WHO : Jede Minute fünf Tote durch falsche medizinische Behandlung


Im Vor­feld des Tags der Pati­en­ten­si­cher­heit hat die WHO ihre Sta­tis­ti­ken zu ärzt­li­chen Kunst­feh­lern ver­öf­fent­licht. Dem­nach erlei­den 40 Pro­zent der Pati­en­ten welt­weit bei ambu­lan­ten Behand­lun­gen Schä­den, im Kran­ken­haus sind es zehn Pro­zent. In den rund 150 Län­dern mit nie­de­ren und mitt­le­ren Ein­kom­men kom­men 2,6 Mil­lio­nen Men­schen im Jahr durch feh­ler­haf­te medi­zi­ni­sche Behand­lung ums Leben.

Jede Minu­te ster­ben fünf Men­schen wegen feh­ler­haf­ter Behand­lung”, sag­te WHO-Chef Tedros Adha­nom Ghe­breye­sus in Genf.

Die Band­brei­te der Feh­ler ist groß : Man­che Pati­en­ten bekom­men eine fal­sche Dia­gno­se oder fal­sche Medi­ka­men­te, sie wer­den falsch bestrahlt oder infi­zier­ten sich wäh­rend der Behand­lung. Auch Ampu­ta­tio­nen fal­scher Glied­ma­ßen oder Hirn­ope­ra­tio­nen auf der fal­schen Sei­te des Kop­fes kom­men vor.

Es ist ein glo­ba­les Pro­blem. Feh­ler machen ist mensch­lich. Aber von Feh­lern nicht zu ler­nen ist inak­zep­ta­bel”, sag­te die WHO-Ver­ant­wort­li­che Neelam Dhin­gra-Kumar.

Ihr zufol­ge gehe das Pro­blem unter ande­rem auch auf eine stren­ge Hier­ar­chie in vie­len Ein­rich­tun­gen zurück, wo Juni­or­per­so­nal sich nicht traue, etwas zu sagen. Oder Ange­stell­te ver­schwie­gen Feh­ler aus Angst vor Repres­sa­li­en. Feh­ler müss­ten aber erkannt und benannt wer­den.

Mit mehr Sicher­heit lässt sich viel Geld spa­ren, denn geschä­dig­te Pati­en­ten müs­sen län­ger in Behand­lung blei­ben. Laut WHO-Sta­tis­ti­ken sind in den USA in Medi­ca­re-Kran­ken­häu­sern zwi­schen 2010 und 2015 durch bes­se­re Sicher­heits­maß­nah­men rund 28 Mil­li­ar­den Dol­lar (gut 25 Mil­li­ar­den Euro) ein­ge­spart wor­den. Nach Anga­ben der WHO geht Deutsch­land wie eini­ge ande­re Län­der mit gutem Bei­spiel vor­an, um Feh­ler so weit wie mög­lich zu ver­mei­den. (dpa)

Mehr zum The­ma — Spek­ta­ku­lä­rer Fund von Ärz­ten in Mos­kau : Mann leb­te 60 Jah­re pro­blem­los mit nur einer Gehirn­hälf­te

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Fünf Tote bei Kollision von Kleinflugzeug und Hubschrauber auf Mallorca


Beim Zusam­men­stoß eines Hub­schrau­bers mit einem Klein­flug­zeug auf der spa­ni­schen Urlaubs­in­sel Mal­lor­ca sind am Sonn­tag fünf Men­schen ums Leben gekom­men. Drei der Opfer sei­en Insas­sen des Flug­zeugs gewe­sen, zwei hät­ten sich in dem Heli­ko­pter befun­den, berich­te­te das spa­ni­sche Fern­se­hen unter Beru­fung auf die Ein­satz­kräf­te.

Das Unglück ereig­ne­te sich am frü­hen Nach­mit­tag aus noch unbe­kann­ter Ursa­che nahe der Stadt Inca im Inne­ren der Balea­ren­in­sel.

(rt deutsch/dpa) 

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Russland und China wollen Handelsumsatz in fünf Jahren auf 200 Milliarden US-Dollar verdoppeln


Mos­kau und Peking haben alle Hin­der­nis­se besei­tigt, die ihre sich schnell ent­wi­ckeln­de Zusam­men­ar­beit behin­dern könn­ten. Das teil­te der neue chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Mos­kau Zhang Han­hui mit. Er kün­dig­te den Zeit­plan für die Errei­chung des ehr­gei­zi­gen Zie­les an, das der­zei­ti­ge Han­dels­vo­lu­men­zwi­schen Russ­land und Chi­na zu ver­dop­peln. Am Mitt­woch sag­te er vor Jour­na­lis­ten :

Bis 2024 wer­den wir einen Han­dels­um­satz von 200 Mil­li­ar­den US-Dol­lar errei­chen. Ich den­ke, die­ses Ziel ist erreich­bar, weil sich die Han­dels- und Wirt­schafts­ko­ope­ra­ti­on von nun an rasant ent­wi­ckelt.

Die Zahl wur­de zuvor schon vom rus­si­schen Minis­ter für Wirt­schafts­ent­wick­lung Maxim Oresch­kin ange­kün­digt. Er hat­te jedoch nicht erläu­tert, bis wann das der­zei­ti­ge Niveau von 108 Mil­li­ar­den US-Dol­lar ver­dop­pelt wer­den soll. Laut chi­ne­si­schen Zoll­da­ten stieg das Han­dels­vo­lu­men zwi­schen den bei­den Län­dern in den ers­ten sie­ben Mona­ten die­ses Jah­res bereits um fast fünf Pro­zent.

Der chi­ne­si­sche Diplo­mat wies dar­auf hin, dass Peking Mos­kau als einen ver­trau­ens­wür­di­gen Part­ner betrach­tet und sei­ne Märk­te immer mehr für rus­si­sche Pro­duk­te öff­net. Wäh­rend Peking in einen eska­lie­ren­den Han­dels­krieg mit Washing­ton ver­wi­ckelt ist und die Impor­te aus den USA, ins­be­son­de­re im Bereich der Agrar­pro­duk­te, redu­ziert, braucht es neue Lie­fe­ran­ten und sieht Russ­land als guten Ersatz. Zhang beton­te :

Wir wer­den einen neu­en Lie­fe­ran­ten wäh­len. Und Russ­land ist das zuver­läs­sigs­te Land.

Abge­se­hen von Waren sei Peking auch dar­an inter­es­siert, die Impor­te von rus­si­schem Gas zu stei­gern, beton­te der Gesand­te. Rus­si­sche Gas­lie­fe­run­gen nach Chi­na lie­gen hin­ter Katar, Aus­tra­li­en und eini­gen zen­tral­asia­ti­schen Staa­ten, doch der rie­si­ge chi­ne­si­sche Markt hat laut Zhang “enor­mes Poten­zi­al” für Mos­kau.

Im Jahr 2014 schlos­sen bei­de Staa­ten einen Gas­ver­trag ab, der den Grund­stein für den Bau der Pipe­line Power of Sibe­ria leg­te. Das Pro­jekt mit einer jähr­li­chen Export­ka­pa­zi­tät von 38 Mil­li­ar­den Kubik­me­tern soll am 1. Dezem­ber in Betrieb gehen.

Mehr zum The­ma — Neue Sei­den­stra­ße : Russ­land baut 2.000 Kilo­me­ter Auto­bahn zwi­schen Euro­pa und Chi­na

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Abschlussbericht im Armbrust-Fall : Die fünf Toten bildeten eine sektenähnliche Gruppe


Sie träum­ten wohl von einer bes­se­ren Welt und glaub­ten sich mehr­fach wie­der­ge­bo­ren. Der Mann und die vier Frau­en, die im Mai tot in Bay­ern und Nie­der­sach­sen gefun­den wur­den, bil­de­ten eine sek­ten­ähn­li­che Grup­pe. Das geht aus dem Abschluss­be­richt der Poli­zei her­vor, der nun, drei Mona­te nach den mys­te­riö­sen Arm­brust-Mor­den in Pas­sau und zwei toten Frau in Wit­tin­gen, vor­ge­legt wur­de. Der bringt ein wenig Licht ins Dun­kel und bestä­tigt Ver­mu­tun­gen, nach denen es sich bei der Grup­pe um eine Art Sek­te han­del­te.

Die Ermitt­ler gehen wei­ter­hin davon aus, dass eine 30-Jäh­ri­ge ihre bei­den Beglei­ter in der Pen­si­on mit deren Ein­ver­ständ­nis töte­te und sich dann selbst das Leben nahm. Dem Pas­sau­er Ober­staats­an­walt Wal­ter Fei­ler zufol­ge war der 53 Jah­re alte Mann wohl der Kopf der sek­ten­ähn­li­chen Grup­pe und hat­te meh­re­re Frau­en um sich geschart.

Zwei Opfer waren mit K.o.-Tropfen betäubt 

Mit einer von ihnen, sei­ner 33-jäh­ri­gen Part­ne­rin, starb er Hand in Hand in einem Dop­pel­bett in der Pen­si­on — dem Obduk­ti­ons­be­richt nach betäubt mit K.o.-Tropfen. Die 30-jäh­ri­ge Drit­te im Bun­de schoss meh­re­re Pfei­le auf die bei­den und töte­te sich dann mit einem Schuss. Sie lag vor dem Bett auf dem Boden, neben sich eine Arm­brust. Mit­ar­bei­ter der Pen­si­on fan­den die Lei­chen am 11. Mai in dem Zim­mer, das die Grup­pe am Abend zuvor gemein­sam bezo­gen hat­te.

Die im nie­der­säch­si­schen Wit­tin­gen tot gefun­de­nen 19 und 35 Jah­re alten Frau­en sind laut Fei­ler wohl an einer Ver­gif­tung gestor­ben. Mit vier bis fünf wei­te­ren Frau­en hät­ten sie die Grup­pe um den 53-Jäh­ri­gen gebil­det. Die noch leben­den Frau­en “geben sich zuge­knöpft” — eben­so wei­te­re Zeu­gen, wie etwa der Geschäfts­part­ner sowie der Sohn des 53-Jäh­ri­gen. Sie könn­ten etwas wis­sen über die Vor­gän­ge, so Fei­ler.

Welt­erneue­rer und Welt­erschaf­fer” — Glau­be an mehr­fa­che Wie­der­ge­burt

Ein Stück weit konn­ten die Ermitt­ler das Puz­zle zusam­men­set­zen : Die Grup­pe habe sich als “Welt­erneue­rer und Welt­erschaf­fer” gese­hen und geglaubt, schon mehr­fach wie­der­ge­bo­ren wor­den zu sein, sag­te Fei­ler und berief sich auf Zeu­gen­aus­sa­gen. Mit ihrem Tod hät­ten sie das “Dasein” ver­las­sen, “um an ande­rem Ort oder zu ande­rer Zeit eine neue Welt oder ein neu­es Sys­tem zu erschaf­fen”. Als eine der wich­tigs­ten Zeu­gen gel­te eine Aus­stei­ge­rin aus der Grup­pe.

Die­ser zufol­ge habe der 53-Jäh­ri­ge sexu­el­le Kon­tak­te zu den Frau­en gehabt und sich um sie geküm­mert, sag­te Fei­ler. Die Frau­en sei­en wohl see­lisch labil gewe­sen. Der 53-Jäh­ri­ge soll domi­nant und mani­pu­la­tiv gewe­sen sein und als Kampf­sport­trai­ner und Psy­cho­lo­ge gear­bei­tet haben. Ob er wirk­lich eine Aus­bil­dung als Psy­cho­lo­ge hat­te, ist den Ermitt­lern nicht bekannt. Zudem betrieb er einen Mit­tel­al­ter­la­den.

Vor­lie­gen­de Tes­ta­men­te und Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen 

Die Mit­tel­al­ter-Sze­ne spie­le den Erkennt­nis­sen nach wohl nur am Ran­de eine Rol­le. Der Mann sei auf Mit­tel­al­ter­märk­ten unter­wegs gewe­sen und habe etwa Schwert­kämp­fe ange­bo­ten. Dass die Grup­pe eine Arm­brust als Tat­waf­fe wähl­te, habe wohl den ein­fa­chen Grund, dass Arm­brüs­te leicht zu bekom­men sei­en, sag­te der Ober­staats­an­walt. Unklar blieb dem­nach, wes­halb sich der Mann und die zwei Frau­en aus­ge­rech­net in Pas­sau töte­ten.

Ihre letz­te Rei­se hat­te die Grup­pe Fei­ler zufol­ge über meh­re­re Städ­te und rund 1.200 Kilo­me­ter aus dem Wes­ter­wald nach Öster­reich und letzt­lich nach Pas­sau geführt. In man­chen Hotels hät­ten sie sich für sie­ben Tage ein­ge­mie­tet, bar bezahlt und sei­en dann aber noch am sel­ben Tag wie­der abge­reist. Dass sie Tes­ta­men­te und Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen bei sich hat­ten, las­se dar­auf schlie­ßen, dass sie schon bei Rei­se­an­tritt wuss­ten, dass sie sich umbrin­gen wür­den.

(dpa/rt deutsch)

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Russland reduziert Lebensmittelimporte innerhalb von fünf Jahren um 31 Prozent


Russ­land hat sei­ne Nah­rungs­mit­tel­im­por­te inner­halb von fünf Jah­ren um 31,2 Pro­zent von 43,3 Mil­li­ar­den US-Dol­lar im Jahr 2013 auf 29,8 Mil­li­ar­den US-Dol­lar im Jahr 2018 redu­ziert. Das hat das rus­si­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in einer Erklä­rung mit­ge­teilt. Dar­in heißt es :

Dank der Umset­zung der Import­ersatz­po­li­tik hat Russ­land die Vor­ga­ben der Lebens­mit­tel­si­cher­heits­dok­trin für eine Rei­he wich­ti­ger Lebens­mit­tel erreicht und über­trof­fen.

Ins­be­son­de­re im Seg­ment Getrei­de und Hül­sen­früch­te betrug der Anteil der ein­hei­mi­schen Pro­duk­te am Gesamt­vo­lu­men der inlän­di­schen Markt­res­sour­cen Ende letz­ten Jah­res bei 99,4 Pro­zent gegen­über der Vor­ga­be von 95 Pro­zent. Für Zucker liegt Anteil der ein­hei­mi­schen Pro­duk­te bei 95,7 Pro­zent gegen­über der Vor­ga­be von 80 Pro­zent, für Pflan­zen­öl bei 81,5 Pro­zent gegen­über 80 Pro­zent, für Fleisch und Fleisch­erzeug­nis­se bei 92,8 Pro­zent gegen­über 85 Pro­zent.

Das Minis­te­ri­um stell­te auch fest, dass sich die rus­si­schen Lebens­mit­tel­ex­por­te im Jahr 2018 auf 25,8 Mil­li­ar­den US-Dol­lar belie­fen. Im Jahr 2013 lag der Wert noch bei 16,8 Mil­li­ar­den US-Dol­lar.

Die Höhe der staat­li­chen Unter­stüt­zung für den Agrar­sek­tor ist eben­falls gestie­gen. In die­sem Jahr soll die Agrar­in­dus­trie mit ins­ge­samt 307,9 Mil­li­ar­den Rubel (unge­fähr 4,7 Mil­li­ar­den US-Dol­lar) unter­stützt wer­den.

Im Jahr 2014 ver­häng­ten die USA und die EU im Zusam­men­hang mit den Ereig­nis­sen in der Ukrai­ne Sank­tio­nen gegen Russ­land. Seit­dem hat der Wes­ten die Sank­tio­nen wie­der­holt ver­schärft und ver­län­gert. Als Reak­ti­on dar­auf ver­bot Russ­land die Ein­fuhr von bestimm­ten Agrar­pro­duk­ten, Roh­stof­fen und Lebens­mit­teln aus den Län­dern, die die anti­rus­si­schen Sank­tio­nen ver­häng­ten.

Mehr zum The­ma — Russ­land auf dem Weg zum Selbst­ver­sor­ger-Land : Putin und Med­we­dew begut­ach­ten Apfel­ern­te

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Berlin : Keine Mieterhöhungen mehr in den nächsten fünf Jahren ?


In einer Woche ist es so weit. Dann wird der rot-rot-grü­ne Senat in Ber­lin zu einer Sit­zung zusam­men­kom­men, und ganz vie­le Mie­ter und Eigen­tü­mer wer­den genau hin­se­hen, was beschlos­sen wird. Es geht um ein Eck­punk­te­pa­pier : kei­ne Miet­erhö­hun­gen für fünf Jah­re. Aus­ge­nom­men wären ledig­lich Neu­bau­woh­nun­gen, die noch nicht ver­mie­tet wur­den, sowie Sozi­al­woh­nun­gen, für die eige­ne Rege­lun­gen gel­ten. Zwi­schen 1,5 bis 1,6 Mil­lio­nen Woh­nun­gen wären laut Mie­ter­ver­ein von der “Mietendeckel”-Regelung in der Haupt­stadt betrof­fen. Doch gehen vor der Ent­schei­dung mög­li­cher­wei­se die Mie­ten noch ein­mal nach oben ?

Der Ber­li­ner Lan­des­ver­band des Eigen­tü­mer­ver­ban­des Haus & Grund ruft auf sei­ner Inter­net­sei­te genau dazu auf – näm­lich die Mie­ten bis zum 17. Juni zu erhö­hen. Das ist der Tag vor der Senats­sit­zung. Die Eck­punk­te könn­ten dann Grund­la­ge für einen Gesetz­ent­wurf wer­den. Der Ver­band sieht nun die “womög­lich letz­te Chan­ce, die Mie­te zu erhö­hen”. Ein Count­down zählt auf der Web­sei­te die Sekun­den, Minu­ten, Stun­den und Tage run­ter.

Der Appell sei ein “ver­hee­ren­des Signal”, sag­te Ber­lins Bau­se­na­to­rin Kat­rin Lomp­scher (Die Lin­ke) am Diens­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. “Mie­te­rin­nen und Mie­ter wer­den so zum Faust­pfand der Immo­bi­li­en­lob­by degra­diert. Wer Miet­erhö­hun­gen gezielt ein­setzt, um die Poli­tik auf Kos­ten von Mie­te­rin­nen und Mie­tern unter Druck zu set­zen, ent­larvt sich selbst.”

Unver­ant­wort­lich” nann­te der Prä­si­dent des Deut­schen Mie­ter­bun­des, Franz-Georg Rips, die Auf­for­de­rung. “Die Reak­ti­on des Ver­mie­ter­ver­ban­des zeigt, wie not­wen­dig Rege­lun­gen zur Mie­ten­be­gren­zung und zur Decke­lung der Mie­ten sind.” Rips for­der­te den Senat auf, zu prü­fen, ob der Mie­ten­de­ckel rück­wir­kend zu einem bestimm­ten Stich­tag, zum Bei­spiel 1. Juni 2019, in Kraft gesetzt wer­den kön­ne. Mie­tern, die in den nächs­ten Tagen eine Miet­erhö­hung erhal­ten soll­ten, riet er, die­se durch den Ber­li­ner Mie­ter­ver­ein prü­fen zu las­sen. “Die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te ist die abso­lu­te Ober­gren­ze. Mehr darf der Ver­mie­ter in einem lau­fen­den Miet­ver­hält­nis nicht for­dern.”

Der Anstieg der Net­to­kalt­mie­ten ver­lang­sam­te sich in der Haupt­stadt zuletzt im Schnitt. Stie­gen sie zwi­schen 2015 und 2017 noch um jähr­lich 4,6 Pro­zent, leg­ten sie zwi­schen 2017 und 2019 um 2,5 Pro­zent zu, wie unlängst aus dem neu­en Miet­spie­gel her­vor­ging. Haus & Grund ver­tei­dig­te sei­nen Auf­ruf. Es gebe bereits ver­mehrt Anru­fe mit der Fra­ge, wo Miet­erhö­hungs­for­mu­la­re erwor­ben wer­den könn­ten. Das Ver­hält­nis zwi­schen den klei­ne­ren Ver­mie­tern und Mie­tern sieht der Ver­band nicht in Gefahr. “Wenn jetzt eine Miet­erhö­hung in einem lau­fen­den Miet­ver­trag aus­ge­spro­chen wird, dann kann damit maxi­mal die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te erreicht wer­den”, hieß es vom Ver­band.

Der Geschäfts­füh­rer des Ber­li­ner Mie­ter­ver­eins, Rei­ner Wild, nann­te die Akti­on “rei­ße­risch”. Hin­wei­se dar­auf, dass wei­te­re Ver­bän­de oder Eigen­tü­mer Ähn­li­ches vor­ha­ben, habe der Mie­ter­ver­ein nicht. Von den mit­re­gie­ren­den Grü­nen hieß es, es sei durch­aus zu befürch­ten, dass eini­ge Ver­mie­ter dem Auf­ruf fol­gen wer­den. Die Spre­che­rin für Woh­nen in der Frak­ti­on, Kat­rin Schmid­ber­ger, beton­te zugleich, dass Ver­mie­ter, die auf Miet­erhö­hun­gen wirk­lich ange­wie­sen sei­en, die­se nach der Ver­öf­fent­li­chung des Miet­spie­gels längst aus­ge­spro­chen hät­ten.

In Ber­lin ist die Woh­nungs­de­bat­te schon lan­ge auf­ge­heizt. Noch in die­ser Woche (14. Juni) will eine Bür­ger­initia­ti­ve für ein bun­des­weit ein­ma­li­ges Volks­be­geh­ren zur Ent­eig­nung gro­ßer Woh­nungs­kon­zer­ne Unter­schrif­ten bei der Senats­ver­wal­tung abge­ben. Ein Vor­ha­ben, das die Immo­bi­li­en­bran­che zum Kochen brach­te. Die FDP als Oppo­si­ti­ons­par­tei spricht sich im Gegen­satz zu einem “Mie­ten­de­ckel” für eine “mie­ten­sen­ken­de Neu­bau-Offen­si­ve” aus. Der Vor­stand des Ver­bands Ber­lin-Bran­den­bur­gi­scher Woh­nungs­un­ter­neh­men, Maren Kern, sag­te : “Der Auf­ruf von Haus & Grund zeigt, wie groß die Ver­un­si­che­rung ange­sichts der Mie­ten­po­li­tik in Ber­lin mitt­ler­wei­le ist. Mit dem Mie­ten­de­ckel wird eine gan­ze Bran­che undif­fe­ren­ziert an den Pran­ger gestellt.”

Die Reak­ti­on des Eigen­tü­mer­ver­bands Haus & Grund sei erwart­bar, sag­te Claus Michel­sen, Woh­nungs­markt­ex­per­te beim Deut­schen Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung in Ber­lin. “Das ist jetzt ein biss­chen die popu­lis­ti­sche Ant­wort.” Die Kri­tik sei aber nach­voll­zieh­bar. Mit dem Instru­ment des “Mie­ten­de­ckels” soll­ten auch Bestands­mie­ten gesenkt wer­den. Das trä­fe vor allem pri­va­te Klein­ver­mie­ter, in deren Hand ein gro­ßer Teil aller Ber­li­ner Woh­nun­gen läge.

Als das Eck­punk­te­pa­pier zum “Mie­ten­de­ckel” in der ver­gan­ge­nen Woche bekannt wur­de, rutsch­ten Akti­en­kur­se gro­ßer Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men ab. Auch am Diens­tag kamen die Papie­re von Deut­sche Woh­nen und Ado Pro­per­ties nicht auf die Bei­ne. Ana­lys­tin Vale­rie Gue­zi von der fran­zö­si­schen Invest­ment­bank Exa­ne BNP Pari­bas geht zwar in einer am Diens­tag vor­ge­leg­ten Stu­die eher nicht davon aus, dass das geplan­te Ein­frie­ren der Mie­ten für fünf Jah­re in Ber­lin umge­setzt wird. Doch ange­sichts des poli­ti­schen Drucks sei eine wie auch immer gear­te­te Miet­preis­re­gu­lie­rung bereits 2020 wahr­schein­lich, schreibt die Exper­tin in einer Bran­chen­stu­die.

Mehr zum The­ma — “Frei­er Woh­nungs­markt führt zu Woh­nungs­not”: Ber­li­ner Mie­ter-Akti­vist im Gespräch

(rt deutsch/dpa)

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Diese Schachfigur wird auf eine Million Pfund geschätzt : 1964 für fünf Euro erstanden


Eine anti­ke Schach­fi­gur beim bri­ti­schen Auk­ti­ons­haus Sotheby’s wird der­zeit auf bis zu eine Mil­li­on Pfund geschätzt. Im Jahr 1964 hat­te ein schot­ti­scher Anti­qui­tä­ten­händ­ler sie für ein paar Pfund erwor­ben. 54 Jah­re lag die Figur in einer Schub­la­de. Nun hat­te ein Enkel sie gefun­den und schät­zen las­sen.
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