Lügen, um unser Image zu schädigen” – Iran antwortet auf Vorwürfe des Drohenangriffs


Behaup­tun­gen, dass der Iran hin­ter den Droh­nen­an­grif­fen auf sau­di­sche Ölan­la­gen steckt, sind “unbe­grün­det” und falsch, sag­te der Spre­cher des Außen­mi­nis­te­ri­ums, Abbas Mus­sa­wi, am Sonn­tag in Tehe­ran. Er sag­te auch, dass Beam­te in Washing­ton den Iran beschul­di­gen, um des­sen Image auf der Welt­büh­ne zu beschä­di­gen, um sich auf “zukünf­ti­ge Aktio­nen” gegen Tehe­ran vor­zu­be­rei­ten.

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Die Ame­ri­ka­ner haben die Poli­tik des “maxi­ma­len Drucks” gegen den Iran ange­nom­men, der auf­grund sei­nes Schei­terns zu “maxi­ma­len Lügen” neigt. Was im Jemen pas­sie­re, sei der Wider­stand der Jeme­ni­ten gegen die Kriegs­ver­bre­chen der von den Sau­dis ange­führ­ten Mili­tär­ko­ali­ti­on, erklär­te der Spre­cher nach Anga­ben der Nach­rich­ten­agen­tur ISNA

Die Huthi-Rebel­len im Jemen über­nah­men die Ver­ant­wor­tung für die Ent­sen­dung von zehn bewaff­ne­ten Droh­nen, um am Sams­tag zwei sau­di­sche Ölraf­fi­ne­ri­en zu tref­fen. Die Angrif­fe ver­ur­sach­ten mas­si­ve Brän­de und ande­re Schä­den an den Stand­or­ten, die die Ölpro­duk­ti­on des König­reichs hal­bier­ten.

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat­ten die Huthis mehr­fach erklärt, mit Droh­nen zen­tra­le Ein­rich­tun­gen in Sau­di-Ara­bi­en ange­grif­fen zu haben. Erst im Juli prä­sen­tier­ten sie neue Droh­nen­ty­pen, die nach Ansicht von Exper­ten eine Reich­wei­te bis zu 1.000 Kilo­me­tern haben könn­ten.

Die Sau­dis füh­ren eine ver­hee­ren­de Luft­an­griffs­kam­pa­gne im vom Bür­ger­krieg zer­rüt­te­ten Jemen durch, wo sie 2015 im Namen des gestürz­ten Prä­si­den­ten Abd-Rab­bu Man­sur Hadi inter­ve­nier­ten.

US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo mach­te zuvor den Iran direkt für den Droh­nen­an­griff ver­ant­wort­lich.

Inmit­ten der Rufe nach Dees­ka­la­ti­on hat der Iran jetzt einen bei­spiel­lo­sen Angriff auf die Welt­ener­gie­ver­sor­gung ver­übt. Es gibt kei­nen Beweis, dass die Angrif­fe vom Jemen kamen”, schrieb er auf Twit­ter.

Pom­peo for­der­te alle Natio­nen auf, die ira­ni­schen Angrif­fe “öffent­lich und ein­deu­tig” zu ver­ur­tei­len. Eine Spre­che­rin der EU-Außen­be­auf­trag­ten Fede­ri­ca Mog­heri­ni nann­te den Angriff eine “rea­le Bedro­hung der regio­na­len Sicher­heit”. Eine Spre­che­rin des Aus­wär­ti­gen Amtes in Ber­lin beton­te, ein Angriff auf die “zivi­le und kri­ti­sche Infra­struk­tur Sau­di-Ara­bi­ens” sei “durch nichts zu recht­fer­ti­gen” und ver­schär­fe die Span­nun­gen in der Regi­on.

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RT Deutsch


Sigal Mandelker : Die Frau, die für Israel Krieg gegen den Iran führt


von Zlat­ko Per­ci­nic

Bereits der Geburts­ort der Staats­se­kre­tä­rin für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on im US-Finanz­mi­nis­te­ri­um sorgt für Kon­tro­ver­sen. Laut offi­zi­el­len Regie­rungs­an­ga­ben wur­de Sig­al Man­del­ker in Chi­ca­go im US-Bun­des­staat Illi­nois gebo­ren. Doch Medi­en­be­rich­te aus Isra­el und ande­ren Län­dern hal­ten hart­nä­ckig eine ande­re Ver­si­on auf­recht, wonach sie in Isra­el gebo­ren und erst spä­ter mit ihren Eltern in die USA über­sie­del­te. Immer wie­der spricht Man­del­ker dar­über, wie sehr sie die Erzäh­lun­gen ihrer Eltern geprägt haben, die den Holo­caust über­lebt und aus ihrer Hei­mat in Dubno/Ukraine flie­hen muss­ten. Was jedoch ihren Geburts­ort betrifft, hüllt sie sich gern in Schwei­gen.

Auch das Finanz­mi­nis­te­ri­um wei­gert sich trotz ver­schie­de­ner Anfra­gen von Medi­en, Aus­kunft dar­über zu ertei­len, ob die Unter­staats­se­kre­tä­rin an einem der stra­te­gisch wich­tigs­ten Pos­ten mit glo­ba­len Aus­wir­kun­gen nebst der US-Staats­bür­ger­schaft zusätz­lich noch einen israe­li­schen Pass ver­fügt. Obwohl seit einer knap­pen 5:4‑Entscheidung des Obers­ten Gerichts­hofs im Fall von Beys Afroy­im (geb. Ephraim Bern­stein) im Jahr 1967 die dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft erlaubt wur­de, sorg­te die­se Pra­xis spä­tes­tens seit der Ira­kin­va­si­on 2003 für ver­mehr­te Kri­tik. Laut L. Micha­el Hager, einem ehe­ma­li­gen US-Diplo­ma­ten und Anwalt, soll­ten alle Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten und hohen Regie­rungs­be­am­ten ihre aus­län­di­schen Staats­bür­ger­schaf­ten abge­ben :

War­um ist es für Bür­ger wich­tig zu wis­sen, ob ihre Abge­ord­ne­ten im Kon­gress dop­pel­te Staats­bür­ger sind ? Weil bei­des, rea­ler und ver­mu­te­ter Inter­es­sen­kon­flikt, das öffent­li­che Ver­trau­en ero­diert.

Gera­de von einer US-Spit­zen­be­am­tin wird erwar­tet, dass sie auch die natio­na­len Inter­es­sen der USA ver­tritt und ent­spre­chend han­delt. Aber Sig­al Man­del­ker war es selbst, die Zwei­fel an die­sem eigent­lich selbst­ver­ständ­li­chen Stand­punkt gesät hat­te. Beim Aspen Secu­ri­ty Forum Mit­te Juli in Aspen/Colorado, einer Sicher­heits­kon­fe­renz der Denk­fa­brik Aspen Insti­tu­te, ging es unter ande­rem auch um das The­ma “Ein­däm­mung des Iran”. Als Pane­lis­ten waren nebst Man­del­ker noch Wen­dy Sher­man, ehe­ma­li­ge Staats­se­kre­tä­rin im Außen­mi­nis­te­ri­um und Ver­hand­lungs­füh­re­rin von Barack Oba­ma zum Atom­ab­kom­men mit dem Iran, und Jere­my Bash, Stabs­chef des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums und der CIA unter Oba­ma, anwe­send.

Wäh­rend der Dis­kus­si­on eröff­ne­te Sig­al Man­del­ker umge­hend das Feu­er und beschul­dig­te die Beam­ten der Oba­ma-Regie­rung, nichts gegen die angeb­li­che Gefahr getan zu haben, die vom Iran aus­ge­hen soll. Tehe­ran “stellt eine unglaub­lich desta­bi­li­sie­ren­de Prä­senz in der Regi­on dar. Sie bedro­hen unse­ren groß­ar­ti­gen Alli­ier­ten in der Regi­on, Isra­el!”, pol­ter­te sie, indem der Iran der liba­ne­si­schen Miliz His­bol­lah “hun­der­te und hun­der­te Mil­lio­nen Dol­lar pro Jahr” über­wei­se.

Und dann sag­te sie die­sen einen Satz, der deut­lich offen­bar­te, wie­so eigent­lich die USA die­sen zer­stö­re­ri­schen Wirt­schafts­krieg gegen den Iran füh­ren :

Schäd­li­che Akteu­re brau­chen nun ein­mal Geld, um schäd­li­che Din­ge zu tun. (…) Des­we­gen haben wir die­ses mas­si­ve Sank­ti­ons­re­gime. Weil wir wis­sen, dass der Iran unse­ren groß­ar­ti­gen Part­ner bedroht, Isra­el !

Abge­se­hen davon, dass die­ses Ein­ge­ständ­nis von den meis­ten Main­stream-Medi­en igno­riert wur­de, obwohl der ers­te Teil des Sat­zes durch­aus Ein­gang selbst in die deut­sche Bericht­erstat­tung fand. So wid­me­te auch das Han­dels­blatt einen Bei­trag (vom 26.08.) zu Sig­al Man­del­ker und erwähn­te sogar die­se Ver­an­stal­tung, doch den Bezug zu Isra­el ließ das Blatt aus.

Die­se Fixie­rung auf den Iran und Isra­el wur­de indes­sen dem erst 2004 geschaf­fe­nen Büro für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on (Office of Ter­ro­rism and Finan­ci­al Intel­li­gence) OTFI in die Wie­ge gelegt. Der ers­te Staats­se­kre­tär – und Man­del­kers Men­tor – auf die­sem Pos­ten war Stuart Levey, der die US-Regie­rung von Geor­ge W. Bush dazu dräng­te, den Iran mit Sank­tio­nen zu über­zie­hen. Auf­grund sei­ner Ver­bis­sen­heit wur­de er vom Außen­mi­nis­te­ri­um bereits mit Char­lie Wil­son ver­gli­chen, jenem Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten aus Texas, der anfäng­lich fast im Allein­gang die Waf­fen­ver­käu­fe an die afgha­ni­schen Rebel­len wäh­rend der sowje­ti­schen Besat­zung orga­ni­sier­te. Anleh­nend an “Char­lie Wil­sons Krieg” wid­me­te ihm die New York Times 2008 einen län­ge­ren Arti­kel unter dem Titel “Stuart Leveys Krieg”. 

Bei der jähr­li­chen AIPAC-Kon­fe­renz 2005 in Washing­ton, einer der mäch­tigs­ten Pro-Isra­el-Lob­by­is­ten in den USA, zeig­te Levey bereits nach kur­zer Zeit im Amt, wohin die Rei­se gehen soll :

Ich war ein Bewun­de­rer der groß­ar­ti­gen Arbeit, die die­se Orga­ni­sa­ti­on seit mei­nen Tagen an dem ein­jäh­ri­gen Pro­gramm an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät von 1983 und 1984 leis­tet. (…) (Mein) Büro bringt eine Viel­zahl von Behör­den und Mög­lich­kei­ten unter einen Hut, was es uns erlaubt, eine Rei­he von Werk­zeu­gen gegen ver­schie­de­ne Bedro­hun­gen ein­zu­set­zen, ob das Ter­ro­ris­ten, Dro­gen­dea­ler, Ver­brei­ter von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen oder Schur­ken­re­gime wie der Iran und Nord­ko­rea sind. Wir erhe­ben Wirt­schafts­sank­tio­nen, um Druck auf quer­schla­gen­de Régime aus­zu­üben, und wir haben die Mög­lich­keit, Ver­mö­gens­wer­te von Mis­se­tä­tern ein­zu­frie­ren.

Nach­dem Stuart Levey nach sie­ben Jah­ren im Amt von David Ste­ven Cohen 2011 abge­löst wur­de, bezeich­ne­te der bri­ti­sche Jour­na­list und Nah­ost­ex­per­te Patrick Sea­le die Posi­ti­on des Staats­se­kre­tärs für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on als einen “Job, der für Pro-Isra­el-Neo­cons reser­viert zu sein scheint, die einen Wirt­schafts­krieg gegen Tehe­ran füh­ren”. Da sich Cohen sehr schnell den Spitz­na­men “Sank­ti­ons­gu­ru” ein­ge­han­delt hat, scheint die Behaup­tung von Sea­le zumin­dest nicht voll­kom­men abwe­gig zu sein. Zusam­men mit Isra­el stimm­te Cohen dann sei­nen Kampf gegen den Iran ab und wei­te­te die­sen auch auf Syri­en aus.

Nach drei­ein­halb Jah­ren auf die­sem Pos­ten wech­sel­te der “Sank­ti­ons­gu­ru” in die Welt der Geheim­diens­te und wur­de zum Vize­di­rek­tor der CIA ernannt, obwohl er über “kei­ne Erfah­rung in einer Geheim­dienst­or­ga­ni­sa­ti­on ver­fügt”, wie die Jeru­sa­lem Post fest­stell­te.

In die­sem Umfeld wur­de Sig­al Man­del­ker das Hand­werk des Wirt­schafts­krie­ges bei­gebracht, wel­ches sie seit ihrer Ernen­nung zur Staats­se­kre­tä­rin im Finanz­mi­nis­te­ri­um von Ste­ven Mnu­chin noch wei­ter aus­bau­te. Die­ser von ihr geführ­te Wirt­schafts­krieg betrifft nicht nur den Iran direkt, son­dern auch ande­re Län­der, die mit dem Iran Han­del trei­ben oder Öl kau­fen wol­len. Sie alle wer­den zum poten­zi­el­len Ziel von Sank­tio­nen, wenn die ers­ten Dro­hun­gen nicht die gewünsch­te Ände­rung im Ver­hal­ten brin­gen.

Wäh­rend es oft die Ver­tre­ter des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums sind, also Diplo­ma­ten oder der Minis­ter per­sön­lich, die die betref­fen­den Regie­run­gen ermah­nen und zum Rück­zug aus dem Iran-Geschäft drän­gen, so steckt stets die unsicht­ba­re Hand von Man­del­ker dahin­ter. Das muss­te auch Per Fischer, der die aus der Not gebo­re­ne Tausch­bör­se Ins­tex mit­auf­ge­baut hat­te, am eige­nen Leib erfah­ren, als ihn ein Brief vom 7. Mai aus Washing­ton erreich­te. Dar­in warn­te ihn die Staats­se­kre­tä­rin, dass jeder, der mit Ins­tex in Zusam­men­hang gebracht wird und einen Han­del mit dem Iran unter Umge­hung von US-Sank­tio­nen betreibt, mit “schwe­ren Kon­se­quen­zen” rech­nen müs­se. Die­se könn­ten einen “Aus­schluss vom Zugang zum US-Finanz­sys­tem” bedeu­ten. Sein Nach­fol­ger Bernd Erbel, Deutsch­lands Bot­schaf­ter in Kai­ro, Bag­dad und Tehe­ran, wur­de unter dubio­sen Umstän­den aus dem Amt gedrängt, noch bevor er über­haupt rich­tig los­le­gen konn­te.

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz und der Fall Bernd Erbel : Wie BILD unlieb­sa­me Diplo­ma­ten aus­bremst

Auch die schon an Mafia­me­tho­den erin­nern­de Ver­fol­gung, Bedro­hung und ver­such­te Bestechung von Kapi­tä­nen, wie der jüngs­te Fall mit dem ira­ni­schen Super­tan­ker “Adri­an Darya 1” zeig­te, trägt Man­del­kers Hand­schrift. Sie ist es auch, die die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve von Emma­nu­el Macron zur Ret­tung des Atom­deals mit dem Iran sabo­tiert und sich wei­gert, grü­nes Licht für eine Kre­dit­li­nie von 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu ertei­len, wie es den Fran­zo­sen und Ira­nern vor­schwebt. Statt­des­sen inten­si­vie­ren die USA die Jagd auf die ira­ni­schen Öllie­fe­run­gen, die sie voll­stän­dig zum Erlie­gen brin­gen wol­len.

Unter­stüt­zung erhält Washing­ton vom israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu, der sich zu einem äußerst kurz­fris­ti­gen Über­ra­schungs­be­such bei sei­nem Amts­kol­le­gen in Lon­don ankün­dig­te. Gan­ze 29 Minu­ten dau­er­te das Gespräch mit Boris John­son, der sich mit­ten im Bre­x­it-Cha­os befin­det. Netan­ja­hu for­der­te von ihm, dass Groß­bri­tan­ni­en als ver­blie­be­ner Ver­trags­part­ner des Atom­ab­kom­mens die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve von Macron ablehnt. Noch vor dem Abflug sag­te er am Flug­ha­fen von Tel Aviv : 

Das ist nicht die Zeit, um Gesprä­che mit dem Iran zu füh­ren. Das ist die Zeit, um den Druck auf den Iran zu erhö­hen. Das sind immer wich­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten für den Staat Isra­el, aber ins­be­son­de­re jetzt.

Damit dürf­te Netan­ja­hu Sig­al Man­del­ker aus der See­le gespro­chen und sie noch wei­ter in ihrem Wirt­schafts­krieg bestärkt haben. Nach John­son traf sich der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent in Lon­don noch mit dem US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper und dem Vize­prä­si­den­ten Mike Pence. 

Mehr zum The­ma — Netan­ja­hu alar­miert über mög­li­che Annä­he­rung zwi­schen USA und Iran

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

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Iran und China einigen sich auf Mega-Deal – Russland mit an Bord


Es dürf­te kein Geheim­nis sein, dass der Iran über schier uner­mess­li­che Men­gen stra­te­gi­scher Roh­stof­fe ver­fügt, dar­un­ter Öl und Gas. Nicht weni­ge inter­na­tio­na­le Beob­ach­ter sind der Ansicht, dass dies einer der Haupt­grün­de dafür ist, dass sich die “west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft” so sehr um die Zukunft des Lan­des sorgt.

Bereits im Jahr 2016 unter­zeich­ne­ten Chi­na und der Iran eine “stra­te­gi­sche Part­ner­schaft”. Vor weni­gen Tagen dann reis­te der ira­ni­sche Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif ins Reich der Mit­te, um einen ent­spre­chen­den Fahr­plan [road map, Anm. d. Red.] und kon­kre­te Inhal­te zur Dis­kus­si­on zu stel­len.

Die Inhal­te etli­cher der dis­ku­tier­ten Eck­punk­te dran­gen nicht an die Öffent­lich­keit. Eines scheint jedoch bereits jetzt sicher : Die alten und neu­en Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Tehe­ran und Bei­jing sym­bo­li­sie­ren viel­leicht ein­drück­li­cher als bereits zuvor die statt­fin­den­de Ver­schie­bung der glo­ba­len Kräf­te­ver­hält­nis­se.

Die zen­tra­le Säu­le des Deals mit einer Lauf­zeit von 25 Jah­ren besteht dem­nach in einem chi­ne­si­schen Inves­ti­ti­ons­pa­ket in Höhe von 280 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in den ira­ni­schen Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Sek­tor. Der immense Betrag kann in den ers­ten fünf Jah­ren der Ver­trags­lauf­zeit zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, wobei vor­ge­se­hen ist, dass wei­te­re Gel­der in einem Fünf­jah­res­zy­klus bereit­ge­stellt wer­den. Vor­aus­set­zung ist die Zustim­mung bei­der Ver­trags­par­tei­en.

Mehr zum The­ma — Trump bei G7-Gip­fel : “Ich will kei­nen Regi­me­chan­ge im Iran, son­dern das Land wie­der reich machen”

Hin­zu kom­men von chi­ne­si­scher Sei­te wei­te­re 120 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die unter glei­chen Bedin­gun­gen in den ira­ni­schen Trans­port- und Fer­ti­gungs­sek­tor inves­tiert wer­den sol­len.

Auch im Fall Chi­nas erfol­gen Inves­ti­tio­nen nicht ohne Gegen­leis­tun­gen. So erhal­ten chi­ne­si­sche Unter­neh­men exklu­si­ve Vor­kaufs­rech­te für neue, gestopp­te oder unvoll­ende­te Pro­jek­te im Öl- und Gas­sek­tor. Glei­ches gilt für Mög­lich­kei­ten im petro­che­mi­schen Bereich, inklu­si­ve des ent­spre­chen­den Tech­no­lo­gie- und Per­so­nal­trans­fers.

Dies wird bis zu 5.000 chi­ne­si­sche Sicher­heits­fach­leu­te auf ira­ni­schem Boden beinhal­ten, um chi­ne­si­sche Pro­jek­te in Chi­na zu schüt­zen. Hin­zu kommt wei­te­res Per­so­nal und Mate­ri­al, um den mög­li­chen Trans­fer von Öl, Gas und petro­che­mi­schen Pro­duk­ten vom Iran nach Chi­na abzu­si­chern, wenn nötig, auch durch den Per­si­schen Golf”, erklär­te dem­zu­fol­ge eine ira­ni­sche Quel­le.

Doch damit nicht genug des stra­te­gi­schen Enga­ge­ments in das Land, das erneut unter mas­si­ven US-Sank­tio­nen, nach Ansicht von US-Prä­si­dent Donald Trump gar den “här­tes­ten (Sank­tio­nen) aller Zei­ten” lei­det.

Chi­na wird von der ira­ni­schen Regie­rung eben­so die Mög­lich­keit erhal­ten, alle Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Pro­duk­te mit einem garan­tier­ten Min­destra­batt zu kau­fen.

Unter den Bedin­gun­gen des neu­en Abkom­mens wer­de Chi­na zudem das Recht ein­ge­räumt, Zah­lun­gen für die ent­spre­chen­den ira­ni­schen Pro­duk­te um bis zu zwei Jah­re zu ver­schie­ben. Chi­na wird sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen, neben dem Ren­min­bi, auch in “wei­chen Wäh­run­gen” nach­kom­men kön­nen. Wäh­run­gen, die es etwa aus Geschäf­ten in Afri­ka und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on (FSU) gewon­nen hat.

Auch hier wird Chi­na daher dem Trend fol­gen, den US-Dol­lar für eige­ne Waren­ge­schäf­te zuneh­mend zu umge­hen. Chi­nas Enga­ge­ment beim Auf­bau der ira­ni­schen Pro­duk­ti­ons­in­fra­struk­tur bewegt sich dabei ganz im Ein­klang mit dem Kon­zept sei­ner “One Belt, One Road”-Initiative, der soge­nann­ten Neu­en Sei­den­stra­ße.

Mehr zum The­ma — Bank of Chi­na geneh­migt Kre­di­te im Wert von 140 Mil­li­ar­den US-Dol­lar für Sei­den­stra­ßen­pro­jek­te

Chi­na beab­sich­tigt bei sei­nen Vor­ha­ben im Iran, die vor Ort ver­füg­ba­ren kos­ten­güns­ti­gen Arbeits­kräf­te zu nut­zen, um Fabri­ken zu bau­en, die von gro­ßen chi­ne­si­schen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men ent­wi­ckelt und kon­stru­iert wer­den und dabei auf in Chi­na bewähr­te Spe­zi­fi­ka­tio­nen und Abläu­fe set­zen.

Die dar­aus resul­tie­ren­den Pro­duk­te wer­den über Stre­cken, die durch Chi­nas zuneh­men­des Enga­ge­ment in der ira­ni­schen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur gebaut oder erneu­ert wer­den, auf den west­li­chen Markt gelan­gen kön­nen.

Als der Ent­wurf des Abkom­mens Ende August dem ira­ni­schen Obers­ten Füh­rer Ali Cha­men­ei von Irans Vize­prä­si­dent Eshagh Dscha­han­gi­ri und hoch­ran­gi­gen Per­sön­lich­kei­ten des Wirt­schafts- und Finanz­mi­nis­te­ri­ums, des Erd­öl­mi­nis­te­ri­ums und des Isla­mi­schen Revo­lu­ti­ons­gar­den­korps vor­ge­stellt wur­de, ver­kün­de­te die­ser, dass der Iran einen Ver­trag mit Chi­na unter­zeich­net habe, um ein Pro­jekt zur Elek­tri­fi­zie­rung der rund 900 Kilo­me­ter lan­gen Haupt­ei­sen­bahn­stre­cke zwi­schen Tehe­ran und der nord­öst­li­chen Stadt Masch­had durch­zu­füh­ren.

Dscha­han­gi­ri füg­te hin­zu, dass es auch Plä­ne gäbe, eine Hoch­ge­schwin­dig­keits-Eisen­bahn­stre­cke von Tehe­ran über Ghom nach Isfa­han zu bau­en und die­ses aus­ge­bau­te Netz durch Tab­ris bis in den Nord­wes­ten zu erwei­tern.

Tab­ris, Hei­mat einer Rei­he von wich­ti­gen Öl- und Gas-Pro­duk­ti­ons­stät­ten und Aus­gangs­punkt für die Gas­pipe­line Tab­ris-Anka­ra, soll ein Dreh­kreuz der 2.300 Kilo­me­ter lan­gen Neu­en Sei­den­stra­ße wer­den, um Urum­qi (die Haupt­stadt der west­li­chen chi­ne­si­schen Xin­jiang-Pro­vinz) mit Tehe­ran und dadurch auch Kasach­stan, Kir­gi­si­stan, Usbe­ki­stan und Turk­me­ni­stan zu ver­bin­den, bevor sie dann über die Tür­kei nach Euro­pa führt.

Das Pipe­line-Pro­jekt erfor­dert dem­zu­fol­ge die Zusam­men­ar­beit mit Russ­land und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. So ent­hält die chi­ne­sisch-ira­ni­sche Ver­ein­ba­rung laut ira­ni­scher Quel­le eine Klau­sel, die es min­des­tens einem rus­si­schen Unter­neh­men ermög­licht, sich neben einem chi­ne­si­schen Betrei­ber auch zu ver­güns­tig­ten Kon­di­tio­nen an der stra­te­gi­schen Part­ner­schaft zu betei­li­gen.

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Iran kündigt weiteren Teilrückzug aus Atomabkommen an


Der Iran hat ange­kün­digt, sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus dem Atom­ab­kom­men von 2015 wei­ter zu redu­zie­ren. Der Schritt erfolg­te weni­ge Stun­den nach der Ver­schär­fung der US-Sank­tio­nen gegen das Land. Er wird als Reak­ti­on auf die Unfä­hig­keit der EU-Ver­trags­part­ner ver­stan­den, den US-Ame­ri­ka­nern ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Die erneu­te Redu­zie­rung der aus dem JCPOA-Ver­trag resul­tie­ren­den Ver­pflich­tun­gen ist bereits die drit­te, die der Iran in die­sem Jahr beschlos­sen hat. Wei­te­re Ein­zel­hei­ten zur Umset­zung sol­len noch in die­ser Woche bekannt gege­ben wer­den. Der ira­ni­sche Prä­si­dent Hassan Roha­ni erklär­te am Mitt­woch in einer Fern­seh­an­spra­che :

Wir wer­den alle not­wen­di­gen Schrit­te unter­neh­men, um die Rech­te und Inter­es­sen der ira­ni­schen Nati­on zu schüt­zen … In der drit­ten Stu­fe soll die ira­ni­sche Atom­or­ga­ni­sa­ti­on ab Frei­tag ohne Ein­schrän­kung alles in Angriff neh­men, was für den Aus­bau der natio­na­len Atom­tech­no­lo­gie und für die For­schung not­wen­dig ist.

Der ange­kün­dig­te drit­te Schritt soll am Frei­tag voll­zo­gen wer­den, falls die EU die ira­ni­sche Wirt­schaft nicht vor US-ame­ri­ka­ni­schen Sank­tio­nen schützt. Es wird erwar­tet, dass die­ser Schritt gra­vie­ren­der sein wird als die vor­he­ri­gen bei­den. Er könn­te den Aus­bau des Vor­rats an ange­rei­cher­tem Uran über die 300kg-Gren­ze sowie die Über­schrei­tung der Anrei­che­rungs­schwel­le über 3,67 Pro­zent hin­aus beinhal­ten.

Roha­ni kün­dig­te aller­dings auch an, dass die Ver­trags­part­ner des Atom­ab­kom­mens zwei Mona­te Zeit für des­sen Umset­zung hät­ten. In die­sem Fall wer­de auch der Iran das Atom­ab­kom­men wie­der ein­hal­ten, so Roha­ni nach Anga­ben sei­nes Web­por­tals.

Die Ankün­di­gung Tehe­rans erfolg­te weni­ge Stun­den, nach­dem die USA das Land mit einer neu­en Serie von Sank­tio­nen über­zo­gen hat­ten, die auf angeb­lich mit den Revo­lu­ti­ons­gar­den ver­bun­de­ne Ölge­schäf­te abziel­ten. Die Revo­lu­ti­ons­gar­den, eine Eli­te­trup­pe des ira­ni­schen Mili­tärs, war von Washing­ton Anfang des Jah­res als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft wor­den. US-Ver­tre­ter ver­si­cher­ten, den “maxi­ma­len Druck” gegen Tehe­ran auf­recht­zu­er­hal­ten und schlos­sen jede Mög­lich­keit eines Sank­ti­ons­ver­zichts aus.

Die neu­es­te Ver­schär­fung der US-Sank­tio­nen droht den jüngs­ten euro­päi­schen Ret­tungs­ver­such für das Atom­ab­kom­men von 2015 zu zer­stö­ren, bevor die­ser über­haupt gestar­tet wer­den konn­te. Frank­reich hat­te ein Kre­dit­pro­gramm für den Iran in Höhe von 15 Mil­li­ar­den Dol­lar vor­ge­schla­gen, das im Gegen­zug für das Fest­hal­ten an dem Ver­trag und die Bereit­schaft zur Teil­nah­me an regio­na­len Sicher­heits­ge­sprä­chen auf­ge­legt wer­den könn­te.

Paris räum­te aber ein, dass ein sol­ches Pro­gramm nur mög­lich wäre, wenn die USA den Euro­pä­ern Aus­nah­men von den Sank­tio­nen gewähr­ten. Zudem lehnt der Iran bis­lang strikt ab, für den Kre­dit auf poli­ti­sche For­de­run­gen ein­zu­ge­hen, die nicht direkt mit dem Atom­pro­gramm zu tun haben.

Die USA waren im Jahr 2018 unter Bruch des Völ­ker­rechts aus dem JCPOA-Ver­trag aus­ge­stie­gen und über­zieht den Iran seit­dem mit eben­falls völ­ker­rechts­wid­ri­gen Sank­tio­nen, die sich auch gegen die Han­dels­part­ner des Lan­des rich­ten.

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Iran fordert 15 Milliarden Dollar für Rettung des Atomabkommens


Tehe­ran knüpft die Rück­kehr zu den Ver­pflich­tun­gen des Atom­ab­kom­mens an den Erhalt eines Kre­dits in Höhe von unge­fähr 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar (13,7 Mil­li­ar­den Euro). Als Alter­na­ti­ve dazu könn­ten die euro­päi­schen Ver­trags­part­ner ira­ni­sches Öl in die­sem Wert kau­fen, wie der ira­ni­sche Vize­au­ßen­mi­nis­ter Abbas Aragh­chi laut der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters am Mitt­woch mit­teil­te.
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Russland bietet Iran Nutzung des Wolga-Don-Kanals für Ölexporte an


Washing­tons Wil­le wur­de im Fall des ira­ni­schen Super­tan­kers “Grace 1” (jetzt “Adri­an Darya 1”/Anm.) umge­setzt, obwohl nicht ein ein­zi­ger US-Sol­dat bei der Erstür­mung und Fest­set­zung am 4. Juli betei­ligt war. Schwam­mi­ge EU-Sank­tio­nen und ein “Tipp” aus den USA haben gereicht, dass Groß­bri­tan­ni­en zusam­men mit sei­ner kolo­nia­len Depen­denz Gibral­tar zum Angriff blies. Dass die EU-Regie­run­gen hin­ter die­sem Angriff stan­den und ihn auch noch ver­tei­dig­ten, zeugt von der Sta­tur und Hal­tung der Euro­pä­er gegen­über dem Wei­ßen Haus.

Trotz der Anpas­sung gibral­ta­ri­scher Geset­ze und Ver­län­ge­run­gen der Fest­set­zung des Tan­kers muss­ten die Bri­ten die “Grace 1” am Ende frei­las­sen. Die An- und Beschul­di­gun­gen erwie­sen sich als halt­los und konn­ten nicht mal vor einem Gericht auf Gibral­tar stand­hal­ten. Für Washing­ton war die Sache damit aber noch nicht erle­digt. Gede­mü­tigt warn­ten die USA alle Anrai­ner­staa­ten im Mit­tel­meer davor, den nun­mehr in “Adri­an Darya 1” umge­tauf­ten Super­tan­ker in ihren Häfen auf­zu­neh­men. Damit wür­den sie sich der “Ter­ror­un­ter­stüt­zung” schul­dig machen und könn­ten ent­spre­chend bestraft wer­den.

Für den Iran ist somit der her­kömm­li­che Weg zur Erfül­lung sei­ner Ölver­käu­fe an Län­der wie Syri­en oder die Tür­kei, die abhän­gig von der Grö­ße bzw. Tie­fe des Tan­kers bis­her über den Sues­ka­nal oder eben durch die Stra­ße von Gibral­tar belie­fert wur­den, zu gefähr­lich.

Um das Risi­ko einer erneu­ten Fest­set­zung durch eine euro­päi­sche Armee zu mini­mie­ren, die zwangs­läu­fig Aus­wir­kun­gen auf die Sta­bi­li­tät im Per­si­schen Golf haben wür­de, bot sich nun Russ­land als Alter­na­ti­ve für die ira­ni­sche Regie­rung an. Statt die Süd­rou­te über den Per­si­schen Golf zu nut­zen, könn­ten die Lie­fe­run­gen für Kun­den am öst­li­chen Mit­tel­meer über das Kas­pi­sche und schließ­lich das Schwar­ze Meer trans­por­tiert wer­den.

Dafür könn­ten ira­ni­sche Tan­ker den Wol­ga-Don-Kanal benut­zen, der die bei­den Bin­nen­mee­re mit­ein­an­der ver­bin­det. Mit dem Ölter­mi­nal in der Nähe der Stadt Nekā ver­fügt der Iran bereits über eine funk­tio­nie­ren­de Infra­struk­tur im Nor­den des Lan­des. Bis zu 250 Mil­lio­nen Ton­nen Öl und Ölde­ri­va­te kön­nen hier gela­gert wer­den.

Seit der Ver­hän­gung der west­li­chen Sank­tio­nen gegen Russ­land nach der Wie­der­ein­glie­de­rung der Halb­in­sel Krim in die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on ist die Bedeu­tung der Öllie­fe­run­gen im Kas­pi­schen Meer gestie­gen, seit­dem Mos­kau soge­nann­te Bar­ter­ge­schäf­te mit dem Iran betreibt. Waren aus Russ­land wer­den im Gegen­zug für Öl in die Isla­mi­sche Repu­blik Iran gelie­fert.

Regie­rungs­ver­tre­ter der Krim beton­ten eben­falls ihr Inter­es­se an einem wach­sen­den Geschäfts­vo­lu­men mit Tehe­ran. Geor­gi Mura­dow, Vize­mi­nis­ter­prä­si­dent der Krim, sag­te der rus­si­schen Nach­rich­ten­agen­tur TASS :

(Unser) gemein­sa­mes Inter­es­se einer Koope­ra­ti­on zwi­schen dem Iran und der Krim wächst, ins­be­son­de­re ange­sichts der anti-ira­ni­schen US-Poli­tik, der Sank­tio­nen, die gegen die­ses Land ver­hängt wur­den, und der damit ein­her­ge­hen­den Kon­se­quen­zen. (…) Wir signa­li­sie­ren auch unse­re Bereit­schaft, mit dem Iran frucht­bar zu koope­rie­ren, und berück­sich­ti­gen ver­schie­de­ne Optio­nen. So kann der Iran bei­spiels­wei­se von unse­ren Hafen­ka­pa­zi­tä­ten für Öllie­fe­run­gen pro­fi­tie­ren. 

Damit eröff­nen sich dem Iran neue Mög­lich­kei­ten, um sich dem völ­ker­rechts­wid­ri­gen Zugriff der USA auf sei­ne Öltan­ker zu ent­zie­hen, die von all­zu bereit­wil­li­gen EU-Staa­ten aus­ge­führt wer­den. Die­ser eher aus der Not gebo­re­ne Schritt könn­te sich hin­ge­gen als wei­te­rer Bestand­teil der chi­ne­si­schen Neu­en Sei­den­stra­ße erwei­sen, für die die Krim eine wich­ti­ge Rol­le spielt. So gibt es bereits Plä­ne für eine enge­re Koope­ra­ti­on zwi­schen der Halb­in­sel und der süd­chi­ne­si­schen Pro­vinz Hai­n­an, der größ­ten Insel Chi­nas und zugleich ein Tou­ris­ten­ma­gnet.

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Anschlag oder Unfall ? Im Iran explodiert Trägerrakete beim Start


Die Ver­öf­fent­li­chung eines Bil­des der Unfall­stel­le durch Trump und die unauf­ge­for­der­te Erklä­rung, dass die USA nichts mit dem Unfall zu tun haben, sorgt für gro­ße Empö­rung. Denn das rela­tiv hoch­auf­lö­sen­de Bild stammt mut­maß­lich von einem Spio­na­ge­sa­tel­li­ten oder ange­sichts des auf­ge­nom­me­nen Win­kels von einer Über­wa­chungs­droh­ne und nicht von einem kom­mer­zi­el­len Satel­li­ten. Kri­ti­ker wer­fen Trump nun vor, dass er damit die Mög­lich­kei­ten und Quel­len der Geheim­diens­te ver­ra­ten habe, die ansons­ten sehr auf Ver­schwie­gen­heit und Ambi­va­lenz bedacht sind.

In sei­nem Tweet vom Frei­tag erklär­te der US-Prä­si­dent :

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka waren in den kata­stro­pha­len Unfall wäh­rend der letz­ten Start­vor­be­rei­tun­gen für den Safir-SLV-Start am Sem­nan Abschuss­ram­pe Eins im Iran nicht ver­wi­ckelt. Ich wün­sche dem Iran alles Gute und viel Glück bei der Auf­klä­rung, was an Abschuss­ram­pe Eins pas­siert ist.

Es ist nicht bekannt, was genau die ira­ni­sche Safir-Trä­ger­ra­ke­te in die Erd­um­lauf­bahn brin­gen soll­te. Es könn­te sich um einen Nahid-1-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sa­tel­li­ten han­deln, da die ira­ni­schen Behör­den Anfang August bekannt gaben, dass der Satel­lit fer­tig ist und dem­nächst ins All gebracht wer­den soll­te.

Auch Tehe­ran spricht von einem Unfall und nicht von einem Anschlag. Ein nament­lich nicht genann­tes Regie­rungs­mit­glied sag­te gegen­über der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters, dass die Rake­te auf­grund von “tech­ni­schen Pro­ble­men” explo­diert sei, aber die “jun­gen Wis­sen­schaft­ler an der Behe­bung des Pro­blems arbei­ten”. Auch ande­re Exper­ten gehen davon aus, dass es sich um einen Unfall han­del­te. Micha­el Elleman vom Inter­na­tio­nal Insti­tu­te for Stra­te­gic Stu­dies meint, die Explo­si­on könn­te wäh­rend des Betan­kens der Rake­te oder auf­grund eines Strom­aus­falls pas­siert sein.

Heu­te mor­gen mel­de­te sich jeden­falls der ira­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mi­nis­ter Moham­mad Dscha­wad Jahro­mi eben­falls über Twit­ter zu Wort und wünsch­te Donald Trump einen “guten Mor­gen”, wäh­rend er sich und den ver­meint­li­chen Nahid-1-Satel­li­ten zeig­te. Dabei soll die Nach­richt über­mit­telt wer­den, dass dem Satel­li­ten bei der Explo­si­on nichts zuge­sto­ßen ist. Der nächs­te Anlauf ins Welt­all soll bereits im Sep­tem­ber gesche­hen, so der Minis­ter bei einer Pres­se­kon­fe­renz.

Mehr zum The­maIrans Außen­mi­nis­ter in Peking : Chi­na und Iran unter­stüt­zen inter­na­tio­na­len Mul­ti­la­te­ra­lis­mus

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Netanjahu alarmiert über mögliche Annäherung zwischen USA und Iran


Wir wol­len kei­nen Regime­wech­sel” im Iran. Die­se Wor­te des US-Prä­si­den­ten beim G7-Gip­fel im fran­zö­si­schen Biar­ritz müs­sen bei sei­nem Natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton und wei­te­ren Ver­fech­tern genau die­ser Iran-Stra­te­gie in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka wie ein Schlag ins Gesicht vor­ge­kom­men sein. Doch nicht nur in den USA, son­dern auch in Isra­el wur­de das, was sich in Frank­reich abge­spielt hat, mit Ärger und Frust zur Kennt­nis genom­men.

Mehr zum The­ma — Trump bei G7-Gip­fel : “Ich will kei­nen Regi­me­chan­ge im Iran, son­dern das Land wie­der reich machen”

Die über­ra­schen­de und kurz­fris­ti­ge Ein­la­dung von Emma­nu­el Macron an den ira­ni­schen Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif und die zur Chef­sa­che erklär­te Posi­ti­on des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten, zwi­schen den USA und dem Iran ver­mit­teln zu wol­len. Macron zeig­te sich opti­mis­tisch, dass ein Tref­fen zwi­schen Trump und sei­nem ira­ni­schen Amts­kol­le­gen Hassan Roha­ni schon bald mög­lich sein könn­te, viel­leicht sogar schon im Sep­tem­ber – eine Woche nach den erneu­ten Wah­len in Isra­el – bei der UN-Voll­ver­samm­lung in New York. Auch Trump selbst zeig­te sich für ein Tref­fen mit Roha­ni grund­sätz­lich offen.

Wie der israe­li­sche Jour­na­list Barak Ravid unter Beru­fung auf Aus­sa­gen von nicht nament­lich genann­ten Minis­tern im Kabi­nett von Ben­ja­min Netan­ja­hu berich­tet, habe man im Sicher­heits­ka­bi­nett bereits über die Mög­lich­kei­ten einer Annä­he­rung zwi­schen der US-Regie­rung und dem Iran dis­ku­tiert. Es wird dem­nach auch nach Optio­nen gesucht, um genau das zu ver­hin­dern, doch schei­nen die­se zumin­dest zum jet­zi­gen Zeit­punkt eher “limi­tiert” zu sein. So sag­te ein Minis­ter gegen­über Ravid :

Wir haben kein Inter­es­se an Gesprä­chen zwi­schen den USA und dem Iran, aber unse­re Mög­lich­keit, Trump zu beein­flus­sen oder ihn in die­ser Ange­le­gen­heit zu kon­fron­tie­ren, ist ziem­lich limi­tiert.

Noch set­zen die Israe­lis offen­bar dar­auf, dass Trump das bal­lis­ti­sche Rake­ten­pro­gramm der Ira­ner als Ver­hand­lungs­grund­la­ge für Gesprä­che vor­aus­setzt, was von Tehe­ran vehe­ment abge­lehnt wird.

Unter­des­sen scheint Netan­ja­hu auf eine Stra­te­gie der Eska­la­ti­on zu set­zen, indem er ver­sucht, durch Angrif­fe auf Zie­le im Irak, Syri­en und Liba­non – eini­ge israe­li­sche Zei­tun­gen schrei­ben sogar, dass selbst die Huthi im Jemen ange­grif­fen wer­den soll – eine ira­ni­sche Reak­ti­on zu pro­vo­zie­ren, was die diplo­ma­ti­sche Initia­ti­ve umge­hend zum Schei­tern brin­gen wür­de. Ins­be­son­de­re eine erneu­te krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der liba­ne­si­schen “Par­tei Got­tes” His­bol­lah scheint dabei im Fokus die­ser Stra­te­gie zu ste­hen.

Nach­dem der ira­ki­sche Oppo­si­ti­ons­block Fatah bereits von einer “Kriegs­er­klä­rung” Isra­els sprach, benutz­te auch der liba­ne­si­sche Prä­si­dent Michel Aoun den­sel­ben Aus­druck, mit allen damit ein­her­ge­hen­den Kon­se­quen­zen. Say­y­ed Hassan Nas­ral­lah, der Gene­ral­se­kre­tär der His­bol­lah, kün­dig­te bereits Ver­gel­tung an. Dar­auf­hin rief Netan­ja­hu US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo an und bat ihn, der Regie­rung in Bei­rut eine War­nung zu über­mit­teln. Laut israe­li­schen Regie­rungs­mit­glie­dern soll Netan­ja­hu gesagt haben, dass Isra­el die liba­ne­si­sche Regie­rung ver­ant­wort­lich hal­ten und nicht zwi­schen His­bol­lah und Regie­rungs­trup­pen unter­schei­den wird, soll­te die schii­ti­sche Miliz ihre Dro­hung tat­säch­lich umset­zen.

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