Klagen gegen die Bundesrepublik wegen tödlicher US-Drohnenangriffe — Urteile in Münster


Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt (OVG) in Müns­ter steht vor der Urteils­ver­kün­dung in zwei bri­san­ten Beru­fungs­ver­fah­ren. Im ers­ten Fall klagt ein Soma­li­er gegen die Bun­des­re­gie­rung. Sein Vater sei im Jahr 2012 in sei­ner Hei­mat bei einem US-Droh­nen­an­griff getö­tet wor­den. Die­ser sei nur unter der Betei­li­gung der US-Mili­tär­ba­sis im pfäl­zi­schen Ram­stein mög­lich gewe­sen — also von deut­schem Boden aus. Das Urteil will das OVG am Diens­tag ver­kün­den.

Im zwei­ten Fall wol­len drei jeme­ni­ti­sche Klä­ger errei­chen, dass Deutsch­land eine Mit­ver­ant­wor­tung an den bis heu­te anhal­ten­den US-Droh­nen­an­grif­fen ein­räumt. Stell­ver­tre­tend beklagt ist auch hier das Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um mit ers­tem Dienst­sitz in Bonn. Die Bun­des­re­pu­blik sol­le den USA die Nut­zung Ram­steins zu die­sem Zwe­cke unter­sa­gen. Die Klä­ger aus dem Jemen hat­ten nach eige­nen Anga­ben im Jahr 2012 bei Droh­nen­an­grif­fen zwei Ange­hö­ri­ge ver­lo­ren.

Rich­ter rüg­te Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung und man­geln­de Trans­pa­renz

Der Vor­sit­zen­de Rich­ter Wolf Sar­nig­hau­sen hat­te in der ver­gan­ge­nen Woche von kom­ple­xen Fra­gen des Völ­ker­rechts und des Ver­fas­sungs­rechts gespro­chen, die zu prü­fen sei­en. Es gebe auch noch kei­ne höchst­rich­ter­li­che Ent­schei­dung in einem ver­gleich­ba­ren Fall. Mit Blick auf die Rol­le Ram­steins müs­se geklärt wer­den :

Was fin­det dort heu­te statt?”

Bei der Jemen-Kla­ge spie­le auch die schwie­ri­ge Fra­ge eine Rol­le, wie die Kon­flikt­la­ge aktu­ell zu bewer­ten sei.

Die Jemen-Kla­ge — unter­stützt von der euro­päi­schen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on ECCHR — argu­men­tiert, bei den US-Luft­an­grif­fen lau­fe die unver­zicht­ba­re Daten­über­tra­gung über eine Satel­li­ten-Relais-Sta­ti­on in Ram­stein. Die Bun­des­re­gie­rung wis­se seit deren Pla­nung im Jahr 2010 Bescheid.

Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um betont, die Relais-Sta­ti­on wer­de ohne Mit­wir­kung oder Ein­be­zie­hung Deutsch­lands genutzt. Zur heu­ti­gen Rol­le Ram­steins sag­te der Rich­ter, dass die Sta­ti­on tat­säch­lich zur Daten­über­mitt­lung für Droh­nen­ein­sät­ze der USA in Nut­zung sei, kön­ne wohl nicht mehr ange­zwei­felt wer­den. Zugleich rüg­te er die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung und man­geln­de Trans­pa­renz. Die Kla­gen waren in den Jah­ren 2015 und 2016 vom Köl­ner Ver­wal­tungs­ge­richt abge­wie­sen wor­den.

Die Luft­schlä­ge der USA in Soma­lia rich­ten sich gegen die isla­mis­ti­sche Ter­ror­mi­liz Al-Shaba­ab und im Jemen gegen einen regio­na­len Able­ger des Ter­ror­netz­wer­kes Al-Kai­da. Ram­stein gilt als der größ­te Stütz­punkt der US-Air Force außer­halb der USA. Zahl­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen berich­ten über anhal­ten­de US-Droh­nen­an­grif­fe in bei­den Län­dern und vie­len zivi­len Opfern, dar­un­ter auch vie­le Kin­der.

(dpa/rt deutsch)

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Was sagt die Bundesregierung zu US-Sanktionen gegen Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ?


Die Regie­rung von US-Prä­si­dent Donald Trump hat Sank­tio­nen gegen den Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof ver­hängt : Mit­ar­bei­ter, die an Unter­su­chun­gen gegen in Afgha­ni­stan ein­ge­setz­te US-Mili­tärs betei­ligt sind, erhal­ten für die USA kei­ne Visa mehr. Die Unter­su­chun­gen zu mög­li­chen US-Kriegs­ver­bre­chen, so der natio­na­le Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton, sei­en “ein Angriff auf die Sou­ve­rä­ni­tät” der USA.

Mehr zum The­ma — USA sank­tio­nie­ren Ermitt­ler beim Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof

Die Chef­an­klä­ge­rin am Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof, Fatou Ben­sou­da (Gam­bia), hat­te im Novem­ber 2018 eine Unter­su­chung zu mög­li­chen Kriegs­ver­bre­chen in Afgha­ni­stan ersucht. In einem Bericht von Novem­ber 2016 beschul­digt sie US-Mili­tärs und Mit­glie­der des US-Aus­lands­ge­heim­diens­tes CIA, Häft­lin­ge gefol­tert oder bru­tal behan­delt zu haben. Die Mehr­heit der Vor­fäl­le soll sich dem­nach zwi­schen 2003 und 2004 ereig­net haben.

RT frag­te auf der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz, wie die Bun­des­re­gie­rung die­se Sank­ti­ons­pra­xis des US-Ver­bün­de­ten gegen­über den ICC-Ermit­terln bewer­tet :

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UN-Kommission fordert von Israel Stopp tödlicher Gewalt gegen Palästinenser


UN-Exper­ten haben Isra­el vor­ge­wor­fen, bei den Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen der israe­li­schen Armee und den pro­tes­tie­ren­den Paläs­ti­nen­sern an der Gren­ze zum Gaza­strei­fen vor knapp einem Jahr mut­maß­lich Kriegs­ver­bre­chen began­gen zu haben und neue Ein­satz­re­geln für das israe­li­sche Mili­tär gefor­dert. Dies mel­det die Nach­rich­ten­agen­tur dpa am Mon­tag.
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Sängerin Rihanna geht gegen Hamburger Schönheitssalon vor


Die Juris­ten fürch­ten Ver­wechs­lun­gen und die Aus­nut­zung des guten Rufes von Rihan­na, die unter ande­rem eine Kos­me­tik­kol­lek­ti­on hat. Daher haben die Anwäl­te nun Wider­spruch gegen die Mar­ke “Riha­na Lamis” ein­ge­legt. Es gebe ein mar­ken­recht­li­ches Wider­spruchs­ver­fah­ren, sag­te ein Spre­cher des Deut­schen Patent- und Mar­ken­am­tes am Frei­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Der Wider­spruch sei auf 38 Sei­ten rela­tiv umfang­reich begrün­det wor­den. Bis es zu einer Ent­schei­dung kom­me, kön­ne es noch etwa ein Jahr dau­ern, sag­te der Spre­cher.

Mehr zum The­ma — Make Hair Gre­at Again – Fri­seur aus Beng­ha­zi zau­bert Por­traits ins Haupt­haar

Die Inha­be­rin und ihr Ehe­mann kön­nen indes die Welt nicht mehr ver­ste­hen. “Wir haben nie ver­sucht, über ihren Namen berühmt zu wer­den, son­dern nur über unse­re Dienst­leis­tun­gen”, sag­te Wal­li El Aidi der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. “Ich bin ein Fan von ihr”, sag­te er wei­ter. (dpa)

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Liberale gegen Konservative : Eine US-Hochschule und Streit um mehr ideologische Vielfalt (Video)


Mehr zum The­ma — Schmier­geld für einen Stu­di­en­platz : Skan­dal um Auf­nah­me in US-Éli­te-Uni­ver­si­tä­ten

Der kon­ser­va­ti­ve Aka­de­mi­ker Samu­el J. Abrams warf sei­ner Cam­pus­ver­wal­tung in besag­tem Arti­kel lin­ke Vor­ein­ge­nom­men­heit vor. Die Stu­den­ten ver­lan­gen, die Finan­zie­rung des Pro­fes­sors zu strei­chen. Inzwi­schen haben sie auch wei­te­re For­de­run­gen an die Uni­ver­si­täts­ver­wal­tung gestellt.

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Fast 2000 Straftaten gegen Asylbewerber


Die Behör­den haben im ver­gan­ge­nen Jahr bei­na­he 2000 Straf­ta­ten gegen Flücht­lin­ge und Asyl­be­wer­ber­un­ter­künf­te regis­triert. Die­se wur­den ganz über­wie­gend rechts­mo­ti­vier­ten Tätern zuge­ord­net, die Ermitt­lun­gen rei­chen von Belei­di­gung über Sach­be­schä­di­gung bis hin zu gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und ver­such­tem Mord.
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Qualcomm gewinnt Patentverfahren gegen Apple in USA


Ein Betrag in die­ser Höhe ist für bei­de Sei­ten finan­zi­ell irrele­vant. Die drei Paten­te beschrei­ben Tech­no­lo­gi­en zur schnel­len Ver­bin­dung eines Smart­pho­nes mit dem Inter­net, zum Zusam­men­spiel von Haupt­pro­zes­sor und Funk­chip sowie zur Gra­fik-Ver­ar­bei­tung. Qual­comm ist vor allem bekannt als Anbie­ter von Pro­zes­so­ren und Funk­chips, bean­sprucht aber auch die Erfin­dung vie­ler ande­rer Tech­no­lo­gi­en in Smart­pho­nes für sich.

Der Streit begann, als Apple Qual­comm 2017 mit dem Vor­wurf ver­klag­te, der Chip­kon­zern ver­lan­ge zu hohe Gebüh­ren für die Nut­zung sei­ner Paten­te. Auch App­les Auf­trags­fer­ti­ger schlos­sen sich dem Ver­fah­ren an. Qual­comm warf Apple im Gegen­zug in meh­re­ren Län­dern die Ver­let­zung diver­ser Paten­te vor. In Deutsch­land erziel­te Qual­comm ein Ver­kaufs­ver­bot für meh­re­re älte­re iPho­ne-Model­le mit Chips des Kon­kur­ren­ten Intel. Apple stopp­te zeit­wei­se ihren Ver­kauf, brach­te sie aber wie­der mit Chips von Qual­comm in den Han­del zurück.

Mehr zum The­ma — Apple ver­kauft in Deutsch­land älte­re iPho­nes nun mit Qual­comm-Chip

Auch die US-Wett­be­werbs­auf­sicht FTC wirft Qual­comm unfai­ren Wett­be­werb vor, weil der Kon­zern Chip­de­als an grund­sätz­li­che Lizenz­ver­ein­ba­run­gen für sei­ne Paten­te geknüpft habe. Qual­comm weist die Anschul­di­gun­gen zurück. (dpa)

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US-Senat verabschiedet Resolution gegen Trumps Unterstützung des saudi-geführten Jemen-Kriegs


Die Reso­lu­ti­on der “Jemen Kriegs­mäch­te”, die mit 54 zu 46 Stim­men ver­ab­schie­det wur­de, ver­hin­dert, dass sich die US-Streit­kräf­te ohne wei­te­re Geneh­mi­gung des Kon­gres­ses an dem zuneh­mend unbe­lieb­ten Krieg in irgend­ei­ner Wei­se wei­ter betei­li­gen. Die Unter­stüt­zer argu­men­tie­ren, dass die Betei­li­gung der USA an die­sem Kon­flikt gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Anfor­de­rung eines Krie­ges ver­stößt.

Eine frü­he­re Ver­si­on der Reso­lu­ti­on ver­ab­schie­de­te das von den Demo­kra­ten kon­trol­lier­te Reprä­sen­tan­ten­haus, die­se wur­de aber vom Senat abge­lehnt. Die Reso­lu­ti­on muss nun wie­der das Reprä­sen­tan­ten­haus pas­sie­ren, bevor sie an das Wei­ße Haus geschickt wird. Trump aller­dings ver­sprach bereits, ein Veto gegen den Beschluss ein­zu­le­gen.

Eine klei­ne Grup­pe von Repu­bli­ka­nern war bereit, die eige­nen Par­tei­gren­zen zu über­schrei­ten, um Donald Trump, der eben­falls der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei ange­hört, wegen sei­ner Unter­stüt­zung für einen Kon­flikt zu tadeln, den die Ver­ein­ten Natio­nen zu einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe erklärt haben, da er Zehn­tau­sen­de von Zivi­lis­ten getö­tet und die Hälf­te der Bevöl­ke­rung im Jemen am Ran­de des Hun­gers zurück­ge­las­sen hat.

US-Streit­kräf­te hat­ten zuvor gezielt die Unter­stüt­zung von Koali­ti­ons­an­grif­fen und sogar die Betan­kung von Koali­ti­ons­flug­zeu­gen im Zuge von Luft­ope­ra­tio­nen gewähr­leis­tet, bis die­se Pra­xis Ende letz­ten Jah­res Berich­ten zufol­ge ein­ge­stellt wur­de.

Die Jemen-Reso­lu­ti­on dient auch als Mit­tel, Trump unter Druck zu set­zen, um die sau­di­sche Regie­rung wegen des Mor­des an dem Jour­na­lis­ten Jamal Khash­og­gi zu ver­ur­tei­len, den die US-Geheim­diens­te auf den sau­di­schen Prin­zen Moham­med bin Sal­man zurück­füh­ren. Unter­des­sen haben Ent­hül­lun­gen erge­ben, dass die Trump-Regie­rung in Ver­hand­lun­gen mit Sau­di-Ara­bi­en steht, die dar­auf hin­aus lau­fen, Atom­tech­no­lo­gi­en an das umstrit­te­ne König­reich zu ver­kau­fen, was ein neu­es Licht auf die Ver­flech­tun­gen zwi­schen US-Prä­si­dent und der ara­bi­schen Mon­ar­chie wirft.

Koali­ti­ons­trup­pen unter der Füh­rung von Sau­di-Ara­bi­en und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten bom­bar­die­ren seit 2015 uner­bitt­lich den Jemen, um die Huthi-Rebel­len zu ver­trei­ben, die die Haupt­stadt Sanaa kon­trol­lie­ren. Berich­ten zufol­ge hat die von den USA unter­stütz­te Sau­di-Koali­ti­on bewusst auf Kran­ken­häu­ser und ande­re zivi­le Infra­struk­tu­ren gezielt. Unter ande­rem soll die Zer­stö­rung der Infra­struk­tur zu einem mas­si­ven Cho­le­ra-Aus­bruch geführt haben. Inter­na­tio­na­le Insti­tu­tio­nen neh­men an, dass seit 2016 mehr als 60.000 Men­schen in dem Kon­flikt gestor­ben sind – schät­zungs­wei­se wei­te­re 85.000 Men­schen lei­den an Hun­ger und Unter­ernäh­rung.

Die Hälf­te der jeme­ni­ti­schen Bevöl­ke­rung ist zum Über­le­ben auf aus­län­di­sche huma­ni­tä­re Hil­fe ange­wie­sen. Die Lage droht sich zu ver­schlech­tern, seit­dem die Koali­ti­ons­trup­pen im ver­gan­ge­nen Jahr die Hafen­stadt Hode­idah blo­ckiert haben.

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China fordert Europa zu Widerspruch gegenüber US-Drohungen gegen Deutschland auf


Alt-Kanz­ler Ger­hard Schrö­der hat die Dro­hung der USA kri­ti­siert, Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen zurück­zu­hal­ten, falls Ber­lin chi­ne­si­sche Fir­men beim Auf­bau des schnel­len 5G-Mobil­funk­net­zes betei­ligt. “Das ist eine so unver­fro­re­ne Erpres­sung”, sag­te der SPD-Poli­ti­ker am Diens­tag­abend bei einer Han­dels­blatt-Ver­an­stal­tung in Ber­lin. Die Dro­hung aus Washing­ton bedeu­te : “Weil ihr nicht pariert, sagen wir es euch nicht.” Die US-Regie­rung erwar­te aus rein wirt­schafts­po­li­ti­schen Grün­den, dass sich Deutsch­land an ihre Sei­te bege­be.

US-Bot­schaf­ter Richard Grenell soll nach einem Bericht des Wall Street Jour­nal in einem Brief an Wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er (CDU) ange­kün­digt haben, der Aus­tausch von Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen und ande­rer Daten kön­ne nicht mehr im bis­he­ri­gen Umfang erfol­gen, wenn der chi­ne­si­sche Kon­zern Hua­wei oder ande­re chi­ne­si­sche Anbie­ter beim Auf­bau des 5G-Net­zes in Deutsch­land betei­ligt wür­den. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel hat­te dar­auf­hin gesagt, die Regie­rung wol­le sich beim Aus­bau des schnel­len 5G-Mobil­funk­net­zes mit sei­nen Part­nern abspre­chen. Zen­tral sei die Sicher­heit beim 5G-Aus­bau.

Das Wei­ße Haus unter­stellt dem chi­ne­si­schen Tele­kom-Rie­sen Hua­wei, über sei­ne Tele­kom-Pro­duk­te spio­nie­ren oder sabo­tie­ren zu kön­nen. Bewei­se dafür lie­gen aber nicht vor.

In Chi­na bezeich­ne­te die par­tei­na­he Zei­tung Glo­bal Times den Brief des US-Bot­schaf­ters am Mitt­woch als “selbst­süch­tig” und “über­heb­lich”. Euro­pa müs­se den Mut haben, sich von den USA zu distan­zie­ren und gleich­zei­tig Bezie­hun­gen zu Chi­na und Russ­land auf­bau­en. “Die Welt ver­än­dert sich, und so soll­te sich die Stra­te­gie Euro­pas ver­än­dern”, schrieb das Blatt wei­ter. Deutsch­land wür­de von Hua­wei pro­fi­tie­ren, da durch den chi­ne­si­schen Kon­zern die Kon­struk­ti­on eines 5G-Net­zes güns­ti­ger wer­de und schnel­ler umge­setzt wer­den kön­ne.

Schrö­der sag­te, wenn er der­zeit Kanz­ler wäre, wür­de er dafür strei­ten, “dass Euro­pa eine rela­ti­ve Unab­hän­gig­keit von der ame­ri­ka­ni­schen Außen- und Wirt­schafts­po­li­tik erreicht”. Man habe ande­re Inter­es­sen bezo­gen auf Chi­na. “Wir haben auch ande­re Inter­es­sen bezo­gen auf Russ­land”, sag­te Schrö­der, der auch Auf­sichts­rats­chef bei Nord Stream, dem Betrei­ber der gleich­na­mi­gen deutsch-rus­si­schen Ost­see­pipe­line, ist. Russ­land sei als Markt wich­tig für Deutsch­land. Es sei aber auch außen­po­li­tisch nötig, die Nähe zu Mos­kau auf­recht­zu­er­hal­ten.

Wir kön­nen uns einem Russ­land-Bashing nicht anschlie­ßen, wie das die Ame­ri­ka­ner von uns erwar­ten.”

Deutsch­land kön­ne mit den gro­ßen Wirt­schafts­mäch­ten USA und Chi­na nur mit­hal­ten, wenn es die euro­päi­sche Kar­te zie­he und Füh­rung in Euro­pa über­neh­me, sag­te Schrö­der. Jedes euro­päi­sche Land sei in Sachen Wirt­schafts­kraft ein Zwerg ver­gli­chen mit den USA und dem auf­stre­ben­den Chi­na.

Und mit Zwer­gen geht man nicht immer freund­lich um, son­dern man stellt sie in den Gar­ten.”

Ähn­lich äußer­te sich der Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der deut­schen Indus­trie (BDI) Die­ter Kempf. Er sag­te der Pas­sau­er Neu­en Pres­se, Deutsch­land kön­ne nur im Ver­bund mit einem star­ken geein­ten Euro­pa in Zukunft Chi­na und den USA Paro­li bie­ten. Ent­schei­dend sei, dass Euro­pa mit einer Stim­me spre­che : “Machen wir uns selbst klein oder las­sen wir uns aus­ein­an­der­di­vi­die­ren, dann wer­den wir gegen­über den USA wie auch gegen­über Chi­na immer klein blei­ben.” Mit Chi­na befin­de sich Deutsch­land “in einer Sys­tem-Kon­kur­renz”. Er hal­te “eine fak­ten­ba­sier­te Part­ner­schaft mit dem Land für belast­bar”.

Die EU-Kom­mis­si­on hat­te als Reak­ti­on auf das poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Macht­stre­ben Chi­nas am Diens­tag einen Zehn-Punk­te-Plan zur Stär­kung der euro­päi­schen Inter­es­sen vor­ge­legt. Kon­kret schlägt die Brüs­se­ler Behör­de zum Bei­spiel vor, die Ver­ga­be öffent­li­cher Auf­trä­ge stär­ker an Arbeits- und Umwelt­stan­dards zu knüp­fen. Um die Sicher­heit beim Aus­bau des schnel­len 5G-Mobil­funk­net­zes zu gewäh­ren, will die Kom­mis­si­on in Kür­ze einen gemein­sa­men EU-Ansatz vor­schla­gen. Dabei dürf­te es vor allem um den Umgang mit dem chi­ne­si­schen Tele­kom-Rie­sen Hua­wei gehen.

Das neue stra­te­gi­sche Kon­zept der EU-Kom­mis­si­on soll im Ide­al­fall bereits Ende der kom­men­den Woche beim Gip­fel der Staats- und Regie­rungs­chefs in Brüs­sel gebil­ligt wer­den. Ob die zehn Punk­te dann alle umge­setzt wer­den, gilt jedoch als frag­lich.

(dpa/rt deutsch)

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