Grüne wollen von der Leyen im EU-Parlament öffentlich zu ihren Plänen und Zielen befragen


Ursu­la von der Ley­en stellt sich am heu­ti­gen Mitt­woch im EU-Par­la­ment erst­mals einer öffent­li­chen Befra­gung zu ihrer Kan­di­da­tur für das Amt der EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin. Die Grü­nen im Euro­pa­par­la­ment haben die CDU-Poli­ti­ke­rin zu einer Anhö­rung ein­ge­la­den, die im Inter­net ab 16.30 Uhr über­tra­gen wird. Zuvor wird von der Ley­en auch bei Sozi­al­de­mo­kra­ten und Libe­ra­len im Euro­pa­par­la­ment um Unter­stüt­zung wer­ben. Sven Gie­gold, Grü­nen-Spre­cher im Euro­päi­schen Par­la­ment, sag­te :

Bevor wir uns als Abge­ord­ne­te zu ihr posi­tio­nie­ren, wol­len wir sie ken­nen­ler­nen und die Öffent­lich­keit dar­an teil­ha­ben las­sen.

Nach dem vor­läu­fi­gen Zeit­plan soll das Euro­pa­par­la­ment am Diens­tag kom­men­der Woche dar­über abstim­men, ob von der Ley­en im Herbst Nach­fol­ge­rin von Jean-Clau­de Juncker an der Spit­ze der EU-Kom­mis­si­on wird. Sie wür­de dann nicht nur Che­fin von über 30.000 Mit­ar­bei­tern, son­dern könn­te auch poli­ti­sche Richt­li­ni­en und Prio­ri­tä­ten für Euro­pa set­zen. Die CDU-Poli­ti­ke­rin führt der­zeit Gesprä­che in Brüs­sel, um eine sta­bi­le Mehr­heit zu ihren Guns­ten zu fin­den.

Bis­her fast nur all­ge­mei­ne Äuße­run­gen – Von der Ley­en will sich zunächst in aktu­el­le The­men ein­ar­bei­ten

Die Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin war vori­ge Woche nach einem Mara­thon­gip­fel von den EU-Staats- und Regie­rungs­chefs nomi­niert wor­den, ab 1. Novem­ber die Nach­fol­ge von Kom­mis­si­ons­chef Jean-Clau­de Juncker anzu­tre­ten. Bis­her hat die 60-Jäh­ri­ge sich nur sehr all­ge­mein zu ihrer künf­ti­gen Auf­ga­be geäu­ßert. Zunächst wol­le sie sich in die aktu­el­len The­men ein­ar­bei­ten und Rat ein­ho­len, heißt es aus ihrem Umfeld.

Sven Gie­gold macht die Zustim­mung der Abge­ord­ne­ten der Grü­nen-Par­tei zu von der Ley­en als Kom­mis­si­ons­chefin von ihrem Pro­gramm abhän­gig. Gegen­über der Pas­sau­er Neu­en Pres­se hob er her­vor :

Es geht uns um zwei Din­ge : Wir wol­len mehr euro­päi­sche Demo­kra­tie und mehr grü­ne Poli­tik.

Er for­der­te eine “Reform des EU-Wahl­rechts, um die Spit­zen­kan­di­da­ten und euro­pa­wei­ten Wahl­lis­ten für die Zukunft fest­zu­schrei­ben”. Die wei­te­ren Kern­for­de­run­gen der Grü­nen sei­en kon­se­quen­ter Kli­ma­schutz, mehr sozia­ler Zusam­men­halt sowie die Ein­hal­tung der Bür­ger- und der Men­schen­rech­te.

Am Diens­tag traf von der Ley­en Abge­ord­ne­te der rechts­na­tio­na­len Frak­ti­on EKR, deren Frak­ti­ons­spit­ze sich anschlie­ßend posi­tiv äußer­te. “Es gibt ein­deu­tig eini­ge Über­ein­stim­mun­gen, aber nicht bei jedem The­ma”, erklär­te der pol­ni­sche Vor­sit­zen­de Rys­zard Legut­ko. Man wer­de nun intern bera­ten, ob die EKR für von der Ley­en stim­men wer­de.

Rechts­na­tio­na­le Frak­ti­on EKR hält von der Ley­en für geeig­net

Von der Ley­en sei sehr kom­pe­tent und geeig­net, hieß es ergän­zend aus Frak­ti­ons­krei­sen der EKR. Die “von Russ­land aus­ge­hen­de Gefahr” bewer­te man ähn­lich wie die Kan­di­da­tin. Unter­schie­de gebe es bei der gewünsch­ten Ent­wick­lung der EU. Die EKR tritt für eine Stär­kung der Natio­nal­staa­ten ein. In der Frak­ti­on sitzt unter ande­ren die pol­ni­sche Regie­rungs­par­tei PiS.

Mit der Frak­ti­ons­spit­ze der Grü­nen hat­te sich von der Ley­en bereits am Mon­tag getrof­fen. Die Par­tei hielt sich danach offen, ob sie für die Kan­di­da­tin stim­men wird. Sie knüpft dies an Bedin­gun­gen. Dabei geht es nicht nur um inhalt­li­che Zusa­gen beim Kli­ma­schutz, son­dern auch um eine stär­ke­re Rol­le des Par­la­ments bei der künf­ti­gen Beset­zung von EU-Spit­zen­pos­ten. Vie­le Abge­ord­ne­te sind ver­är­gert über die Art und Wei­se, wie von der Ley­en als Über­ra­schungs­kan­di­da­tin nomi­niert wur­de.

Von der Ley­en bräuch­te bei der für den 16. Juli ange­setz­ten Wahl die Stim­men von mehr als der Hälf­te der Abge­ord­ne­ten. Nach der­zei­ti­gem Stand wären das 374 Stim­men, die sie für sich ver­bu­chen müss­te. Die klar pro-euro­päi­schen Frak­tio­nen EVP, die Sozia­lis­ten, Libe­ra­le und Grü­ne kom­men zusam­men auf 518 Sit­ze. Bis­her hat sich nur die EVP klar hin­ter von der Ley­en gestellt.

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(dpa/rt deutsch)

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Neue Umfrage sieht Union und Grüne Kopf an Kopf


Eine aktu­el­le INSA-Umfra­ge sieht Uni­on und Grü­ne gleich­auf. Dem­nach lie­gen bei­de Par­tei­en bei 25,5 Pro­zent und kön­nen jeweils einen hal­ben Pro­zent­punkt zule­gen. Auf Rang drei folgt die AfD, die sta­bil bei 13,5 Pro­zent liegt.

Mehr zum The­ma — Nach Nah­les-Rück­tritt : Umfra­gen sehen Gro­Ko im frei­en Fall, Grü­ne im Höhen­flug

Die SPD ver­liert erneut und erreicht mit 12,5 Pro­zent ein neu­es All­zeit­tief. Der Rück­tritt der Par­tei­vor­sit­zen­den Andrea Nah­les hat den Abwärts­trend der Par­tei nicht stop­pen kön­nen. Es fol­gen die Lin­ke mit gleich­blei­ben­den 9 und die FDP, die sich um einen hal­ben Pro­zent­punkt auf 8,5 Pro­zent ver­schlech­tert.

In der INSA-Umfra­ge vor zwei Wochen waren die Grü­nen der Uni­on bereits um zwei­ein­halb Pro­zent­punk­te ent­eilt. Die­ser Trend ist wenigs­tens vor­läu­fig gestoppt. Zusam­men kämen Uni­on und Grü­ne auf eine kla­re Mehr­heit von 51 Pro­zent. Schwarz-Grün wäre die ein­zig mög­li­che Zwei­er­kon­stel­la­ti­on.

Eine GMS-Umfra­ge kommt auf sehr ähn­li­che Ergeb­nis­se und sieht Uni­on und Grü­ne eben­falls gleich­auf bei 26 Pro­zent.

Die stän­di­ge Beschwö­rung einer angeb­li­chen Bedro­hung durch rechts­ex­tre­men Ter­ror durch Poli­tik und Medi­en, die im Vor­feld der Land­tags­wah­len im Osten vor allem auf die AfD zielt, hat in den Umfra­gen noch kei­ne sicht­ba­ren Spu­ren hin­ter­las­sen.

Für die Umfra­ge, die INSA für Bild durch­führ­te, wur­den vom 21. bis zum 24. Juni 2019 ins­ge­samt 2.078 Bür­ger befragt.

Mehr zum The­ma — Umfra­ge sieht AfD in Sach­sen vor CDU — SPD rutscht in Rich­tung Fünf­pro­zent­hür­de

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Bremer Grüne stimmen Verhandlungen mit SPD und Linken zu


Par­al­lel beriet die Bre­mer Links­par­tei dar­über, ob sie sich erst­mals in einem west­deut­schen Bun­des­land an der Regie­rung betei­li­gen soll. Der Lan­des­vor­stand warb dafür. “Unser Ein­druck war : Ja, wir kön­nen etwas bewe­gen”, berich­te­te die Lin­ken-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Kris­ti­na Vogt von den Son­die­rungs­ge­sprä­chen.

Für die SPD soll am Frei­tag der Lan­des­vor­stand über Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ent­schei­den. Mit dem Beginn der Ver­hand­lun­gen wird für kom­men­de Woche gerech­net.

Bei der Wahl am 26. Mai war eigent­lich die CDU nach mehr als sie­ben Jahr­zehn­ten erst­mals stärks­te Kraft gewor­den. Ihr Spit­zen­kan­di­dat Cars­ten Mey­er-Heder hoff­te, ers­ter CDU-Regie­rungs­chef in Bre­men zu wer­den. Die Ent­schei­dung über die Regie­rungs­bil­dung lag bei den erstark­ten Grü­nen. “Die größ­te Über­ein­stim­mung gibt es bei Rot-Grün-Rot”, sag­te die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und Spit­zen­kan­di­da­tin Mai­ke Schae­fer.

Wir wol­len das Herz die­ser Koali­ti­on sein.

Die Öko­par­tei hat­te zunächst auch eine Regie­rungs­bil­dung mit der Uni­on und den Libe­ra­len son­diert. Dann gab sie der Jamai­ka-Koali­ti­on aber einen Korb und ent­schied sich für das Links­bünd­nis. Die Grü­nen stün­den für eine “Koali­ti­on der lin­ken Mit­te”, sag­te Lan­des­chef Her­mann Kuhn.

Dank die­ses Bünd­nis­ses könn­te die SPD um Bür­ger­meis­ter Cars­ten Sie­ling trotz des his­to­risch schlech­ten Ergeb­nis­ses in Bre­men an der Regie­rung blei­ben. Dies gilt auch als Hoff­nungs­schim­mer für die Bun­des-SPD in ihrer Kri­se.

Der mög­li­che Ein­tritt der Links­par­tei in die Regie­rung wur­de je nach Stand­punkt begrüßt oder kri­ti­siert. Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de im Bun­des­tag, Diet­mar Bartsch, wer­te­te den Vor­schlag als posi­ti­ves bun­des­po­li­ti­sches Signal. Dage­gen sag­te die FDP-Gene­ral­se­kre­tä­rin Lin­da Teu­te­berg :

Dass die Grü­nen in Bre­men jetzt ein Bünd­nis mit den abge­wähl­ten Sozi­al­de­mo­kra­ten und den Lin­ken anstre­ben, ist schlecht für Bre­men.

Auch FDP-Frak­ti­ons­chefin Lencke Stei­ner kri­ti­sier­te die Ent­schei­dung der Grü­nen :

Sie ebnet den Weg für Rot-Grün-Rot und hält die deso­la­te SPD an der Macht.

Dass sich hin­ge­gen die CDU ent­täuscht zeigt, die als stärks­te Kraft nach den Wah­len in Bre­men her­aus­ge­kom­men ist, ist ver­ständ­lich. Auf Face­book ließ Spit­zen­kan­di­dat Mey­er-Heder sei­nem Frust frei­en Lauf :

https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FCarstenMeyerHeder%2Fposts%2F425784661351454&width=500

Die neu gewähl­te Bre­mi­sche Bür­ger­schaft soll zum ers­ten Mal am 3. Juli zusam­men­tre­ten.

Mehr zum The­ma — Land­tags­wahl in Bre­men : His­to­ri­sche Schlap­pe für SPD — CDU knapp vorn

(rt deutsch/dpa)

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Vorläufige Bilanz der EU-Wahl : Einstige Volksparteien verlieren massiv — Grüne als großer Gewinner


Schlap­pe für die Volks­par­tei­en, Erfolg für die Rech­te, aber auch star­ke Ergeb­nis­se für Libe­ra­le und Grü­ne : Nach der EU-Wahl vom Sonn­tag wird das Poli­tik­ma­chen in Euro­pa schwie­ri­ger. Nach schwe­ren Ver­lus­ten kom­men Christ- und Sozi­al­de­mo­kra­ten zusam­men erst­mals seit Jahr­zehn­ten nicht mehr auf eine Mehr­heit im Euro­pa­par­la­ment und müs­sen sich Part­ner suchen. Auch wenn rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei­en zuleg­ten, blieb ein Rechts­ruck aus – auch wegen einer erst­mals wie­der gestie­ge­nen Wahl­be­tei­li­gung. Sie lag bei um die 50 Pro­zent.

Vorläufige Bilanz der EU-Wahl: Einstige Volksparteien verlieren massiv - Grüne als großer Gewinner

Unter den 751 Abge­ord­ne­ten des künf­ti­gen Euro­pa­par­la­ments wird die christ­de­mo­kra­ti­sche Euro­päi­sche Volks­par­tei nach einer ers­ten Pro­gno­se des Euro­pa­par­la­ments auf 173 Sit­ze kom­men, 43 weni­ger als bis­her. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten erhal­ten dem­nach 147 Man­da­te (minus 38). Die Libe­ra­len lie­gen bei 102 Man­da­ten, wenn die Sit­ze für die Par­tei des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron mit­ge­zählt wer­den (plus 33). Dahin­ter kom­men die Grü­nen mit 71 Sit­zen (plus 19). Die Lin­ke ver­liert fünf Sit­ze und kommt auf 42.

Die bis­her drei rechts­po­pu­lis­ti­schen und natio­na­lis­ti­schen Frak­tio­nen kom­men zusam­men auf 171 Sit­ze, 16 mehr als bis­her. Es wird aller­dings erwar­tet, dass Frak­tio­nen sich neu sor­tie­ren. So könn­te sich die rechts­na­tio­na­le unga­ri­sche Fidesz-Par­tei von Minis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orban, die laut Pro­gno­sen stark hin­zu gewann, von der EVP los­sa­gen und sich der neu­en Rechts­al­li­anz des ita­lie­ni­schen Lega-Chefs Matteo Sal­vi­ni anschlie­ßen. Laut Pro­gno­sen lag Fidesz bei 42 Pro­zent und damit um 14 Pro­zent­punk­te über dem Ergeb­nis von 2014.

Eini­ge Rechts­par­tei­en schnit­ten schwä­cher ab als erwar­tet, dar­un­ter auch die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land. Sie kam auf rund 10,5 Pro­zent und lag damit über den 7,1 Pro­zent des Jah­res 2014 — aber unter dem Ergeb­nis der Bun­des­tags­wahl 2017. Auch in Finn­land und Däne­mark blie­ben die Par­tei­en hin­ter den Erwar­tun­gen. In Öste­reich ver­lor die FPÖ nach dem Video­skan­dal laut Pro­gno­sen etwa 2,2 Pro­zent­punk­te und kam auf 17,5 Pro­zent.

In Frank­reich schlug die Rechts­po­pu­lis­tin Mari­ne Le Pen mit ihrer Par­tei Ras­sem­ble­ment Natio­nal laut Pro­gno­sen die Par­tei LREM von Prä­si­dent Emma­nu­el Macron. Aber sie kam mit 24,2 Pro­zent nicht über ihr Ergeb­nis von 2014 hin­aus. Damals erhielt ihre Par­tei 24,9 Pro­zent.

Die größ­ten Zuge­win­ne für das rech­te Lager durf­te Sal­vi­ni in Ita­li­en sowie die Bre­x­it-Par­tei in Groß­bri­tan­ni­en erwar­ten. Der Lega wur­den in Umfra­gen mehr als 30 Pro­zent Stimm­an­teil zuge­traut, nach nur 6,2 bei der EU-Wahl 2014.

Die Schlap­pe der Volks­par­tei­en in Euro­pa spie­gelt sich auch in den Ergeb­nis­sen aus dem bevöl­ke­rungs­stärks­ten EU-Mit­glieds­land Deutsch­land, wo CDU/CSU und SPD his­to­risch schlecht abschnit­ten. Hier kamen CDU/CSU in Pro­gno­sen von ARD und ZDF nur noch auf 27,7 bis 27,9 Pro­zent, nach 35,3 Pro­zent vor fünf Jah­ren. Die SPD stürz­te laut Pro­gno­sen von 27,3 auf nur noch 15,6 Pro­zent.

Die FDP blieb laut Pro­gno­se mit 5,5 Pro­zent nur wenig über ihrem Ergeb­nis von 3,4 Pro­zent 2014. Die Grü­nen schnit­ten laut Pro­gno­sen in Deutsch­land mit 20,8 bis 21,8 Pro­zent sen­sa­tio­nell stark ab und wur­den erst­mals bun­des­weit zweit­stärks­te Kraft. Auf Deutsch­land, wo es knapp 65 Mil­lio­nen Wahl­be­rech­tig­te gibt, ent­fal­len 96 Sit­ze im EU-Par­la­ment.

Euro­pa­weit müs­sen sich Christ- und Sozi­al­de­mo­kra­ten nun Bünd­nis­part­ner suchen, um eine trag­fä­hi­ge Mehr­heit für Geset­zes­vor­ha­ben und vor allem für die Wahl des EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten zu zim­mern. Anspruch auf den Pos­ten erhe­ben EVP-Spit­zen­kan­di­dat Man­fred Weber und der nie­der­län­di­sche Sozi­al­de­mo­krat Frans Tim­mermans.

Die Lin­ken-Frak­ti­ons­chefin Gabi Zim­mer bot am Sonn­tag­abend eine Zusam­men­ar­beit an. Es müs­se das gemein­sa­me Ziel sein, eine brei­te Alli­anz gegen Natio­na­lis­ten und Rechts­ex­tre­me zu bil­den. Die Grü­nen-Spit­zen­kan­di­da­tin Fran­zis­ka Maria Kel­ler sag­te, es gehe bei mög­li­chen Bünd­nis­sen nur um Inhal­te. Das Wahl­er­geb­nis sei ein Man­dat für Wan­del in der Euro­päi­schen Uni­on.

(dpa/rt deutsch)

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Umfrageergebnis : Grüne haben ähnlich großes Wählerpotenzial wie Union


Das Wäh­ler­po­ten­zi­al der Grü­nen ist laut einer Umfra­ge aktu­ell annä­hernd so groß wie das der Uni­on. 38 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten in Deutsch­land kön­nen sich laut dem am Mon­tag ver­öf­fent­lich­ten Trend­ba­ro­me­ter von RTL und N-TV der­zeit vor­stel­len, die Öko­par­tei zu wäh­len. Die Uni­on kommt auf 39 Pro­zent. Die Umfra­ge wur­de von For­sa zwi­schen dem 25. und 29. März durch­ge­führt. Ins­ge­samt 2.504 Befrag­te nah­men dar­an teil.

Die Zahl derer, die die Par­tei­en der­zeit tat­säch­lich wäh­len wür­den, ist aller­dings klei­ner : Sie liegt bei den Grü­nen laut der For­sa-Umfra­ge bei 20 Pro­zent, bei der Uni­on bei 28. Die SPD liegt bei die­ser soge­nann­ten Sonn­tags­fra­ge bei 16 Pro­zent, die FDP bei 10, die Lin­ke bei 8 und die AfD bei 12 Pro­zent. 6 Pro­zent wür­den sich für eine der sons­ti­gen Par­tei­en ent­schei­den.

Die Grü­nen haben den Anga­ben zufol­ge die meis­ten poten­zi­el­len Wäh­ler im Wes­ten (41 Pro­zent), bei den Frau­en (41 Pro­zent), bei den 18- bis 29-Jäh­ri­gen (44 Pro­zent) und ent­spre­chend bei den Schü­lern und Stu­den­ten (44 Pro­zent) sowie bei den gebil­de­te­ren Wahl­be­rech­tig­ten mit Abitur bezie­hungs­wei­se Stu­di­um (46 Pro­zent).

Die Grü­nen schlie­ßen sich dem Trend “Fri­days for Future” an, der von der Kli­ma­ak­ti­vis­tin Gre­ta Thun­berg ange­sto­ßen wur­de. Jeden Frei­tag strei­ken Schü­ler und pro­tes­tie­ren gegen die aktu­el­le Kli­ma­po­li­tik, statt die Schul­bank zu drü­cken. 

Ver­gleichs­wei­se gerin­gen Zuspruch haben die Grü­nen in Ost­deutsch­land (27 Pro­zent), bei den Män­nern (37 Pro­zent), bei den Arbei­tern (30 Pro­zent) und bei Wahl­be­rech­tig­ten mit Haupt­schul­ab­schluss (28 Pro­zent). Ein Drit­tel der Grü­nen-Anhän­ger lebt der Stu­die zufol­ge in Groß­städ­ten. Das durch­schnitt­li­che Haus­halts­net­to­ein­kom­men liegt mit über 3.200 Euro deut­lich über dem Durch­schnitt aller Wahl­be­rech­tig­ten.

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Grüne fordern Eurozonen-Budget von 110 Milliarden Euro


Die Grü­nen for­dern in einem Antrag, der am Don­ners­tag im Bun­des­tag bera­ten wer­den soll, einen Euro­zo­nen-Haus­halt in Höhe von 110 Mil­li­ar­den Euro. Das berich­tet der Tages­spie­gel. Die Zei­tung zitiert aus dem Antrag eine Pas­sa­ge, in der die Grü­nen die Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung zu den euro­pa­po­li­ti­schen Plä­nen des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron scharf kri­ti­sie­ren :

Das Zau­dern und Zögern der deut­schen Bun­des­re­gie­rung hat viel des Reform­wil­lens des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron ins Lee­re lau­fen las­sen.

Die Par­tei for­dert einen gemein­sa­men Haus­halt der Euro­zo­ne in einem Umfang von min­des­tens einem Pro­zent des gemein­sa­men Brut­to­in­lands­pro­dukts. Dies wür­de der­zeit einem Betrag von 110 Mil­li­ar­den Euro ent­spre­chen. Aus die­sem Bud­get sol­len nach den Vor­stel­lun­gen der Grü­nen Inves­ti­tio­nen in euro­päi­sche Gemein­gü­ter erfol­gen – dar­un­ter fal­len für die Par­tei etwa der Kli­ma­schutz und der Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gi­en.

Der Euro­zo­nen-Haus­halt sol­le über eige­ne Ein­nah­men gespeist wer­den, etwa durch eine gemein­sa­me Unter­neh­mens­steu­er, nicht durch Trans­fers der Euro-Staa­ten.

Macron hat­te bereits in sei­ner Rede an der Sor­bon­ne im Sep­tem­ber 2017 ein eige­nes Euro­zo­nen-Bud­get gefor­dert, sich aber damit nicht durch­set­zen kön­nen. Zwar einig­ten sich Frank­reich und Deutsch­land im Febru­ar auf einen Vor­schlag für einen der­ar­ti­gen Haus­halt, aller­dings wird sich die­ser im Rah­men des EU-Haus­halts befin­den und deut­lich klei­ner aus­fal­len, als es Macron ursprüng­lich vor­schweb­te.

Mehr zum The­ma — Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Göring-Eckardt : Nord Stream 2 ist eine Pro­vo­ka­ti­on

Der Antrag der Grü­nen wird im Bun­des­tag chan­cen­los blei­ben. Die neue CDU-Vor­sit­zen­de Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er hat­te in ihrer Ant­wort auf Macrons EU-Vor­schlä­ge in der Welt am Sonn­tag über­ra­schend deut­lich die Rol­le der Natio­nal­staa­ten betont und damit auch in der Euro­pa­po­li­tik eine Neu­aus­rich­tung ihrer Par­tei ange­deu­tet.

RT Deutsch


Trittbrett-Imperialismus — Grüne und Atomkonzern gegen Gazprom


Reden wir übers Geschäft : Über der Ost­see­pipe­line Nord Stream 2 bal­len sich schwe­re ideo­lo­gi­sche Wol­ken. Rund um den rus­si­schen Staats­kon­zern “Gaz­prom” und sei­ne Mit-Inves­to­ren, die BASF Toch­ter Win­ters­hall und deren Part­ner hofft man einen guten Schnitt zu machen.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Roden für die Energiewende — Grüne stellen in Hessen Windräder in Naturpark


Der Natur­park Rein­hards­wald in Nord­hes­sen ist mit 20.000 Hekt­ar das größ­te Wald­ge­biet Hes­sens und gleich­zei­tig eine der größ­ten Wald­flä­chen Deutsch­lands. Hier sam­mel­ten die Brü­der Grimm die Vor­la­gen für Mär­chen wie Rapun­zel oder Dorn­rös­chen. Aus­ge­rech­net in die­sem alten Wald­be­stand hat die schwarz-grü­ne Lan­des­re­gie­rung eine Vor­rang-Flä­che von 20 Qua­drat­ki­lo­me­ter für Wind­an­la­gen aus­ge­wie­sen. Auf sie­ben Par­zel­len sol­len jeweils bis zu 20 Wind­kraft­an­la­gen mit einer Höhe von 150 bis 250 Metern auf­ge­stellt wer­den.

Wald weg für die Ener­gie­wen­de

Feder­füh­rend für die Geneh­mi­gung waren der amtie­ren­de Regie­rungs­prä­si­dent des Regie­rungs­be­zirks Kas­sel, Dr. Wal­ter Lüb­cke (CDU), und die Umwelt­mi­nis­te­rin des Lan­des Hes­sen, Pris­ka Hinz (Bündnis90/Die Grü­nen). Sie behaup­tet :

Wind­ener­gie ist sehr wich­tig für den Kli­ma­schutz, weil wir die Ener­gie­wen­de schaf­fen müs­sen.

Und ich sage Ihnen mal : wir wer­den die Wäl­der nicht erhal­ten, wenn wir nicht auf Erneu­er­ba­re und damit auf Kli­ma­schutz set­zen. Wir wer­den näm­lich sonst die Wäl­der in 30 Jah­ren so nicht mehr haben, wie wir sie ken­nen, und in 50 und 100 Jah­ren erst recht nicht mehr.”

Grund für die­se Maß­nah­men ist das ergei­zi­ge Ziel im Koali­ti­ons­ver­trag, 2 Pro­zent der Lan­des­flä­che als Vor­rangs­flä­che aus­zu­wei­sen. Beson­ders inter­es­sant sind wind­rei­che Höhen­la­gen. Lüb­cke sprach von einer wah­ren “Gold­grä­ber­stim­mung”. Er muss es wis­sen, denn Lüb­cke war vor sei­nem Amts­an­tritt Geschäfts­füh­rer der Wind­kraft Brün­der­sen-Istha GmbH & Co. KG, einem Wind­kraft­be­trei­ber aus Wolf­ha­gen in der Nähe von Kas­sel. Lüb­cke bestrei­tet selbst­ver­ständ­lich die Vor­wür­fe einer zu gro­ßen Nähe zur Wind­kraft­in­dus­trie.

Mehr zum The­ma — Stu­die : Natur wird 5 Mio. Jah­re brau­chen, um vom Men­schen ver­ur­sach­te Mas­sen­aus­ster­ben aus­zu­glei­chen

Abge­seg­net wur­den die Plä­ne bereits 2017 im Regie­rungs­prä­si­di­um in Kas­sel. Da sprach der Ener­gie- und Wirt­schafts­mi­nis­ter, Tarek Al-Wazir, der als Spit­zen­kan­di­dat der Grü­nen in die Land­tags­wahl geht, noch von einem Erfolg. Mitt­ler­wei­le haben aber zahl­rei­che Kom­mu­nen Nord­hes­sens eine Nor­men­kon­troll­kla­ge gegen die­sen Beschluß ein­ge­reicht.

René Rock von der FDP kri­ti­sier­te, Tarek Al-Wazir habe schwe­re “hand­werk­li­che” Män­gel began­gen :

Vor allem der CDU ging es dar­um, das The­ma Wind­kraft noch vor der Bun­des­tag­wahl vom Tisch zu haben, weil die Par­tei­ba­sis in Regio­nen wie Ful­da offen gegen die eige­ne Lan­des­re­gie­rung rebel­liert. 

Ener­gie­wen­de am End­punkt ange­langt

Gabrie­le Nie­haus-Uebel von der Bür­ger­initia­ti­ve Ober­we­ser-Bram­wald sag­te in der Welt : “Es ist das ver­krampf­te Erzwin­gen­wol­len der Wind­kraft in Hes­sen, kom­me, was wol­le. Da spielt Natur­schutz kei­ne Rol­le mehr. Und das von einer grü­nen Umwelt­mi­nis­te­rin. Das ist schon erstaun­lich.”

Die Ener­gie­wen­de scheint sich auch bun­des­weit zum Pro­blem­kind zu ent­wi­ckeln. Der Bun­des­rech­nungs­hof kri­ti­siert in sei­nem letz­ten Bericht, dass das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um die Ener­gie­wen­de man­gel­haft steu­ert. Die finan­zi­el­len Belas­tun­gen der Wirt­schaft sowie der öffent­li­chen und pri­va­ten Haus­hal­te, die aus dem Mehr­auf­wand für erneu­er­ba­re Ener­gi­en resul­tie­ren, sind enorm. Der Bun­des­rech­nungs­hof geht für das Jahr 2017 von min­des­tens 34 Mil­li­ar­den Euro aus.

Trotz­dem wird Deutsch­land fast alle Zie­le der Ener­gie­wen­de bis zum Jahr 2020 ver­feh­len.

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Grüne fordern umfassende und schnelle Diesel-Nachrüstungen


Davon pro­fi­tie­ren nur die­je­ni­gen, die sich ein neu­es Auto leis­ten kön­nen. Jede nor­ma­le Fami­lie bleibt auf ihrem alten umwelt­schäd­li­chen Die­sel-Pkw sit­zen”, mein­te Anna­le­na Baer­bock. Die Poli­ti­ke­rin for­der­te, in dem Koali­ti­ons­aus­schuss von Uni­on und SPD an die­sem Mon­tag müss­ten end­lich Ergeb­nis­se vor­ge­legt wer­den, die für sau­be­re Luft in den Städ­ten sorg­ten und auch umge­setzt wür­den. Grund­le­gend nötig sei eine “ech­te Ver­kehrs­wen­de hin zu bes­se­ren Ange­bo­ten im Per­so­nen­nah­ver­kehr und einer bes­se­ren Infra­struk­tur für Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger”. (dpa)

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