Gericht in London entscheidet über Klage gegen Zwangspause des Parlaments


Mit der Ent­schei­dung wird um 11.00 Uhr MESZ gerech­net. Geklagt hat­ten unter ande­rem die Geschäfts­frau und Akti­vis­tin Gina Mil­ler und Ex-Pre­mier­mi­nis­ter John Major. Sie sehen in der bis zu fünf Wochen lan­gen Sit­zungs­un­ter­bre­chung ein unzu­läs­si­ges poli­ti­sches Manö­ver von Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son, um sei­nen Bre­x­it-Kurs durch­zu­drü­cken.

Das bri­ti­sche Ober­haus wird am Frei­tag vor­aus­sicht­lich das Gesetz gegen einen unge­re­gel­ten EU-Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens am 31. Okto­ber ver­ab­schie­den. Mit einer Abstim­mung wird gegen 18.00 Uhr (MESZ) gerech­net.

Soll­te das House of Lords Ver­än­de­run­gen an dem Gesetz­ent­wurf vor­neh­men, müss­te er am Mon­tag noch mal ins Unter­haus gehen, bevor das Gesetz Köni­gin Eli­sa­beth II. zur Unter­schrift vor­ge­legt wer­den kann.

Der Gesetz­ent­wurf hat­te am Mitt­woch gegen den Wil­len von Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son alle drei Lesun­gen im Unter­haus pas­siert. Er sieht vor, dass der Pre­mier­mi­nis­ter einen Antrag auf eine drei­mo­na­ti­ge Ver­län­ge­rung der am 31. Okto­ber aus­lau­fen­den Bre­x­it-Frist stel­len muss, soll­te bis zum 19. Okto­ber kein EU-Aus­tritts­ab­kom­men rati­fi­ziert sein. John­son beteu­er­te am Don­ners­tag bei einem Auf­tritt vor Poli­zei­be­am­ten im nord­eng­li­schen Leeds, er wür­de lie­ber “tot im Gra­ben lie­gen”, als eine Bre­x­it-Ver­schie­bung zu bean­tra­gen.

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(rt deutsch/dpa)

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Kanadisches Gericht urteilt gegen “Made in Israel”-Etikett für Weine aus jüdischen Siedlungen


Das Gericht gab somit der Beru­fung eines Bür­gers statt, der die Ent­schei­dung der CFIA ange­foch­ten hat­te, teil­te das Por­tal Fran­ce 24 mit. David Kat­ten­burg, dem Nach­fah­ren von Holo­caust-Über­le­ben­den und Kri­ti­ker der israe­li­schen Poli­tik gegen­über den Paläs­ti­nen­sern zufol­ge, wür­de der Schritt “die fak­ti­sche Anne­xi­on gro­ßer Tei­le des West­jor­dan­lan­des durch Isra­el her­un­ter­spie­len”.

Die CFIA ihrer­seits ver­tei­dig­te ihren Beschluss, indem sie sich auf das Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen Isra­el und Kana­da berief. Dem Argu­ment schloss sich auch der kana­di­sche Gene­ral­staats­an­walt an. Er hal­te es für sinn­voll, sich nach dem Frei­han­dels­ab­kom­men zu rich­ten, das das paläs­ti­ni­sche Ter­ri­to­ri­um “nicht als Teil eines aner­kann­ten Staa­tes” auf­fas­se. Dadurch soll­ten ihm zufol­ge die Anfor­de­run­gen der kana­di­schen Sei­te erfüllt wer­den.

Bun­des­rich­te­rin Anne Mac­ta­vish stell­te sich jedoch auf Kat­ten­burgs Sei­te, indem sie sag­te :

Es ist unum­strit­ten, dass die Sied­lun­gen, in denen die Wei­ne her­ge­stellt wer­den, kein Bestand­teil des israe­li­schen Staa­tes sind. Die Wei­ne als ein ‘Pro­dukt von Isra­el’ zu bezeich­nen ist falsch und irre­füh­rend und beein­träch­tigt die Fähig­keit kana­di­scher Ver­brau­cher, infor­mier­te und ratio­na­le Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, um gewis­sen­haft ein­kau­fen zu kön­nen.

Mac­ta­vish mein­te fer­ner, die Geg­ner der israe­li­schen Sied­lungs­po­li­tik im West­jor­dan­land soll­ten über die Her­kunft der Waren genau infor­miert wer­den, um ihren Wider­stand aus­drü­cken zu kön­nen. Sie füg­te hin­zu : 

Die Wei­ne fälsch­li­cher­wei­se als ‘Pro­duk­te von Isra­el’ zu bezeich­nen behin­dert die Fähig­keit der Ver­brau­cher, ihre poli­ti­schen Ansich­ten durch ihre Kauf­ent­schei­dun­gen gel­tend zu machen.

Nun wird die CFIA ent­schei­den müs­sen, wie die Wei­ne gekenn­zeich­net wer­den sol­len. Das Urteil des kana­di­schen Bun­des­ge­richts wur­de von Isra­el scharf kri­ti­siert.

RT Deutsch


Gericht urteilt : AfD darf bei Sachsenwahl mit größerer Kandidaten-Liste antreten


Im Streit um ihre Kan­di­da­ten­lis­te zur Land­tags­wahl in Sach­sen hat die AfD vor dem säch­si­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hof einen Teil­erfolg erzielt. Die Par­tei darf bei dem Urnen­gang am 1. Sep­tem­ber mit 30 statt nur 18 Kan­di­da­ten antre­ten. Das haben die Leip­zi­ger Rich­ter am Don­ners­tag im Eil­ver­fah­ren ent­schie­den.
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Tauziehen um „Gold der Krim“ — Gericht will neue Informationen : Entscheidung vertagt


Fünf Jah­re nach dem Refe­ren­dum auf der Krim geht das Tau­zie­hen um kost­ba­re Kul­tur­schät­ze der Regi­on wei­ter. Ein Ams­ter­da­mer Gericht ver­tag­te am Diens­tag die Ent­schei­dung, wer recht­mä­ßi­ger Eigen­tü­mer der Objek­te ist – vier Muse­en der Krim oder die Ukrai­ne.
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Gericht in Vilnius blockiert Zugang zum russischen Nachrichtenportal Sputnik Litauen


Zuvor hat­te die Rund­funk­ge­sell­schaft Lie­tu­vos nacio­na­li­nis radi­jas ir tele­vi­zi­ja (LRT) wegen eines mut­maß­li­chen Ver­sto­ßes gegen die Urhe­ber­rech­te durch den litaui­schen Able­ger der Nach­rich­ten­agen­tur Anfang Juli eine Beschwer­de bei der Auf­sichts­kom­mis­si­on ein­ge­legt. Dar­in hieß es, Sput­nik Litau­en habe ohne Erlaub­nis der Regu­lie­rungs­stel­le Bei­trä­ge von LRT auf sei­ner Web­sei­te ver­öf­fent­licht. Zudem hat LRT laut dem Doku­ment die Nach­rich­ten­agen­tur wie­der­holt dazu auf­ge­for­dert, die ille­gal ver­öf­fent­lich­ten und urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Bei­trä­ge zu löschen, was jedoch igno­riert wor­den sei.

Die­sen Umstand soll die LRTK zum Anlass genom­men haben, um am 10. Juli dem LRT-Antrag statt­zu­ge­ben und eine ent­spre­chen­de Ver­fü­gung zu erlas­sen :

Zum Schutz des Urhe­ber­rechts im Inter­net hat die Rund­funk- und Fern­seh­kom­mis­si­on Litau­ens am 10. Juli 2019 die Ent­schei­dung getrof­fen, den Dienst­leis­tern die obli­ga­to­ri­schen Vor­schrif­ten zur Zugangs­be­schrän­kung zu ertei­len, um eine wider­recht­li­che Ver­brei­tung der durch das Urhe­ber­recht geschütz­ten Mate­ria­li­en auf der Web­sei­te https://sputniknews.lt zu stop­pen.

Für die Blo­cka­de des Online-Por­tals spra­chen sich eben­so die Abge­ord­ne­ten der Par­tei “Vater­lands­bund – Christ­de­mo­kra­ten Litau­ens” (TS-LKD) Lau­ry­nas Kačiū­nas und Audro­ni­us Ažu­ba­lis aus, berich­te­te RIA Nowos­ti. Laut den Poli­ti­kern ver­zer­ren die Bei­trä­ge von Sput­nik Litau­en “die litaui­sche poli­ti­sche Rea­li­tät”, vor allem in Bezug auf die soge­nann­ten “litaui­schen Par­ti­sa­nen”. 

Mos­kau kri­ti­sier­te die Vor­ge­hens­wei­se litaui­scher Behör­den aufs Schärfs­te als Ver­such, die Pres­se­frei­heit im Land ein­zu­schrän­ken. In ihrer wöchent­li­chen Pres­se­kon­fe­renz bezeich­ne­te die Spre­che­rin des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums Mari­ja Sach­a­ro­wa sie als eine “Säu­be­rungs­po­li­tik in Bezug auf den Infor­ma­ti­ons­raum im Land” und for­der­te zustän­di­ge inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen auf, dar­auf zu reagie­ren.

Mehr zum The­ma — Chef­re­dak­teur der rus­si­schen Nach­rich­ten­agen­tur Sput­nik Litau­en in Vil­ni­us fest­ge­nom­men

Auch die Chef­re­dak­teu­rin von RT und Sput­nik, Mar­ga­ri­ta Simon­jan, kom­men­tier­te dazu :

Ich weiß gar nicht, wie wir in Russ­land dar­auf reagie­ren sol­len. Doch nicht, indem wir litaui­sche Web­sites sper­ren, oder ?

Der Beschluss litaui­scher Jus­tiz­be­hör­de tritt gleich an die­sem Frei­tag in Kraft.

RT Deutsch


Kafkaeske Zustände : Kiewer Gericht lässt Kirill Wyschinski weiterhin hinter Gittern


von Wla­dis­law San­kin 

Das ana­ly­ti­sche Infor­ma­ti­ons­por­tal rian.com.ua ist immer noch abruf­bar. Aber die Web­sei­te erfüllt nun einen ande­ren Zweck : Als Mah­nung. Mah­nung über die demons­tra­ti­ve Zer­schla­gung eines unbe­que­men Medi­ums in der heu­ti­gen Ukrai­ne. Denn die Zeit auf der Web­sei­te ist ste­hen­ge­blie­ben. Die letz­te Nach­richt ist mit “15. Mai 2018, 13:00” datiert ; auf der Start­sei­te steht der Arti­kel “SBU-Mit­ar­bei­ter stürm­ten das Büro von RIA Novos­ti Ukrai­na” von 11:51 Uhr.

Zu die­ser Zeit wur­de der Chef­re­dak­teur des Por­tals, Kirill Wyschin­ski, vom Inlands­ge­heim­dienst (SBU) wie ein Schwer­ver­bre­cher fest­ge­nom­men. Seit­dem sitzt der Jour­na­list in Haft. Ihm wird vor­ge­wor­fen, ins­ge­samt fünf Para­gra­fen des ukrai­ni­schen Geset­zes ver­letzt zu haben, dar­un­ter schwe­re Delik­te wie “Staats­ver­rat”, ver­fas­sungs­wid­ri­ge Bestre­bun­gen und Gefähr­dung der ter­ri­to­ria­len Inte­gri­tät. Ihm dro­hen bis zu 15 Jah­re Haft. 

Kafkaeske Zustände: Kiewer Gericht lässt Kirill Wyschinski weiterhin hinter Gittern
Die Web­sei­te rian.com.ua

Seit­dem tagt das Gericht bis zu zwei­mal im Monat und ver­län­gert immer wie­der die Unter­su­chungs­haft. Ein Pro­zess hat noch nicht begon­nen. In die­ser Zeit hat der SBU bereits eine Exper­ti­se vor­ge­legt, wonach in sei­nen Arti­keln aus dem Jahr 2014 kei­ne Cor­po­ra Delic­ti zu fin­den sei­en. Das hat Wyschiski in einem State­ment vor Gericht am 26. Mai noch ein­mal auf­ge­grif­fen :

Mei­ne Fest­nah­me war mei­ner Mei­nung nach abso­lut gesetz­wid­rig, denn es gibt kei­ne Cor­po­ra Delic­ti in den besag­ten Arti­keln, und das habe nicht ich, son­dern der SBU in einem von ihm beauf­trag­ten Gut­ach­ten fest­ge­stellt. (…) Trotz die­ses Gut­ach­tens wer­de ich seit über einem Jahr hin­ter Git­tern gehal­ten.

Vie­le rus­si­sche und regie­rungs­kri­ti­sche Jour­na­lis­ten aus der Ukrai­ne sind der Ansicht, dass Wyschin­skis Fest­nah­me eine von der Poro­schen­ko-Regie­rung initi­ier­te Gei­sel­nah­me ist, um in einen poli­ti­schen Tausch­han­del mit Russ­land zu tre­ten. Die Ange­le­gen­heit hat auf rus­si­scher Sei­te höchs­te Prio­ri­tät. Mos­kau rich­te­te eine Pro­test­no­te an Kiew mit der For­de­rung, die Gewalt gegen Pres­se­ver­tre­ter ein­zu­stel­len.

Vie­le sei­ner Kol­le­gen äußern nun die Hoff­nung, dass zumin­dest die Locke­rung der Haft­be­din­gun­gen ein Zei­chen des Tau­wet­ters nach dem Ende der Poro­schen­ko-Ära sein kann.

Am 3. Juli fand eine Gerichts­ver­hand­lung statt, die tat­säch­lich eine Wen­de hät­te ein­lei­ten kön­nen : Es soll­te ent­schie­den wer­den, ob Wyschin­ski gegen Kau­ti­ons­zah­lung frei­ge­las­sen oder unter Haus­ar­rest gestellt wer­den könn­te. RT-Chef­re­dak­teu­rin Mar­ga­ri­ta Simon­jan, die sich für die Frei­las­sung von Wyschin­ski vom ers­ten Tag sei­ner Ver­haf­tung ein­setzt, rich­te­te via Twit­ter einen Appell auf Ukrai­nisch an Prä­si­dent Selens­kij :

Mor­gen kann Kirill Wyschin­ski frei­ge­las­sen wer­den. Ein Jour­na­list, der 413 Tage abge­ses­sen hat, nur weil er Jour­na­list ist. Herr Selens­kij, ich wen­de mich an Sie. Machen Sie es !

Am glei­chen Tag hat Gene­ral­staats­an­walt Juri Lut­zen­ko “Akti­vis­ten” dazu auf­ge­ru­fen, die mög­li­che Frei­las­sung zu ver­hin­dern – ein Mit­tel, mit dem man bereits die Frei­las­sung meh­re­rer Inhaf­tier­ter wegen der Odes­sa-Unru­hen am 2. Mai 2014 ver­hin­dern konn­te.

Um 17 Uhr (Kie­wer Zeit) tag­te das Gericht. Dies­mal dau­er­te die Sit­zung nur 15 Minu­ten. Die Staats­an­wäl­te baten, die Ver­hand­lun­gen bis zum 15. Juli zu ver­schie­ben – der höchst­mög­li­chen Frist für eine Unter­su­chungs­haft. Die Begrün­dung : Sie sei­en neu und hät­ten sich mit den 26 Akten noch nicht ver­traut gemacht, dafür bräuch­ten sie noch eini­ge Tage Zeit. 

Wyschin­ski und sei­ne Anwäl­te sind empört. “Und dafür soll­ten wir unse­re Kanz­lei­en ver­las­sen und alle­samt nach Kiew anrei­sen, um das zu hören”, sag­ten sei­ne Anwäl­te. Außer­dem sei­en eini­ge Tage nicht aus­rei­chend, um die gan­zen 26 Akten zu stu­die­ren ; der Vor­wand sei des­we­gen nur vor­ge­scho­ben. Wyschin­ski äußer­te, dass das Ziel der Staats­an­walt­schaft sei, ihn so lan­ge hin­ter Git­tern sit­zen zu las­sen, wie es nur geht. Die angeb­li­che man­geln­de Bereit­schaft der Staats­an­wäl­te sei eine Ohr­fei­ge der ukrai­ni­schen Jus­tiz.

Die poli­ti­schen Spie­le gehen wei­ter”, so der Jour­na­list.

Am Ende äußer­te er die Hoff­nung, dass sich mit einem neu­en Staats­an­walt die Ange­le­gen­heit zum Guten wen­den könn­te.

Ob das nur Wunsch­den­ken ist, wird sich zei­gen. Bis­lang haben neue Pos­ten­be­set­zun­gen unter dem neu­en Prä­si­den­ten kei­ne Ände­run­gen bewirkt. Der ukrai­ni­sche “tie­fe Staat” wacht über die Fort­set­zung der repres­si­ven Poli­tik. Zuge­las­sen wer­den nur leich­te “kos­me­ti­sche” Ver­bes­se­run­gen, die gro­ße Poli­tik ist nicht betrof­fen. Und der Fall Wyschin­ski ist längst ein gro­ßes Poli­ti­kum. 

Die Situa­ti­on um Wyschin­ski ist so groß gewor­den, dass er zu einem Ele­ment im geo­po­li­ti­schen Tausch gewor­den ist. Mög­li­cher­wei­se will man ihn gegen die ukrai­ni­schen See­leu­te ein­tau­schen. Ich den­ke nicht, dass Kirill Glück hat und frei kom­men wird”, sag­te der ukrai­ni­sche Jour­na­list Rus­lan Koza­ba gegen­über RT

Koza­ba wur­de wegen sei­nes Auf­rufs, die Mobi­li­sie­rung für den Krieg im Don­bass zu boy­kot­tie­ren, im Jahr 2015 schul­dig gespro­chen und ver­brach­te 525 Tage in Haft. Nur auf­grund des inter­na­tio­na­len Drucks, auch von der deut­schen Links­par­tei, wur­de er frei­ge­spro­chen. Heu­te setzt er sich für Men­schen­rech­te in der Ukrai­ne ein.

Mehr zum The­ma — Mei­nungs­frei­heit nach dem Mai­dan : Kiews Krieg gegen kri­ti­sche Jour­na­lis­ten

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Marine Le Pen soll sich wegen Verbreitung von IS-Gräuelfotos vor Gericht verantworten


Die Vor­sit­zen­de der Par­tei Ras­sem­ble­ment Natio­nal wird wegen der Ver­brei­tung von Gräu­el­fo­tos, die Hin­rich­tun­gen durch die Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat” zei­gen, ange­klagt, berich­tet die Nach­rich­ten­agen­tur AFP. Die fran­zö­si­sche Jus­tiz sieht es als erwie­sen an, dass die Bil­der zu Ter­ro­ris­mus ansta­cheln, Por­no­gra­phie beinhal­ten oder die Men­schen­wür­de grob ver­let­zen.

Ange­sichts der har­ten Posi­ti­on von Le Pen gegen den isla­mi­schen Extre­mis­mus soll­te es nicht über­ra­schen, dass die umstrit­te­nen Tweets nicht als Ter­ror­un­ter­stüt­zung gedacht waren. Sie folg­ten als Reak­ti­on auf die Wor­te des fran­zö­si­schen Jour­na­lis­ten Jean-Jac­ques Bour­din, der ihre har­te Rhe­to­rik mit der des IS ver­glich. Le Pen sag­te sei­ner­zeit, dass die Bil­der an Bour­dins leicht­sin­ni­gen Ver­gleich erin­nern soll­ten.

Das Euro­päi­sche Par­la­ment beschloss im Febru­ar 2017, Le Pen die Immu­ni­tät zu ent­zie­hen, um den Weg für ein Ver­fah­ren gegen sie frei­zu­ma­chen.

Le Pen sprach sich auf Twit­ter gegen die Gerichts­ver­hand­lung aus und erklär­te, sie sei eine Ziel­schei­be, obwohl sie die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on klar und deut­lich kri­ti­siert, wäh­rend die fran­zö­si­sche Regie­rung wei­ter­hin Dschi­ha­dis­ten und ihre Fami­li­en mit offe­nen Armen in Form von Mas­sen­mi­gra­ti­on begrü­ße.

Die 50-jäh­ri­ge Poli­ti­ke­rin hat eben­falls dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Fall eine Ver­let­zung ihrer Mei­nungs­frei­heit dar­stel­le.

Mehr zum The­ma — Nach Bil­dern von IS-Hin­rich­tun­gen : Gericht ord­net psych­ia­tri­sche Unter­su­chung von Mari­ne Le Pen an

RT Deutsch


Doch nur ein “Junggesellen-Abschied”? – Wuppertaler “Scharia-Polizei” erneut vor Gericht


Fünf Jah­re nach dem Auf­tritt der selbst ernann­ten “Scha­ria-Poli­zei” in Wup­per­tal will kei­ner der sie­ben Ange­klag­ten über die nächt­li­che Akti­on reden. Bei der vom Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ange­ord­ne­ten Neu­auf­la­ge des Pro­zes­ses am Wup­per­ta­ler Land­ge­richt schwie­gen die zwi­schen 27 und 37 Jah­re alten Män­ner zum Tat­vor­wurf und rede­ten am Mon­tag nur über ihren bis­he­ri­gen Wer­de­gang. In ers­ter Instanz waren sie vom Land­ge­richt frei­ge­spro­chen wor­den, doch der BGH hat das Urteil auf­ge­ho­ben – und nun geht alles von vorn los.

Kei­ne Sit­ten­po­li­zei laut Ver­tei­di­gung 

Immer wie­der fällt bei den Ver­tei­di­gern ein Begriff, der das Gesche­hen aus ihrer Sicht tref­fend beschreibt : “Jung­ge­sel­len­ab­schied”. Für einen sol­chen hat­te ein Zeu­ge das nächt­li­che Trei­ben der Sala­fis­ten im Sep­tem­ber 2014 gehal­ten — von denen fünf in Warn­wes­ten mit dem Auf­druck “Shariah Poli­ce” durch Wup­per­tal gezo­gen waren. Kei­ne Sit­ten­po­li­zei sei da unter­wegs gewe­sen, son­dern eher ein unge­wöhn­lich kos­tü­mier­ter Mis­sio­nie­rungs­trupp. So wol­len es die Anwäl­te ver­stan­den wis­sen.

Die Staats­an­walt­schaft sieht das anders : Schließ­lich sei es “erklär­tes Ziel” der radi­ka­len Isla­mis­ten, die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung durch die Scha­ria, also einen Staat nach isla­mi­schem Recht, zu erset­zen. Den Ange­klag­ten wird ein Ver­stoß gegen das Uni­form­ver­bot bzw. Bei­hil­fe dazu vor­ge­wor­fen.

Warn­wes­ten wür­den in der Dun­kel­heit von ver­schie­de­nen Grup­pen getra­gen, etwa von Gewerk­schaf­tern, hat­ten die Ver­tei­di­ger argu­men­tiert. Sie sei­en eben kei­ne mili­tan­te Uni­for­mie­rung, auf die das Gesetz abzie­le.

Selbst gefilmt und ins Inter­net gestellt

Als Haus­auf­ga­be hat­te der BGH dem Land­ge­richt auf­ge­ge­ben, zu prü­fen, ob die Akti­on grund­sätz­lich dazu geeig­net war, jeman­den ein­zu­schüch­tern. Die Isla­mis­ten hat­ten ihren Auf­tritt selbst gefilmt und ins Inter­net gestellt.

Genau die­sen Film lässt das Gericht am Mon­tag im Saal vor­füh­ren : Dar­in erscheint der am ver­gan­ge­nen Frei­tag nach knapp vier­jäh­ri­ger Haft auf frei­en Fuß gesetz­te dama­li­ge Isla­mis­ten­füh­rer Sven L. Das Ver­fah­ren aus­ge­rech­net gegen den mut­maß­li­chen Initia­to­ren der Scha­ria-Poli­zei war ein­ge­stellt wor­den – wegen weit schwe­re­rer Vor­wür­fe. Nun soll er am kom­men­den Frei­tag als Zeu­ge aus­sa­gen.

Wir wol­len Geschwis­ter wie­der­fin­den für den Islam”, ver­kün­det er in dem Film. Und : “Wir kön­nen nicht Poli­zei spie­len, das ist ver­bo­ten in die­sem Land.” Aber L. sagt auch : “Wir sind wie die Poli­zei : Wenn die durch gewis­se Bezir­ke fah­ren, dann pas­siert da auch weni­ger.” Und : “Scha­ria ist mehr als Hän­de abha­cken.”

In ers­ter Instanz hieß es : “Ein Gesetz, das hier gegrif­fen hät­te, gibt es nicht”

Damals kur­sier­ten gel­be Fly­er mit der Auf­schrift “Shariah Con­trol­led Zone” (Scha­ria-kon­trol­lier­te Zone). Dar­auf waren die Regeln fest­ge­hal­ten, auf die die radi­ka­len Mus­li­me poch­ten : kein Alko­hol, kein Glücks­spiel, kei­ne Musik und Kon­zer­te, kei­ne Por­no­gra­fie und Pro­sti­tu­ti­on, kei­ne Dro­gen.

Die Empö­rung war groß. Ver­tre­ter von Bun­des- und Lan­des­re­gie­rung for­der­ten Kon­se­quen­zen und die Här­te des Geset­zes. Doch in der ers­ten Instanz kam der Vor­sit­zen­de Rich­ter des Land­ge­richts zu dem Ergeb­nis : “Ein Gesetz, das hier gegrif­fen hät­te, gibt es nicht.” Vier Ver­hand­lungs­ta­ge hat das Land­ge­richt für die Neu­auf­la­ge ange­setzt. Den Ange­klag­ten dro­hen maxi­mal zwei Jah­re Frei­heits­stra­fe.

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Lawrow geht mit CNN-Reporter ins Gericht : “Das ist eine Fake-Frage”


Nach sei­nem Tref­fen mit sei­nem US-ame­ri­ka­ni­schen Amts­kol­le­gen Mike Pom­peo am Mon­tag am Ran­de des Tref­fens des Ark­ti­schen Rates in Finn­land stell­te sich Russ­lands Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row den Fra­gen der Pres­se. Dabei frag­te ein CNN-Repor­ter, über wel­che “Druck­mit­tel oder Mög­lich­kei­ten” Russ­land ver­fü­ge, um eine US-Mili­tär­in­ter­ven­ti­on in Vene­zue­la auf­zu­hal­ten. Lachend erwi­der­te der rus­si­sche Chef­di­plo­mat :

Man­che bezeich­nen Ihren Sen­der CNN als ‘Fake News’, und nun stel­len Sie mir eine Fake-Fra­ge. 

Mehr zum The­ma —  “Guai­dó erhielt von Wäh­lern den Vor­zug” – Wie CNN Fake News zu Vene­zue­la ver­brei­tet

Wie­der ernst wer­dend erklär­te Law­row, dass Russ­land kate­go­risch gegen jede mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on ohne Geneh­mi­gung des UN-Sicher­heits­ra­tes ist :

Aus mei­nen Kon­tak­ten mit ame­ri­ka­ni­schen, euro­päi­schen und latein­ame­ri­ka­ni­schen Kol­le­gen schlie­ße ich, dass eine rück­sichts­lo­se mili­tä­ri­sche Lösung kei­ne Anhän­ger hat. Ich hof­fe, dass die­ses Ein­ver­ständ­nis in eine prak­ti­sche Poli­tik umge­setzt wird, so dass es kei­ne mili­tä­ri­sche Lösung gibt, denn das wäre kata­stro­phal.

Auf die Fra­ge, ob auch US-Diplo­ma­ten die­se Sicht­wei­se tei­len, ant­wor­te­te Law­row mit “ja”.

Law­rows scherz­haf­te Anspie­lung auf Donald Trumps Aus­sa­gen über CNN, der den Sen­der wie­der­holt als “Fake News” bezeich­ne­te, dürf­te für CNN nur als wei­te­rer Beweis für die “Russ­land-Affä­re” des US-Prä­si­den­ten her­hal­ten. Seit Jah­ren ver­brei­tet der Sen­der die Behaup­tung, zwi­schen Mos­kau und Trump habe es Geheim­ab­spra­chen gege­ben, damit die­ser die US-Prä­si­dent­schafts­wah­len 2016 gewinnt. Ver­gan­ge­nen Monat hat­te der Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler sei­nen Bericht ver­öf­fent­licht, der den US-Prä­si­den­ten von die­sem Vor­wurf frei­spricht.

Bereits in der Ver­gan­gen­heit hat­te Law­row CNN für sei­ne Russ­land-Bericht­erstat­tung scharf kri­ti­siert. Auf die Fra­ge eines Repor­ters zu einem CNN-Bericht aus dem Jahr 2017, laut dem rus­si­sche Hacker die dama­li­ge Kri­se zwi­schen Katar und den USA aus­ge­löst hät­ten, erwi­der­te der Außen­mi­nis­ter :

Die­se Fern­seh­an­stalt hat wie­der ein­mal einen Schritt unter­nom­men, um ihrer Repu­ta­ti­on als unab­hän­gi­ger und objek­ti­ver Pres­se­ka­nal wei­te­ren Scha­den zuzu­fü­gen. (…) Tat­säch­lich han­delt es sich bei die­sem Kanal um Mas­sen-Des­in­for­ma­ti­on. Die­ser Fern­seh­sen­der war­tet mit Span­nung auf eine trü­be Geschich­te oder einen Skan­dal, um dann auto­ma­tisch – ohne schlüs­si­ge Bewei­se – Russ­land anzu­krei­den. Es ist scha­de, dass CNN den eige­nen Ruf so müh­sam zer­stört.

Mehr zum The­ma — Rus­si­sche Hacker nun auch hin­ter Katar-Kri­se ver­mu­tet : Lesern in deut­schen Foren platzt der Kra­gen

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Berufung abgelehnt : Französisches Gericht will nicht über Rückkehr von IS-Mitgliedern entscheiden


Die Zahl der Fran­zo­sen, die in den Irak und nach Syri­en reis­ten, um sich der Ter­ror­grup­pe IS anzu­schlie­ßen, wird auf 1.700 geschätzt. Rund 300 davon, wird ver­mu­tet, star­ben im Kampf. US-Prä­si­dent Donald Trump hat die EU-Staa­ten auf­ge­for­dert, die IS-Mit­glie­der aus Syri­en und dem Irak zurück­zu­ho­len. Auch die kur­di­schen Kämp­fer warn­ten, dass sie die ehe­ma­li­gen IS-Kämp­fer nicht auf unbe­stimm­te Zeit fest­hal­ten kön­nen. 

In Frank­reich wird über das The­ma gestrit­ten. Eine gene­rel­le Rück­füh­rung nach Frank­reich soll es laut der fran­zö­si­schen Regie­rung nicht geben. Der fran­zö­si­sche Innen­mi­nis­ter Chris­to­phe Cas­ta­ner kün­dig­te aber an, man wol­le jeden Fall ein­zeln prü­fen, beson­ders im Hin­blick auf die Kin­der der IS-Kämp­fer. Im März brach­ten fran­zö­si­sche Behör­den erst­ma­lig fünf Wai­sen­kin­der von getö­te­ten fran­zö­si­schen Dschi­ha­dis­ten aus Lagern im Nord­os­ten Syri­ens nach Frank­reich zurück. 

Ein obers­tes Gericht in Frank­reich lehn­te am Diens­tag die Beru­fun­gen von Fami­li­en ab, deren Ver­wand­te nach Syri­en gereist waren, um sich dort dem IS anzu­schlie­ßen. Die Ver­wand­ten for­der­ten die Rück­kehr­erlaub­nis ihrer Ange­hö­ri­gen. Der fran­zö­si­sche Staats­rat ver­wies dar­auf, dass er als Rechts­be­ra­ter der fran­zö­si­schen Regie­rung und obers­ter Rich­ter in Ver­wal­tungs­sa­chen nicht in die­ser Ange­le­gen­heit ent­schei­den kann. Die­se Ent­schei­dung wur­de nach der Prü­fung von vier Beru­fungs­fäl­len getrof­fen, denn die­se wür­den “Ver­hand­lun­gen mit aus­län­di­schen Behör­den oder eine Inter­ven­ti­on auf frem­den Boden” erfor­dern und über den Auf­ga­ben­be­reich hin­aus­ge­hen. 

In vier Fäl­len han­delt es sich um Frau­en mit fran­zö­si­scher Staats­bür­ger­schaft, die sich mit ihren acht Kin­dern in einem Flücht­lings­la­ger in Syri­en auf­hal­ten. Einer der Onkel ver­such­te, zwei Kin­der im Alter zwi­schen zwei und vier Jah­ren aus einem syri­schen Lager unter kur­di­scher Kon­trol­le zurück nach Frank­reich zu brin­gen. Der Ver­such schei­ter­te. Der Anwalt des Man­nes kri­ti­sier­te die Ent­schei­dung und bezeich­ne­te die­se als “Rechts­ver­wei­ge­rung”. In dem Lager Al-Hol in Syri­en sol­len sich rund 3.000 aus­län­di­sche Kin­der aus 43 Natio­nen auf­hal­ten. Im Jahr 2015 töte­te der IS 130 Men­schen bei einem Anschlag in Paris. 

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