US-Senatoren zu Afghanistan : “Wir haben gewonnen und packen unsere Koffer”


von Zlat­ko Per­ci­nic

Wir haben gewon­nen und packen unse­re Kof­fer”, so könn­te man die neue Geset­zes­vor­la­ge zum Rück­zug der US-Trup­pen aus Afgha­ni­stan umschrei­ben. Die Initi­an­ten, die Sena­to­ren Rand Paul (Repu­bli­ka­ner aus Ken­tu­cky) und Tom Udall (Demo­krat aus New Mexi­co), spre­chen dabei durch­aus ein gewal­ti­ges Pro­blem an : Wann ist die Zeit für einen Abzug von Sol­da­ten aus einem Kriegs­ge­biet gekom­men ?

Sena­tor Udall bringt es mit sei­ner Erklä­rung auf den Punkt :

Bald wer­den US-Ange­hö­ri­ge der Streit­kräf­te in Afgha­ni­stan sta­tio­niert, um in einem Krieg zu kämp­fen, der noch vor ihrer Geburt anfing. Wäh­rend wir die­sem Wen­de­punkt ent­ge­gen­bli­cken, ist es end­lich an der Zeit, unse­re Her­an­ge­hens­wei­se zum längs­ten Krieg in der Geschich­te unse­res Lan­des zu ändern.

Das ist ein wich­ti­ger Aspekt, gera­de für eine Frei­wil­li­gen­mi­liz wie die der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka. Wenn nicht klar ist, wofür man über­haupt in den Krieg zieht und sein Leben ris­kiert, wird es schwie­rig, über­haupt genü­gend qua­li­fi­zier­te Frei­wil­li­ge zu fin­den. Das ein­schnei­den­de Ereig­nis, die Anschlä­ge des 11. Sep­tem­ber 2001, ist für die heu­te acht­zehn­jäh­ri­gen Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten ein his­to­ri­sches Ereig­nis aus den Geschichts­bü­chern, zu dem sie kei­ne emo­tio­na­le Erin­ne­rung oder Bin­dung haben.

Den offi­zi­el­len recht­li­chen Rah­men für den US-Ein­marsch nach Afgha­ni­stan bot das am 18. Sep­tem­ber 2001 ver­ab­schie­de­te Gesetz (Public Law 107 – 40 oder auch schlicht AUMF-Gesetz genannt), wonach “der Prä­si­dent auto­ri­siert ist, sämt­li­che not­wen­di­ge und geeig­ne­te Gewalt gegen jene Natio­nen, Orga­ni­sa­tio­nen oder Per­so­nen anzu­wen­den, die er (der Präsident/Anm.) für die geplan­ten, auto­ri­sier­ten, began­ge­nen oder unter­stüt­zen Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001 bestimmt.” Das ist eine ziem­lich brei­te Macht­be­fug­nis, die der Kon­gress dem US-Prä­si­den­ten 2001 erteilt und seit­dem nie wie­der ent­zo­gen hat. 

Nun wol­len aber Rand Paul und Tom Udall genau die­se Macht­be­fug­nis been­den, nach­dem sie zuvor den Abzug der US-Trup­pen aus Afgha­ni­stan erwirkt haben. Laut dem Geset­zes­ent­wurf “Ame­ri­can Forces Going Home After Noble Ser­vice Act”, oder schlicht “The AFGHAN Ser­vice Act 2019”, soll spä­tes­tens 45 Tage nach­dem die­ser Ent­wurf vom Kon­gress ange­nom­men und von Prä­si­dent Donald Trump unter­zeich­net wur­de, ein Plan für einen “ordent­li­chen Trup­pen­ab­zug” vor­ge­stellt wer­den. Und spä­tes­tens ein Jahr nach der Annah­me des neu­en Geset­zes sol­len alle Trup­pen aus dem zen­tral­asia­ti­schen Land abge­zo­gen sein.

Seit der Inva­si­on Afgha­ni­stans durch die USA am 7. Okto­ber 2001, nur 26 Tage nach den Anschlä­gen von New York City, waren “mehr als 3.002.635 Män­ner und Frau­en der Streit­kräf­te der Ver­ei­nig­ten Staa­ten” am US-geführ­ten “Glo­ba­len Krieg gegen den Ter­ror” betei­ligt. Über eine Mil­li­on Sol­da­tin­nen und Sol­den haben mehr als einen Ein­satz im Kriegs­ge­biet hin­ter sich. Des­halb möch­ten Paul und Udall einen “Bonus” von 2.500 US-Dol­lar für alle “Ame­ri­ka­ner, die in einer Zeit des Krie­ges ihrem Land ehren­haft und mit Aus­zeich­nung frei­wil­lig gedient haben”, errei­chen.

Die­ser Bonus wür­de ein­ma­li­ge Kos­ten von etwa sie­ben Mil­li­ar­den US-Dol­lar erzeu­gen, schreibt der Sena­tor aus Ken­tu­cky. Das wäre aber immer noch eine Erspar­nis von “über 83 Pro­zent gegen­über den gegen­wär­ti­gen jähr­li­chen Kos­ten”, die Washing­ton für den Krieg aus­gibt. “Die­se 51 Mil­li­ar­den US-Dol­lar kön­nen für inlän­di­sche Prio­ri­tä­ten umge­lei­tet wer­den”, heißt es wei­ter.

Nor­ma­ler­wei­se ent­schei­det die Kapi­tu­la­ti­on einer Sei­te über die Fra­ge von Sieg oder Nie­der­la­ge. Wie been­det man aber einen Krieg ohne eine sol­che Kapi­tu­la­ti­on ? In Afgha­ni­stan sind die Tali­ban so stark wie nie zuvor und den­ken nicht im Traum dar­an, sich den west­li­chen Besat­zungs­trup­pen geschla­gen zu geben. Doch ohne einen wie auch immer for­mu­lier­ten Sieg wer­den die USA die demü­ti­gen­de Schmach einer Nie­der­la­ge eben­so wenig anneh­men. Eine Nie­der­la­ge, die Washing­ton in den ver­gan­ge­nen 17 Jah­ren über zwei Bil­lio­nen US-Dol­lar und allein in Afgha­ni­stan mehr als 2.300 Todes­op­fer und über 20.000 Ver­letz­te gekos­tet hat, wie Rand Paul fest­hält.

Um trotz­dem einen Sieg dekla­rie­ren zu kön­nen, auch wenn er nur sym­bo­li­scher Natur ist, wird er im “The AFGHAN Ser­vice Act” ein­fach gesetz­lich fest­ge­hal­ten. Dem­nach haben die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka die eigent­li­che Auf­ga­be, die mit dem AUMF-Gesetz vom 18. Sep­tem­ber 2001 for­mu­liert wur­de, schon lan­ge erfüllt und somit auch einen Sieg davon­ge­tra­gen : Die USA haben Osa­ma bin Laden 2011 in Paki­stan getö­tet und “im Novem­ber 2009 gab es weni­ger als 100 Al-Kai­da Mit­glie­der in Afgha­ni­stan”. Außer­dem hat­te das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um im Juni 2018 selbst behaup­tet, dass sich “die Gefahr von Al-Kai­da für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten und ihre Alli­ier­ten und Part­ner ver­rin­gert hat und die weni­gen ver­blie­be­nen Al-Kai­da-Kern­mit­glie­der auf ihr eige­nes Über­le­ben fokus­siert sind”.

Dem wider­spricht der Bericht des US-Geheim­dienst­di­rek­tors Dani­el Coats vom 29. Janu­ar 2019, der davon spricht, dass die Al-Kai­da-Füh­rung die “glo­ba­le Kom­man­do­struk­tur stärkt und wei­ter­hin zu Angrif­fen auf den Wes­ten auf­ruft”. Selbst die Tali­ban haben in einem Inter­view mit NBC News gesagt, dass zwi­schen 2.000 und 3.000 “nicht-afgha­ni­sche Kämp­fer” in ihren Rei­hen ope­rie­ren. Ob und wie­viel davon tat­säch­lich Al-Kai­da-Mit­glie­der sind, ist nicht klar. Die Ver­ein­ten Natio­nen gehen hin­ge­gen von 4.000 IS-Kämp­fern aus, die in Afgha­ni­stan eini­ge Bezir­ke unter ihre Kon­trol­le gebracht haben.

Ob sich die­ser Geset­zes­ent­wurf der bei­den Sena­to­ren im Kon­gress durch­set­zen kann, ist frag­lich. Es gibt gera­de von Sei­ten der Mili­tärs kein Inter­es­se an einem Rück­zug aus Afgha­ni­stan, solan­ge man nicht zumin­dest eine Art Frie­dens­ab­kom­men mit den Tali­ban geschlos­sen hat und die US-ame­ri­ka­ni­sche Inves­ti­ti­on von Blut und Geld wenigs­tens die­ses Erbe hin­ter­las­sen kann. Die­se Sicht­wei­se fin­det durch­aus auch eine brei­te Unter­stüt­zung im Kon­gress, wo man sich genau­so wie die Mili­tärs um das Anse­hen der USA sorgt.

Aus die­sem Grund konn­te sich bereits Barack Oba­ma 2014 nicht mit sei­nen Plä­nen für einen Rück­zug durch­set­zen, und gab statt­des­sen dem Drän­gen sei­ner Mili­tärs nach. Nimmt man Syri­en als Bei­spiel, dann geht auch Donald Trump den­sel­ben Weg wie sein Vor­gän­ger Oba­ma, da er es auch nicht schafft, sich gegen die Kriegs­fal­ken sei­ner Regie­rung durch­zu­set­zen. Vor allem aber dürf­te die in der Geset­zes­vor­la­ge von Paul und Udall ent­hal­te­ne Been­di­gung des All­zweck­mit­tels (das AUMF-Gesetz) für die US-Krie­ge seit 2001 die größ­te Hür­de dar­stel­len, um eine Mehr­heit für ihren Ent­wurf zusam­men­zu­be­kom­men. 

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Top­di­plo­mat : “Wenn USA Frie­den in Afgha­ni­stan wol­len, müs­sen sie abzie­hen” 

RT Deutsch


Zum Jahrestag ein neues ‘Highly likely’: Moskau soll Hacker auf britisches Institut angesetzt haben


In einem Exklu­siv­be­richt bei Sky News heißt es, dass die bri­ti­sche Natio­nal Crime Agen­cy (NCA) einen Cyber­an­griff auf “das wenig bekann­te Insti­tu­te for Sta­te­craft” unter­su­che und dass Quel­len, wel­che ledig­lich als “White­hall” bezeich­net wer­den, der Mei­nung sind, dass “höchst­wahr­schein­lich” der rus­si­sche Geheim­dienst dahin­ter steckt.

High­ly likely” ist eine in West­mins­ter viel genutz­te Phra­se, die wohl eine Art Über­zeu­gung ver­mit­teln soll, die tat­säch­li­che Bewei­se dafür qua­si ersetzt. In Mode kam sie vor rund einem Jahr, als die bri­ti­sche Regie­rung die Schuld Mos­kaus für die ver­wor­re­ne Skri­pal-Ver­gif­tungs-Geschich­te als “sehr wahr­schein­lich” beschrieb.

Mehr zum The­ma — Gele­ak­te Doku­men­te : Ver­bin­dung zwi­schen bri­ti­schem Pro­pa­gan­da-Netz­werk und Skri­pal-Affä­re

Am 4. März 2018, bereits eine Woche nach dem Ver­gif­tungs-Vor­fall, noch bevor Unter­su­chun­gen zum Fall Skri­pal warm­ge­lau­fen waren, behaup­te­te die bri­ti­sche Regie­rungs­chefin The­re­sa May unter Beru­fung auf bri­ti­sche Sicher­heits­quel­len, es las­se sich bereits schluss­fol­gern, dass die rus­si­sche Regie­rung hin­ter den Ereig­nis­sen in Salis­bu­ry ste­cke.

Alter­na­tiv zu der über­zeu­gen­den Phra­se “high­ly likely” (also “sehr wahr­schein­lich” oder “höchst­wahr­schein­lich”) nutz­te die Pre­mier­mi­nis­te­rin etwas spä­ter die For­mu­lie­rung “almost cer­tain­ly”, also “nahe­zu sicher”, als sie, bei­spiels­wei­se von bri­ti­schen Par­la­men­ta­ri­ern, nach Details für ihre Über­zeu­gung gefragt wur­de – denn die­se konn­te sie nicht benen­nen.

Ange­bo­te Mos­kaus, in den Unter­su­chun­gen zu koope­rie­ren, oder Anfra­gen nach den Fin­ger­ab­drü­cken der von Lon­don ange­schwärz­ten Ver­däch­ti­gen wur­den aus­ge­schla­gen. Es folg­te ein Krieg der Wor­te, Sank­tio­nen und diplo­ma­ti­sche Abschie­bun­gen. Die Bezie­hun­gen zwi­schen Lon­don und Mos­kau san­ken auf das nied­rigs­te Niveau seit dem Kal­ten Krieg oder gar dar­un­ter.

Auch hat­ten eini­ge phan­ta­sie­vol­le Hypo­the­sen über die Vor­fäl­le in Salis­bu­ry ihre eige­nen Kon­junk­tur­pha­sen, zumeist in Umlauf gebracht von NATO-ver­bun­de­nen “Open-Source-Detek­ti­ven” wie Bel­ling­cat. Bestand und vor allem Sub­stanz hat­te jedoch kei­ne davon.

Mitt­ler­wei­le zeigt sich eine neue Kon­junk­tur­pha­se der nütz­li­chen Phra­se “high­ly likely” – und zwar erneut in Bezug auf den bereits zuvor invol­vier­ten “Schur­ken”, den rus­si­schen Mili­tär-Nach­rich­ten­dienst GRU. Am Mitt­woch ver­mel­de­te Sky News, es sei “high­ly likely”, dass der GRU ein bri­ti­sches Insti­tut gehackt habe, wel­ches sich mit der Bekämp­fung rus­si­scher Fake-News befasst.

Die Geschich­te geht unge­fähr so :

Der rus­si­sche Mili­tär­ge­heim­dienst habe Doku­men­te des bri­ti­schen Insti­tu­te for Sta­te­craft (IfS) gehackt, nach­dem er von die­sem im Zusam­men­hang mit der Ver­gif­tung von Salis­bu­ry beschul­digt wur­de. Der Vor­fall sei wei­ter­hin “bedeut­sam”, weil damit der rus­si­sche Staat zum ers­ten Mal eine der­ar­ti­ge Akti­on von Hack-und-Leak, also dem Ein­drin­gen in ein Sys­tem und Ver­öf­fent­li­chen von Doku­men­ten, in Groß­bri­tan­ni­en durch­ge­führt habe. Das mei­nen Quel­len, wel­che Sky News nicht wei­ter benennt. Jedoch beschreibt man im glei­chen Arti­kel, dass der GRU ver­däch­tigt wird, ähn­li­che Aktio­nen gegen das Demo­cra­tic Natio­nal Com­mit­tee und die Welt­do­ping­agen­tur durch­ge­führt zu haben. Auch dafür gibt es bis­her kei­ne Bewei­se, für die­sen Arti­kel aber stel­len die­se Vor­wür­fe die GRU ins pas­sen­de Licht.

Eine nament­li­che genann­te Quel­le für die neu­en Anschul­di­gun­gen mit dem Eti­kett “high­ly likely” ist Chris Don­nel­ly – laut Sky News ein ehe­ma­li­ger Zivil­be­am­ter des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, laut Wiki­pe­dia “ein lan­ge Zeit in der NATO wir­ken­der bri­ti­scher Mili­tär­wis­sen­schaft­ler und Reser­ve­of­fi­zier”, der unter ande­rem zwi­schen 1989 und 2003 als Son­der­be­ra­ter für mit­tel- und ost­eu­ro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten von vier NATO-Gene­ral­se­kre­tä­ren sowie als Bera­ter des Außen­mi­nis­te­ri­ums von Litau­en tätig war.

Chris Don­nel­ly hat das Insti­tu­te for Sta­te­craft mit gegrün­det, des­sen Bestehen und Aus­rich­tung nicht nur für RT-Leser, son­dern auch für die brei­te Öffent­lich­keit und vor allem bri­ti­sche Steu­er­zah­ler von Inter­es­se sein dürf­ten.

Am 5. Novem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ver­öf­fent­lich­te Anony­mous eine Rei­he von Doku­men­ten, die die soge­nann­te bri­ti­sche “Inte­gri­ty Initia­ti­ve” beleuch­te­ten, wel­che im Jahr 2015 vom “Insti­tu­te for Sta­te­craft” gegrün­det wur­de.

Mehr zum The­ma — Anony­mous deckt mas­si­ve anti­rus­si­sche Psyop auf – gesteu­ert von Lon­don, Washing­ton und NATO

Wäh­rend Anony­mous seit Jah­ren als “hack­ti­vis­ti­sches” Kol­lek­tiv bekannt ist, das für die Öffent­lich­keit rele­van­te Ent­hül­lun­gen ver­öf­fent­licht oder durch Cyber-Angrif­fe auf Regie­run­gen, Regie­rungs­in­sti­tu­tio­nen und Regie­rungs­be­hör­den, Unter­neh­men und die Sci­en­to­lo­gy Kir­che von sich Reden mach­te, schreibt Donel­ly die Bloß­stel­lung des von ihm gegrün­de­ten Insti­tuts nun dem rus­si­schen Staat zu, genau­er dem rus­si­schen Mili­tär­ge­heim­dienst.

Die Ver­bin­dung, wel­che im Sky-News-Arti­kel genannt wird, ist, dass rus­si­sche Medi­en die Anony­mous-Ent­hül­lun­gen auf­ge­grif­fen haben. In der Tat ver­mel­det zumin­dest RT Deutsch nicht nur Nach­rich­ten aus aller Welt, son­dern auch jene, in denen es vor­ran­gig um Russ­land geht. Immer­hin ist es das Haupt­ziel der bri­ti­schen “Inte­gri­ty Initia­ti­ve”, “eine koor­di­nier­te west­li­che Reak­ti­on auf rus­si­sche Des­in­for­ma­ti­on und ande­re Ele­men­te der hybri­den Kriegs­füh­rung” her­vor­zu­brin­gen.

Wei­ter­hin waren die Anony­mous-Ent­hül­lun­gen in vie­ler­lei Hin­sicht öffent­lich­keits­re­le­vant, schließ­lich zeig­ten sie, dass das Insti­tu­te for Sta­te­craft der NATO HQ Public Diplo­ma­cy Divi­si­on sowie dem vom bri­ti­schen Innen­mi­nis­te­ri­um finan­zier­ten Pro­gramm “Pre­vent” ange­schlos­sen ist.

Außer­dem erhielt die Orga­ni­sa­ti­on staat­li­che Gel­der und ver­un­glimpf­te den Labour-Chef Jere­my Cor­byn öffent­lich – auch in Hin­blick dar­auf, dass die­ser sich nicht an das Regie­rungs-Nar­ra­tiv anpass­te, son­dern es hin­ter­frag­te und sich damit zum “nütz­li­chen Idio­ten” für Russ­land gemacht haben soll, als habe er Geld vom Kreml erhal­ten.

Doch Chris Don­nel­ly, die ein­zi­ge im Sky-News-Bericht nament­lich genann­te Quel­le, habe kaum Zwei­fel, dass der rus­si­sche Geheim­dienst sein Insti­tut gehackt habe, auch wenn er kei­nen “foren­si­schen Beweis” habe.

Donel­ly, der in dem Arti­kel als Russ­land-Ken­ner dar­ge­stellt wird, gibt auch sei­ne dif­fe­ren­zier­te Kennt­nis über Russ­land und die dor­ti­gen Regie­rungs­struk­tu­ren zum Bes­ten :

Sie müs­sen ver­ste­hen, dass, aus der Sicht von Putin und sei­nen Kol­le­gen und dem gesam­ten rus­si­schen Ver­tei­di­gungs- und Sicher­heits­ap­pa­rat, die­se mit uns im Krieg ste­hen”, so der “Exper­te.”

Der ehe­ma­li­ge NATO-Bera­ter bewer­tet die Unter­su­chun­gen mit Blick auf Russ­land, wel­che nun von der bri­ti­schen Natio­nal Crime Agen­cy (NCA) ein­ge­lei­tet wird, als bedeu­tend, als Spie­gel der inter­na­tio­na­len Rele­vanz die­ser Ange­le­gen­heit, zei­ge es doch,

dass die Regie­rung dies ein­deu­tig als einen bedeu­ten­den Angriff einer feind­li­chen aus­län­di­schen Macht gegen das Ver­ei­nig­te König­reich ansieht.”

Dmi­tri Pes­kow, der Spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten, beton­te hin­ge­gen auf Anfra­ge von Sky News, dass Mos­kau nicht invol­viert ist, aber gern zur Auf­klä­rung bei­tra­gen wür­de.

Wir haben mehr­fach gesagt, dass der rus­si­sche Staat nichts mit Cyber­an­grif­fen zu tun hat. Im Gegen­teil, wir haben inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit zur Bekämp­fung der Cyber­kri­mi­na­li­tät ange­bo­ten.”

Die­ses Ange­bot sei aber lei­der nicht auf Gegen­in­ter­es­se gesto­ßen.

Dass Don­nel­ly ange­sichts der Arbeit der Natio­nal Crime Agen­cy (NCA) zuver­sicht­lich vor­aus­schaut, mag auch mit des­sen Lei­ter, dem Tory-Innen­mi­nis­ter Sajid Javid, zusam­men­hän­gen. Die­ser ist zwar sehr mit der gras­sie­ren­den Mes­ser-Kri­mi­na­li­tät beschäf­tigt, hat aber bereits gezeigt, dass er pas­sen­de Ein­stel­lun­gen und Arbeits­wei­sen mit­bringt.

Mehr zum The­ma — Bericht : Regie­rungs­fi­nan­zier­te anti-rus­si­sche Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­ti­on greift Cor­byn an

Im Som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res erhielt der ehe­ma­li­ge Deut­sche-Bank-Mana­ger Javid öffent­li­chen Gegen­wind, nach­dem er Jere­my Cor­byn in einem Tweet als Holo­caust-Leug­ner bezeich­net hat­te. Abge­ord­ne­te der Labour Par­ty war­fen Javid vor, absicht­lich eine Lüge ver­brei­tet zu haben und for­der­ten The­re­sa May zum Ein­schrei­ten auf, immer­hin han­del­te es sich um den Innen­mi­nis­ter.

Inwie­weit unter Javids Lei­tung die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de NCA Lügen ver­brei­ten kann, wel­che in die Welt­sicht des Insti­tu­te for Sta­te­craft oder sei­nes Grün­ders pas­sen, bleibt abzu­war­ten.

RT Deutsch


Medien : Terrorhelfer Motassadeq soll vor Abschiebung 7.000 Euro bekommen haben


Die Deut­sche Bun­des­bank habe weni­ge Tage nach der Abschie­bung des Marok­ka­ners im Okto­ber ver­gan­ge­nen Jah­res Anzei­ge erstat­tet. Die Aus­zah­lung ver­sto­ße gegen das Außen­wirt­schafts­ge­setz. Die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft habe Ermitt­lun­gen auf­ge­nom­men.

Eine Spre­che­rin der Behör­de bestä­tig­te den Bericht des Nach­rich­ten­ma­ga­zins am Mitt­woch. Motas­sa­deq gehö­re zu Per­so­nen mit Ver­bin­dung zum Ter­ror­netz­werk Al-Kai­da, deren sämt­li­che Gel­der durch die EU-Ver­ord­nung Nr. 8812002 ein­ge­fro­ren sei­en. Die Ermitt­lun­gen wegen der Aus­zah­lung rich­te­ten sich noch nicht gegen eine nament­lich erfass­te Per­son. (dpa)

Mehr zum The­ma — Neue Unge­reimt­hei­ten : Grenz­fahn­dung nach Amri-Freund wur­de kurz vor Anschlag ein­ge­stellt

RT Deutsch


Bundespressekonferenz : “IS-Kämpfer haben das Recht, nach Deutschland zurückzukehren”


Nach dem Wunsch US-Prä­si­dent Donald Trump sol­len euro­päi­sche Staa­ten IS-Kämp­fer aus den syri­schen Gebie­ten wie­der auf­neh­men. Sonst sei­en die US-Streit­kräf­te und ihre Ver­bün­de­ten vor Ort gezwun­gen, sie wie­der frei­zu­las­sen.

Mehr zum The­ma — “Ein ekel­haf­tes Bild des Wes­tens” – Fran­zö­si­scher Mili­tär kri­ti­siert Anti-IS-Koali­ti­on in Syri­en

Laut dem Regie­rungs­spre­cher sei das The­ma nicht neu, da man es mit der US-ame­ri­ka­ni­schen Sei­te bereits bespro­chen habe. Bei den IS-Kämp­fern spricht man von einen mitt­le­ren bis höhe­ren zwei­stel­li­gen Anzahl, die das Recht genie­ßen, nach Deutsch­land zurück­zu­keh­ren. Die Bun­des­re­gie­rung wol­le sich aber eng mit Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich bei der Rück­nah­me abspre­chen. Frank­reich habe bereits wenig Inter­es­se signa­li­siert, die Rück­keh­rer auf­zu­neh­men.

Im Fal­le einer Rück­füh­rung wer­den die ehe­ma­li­gen IS-Ange­hö­ri­gen wahr­schein­lich vor dem Bun­des­ge­richt­hof wegen Mit­glied­schaft einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung ange­klagt. Bei den Fra­gen von RT Deutsch stell­te sich her­aus, dass Deutsch­land kein Aus­lie­fe­rungs­ab­kom­men mit Syri­en unter­hält.

RT Deutsch


Boom von Privatschulen im Osten : “Einkommensunterschiede haben hier mehr Bedeutung”


Das Deut­sche Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung hat sich mit dem The­ma Pri­vat­schu­len in Deutsch­land befasst und kommt zu dem Ergeb­nis, dass es vor allem Aka­de­mi­ker sind, die ihre Kin­der in Pri­vat­schu­len unter­rich­ten las­sen. Dabei hat Ost­deutsch­land den Wes­ten über­holt. Hier erfuh­ren die Pri­vat­schu­len seit 1992 einen Boom. Der­zeit ler­nen 35 Pro­zent der Aka­de­mi­ker-Kin­der im Osten an Pri­vat­schu­len, im Wes­ten sind es im Ver­gleich 21 Pro­zent. 

Die Lei­te­rin der Abtei­lung Bil­dung und Fami­lie am DIW Ber­lin, Prof. Dr. C. Katha­ri­na Spieß : 

Ins­be­son­de­re Kin­der aus Aka­de­mi­kerhaus­hal­ten gehen auf Pri­vat­schu­len. (…) Wir sehen dar­über hin­aus, dass sich der Pri­vat­schul­be­such auch nach dem Ein­kom­men des Haus­halts, in dem die Kin­der leben, unter­schei­det. (…) Die Ein­kom­mens­un­ter­schie­de gewin­nen ins­be­son­de­re in Ost­deutsch­land an Bedeu­tung. 

Laut Man­ja Bür­ger, Geschäfts­füh­re­rin des Ver­ban­des Deut­scher Pri­vat­schu­len in Sach­sen und Thü­rin­gen, liegt es in ihrem Gebiet auch an der Schlie­ßung öffent­li­cher Schu­len : 

Also ich glau­be, es gibt vie­le indi­vi­du­el­le Ent­schei­dun­gen der Eltern, war­um sie ihre Kin­der auf so eine Schu­le schi­cken. Natür­lich sind Aka­de­mi­ker­el­tern bil­dungs­na­he Eltern, die sicher­lich ent­schei­den vom Schul­weg, vom Erzie­hungs­stil, Hob­bys, Inter­es­sen, Nach­mit­tags­be­treu­ung. All die­se Wege füh­ren dann gege­be­nen­falls auch in unse­re Schu­len. 

Die der­zei­ti­gen Ent­wick­lun­gen aber füh­ren zu einer Zunah­me der “sozia­len Segre­ga­ti­on der Schü­le­rin­nen und Schü­ler”, ins­be­son­de­re im Sekun­dar­schul­be­reich, so Spieß. Dabei unter­schei­den sich die Leis­tun­gen der Pri­vat­schü­ler kaum von denen, die eine öffent­li­che Schu­le besu­chen. 

Spieß schlägt Maß­nah­men vor, damit das “Son­de­rungs­ver­bot” im Grund­ge­setz greift. Die­ses ver­bie­tet es pri­va­ten Schu­len, “Schü­le­rin­nen und Schü­ler nach den Besitz­ver­hält­nis­sen der Eltern zu unter­schei­den”. Auch eine Höchst­gren­ze für die Schul­gel­der ist denk­bar. Öffent­li­che Schu­len müs­sen ihre Attrak­ti­vi­tät bei­be­hal­ten.

RT Deutsch


Grenzwerte : Rebellische Lungenärzte haben sich verrechnet – Verkehrsminister mahnt zu Sachlichkeit


Pro­fes­sor Die­ter Köh­ler war seit der von ihm und wei­te­ren Ärz­ten auf­ge­stell­ten Kri­tik an Grenz­wer­ten für Fein­staub und Stick­oxid ein gefrag­ter TV-Gast, nicht nur das ZDF gab ihm Gele­gen­heit zu behaup­ten, die offi­zi­ell gül­ti­gen und durch inter­na­tio­na­le Stu­di­en beleg­ten Grenz­wert­do­sen lägen “jen­seits jeder Gefähr­lich­keit” für die Gesund­heit. Stick­stoff­mon­oxid sei ein Natur­stoff, argu­men­tier­te Köh­ler und mein­te, “die­se gan­ze Auf­re­gung ist völ­lig künst­lich”.

Köh­ler mach­te den “Fake-News”-Vorwurf

Sei­ne gewag­ten The­sen stütz­te er auf sei­ne von ihm beton­te Exper­ti­se, unter ande­rem aus sei­ner Habi­li­ta­ti­on von vor 35 Jah­ren. Auch ken­ne er “die Sze­ne”. Eine eher klei­ne Kern­grup­pe von Medi­zi­nern und Wis­sen­schaft­lern set­ze sich mit der plötz­lich unan­ge­foch­te­nen ein­zi­gen Bot­schaft inter­na­tio­nal durch, Stick­stoff­di­oxid und Fein­staub müss­ten schäd­lich sein. Dafür wür­den Stu­di­en von die­sen Wis­sen­schaft­lern “lan­ge gedreht”, um die eine Über­zeu­gung zu bestä­ti­gen, so Pro­fes­sor Köh­ler. Dass die Auto­her­stel­ler in Deutsch­land die Bür­ger belo­gen und mani­pu­liert hät­ten, bezwei­fel­te er dabei nicht.

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Pro­fes­sor Köh­ler ist selbst Fach­arzt für Inne­re Medi­zin, Pneu­mo­lo­gie und Inge­nieur für Nach­rich­ten­tech­nik. Ein Koau­tor der öffent­lich­keits­wirk­sa­men Stel­lung­nah­me ist Tho­mas Koch, des­sen Hin­ter­grund nicht der Gesund­heits­be­reich ist, son­dern Ver­bren­nungs­mo­to­ren, er ist Inge­nieur­wis­sen­schaft­ler und war Berich­ten zufol­ge gut 10 Jah­re für Daim­ler tätig. Ein ande­rer Koau­tor ist Mat­thi­as Kling­ner, Insti­tuts­lei­ter des Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ver­kehrs- und Infra­struk­tur­sys­te­me IVI in Dres­den.

Ins­ge­samt 3.800 Mit­glie­der der Deut­schen Gesell­schaft für Pneu­mo­lo­gie hat­ten die Stel­lung­nah­me erhal­ten, 112 Mit­glie­der haben unter­zeich­net.

In der Stel­lung­nah­me heißt es, ein Rau­cher neh­me durch den Kon­sum von einem Päck­chen Ziga­ret­ten pro Tag in weni­gen Mona­ten die glei­che Men­ge Fein­staub und Stick­oxid auf wie ein 80-jäh­ri­ger Nicht­rau­cher im gesam­ten Leben durch die Außen­luft in Innen­städ­ten. Auf die ursprüng­li­che Stel­lung­nah­me stütz­te sich auch Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er (CSU), als er zur Erleich­te­rung der Auto­mo­bil­bran­che und der damit eng ver­ban­del­ten Poli­ti­ker, aber auch der zahl­rei­chen Auto­fah­rer, die das nicht mehr weg zu mani­pu­lie­ren­de Dilem­ma letzt­end­lich mit dro­hen­den Fahr­ver­bo­ten aus­ba­den müss­ten, eine Über­prü­fung der gel­ten­den Grenz­wer­te for­der­te.

Zwei­fel an den Aus­sa­gen der Lun­gen­ärz­te

Das Deut­sche Zen­trum für Lun­gen­for­schung hat­te “gro­ße Besorg­nis” geäu­ßert, wohin die­se Debat­te füh­re, da das Gesund­heits­ri­si­ko durch Luft­schad­stof­fe wis­sen­schaft­lich belegt sei.

Außer­dem hat­ten deut­sche Wis­sen­schaft­ler die Ansich­ten von inter­na­tio­na­len Medi­zi­nern und Wis­sen­schaft­lern ange­for­dert und sich besorgt gezeigt, dass in der durch die rebel­li­schen deut­schen Lun­gen­ärz­te ange­sto­ße­nen Debat­te die Argu­men­te ver­schwim­men.

Zum Bei­spiel wer­den Grenz­wer­te für Jah­res­mit­tel­wer­te mit Grenz­wer­ten für kurz­fris­ti­ge Belas­tun­gen in einen Topf gewor­fen oder ärzt­li­che Beob­ach­tun­gen wer­den epi­de­mio­lo­gi­schen Erkennt­nis­sen gleich­wer­tig gegen­über­ge­stellt, und sol­len die­se ent­kräf­ten.”

Wis­sen­schaft­ler aus der Schweiz, Groß­bri­tan­ni­en und Kana­da, wel­che von der Debat­te um Luft­schad­stof­fe in Deutsch­land und der EU wenig zu gewin­nen oder zu ver­lie­ren haben, bestä­tig­ten, dass es kla­re, durch epi­de­mio­lo­gi­sche Bewei­se unter­mau­er­te, kau­sa­le Zusam­men­hän­ge zwi­schen Luft­ver­schmut­zung und vor­zei­ti­ger Mor­ta­li­tät sowie Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen gibt.

Ende Janu­ar haben sich in der poli­tisch auf­ge­la­de­nen Debat­te um Grenz­wer­te für Luft­schad­stof­fe auch deut­sche Kin­der­lun­gen­fach­ärz­te ein­ge­schal­tet und bestehen­de Stu­di­en und Grenz­wer­te als sinn­voll bestä­tigt. Nicht nur für Kin­der sei­en die­se Schutz­schwel­len unab­ding­bar. In einer Stel­lung­nah­me beton­te die Gesell­schaft für päd­ia­tri­sche Pneu­mo­lo­gie (GPP) die Schutz­wür­dig­keit von beson­ders gefähr­de­ten Grup­pen wie Kin­der und Jugend­li­che, schwan­ge­re Frau­en, älte­re Men­schen sowie Pati­en­ten aller Alters­grup­pen mit chro­ni­schen Lun­gen­er­kran­kun­gen.

Der Vor­stand der GPP unter­stüt­ze daher die Grenz­wert-Emp­feh­lun­gen der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO, die “von inter­na­tio­na­len Exper­ten­teams auf Basis der welt­weit ver­füg­ba­ren Lite­ra­tur zu den Aus­wir­kun­gen von Luft­schad­stof­fen auf die Gesund­heit fest­ge­legt” wur­den.

Feh­ler ver­fälscht Schad­stoff­er­geb­nis um Fak­tor 100

Seit dem 14.02.2019 ist die viel beach­te­te Stel­lung­nah­me von Dr. Köh­ler und sei­nen Mit­strei­tern mit einer Ergän­zung ver­se­hen, in der es heißt, man habe sich beim Ver­gleich der Gesund­heits­schä­den durch Rau­chen auf einen ver­al­te­ten Teer­ge­halt bezo­gen, der bereits seit dem Jahr 2004 weit­aus nied­ri­ger war, als in der Stel­lung­nah­me zugrun­de gelegt. Dem Pro­fes­sor war die­se Ände­rung laut eige­ner Aus­sa­ge nicht bekannt.

Der mitt­ler­wei­le pro­mi­nen­te Pro­fes­sor bleibt jedoch bei der Haupt­aus­sa­ge, dass Grenz­wer­te, die den Fahr­ver­bo­ten zugrun­de lie­gen, nicht wis­sen­schaft­lich beleg­bar sei­en und dass Hun­dert­tau­sen­de von Toten durch Fein­staub und NO2 sowie die dar­aus ver­ur­sach­ten Krank­hei­ten in Euro­pa nicht plau­si­bel sei­en.

Dabei hat­ten zahl­rei­che Exper­ten dar­auf ver­wie­sen, dass bereits der Ver­gleich zwi­schen einer anhal­ten­den Gesund­heits­be­las­tung durch dau­er­haft schad­stoff­be­las­te­te Umge­bungs­luft unwis­sen­schaft­lich sei.

Und der Argu­men­ta­ti­on von Pro­fes­sor Köh­ler lie­gen nicht nur feh­ler­haf­te Aus­gangs­wer­te zugrun­de, son­dern fal­sche Umrech­nun­gen, wie vom Ärz­te­blatt bestä­tig­te Recher­chen auf­zei­gen.

Denn für den Ziga­ret­ten-Ver­gleich hat­te Pro­fes­sor Köh­ler eine NO2-Men­ge im Ziga­ret­ten­rauch pro Ziga­ret­te von 500 Mikro­gramm (µg) NO2 ange­ge­ben, um zu dem Schluss zu gelan­gen, dass bei einem Atem­vo­lu­men von 10 Litern beim Rau­chen einer Ziga­ret­te 50.000 μg pro Kubik­me­ter Luft inha­liert wür­den.

Das wären, so Dr. Köh­ler im Ärz­te­blatt, bei einer Packung am Tag “1 Mil­li­on Mikro­gramm”.

Doch kämen bei Rau­chern, die pro Tag eine Packung Ziga­ret­ten kon­su­mie­ren, viel­mehr 10.000 Mikro­gramm NO2 zusam­men, wenn eine Ziga­ret­te 500 Mikro­gramm (µg) ent­hiel­te und ein Päck­chen 20 Ziga­ret­ten. Noch immer nicht wenig, doch stark abwei­chend von den für die Dis­kus­si­on sor­gen­den, von Dr. Köh­ler ange­ge­be­nen 1 Mil­li­on Mikro­gramm.

Zudem gestand der Pro­fes­sor ein, nicht den Gehalt von Stick­stoff­di­oxid (NO2) mit einem Gehalt von 500 Mikro­gramm pro Ziga­ret­te gemeint zu haben, son­dern eigent­lich den von Stick­oxi­den (also NOx). Die mit der Kal­ku­la­ti­on des Pro­fes­sors ange­foch­te­nen Grenz­wer­te dre­hen sich um Stick­stoff­di­oxid (NO2). Den­noch, so Dr. Köh­ler, lie­ge der Stick­stoff­di­oxid­an­teil in den Stick­oxi­den von Ziga­ret­ten­rauch etwa zwi­schen 10 und 50 Pro­zent.

Auch wenn der Ver­gleich zwi­schen tem­po­rä­rer Spit­zen­be­las­tung durch Rau­chen und Lang­zeit­ex­po­si­ti­on durch Atmen in einer Groß­stadt ver­schie­de­nen Exper­ten zufol­ge unzu­läs­sig ist, wür­de den kor­ri­gier­ten Berech­nun­gen zufol­ge ein Rau­cher die Gesund­heits­be­las­tung eines 80-jäh­ri­gen Nicht­rau­chers in einer befah­re­nen Innen­stadt nicht in weni­gen Mona­ten, son­dern in 6 bis 32 Jah­ren errei­chen.

Pro­fes­sor Köh­ler hat in den zahl­rei­chen Inter­views immer wie­der sei­ne lang­jäh­ri­ge Exper­ti­se zu gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen von Luft­schad­stof­fen im All­ge­mei­nen und die Effek­te von Stick­oxi­den im Beson­de­ren unter­stri­chen und auf die­ser Basis die wis­sen­schaft­li­che Gül­tig­keit der bestehen­den Stu­di­en ange­zwei­felt.

Auf Anfra­ge gab Pro­fes­sor Köh­ler laut taz selbst an, zu dem The­ma Stick­oxid gar nicht in über­prüf­ten Publi­ka­tio­nen ver­öf­fent­licht zu haben, wie es unter Wis­sen­schaft­lern üblich ist, son­dern ein­zig einen Arti­kel im Deut­schen Ärz­te­blatt, wel­cher kei­ner­lei Über­prü­fung stand­hal­ten muss­te und somit, wie der Exper­te erst spä­ter selbst ein­räum­te, schwe­re Rechen­feh­ler unkor­ri­giert wider­gab.

Doch unge­ach­tet der Feh­ler, wel­che auch in den zahl­rei­chen Medi­en­be­rich­ten nicht ein­gin­gen, hat­te die Stel­lung­nah­me für die Ver­ur­sa­cher des Schla­mas­sels einen erwünsch­ten Effekt.

So erklär­te das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um, dass das Posi­ti­ons­pa­pier einen “Impuls” zur Debat­te über Grenz­wer­te gesetzt habe. Öffent­lich bemüht sich Ver­kehrs­mi­nis­ter Scheu­er um eine Len­kung der Dis­kus­si­on und beeilt sich aus­ge­rech­net jetzt, statt Emo­ti­on mehr Sach­lich­keit zu for­dern.

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Fox-News-Umfrage : 25 Prozent der Befragten glauben, dass Gott Trump als Präsidenten haben wollte


Die Umfra­ge­er­geb­nis­se zei­gen, dass 25 Pro­zent der Befrag­ten dar­an glau­ben, 62 Pro­zent der Umfra­ge­teil­neh­mer damit nicht ein­ver­stan­den sind und die rest­li­chen Befrag­ten kei­ne fes­te Mei­nung dazu haben. Unter wei­ßen evan­ge­li­ka­len Chris­ten den­ken 55 Pro­zent der Befrag­ten, Gott habe den Wahl­sieg von Donald Trump gewollt. Die Zahl der Pro­tes­tan­ten, die ihn als Prä­si­dent von Got­tes Gna­den sehen, ist nied­ri­ger — nur 36 Pro­zent. Am wenigs­ten sind die Katho­li­ken davon über­zeugt (20 Pro­zent der Befrag­ten), dass Donald Trump von Gott geseg­net ist.
Die Zahl der Repu­bli­ka­ner, die an die Gott­ge­fäl­lig­keit Trumps glau­ben, ist fünf Mal so hoch (45 Pro­zent) wie die der Demo­kra­ten (9 Pro­zent).
Ende Janu­ar sag­te die Pres­se­spre­che­rin des Wei­ßen Hau­ses Sarah San­ders : “Ich glau­be, dass Gott uns alle ruft, ver­schie­de­ne Pflich­ten zu ver­schie­de­nen Zei­ten zu erfül­len. Ich den­ke, Gott woll­te, dass Donald Trump Prä­si­dent wird”. 

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