China, Russland und Weltall : Von Trump favorisierter Top-Militärberater plädiert für neue Atomwaffen


Die Her­aus­for­de­run­gen für die Streit­kräf­te der USA lagen schon immer auch fern ihrer Staats­gren­zen und zie­len wohl auch künf­tig auf die­se Wei­se auf den Erhalt der US-Hege­mo­nie.

In der ver­gan­ge­nen Woche hat US-Army-Gene­ral Mark Alex­an­der Mil­ley zudem das Ziel des Erhalts des “Groß­machts­frie­dens” und die damit ver­bun­de­nen drei Haupt­punk­te für die Zukunft skiz­ziert : US-Atom­waf­fen­ar­se­na­le müs­sen moder­ni­siert wer­den, das Welt­all wird eine wich­ti­ge Are­na des Krie­ges und Chi­na ist der Haupt­feind.

Gene­ral Mark A. Mil­ley hat Kampf­ein­satz­er­fah­rung in Afgha­ni­stan und im Irak gesam­melt, ist bereits Gene­ral­stabs­chef sei­ner Teil­streit­kraft und Donald Trumps favo­ri­sier­ter Kan­di­dat für den Pos­ten des Top-US-Mili­tär­of­fi­ziers, des Vor­sit­zes des Joint Chiefs of Staff und damit des wich­tigs­ten Mili­tär­be­ra­ters des Prä­si­den­ten, wel­chen der­zeit Joseph F. Dun­ford inne­hat.

Trump hat Mil­ley im Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res zum Vor­sit­zen­den der Joint Chiefs of Staff ernannt. Nach­dem Mil­ley 2015 Stabs­chef der Armee gewor­den war, “half” er, laut CNN, den “Über­gang der Armee weg von groß ange­leg­ten Auf­stands­be­kämp­fungs­kam­pa­gnen an Orten wie dem Irak und Afgha­ni­stan zu über­wa­chen und sich statt­des­sen auf Her­aus­for­de­run­gen Russ­lands und Chi­nas zu kon­zen­trie­ren”.

Der Vier-Ster­ne-Gene­ral, ein Befür­wor­ter höhe­rer Mili­tär­aus­ga­ben, wird zitiert, die USA wer­den “die Rech­nung des Metz­gers mit Blut bezah­len”, wenn sie schwach wer­den.

Neue Sei­den­stra­ße als Pro­vo­ka­ti­on

Auf die Fra­ge des Vor­sit­zen­den des Senats­pa­nels, des repu­bli­ka­ni­schen Sena­tors James Inho­fe aus Okla­ho­ma, wor­über sich Mil­ley am meis­ten Sor­gen mach­te, im Hin­blick auf die US-Kon­fron­ta­ti­on mit Chi­na und Russ­land, ant­wor­te­te Mil­ley :

Ich den­ke, die aller­ers­te Num­mer eins für mich und die Num­mer eins, die für das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ange­ge­ben wur­de, ist die Moder­ni­sie­rung, Reka­pi­ta­li­sie­rung der Atom­tri­as der Nati­on. Ich den­ke, das ist ent­schei­dend. Zwei­tens, wür­de ich sagen, ist das Welt­all. Es ist ein neu­er Bereich der mili­tä­ri­schen Ope­ra­tio­nen.”

Mit dem Auf­bau der nuklea­ren “Tria­de” sind inter­kon­ti­nen­ta­le bal­lis­ti­sche Rake­ten, stra­te­gi­sche Bom­ber und nukle­ar bewaff­ne­te U-Boo­te gemeint.

Ich den­ke, Chi­na ist die größ­te Her­aus­for­de­rung für die natio­na­le Sicher­heit der USA in den nächs­ten 50 bis 100 Jah­ren”, beton­te der Gene­ral wei­ter­hin.

Chi­na habe durch die US-Kriegs­ein­sät­ze im Mitt­le­ren Osten gelernt und nut­ze die­se Beob­ach­tun­gen, um die Ent­wick­lung sei­nes eige­nen Mili­tärs vor­an­zu­trei­ben, so der der­zei­ti­ge Gene­ral­stabs­chef.

Chi­na ging durch uns zur Schu­le”, sag­te Mil­ley, als er auf eine Fra­ge des demo­kra­ti­schen Sena­tors Tim Kai­ne aus Vir­gi­nia ant­wor­te­te.

Sie haben uns im Ers­ten Golf­krieg, im Zwei­ten Golf­krieg sehr genau beob­ach­tet. Sie beob­ach­te­ten unse­re Fähig­kei­ten. Und in vie­ler­lei Hin­sicht haben sie die­se nach­ge­ahmt, und sie haben vie­le der Leh­ren und Orga­ni­sa­tio­nen über­nom­men.” 

Peking nut­ze “Han­del als Druck­mit­tel zur Errei­chung sei­ner natio­na­len Sicher­heits­in­ter­es­sen (…) und der One Belt, One Road ist Teil davon”. Er sag­te, Chi­na kon­kur­rie­re in ers­ter Linie um Res­sour­cen, um sein Mili­tär zu finan­zie­ren und zu ver­bes­sern sowie sei­ne Wirt­schaft auf­zu­bau­en und zu betrei­ben.

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Mil­ley beschrieb den mili­tä­ri­schen Auf­bau der USA in der vom Pen­ta­gon als “Indo-Pazifik”-Region bezeich­ne­ten Regi­on, wel­che die Haupt­are­na in einer Kon­fron­ta­ti­on mit Chi­na wäre. Die­ser besteht, so der Gene­ral, aus 370.000 US-Trup­pen, 2.000 Kampf­flug­zeu­gen und 200 Schif­fen.

INF ist Geschich­te – hier zeigt sich war­um

Mil­ley wur­de auch gefragt, ob er es für “hilf­reich” hal­te, kon­ven­tio­nell bewaff­ne­te, land­ge­stütz­te Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten in der Regi­on zu plat­zie­ren, um chi­ne­si­sche Inter­es­sen dort abzu­schre­cken, was er klar bejah­te.

Der im Jahr 1987 zwi­schen Washing­ton und Mos­kau geschlos­se­ne INF-Ver­trag ver­bann­te die­se Waf­fen, wur­de aber zu Beginn die­ses Jah­res von der Trump-Admi­nis­tra­ti­on unter dem Vor­wand auf­ge­ho­ben, dass Russ­land die Vor­ga­ben angeb­lich ver­letzt habe. Weder wur­den Bewei­se für die­se Behaup­tung vor­ge­legt, noch Ein­la­dun­gen Mos­kaus zum Beweis des Gegen­teils ange­nom­men. Zwar hat Mos­kau mehr­fach betont, dass es den Ver­trag bis­her immer ein­ge­hal­ten habe und die maxi­ma­le Reich­wei­te des rus­si­schen land­ge­stütz­ten Marsch­flug­kör­pers 9M729 480 Kilo­me­ter betra­ge, das Waf­fen­sys­tem hät­ten US-Beam­te sogar direkt inspi­zie­ren kön­nen. Auch nach der Auf­kün­di­gung des Ver­trags erklär­te Mos­kau, dass es sich an die Vor­ga­ben des INF-Ver­trags hal­ten wer­de, solan­ge die USA die­se nicht bre­chen.

Bereits im Ver­lauf der Kün­di­gung durch Washing­ton zeig­te sich, dass die USA damit auch auf Chi­na abziel­ten, das Peking nicht zu den INF-Ver­trags­par­tei­en gehört und auch mit der Ent­wick­lung von Rake­ten auf den mili­tä­ri­schen Auf­bau der USA in der Regi­on ant­wor­tet.

Beson­ders besorg­nis­er­re­gend schei­nen dem Gene­ral Chi­nas mili­tä­ri­sche Fort­schrit­te

Chi­na ver­bes­sert sein Mili­tär sehr, sehr schnell”, so Mil­ley. “Das ist kein Hype. (…) Sie über­tref­fen uns bei For­schung und Ent­wick­lung sowie bei der Beschaf­fung.”

Chi­na sei der­zeit “Geg­ner” und nicht “Feind”, womit im mili­tä­ri­schen Bereich unter­schie­den wird und “Feind” sich auf akti­ve bewaff­ne­te Kon­flik­te bezieht, doch offen­bar steht dem­nach der Über­gang vom “Geg­ner” zum “Feind” an.

Die unter dem Vor­wand einer rus­si­schen Bedro­hung ent­wi­ckel­ten tak­ti­schen nuklea­ren Rake­ten­spreng­köp­fe, wel­che von U-Boo­ten gestar­tet wer­den, beschrieb Mil­ley als wich­ti­ge Waf­fe, wel­che “wir in unse­rem Arse­nal haben müs­sen, um mit jedem poten­zi­el­len Geg­ner fer­tig zu wer­den”.

Vor knapp einem Monat hat­te das Pen­ta­gon ein vom der­zei­ti­gen Vor­sit­zen­den der US-Mili­tär­be­ra­ter, John F. Dun­ford, beauf­trag­tes Doku­ment mit dem Titel “Joint Publi­ca­ti­on No. 3 – 72 Nuclear Ope­ra­ti­ons” ver­öf­fent­licht, aber dann wie­der zurück­ge­zo­gen. Über 60 Sei­ten wird dar­in dar­ge­legt, wie Atom­waf­fen künf­tig von den USA ein­ge­setzt wer­den sol­len. Anders als im Kal­ten Krieg soll es dem­nach nicht mehr um die gesi­cher­te gegen­sei­ti­ge Zer­stö­rung (MAD) gehen, son­dern um die Wie­der­her­stel­lung “stra­te­gi­scher Sta­bi­li­tät”.

In dem Pen­ta­gon-Doku­ment wird davon aus­ge­gan­gen, dass “der Ein­satz von Atom­waf­fen den Umfang einer Schlacht grund­le­gend ver­än­dert und zu Situa­tio­nen führt, in denen Kom­man­dan­ten gewin­nen müs­sen”.

Der Ein­satz von Atom­waf­fen kön­ne den Ver­lauf einer Kam­pa­gne radi­kal ver­än­dern oder beschleu­ni­gen und könn­te ein­ge­setzt wer­den, nach­dem eine kon­ven­tio­nel­le Kam­pa­gne geschei­tert gewirkt hät­te.

Die Inte­gra­ti­on von Kern­waf­fen­ein­sät­zen mit kon­ven­tio­nel­len und spe­zi­el­len Ein­satz­kräf­ten ist für den Erfolg jeder Mis­si­on oder Ope­ra­ti­on uner­läss­lich.”

Im April bezeich­ne­te Mil­ley Russ­land als “exis­ten­ti­el­le Bedro­hung” für Washing­ton.

Wegen der rus­si­schen nuklea­ren Fähig­kei­ten sind sie das ein­zi­ge Land auf der Erde, das in der Lage ist, die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu zer­stö­ren”, sag­te der Gene­ral­stabs­chef bei einer Bud­get­ver­hand­lung vor dem House Armed Ser­vices Com­mit­tee. Die­se Fähig­keit zu haben bedeu­tet nicht, dass Russ­land der­zeit pla­ne, sie zu nut­zen, füg­te er hin­zu.

Mos­kau wird wahr­schein­lich “unse­re Inter­es­sen für die nächs­ten 20 Jah­re bedro­hen, wenn es ver­sucht, die Kon­trol­le über his­to­ri­sche Ein­fluss­sphä­ren zurück­zu­ge­win­nen und die euro­päi­schen Wirt­schafts- und Sicher­heits­struk­tu­ren zu ihren Guns­ten zu gestal­ten”, warn­te Mil­ley.

Als Argu­ment für ein 780-Mil­li­ar­den-Dol­lar-Bud­get des Pen­ta­gons für 2020 beton­te Mil­ley, dass Län­der wie Chi­na und Russ­land auf aggres­si­ve Wei­se Moder­ni­sie­rungs­pro­gram­me ver­fol­gen”, um die mili­tä­ri­sche Domi­nanz der USA zu unter­gra­ben.

Bereits 2015, als Mil­ley Stabs­chef der US-Armee wur­de, skiz­zier­te er Russ­land als “exis­ten­zi­el­le Bedro­hung”.

Ange­sichts der Span­nun­gen mit dem Iran gestand Gene­ral Mil­ley ein, dass der Rück­zug der USA aus dem Atom­ab­kom­men von 2015 Washing­tons Mög­lich­kei­ten erschwe­re, eine Koali­ti­on zu bil­den. Er erwar­te aber kei­nen Krieg mit dem Iran.

Gene­ral Mil­ley stell­te sich hin­ter die Ankün­di­gung des Pen­ta­gons, kei­ne F-35-Jets an die Tür­kei zu lie­fern, wenn sie rus­si­sche Luft- und Rake­ten­ab­wehr­sys­te­me vom Typ S-400 erwirbt.

Die S-400 ist ein rus­si­sches Sys­tem, das gebaut wur­de, um Flug­zeu­ge wie die F-35 abzu­schie­ßen”, zeig­te sich Mil­ley über­zeugt.

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RT Deutsch


USA loben sieben Millionen Dollar für Hinweise zu Hisbollah-Mann aus


Wie das Außen­mi­nis­te­ri­um der Ver­ei­nig­ten Staa­ten am Frei­tag mit­ge­teilt hat, lei­te der Ter­ror­ver­däch­ti­ge die Ter­ror­ak­ti­vi­tä­ten der His­bol­lah in der west­li­chen Hemi­sphä­re und sei an Kom­plot­ten auf der gan­zen Welt betei­ligt gewe­sen. Am bekann­tes­ten sei er für sei­ne Rol­le bei einem Anschlag auf das jüdi­sche Gemein­de­zen­trum AMIA in Bue­nos Aires im Jahr 1994.

US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo weil­te am Frei­tag für eine Minis­ter­kon­fe­renz zum Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus in der argen­ti­ni­schen Haupt­stadt. Er nahm dort außer­dem an einer Gedenk­ver­an­stal­tung zum 25. Jah­res­tag des AMIA-Anschlags teil.

Argen­ti­ni­en hat­te die His­bol­lah-Miliz am Vor­tag als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft und für den Anschlag mit 85 Todes­op­fern ver­ant­wort­lich erklärt – eben­so wie für ein Atten­tat auf die israe­li­sche Bot­schaft in Bue­nos Aires mit 29 Toten zwei Jah­re zuvor. Für bei­de Anschlä­ge wur­den bis­lang kei­ne Täter ver­ur­teilt. Ermit­telt wur­de gegen mut­maß­li­che ira­ni­sche Draht­zie­her.

Die schii­ti­sche His­bol­lah (auf Deutsch “Par­tei Got­tes”) ist im Jahr 1982 als Ant­wort auf die israe­li­sche Inva­si­on im Liba­non ent­stan­den. Seit dem Jahr 1992 ist sie im liba­ne­si­schen Par­la­ment ver­tre­ten. Die USA, Kana­da und Isra­el haben die gesam­te His­bol­lah auf ihre Ter­ror­lis­ten gesetzt, Groß­bri­tan­ni­en, Aus­tra­li­en und die EU ledig­lich ihren mili­tä­ri­schen Arm. (dpa)

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Für deut­sche Unter­ti­tel bit­te die Unter­ti­tel­funk­ti­on ein­schal­ten

RT Deutsch


Für Selenski : Saakaschwili nimmt seine Partei bei ukrainischer Parlamentswahl aus dem Rennen


Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent Geor­gi­ens und Ex-Gou­ver­neur des ukrai­ni­schen Schwarz­meer-Gebiets Odes­sa, Michail Saa­ka­schwi­li, hat sei­ne Par­tei „Bewe­gung der neu­en Kräf­te“ aus der Par­la­ments­wahl in der Ukrai­ne genom­men. Zudem rief er die Wäh­ler per Face­book dazu auf, für die Par­tei von Prä­si­den­ten Wolo­dy­m­yr Selen­skyj (Wla­di­mir Selen­ski) zu stim­men.
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Von der Leyen für Asylreform : Habe Dublin-Regel “nie wirklich verstanden”


Die neu gewähl­te zukünf­ti­ge EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en hat sich zu dem kon­tro­ver­sen Dub­lin-II-Sys­tem für Asyl­ver­fah­ren geäu­ßert. Sie äußer­te die Kri­tik, dass die Ver­tei­lung von Asyl­be­wer­bern auf die Staa­ten, die sie inner­halb der EU als ers­tes betre­ten, nicht sinn­voll sei.

Ich habe nie wirk­lich ver­stan­den, war­um Dub­lin mit der ein­fa­chen Glei­chung begann : Wo ein Migrant zuerst euro­päi­schen Boden betritt, muss er oder sie blei­ben”, sag­te die CDU-Poli­ti­ke­rin zur Bild am Frei­tag. “Die Migra­ti­on fin­det auf dem See- oder Land­weg statt. Wir kön­nen nur dann sta­bi­le Außen­gren­zen haben, wenn wir den Mit­glied­staa­ten, die auf­grund ihrer Posi­ti­on auf der Kar­te dem größ­ten Druck aus­ge­setzt sind, genü­gend Hil­fe leis­ten.”

Von der Ley­ens Fazit :

Wir müs­sen Dub­lin refor­mie­ren, um mehr Fair­ness und Las­ten­ver­tei­lung zu errei­chen.”

Bereits vor ihrer Wahl zur Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin am Diens­tag hat­te sich von der Ley­en stark gemacht für einen Neu­start der fest­ge­fah­re­nen Ver­hand­lun­gen mit einem Vor­schlag für einen “neu­en Pakt für Migra­ti­on und Asyl”. Nach den der­zeit gül­ti­gen Dub­lin-Regeln ist jenes Land für ein Asyl­ver­fah­ren zustän­dig, in dem ein Asyl­be­wer­ber zum ers­ten Mal EU-Boden betritt.

Eine Eini­gung der 28 EU-Staa­ten auf eine Reform schei­ter­te bis­lang vor allem an der Ver­tei­lung Asyl­su­chen­der auf alle Län­der. Mit­glied­staa­ten wie Ungarn und Polen wol­len sich nicht dazu ver­pflich­ten las­sen, wei­te­re Asyl­be­wer­ber auf­zu­neh­men.

Im Inter­view mit der Bild sprach sich von der Ley­en dafür aus, die Migra­ti­ons­de­bat­te “zu ent­emo­tio­na­li­sie­ren”. Das heißt :

Schluss mit dem Fin­ger­zei­gen, sehr prag­ma­tisch arbei­ten, Lösun­gen fin­den, die nicht all­zu weit weg sind, aber leicht zu errei­chen sind.”

Grund­sätz­lich gel­te es, stark in die Her­kunfts­län­der zu inves­tie­ren, Ter­ror und Armut zu bekämp­fen und den Men­schen eine Per­spek­ti­ve zu geben. Zudem müs­se die EU ener­gisch gegen Men­schen­schlep­per und Schmugg­ler vor­ge­hen und die EU-Gren­zen mit Fron­tex schüt­zen.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Goldgedeckte Währungen : „Wohltat für Menschheit“ oder „wahnsinniger Rohstoff-Krieg“?


Jüngs­te poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen von US-Prä­si­dent Donald Trump deu­ten an, dass eine Rück­kehr zum Gold­stan­dard für Wäh­run­gen wie US-Dol­lar oder Euro wie­der rea­lis­ti­scher erscheint. Wie sähe eine Welt mit gold­ge­deck­ten Wäh­run­gen aus ? Sput­nik hat bei eta­blier­ten Gold­markt- und Finanz-Exper­ten nach­ge­fragt und dabei Pro- und Con­tra-Argu­men­te gesam­melt.
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Bundespressekonferenz mit Kanzlerin Merkel : Suggestivfragen und Russland ist “Grund für Besorgnis”


Ein beson­ders ekla­tan­tes Stück an Sug­ges­tiv­fra­ge bot die Deutsch­land-Kor­re­spon­den­tin der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung La Repubbli­ca. Sie woll­te von der Kanz­le­rin unter ande­rem wis­sen, wie besorgt die­se sei, über die “stän­di­gen Ver­su­che Russ­lands, Euro­pa zu zer­stö­ren”. 

RT Deutsch


Forscher nennen neue Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle – Studie


Der sys­to­li­sche und der dia­sto­li­sche Blut­druck kön­nen laut For­schern des US-ame­ri­ka­ni­schen For­schungs­zen­trums „Kai­ser Per­ma­nen­te“ mit dem Risi­ko eines Herz­in­farkts und eines Schlag­an­falls glei­cher­ma­ßen ver­bun­den sein. Dies berich­tet das Fach­por­tal „Eure­kAl­ert!“ unter Beru­fung auf die ent­spre­chen­de Stu­die.
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Treffen in Helsinki ohne Einigung : EU ringt weiterhin um Lösung für Verteilung von Migranten


Eine lang­fris­ti­ge Lösung für den Umgang mit der See­not­ret­tung von Migran­ten im Mit­tel­meer wird seit Jah­ren gesucht. Die Ver­hand­lun­gen sind bis­her stets bei der Fra­ge nach der Ver­tei­lung Asyl­su­chen­der auf alle EU-Län­der ins Sto­cken gera­ten. Län­der wie Ungarn und Polen wol­len sich nicht dazu ver­pflich­ten las­sen, Migran­ten auf­zu­neh­men. Ita­li­en und Mal­ta schlie­ßen zudem ihre Häfen für Schif­fe pri­va­ter See­not­ret­ter.

See­ho­fer für “tem­po­rä­re Über­gangs­re­ge­lung” zur Ver­tei­lung der aus dem Mit­tel­meer Geret­te­ten 

Am Don­ners­tag fand in Hel­sin­ki ein Tref­fen der EU-Innen­mi­nis­ter statt. Es ende­te aber ohne Durch­bruch. Eine euro­päi­sche Über­gangs­re­ge­lung, vor­ge­schla­gen von Deutsch­land und Frank­reich, stieß auf wenig Unter­stüt­zung bei den ande­ren EU-Mit­glieds­staa­ten. Neben Luxem­burg zeig­ten sich ledig­lich Por­tu­gal und Finn­land bereit, die Idee zu unter­stüt­zen.

Die geplan­te Über­gangs­re­ge­lung soll ver­hin­dern, dass Ita­li­en und Mal­ta Schif­fen mit geret­te­ten Men­schen die Ein­fahrt in ihre Häfen unter­sa­gen. Bei­de Staa­ten hat­ten dies in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach getan, weil sie befürch­te­ten, mit der Ver­ant­wor­tung für die Migran­ten von den EU-Part­nern allein­ge­las­sen zu wer­den. Infol­ge­des­sen harr­ten Men­schen auf pri­va­ten Ret­tungs­schif­fen oft tage­lang an Bord aus, bis eine Lösung gefun­den wur­de.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) hat­te vor dem Tref­fen in Hel­sin­ki ange­kün­digt, er wol­le für eine “tem­po­rä­re Über­gangs­re­ge­lung” zur Ver­tei­lung der Geret­te­ten wer­ben. Fes­te Auf­nah­me­quo­ten bestimm­ter Län­der, wie es Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) neu­lich vor­ge­schla­gen hat, soll­te es sei­ner Ansicht nach aber nicht geben. Damit wol­le er ver­hin­dern, “dass es als fak­ti­sche Grenz­öff­nung begrif­fen wird”, sag­te See­ho­fer am Mitt­woch in Ber­lin bei der Vor­stel­lung des Jah­res­be­richts 2018 der Bun­des­po­li­zei.

Migran­ten vor dem Ertrin­ken zu ret­ten und sie anschlie­ßend in einen siche­ren Hafen zu brin­gen, sei eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, erklär­te der Innen­mi­nis­ter vor sei­ner Abrei­se nach Hel­sin­ki. Er beton­te jedoch :

Das muss nicht zwin­gend ein euro­päi­scher Hafen sein.

Auch die künf­ti­ge EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en hat­te am Diens­tag in ihrer Rede vor dem EU-Par­la­ment ange­kün­digt, einen neu­en Ver­such unter­neh­men zu wol­len, den jah­re­lan­gen Streit um die EU-Migra­ti­ons­po­li­tik zu lösen. Die Euro­päi­sche Uni­on müs­se irre­gu­lä­re Migra­ti­on redu­zie­ren und gegen Schleu­ser vor­ge­hen, aber gleich­zei­tig das Asyl­recht wah­ren und die Situa­ti­on von Flücht­lin­gen – bei­spiels­wei­se durch soge­nann­te “huma­ni­tä­re Kor­ri­do­re” – ver­bes­sern. Dies wür­de hei­ßen, dass man den schutz­be­dürf­ti­gen Men­schen einen siche­ren Weg nach Euro­pa bie­tet.

Wie der Ad-hoc-Mecha­nis­mus genau aus­se­hen könn­te ist nicht bekannt

Am Don­ners­tag hieß es nun in Hel­sin­ki, die Gesprä­che sol­len in den nächs­ten Wochen fort­ge­setzt wer­den. Innen­mi­nis­ter See­ho­fer rech­net sogar mit einer Eini­gung – in der ers­ten Sep­tem­ber­wo­che bei einem EU-Son­der­tref­fen auf Mal­ta. Er sei “ziem­lich zuver­sicht­lich”, dass man das hin­be­kom­me. 

Der fran­zö­si­sche Innen­mi­nis­ter Chris­to­phe Cas­ta­ner sag­te am Don­ners­tag nach dem Tref­fen, am kom­men­den Mon­tag wer­de es ein Tref­fen von Innen- und Außen­mi­nis­tern in Paris geben. Ziel sei es, unge­fähr 15 EU-Staa­ten zu einer Teil­nah­me an einem Ad-hoc-Mecha­nis­mus zu bewe­gen. Wie der von Deutsch­land und Frank­reich geplan­te Über­gangs­mo­dus genau aus­se­hen könn­te, ist bis­lang aber nicht bekannt.

Das The­ma Migra­ti­on hat wie­der an Bri­sanz gewon­nen, nach­dem die deut­sche Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te uner­laubt mit Dut­zen­den von Migran­ten an Bord der Sea-Watch 3 nach Ita­li­en gefah­ren war. Gegen sie wird daher nun in Ita­li­en ermit­telt.

Erst vor ein paar Tagen for­der­te die Kapi­tä­nin die­ses Ret­tungs­schif­fes erneut in einem Inter­view, alle Flücht­lin­ge aus Liby­en zu ret­ten.

Wir hören von einer hal­ben Mil­li­on Men­schen, die in den Hän­den von Schlep­pern sind oder in liby­schen Flücht­lings­la­gern, die wir raus­ho­len müs­sen. Ihnen müs­sen wir sofort hel­fen bei einer siche­ren Über­fahrt nach Euro­pa”, sag­te Racke­te in einem Inter­view mit der Bild.

Kri­tik und Ableh­nung in Deutsch­land und Öster­reich für Racke­tes For­de­run­gen

Dar­über hin­aus for­der­te Racke­te die Auf­nah­me von Kli­ma-Flücht­lin­gen. Ihre Äuße­run­gen stie­ßen auf schar­fe Kri­tik und Ableh­nung in Deutsch­land und Öster­reich. So sag­te Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU), Racke­te schie­ße “weit über das Ziel hin­aus.”

Ich leh­ne das klar ab. Bei allem Ver­ständ­nis für die Auf­nah­me von in See­not gera­te­nen Flücht­lin­gen : Wir kön­nen nicht eine hal­be Mil­li­on Wirt­schafts­flücht­lin­ge oder sol­che, die aus Armut nach Euro­pa kom­men, ohne Wei­te­res bei uns auf­neh­men”, so Herr­mann in der Bild.

Er ver­wies dabei auf die letzt­lich gerin­ge Aner­ken­nungs­quo­te für Asyl­su­chen­de aus Afri­ka. Hes­sens Innen­mi­nis­ter Peter Beuth (CDU) ging noch einen Schritt wei­ter und nann­te Racke­tes Aus­sa­gen “ver­ant­wor­tungs­los”. Auch in Öster­reich sorg­ten die Aus­sa­gen der Kapi­tä­nin des deut­schen Ret­tungs­schif­fes für schar­fe Reak­tio­nen. So for­der­te der ehe­ma­li­ge öster­rei­chi­sche Innen­mi­nis­ter Her­bert Kickl (FPÖ), die NGO-Schif­fe der Flücht­lings­ret­ter ein­zu­be­hal­ten und zu ver­schrot­ten. In einem Inter­view mit der öster­rei­chi­schen Inter­net-Sei­te Oe24 sag­te Kickl : 

Das ist der Miss­brauch eines Begriffs, des Begriffs ‘See­not­ret­tung’. Was dort pas­siert, ist ein bru­ta­les Schlep­per­we­sen.

Man dür­fe “die­se Leu­te” ret­ten, müs­se sie aber dort­hin zurück­brin­gen, wo sie her­kom­men. Die Schlep­per wür­den sich die Situa­ti­on genau anse­hen und sich über “nütz­li­che Idio­ten” wie Racke­te freu­en. Laut Kickl sei Racke­te kei­ne “Iko­ne der Huma­ni­tät”, zu der sie man­che machen, son­dern viel­mehr “eine Iko­ne der Blöd­heit”.

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RT Deutsch


Russischer Außenminister Lawrow sieht Deutschland bei Friedensförderung für Donbass in der Pflicht


Euro­päi­sche Län­der, ins­be­son­de­re Deutsch­land, soll­ten die zöger­li­che Umset­zung des Mins­ker Abkom­mens durch die Ukrai­ne nicht för­dern. Das erklär­te der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row in einem Inter­view mit der Rhei­ni­schen Post.

Der Diplo­mat wies dar­auf hin, dass es wider­sprüch­li­che Signa­le von Prä­si­dent Wla­di­mir Selens­kij und sei­nem Team über die Eini­gung in Don­bass gibt. Er sag­te :

Bis­lang kom­men recht wider­sprüch­li­che Signa­le von Selen­skyj und sei­nem Team. Unse­rer­seits sind wir bereit, mit der Ukrai­ne auf der Grund­la­ge des Prag­ma­tis­mus und der Beach­tung vita­ler Inter­es­sen unse­rer Völ­ker zusam­men­zu­ar­bei­ten.

Euro­pä­er und allen vor­an Deutsch­land dür­fen nicht Kiew im Gefühl bestär­ken, es sei ihm alles erlaubt. In die­sem Sin­ne ist auch Deutsch­land für die Bei­le­gung des inne­ru­krai­ni­schen Kon­flikts mit­ver­ant­wort­lich.

Man sol­le ein­ge­ste­hen, dass die west­li­chen Part­ner, anstatt Kiew zur Umset­zung des Mins­ker Abkom­mens zu ermu­ti­gen, des­sen Maß­nah­men zur Ver­zö­ge­rung der Umset­zung des Mins­ker Abkom­mens in den letz­ten fünf Jah­ren gedul­det hät­ten, so Law­row. Der Außen­mi­nis­ter füg­te hin­zu :

Fak­tisch ver­schlie­ßen sie [die west­li­chen Part­ner] die Augen vor beschä­men­den Kehr­sei­ten der ukrai­ni­schen Rea­li­tät wie Wie­der­auf­le­ben des Neo­na­zis­mus, zwangs­wei­se Ein­schrän­kung der rus­si­schen Spra­che, Unter­drü­ckung unab­hän­gi­ger Medi­en, durch die ukrai­ni­sche Regie­rung inspi­rier­te Ver­fol­gun­gen der kano­ni­schen Ukrai­ni­schen Ortho­do­xen Kir­che und deren Gemein­de.

Law­row äußer­te die Hoff­nung, dass in Bezug auf den Don­bass ech­te Fort­schrit­te erzielt wer­den könn­ten, wenn der poli­ti­sche Wil­le vor­han­den sei. Er schloss :

Ich stim­me Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas zu, wenn er sagt, dass die lang­ersehn­te Ent­flech­tung in Sta­ni­za Lug­anska­ja, die Ende Juni zustan­de kam, anschau­lich das Mög­lich­sein eines Fort­schritts auf dem Weg hin zum Frie­den zeigt. Es ist wich­tig, an die­sen Erfolg anzu­knüp­fen. Der voll­stän­di­ge Waf­fen­still­stand ist von zen­tra­ler Bedeu­tung.

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