Merkel-Sprecher zum Saudi-Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung im Jemen : Alles nicht so schlimm


Mehr zum The­ma — Im Schat­ten des Krie­ges : Sau­di-Ara­bi­en plant Bau von Ölha­fen im Jemen

RT Deutsch frag­te nach, ob die Bun­des­re­gie­rung geden­ke, im Fal­le einer erneu­ten Bom­bar­die­rung von Zivi­lis­ten im Jemen durch Sau­di-Ara­bi­en die umfas­sen­de logis­ti­sche Unter­stüt­zung die­ses Bom­ben­kriegs durch die USA und Groß­bri­tan­ni­en gegen­über ihren NATO-Part­nern kri­tisch anzu­spre­chen. Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert reagiert wie gewohnt, indem er noch­mals jeg­li­ches Agie­ren der sau­disch-geführ­ten Mili­tär­in­ter­ven­ti­on im Jemen zu recht­fer­ti­gen ver­sucht.

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Warnungen aus Riad an die USA : Sanktionen gegen das saudische Königreich würden Russland helfen


US-Sena­to­ren hat­ten von Prä­si­dent Donald Trump gefor­dert, die Ein­füh­rung von Sank­tio­nen gegen das sau­di­sche König­reich zu prü­fen. Am Don­ners­tag ver­kün­de­te Donald Trump, dass er Waf­fen­ver­käu­fe nach Sau­di-Ara­bi­en nicht ein­stel­len wol­le. Der sau­di­sche Jour­na­list Dscha­mal Cha­schuk­dschi ist, seit er das sau­di­sche Kon­su­lat in Istan­bul Anfang Okto­ber betrat, ver­schwun­den. Cha­schuk­dschi leb­te in den USA, um Repres­sa­li­en durch die Füh­rung sei­ner Hei­mat zu ent­ge­hen. Er hat­te sich immer wie­der kri­tisch gegen­über der Spit­ze der Königs­fa­mi­lie geäu­ßert.

Tür­ki­sche Behör­den wol­len sich sicher sein, dass Cha­schuk­dschi ermor­det wur­de. Hier­zu soll ein Kil­ler­kom­man­do nach Istan­bul gereist sein. Die Behör­den der Tür­kei ver­fü­gen nach eige­nen Anga­ben über Auf­nah­men aus dem Kon­su­lat, wel­che bewei­sen, dass der Jour­na­list zunächst ver­hört, dann gefol­tert und ermor­det wur­de. 

Sank­tio­nen, so droh­te das sau­di­sche Königs­haus, wür­de man mit aller Här­te ent­ge­gen­tre­ten. Der Gene­ral­di­rek­tor des sau­disch geführ­ten Al-Ara­bi­ya-Nach­rich­ten­ka­nals Tur­ki Ald­ak­hil warn­te vor einer aggres­si­ven Reak­ti­on der USA. Damit wür­de die US-Regie­rung ihre “eige­ne Wirt­schaft erste­chen” und eine Annä­he­rung zwi­schen Sau­di-Ara­bi­en und Russ­land her­bei­füh­ren, was dem Iran zu mehr Macht in der Regi­on ver­hel­fen wür­de : 

Die Infor­ma­tio­nen, die inner­halb der Ent­schei­dungs­krei­se im Königs­reich zir­ku­lie­ren, sind über die rosi­ge Spra­che hin­aus­ge­gan­gen, die in der Aus­sa­ge ver­wen­det wird. Es gibt ein­fa­che Ver­fah­ren, die Teil von über 30 ande­ren sind, die Riad direkt umset­zen wird, ohne bei der Ver­hän­gung von Sank­tio­nen ein Auge zuzu­drü­cken. 

Russ­land könn­te dann womög­lich eine Mili­tär­ba­sis in Sau­di-Ara­bi­en errich­ten. Am Sonn­tag­abend sprach der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan mit dem sau­di­schen König Sal­man über den Fall Cha­schuk­dschi. Eine gemein­sa­me Arbeits­grup­pe soll sich nun um Auf­klä­rung bemü­hen. 

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USA ermitteln gegen Amtsträger aus China wegen Wirtschaftsspionage


Wie das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um am Mitt­woch bekannt­gab, habe der chi­ne­si­sche Beam­te seit Dezem­ber 2013 meh­re­re Exper­ten kon­tak­tiert und ihnen Rei­sen nach Chi­na ange­bo­ten. Die Ange­wor­be­nen hät­ten auf Chi­nas Kos­ten Vor­le­sun­gen in ört­li­chen Uni­ver­si­tä­ten hal­ten sol­len. Der mut­maß­li­che Spi­on war schon im April 2018 in Bel­gi­en fest­ge­nom­men wor­den. Nach Anga­ben der Washing­ton Times sol­len US-Agen­ten Yan­jun Xu ins EU-Land gelockt haben. Am 9. Okto­ber lie­fer­ten ihn die bel­gi­schen Behör­den an die USA aus. Das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um beton­te, dass dies kein Ein­zel­fall sei. (CNBC)

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Wie aus Zeiten der Nazi-Diktatur”: AfD startet Meldeplattformen gegen parteikritische Lehrer


Die AfD will Schu­le machen. In den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen fühlt sie sich benach­tei­ligt und will mit ihrem Online-Pran­ger dage­gen ange­hen. Die ers­te Mel­de-Platt­form ist bereits seit Sep­tem­ber in Ham­burg online und trägt den Titel “Infor­ma­ti­ons­por­tal Neu­tra­le Schu­len Ham­burg”. Die Schul­be­hör­de war wenig begeis­tert und kri­ti­sier­te, dass aus den Schü­lern “Denun­zi­an­ten” gemacht wür­den. Die Mel­dun­gen kön­nen anonym vor­ge­nom­men wer­den. 

Die AfD ist seit­her beschäf­tigt, Scherz­mel­dun­gen aus ande­ren, ver­mut­lich ernst gemein­ten Mel­dun­gen aus­zu­sor­tie­ren. Auch ein Gegen-Por­tal ging bereits online. Unter “zentralmelderegister.de” kön­nen Schü­ler im Gegen­zug die­je­ni­gen Leh­rer mel­den, die sich gegen­über ihren Schü­lern “demo­kra­tie­ge­fähr­dend” äußern. Dabei hand­le es sich um “rei­ne Fik­ti­on” gegen das Vor­ge­hen der AfD, so die Initia­to­ren : 

Ilka Hoff­mann, Mit­glied des Vor­stands der Päd­ago­gen-Gewerk­schaft GEW zu dem Vor­ha­ben der AfD : 

Da sol­len Leh­rer ein­ge­schüch­tert wer­den, das ist schon eine beängs­ti­gen­de Ent­wick­lung. Die AfD argu­men­tiert mit dem Neu­tra­li­täts­ge­bot. Aber den Müt­tern und Vätern des Beu­tels­ba­cher Kon­sen­ses war es wich­tig, dass in der Schu­le Demo­kra­tie beför­dert und auch über Poli­tik gespro­chen wird, und dass das auf Grund­la­ge des Grund­ge­set­zes pas­siert. Da haben Leh­rer auch eine Pflicht, dar­auf hin­zu­wei­sen, wenn die AfD gegen das Grund­ge­setz ver­stößt. 

Im Jahr 1976, im Rah­men des Beu­tels­ba­cher Kon­sens, wur­de das The­ma poli­ti­sche Bil­dung in den Schu­len fest­ge­legt. Dabei einig­te man sich auf drei Prin­zi­pi­en, an wel­che sich die Schu­len in ihrem Unter­richt hal­ten müs­sen. Nach dem Über­wäl­ti­gungs­ver­bot, auch Indok­tri­na­ti­ons­ver­bot genannt, muss den Schü­lern die Mög­lich­keit gege­ben wer­den, sich selbst eine poli­ti­sche Mei­nung zu bil­den. Auch die Kon­tro­ver­si­tät (oder Gegen­sätz­lich­keit) zielt auf die eige­ne Mei­nungs­bil­dung der Schü­ler ab. Dabei ist der Leh­rer dazu ange­hal­ten, sei­ne eige­ne poli­ti­sche Mei­nung zurück­zu­hal­ten und poli­ti­sche The­men im Unter­richt kon­tro­vers zu dis­ku­tie­ren. Das drit­te Prin­zip ist die Schü­ler­ori­en­tie­rung. Dem­nach sol­len die Schü­ler die poli­ti­sche Land­schaft der Gesell­schaft ana­ly­sie­ren ler­nen und auch, wie sie sich selbst poli­tisch ein­brin­gen kön­nen. 

Der Prä­si­dent des deut­schen Lehr­ver­ban­des Heinz-Peter Mei­din­ger sieht im Vor­ge­hen der AfD einer­seits den Ver­such, aus Schü­lern “Denun­zi­an­ten” zu machen. Aber die­ses Vor­ha­ben füh­re — ange­sichts der Flut nicht ernst gemein­ter Mel­dun­gen — zu einem “klas­si­schen Eigen­tor”.

Zu dem Vor­ha­ben, das Online-Mel­de­por­tal auch in Sach­sen ein­zu­füh­ren, sag­te der Kul­tur­mi­nis­ter Chris­ti­an Piwarz (CDU): 

Das ist eine ekel­haf­te Gesin­nungs­schnüf­fe­lei, wie man sie noch aus Zei­ten der Nazi-Dik­ta­tur oder von der Sta­si kennt. Es spricht Bän­de, wenn sich die AfD wie­der sol­cher Mit­tel bedie­nen und zu einer Über­wa­chungs­be­hör­de in eige­ner Sache auf­schwin­gen will. Leh­rer müs­sen im Unter­richt par­tei­po­li­tisch neu­tral blei­ben. Aber sie haben eine Pflicht zum demo­kra­ti­schen Dis­kurs. 

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Rübenroder kracht gegen Strommast — Strom fällt aus, Mann sitzt fest


Der Mann war mit dem Rüben­ro­der beim Ran­gie­ren auf frei­em Feld bei Sprin­ge gegen den Strom­mast gekracht. Die Unfall­stel­le muss­te kom­plett aus­ge­leuch­tet wer­den, auch ein Hub­schrau­ber war an dem Ein­satz betei­ligt. Schließ­lich konn­te der Mann das Fahr­zeug unver­letzt ver­las­sen. Betrof­fen von dem Strom­aus­fall waren unter ande­rem die Städ­te Ron­nen­berg, Bar­sing­hau­sen, Gehr­den und Sprin­ge. Bei wie vie­len Haus­hal­te das Licht aus­blieb, konn­te ein Spre­cher der Poli­zei nicht sagen. Etwa drei Stun­den nach dem Vor­fall konn­te die Strom­ver­sor­gung wie­der­her­ge­stellt wer­den. (dpa)

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Tausende bei Protesten gegen Regierung in Wien


Der Innen­mi­nis­ter war jüngst wegen einer Mail in die Kri­tik gera­ten, in der sein Res­sort­spre­cher Chris­toph Pölzl die Poli­zei auf bestimm­te Medi­en auf­merk­sam gemacht hat­te. In der kri­ti­sier­ten Mail hat­te Pölzl die Poli­zei vor den Zei­tun­gen Der Stan­dard, Fal­ter und Kurier wegen einer “sehr ein­sei­ti­gen und nega­ti­ven Bericht­erstat­tung über das BMI bezie­hungs­wei­se die Poli­zei” gewarnt. Seit sei­ner Amts­über­nah­me im Dezem­ber geriet der 49-jäh­ri­ge Kickl immer wie­der in Bedräng­nis. Vor allem eine Raz­zia im Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung (BVT) sorg­te dafür, dass sich der Minis­ter mit Rück­tritts­for­de­run­gen aus­ein­an­der set­zen muss. Die Oppo­si­ti­on ver­mu­tet, dass die FPÖ Druck auf die Behör­de aus­üben und sich mehr Ein­fluss sichern will.

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Dar­über hin­aus fällt Kickl immer wie­der mit umstrit­te­nen Äuße­run­gen zur Migra­ti­ons­po­li­tik auf. Erst kürz­lich sprach er sich dafür aus, die Schutz­wür­dig­keit von im Mit­tel­meer geret­te­ten Migran­ten noch auf den Ret­tungs­schif­fen zu prü­fen. Im Juli warb er dafür, dass Asyl­an­trä­ge nur noch außer­halb der EU gestellt wer­den soll­ten, um so das Geschäft der Schlep­per zu been­den. (dpa)

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Nach Fragerunde im Juni — Putin regt Gesetzesnovelle gegen Hass im Internet an


Putin schlug vor, dass das Gesetz über Hass-Ver­brei­tung oder extre­mis­ti­sche Inter­net­bei­trä­ge nicht anwend­bar sein soll­te, wenn die Hand­lung zum ers­ten Mal began­gen wird und kei­ne ernst­haf­te Bedro­hung für die Gesell­schaft dar­stellt. Gleich­zei­tig schlug der Prä­si­dent vor, das Zivil­ge­setz­buch durch Bestim­mun­gen zu ergän­zen, die sol­che Straf­tä­ter mit Geld­stra­fen oder kurz­zei­ti­ger Inhaf­tie­rung bestra­fen wür­den.

Das gel­ten­de Recht

Die von Putin unter­zeich­ne­te Prä­si­den­ten­ver­ord­nung sieht eine Ände­rung des berüch­tig­ten Arti­kels 282 des rus­si­schen Straf­ge­setz­bu­ches vor und wur­de bereits bei der Staats­du­ma ein­ge­reicht. Der­zeit sieht das Straf­ge­setz­buch für Per­so­nen eine Haft­stra­fe von bis zu sechs Jah­ren vor, wenn sie in öffent­li­chen Reden, in Mas­sen­me­di­en und auch in Inter­net­pu­bli­ka­tio­nen, ein­schließ­lich der Ver­öf­fent­li­chung von Mate­ria­li­en zu ande­ren Per­so­nen in sozia­len Netz­wer­ken, Hass ver­brei­ten und Strei­tig­kei­ten sowie die Ernied­ri­gung der Men­schen­wür­de aus­lö­sen.

Dmi­tri Pes­kow, der Spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten, sag­te Repor­tern am Mitt­woch, dass die prak­ti­sche Anwen­dung des gel­ten­den ent­spre­chen­den rus­si­schen Geset­zes Unvoll­kom­men­hei­ten und die Not­wen­dig­keit von Ände­run­gen offen­bart habe. Er sag­te den Jour­na­lis­ten :

Der Prä­si­dent reagier­te auf die Fra­ge nach einer Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Arti­kel 282, dem so genann­ten ‘Arti­kel über das Re-Pos­ten’. Das war die Initia­ti­ve des Prä­si­den­ten. Sie wis­sen, was er zuvor sag­te – dass alles dem gesun­den Men­schen­ver­stand unter­wor­fen wer­den muss und nicht in Seni­li­tät abglei­ten darf.

Der Anstieg der Zahl der Anti-Extre­mis­ten-Fäl­le

Die Anwen­dung des Geset­zes führ­te in den letz­ten zwei Jah­ren zu einem star­ken Anwach­sen der Zahl von ein­schlä­gi­gen Straf­ver­fah­ren und Ver­ur­tei­lun­gen. Anfang die­ser Woche berich­te­te die rus­si­sche Gene­ral­staats­an­walt­schaft, dass 2017 etwa 75 Pro­zent aller im Rah­men des Antirex­tre­mis­ten-Geset­zes ein­ge­lei­te­ten Straf­ver­fah­ren wegen Inter­net-Posts und Re-Posts ein­ge­lei­tet wur­den.

Die Agen­tur füg­te hin­zu, dass von ins­ge­samt 762 ent­spre­chen­den Straf­ver­fah­ren, die in der ers­ten Hälf­te die­ses Jah­res begon­nen hat­ten, 571 Fäl­le waren, Re-Posts im Inter­net betra­fen.

Der Umfang der Kam­pa­gne zog zuneh­mend die Auf­merk­sam­keit von Mas­sen­me­di­en und Rechts­ak­ti­vis­ten auf sich, die her­aus­fan­den, dass es sich in den meis­ten Fäl­len um rela­tiv harm­lo­se Straf­ta­ten han­del­te.

Frü­he­re Ver­su­che, die Situa­ti­on zu kor­ri­gie­ren

Die Medi­en­kam­pa­gne um die Situa­ti­on her­um führ­te zu einer Inter­ven­ti­on des Obers­ten Gerichts­hofs, wel­cher bereits offi­zi­ell emp­fahl, dass jeder Vor­sit­zen­de Rich­ter in Pro­zes­sen, die Re-Posts von extre­mis­ti­schem Inhalt im Inter­net betref­fen, den genau­en Kon­text der ver­däch­ti­gen Hand­lun­gen unter­su­chen und nicht blind den Schluss­fol­ge­run­gen von Staats­an­wäl­ten oder Gerichts-Sach­ver­stän­di­gen zustim­men soll­te.

Das The­ma wur­de Putin auch wäh­rend einer im Juni live über­tra­ge­nen Fra­ge­run­de zur Spra­che vor­ge­bracht. Damals stimm­te der Prä­si­dent zu, dass die Vor­ge­hens­wei­sen von Staats­an­wäl­ten und Rich­tern in vie­len Fäl­len “absurd” sei­en, und ver­sprach, die Situa­ti­on anzu­ge­hen, was augen­schein­lich zu der jüngs­ten Ver­ord­nung des Prä­si­den­ten führ­te.

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USA verhängen Geldbußen von 853 Millionen US-Dollar gegen Brasiliens Ölriesen Petrobras


Die USA ver­häng­ten Geld­bu­ßen gegen den bra­si­lia­ni­schen Ölrie­sen Petro­bras wegen Bestechung. Der Stell­ver­tre­ten­de Gene­ral­staats­an­walt Bri­an Ben­cz­kow­ski sag­te in einer Erklä­rung, dass Petro­bras-Füh­rungs­kräf­te auf “den höchs­ten Ebe­nen”, ein­schließ­lich der Vor­stands­mit­glie­der, Hun­der­te von Mil­lio­nen an Bestechungs­gel­dern insze­niert hät­ten “und dann die Bücher fälsch­ten, um die Bestechungs­zah­lun­gen vor Inves­to­ren und Auf­sichts­be­hör­den zu ver­ber­gen”.

Petro­bras erklär­te mit dem Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um eine breit­rei­chen­de Eini­gung erzielt zu haben. Das Amt wer­de das Unter­neh­men nicht straf­recht­lich fol­gen, wenn es drei Jah­re lang Regel­kon­for­mi­täts­be­rich­te ablie­fe­re und zustim­me, genaue Bücher und Auf­zeich­nun­gen zu füh­ren, wie es das Gesetz­sys­tem bei kri­mi­nel­len Ver­stö­ßen durch öffent­li­che Unter­neh­men erfor­dert. Außer­dem wird die Fir­ma straf­recht­lich zur Kas­se gebe­ten.

Die Zah­lung beinhal­tet eine Über­wei­sung von 682,6 Mil­lio­nen US-Dol­lar an einen bra­si­lia­ni­schen Fonds und wei­te­re 170,6 Mil­lio­nen US-Dol­lar, die zu glei­chen Tei­len zwi­schen dem US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um und der US Secu­ri­ties and Exchan­ge Com­mis­si­on auf­ge­teilt wer­den sol­len.

Die­se Ver­ein­ba­rung wird die jah­re­lan­gen Ermitt­lun­gen in einem der größ­ten Kor­rup­ti­ons­skan­da­le der Geschich­te been­den. Zuvor kam es 2016 zum Abschluss einer Unter­su­chung, die mit dem Fall in Ver­bin­dung stand. Der bra­si­lia­ni­sche Misch­kon­zern Ode­brecht erklär­te sich bereit, Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu zah­len, um Belas­tun­gen in den USA, Bra­si­li­en und der Schweiz bei­zu­le­gen, weil er ein Kar­tell von Bau­un­ter­neh­men führ­te, das Petro­bras für Bau- und Ser­vice­ar­bei­ten zu hohe Gebüh­ren berech­ne­te, um dafür Bestechungs­gel­der zu erhal­ten.

US-Staats­an­wäl­te wie­sen dar­auf hin, dass sie Petro­bras teil­wei­se als Opfer des Ver­hal­tens sei­ner Füh­rungs­kräf­te und Mana­ger ansa­hen, die das Unter­neh­men unter­schlu­gen.

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Die Ölge­sell­schaft schloss außer­dem einen ent­spre­chen­den Deal mit der US Secu­ri­ties and Exchan­ge Com­mis­si­on (SEC) über 930 Mil­lio­nen US-Dol­lar ab, weil sie Inves­to­ren irre­führ­te. Ste­ven Pei­kin, Co-Direk­tor der SEC Enforce­ment Divi­si­on erklär­te dazu :

Petro­bras hat betrü­ge­risch Mil­li­ar­den US-Dol­lar von US-Inves­to­ren gesam­melt, wäh­rend sei­ne lei­ten­den Ange­stell­ten ein mas­si­ves, nicht offen­ge­leg­tes Bestechungs- und Kor­rup­ti­ons­sys­tem betrie­ben. […] Wenn ein inter­na­tio­na­les Unter­neh­men Wert­pa­pie­re in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­kauft, muss es wahr­heits­ge­mä­ße Infor­ma­tio­nen über sei­ne Geschäfts­tä­tig­keit lie­fern.

Die Kom­mis­si­on teil­te mit, dass sie alles außer einer Stra­fe von 85 Mil­lio­nen US-Dol­lar zu dem außer­ge­richt­li­chen Ver­gleich anrech­nen wür­de. Die­sen schloss Petro­bras Anfang die­ses Jah­res mit den Inves­to­ren, die das Unter­neh­men auf­grund des Kor­rup­ti­ons­sche­mas ver­klag­ten.

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