Venezuela : Maduro schlägt Neuwahlen für Parlament vor


Madu­ro äußer­te sei­ne Absich­ten in einer Rede am Mon­tag, auf dem er erneut sei­ne Bereit­schaft zu fried­li­chem polit­si­chen Dia­log mit der Oppo­si­ti­on beton­te. Tei­le die­ser hat­te in den ver­gan­ge­nen Wochen mehr­fach ver­sucht, sich mit Gewalt an die Macht zu put­schen. Die Streit­kräf­te des Lan­des blie­ben der demo­kra­tisch gewähl­ten Regie­rung jedoch loy­al und ver­hin­der­ten somit grö­ße­res Blut­ver­gie­ßen. 

Das Par­la­ment, in dem die Oppo­si­ti­on domi­niert, wur­de im poli­ti­schen Pro­zess an den Rand gedrängt, nach­dem eine ver­fas­sungs­ge­ben­de Ver­samm­lung beru­fen wur­de, die auf­grund von poli­ti­schen Sabo­ta­ge­ver­su­chen des Par­la­ments vie­le legis­la­ti­ve Rech­te auf sich selbst über­trug. In der ver­fas­sungs­ge­ben­den Ver­samm­lung stel­len die Regie­rungs­par­tei­en eine Mehr­heit dar.

Soll­te der selbst­er­nann­te “Inte­rims­prä­si­dent” bei den Par­la­ments­wah­len ver­lie­ren, wür­de es sei­nen Ver­su­chen, an die Staats­spit­ze zu gelan­gen, ein Ende berei­ten. Bis­her sind­al­le sei­ne Ver­su­che, sich zu eta­blie­ren, im San­de ver­lau­fen.

RT Deutsch


War Russland das Ziel der “Honigfalle” für Strache ?


von Zlat­ko Per­ci­nic

Was am 24. Juli 2017 in einer Vil­la etwas außer­halb von Ibi­za-Stadt, der Haupt­stadt der gleich­na­mi­gen Balea­ren­in­sel, pas­siert ist, gehört zum Stan­dard­re­per­toire eines jeden Geheim­diens­tes, der etwas auf sich hält. Die Zuta­ten für die soge­nann­te Honig­fal­le (Honey Trap) sind denk­bar ein­fach : Das meist männ­li­che Ziel wird in einer neu­tra­len und locke­ren Umge­bung von attrak­ti­ven Frau­en – und manch­mal auch Män­nern – dazu gebracht, Geheim­nis­se aus­zu­plau­dern, oder durch kom­pro­mit­tie­ren­de Beweis­auf­nah­men erpress­bar gemacht.

Der bri­ti­sche Inlands­ge­heim­dienst MI5 warn­te 2008 in einem 14-sei­ti­gen Bericht vor “chi­ne­si­schen Honig­fal­len”, die mit sol­chen Metho­den im Ver­ei­nig­ten König­reich Wirt­schafts­spio­na­ge betrei­ben. Der israe­li­sche Geheim­dienst Mos­sad lock­te so den Whist­leb­lo­wer Mor­de­c­hai Vanunu in Rom in die Fal­le, nach­dem die­ser 1986 Geheim­nis­se bezüg­lich des israe­li­schen Atom­pro­gramms an die Sunday Times wei­ter­gab. Auch Russ­land nutz­te die­se Tak­tik immer wie­der. Dass das nicht immer gut­geht, zeig­te der Fall Anna Chap­man, die im Juni 2010 in den USA auf­ge­flo­gen war und kur­ze Zeit spä­ter im Rah­men eines Gefan­ge­nen­aus­tauschs nach Russ­land aus­ge­lie­fert wur­de.

Wer auch immer Heinz-Chris­ti­an Stra­che vor zwei Jah­ren auf Ibi­za in die Fal­le lock­te, wuss­te ganz genau, was er tat. In sei­ner Rück­tritts­re­de am 18. Mai sag­te er, dass der Kon­takt zu der ver­meint­li­chen rus­si­schen Inves­to­rin über einen “deut­schen Bekann­ten der Dame” her­ge­stellt wur­de, der wie­der­um in Kon­takt zu FPÖ-Frak­ti­ons­chef Johann Gude­nus stand. Ob Gude­nus den “deut­schen Bekann­ten” schon län­ger kann­te oder hier gezielt das Ver­trau­en zum schwä­che­ren Glied der bei­den FPÖ-Poli­ti­ker auf­ge­baut wur­de, ist nicht bekannt.

Es soll hier nicht dar­um gehen, die Poli­tik, die Gesin­nung oder die Äuße­run­gen der invol­vier­ten Per­so­nen in Schutz zu neh­men oder zu rela­ti­vie­ren. Was Stra­che gesagt hat­te, ist für eine funk­tio­nie­ren­de Demo­kra­tie nicht trag­bar und muss­te kon­se­quen­ter­wei­se zum Rück­tritt sei­nem Pos­ten füh­ren. Dass dann auch Gude­nus von allen sei­nen Ämtern zurück­ge­tre­ten und sogar aus der FPÖ aus­ge­tre­ten ist, war unter den gege­be­nen Umstän­den fol­ge­rich­tig.

Das bedeu­tet aber nicht, dass man die Metho­de der Honig­fal­le zur Erlan­gung kom­pro­mit­tie­ren­den Mate­ri­als ein­fach aus­blen­den darf. Auch das Timing der Ver­öf­fent­li­chung des Vide­os nur sechs Tage vor dem Beginn der EU-Par­la­ments­wah­len, die als “Schick­sals­wahl für Euro­pa” bezeich­net wer­den, wirft Fra­gen auf. Es heißt, dass Spie­gel und Süd­deut­sche Zei­tung, die das Mate­ri­al nach eige­nen Aus­sa­gen ent­we­der “vor gut einer Woche” (lt. Spie­gel-Redak­teur Mar­tin Knob­be am 19. Mai) oder “im Lau­fe die­ses Monats” zuge­spielt bekom­men haben, nach­dem es in Öster­reich nie­mand ver­öf­fent­li­chen woll­te.

Die Reak­tio­nen deut­scher Poli­ti­ker, die selbst­ge­fäl­lig mit dem Fin­ger auf die “Rechts­po­pu­lis­ten” und “Nazis” in Öster­reich zeig­ten und im Fal­le der SPD-Füh­rung sogar vor der Ent­schei­dung von Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz (ÖVP) Neu­wah­len for­der­ten, brach­te den Spie­gel schnell in Bedräng­nis. Der Vor­wurf von Wahl­ma­ni­pu­la­ti­on lag in der Luft, wie selbst der ehe­ma­li­ge BND-Chef August Han­ning gegen­über der Bild sag­te. Des­halb sah sich der Spie­gel ver­an­lasst, am 19. Mai eine Erklä­rung zu ver­öf­fent­li­chen, was aller­dings kaum eine über­zeu­gen­de Ant­wort auf die drän­gends­ten Fra­gen dar­stell­te. Des­halb leg­te Spie­gel-Redak­teur Wolf Wied­mann-Schmidt gegen­über der dpa nach und erklär­te, die Auf­nah­men sei­en nicht gezielt kurz vor der Euro­pa­wahl ver­öf­fent­licht wor­den :

Wir haben das Video im Lau­fe des Monats bekom­men und aus­ge­wer­tet. Und als wir uns dann sicher waren, dass es authen­tisch und echt ist, haben wir gesagt : Dann publi­zie­ren wir das Video.

Abge­se­hen von der im Raum ste­hen­den Wahl­ma­ni­pu­la­ti­on der bevor­ste­hen­den EU-Wah­len, bei denen bis­her sämt­li­chen Umfra­gen zufol­ge ein Rechts­ruck zu erwar­ten ist, fällt beim Auf­zug der geschicht­li­chen Dar­stel­lung des Ibi­za-Skan­dals durch die Süd­deut­sche Zei­tung und Spie­gel vor allem eines auf : Russ­land.

Mehr zum The­ma — Reak­tio­nen aus Deutsch­land auf Stra­che-Rück­tritt in Öster­reich 

Die Frau, die den Lock­vo­gel in dem Video spielt, wird stets als “ver­meint­li­che rus­si­sche Olig­ar­chin” bezeich­net, wäh­rend die öster­rei­chi­schen Medi­en von einer “ver­meint­lich rus­si­schen Inves­to­rin” spra­chen. Hier fängt bereits das Framing an, eine Olig­ar­chin ist nega­tiv kon­no­tiert und ruft eher ein Bild von unsau­be­ren Geschäfts­prak­ti­ken auf, als wenn sie ein­fach als Inves­to­rin bezeich­net wür­de.

Spä­tes­tens seit der Pres­se­kon­fe­renz von Stra­che am Sams­tag­mit­tag (18. Mai) war klar, dass die­se Frau (auch) eine Let­tin ist. Doch bei den bei­den deut­schen Medi­en­häu­sern blieb sie eine ver­meint­li­che rus­si­sche Olig­ar­chin. Erst in Neben­sät­zen wur­de spä­ter kurz dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sie (auch) einen let­ti­schen Pass hat. Sie stell­te sich als Aljo­na Maka­ro­wa vor, Nich­te von Igor Maka­row, Nr. 1116 auf der For­bes-Lis­te mit Kon­tak­ten zum rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin.

Das Pro­blem dabei : Maka­row hat gar kei­ne Nich­te. Auch die Frau in dem Video ken­ne er nicht, sag­te Maka­row gegen­über For­bes. Doch die­se Klar­stel­lung haben bis­her (Stand 20. Mai) weder Spie­gel noch Süd­deut­sche Zei­tung gebracht.

Mehr zum The­ma — Öster­reich : Stra­che nennt Video geheim­dienst­li­ches, poli­ti­sches Atten­tat, um Regie­rung zu spren­gen

Statt­des­sen ergeht man sich in Berich­ten wie “Wie die FPÖ Russ­land lie­ben lern­te”, wo man sich auf­grund der “engen Kon­tak­te” nach Russ­land “immer wie­der nach ihren Moti­ven fra­gen las­sen” muss. In die­sem Bericht vom 20. Mai ist die Frau schon gar nicht kei­ne “ver­meint­li­che” Rus­sin mehr, son­dern es wird als eine Tat­sa­che dar­ge­stellt : “die jun­ge Rus­sin”. Wei­ter heißt es, Stra­che habe in dem Video von einem Maxim Schewt­schen­ko gespro­chen, den er 2005 getrof­fen haben soll. Laut Stra­che han­del­te es sich dabei um den “dama­li­gen per­sön­li­chen Bera­ter von Putin”, der ihm einen Plan vor­ge­schla­gen haben soll, “wie wir stra­te­gisch zusam­men­ar­bei­ten”.

Wie bei Aljo­na Maka­ro­wa gibt es hier eben­falls ein Pro­blem. Maxim Schewt­schen­ko gibt es zwar tat­säch­lich, doch war er nie “per­sön­li­cher Bera­ter von Putin”. Er ist ein bekann­ter Jour­na­list und Mode­ra­ter, der Putin immer wie­der hef­tig kri­ti­siert hat. Es gab hin­ge­gen tat­säch­lich einen Schewt­schen­ko, der in dem frag­li­chen Zeit­raum ein Bera­ter des rus­si­schen Prä­si­den­ten war. Aller­dings heißt er nicht Maxim, son­dern Wla­di­mir. Es stellt sich daher auch hier die Fra­ge, wen Stra­che tat­säch­lich getrof­fen hat, oder ob er den Namen falsch wie­der­gab oder der Süd­deut­schen Zei­tung ein Feh­ler unter­lau­fen war.

Dass der Ex-Vize­kanz­ler und die FPÖ in der Tat gute Bezie­hun­gen zu Russ­land pfle­gen, ist hin­läng­lich bekannt. Bekannt ist auch, dass eini­gen Herr­schaf­ten in den Haupt­städ­ten der EU und auch in den USA die­se guten Bezie­hun­gen ein Dorn im Auge sind. Ins­be­son­de­re, dass die Schlüs­sel­res­sorts wie Innen- und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in den Hän­den der FPÖ waren, sowie mit Karin Kneissl eine Ver­trau­te Putins im Außen­mi­nis­te­rin war, die eben­falls für eine aus­ba­lan­cier­te­re Außen­po­li­tik gegen­über Russ­land ein­steht, wur­de hef­tig kri­ti­siert.

Das Miss­trau­en gegen­über Wien ging sogar so weit, dass die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel ihren Amts­kol­le­gen Sebas­ti­an Kurz bereits im Janu­ar 2018 in einem per­sön­li­chen Gespräch davor gewarnt hat­te, dass die FPÖ “sen­si­ble Infor­ma­tio­nen” an Russ­land wei­ter­ge­ben könn­te. Der Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Andrej Hun­ko for­der­te eben­falls die Ein­stel­lung der geheim­dienst­li­chen Zusam­men­ar­beit mit Öster­reich, weil er befürch­te­te, dass die “neue, stramm rech­te Regie­rung das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung (BVT) zum Schutz befreun­de­ter, rechts­ex­tre­mer Bewe­gun­gen oder zur Ver­fol­gung poli­ti­scher Geg­ner instru­men­ta­li­siert”.

Zuletzt hat­te sich auch Tho­mas Hal­den­wang, Chef des deut­schen Inland­ge­heim­diens­tes, zu den “erheb­li­chen Risi­ken” der nach­rich­ten­dienst­li­chen Zusam­men­ar­beit mit Öster­reich geäu­ßert. Für CDU-Sicher­heits­po­li­ti­ker Patrick Sen­s­burg stellt die FPÖ eine “Belas­tung für die Geheim­dienst­ko­ope­ra­ti­on in Euro­pa” dar, wie er dem Han­dels­blatt sag­te. Als Mit­glied im Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­um des Bun­des­tags, das die deut­schen Geheim­diens­te über­wacht, dürf­te er über die Atmo­sphä­re in den Diens­ten durch­aus infor­miert sein.

Könn­te es also sein, dass die­je­ni­gen, die Stra­che und Gude­nus in die Honig­fal­le gelockt haben, die FPÖ aus der öster­rei­chi­schen Regie­rung drän­gen und Öster­reich wie­der enger an sich bin­den woll­ten ? Die von eini­gen deut­schen Poli­ti­kern gefor­der­ten Neu­wah­len wer­den nun im Sep­tem­ber auch statt­fin­den. Dass das Video just vor den EU-Wah­len ver­öf­fent­licht wur­de, war dann eher noch ein ange­neh­mer Neben­ef­fekt als ursprüng­li­che Absicht, um den befürch­te­ten Rechts­rutsch wenigs­tens etwas abzu­fe­dern.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Mehr zum The­ma — Mer­kel ange­sichts des Stra­che-Video­skan­dals : Müs­sen ent­schie­den gegen Rechts­po­pu­lis­mus vor­ge­hen

RT Deutsch


Martin Schulz wirbt mit Populismus gegen Populismus für die EU-Wahl


Der frü­he­re SPD-Chef und glück­lo­se Kanz­ler- und EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent­schafts­kan­di­dat hat die Regie­run­gen von Öster­reich, Ita­li­en, Polen und Ungarn scharf atta­ckiert. Die “gran­dio­se Idee” eines Euro­pas ohne Bin­nen­gren­zen wer­de heu­te “nicht etwa von irgend­wel­chen ver­rück­ten Extre­mis­ten gefähr­det, son­dern von den Regie­run­gen in Wien, in Rom, War­schau und Buda­pest”, sag­te Schulz dem Köl­ner Stadt-Anzei­ger.

Frü­her sei der Rechts­ex­tre­me Jean-Marie Le Pen als Außen­sei­ter iso­liert gewe­sen :

Mitt­ler­wei­le sind aus die­sen Außen­sei­tern knall­hart kal­ku­lie­ren­de Poli­ti­ker in den Macht­zen­tra­len wich­ti­ger Mit­glieds­staa­ten gewor­den. Das ist brand­ge­fähr­lich.

Beson­ders hart ging Schulz mit dem unga­ri­schen Regie­rungs­chef Vik­tor Orbán ins Gericht. Orbán wol­le sich zum Füh­rer der euro­päi­schen Rech­ten auf­schwin­gen :

Er ist ein eis­kalt kal­ku­lie­ren­der Poli­ti­ker ohne Prin­zi­pi­en, ein gefähr­li­cher Mann.

Schulz befürch­tet, dass die Regie­run­gen in Rom oder Buda­pest Kom­mis­sa­re schi­cken wol­len, “die in der EU-Kom­mis­si­on nichts ver­lo­ren haben”. Das Par­la­ment müs­se durch­set­zen, dass kei­ne “Leu­te als Kom­mis­sa­re in der EU Ein­zug hal­ten, die sich den Prin­zi­pi­en von Tole­ranz, Respekt und Soli­da­ri­tät nicht zu hun­dert Pro­zent ver­pflich­tet füh­len”.

Mehr zum The­ma — “Belei­di­gung für die Ungarn” — Orban ent­zieht Weber die Unter­stüt­zung 

Die­se Vor­ge­hens­wei­se spie­gelt auch die Rat­lo­sig­keit der Gro­Ko-Par­tei­en beim EU-Wahl­kampf wider. Mit nahe­zu iden­ti­schen Wahl­kampf­sprü­chen schaf­fen sie es Umfra­gen zufol­ge nicht, die Wäh­ler rich­tig zu errei­chen, und konn­ten bis­her auch kei­ne über­zeu­gen­de Alter­na­ti­ve zu den demo­kra­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen aus den von Schulz genann­ten Län­dern auf­zei­gen. Ob SPD & Co. durch die­se Atta­cken in der Wäh­ler­gunst stei­gen kön­nen, wird sich nächs­te Woche zei­gen. 

Mehr zum The­ma — Umfra­ge vor EU-Wahl : Gro­Ko-Par­tei­en vor schwe­ren Ver­lus­ten 

Martin Schulz wirbt mit Populismus gegen Populismus für die EU-Wahl
Nahe­zu iden­ti­sche Wahl­kampf­sprü­che bei SPD und CSU.

Ähn­lich wie Mar­tin Schulz hand­habt es auch die EU selbst : Statt auf die inne­ren Her­aus­for­de­run­gen mit längst über­fäl­li­gen Refor­men zu reagie­ren, beschul­dig­te EU-Jus­tiz­kom­mis­sa­rin Věra Jou­ro­vá “ins­be­son­de­re Russ­land”, die Wah­len zu mani­pu­lie­ren. Bewei­se konn­te sie für die­se Anschul­di­gung frei­lich kei­ne vor­brin­gen. Auch die Bun­des­re­gie­rung ver­fügt trotz “erhöh­ter Wach­sam­keit” über kei­ne kon­kre­ten Erkennt­nis­se über geziel­te staat­li­che Mani­pu­la­ti­on der EU-Wahl, wie die Spre­cher bei der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz schmal­lip­pig zuge­ben muss­ten.

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz : Kei­ne Spur von angeb­li­cher rus­si­scher Mani­pu­la­ti­on bei EU-Wahl

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Giftgas in Duma : OPCW bestätigt Echtheit des geleakten Berichts, der für Inszenierung spricht


Die Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen (OPCW) hat die Echt­heit eines aus ihren Rei­hen gele­ak­ten Berichts zu dem mut­maß­li­chen Gift­gas­ein­satz am 7. April 2018 im syri­schen Duma bestä­tigt. Der Bericht legt eine Insze­nie­rung des Vor­falls durch die Auf­stän­di­schen nahe.

Gegen­über der “Working Group on Syria, Pro­pa­gan­da and Media”, die das Doku­ment zu Wochen­be­ginn ver­öf­fent­lich­te, hat­te die OPCW noch davon gespro­chen, dass der Bericht kein Teil der offi­zi­el­len Unter­su­chung gewe­sen sei. Des­sen Ver­fas­ser – der OPCW-Inspec­tion Team Lea­der Ian Hen­der­son – gehör­te zudem nicht der Fact Fin­ding Mis­si­on (FFM) an, die von der OPCW mit der Vor-Ort-Unter­su­chung des Vor­falls beauf­tragt war.

Nun gab die Pres­se­ab­tei­lung der OPCW bekannt, dass sie “eine inter­ne Unter­su­chung zur nicht-auto­ri­sier­ten Ver­öf­fent­li­chung” des Doku­ments ein­lei­ten wer­de, womit sie des­sen Echt­heit unmiss­ver­ständ­lich bestä­tig­te.

Wäh­rend sie dar­auf hin­wies, dass sie “Infor­ma­tio­nen über ein­zel­ne Mit­glie­der des Tech­ni­schen Sekre­ta­ri­ats” gemäß der eige­nen Sta­tu­ten nicht preis­ge­ben wer­de, erklär­te die OPCW wei­ter :

Die FFM berück­sich­tigt alle ver­füg­ba­ren, rele­van­ten und zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen und Ana­ly­sen im Rah­men sei­nes Auf­trags zur Ermitt­lung sei­ner Ergeb­nis­se. Gemäß der übli­chen Pra­xis zieht die FFM bei Bedarf Fach­wis­sen aus ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen des gesam­ten Tech­ni­schen Sekre­ta­ri­ats her­an. Bei der For­mu­lie­rung des Abschluss­be­richts über den Vor­fall in Duma wur­den alle Infor­ma­tio­nen berück­sich­tigt, bera­ten und abge­wo­gen.

Die all­ge­mein gehal­te­ne Aus­sa­ge impli­ziert, dass Hen­der­sons Bericht eva­lu­iert wur­de – und somit tat­säch­lich Teil der Unter­su­chung war. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass zwei in Duma auf­ge­fun­de­ne Zylin­der­fla­schen wahr­schein­lich nicht aus der Luft abge­wor­fen, son­dern dort per Hand plat­ziert wur­den. Ers­te­res wür­de für die Täter­schaft der syri­schen Armee spre­chen, letz­te­res für die Täter­schaft der isla­mis­ti­schen Auf­stän­di­schen, die Duma sei­ner­zeit kon­trol­lier­ten. Laut dem OPCW-Abschluss­be­richt sei es “mög­lich”, dass die Zylin­der Chlor­gas ver­ström­ten, infol­ge­des­sen über 40 Men­schen getö­tet wor­den sein sol­len.

OPCW-Abschluss­be­richt ver­stößt gegen Trans­pa­renz und wis­sen­schaft­li­che Stan­dards

Wäh­rend der gele­ak­te Bericht ein zusätz­li­ches Indiz für eine Insze­nie­rung lie­fert – neben bei­spiels­wei­se den gefälsch­ten Auf­nah­men aus dem Kran­ken­haus in Duma – zei­gen sich die Anhän­ger der The­se von der Schul­dig­keit der syri­schen Armee davon unbe­irrt. Dar­un­ter Scott Lucas, Redak­teur der Web­sei­te EA World­View, der in der Ver­gan­gen­heit schon mit der nach­weis­lich fal­schen Behaup­tung Stim­mung mach­te, in Duma sei­en neben Chlor­gas auch Che­mie­waf­fen ein­ge­setzt wor­den. Er ver­tritt die Ansicht, dass die OPCW Hen­der­sons Bericht nicht unter­drückt, son­dern ledig­lich aus­sor­tiert habe, weil sie ihn nicht für schlüs­sig befand.

Selbst wenn dem so wäre, stellt sich die Fra­ge, war­um die OPCW in ihrem Abschluss­be­richt mit kei­ner Sil­be erwähn­te, dass über­haupt ver­schie­de­nen Hypo­the­sen im Zusam­men­hang mit den Zylin­dern nach­ge­gan­gen wur­de. Dort heißt es ledig­lich, dass Inge­nieu­re gebe­ten wur­den, Bewer­tun­gen über die “Flug­bahn” der Zylin­der abzu­ge­ben. Es wur­de also still­schwei­gend vor­aus­ge­setzt, dass sie aus der Luft abge­wor­fen wur­den – und damit impli­zit auch die Täter­schaft der syri­schen Armee.

Zudem hät­te die OPCW trans­pa­rent machen müs­sen, dass Exper­ten aus ihren eige­nen Rei­hen bezwei­feln, dass die Zylin­der über­haupt eine “Flug­bahn” nah­men. Anschlie­ßend hät­te sie begrün­den müs­sen, war­um sie die­ser Ein­schät­zung nicht gefolgt ist.

John Bol­ton zum OPCW-Chef : “Wir wis­sen, wo Ihre Kin­der woh­nen”

War­um die OPCW auf eine trans­pa­ren­te und wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards ent­spre­chen­de Ver­fah­rens­wei­se ver­zich­te­te, kann nur gemut­maßt wer­den. Klar ist jedoch, dass deren Abschluss­be­richt dem Wes­ten in die Hän­de spiel­te, der die syri­sche Regie­rung unmit­tel­bar für den angeb­li­chen Gift­gas­ein­satz in Duma ver­ant­wort­lich mach­te. Als Ver­gel­tung flo­gen die USA, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en eine Woche nach dem Vor­fall Luft­an­grif­fe auf syri­sche Ein­rich­tun­gen.

Es steht daher zu ver­mu­ten, dass die­se Län­der Druck auf die OPCW aus­üb­ten, damit die­se das gewünsch­te Ergeb­nis lie­fert. Deren Abschluss­be­richt lie­fert zwar kei­ner­lei Beweis für eine Täter­schaft der syri­schen Armee, legt die­se aber durch vage For­mu­lie­run­gen und Aus­las­sun­gen nahe.

Mehr zum The­ma — Der angeb­li­che Che­mie­waf­fen­ein­satz in Duma und die Rol­le der Weiß­hel­me und der “Armee des Islam”

Es wäre nicht das ers­te Mal, dass Washing­ton sei­ne Macht gegen­über der Orga­ni­sa­ti­on spie­len ließ. Ein Jahr vor der Inva­si­on des Iraks 2003 übte die US-Regie­rung vehe­men­ten Druck aus, um den dama­li­gen OPCW-Chef José Busta­ni aus dem Amt zu drän­gen. Des­sen “Ver­ge­hen”: Der Bra­si­lia­ner hat­te mit Bag­dad aus­ge­han­delt, dass Waf­fen­in­spek­teu­re der OPCW unan­ge­kün­dig­te Besu­che im Irak vor­neh­men kön­nen. Das von Washing­ton geheg­te Man­tra von den “Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen” droh­te dadurch zu kol­la­bie­ren. 

Im März 2002 lief dann der dama­li­ge US-Unter­staats­se­kre­tär für Rüs­tungs­kon­trol­le und inter­na­tio­na­le Sicher­heits­fra­gen und jet­zi­ge US-Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton im OPCW-Haupt­quar­tier in Den Haag auf und droh­te Busta­ni nach des­sen Aus­sa­ge mit den Wor­ten :

Sie haben 24 Stun­den Zeit, um die Orga­ni­sa­ti­on zu ver­las­sen. Wenn Sie die­ser Ent­schei­dung Washing­tons nicht nach­kom­men, haben wir Mög­lich­kei­ten, Ver­gel­tungs­maß­nah­men gegen Sie zu ergrei­fen. Wir wis­sen, wo Ihre Kin­der woh­nen. Sie haben zwei Söh­ne in New York.

Russ­land spricht von Poli­ti­sie­rung der OPCW

Mos­kau ist offen­bar nicht län­ger gewillt, den poli­ti­schen Miss­brauch der OPCW durch west­li­che Staa­ten zu dul­den. Am Don­ners­tag leg­te Russ­land laut AFP dem UN-Sicher­heits­rat einen Reso­lu­ti­ons­ent­wurf vor, der die aus Mos­kaus Sicht bestehen­de Poli­ti­sie­rung der OPCW kri­ti­siert.

Laut dem Text­ent­wurf soll der UN-Sicher­heits­rat als das ein­zi­ge Organ fest­ge­schrie­ben wer­den, das Maß­nah­men gegen Län­der ergrei­fen kann, die gegen das Che­mie­waf­fen­über­ein­kom­men ver­sto­ßen haben.

Auf Betrei­ben des Wes­tens wur­de im Juni 2018 gegen den Wil­len Mos­kaus und ande­rer Län­der das Man­dat der OPCW inso­fern aus­ge­wei­tet, als dass die Orga­ni­sa­ti­on künf­tig bei Che­mie­waf­fen­vor­fäl­len auch Schul­di­ge benen­nen kön­nen soll.

In dem nun von Russ­land dem UN-Sicher­heits­rat vor­ge­leg­ten Reso­lu­ti­ons­ent­wurf heißt es, dass “die fort­schrei­ten­de Poli­ti­sie­rung der Arbeit der OPCW und die zuneh­men­de Abwei­chung von der eta­blier­ten Pra­xis der kon­sens­ba­sier­ten Ent­schei­dungs­fin­dung” mit Besorg­nis ver­folgt wer­de.

Mehr zum The­ma — OPCW : Wand­lung zum poli­ti­schen Werk­zeug der Wer­te­ge­mein­schaft (Video)

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Vergessen Sie Eier : Für das beliebteste Produkt besteht nun Ersatz


Die Hüh­ner­ei­er gel­ten als eine Haupt­quel­le des nütz­li­chen Eiwei­ßes. Aller­dings macht sich sel­ten jemand Gedan­ken über den Scha­den, der der Umwelt durch die Her­stel­ler die­ses popu­lä­ren Pro­dukts zuge­fügt wird, oder über die mög­li­chen Risi­ken von Ver­gif­tun­gen und die nicht hin­rei­chen­de Kon­trol­le der Pro­dukt­qua­li­tät. Allein in den USA pas­sie­ren laut Bloom­berg etwa 79.000 Ver­gif­tun­gen durch Hüh­ner­ei­er.
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