däne­mark gibt es bereits seit 2014 Bet­tel­ver­bo­te

Als ers­te Stadt in Schwe­den begann Vel­lin­ge im Süden des Lan­des Anfang des Jah­res, gegen Bett­ler vor­zu­ge­hen. Die Gemein­de hat­te zuvor vor dem höchs­ten Ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des erfolg­reich geklagt. Sie argu­men­tier­te, Bett­ler stell­ten eine Stö­rung der öffent­li­chen Ord­nung dar, weil sie in der Öffent­lich­keit uri­nier­ten und Müll hin­ter­lie­ßen. Laut einer Unter­su­chung des staat­li­chen Nach­rich­ten­sen­ders SVT sind 40 Gemein­den in Schwe­den an Bet­tel­ver­bo­ten inter­es­siert. In Däne­mark gibt es sol­che Ver­bo­te bereits seit 2014. Auch in ande­ren euro­päi­schen Län­dern wie etwa in Nor­we­gen und Öster­reich kön­nen Kom­mu­nen loka­le Bet­tel­ver­bo­te aus­spre­chen. 

Mehr zum The­ma — Schwe­di­sche Gemein­den dür­fen das Bet­teln ver­bie­ten

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Fast die Hälfte aller Neuwagen in Norwegen elektrisch – Tesla 3 führt Liste an


Ins­ge­samt waren 48,4 Pro­zent aller von Janu­ar bis Juni ver­kauf­ten Neu­wa­gen in Nor­we­gen Elek­tro­au­tos. Im Jahr 2018 betrug der Anteil noch 31,2 Pro­zent. Tes­las Modell 3 war Nor­we­gens meist­ver­kauf­tes Fahr­zeug, sag­te der Nor­we­gi­sche Stra­ßen­ver­band (NRF) bei der Bekannt­ga­be der neu­es­ten Ver­kaufs­da­ten am Mon­tag.

Ins­ge­samt waren 48,4 Pro­zent aller von Janu­ar bis Juni ver­kauf­ten Neu­wa­gen Elek­tro­au­tos, womit jetzt schon die 31,2 Pro­zent für das Gesamt­jahr 2018 über­trof­fen wur­den. Nor­we­gen ist somit mit Abstand die welt­weit füh­ren­de Nati­on beim Kauf von Elek­tro­au­tos.

Im gesam­ten ers­ten Halb­jahr 2019 war Tes­la die meist­ver­kauf­te Auto­mar­ke

Mit dem Ziel, den Ver­kauf von Die­sel- und Ben­zin­mo­to­ren bis Mit­te des nächs­ten Jahr­zehnts ein­zu­stel­len, befreit Nor­we­gen bat­te­rie­be­trie­be­ne Autos von den hohen Steu­ern, die auf Fahr­zeu­ge mit fos­si­len Brenn­stof­fen erho­ben wer­den. Dar­über hin­aus bie­tet es Vor­tei­le wie bei­spiels­wei­se Ermä­ßi­gun­gen bei der Maut.

Die Regie­rung hat Mar­ken wie Tes­la, Nis­san, Hyun­dai und BMW gestärkt, die alle voll­elek­tri­sche Fahr­zeu­ge anbie­ten, im Gegen­satz zu Hybri­den, die Elek­tro­mo­to­ren zum Antrieb ver­wen­den, aber auch einen Ver­bren­nungs­mo­tor besit­zen. Her­stel­ler ohne voll­elek­tri­sche Ange­bo­te, wie Ford und Mer­ce­des, sind im Absatz rück­läu­fig. Bei­de haben aller­dings ange­kün­digt, ab 2020 Elek­tro­au­tos in Nor­we­gen anzu­bie­ten.

Tes­la ver­kauf­te im Juni in Nor­we­gen 3.760 Fahr­zeu­ge, was einem Anteil von 24,5 Pro­zent an allen Autos im Monat ent­sprach. Auch im gesam­ten ers­ten Halb­jahr war Tes­la die meist­ver­kauf­te Mar­ke.

Mehr zum The­ma — Bank of Ame­ri­ca : Elek­tro­au­tos wer­den Ölnach­fra­ge inner­halb von zehn Jah­ren zer­stö­ren

Der größ­te Teil des Umsat­zes ent­fiel auf das mit­tel­gro­ße Modell 3, wäh­rend die grö­ße­ren Model­le S und X im Ver­gleich zum Vor­jahr gerin­ge­re Absät­ze ver­zeich­ne­ten.

Die Inter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur (IEA), zu der bei der Zäh­lung von Elek­tro­au­tos auch die meist­ver­kauf­ten Plug-in-Hybri­de gehö­ren, maß den Anteil Nor­we­gens im Jahr 2017 mit 39 Pro­zent des Umsat­zes, weit vor dem zweit­plat­zier­ten Island mit 12 Pro­zent und Schwe­den mit 6 Pro­zent.

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Neues Wahlrecht in Kuba : Parlament führt Präsidentenamt ein


Am 13. Juli hat die Natio­nal­ver­samm­lung der Volks­macht in Havan­na ein neu­es Wahl­recht ange­nom­men, das für den sozia­lis­ti­schen Insel­staat künf­tig sowohl einen Prä­si­den­ten als auch einen Regie­rungs­chef vor­sieht. Die Abge­ord­ne­ten nah­men das neue Gesetz ein­stim­mig an, mit dem auch ihre eige­nen Amts­zei­ten künf­tig auf zwei fünf­jäh­ri­ge Man­da­te begrenzt wer­den. Zudem soll das kuba­ni­sche Par­la­ment nach der nächs­ten Wahl von 605 auf 474 Sit­ze ver­klei­nert wer­den. Das Ein­par­tei­sys­tem wird aber bei­be­hal­ten.

Die Ämter eines Prä­si­den­ten und Regie­rungs­chefs waren im Jahr 1976 mit der Ver­ab­schie­dung der sozia­lis­ti­schen Ver­fas­sung abge­schafft wor­den. Erst im April die­ses Jah­res wur­de die kuba­ni­sche Ver­fas­sung in einer Volks­ab­stim­mung geän­dert, die unter ande­rem auch mehr wirt­schaft­li­che Frei­hei­ten erlaubt. In der neu­en Ver­fas­sung des Kari­bik-Lan­des ist erst­mals der Begriff des pri­va­ten Besit­zes ver­an­kert. Sie erkennt zudem die Bedeu­tung klei­ner und mitt­le­rer Unter­neh­men, aus­län­di­scher Inves­ti­tio­nen und des Wett­be­werbs für die Wirt­schaft an. (dpa)

Mehr zum The­ma — Gro­ße Mehr­heit der Kuba­ner stimmt für neue Ver­fas­sung

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DNA, Freundschaften und Tattoos : US-Heimatschutz führt sensible Daten auf Amazon-Server zusammen


Orwell lässt grü­ßen bei der neu­en Hei­mat­schutz­maß­nah­me der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Das US Depart­ment of Home­land Secu­ri­ty, also das Minis­te­ri­um für Inne­re Sicher­heit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten oder auch Hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­um, aktua­li­siert sei­ne Daten­bank, um DNA-Pro­fi­le mit sei­nem mas­si­ven Spei­cher von Fin­ger­ab­drü­cken und Gesichts­scans zusam­men­zu­le­gen. Anver­traut wer­den die sen­si­blen Daten aus­ge­rech­net Ama­zon.

Mehr zum The­ma — Alles für das “Kun­den­er­leb­nis”: Ama­zon lässt Pri­vat­ge­sprä­che mit Ale­xa “ana­ly­sie­ren”

Das Office of Bio­metric Iden­ti­ty Manage­ment (OBIM), zu Deutsch in etwa Büro für bio­me­tri­sches Iden­ti­täts­ma­nage­ment, nutz­te ursprüng­lich im Rah­men des Grenz­schut­zes Besu­cher- und Migra­ti­ons­sta­tus­an­zei­ge­tech­no­lo­gie und unter­stützt nach eige­nen Anga­ben den vom Hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­um ver­ant­wor­te­ten Schutz der Nati­on durch die Bereit­stel­lung bio­me­tri­scher Iden­ti­fi­ka­ti­ons­diens­te, “die Ent­schei­dungs­trä­gern von Bundes‑, Lan­des- und Kom­mu­nal­be­hör­den hel­fen, die Per­so­nen, denen sie begeg­nen, genau zu iden­ti­fi­zie­ren und fest­zu­stel­len, ob die­se Per­so­nen ein Risi­ko für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten dar­stel­len”.

Das Auto­ma­ted Bio­metric Iden­ti­fi­ca­ti­on Sys­tem (IDENT), mit dem die Behör­de Fin­ger­ab­drü­cke, Iris­scans und Gesichts­er­ken­nung mit bio­gra­fi­schen Infor­ma­tio­nen ver­gleicht, soll durch das noch dys­to­pi­sche­re Home­land Advan­ced Reco­gni­ti­on Tech­no­lo­gy Sys­tem (HART) ersetzt wer­den, das außer­dem DNA, Hand­ab­drü­cke, Tat­toos, Nar­ben und ande­re phy­si­sche Merk­ma­le hin­zu­fügt.

Das Sys­tem wird auch Daten über “Bezie­hungs­mus­ter” der Men­schen, mög­li­cher­wei­se aus Soci­al-Media-Pro­fi­len gewon­nen, die nach Anga­ben des DHS auch “nicht offen­sicht­li­che Bezie­hun­gen” – was auch immer das bedeu­ten mag – sowie Daten aus Kon­tak­ten mit Ord­nungs­hü­tern ent­hal­ten, die oft unter zwei­fel­haf­ten recht­li­chen Umstän­den statt­fin­den.

Wäh­rend IDENT, das Infor­ma­tio­nen über mehr als 250 Mil­lio­nen Men­schen ent­hält, seit sei­ner Ent­wick­lung im Jahr 1994 in staat­li­chen Rechen­zen­tren unter­ge­bracht ist, wird HART in der “Ama­zon Web Ser­vices Fed­RAMP cer­ti­fied Gov­Cloud” unter­kom­men, so das Minis­te­ri­um, das mit Nor­throp Grum­man einen Ver­trag über den Auf­bau der neu­en Daten­bank abge­schlos­sen hat.

Ama­zon wird das gesam­te Sys­tem steu­ern, von den “bio­me­tri­schen Abgleichs­mög­lich­kei­ten für Fin­ger­ab­druck, Iris und Gesichts­er­ken­nung” bis hin zu den bio­me­tri­schen Bil­dern selbst. Es ist nicht klar, ob die Gesichts­er­ken­nungs­da­ten­bank mit der Erken­nungs­soft­ware von Ama­zon ver­bun­den ist, die das Unter­neh­men an meh­re­re Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den ver­kauft hat.

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Damit schließt das DHS sich der CIA, dem Pen­ta­gon, der NASA und ande­ren Bun­des­be­hör­den an, die ihre sen­si­blen Daten eben­falls Ama­zon über­ge­ben haben. Laut einem Exper­ten der CIA soll die Cloud aller­dings siche­rer als die alten Sys­te­me der Regie­rung sein – seit 2014 ver­traut die CIA mit sei­nen Daten dem Unter­neh­men des reichs­ten Man­nes Nord­ame­ri­kas, und es wur­de bis­her nicht gehackt. 

Das Hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­um teilt Daten und Tech­no­lo­gi­en mit dem Pen­ta­gon und dem FBI und kann auf deren Schatz von 640 Mil­lio­nen Fotos für den Ein­satz in Gesichts­er­ken­nungs­sys­te­men sowie auf die kon­su­la­ri­sche Daten­bank des Außen­mi­nis­te­ri­ums zugrei­fen, in der fast 500 Mil­lio­nen Visa- und Pass­ak­ten gespei­chert sind. Dar­über hin­aus hat sie sogar Zugang zu den Daten­ban­ken meh­re­rer aus­län­di­scher Regie­run­gen sowie zu den Daten loka­ler und bun­des­staat­li­cher Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den wie auch der Stam­mes­po­li­zei.

Im ver­gan­ge­nen Monat wur­den 95 Mil­lio­nen Daten­sät­ze, ein­schließ­lich Num­mern­schil­der und Fotos, von Customs and Bor­der Pro­tec­tion (CBP), der Zoll- und Grenz­schutz­be­hör­de des Hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­ums, gestoh­len. Wäh­rend CBP den US-Bür­gern zu ver­si­chern ver­such­te, dass ihre bio­me­tri­schen Daten sicher sei­en, und den Auf­trag­neh­mer Per­cep­tics dafür ver­ant­wort­lich mach­te, Sicher­heits­pro­to­kol­le nicht ein­ge­hal­ten zu haben, war dies der zwei­te gro­ße DHS-Hack in die­sem Jahr, der zu einer ernst­haf­ten Kri­se des Ver­trau­ens in die Behör­de führ­te, die die bio­me­tri­schen Merk­ma­le von Mil­lio­nen geset­zes­treu­er Bür­ger kon­trol­liert.

Im April hat die Federal Emer­gen­cy Manage­ment Agen­cy (FEMA), die natio­na­le Koor­di­na­ti­ons­stel­le für Kata­stro­phen­hil­fe, die Kon­trol­le über sen­si­ble Daten – ein­schließ­lich der Bank­kon­to­da­ten – von 2,3 Mil­lio­nen Über­le­ben­den von Kata­stro­phen ver­lo­ren, sodass eini­ge der am stärks­ten gefähr­de­ten Men­schen des Lan­des neben ihren ande­ren Pro­ble­men auch noch leich­te Beu­te für Iden­ti­täts­die­be wur­den.

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RT Deutsch


Ehemaliger-Airbus-Chef Tom Enders führt Gesellschaft für Auswärtige Politik 


Am Don­ners­tag wähl­te die Mit­glie­der­ver­samm­lung der Deut­schen Gesell­schaft für Aus­wär­ti­ge Poli­tik (DGAP) den ehe­ma­li­gen Air­bus-Kon­zern­chef Tom End­ers zum neu­en Prä­si­den­ten, wie der Ver­ein per Twit­ter mit­teil­te.

Wir freu­en uns sehr auf die Zusam­men­ar­beit!”

End­ers über­nimmt das Ehren­amt vom Unter­neh­mer Arend Oet­ker, der mehr als 14 Jah­re an der Spit­ze stand. Die DGAP ist eine renom­mier­te Denk­fa­brik und ein Netz­werk mit nach eige­nen Anga­ben knapp 3.000 Mit­glie­dern, sie befasst sich mit aktu­el­len The­men der deut­schen Außen­po­li­tik.

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In den 1990er Jah­ren war End­ers unter ande­rem bei der MBB/DASA in unter­schied­li­chen Posi­tio­nen tätig, bis zum Geschäfts­füh­rer und Vor­sit­zen­den des Auf­sichts­ra­tes bei der DASA, die im Jahr 1989 die Mes­ser­schmitt-Böl­k­ow-Blohm GmbH (MBB), einen der größ­ten deut­schen Luft- und Raum­fahrt– sowie Rüs­tungs­kon­zer­nen, über­nom­men hat.

Zudem sitzt End­ers in den Auf­sichts­rä­ten der Deut­schen BP Akti­en­ge­sell­schaft und der Dor­nier GmbH, deren Füh­rung und Mehr­heit Mit­te der 1980er Jah­re von der Daim­ler-Benz AG über­nom­men und spä­ter in die EADS inte­griert wur­de und deren mili­tä­ri­sche Luft­fahrt, Raum­fahrt, Wehr- und Sys­tem­tech­nik Teil von Air­bus Defence und Space ist.

End­ers stand von 2012 bis zum ver­gan­ge­nen April an der Spit­ze des euro­päi­schen Luft­fahrt- und Rüs­tungs­kon­zerns Air­bus, der bis 2014 noch EADS hieß. Zuvor war der wegen sei­ner Bun­des­wehr­kar­rie­re auch “Major Tom” genann­te frü­he­re Fall­schirm­jä­ger von 2005 bis 2007 bereits EADS-Co-Chef und führ­te dann fünf Jah­re lang die wich­ti­ge Ver­kehrs­flug­zeug­toch­ter.

Zu den mil­li­ar­den­schwe­ren Geschäf­ten von EADS unter End­ers gehör­ten Rüs­tungs­ge­schäf­te, dar­un­ter umstrit­te­ne Grenz­si­che­rungs­an­la­gen mit Sau­di-Ara­bi­en. Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen kri­ti­sier­ten die für EADS und Daim­ler lukra­ti­ven Geschäf­te der Bun­des­re­gie­rung mit der Golf­mon­ar­chie. Meh­re­re Grenz­an­la­gen wur­den dem­nach von einem sau­di-ara­bi­schen Bau­un­ter­neh­men gemein­sam mit Cas­si­di­an, einer Toch­ter des euro­päi­schen Luft- und Raum­fahrt­kon­zerns EADS, unter ande­rem an der Gren­ze zum Jemen errich­tet.

Für das Unter­neh­men, an dem unter ande­rem der deut­sche Auto­bau­er Daim­ler, der fran­zö­si­sche Misch­kon­zern Lagar­dè­re und Spa­ni­en betei­ligt sind, geht es um ein Mil­li­ar­den­ge­schäft. Wie wich­tig die Grenz­pro­jek­te in der Golf-Regi­on sind, zeigt ein Blick in die Unter­neh­mens­zie­le von EADS für das Jahr 2012. Ein Schwer­punkt lau­tet : “Erfolg­rei­che Aus­füh­rung der Grenz­si­che­rungs­auf­trä­ge sicher­stel­len”. 2007 erhielt EADS den Auf­trag, die Gren­zen Katars zu sichern. Kurz dar­auf folg­te Sau­di-Ara­bi­en. EADS hofft auf wei­te­re Auf­trä­ge in dem Seg­ment. Neben dem Boden­ra­dar könn­ten spä­ter im Süden auch noch Droh­nen zum Ein­satz kom­men, berich­tet ein sau­di-ara­bi­scher Inge­nieur. Die Sau­dis kauf­ten nur das Bes­te, sagt ein deut­scher Poli­zist,” heißt es im Amnes­ty Jour­nal von 2012.

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Ab 2005 war End­ers Vor­sit­zen­der der Atlan­tik-Brü­cke, sein Nach­fol­ger wur­de 2009 Fried­rich Merz. Im Jahr 2011 gab End­ers sein CSU-Par­tei­buch ab auf­grund sei­ner Frus­tra­ti­on mit der deut­schen Ent­hal­tung im UN-Sicher­heits­rat zum Liby­en-Kon­flikt sowie der Atom­wen­de von Kanz­le­rin Mer­kel.

Im Dezem­ber 2017 wur­de bekannt, dass es beim euro­päi­schen Luft­fahr­trie­sen Air­bus ab 2019 einen Wech­sel im Top-Manage­ment geben wird. Zuvor hat­te es gegen Air­bus in Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich Kor­rup­ti­ons­er­mitt­lun­gen gege­ben, bei denen End­ers als Zeu­ge ver­nom­men wur­de. Dabei ging es um den Ver­dacht der Bestechung aus­län­di­scher Beam­ter sowie um Geld­wä­sche­vor­wür­fe.

Das Amt bei der DGAP ist für End­ers eine Rück­kehr : Er hat­te frü­her zeit­wei­se als For­schungs­as­sis­tent der DGAP gear­bei­tet, wie die Gesell­schaft mit­teil­te. Bevor er in die Luft­fahrt­bran­che wech­sel­te, war End­ers von 1989 bis 1991 Mit­ar­bei­ter im Pla­nungs­stab des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums.

RT Deutsch


Tansania führt Verbot von Plastiktüten ein


Mit dem Ver­bot von Plas­tik­tü­ten folgt Tan­sa­nia ande­ren afri­ka­ni­schen Län­dern wie Ruan­da und Kenia, die bereits ein Plas­tik­tü­ten-Ver­bot ein­ge­führt haben. Nach Anga­ben des UN-Umwelt­pro­gramms haben welt­weit 61 Staa­ten die Her­stel­lung und den Import von Plas­tik­tü­ten ver­bo­ten und 83 Staa­ten ihren kos­ten­lo­sen Ver­trieb.

Wie der Staats­se­kre­tär für Umwelt im Büro des Vize­prä­si­den­ten Tan­sa­ni­as, Janu­a­ry Makam­ba, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur mit­teil­te, dro­he den Her­stel­lern eine Geld­stra­fe von bis zu einer Mil­li­ar­de tan­sa­ni­scher Schil­lin­ge (etwa 390.000 Euro) oder zwei Jah­re Haft. Nut­zer von Plas­tik­tü­ten müss­ten mit einer Buße in Höhe von 30.000 Schil­lin­gen (etwa zwölf Euro) oder mit zwei Wochen im Gefäng­nis rech­nen. Plas­tik blei­be nur in der Medi­zin, in der Land­wirt­schaft oder in der Bau­in­dus­trie erlaubt.

Umwelt­schüt­zer lob­ten die Ent­schei­dung der tan­sa­ni­schen Regie­rung. “Plas­tik ist die Num­mer eins der Umwelt­ver­schmut­zer”, teil­te der WWF-Chef in Tan­sa­nia, Ama­ni Ngus­aru, nach der Ver­kün­dung des Ver­bots im April mit. Aller­dings beschwer­ten sich eini­ge Bür­ger Tan­sa­ni­as, dass nicht aus­rei­chend Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen wor­den sei­en. Eini­ge Exper­ten mahn­ten, dass ein Ver­bot nicht immer ziel­füh­rend sei : Alter­na­ti­ven wie die Papier­tü­te sei­en nicht unbe­dingt gut für die Umwelt und die Plas­tik­tü­te mache nur einen klei­nen Teil des Plas­tik­mülls aus.

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In Deutsch­land gibt es eine mit dem Han­del ver­ein­bar­te Bezahl­pflicht, wodurch Händ­ler frei­wil­lig Geld für die Tra­ge­ta­schen ver­lan­gen. Jüngst hat aller­dings Ent­wick­lungs­hil­fe­mi­nis­ter Gerd Mül­ler auch ein Plas­tik­tü­ten-Ver­bot gefor­dert. (dpa)

RT Deutsch