Chef der Deutsche Wohnen erhält knapp vier Millionen – Berliner Gericht kassiert Mieten-Obergrenze


Die Debat­te um bezahl­ba­ren Wohn­raum im Mie­ter­land Deutsch­land hat sich kurz vor dem 70. Geburts­tag des Grund­ge­set­zes zur Fra­ge nach Eigen­tum und Gewinn auf Kos­ten der All­ge­mein­heit ent­wi­ckelt. Trotz des Drucks, der auch durch Pro­tes­te von rund 40.000 Men­schen allein in Ber­lin am ver­gan­ge­nen Sams­tag auf­ge­baut wur­de, zeigt sich der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Deut­schen Woh­nen, Micha­el Zahn, bei der ers­ten gemein­sa­men Dis­kus­si­on mit der Initia­ti­ve “Deut­sche Woh­nen & Co ent­eig­nen” sie­ges­si­cher :

Wir las­sen uns nicht ent­eig­nen, und wir wer­den auch nicht ent­eig­net.

Im Podi­ums­ge­spräch pole­mi­sier­te Zahn :

Wir sind hier nicht in einer Bana­nen­re­pu­blik”, sag­te er zum Spre­cher der Initia­ti­ve Rouz­beh Tahe­ri.

Gleich­zei­tig griff er die Kam­pa­gne, hin­ter die sich bis­her bereits mehr als 20.000 Ber­li­ner Bür­ger gestellt haben, als “sehr popu­lis­tisch, pole­misch, stark ver­ein­fa­chend, feh­ler­haft” an. Für das Anlie­gen der Mie­ter und Akti­vis­ten hat Zahn kei­ner­lei Ver­ständ­nis und ver­weist dar­auf, bestehen­de Regeln für Markt­teil­neh­mer zu befol­gen.

Wir haben kei­nen Die­sel­skan­dal, und wir haben auch nicht betro­gen.

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Das, was sie hier zei­gen, das ist das häss­li­che Ber­lin, das ist das lau­te Ber­lin. Und das ist das unse­riö­se Ber­lin. Und das ist das Ber­lin, das mei­nes Erach­tens kei­ne Zukunft hat.

Zahn selbst lebt nicht in einer Bana­nen­re­pu­blik, son­dern konn­te allein im ver­gan­ge­nen Jahr durch sei­ne Tätig­keit für den Kon­zern mehr als vier Mil­lio­nen Euro anhäu­fen. Und hin­ter Zahn steht die Poli­tik, zumin­dest die, die am län­ge­ren Hebel sitzt. Wäh­rend der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin, Micha­el Mül­ler (SPD), nach einem Tref­fen mit dem Woh­nungs­kon­zern mein­te, dass die Situa­ti­on in der Stadt nicht nur Auf­ga­be der Poli­tik, son­dern aller Betei­lig­ten sei, auch der Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten, und dass mit dem Volks­be­geh­ren der Initia­ti­ve “Deut­sche Woh­nen und Co. ent­eig­nen” eine berech­tig­te und nach­voll­zieh­ba­re Sor­ge der Men­schen aus­ge­drückt wer­de, posi­tio­nier­te sich Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) am Mitt­woch im Bun­des­tag ent­schie­den dage­gen. Eine Ent­eig­nung von gro­ßen Woh­nungs­kon­zer­nen sei der “glatt fal­sche Weg”.

Statt­des­sen müss­ten kon­kre­te Maß­nah­men im Woh­nungs­bau ergrif­fen wer­den. Zudem müs­se dar­über nach­ge­dacht wer­den, wie man mit nicht genutz­tem Bau­land oder Miet­wu­cher umge­he.

Der FDP-Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Lind­ner warb statt­des­sen dafür, den Mie­ten­an­stieg durch die För­de­rung von Woh­nungs­neu­bau zu dämp­fen. “Eine Ent­eig­nung schafft nicht eine ein­zi­ge zusätz­li­che Woh­nung”, beton­te Lind­ner in einer Aktu­el­len Stun­de. Der Ber­li­ner CDU-Par­la­men­ta­ri­er Kai Weg­ner sprach von einer “popu­lis­ti­schen Schein­lö­sung”, und der AfD-Abge­ord­ne­te Mar­tin Sichert warn­te davor, Inves­to­ren zu ver­schre­cken und die Woh­nungs­not damit zu ver­schär­fen.

Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch erwi­der­te, Groß­un­ter­neh­men wie Deut­sche Woh­nen und Vono­via hät­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht eine neue Woh­nung gebaut. Die Grü­nen-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Kat­rin Göring-Eckardt beton­te, Ent­eig­nun­gen müss­ten als “aller­letz­tes Mit­tel” mög­lich sein. Bei Tage­bau­en und neu­en Stra­ßen hät­ten die Kri­ti­ker in der Ver­gan­gen­heit kein Pro­blem mit Ent­eig­nun­gen gehabt. Par­tei­chef Robert Habeck hat­te vor weni­gen Tagen betont, dass man in der jet­zi­gen Not­la­ge kein Mit­tel aus­schlie­ßen dür­fe. Im Gegen­satz dazu hält Baden-Würt­tem­bergs grü­ner Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann Debat­ten um Ent­eig­nung von Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten für “unsin­nig”.

Der bau­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Frak­ti­on, Bern­hard Dal­drup, räum­te ein, durch Ent­eig­nun­gen wür­den kei­ne Woh­nun­gen geschaf­fen – durch per­ma­nen­te Miet­erhö­hun­gen aber auch nicht. Er beton­te aller­dings auch, die­ser Weg wer­fe “mehr Fra­gen auf, als er Pro­ble­me löst”. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten machen sich statt­des­sen dafür stark, die umstrit­te­ne Miet­preis­brem­se zu ver­län­gern und wei­ter zu ver­schär­fen.

Der wie­der­hol­ten Argu­men­ta­ti­ons­li­nie, dass eine Ent­eig­nung der Woh­nungs­un­ter­neh­men kei­nen neu­en Wohn­raum schaf­fe, folg­te beim ers­ten Ent­eig­nungs­gip­fel auch Micha­el Zahn. Dem ent­geg­ne­te Tahe­ri, eine hal­be Mil­li­on Men­schen kön­ne dann aber “nachts bes­ser schla­fen, weil sie kei­ne Miet­erhö­hun­gen mehr befürch­ten” müss­ten.

In der Tat unter­schei­det sich die Deut­sche Woh­nen von den sechs städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten vor allem durch hohe Mie­ten von 6,71 Euro pro Qua­drat­me­ter in Ber­lin (im Ver­gleich zu 6,05 Euro) und Miet­stei­ge­run­gen bei Neu­ver­mie­tung auf im Schnitt sogar sat­te 9,08 Euro je Qua­drat­me­ter. Pro­fit bringt die­ses Vor­ge­hen ein­deu­tig, stie­gen doch die Gewin­ne von Deut­sche Woh­nen im ver­gan­ge­nen Jahr um elf Pro­zent auf rund 480 Mil­lio­nen Euro. 

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de Micha­el Zahn erhielt im Jahr 2018 für sei­ne Vor­stands­tä­tig­keit rund 2,3 Mil­lio­nen Euro. Rech­net man Ver­gü­tun­gen für kon­zern­in­ter­ne Auf­sichts­rats­man­da­te hin­zu, erhielt Zahn im ver­gan­ge­nen Jahr mit 4,4 Mil­lio­nen Euro – gut zehn­mal mehr als der Chef der größ­ten lan­des­ei­ge­nen Gesell­schaft Dege­wo.

Die Mie­ter zah­len die stei­gen­de Divi­den­de der Aktio­nä­re aus ihren Taschen, das ist die tat­säch­li­che Ent­eig­nung, die täg­lich in Ber­lin statt­fin­det”, kom­men­tier­te Tahe­ri die Zah­len.

Der­weil hat die Gehag, eine Toch­ter­fir­ma der Deut­schen Woh­nen, vor Gericht einen Sieg gegen einen Mie­ter errun­gen, der sich gegen eine Miet­erhö­hung ober­halb der Gren­ze des Ber­li­ner Miet­spie­gels gewei­gert hat­te. Das Land­ge­richt kor­ri­gier­te das Urteil der ers­ten Instanz und stimm­te einer Miet­erhö­hung ober­halb der Miet­spie­gel­ober­gren­ze zu, weil mit einem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen eine Bewer­tung anhand von Ver­gleichs­woh­nun­gen anstel­le des Miet­spie­gels her­an­ge­zo­gen wur­de.

Dem Bei­spiel könn­ten ande­re Woh­nungs­kon­zer­ne fol­gen, da der Ein­satz von Sach­ver­stän­di­gen zur Miet­erhö­hung den Unter­neh­men gute Ren­di­te­chan­cen ver­spre­chen könn­te. Unter­stüt­zung erhielt damit vor allem die Deut­sche Woh­nen, die mehr­fach betont hat­te, “der Ber­li­ner Miet­spie­gel ist angreif­bar und nicht rechts­si­cher”.

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Berliner Gericht : Yukos’ Ex-Aktionäre sollen Russland 188.000 Euro Prozesskosten zahlen


Ein Ber­li­ner Gericht hat ehe­ma­li­ge Aktio­nä­re von Hally’s Par­sons Green, die mit der inzwi­schen erlo­sche­nen Ölge­sell­schaft Yukos ver­bun­den waren, ange­wie­sen, Russ­land sei­ne Gerichts­kos­ten in Höhe von 188.000 Euro zu erstat­ten. Das ver­kün­de­te Andrej Konda­kow, der Lei­ter des Inter­na­tio­nal Legal Pro­tec­tion Cen­ter, das Russ­land im Yukos-Fall ver­tritt, gegen­über TASS. Er erklär­te :

In die­sen Tagen hat das Ber­li­ner Land­ge­richt ein Urteil gefällt, wonach ehe­ma­li­ge Aktio­nä­re der Fir­ma Hally’s Par­sons Green Russ­land 188.000 Euro an Gerichts­kos­ten erstat­ten soll­ten, die mit einem von Deutsch­land im Jahr 2015 ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren zur For­de­rung Russ­lands nach 50 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in Über­ein­stim­mung mit den bekann­ten Ent­schei­dun­gen des Den Haa­ger Schieds­ge­richts ver­bun­den sind.

Nach Anga­ben des Anwalts war Deutsch­land das fünf­te Land, in dem ein Gericht die ehe­ma­li­gen Yukos-Aktio­nä­re dazu ver­ur­teil­te, Russ­land die Anwalts­kos­ten im Zusam­men­hang mit unbe­grün­de­ten Kla­gen und Ver­fah­ren im Aus­land, die von den Struk­tu­ren von Hally’s Par­sons Green ein­ge­lei­tet wur­den, zu erstat­ten.

Zuvor tra­fen Gerich­te in Schwe­den, dem Ver­ei­nig­ten König­reich, Frank­reich und Bel­gi­en ähn­li­che Ent­schei­dun­gen. Konda­kow erklär­te wei­ter :

Inzwi­schen erreicht die Gesamt­sum­me der Pro­zess­kos­ten, die nach den Urtei­len der west­li­chen Gerich­te von ehe­ma­li­gen Yukos-Aktio­nä­ren für Russ­land ein­ge­zo­gen wur­de oder hät­te ein­ge­zo­gen wer­den sol­len, 5,7 Mil­lio­nen US-Dol­lar.

Er beton­te, dass Russ­land sei­ne Bemü­hun­gen um den Aus­gleich der Pro­zess­kos­ten im Zusam­men­hang mit der Ver­tei­di­gung sei­ner Rechts­in­ter­es­sen fort­set­zen wer­de.

Das Stän­di­ge Schieds­ge­richt in Den Haag ord­ne­te 2014 an, dass Russ­land fast 50 Mil­li­ar­den US-Dol­lar an Unter­neh­men zah­len müs­se, die mit ehe­ma­li­gen Yukos-Aktio­nä­ren ver­bun­den sind – Yukos Uni­ver­sal Limi­ted, Hul­ley Enter­pri­ses Limi­ted und Vete­ran Petro­le­um Limi­ted. Das Gericht ent­schied, dass die Schrit­te Russ­lands gegen Yukos als Ent­eig­nung von Inves­ti­tio­nen unter Ver­stoß gegen Arti­kel 45 der Ener­gie­char­ta ange­se­hen wer­den könn­ten, die Russ­land unter­zeich­net, aber nicht rati­fi­ziert hat­te. Am 20. April 2016 befand das Bezirks­ge­richt Den Haag die­se Ent­schei­dung für ungül­tig und erklär­te, dass Russ­land nicht ver­pflich­tet sei, die 50 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu zah­len.

RT Deutsch


Massenmord im KZ Stutthof : Ex-SS-Wachmann muss wohl nicht vor deutsches Gericht


Der frü­he­re SS-Wach­mann Johann R. wird sich wegen sei­ner Betei­li­gung am Holo­caust wohl kei­nem deut­schen Gericht mehr stel­len müs­sen, schreibt „Spie­gel Online“. Denn der 95-jäh­ri­ge Ange­klag­te ist laut einer medi­zi­ni­schen Begut­ach­tung wei­ter­hin nicht ver­hand­lungs­fä­hig.
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Gericht : AfD-Klage gegen Berlins Regierungschef zurückgewiesen


Die AfD hat­te gegen Mül­ler ein soge­nann­tes Organ­streit­ver­fah­ren ange­strengt, weil sie in dem Tweet eine Ver­let­zung ihres im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Rechts auf Chan­cen­gleich­heit sah. Dem folg­te das Gericht nicht.

Am 27. Mai 2018 hat­ten sich rund 5.000 AfD-Anhän­ger in Ber­lin zu einer Demons­tra­ti­on ver­sam­melt. Unter dem Mot­to “AfD weg­bas­sen” mach­ten gleich­zei­tig etwa 25.000 Men­schen dage­gen mobil. Mül­ler zeig­te sich sei­ner­zeit erfreut und twit­ter­te : “Zehn­tau­sen­de in #Ber­lin heu­te auf der Stra­ße, vor dem #Bran­den­bur­ger­Tor und auf dem Was­ser. Was für ein ein­drucks­vol­les Signal für Demo­kra­tie und #Frei­heit, gegen Ras­sis­mus und men­schen­feind­li­che Het­ze.”

(dpa)

Mehr zum The­ma — AfD gegen Ber­lins Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter : Hat ein Tweet gegen das Neu­tra­li­täts­ge­bot ver­sto­ßen ?

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19 gesunde Zähne für ein “Hollywood-Smile” gezogen – Arzt vor Gericht


Gleich bei dem ers­ten Ter­min wur­de nach Anga­ben der kauf­män­ni­schen Ange­stell­ten ein gro­ßer Ein­griff ver­ab­re­det – für den ers­ten Weih­nachts­tag. “Er hat gesagt, mei­ne Zäh­ne sind alle Schrott, er könn­te mir schö­ne Zäh­ne machen, gleich am nächs­ten Tag.”

Sie sei wie ver­ab­re­det mit dem Bar­geld als Anzah­lung wie­der­ge­kom­men und habe sich einer acht­stün­di­gen Ope­ra­ti­on in Voll­nar­ko­se unter­zo­gen. Die Implan­ta­te soll­ten ins­ge­samt 18.000 Euro kos­ten. Neben drei schlech­ten sei­en ihr zwölf gesun­de Zäh­ne gezo­gen wor­den. Danach habe sie star­ke Schmer­zen bekom­men. Trotz­dem habe sie sich in einer zwei­ten Ope­ra­ti­on meh­re­re Mona­te spä­ter wei­te­re sie­ben gesun­de Zäh­ne zie­hen las­sen. Nach län­ge­rem Lei­den habe sie ihr gesam­tes Gebiss von einem ande­ren Zahn­arzt neu machen las­sen müs­sen.

Mehr zum The­ma — Mann war­tet 18 Mona­te auf Arzt­ter­min — reißt Zahn schließ­lich selbst aus

Der 54 Jah­re alte Zahn­arzt ist wegen Kör­per­ver­let­zung in vier Fäl­len vor dem Amts­ge­richt ange­klagt. Er soll zwi­schen Anfang 2009 und Novem­ber 2010 ins­ge­samt vier Pati­en­ten falsch behan­delt oder vor den Ein­grif­fen unzu­rei­chend auf­ge­klärt haben. 2015 hat­te das Gericht einen Straf­be­fehl erlas­sen, nach dem der Medi­zi­nier mit zehn Mona­ten Haft auf Bewäh­rung und einer Geld­auf­la­ge von 2.000 Euro bestraft wer­den soll­te. Dage­gen hat­te der Zahn­arzt Ein­spruch ein­ge­legt.

Als zwei­te Zeu­gin hör­te das Gericht die ehe­ma­li­ge Assis­ten­tin des Ange­klag­ten. Sie erklär­te, die Pati­en­tin sei am Hei­lig­abend ziem­lich ver­zwei­felt in die Pra­xis gekom­men. Wegen einer Par­odon­to­se sei­en meh­re­re Zäh­ne locker gewe­sen und hät­ten geschmerzt. Der Arzt habe ihr gera­ten, nur die betrof­fe­nen Zäh­ne zie­hen zu las­sen, nicht die gesun­den. Doch die Frau habe unbe­dingt gewollt, dass alle Zäh­ne so schnell wie mög­lich raus­kom­men. (dpa)

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Nord Stream : Schweizer Gericht hebt Sicherungsmaßnahmen von Gazprom-Aktien auf


Ein Gericht im Kan­ton Zug in der Schweiz hat am 16. Janu­ar den Beschluss gefasst, sei­ne Anord­nung voll­stän­dig auf­zu­he­ben, die am 29. Mai 2018 zur Ver­hän­gung von Siche­rungs­maß­nah­men für Gaz­prom-Akti­en in der Nord Stream AG und Nord Stream 2 AG sowie für die Rech­te von Gaz­prom auf For­de­run­gen gegen­über die­sen Unter­neh­men ver­ab­schie­det wur­de.
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Nach Streit mit Bushido : Berliner Clan-Chef Abou-Chaker im Gericht festgenommen


Der Ber­li­ner Clan-Chef Ara­fat Abou-Cha­ker ist vor einem Ber­li­ner Gericht über­ra­schend fest­ge­nom­men wor­den. Die Staats­an­walt­schaft ist über­zeugt, dass der Clan-Boss Per­so­nen anwer­ben woll­te, um Frau und Kin­der des Rap­pers Bushi­do zu ent­füh­ren. Bushi­do und Abou-Cha­ker waren jah­re­lang Geschäfts­part­ner, bis es 2018 zu einem Streit kam.
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Mammutprozess gegen Drogenboss “El Chapo”: Auch der “Krieg gegen die Drogen” steht vor Gericht


Er ist neben Pablo Esca­bor der wohl bekann­tes­te Dro­gen­boss der jün­ge­ren Geschich­te – Joa­quín “El Chapo” Guz­mán Loe­ra. Immer wie­der gelang es dem aus ärms­ten Ver­hält­nis­sen stam­men­den Boss des mexi­ka­ni­schen Sina­loa-Kar­tells, der Ver­haf­tung zu ent­ge­hen, oder gleich zwei­mal aus einem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis zu flie­hen. Nach sei­nem letz­ten Aus­bruch aus dem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis El Alti­pla­no, wur­de er auf der Flucht letzt­end­lich im Juli 2015 ding­fest gemacht. Am 19. Janu­ar 2017 erfolg­te schließ­lich die Aus­lie­fe­rung an die USA, wo am 13. Novem­ber unter strengs­ten Sicher­heits­vor­keh­run­gen der Mam­mut­pro­zess gegen den 61-Jäh­ri­gen begann.

Das US-Gerichts­bar­keit in Brook­lyn beschul­digt ihn des Schmug­gels von Hero­in, Koka­in, Mari­hua­na und Crys­tal Meth im Wert von 14 Mil­li­ar­den US-Dol­lar über zwei­ein­halb Jahr­zehn­te in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Neben Dro­gen­han­del, wird dem Mexi­ka­ner zudem Geld­wä­sche und das Füh­ren einer kri­mi­nel­len Orga­ni­sa­ti­on zur Last gelegt. Immer wie­der hät­te Guz­mán auch selbst ange­legt, wenn es dar­um ging sei­ne Macht zu erwei­tern, oder zu fes­ti­gen. Die Ver­ant­wor­tung für 3000 Mor­de glaubt man ihm nach­wei­sen zu kön­nen.

Doch auch auf Mexi­ko selbst wirft der Pro­zess, der unter extre­men Sicher­heits­vor­keh­run­gen statt­fin­det, ein ver­hee­ren­des Licht.

Mehr als 100.000 Men­schen sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Opfer von Gewalt­ta­ten gewor­den, 30.000 Men­schen ver­schol­len. Wir befin­den uns in einer extrem schlech­ten Lage. Unser gesam­tes poli­ti­sches Sys­tem ist kor­rupt”, fass­te der mexi­ka­ni­sche Schrift­stel­ler Juan Vil­lo­ro die deso­la­ten Fol­gen des Dro­gen­ter­rors für Mexi­ko zusam­men.

Nach Ansicht der Anwäl­te von El Chapo sei jedoch nicht er der wah­re Boss des Sina­loa-Kar­tells, son­dern sein ehe­ma­li­ger “Geschäfts­part­ner” Isma­el “El Mayo” Zam­ba­da Gar­cía. Der Ver­tei­di­gung unter Anwalt Jef­frey Licht­man zufol­ge, sei­en die mexi­ka­ni­sche Poli­zei und Poli­ti­ker des Lan­des zudem nicht nur kor­rupt, son­dern hät­ten sich auch jah­re­lang mit Gar­cía ver­schwo­ren, um El Chapo gegen Unsum­men an Bestechungs­gel­dern ins Visier zu neh­men.

In Raum 8D des Bun­des­be­zirks­ge­richts in Brook­lyn sag­te nun Gar­cías Bru­der Jesus Zam­ba­da Gar­cía gegen Guz­mán aus. Dem­nach habe er für das Sina­loa-Kar­tell über Jah­re monat­lich min­des­tens 300.000 US-Dol­lar in die Bestechung hoch­ran­gi­ger Offi­zi­el­ler und Poli­ti­ker inves­tiert. Unter den­je­ni­gen, die ger­ne die Hand auf­hiel­ten, hät­te sich unter ande­rem auch Gen­a­ro Gar­cía Luna befun­den, sei­nes Zei­chens Archi­tekt des unter dem ehe­ma­li­gen mexi­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Feli­pe Cal­derón mili­ta­ri­sier­ten Dro­gen­kriegs. Die­ser habe dem­nach bei meh­re­ren Gele­gen­hei­ten jeweils min­des­tens drei Mil­lio­nen US-Dol­lar in bar erhal­ten. Cal­derón selbst sei eben­falls mit sagen­haf­ten Mil­lio­nen­be­trä­gen besto­chen wor­den.

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Neben dem ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten, sei Jesus Gar­ciá von sei­nem Bru­der dazu beauf­tragt wor­den, auch den “aktu­el­len” Prä­si­den­ten zu schmie­ren. Da er dies jedoch ver­trau­lich aus­sag­te, bleibt dem­zu­fol­ge unklar, ob sich die Ver­tei­di­gung auf den amtie­ren­den Prä­si­den­ten Enri­que Peña Nie­to oder den desi­gnier­ten Prä­si­den­ten Andrés Manu­el López Obra­dor bezog. Gar­ciá sei bereit, die­se Bom­be vor Gericht plat­zen zu las­sen, erklär­te die Ver­tei­di­gung von El Chapo gegen­über dem Rich­ter Bri­an M. Cogan. Kaum war die Nach­richt durch die Mau­ern des Gerichts gesi­ckert, da fühl­te sich der amtie­ren­de mexi­ka­ni­sche Prä­si­dent zu einem schar­fen Demen­ti genö­tigt.

Die Regie­rung von Enri­que Peña Nie­to hat den Kri­mi­nel­len Joa­quín Guz­mán ver­folgt, gefasst und aus­ge­lie­fert. Die Behaup­tun­gen sei­nes Anwalts sind abso­lut falsch und zudem dif­fa­mie­rend”, ließ der Prä­si­den­ten­spre­cher ver­laut­ba­ren.

Vor Gericht erwähn­te Gar­ciá die mut­maß­li­che Prä­si­den­ten-Bestechung dann jedoch nicht mehr. Dafür habe laut der New York Times “die Regie­rung” dem Gericht “ein mys­te­riö­ses Memo” vor­ge­legt, dass des­sen Titel zufol­ge “ein Kreuz­ver­hör” Gar­ciás “aus­schlie­ßen” soll­te. Die Mit­tei­lung, die als Ver­schlus­s­a­che ein­ge­reicht wur­de, sorg­te sei­tens der Ver­tei­di­gung für Empö­rung.

Auch die­je­ni­gen im Gerichts­saal frag­ten sich, ob die Geschich­te von einem kor­rup­ten Prä­si­den­ten tat­säch­lich erzählt wer­den wür­de”, heißt es bei der bekann­tes­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Zei­tung.

Letzt­end­lich erklär­te Rich­ter Cogan, dass er sich mit den Staats­an­wäl­ten dar­auf geei­nigt habe, die Anzahl der Kreuz­ver­hör-Fra­gen der Ver­tei­di­gung an Gar­cía zu beschrän­ken – angeb­lich, um “Per­so­nen und Enti­tä­ten” zu schüt­zen, die nicht direkt in den Fall invol­viert sei­en und andern­falls in Schwie­rig­kei­ten gera­ten könn­ten.

Doch nicht nur Mexi­ko lei­det unter der Schnei­se der gesell­schaft­li­chen Ver­wüs­tung, die der Rausch­gift­han­del und Dro­gen­kon­sum hin­ter­lässt. Was die einen als gelun­ge­nen Schlag der US-ame­ri­ka­ni­schen Antidro­gen­be­hör­de DEA (Drug Enforce­ment Admi­nis­tra­ti­on) gegen das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen inter­pre­tie­ren, offen­bart für die ande­ren viel­mehr deren Ver­sa­gen. Im Hin­blick auf die Fest­nah­me bekann­ter Grö­ßen des Dro­gen­han­dels und etwa die öffent­lich­keits­wirk­sa­me Ver­bren­nung von Betäu­bungs­mit­teln war der soge­nann­te “Kampf gegen die Dro­gen” in der Tat ein Erfolg. In Hin­blick auf den Schmug­gel von Dro­gen in die USA, deren Ver­brei­tung in Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka, die Zahl der Dro­gen­to­ten und die gigan­ti­schen Gewin­ne ist der Miss­erfolg der Antidro­gen­be­hör­de ekla­tant. Mit ande­ren Wor­ten, sitzt nicht nur Guz­mán nun vor Gericht, son­dern mit ihm auch der “Krieg gegen die Dro­gen”.

So schätzt die Drug Poli­cy Alli­an­ce, dass der “Kampf gegen den ille­ga­len Dro­gen­han­del” die US-Steu­er­zah­ler jähr­lich 58 Mil­li­ar­den US-Dol­lar kos­tet. Das Jahr 2017 for­der­te einen hohen Tri­but und stell­te einen neu­en Rekord auf : Dem­nach wur­den 15.900 Todes­fäl­le durch Hero­in-Über­do­sen regis­triert. Ein trau­ri­ger Höchst­wert an Todes­fäl­len auch durch Koka­in-, Meth- und Fen­tanyl-Miss­brauch.

Edu­ar­do Bala­re­zo, einer von Guz­máns Ver­tei­di­gern, erklär­te, dass er sein Augen­merk auch auf die Abma­chun­gen wer­fen wer­de, die Pro­zess­zeu­gen aus­ge­han­delt hät­ten. Eben­so beab­sich­ti­ge er, die Tak­tik der DEA-Agen­ten in Fra­ge zu stel­len. Es wäre zumin­dest kein Prä­ze­denz­fall, dass sich ent­spre­chen­de Agen­ten dubio­ser Machen­schaf­ten schul­dig mach­ten. Immer wie­der wur­den DEA-Mit­ar­bei­ter in der Ver­gan­gen­heit für den Ein­satz zwei­fel­haf­ter Infor­man­ten und unan­ge­mes­se­ner Nähe zu Dro­gen­händ­lern zum mut­maß­li­chen Zweck der Straf­ver­fol­gung kri­ti­siert.

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Nicht zuletzt Washing­tons Unter­stüt­zung der kor­rup­ten mexi­ka­ni­schen Sicher­heits­be­hör­den böte genü­gend Anlass für inten­si­ve Unter­su­chun­gen und ent­spre­chen­de Fra­gen. Im Lau­fe des ver­gan­ge­nen Jahr­zehnts lie­fer­ten die USA Hil­fe im Wert von 1,6 Mil­li­ar­den US-Dol­lar an die mexi­ka­ni­sche Regie­rung, dar­un­ter Black-Hawk-Hub­schrau­ber und Abhör­ge­rä­te. Doch die Gewalt ver­schärf­te sich nur noch wei­ter. Auch hier stellt sich die Fra­ge nach Motiv und Sinn­haf­tig­keit die­ses Vor­ge­hens. Letzt­end­lich folgt auch der Dro­gen­han­del mit sei­nen gigan­ti­schen Gewinn­mar­gen der Logik des Mark­tes, wonach die Nach­fra­ge das Ange­bot bestimmt. Wür­de der Krieg gegen die Dro­gen als mili­tä­ri­scher Kon­flikt ein­ge­stuft, wäre er einer der töd­lichs­ten und längs­ten der Welt. Par­al­le­len zum so genann­ten “Krieg gegen den Ter­ror” sind nicht von der Hand zu wei­sen.

Mehr zum The­ma —  Mexi­ko-USA : Poli­zist und Dop­pel­agent der US-Behör­de DEA schütz­te Dro­gen­kar­tell

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Bahrainer Gericht verurteilt Oppositionsführer wegen Spionage zu lebenslanger Haft


Ein Gericht in Bah­rain hat­te Sal­man und die bei­den ande­ren Ange­klag­ten im Juni zunächst frei­ge­spro­chen. Ihnen wur­de vor­ge­wor­fen, Kon­tak­te mit Katar geknüpft zu haben, um gegen die Regie­rung des Lan­des vor­zu­ge­hen. Katar wird seit mehr als einem Jahr von einer Rei­he von Golf­staa­ten blo­ckiert, dar­un­ter auch von Bah­rain. Offi­zi­ell wer­fen die Län­der Doha vor, Ter­ro­ris­ten zu finan­zie­ren. In Bah­rain leben mehr­heit­lich Schii­ten, dort herrscht jedoch ein sun­ni­ti­sches Königs­haus. Seit dem Jahr 2016 ist die Wifak-Gesell­schaft ver­bo­ten, vie­le ihrer füh­ren­den Ver­tre­ter leben im Aus­land. Ali Sal­man muss wegen einer ande­ren Ver­ur­tei­lung bereits eine mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fe absit­zen. (dpa)

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Konnte dem Druck nicht widerstehen”: Gericht spricht Spielsüchtigem 2,5 Millionen Euro zu


Ein psy­cho­lo­gisch-neu­ro­lo­gi­sches Gut­ach­ten ergab, dass der Mann dem Drang, “exzes­siv zu spie­len” nicht wider­ste­hen konn­te. Somit han­de­le es sich um eine “par­ti­el­le Geschäfts­fä­hig­keit” bezüg­lich des Glücks­spiel­ver­hal­tens. Das Gericht berück­sich­tig­te die Stel­lung­nah­me der Exper­ten und erklär­te die geschlos­se­nen Glücks­spiel­ver­trä­ge für unwirk­sam.

Der Rechts­ver­tre­ter der beklag­ten Par­tei leg­te eine Beru­fung ein.

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