Berlin : Keine Mieterhöhungen mehr in den nächsten fünf Jahren ?


In einer Woche ist es so weit. Dann wird der rot-rot-grü­ne Senat in Ber­lin zu einer Sit­zung zusam­men­kom­men, und ganz vie­le Mie­ter und Eigen­tü­mer wer­den genau hin­se­hen, was beschlos­sen wird. Es geht um ein Eck­punk­te­pa­pier : kei­ne Miet­erhö­hun­gen für fünf Jah­re. Aus­ge­nom­men wären ledig­lich Neu­bau­woh­nun­gen, die noch nicht ver­mie­tet wur­den, sowie Sozi­al­woh­nun­gen, für die eige­ne Rege­lun­gen gel­ten. Zwi­schen 1,5 bis 1,6 Mil­lio­nen Woh­nun­gen wären laut Mie­ter­ver­ein von der “Mietendeckel”-Regelung in der Haupt­stadt betrof­fen. Doch gehen vor der Ent­schei­dung mög­li­cher­wei­se die Mie­ten noch ein­mal nach oben ?

Der Ber­li­ner Lan­des­ver­band des Eigen­tü­mer­ver­ban­des Haus & Grund ruft auf sei­ner Inter­net­sei­te genau dazu auf – näm­lich die Mie­ten bis zum 17. Juni zu erhö­hen. Das ist der Tag vor der Senats­sit­zung. Die Eck­punk­te könn­ten dann Grund­la­ge für einen Gesetz­ent­wurf wer­den. Der Ver­band sieht nun die “womög­lich letz­te Chan­ce, die Mie­te zu erhö­hen”. Ein Count­down zählt auf der Web­sei­te die Sekun­den, Minu­ten, Stun­den und Tage run­ter.

Der Appell sei ein “ver­hee­ren­des Signal”, sag­te Ber­lins Bau­se­na­to­rin Kat­rin Lomp­scher (Die Lin­ke) am Diens­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. “Mie­te­rin­nen und Mie­ter wer­den so zum Faust­pfand der Immo­bi­li­en­lob­by degra­diert. Wer Miet­erhö­hun­gen gezielt ein­setzt, um die Poli­tik auf Kos­ten von Mie­te­rin­nen und Mie­tern unter Druck zu set­zen, ent­larvt sich selbst.”

Unver­ant­wort­lich” nann­te der Prä­si­dent des Deut­schen Mie­ter­bun­des, Franz-Georg Rips, die Auf­for­de­rung. “Die Reak­ti­on des Ver­mie­ter­ver­ban­des zeigt, wie not­wen­dig Rege­lun­gen zur Mie­ten­be­gren­zung und zur Decke­lung der Mie­ten sind.” Rips for­der­te den Senat auf, zu prü­fen, ob der Mie­ten­de­ckel rück­wir­kend zu einem bestimm­ten Stich­tag, zum Bei­spiel 1. Juni 2019, in Kraft gesetzt wer­den kön­ne. Mie­tern, die in den nächs­ten Tagen eine Miet­erhö­hung erhal­ten soll­ten, riet er, die­se durch den Ber­li­ner Mie­ter­ver­ein prü­fen zu las­sen. “Die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te ist die abso­lu­te Ober­gren­ze. Mehr darf der Ver­mie­ter in einem lau­fen­den Miet­ver­hält­nis nicht for­dern.”

Der Anstieg der Net­to­kalt­mie­ten ver­lang­sam­te sich in der Haupt­stadt zuletzt im Schnitt. Stie­gen sie zwi­schen 2015 und 2017 noch um jähr­lich 4,6 Pro­zent, leg­ten sie zwi­schen 2017 und 2019 um 2,5 Pro­zent zu, wie unlängst aus dem neu­en Miet­spie­gel her­vor­ging. Haus & Grund ver­tei­dig­te sei­nen Auf­ruf. Es gebe bereits ver­mehrt Anru­fe mit der Fra­ge, wo Miet­erhö­hungs­for­mu­la­re erwor­ben wer­den könn­ten. Das Ver­hält­nis zwi­schen den klei­ne­ren Ver­mie­tern und Mie­tern sieht der Ver­band nicht in Gefahr. “Wenn jetzt eine Miet­erhö­hung in einem lau­fen­den Miet­ver­trag aus­ge­spro­chen wird, dann kann damit maxi­mal die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te erreicht wer­den”, hieß es vom Ver­band.

Der Geschäfts­füh­rer des Ber­li­ner Mie­ter­ver­eins, Rei­ner Wild, nann­te die Akti­on “rei­ße­risch”. Hin­wei­se dar­auf, dass wei­te­re Ver­bän­de oder Eigen­tü­mer Ähn­li­ches vor­ha­ben, habe der Mie­ter­ver­ein nicht. Von den mit­re­gie­ren­den Grü­nen hieß es, es sei durch­aus zu befürch­ten, dass eini­ge Ver­mie­ter dem Auf­ruf fol­gen wer­den. Die Spre­che­rin für Woh­nen in der Frak­ti­on, Kat­rin Schmid­ber­ger, beton­te zugleich, dass Ver­mie­ter, die auf Miet­erhö­hun­gen wirk­lich ange­wie­sen sei­en, die­se nach der Ver­öf­fent­li­chung des Miet­spie­gels längst aus­ge­spro­chen hät­ten.

In Ber­lin ist die Woh­nungs­de­bat­te schon lan­ge auf­ge­heizt. Noch in die­ser Woche (14. Juni) will eine Bür­ger­initia­ti­ve für ein bun­des­weit ein­ma­li­ges Volks­be­geh­ren zur Ent­eig­nung gro­ßer Woh­nungs­kon­zer­ne Unter­schrif­ten bei der Senats­ver­wal­tung abge­ben. Ein Vor­ha­ben, das die Immo­bi­li­en­bran­che zum Kochen brach­te. Die FDP als Oppo­si­ti­ons­par­tei spricht sich im Gegen­satz zu einem “Mie­ten­de­ckel” für eine “mie­ten­sen­ken­de Neu­bau-Offen­si­ve” aus. Der Vor­stand des Ver­bands Ber­lin-Bran­den­bur­gi­scher Woh­nungs­un­ter­neh­men, Maren Kern, sag­te : “Der Auf­ruf von Haus & Grund zeigt, wie groß die Ver­un­si­che­rung ange­sichts der Mie­ten­po­li­tik in Ber­lin mitt­ler­wei­le ist. Mit dem Mie­ten­de­ckel wird eine gan­ze Bran­che undif­fe­ren­ziert an den Pran­ger gestellt.”

Die Reak­ti­on des Eigen­tü­mer­ver­bands Haus & Grund sei erwart­bar, sag­te Claus Michel­sen, Woh­nungs­markt­ex­per­te beim Deut­schen Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung in Ber­lin. “Das ist jetzt ein biss­chen die popu­lis­ti­sche Ant­wort.” Die Kri­tik sei aber nach­voll­zieh­bar. Mit dem Instru­ment des “Mie­ten­de­ckels” soll­ten auch Bestands­mie­ten gesenkt wer­den. Das trä­fe vor allem pri­va­te Klein­ver­mie­ter, in deren Hand ein gro­ßer Teil aller Ber­li­ner Woh­nun­gen läge.

Als das Eck­punk­te­pa­pier zum “Mie­ten­de­ckel” in der ver­gan­ge­nen Woche bekannt wur­de, rutsch­ten Akti­en­kur­se gro­ßer Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men ab. Auch am Diens­tag kamen die Papie­re von Deut­sche Woh­nen und Ado Pro­per­ties nicht auf die Bei­ne. Ana­lys­tin Vale­rie Gue­zi von der fran­zö­si­schen Invest­ment­bank Exa­ne BNP Pari­bas geht zwar in einer am Diens­tag vor­ge­leg­ten Stu­die eher nicht davon aus, dass das geplan­te Ein­frie­ren der Mie­ten für fünf Jah­re in Ber­lin umge­setzt wird. Doch ange­sichts des poli­ti­schen Drucks sei eine wie auch immer gear­te­te Miet­preis­re­gu­lie­rung bereits 2020 wahr­schein­lich, schreibt die Exper­tin in einer Bran­chen­stu­die.

Mehr zum The­ma — “Frei­er Woh­nungs­markt führt zu Woh­nungs­not”: Ber­li­ner Mie­ter-Akti­vist im Gespräch

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Diese Schachfigur wird auf eine Million Pfund geschätzt : 1964 für fünf Euro erstanden


Eine anti­ke Schach­fi­gur beim bri­ti­schen Auk­ti­ons­haus Sotheby’s wird der­zeit auf bis zu eine Mil­li­on Pfund geschätzt. Im Jahr 1964 hat­te ein schot­ti­scher Anti­qui­tä­ten­händ­ler sie für ein paar Pfund erwor­ben. 54 Jah­re lag die Figur in einer Schub­la­de. Nun hat­te ein Enkel sie gefun­den und schät­zen las­sen.
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Die Krim, fünf Jahre danach : Reise in die “Neuen Bundesländer” Russlands – Ankunft in Simferopol


von Paul Loewe

Auf die Krim willst du ? Na, pri­ma!” Sta­nis­law, ein alter rus­si­scher Freund von mir, grinst mich an. “Dort fah­re ich seit über zwan­zig Jah­ren hin. Jeden Som­mer. Aber pass auf : Die sind da Jahr­zehn­te zurück ! Kein Wun­der : Da wur­de ja frü­her nie inves­tiert – immer nur raus­ge­holt!” Wir genie­ßen gera­de eine abend­li­che Rund­fahrt auf der Mosk­wa. Lang­sam tuckert das klei­ne Schiff an der Christ-Erlö­ser-Kathe­dra­le vor­über.

Aber es soll doch dort so wun­der­schön sein ! Die ita­lie­ni­sche Land­schaft : die Ber­ge, das Meer, die Schlös­ser, Vil­len und Sana­to­ri­en, der Wein … Sehn­suchts­ort der Dich­ter. Das ist doch das sowje­ti­sche, äh : rus­si­sche Arka­di­en ! Ich schaue etwas ver­dutzt. “Ist es auch. Aber schlech­ter Ser­vice. Kei­ne Kun­den­freund­lich­keit ; nicht so wie bei uns in Mos­kau ! Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis stimmt nicht. Unter uns : Ist in Anta­lya bes­ser ! Und eine ganz ande­re Men­ta­li­tät. Weni­ger pünkt­lich und zuver­läs­sig, die Leu­te. Alles halt zurück­ge­blie­ben!”

Russ­lands “Neue Bun­des­län­der” 

Klin­gelt es bei Ihnen ? Kommt Ihnen da etwas bekannt vor ? – Bin­go ! Genau so spra­chen die West­deut­schen nach dem Mau­er­fall über die Ver­hält­nis­se in der DDR ! Dass der Bei­tritt der Krim zur Rus­si­schen Föde­ra­ti­on vor fünf Jah­ren – im Wes­ten nach wie vor uni­so­no als völ­ker­rechts­wid­ri­ge Anne­xi­on bezeich­net – in Russ­land aus­ge­rech­net “Wie­der­ver­ei­ni­gung” genannt wird, lenkt die Asso­zia­tio­nen in die­sel­be Rich­tung. Soll­te es etwa ana­lo­ge Pro­ble­me in Russ­lands “Neu­em Oblast” plus der Stadt mit dem Son­der­sta­tus, Sevas­to­pol, geben wie bei uns nach dem 3. Okto­ber 1990 ? Immer­hin dürf­te auch der “Auf­bau Süd” einer Regi­on von fast der Grö­ße Bel­gi­ens den rus­si­schen Steu­er­zah­ler eini­ges kos­ten ! Gibt es nun in Russ­land womög­lich auch Pola­ri­sie­run­gen zwi­schen “Nor­disund “Süd­is”? “Bes­sern­or­dis” aus Mos­kau, die den zurück­ge­blie­be­nen “Süd­is” in Sim­fero­pol, Feo­dos­si­ja und Kertsch gedul­dig erklä­ren, wo es jetzt lang­geht ? Folg­te der Anfangs­eu­pho­rie etwa auch hier auf allen Sei­ten ein Kat­zen­jam­mer, als es an die berühm­ten “Mühen der Ebe­ne” ging ? 

Mehr zum The­ma — Ukrai­ne for­dert inter­na­tio­na­len Sta­tus für die Stra­ße von Kertsch

Je mehr ich dar­über nach­den­ke, des­to mehr “Musik” scheint mir in die­sem Ver­gleich drin­zu­ste­cken ! War­um sich die heu­ti­ge Krim nicht mal durch die Bril­le der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung anse­hen ? Noch ein Grund mehr also, hin­zu­fah­ren !

Genau­er : hin­zu­flie­gen. Denn der Land­weg durch die Ukrai­ne wäre reich­lich kom­pli­ziert … (By the way : Schon wie­der eine Ana­lo­gie zu den deut­schen Ver­hält­nis­sen ! Wer als DDR-Oppo­si­tio­nel­ler zu Zei­ten der deut­schen Tei­lung nach West­deutsch­land frei­ge­kauft wur­de und anschlie­ßend mal West­ber­lin besu­chen woll­te, weiß, wovon ich rede.) Vom Mos­kau­er Flug­ha­fen Domo­de­do­wo ist man dage­gen völ­lig pro­blem­los in zwei­ein­halb Stun­den in Sim­fero­pol, der Haupt­stadt der Krim – han­delt es sich doch aus rus­si­scher Per­spek­ti­ve um einen Inlands­flug. Die ukrai­ni­sche Sicht ist aller­dings etwas anders : Wer auf die­se Wei­se Arka­di­en bereist, macht sich für Kiew des ille­ga­len Grenz­über­tritts” schul­dig und kann Schwie­rig­kei­ten – vom Ein­rei­se­ver­bot bis zur Straf­ver­fol­gung – bekom­men, wenn er das nächs­te Mal in die Ukrai­ne ein­rei­sen will. Wer also spä­ter ein­mal Lem­berg, Czer­no­witz, Kiew oder Odes­sa besu­chen möch­te, soll­te etwas auf­pas­sen !

Ham­bur­ger Novem­ber­wet­ter in Arka­di­en 

Das ultra­mo­der­ne Flug­ha­fen­ge­bäu­de in Sim­fero­pol, eine Koope­ra­ti­on von rus­si­schen und süd­ko­rea­ni­schen Archi­tek­ten, wur­de vor einem Jahr eröff­net. Man hat­te mir gesagt, ich kön­ne von dort mit dem Trol­ley­bus direkt ins Stadt­zen­trum fah­ren. Ich ver­las­se die Ein­gangs­hal­le – und : schreck­lichs­tes Ham­bur­ger Novem­ber­wet­ter schlägt mir ent­ge­gen ! Sie­ben Grad kühl ist es hier Mit­te April, der Him­mel mit schwar­zen Wol­ken ver­han­gen, dich­ter Dau­er­nie­sel­re­gen, man kann kaum die Hand vor Augen sehen, so dun­kel ist es. Das also ist das viel­be­sun­ge­ne Arka­di­en, Sehn­suchts­ort von Tau­ri­ern, Grie­chen, Sky­then, Römern, Goten, Hun­nen, Tata­ren, Genue­sen und Vene­zia­nern, Osma­nen, Rus­sen und Nazi­deut­schen ! Ver­dreh­te Welt : In Mos­kau war es zwar etwas küh­ler, aber es herrsch­te wol­ken­lo­ser Him­mel und Son­nen­schein – und hier in Arka­di­en …

Der Trol­ley­bus : ein muse­ums­rei­fes Gefährt, ver­mut­lich aus den Sech­zi­gern, die zer­schlis­se­nen Sit­ze mit den aus­ge­lei­er­ten Sprung­fe­dern alle unbe­greif­li­cher­wei­se völ­lig tief gela­gert, die Stoß­dämp­fer könn­te man ruhig auch mal erneu­ern. Immer­hin, für gan­ze 17 Rubel kommt man inner­halb einer Stun­de bis ins Zen­trum ! Bus­fah­rer und Pas­sa­gie­re, alle deut­lich schlech­ter ange­zo­gen als die Men­schen in Mos­kau, hel­fen dem etwas des­ori­en­tier­ten Deut­schen, der sich hier zunächst wie auf einem frem­den Pla­ne­ten fühlt, sehr freund­lich wei­ter. Drau­ßen, soweit ich bei die­sem Wet­ter etwas erken­nen kann, step­pen­ar­ti­ge Land­schaft und fast über­all Stra­ßen­ar­bei­ten. In der Nähe des zen­tra­len Lenin-Plat­zes muss ich aus­stei­gen, und nach eini­gem Nach­fra­gen fin­de ich den Weg zu mei­nem Hotel. 

Dort ange­kom­men gab es die ers­te Über­ra­schung : Man kann auf der Krim offen­sicht­lich doch mit Kre­dit­kar­te bezah­len ! Und ich hat­te in Erin­ne­rung, die­ses Sys­tem wür­de auf­grund des west­li­chen Sank­ti­ons­re­gimes nicht funk­tio­nie­ren. Mein Zim­mer : in der Tat Sowjet­look pur ! Nur das Aller­nö­tigs­te, dunk­les Mobi­li­ar, abge­wetz­ter Tep­pich, lan­ge alt­mo­di­sche Vor­hän­ge am rie­si­gen Fens­ter. Und das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis stimmt zumin­dest hier tat­säch­lich nicht ! Dafür ist es aller­dings sau­ber.

Du hät­test das mal frü­her sehen sol­len!” 

Gegen 22:00 Uhr streu­ne ich noch etwas durch das fast men­schen­lee­re Zen­trum Sim­fero­pols. Und muss auf­pas­sen, dass ich in der Dun­kel­heit nicht immer wie­der durch die Stra­ßen­lö­cher, die gro­ßen Abstän­de zwi­schen den Beton­plat­ten auf den Bür­ger­stei­gen oder die hohen Trot­toir­kan­ten ins Stol­pern kom­me. Der Kon­trast zu Mos­kau ist deut­lich : Im Zen­trum der rus­si­schen Haupt­stadt sind mitt­ler­wei­le die meis­ten Stra­ßen und Häu­ser reno­viert, vie­les jetzt auch recht fuß­gän­ger­freund­lich gestal­tet. Hier in der Haupt­stadt der Krim sehen auch die Lebens­mit­tel­ge­schäf­te noch aus wie zu Sowjet­zei­ten. Irgend­wie erin­nert mich alles etwas an Kischin­jow in Mol­da­wi­en oder Tiras­pol in Trans­nis­tri­en.

Am nächs­ten Mor­gen besucht mich Anna. Vor weni­ger als zwei Mona­ten hat­te ich die jun­ge in Sim­fero­pol gebo­re­ne und seit fünf Jah­ren in Deutsch­land ver­hei­ra­te­te Rus­sin im Zug durch Süd­deutsch­land ken­nen­ge­lernt. Etwa zwan­zig Minu­ten lang unter­hiel­ten wir uns ange­regt ; sie erzähl­te mir, woher sie kommt, und ich mein­te, auf die Krim wür­de ich auch ger­ne mal fah­ren, mich aber nicht so recht trau­en … Nun wird sie mir die ers­ten Tage den Ein­stieg hier erleich­tern. Für mor­gen hat sie bereits eine Fahrt mit ihren Eltern ans Meer nach Jew­pa­tori­ja geplant, wo man die Spu­ren der mul­ti­eth­ni­schen Geschich­te der Krim auf engs­tem Raum besich­ti­gen kann, und über­mor­gen steht ein Gespräch mit ihrem Bru­der, der in der Stadt­ver­wal­tung arbei­tet, auf dem Pro­gramm. Zwan­zig Minu­ten Zug­be­kannt­schaft – und nun ist sie mein Schutz­en­gel mit­ten auf der annek­tier­ten, will sagen : wie­der­ver­ei­nig­ten Krim. So etwas bringt nur eine rus­si­sche Frau fer­tig !

Mehr zum The­ma — Ukrai­ni­scher Gene­ral­stabs­chef : Ukrai­ne ver­lor Krim lan­ge vor dem Jahr 2014

Die Häu­ser und Stra­ßen hier sind nicht reno­viert ? Du hät­test das mal frü­her sehen sol­len!” Gemeint sind die Zei­ten, als die Krim noch zur Ukrai­ne gehör­te. “Die Ukrai­ne hat doch jahr­zehn­te­lang kein Geld hier inves­tiert!” Ich möch­te wis­sen, wie die Mit­te der Acht­zi­ger­jah­re im Zen­trum der Krim gebo­re­ne Rus­sin das Ende der Sowjet­uni­on, die Zeit der Ukrai­ne und die Ereig­nis­se seit dem Kie­wer Mai­dan erleb­te. “Dass es die Sowjet­uni­on nicht mehr gab”, erzählt Anna, “merk­te ich, als plötz­lich kei­ne Mul­ti­ki’ (sowje­ti­sche Zei­chen­trick­fil­me, die sich all­sei­ti­ger Beliebt­heit erfreu­ten) im Fern­se­hen mehr lie­fen ! Statt­des­sen Matt­schei­be. In unse­rer Schul­klas­se waren wir fast nur Rus­sen, bis auf ein paar Tata­ren. Auch unse­re Leh­rer waren Rus­sen. Wir erfuh­ren aber so gut wie nichts über rus­si­sche Geschich­te oder gar über die Geschich­te der Krim. Auch rus­si­sche Lite­ra­tur wur­de nur rudi­men­tär und spä­ter nur noch als Fremd­li­te­ra­tur gelehrt. So woll­te es der Kie­wer Lehr­plan, der für die gesam­te Ukrai­ne galt. Wir Rus­sen hier, und wir bil­den hier auf der Krim mehr als zwei Drit­tel der Bevöl­ke­rung, fühl­ten uns kul­tu­rell fremd­be­stimmt !

Natür­lich gab es auch Vor­tei­le im Lehr­pro­gramm, die unse­re Alters­ge­nos­sen in Russ­land wahr­schein­lich nicht hat­ten. So beka­men wir in der Ober­stu­fe (2001−2002) einen Eng­lisch­leh­rer direkt aus den USA. Was kann für Jugend­li­che bes­ser sein als ein Nati­ve Speaker ! Sehr bald aber leg­te er uns ganz selt­sa­me Fra­ge­bö­gen vor, mit Fra­gen wie : ‘Haben Sie Respekt vor Ihrem Prä­si­den­ten ? Kön­nen Sie sich einen Krieg zwi­schen Russ­land, Weiß­russ­land und der Ukrai­ne vor­stel­len?’ Es dau­er­te nicht lan­ge, bis wir ihn ‘Spy’ nann­ten. Soweit ich mich erin­ne­re, hat er uns außer den ver­däch­ti­gen Umfra­gen und Auf­sät­zen kei­ne wei­te­ren Auf­ga­ben gestellt.”

Fort­set­zung folgt

Mehr zum The­ma - “Wie 36 Eif­fel­tür­me”: Die Krim-Brü­cke in Zah­len — Clip zum Jah­res­tag der Eröff­nung

RT Deutsch


Stoßrichtung Zukunft : Fünf strategische Schwerpunkte der US Air Force


Einen tech­ni­schen Direk­tor gibt es in der Kom­man­do­struk­tur der US Air Force erst seit die­sem Jahr. Der Pos­ten ist eigens geschaf­fen wor­den, um Prio­ri­täts­pro­jek­te zu über­wa­chen. Es geht um nicht weni­ger als das Zukunfts­kon­zept der ame­ri­ka­ni­schen Luft­waf­fe. Die Zei­tung „Ros­s­ijs­ka­ja gas­eta“ legt die Stra­te­gie kurz dar.
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Brand, Rauch, Tod und keine Aufklärung“: Fünf Jahre nach dem Massaker in Odessa


In Odes­sa wur­de am Don­ners­tag mit Kund­ge­bung, Blu­men und Schwei­ge­mi­nu­ten an die Opfer des Brand­mas­sa­kers im Gewerk­schafts­haus gedacht. Über­le­ben­de, Jour­na­lis­ten, Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen bekla­gen feh­len­de Auf­klä­rung der Vor­fäl­le vom 2. Mai 2014 und erhe­ben schwe­re Vor­wür­fe gegen­über der ukrai­ni­schen Regie­rung.
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Erstmals seit fünf Jahren : IS-Chef Al-Baghdadi zeigt sich in Propagandavideo


Der mehr­fach für tot erklär­te IS-Chef Abu Bakr al-Bagh­da­di hat sich erst­mals seit fast fünf Jah­ren wie­der in einem Video gezeigt. In der mehr als 18 Minu­ten lan­gen Auf­nah­me droht Al-Bagh­da­di dem Wes­ten und sei­nen Ver­bün­de­ten damit, der Isla­mi­sche Staat wer­de sei­nen Kampf gegen die “Ungläu­bi­gen” fort­set­zen.

Die Ter­ror­an­grif­fe von Sri Lan­ka mit mehr als 250 Toten bezeich­ne­te er als Ver­gel­tung für die Zer­stö­rung des vom IS aus­ge­ru­fe­nen Kali­fats in Syri­en und im Irak : “Das ist Teil der Rache, die die Kreuz­fah­rer erwar­tet.”

Zunächst war unklar, wann genau und wo das Video des IS-Medi­en­arms Al-Fur­kan auf­ge­zeich­net wur­de. Al-Bagh­da­di erwähnt aber aktu­el­le Ereig­nis­se der ver­gan­ge­nen Wochen. Anhän­ger des IS ver­brei­te­ten es am Mon­tag­abend über die übli­chen Kanä­le der Dschi­ha­dis­ten im Inter­net. In dem Teil über Sri Lan­ka ist nur Al-Bagh­da­dis Stim­me zu hören, er selbst aber nicht zu sehen. Das könn­te dafür spre­chen, dass die­ser erst nach der eigent­li­chen Video­auf­nah­me hin­zu­ge­fügt wur­de.

Weil es von Al-Bagh­da­di so wenig Auf­nah­men und Lebens­zei­chen gibt, wur­de er immer wie­der der “unsicht­ba­re Scheich” genannt. Er war zuletzt und zum bis­her ein­zi­gen Mal im Juli 2014 in einer Video­auf­nah­me zu sehen gewe­sen. Sie zeig­te ihn bei einer Frei­tags­pre­digt in einer Moschee der nord­ira­ki­schen Stadt Mos­sul, die kurz zuvor von den Extre­mis­ten über­rannt wor­den war. Damals hat­te der IS gera­de das Kali­fat aus­ge­ru­fen und Al-Bagh­da­di zu des­sen Ober­haupt erklärt.

Mitt­ler­wei­le hat der IS sein gesam­tes frü­he­res Herr­schafts­ge­biet in Syri­en und im Irak wie­der ver­lo­ren. In die­sem Früh­jahr nah­men Trup­pen der Demo­kra­ti­schen Kräf­te Syri­ens (SDF) unter kur­di­scher Füh­rung nach wochen­lan­gen Kämp­fen die letz­te IS-Hoch­burg Baghus im Osten Syri­ens ein.

Die von den USA ange­führ­te inter­na­tio­na­le Anti-IS-Koali­ti­on unter­stütz­te die Offen­si­ve aus der Luft. Zuvor hat­ten die USA die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on nach Auf­fas­sung von Kri­ti­kern über Jah­re hin­weg nur zum Schein bekämpft.

Die Angrif­fe von Sri Lan­ka sei­en die Rache für Baghus, sag­te Al-Bagh­da­di in dem neu­en Video. Sie hät­ten die Her­zen der Mus­li­me erfreut. Der IS hat­te die Anschlä­ge mit mehr als 250 Toten in der ver­gan­ge­nen Woche für sich rekla­miert.

Dem als “Kreuz­fah­rer” bezeich­ne­ten Wes­ten droh­te al-Bagh­da­di mit einem “Abnut­zungs­krieg” und erklär­te wei­ter : “Sie müs­sen wis­sen, dass der Dschi­had bis zum Tag des Jüngs­ten Gerichts wei­ter­geht.” Die Stand­fes­tig­keit der IS-Anhän­ger etwa in der Schlacht um Baghus habe gezeigt, dass die­se im Kampf den län­ge­ren Arm hät­ten.

Er erwähn­te auch den Sieg des israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu bei der Wahl Anfang April sowie den Sturz der lang­jäh­ri­gen Macht­ha­ber Abde­la­ziz Bou­te­fli­ka in Alge­ri­en sowie Omar al-Baschir im Sudan.

In dem Video sitzt Al-Bagh­da­di in einem Raum auf dem Boden vor einer Waf­fe und spricht zu min­des­tens drei IS-Anhän­gern, deren Gesich­ter jedoch nicht zu erken­nen sind. Schon seit Lan­gem wird gerät­selt, wo sich der 47 Jah­re alte IS-Chef auf­hält.

In der Ver­gan­gen­heit hat­te es mehr­fach Mel­dun­gen gege­ben, er sei bei Angrif­fen getö­tet oder ver­letzt wor­den. So mel­de­te Mos­kau vor knapp zwei Jah­ren, er sei in der dama­li­gen syri­schen IS-Hoch­burg Al-Rak­ka bei einem rus­si­schen Luft­an­griff ums Leben gekom­men. Dafür gab es aber nie Bele­ge.

Der Gene­ral­stab der rus­si­schen Streit­kräf­te teil­te erst vor weni­gen Tagen mit, kei­ne Infor­ma­tio­nen über den genau­en Auf­ent­halts­ort von Al-Bagh­da­di zu besit­zen. Das teil­te der Chef des lei­ten­den Zen­tral­or­gans des Mili­tär­nach­rich­ten­diens­tes des rus­si­schen Mili­tärs, Vize­ad­mi­ral Igor Kost­ju­kow, der Nach­rich­ten­agen­tur TASS mit.

Am Ran­de der 8. Inter­na­tio­na­len Sicher­heits­kon­fe­renz in Mos­kau sag­te der Geheim­dienst­ler, es sei sehr unwahr­schein­lich, dass al-Bagh­da­di sich der­zeit in der syri­schen Pro­vinz Idlib oder am Ost­ufer des Euphrat befin­det. Er stell­te fest :

Er ist defi­ni­tiv nicht in Idlib. Am Ost­ufer des Euphrat­flus­ses sind nur noch ’schla­fen­de’ IS-Zel­len vor­han­den.

In dem neu­en Video sieht er im Ver­gleich zur Auf­nah­me aus dem Jahr 2014 deut­lich geal­tert aus. Er trägt einen lan­gen grau-röt­li­chen Bart. Ver­let­zun­gen sind ihm aber äußer­lich nicht anzu­se­hen. In Medi­en­be­rich­ten hieß es, er sei unter ande­rem an Dia­be­tes erkrankt.

Mit dem von den USA aus­ge­setz­ten Kopf­geld von 25 Mil­lio­nen Dol­lar (rund 22 Mil­lio­nen Euro) ist Al-Bagh­da­di einer der meist gesuch­ten Ter­ro­ris­ten der Welt. Der Anti-IS-Koali­ti­on lie­gen nach eige­nen Anga­ben kei­ne Infor­ma­tio­nen über den Auf­ent­halts­ort des IS-Chefs vor.

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(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Macron will Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen


Wir wer­den han­deln. Und wir wer­den Erfolg haben.” Bereits am Mon­tag­abend nach Aus­bruch des Feu­ers hat­te Macron ver­spro­chen, das goti­sche Bau­werk wie­der auf­zu­bau­en.

Nach der Brand­ka­ta­stro­phe vom Mon­tag­abend hat­te Macron über Frank­reich hin­aus zu Spen­den auf­ge­ru­fen. Pre­mier­mi­nis­ter Édouard Phil­ip­pe rief am Diens­tag eine Minis­ter­run­de zusam­men, um über den Wie­der­auf­bau des aus­ge­brann­ten Got­tes­hau­ses zu bera­ten. Vie­le Län­der boten Hil­fe an — auch in Form von Exper­ti­se für die Restau­rie­rung des Gebäu­des. 

Ers­te Groß­spen­der ste­hen schon bereit : Die Mil­li­ar­därs­fa­mi­lie Bet­ten­court-Mey­ers und der Kos­me­tik­rie­se L’Oréal wol­len 200 Mil­lio­nen Euro geben, wie der Kos­me­tik­kon­zern am Diens­tag mit­teil­te. Zuvor hat­te die Fami­lie von Unter­neh­mer und Mil­li­ar­där Ber­nard Arnault über des­sen Luxus­gü­ter-Kon­zern LVMH ange­kün­digt, sich eben­falls mit 200 Mil­lio­nen Euro an der Rekon­struk­ti­on betei­li­gen zu wol­len. Die Mil­li­ar­därs­fa­mi­lie Pin­ault hat 100 Mil­lio­nen Euro ver­spro­chen.

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(dpa)

RT Deutsch


Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden ?


von Wla­dis­law San­kin

Die Müdig­keit von die­sem Kon­flikt ist längst auch im Bun­des­tag ange­kom­men”, stellt Ste­fan Lie­bich als Außen­po­li­ti­scher Spre­cher in der Bun­des­tags­frak­ti­on der Par­tei DIE LINKE fest. Rechts neben ihm sitzt Alex­an­der Hug, der ehe­ma­li­ge Vize-Chef der OSZE-Son­der­be­ob­ach­tungs­mis­si­on in der Ukrai­ne. Bei­de wur­den von der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung ein­ge­la­den, um am 9. April über den Krieg in der Ost­ukrai­ne zu spre­chen. Mode­riert wird das Podi­ums­ge­spräch von Ivo Geor­gi­ev als Refe­rent für Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung.

Genau fünf Jah­re ist es her, als im April 2014 die Situa­ti­on in Donezk, Slo­wi­ansk, Lug­ansk, Char­kow und meh­re­ren ande­ren Städ­ten im Osten der Ukrai­ne außer Kon­trol­le geriet, jeden­falls aus sicht der Kie­wer Inte­rims­re­gie­rung, wor­auf­hin sie eine soge­nann­te Anti-Ter­ror-Ope­ra­ti­on star­te­te. Die dort Pro­tes­tie­ren­den betrach­te­ten den Macht­wech­sel in Kiew als ille­gi­tim und besetz­ten kur­zer­hand Gebiets­ad­mi­nis­tra­tio­nen und sons­ti­ge Ver­wal­tungs­ge­bäu­de. Am 7. April rie­fen sie die Donez­ker Volks­re­pu­blik aus. Beflü­gelt von der schnel­len Lösung der “Krim-Fra­ge”, bil­de­ten Akti­vis­ten des Anti-Mai­dans und Mit­glie­der der lokal­pa­trio­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen die ers­ten “Volks­rä­te” und streb­ten nach Über­nah­me poli­ti­scher Macht in ihre Selbst­ver­wal­tung. Sicher­heits­kräf­te, die meist aus der glei­chen Regi­on stamm­ten, leis­te­ten kei­nen gro­ßen Wider­stand. Aber bald began­nen die schwer­be­waff­ne­ten Ein­hei­ten der her­an­ge­führ­ten ukrai­ni­schen Streit­kräf­te mit der Erstür­mung der auf­stän­di­schen Hoch­bur­gen. Damit war der Aus­bruch des Don­bass-Krie­ges besie­gelt.

Die­ser Krieg belas­tet bis heu­te die Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und dem Wes­ten, wäh­rend die Zivil­be­völ­ke­rung lei­det, sagt de Mode­ra­tor Ivo Geor­gi­ev. Das mache ihn trau­rig. Was also ist zu tun, will er von Exper­ten wis­sen, was kön­ne die deut­sche Außen­po­li­tik leis­ten ? Sie sit­zen auf dem Podi­um vor ca. 40 Per­so­nen, vor allem Jün­ge­re und Älte­re, nur ganz ver­ein­zelt sind da Inter­es­sier­te mitt­le­ren Alters. Und das scheint die ein­zi­ge öffent­li­che Dis­kus­si­on zu sein, die in die­sen Tagen in Deutsch­land dem ers­ten “halb­run­den Jubi­lä­um” die­ses Krie­ges über­haupt gewid­met ist.

Schwin­det mit man­geln­dem Inter­es­se auch das ohne­hin kaum ent­wi­ckel­te Ver­ständ­nis für die eigent­li­che Pro­ble­ma­tik, die die­sem Kon­flikt zugrun­de liegt ? Die Teil­neh­mer die­ser Dis­kus­si­on sag­ten wenig Neu­es. Der Schlüs­sel für die Lösung des Kon­flikts liegt in Mos­kau und Kiew, meint Ste­fan Lie­bich. Für eine Hoff­nung, dass das Ver­hält­nis der Ukrai­ne zu Russ­land nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len ent­spann­ter wird, gebe es aller­dings bis­lang kaum Grund, so Lie­bich im abschlie­ßen­den Gespräch mit RT. Der Favo­rit Selens­kij habe sich bis­her noch zu unklar fest­ge­legt. 

Alex­an­der Hug betont, der Kon­flikt sei künst­lich, denn es gibt gar kei­ne Gegen­sät­ze in der Bevöl­ke­rung bei­der­seits der 400 km lan­gen Trenn­li­nie. “Jeden Tag pas­sie­ren bis zu 40.000 Men­schen die Gren­ze in bei­den Rich­tun­gen”, sag­te er. Es sei also kein Kon­flikt nach der ver­brei­te­ten Art eth­ni­scher Kon­fron­ta­tio­nen.

Einen eth­ni­schen Kon­flikt kann es in der Ukrai­ne eigent­lich auch gar nicht geben. Rus­sen und Ukrai­ner ste­hen ein­an­der seit Jahr­hun­der­ten sprach­lich, kul­tu­rell und anthro­po­lo­gisch ein­fach zu nahe. Die Anfüh­rer die­ses “rus­si­schen Früh­lings” behaup­ten heu­te ein­stim­mig, den Auf­stän­di­schen ging es um poli­ti­sche Selbst­be­stim­mung und Anti­fa­schis­mus. Der Aus­lö­ser sei der gewalt­sa­me Macht­wech­sel in Kiew gewe­sen, wodurch der von ihnen gewähl­te Prä­si­dent Wik­tor Janu­ko­witsch abge­setzt wor­den war.

Mehr zum The­ma — “Der SBU ist ein Ter­ror-Organ”: Dop­pel­agent belas­tet ukrai­ni­schen Sicher­heits­ap­pa­rat schwer

Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden?
Die noch vor April 2014 ver­ur­teil­ten Gefäng­nis­in­sas­sen wer­den der ukrai­ni­schen Sei­te über­ge­ben. Rechts : Kämp­fer der Lug­ansker Streit­kräf­te.

Die Trenn­li­nie schnei­det die Donez­ker und Lug­ansker Gebie­te von Süden nach Nord­os­ten in zwei unglei­che Hälf­ten, trennt oft klei­ne­re Orte mit­ten­durch, selbst Fami­li­en. Sie fixiert weit­ge­hend den Front­ver­lauf seit Febru­ar 2015. In den klei­ne­ren, aber auch bevöl­ke­rungs­rei­che­ren Tei­len lie­gen die “Haupt­städ­te” der abtrün­ni­gen Gebie­te. Dort haben sich Regie­run­gen und Volks­rä­te der selbst­aus­ge­ru­fe­nen Repu­bli­ken eta­bliert. Unter ihrer Ver­wal­tung leben von 3 bis 4 Mil­lio­nen Men­schen.

Über das Grund­an­lie­gen die­ser Men­schen, war­um sie die­sen unglei­chen Krieg in Kauf genom­men haben, hat an die­sem Abend nie­mand aus­führ­lich gespro­chen. Ste­fan Lie­bich kom­men­tier­te ledig­lich, ohne Russ­lands Hil­fe hät­ten die nicht aner­kann­ten Struk­tu­ren die Über­macht der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te gar nicht über­ste­hen kön­nen. Und doch wäre es wich­tig, gera­de die Grund­an­lie­gen der Men­schen dort zu ver­ste­hen, zumal in deut­schen Medi­en deren Ver­tre­ter nie­mals zu Wort kom­men. Als “pro­rus­si­sche Sepa­ra­tis­ten”, bes­ten­falls “Rebel­len” wer­den die Bewaff­ne­ten bezeich­net. In der Euro­päi­schen Uni­on wur­den sie auf Sank­ti­ons­lis­ten ver­bannt. Aber die Zivil­be­völ­ke­rung dort bekommt kein Gesicht. 

Nach Ein­schät­zung des nach Donezk gezo­ge­ne­nen Publi­zis­ten Andrej Babizki, ist die­ser Krieg gegen­wär­tig der ein­zi­ge Krieg, der wegen der Spra­che und Kul­tur geführt wird. Das sagt er in sei­nem Doku­men­tar­film. Nun fin­det, vom Don­bass aus betrach­tet, in der übri­gen Ukrai­ne tat­säch­lich genau das statt, was die­se Akti­vis­ten des Jah­res 2014 in ihrer Regi­on zu ver­hin­dern ver­such­ten – eine bewusst orga­ni­sier­te, mas­si­ve De-Rus­si­fi­zie­rung und sys­te­ma­ti­sche Zer­stö­rung von gemein­sa­mer Kul­tur und Geschich­te, all das offen­bar im Sin­ne einer “Gehirn­wä­sche” der Men­schen. Mit jedem Tag rückt das von natio­na­lis­ti­schen Kräf­ten geführ­te Land immer wei­ter von Don­bass ab, obwohl noch immer die Mins­ker Ver­ein­ba­run­gen gel­ten, die sei­ne Rück­kehr unter juris­ti­sche Obhut der Ukrai­ne vor­se­hen.

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Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden?
Eine patrio­ti­sche Anti­kriegs­de­mons­tra­ti­on “Don­bass ist unbe­zwing­bar” im Zen­trum von Lug­ansk, Dezem­ber 2018

Die Fol­gen die­ses auf den ers­ten Blick “loka­len” Krie­ges sind vor Ort wahr­haft ver­hee­rend. Infra­struk­tur ist stark beschä­digt, der inter­na­tio­na­le Flug­ha­fen Donezk – einst Stolz der Regi­on – ist kom­plett zer­stört, Mil­lio­nen Men­schen sind auf huma­ni­tä­re Hil­fe ange­wie­sen. Etwa 2,8 Mil­lio­nen Men­schen sind geflüch­tet, davon etwa 1,2 Mil­lio­nen nach Russ­land. Laut den aktua­li­sier­ten UNO-Anga­ben (Stand Ende Dezem­ber 2018) hat der Krieg bis­her 12.447 Todes­op­fer gefor­dert. Unter ihnen waren 3.320 Zivi­lis­ten, 3.813 ukrai­ni­sche Mili­tär­an­ge­hö­ri­ge und 5.314 Rebel­len.

Der über­wie­gen­de Teil der zivi­len Opfer starb in den von Rebel­len kon­trol­lier­ten Ter­ri­to­ri­en und geht damit auf das Kon­to der Angrif­fe von ukrai­ni­scher Sei­te. Ich frag­te Alex­an­der Hug, war­um die Opfer­zah­len des Kon­flikts nur so pau­schal genannt wer­den, ohne die Schul­di­gen zu benen­nen. Er wies dar­auf hin, dass “auf bei­den Sei­ten aus Wohn­ge­bie­ten geschos­sen wird”, was Quer­schlä­ger von unprä­zi­sen Waf­fen nach sich zöge. Die­ser Behaup­tung wür­de man in Donezk sicher­lich vehe­ment wider­spre­chen. Es wur­de von dort ver­si­chert und oft wie­der­holt, dass die Stel­lun­gen eben nicht in der Nähe der bewohn­ten Häu­ser lägen. Die Opfer der Luft­an­grif­fe im Zen­trum von Lug­ansk Anfang Juni 2014, als um die­se Stadt noch gar nicht gekämpft wur­de, oder am Strand in der Stadt Sug­res im August des­sel­ben Jah­res, fan­den bei Hug kei­ne Erwäh­nung.

Ich wies auch auf die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die Ukrai­ne-Kri­se auf Sei­ten der EU-Diplo­ma­tie hin, auch auf den schwer erkenn­ba­ren Wunsch, die­se Kri­se zu been­den. Eben­so wie die Mai­dan-Anfüh­rer nah­men die EU-Diplo­ma­ten in der Hoch­pha­se der Kämp­fe auf dem Mai­dan eine dro­hen­de Spal­tung des Lan­des sehend in Kauf. Nun wird der ukrai­ni­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat Wla­di­mir Selens­kij von man­chen EU-Bot­schaf­tern auf die Natio­na­lis­ten-Revol­te hin­ge­wie­sen, soll­te er ernst­lich mit Putin ins Gespräch kom­men wol­len.

Ste­fan Lie­bich gab zu, dass die EU sei­ner­zeit “Feh­ler gemacht hat” und die Fra­ge mit dem EU-Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men zwi­schen der Ukrai­ne und der EU zu “tech­nisch” betrach­tet hat. Er sah aller­dings die wah­ren Wur­zeln des Pro­blems in einer irgend­wie “unglück­li­chen Ent­wick­lung”, die nahe­zu alle post­so­wje­ti­schen Staa­ten nach dem Zer­fall der Sowjet­uni­on durch­ge­macht hät­ten. Damals soll­te auch die NATO mal auf­ge­löst und durch ein ande­res Bünd­nis­sys­tem abge­löst wer­den, so Lie­bich. 

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Die Teil­neh­mer der Podi­ums­dis­kus­si­on (von links nach rechts) Alex­an­der Hug, Ivo Geor­gi­ev, Ste­fan Lie­bich

Die bei­den Red­ner, die von der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung für die­sen Tag ein­ge­la­den wor­den waren, bemüh­ten sich erkenn­bar um einen ver­gleichs­wei­se neu­tra­len Ansatz – was in dem anti­rus­sisch auf­ge­la­de­nen Kon­text der­zeit in Deutsch­land fast eine Aus­nah­me ist. Als Ana­ly­se brach­te die Dis­kus­si­on jedoch kei­nen Gewinn. Die Gäs­te blie­ben ober­fläch­lich und konn­ten kei­ne Exper­ti­se für die ukrai­ni­sche Spe­zi­fik vor­wei­sen, obwohl Alex­an­der Hug als ehe­ma­li­ger Lei­ter der OSZE-Beob­ach­ter­grup­pe (er ist Ende 2018 aus sei­nem Amt aus­ge­schie­den) sehr viel Zeit in Donezk ver­bracht hat. Ihre Vor­schlä­ge waren zu all­ge­mein gehal­ten. Denn es ist offen­sicht­lich, dass der Kon­flikt eine poli­ti­sche Lösung braucht, wie sie es auch selbst sagen. Nur : Wer wird wann die­se poli­ti­sche Lösung her­bei­füh­ren, und vor allem war­um und wie ? Wel­che Akteu­re haben ein Inter­es­se an der Been­di­gung des Krie­ges – oder an sei­nem Schwel­brand ? Und es war auch die ein­zi­ge Ver­an­stal­tung, die in die­sen Wochen den nahe­zu ver­ges­se­nen Krieg in der Ost-Ukrai­ne the­ma­ti­siert hat.

Zum Ende der Ver­an­stal­tung wur­de der Film “The distant bar­k­ling of dogs” gezeigt, der das Leben eines 10-jäh­ri­gen Jun­gen und sei­ner Groß­mutter im front­na­hen Gebiet auf dem von der Ukrai­ne kon­trol­lier­ten Ter­ri­to­ri­um doku­men­tiert. Der Film wur­de auf Fes­ti­vals mit Prei­sen aus­ge­zeich­net und durf­te sogar am Oskar-Wett­be­werb teil­neh­men. Die bei­den Prot­ago­nis­ten rei­sen jetzt um die Welt. Wür­de es ein eben­so guter Doku­men­tar­film, auf der ande­ren Sei­te im Front­ge­biet gedreht, im Wes­ten auch so weit schaf­fen ? Eine rein rhe­to­ri­sche Fra­ge.

RT Deutsch


Amnesty kritisiert Schweden : Nur fünf Prozent der gemeldeten Vergewaltigungen führen zu Anklagen


Der Bericht von Amnes­ty Inter­na­tio­nal zur “Gerech­tig­keit für Über­le­ben­de von Ver­ge­wal­ti­gung in den nor­di­schen Län­dern” beginnt mit einer ernüch­tern­den Äuße­rung eines Opfers über die schwe­di­sche Jus­tiz : 

All die­se Hoff­nun­gen auf Gerech­tig­keit und Wie­der­gut­ma­chung, und am Ende – nichts. Es war nur ein wei­te­rer Poli­zei­be­richt. Ich glau­be heu­te nicht mehr an die Jus­tiz. Ich glau­be nicht, dass sie so funk­tio­niert, wie sie soll­te. 

Unter­sucht wur­de die geschlechts­spe­zi­fi­sche Gewalt in den Län­dern Däne­mark, Finn­land, Nor­we­gen und Schwe­den. Hier­zu wur­den 45 Frau­en und Mäd­chen von unter­schied­li­cher eth­ni­scher Her­kunft inter­viewt, die eine Ver­ge­wal­ti­gung erlebt hat­ten. Hin­zu kamen Sta­tis­ti­ken der ein­zel­nen Län­der. Amnes­ty-Inter­na­tio­nal erhebt den Vor­wurf, dass die Zahl der Auf­klä­run­gen zu gering sei, beson­ders in Schwe­den. 

2017 führ­ten in Schwe­den nur 236 von 5.236 gemel­de­ten Ver­ge­wal­ti­gungs­fäl­len zu Urtei­len. In Nor­we­gen gab es 78 Schuld­sprü­che bei 1.504 Ver­ge­wal­ti­gun­gen im Jahr 2016. In Däne­mark waren es bei ins­ge­samt 890 Fäl­len 94 Urtei­le, in Finn­land 209 Schuld­sprü­che bei 1.245 Fäl­len. Kam­pa­gnen­lei­ter gegen sexu­el­le Gewalt, betrof­fe­ne Per­so­nen und eini­ge Fach­leu­te beton­ten gegen­über Amnes­ty Inter­na­tio­nal, dass die Ände­rung der recht­li­chen Defi­ni­ti­on hin zur sexu­el­len Auto­no­mie und Zustim­mung die Mög­lich­keit bie­tet, einen gesell­schaft­li­chen Wan­del her­bei­zu­füh­ren und lang­fris­tig Ver­ge­wal­ti­gun­gen ver­hin­dern wird. 

Mehr zum The­ma “Me Too” auf Schwe­disch : Neu­es Gesetz for­dert münd­li­chen Ver­trag für Sex

Im letz­ten Jahr führ­te Schwe­den ein neu­es Zustim­mungs­ge­setz ein. Damit gilt, dass nur ein “Ja” bei­der Part­ner auch ein “Ja” zum ein­ver­nehm­li­chen Geschlechts­ver­kehr bedeu­tet. Es muss ein münd­li­cher Ver­trag geschlos­sen wer­den. 

Die schlech­te Straf­ver­fol­gungs­quo­te in Schwe­den ist dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass die schwe­di­sche Poli­zei zu lan­ge war­tet, bis sie Befra­gun­gen durch­führt. Das Pro­blem ist seit Jah­ren bekannt, wur­de aber bis­lang nicht ange­gan­gen. 

RT Deutsch


Daily Mail : Fünf britische Soldaten im “heimlichen, dreckigen Krieg” im Jemen verwundet


Min­des­tens fünf Sol­da­ten der bri­ti­schen Spe­zi­al­ein­heit Spe­cial Boat Ser­vice (SBS) sind bei Kämp­fen im Nor­den des Jemen ver­wun­det wor­den. Das berich­tet die Zei­tung Mail on Sunday. Die Sol­da­ten erlit­ten dem­nach bei Gefech­ten mit Mili­zen Schuss­wun­den an Armen und Bei­nen. Mitt­ler­wei­le sol­len sich die Ver­wun­de­ten zur Behand­lung in Groß­bri­tan­ni­en befin­den.

In der Gegend um Sadah im Nor­den des Lan­des sol­len bis zu 30 SBS-Sol­da­ten sta­tio­niert sein. Ihre Prä­senz im Jemen wird von der bri­ti­schen Regie­rung geheim gehal­ten. Die Bri­ten sol­len vor Ort die sau­di­sche Koali­ti­on in ihrem Kampf gegen die Huthi-Mili­zen “bera­ten”.

Die Mail on Sunday berich­te­te auch, dass bri­ti­sche Inge­nieu­re, die die Sau­dis für die War­tung ihrer Kampf­flug­zeu­ge benö­ti­gen, nur knapp einem Droh­nen­an­griff ent­kom­men sind, bei dem zwei Tor­na­dos zer­stört wur­den. Erst in die­sem Monat war bekannt gewor­den, dass die bri­ti­sche Luft­waf­fe die sau­di­schen Streit­kräf­te in tech­ni­schen Fra­gen und bei der Aus­bil­dung unter­stützt.

Das Bekannt­wer­den der bri­ti­schen Trup­pen­prä­senz sorg­te in Groß­bri­tan­ni­en für Kri­tik. Erklär­tes Ziel der bri­ti­schen Regie­rung ist es, zu “einer nach­hal­ti­gen poli­ti­schen Lösung im Jemen-Kon­flikt zu gelan­gen”. Tat­säch­lich unter­stüt­zen sie Sau­di-Ara­bi­en und sei­ne Ver­bün­de­ten nicht nur poli­tisch und mate­ri­ell, son­dern auch mili­tä­risch. Die Koali­ti­on ist immer wie­der für ihre rechts­wid­ri­gen Luft­an­grif­fe kri­ti­siert wor­den, denen schon Tau­sen­de von Zivi­lis­ten zum Opfer gefal­len sind. Die durch den Kon­flikt im Jemen her­bei­ge­führ­te huma­ni­tä­re Kri­se gilt mitt­ler­wei­le als die schwers­te welt­weit.

Die bri­ti­schen Spe­zi­al­ein­hei­ten fin­den sich im Jemen auch an der Sei­te von Isla­mis­ten und Mili­zen wie­der, die Kin­der­sol­da­ten ein­set­zen. Die Mail on Sunday zitiert einen bri­ti­schen Vete­ra­nen mit der Aus­sa­ge, dass die mit den Sau­dis ver­bün­de­ten Mili­zen eine isla­mis­ti­sche Agen­da ver­fol­gen und einen hohen Anteil an Min­der­jäh­ri­gen auf­wei­sen. Die 13- und 14-Jäh­ri­gen wür­den den Mili­zen als Gegen­leis­tung für finan­zi­el­le Zuwen­dun­gen aus Sau­di-Ara­bi­en und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten von Stam­mes­füh­rern zur Ver­fü­gung gestellt.

Mehr zum The­ma — Jemen : Bom­ben aus bri­ti­scher und US-ame­ri­ka­ni­scher Her­stel­lung töten fast 1.000 Zivi­lis­ten

RT Deutsch