Eskalation in Gaza und Israel : Wurde Netanjahu von seinem Verteidigungsminister ausgetrickst ?


In der Nacht von Sonn­tag auf Mon­tag führ­te die israe­li­sche Eli­te­ein­heit Saye­ret Mat­kal eine Geheim­ope­ra­ti­on im Gaza­strei­fen in der Nähe von Khan Yunis durch. In einem Zivil­fahr­zeug ver­such­te die Ein­heit, einen Kom­man­deur der Nas­ser Salah­din Bri­ga­de, Nour Bara­ka, ent­we­der zu töten oder gefan­gen zu neh­men. Bara­ka war bei der Hamas dafür zustän­dig, wel­che Waren und Waf­fen von Isra­el in den Gaza­strei­fen geschmug­gelt wer­den. Doch die israe­li­sche Ein­heit wur­de von der Izz al-Din al-Qas­sam Bri­ga­de ent­tarnt, und es kam zu einem Feu­er­ge­fecht. Die Israe­lis for­der­ten Luft­un­ter­stüt­zung an, um sich aus der Umzin­ge­lung der Paläs­ti­nen­ser zu lösen. Die Kampf­jets der Isra­el Air Force lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten und feu­er­ten nach paläs­ti­nen­si­schen Anga­ben “mehr als 40 Rake­ten” auf die Stel­lun­gen der Qas­sam Bri­ga­de ab.

Bei die­sen Luft­an­grif­fen star­ben sie­ben Paläs­ti­nen­ser, dar­un­ter auch Nour Bara­ka, sowie im Zuge des Feu­er­ge­fechts der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter der israe­li­schen Ein­heit, Mah­mud Kheired­di­ne, ein Dru­se.

Als Reak­ti­on auf die­se israe­li­sche Ope­ra­ti­on im Gaza­strei­fen und die Bom­bar­die­rung durch die Luft­waf­fe begann die Hamas, Rake­ten auf Isra­el abzu­feu­ern. Der Rake­ten­be­schuss und die Luft­an­grif­fe dau­er­ten auch noch von Mon­tag auf Diens­tag an, ohne Anzei­chen einer Dees­ka­la­ti­on. Statt­des­sen ver­legt die israe­li­sche Armee nun ver­stärkt Trup­pen und schwe­res Kriegs­ge­rät an die “Gren­ze” zum Gaza­strei­fen, in Erwar­tung eines Inva­si­ons­be­fehls vom Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu.

Netan­ja­hu selbst befand sich zu die­ser Zeit anläss­lich der Gedenk­fei­ern zum Ende des Ers­ten Welt­krie­ges in Paris, wo er unter ande­rem auch zum ers­ten Mal seit dem Abschuss des rus­si­schen Auf­klä­rungs­flug­zeugs in Syri­en Wla­di­mir Putin traf. Die Ereig­nis­se rund um die israe­li­sche Ope­ra­ti­on im Gaza­strei­fen sowie der erneu­te Gewalt­aus­bruch zwan­gen Netan­ja­hu aller­dings, sei­nen Besuch in Frank­reich vor­zei­tig abzu­bre­chen und nach Isra­el zurück­zu­keh­ren.

Dass der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent wäh­rend die­ser Geheim­ope­ra­ti­on außer Lan­des war und sei­nen Aus­lands­be­such des­we­gen abbre­chen muss­te, wirft ein paar Fra­gen auf. Wuss­te Netan­ja­hu dar­über Bescheid ? Wenn ja, ging er davon aus, dass sie plan­mä­ßig und ohne Ver­lus­te und — was noch viel wich­ti­ger ist — ohne Gegen­re­ak­tio­nen der Hamas über die Büh­ne gehen wür­de ? Oder hat ihn Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Avigdor Lie­ber­man erst gar nicht über die­se Ope­ra­ti­on im Vor­feld infor­miert, son­dern erst dann, als die Lage außer Kon­trol­le gera­ten war ?

Die Ent­schei­dung über Krieg und Frie­den, über den Ein­satz von “groß­an­ge­leg­ten Mili­tär­ein­sät­zen”, hat sich das israe­li­sche Par­la­ment in einer schnel­len Reak­ti­on wie­der zurück­ge­holt, nach­dem es im April selbst ein Gesetz ver­ab­schie­det hat­te, wonach nur der Minis­ter­prä­si­dent und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter über die­se Fra­ge zu ent­schei­den hät­ten. Ledig­lich bei “extre­men Umstän­den” könn­ten Mili­tär­ein­sät­ze ohne die Zustim­mung des gesam­ten Kabi­netts erfol­gen, wobei nicht defi­niert war, was als “extre­me Umstän­de” gel­ten soll­te.

Ein wei­te­res Indiz dafür, dass nicht nur die­se Geheim­ope­ra­ti­on, son­dern auch etwas auf obers­ter Regie­rungs­ebe­ne schief­ge­lau­fen ist, war die Unzu­frie­den­heit des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters über die leich­te Ent­span­nungs­po­li­tik gegen­über Gaza, die Netan­ja­hu zuletzt gefah­ren ist. Nach mona­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen hat­te die­ser nur einen Tag vor sei­ner Abrei­se Katar erlaubt, fünf­zehn Mil­lio­nen US-Dol­lar Bar­geld in drei Kof­fern nach Gaza zu brin­gen, um die Gehäl­ter von hun­der­ten Behör­den­mit­ar­bei­tern zu bezah­len. Und Katar durf­te auch drin­gend benö­tig­ten Die­sel nach Gaza lie­fern, um die Ver­füg­bar­keits­span­ne von elek­tri­schem Strom von vier auf acht Stun­den pro Tag zu erhö­hen. Isra­el und Katar haben sich sogar dar­auf geei­nigt, auf Zypern einen Hafen zu bau­en, der unter “israe­li­scher Sicher­heits­über­wa­chung” ste­hen und so den Zugang zum euro­päi­schen Markt für die Paläs­ti­nen­ser in Gaza ermög­li­chen soll­te. Und durch die Media­ti­on von Ägyp­ten war es gelun­gen, die Pro­tes­te gegen die israe­li­sche Blo­cka­de ein­zu­däm­men, die jeweils nach den Frei­tags­ge­be­ten statt­fan­den und eben­falls für hun­der­te Todes­op­fer auf paläs­ti­nen­si­scher Sei­te sorg­ten.

Die von Deutsch­land und Nor­we­gen ver­mit­tel­ten Gesprä­che zwi­schen Isra­el und der Hamas sowie die von Ägyp­ten unter­stütz­ten “indi­rek­ten Waf­fen­still­stands­ge­sprä­che” waren auf einem guten Wege, wie es aus diplo­ma­ti­schen Krei­sen hieß. Doch die­se gesam­te Ent­wick­lung der letz­ten Mona­te wur­de nun durch die­se israe­li­sche Ope­ra­ti­on von Sonn­tag­nacht im Keim erstickt. Gesprä­che mit der UNO und Ägyp­ten über einen Waf­fen­still­stand wur­den abge­bro­chen, wie israe­li­sche Regie­rungs­be­am­te bekannt­ga­ben. Statt­des­sen wet­zen jetzt jene Minis­ter, die von Anfang an gegen jeg­li­che Gesprä­che mit der Hamas waren, ihre Klin­gen und for­dern end­lich eine Inva­si­on in den Gaza­strei­fen.

RT Deutsch


Oman zwischen den Stühlen : Israel und USA fördern Kooperationen mit Feindbild Iran


Im Okto­ber emp­fing der Sul­tan von Oman, Qabus ibn Said, eine israe­li­sche Dele­ga­ti­on unter der Lei­tung von Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu, sei­ner Frau Sara und dem Direk­tor des Aus­lands­ge­heim­diens­tes Mos­sad, Yos­si Cohen, in der osma­ni­schen Haupt­stadt Mas­kat. Es war der ers­te Staats­be­such aus Isra­el seit 1996 zwi­schen den bei­den Län­dern, auch gibt es kei­ne diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen zwi­schen den Län­dern.

Mehr zum The­ma — Netan­ja­hu im Golf­staat Oman – Ver­hand­lun­gen über Frie­dens­pro­zess im Nahen Osten

Neben einem Gespräch über den andau­ern­den israe­lisch-paläs­ti­nen­si­schen Kon­flikt war eine der Bot­schaf­ten des israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten, dass die Golf­staa­ten und Isra­el in Oppo­si­ti­on zum geg­ne­ri­schen Iran ver­eint sei­en. Die ira­ni­sche Füh­rung kri­ti­sier­te den Besuch und wer­te­te ihn als Ver­such, die Bezie­hun­gen zwi­schen den mus­li­mi­schen Län­dern zu spal­ten.

Ver­mehr­te Besu­che hoch­ran­gi­ger israe­li­scher Beam­ter — Washing­ton begrüßt “Dia­log”

Weni­ger als zwei Wochen nach dem Besuch des israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten folg­te der Ver­kehrs- und Nach­rich­ten­dienst­mi­nis­ter, Isra­el Katz. Dabei ging es offi­zi­ell um die soge­nann­te Initia­ti­ve “Tracks for Regio­nal Peace” (über­setzt : “Glei­se für den regio­na­len Frie­den”), die Errich­tung von Eisen­bahn­ver­bin­dun­gen zwi­schen dem Mit­tel­meer und dem per­si­schen Golf, über Hai­fa, Jor­da­ni­en, Sau­di-Ara­bi­en in meh­re­re Golf­staa­ten, wie die Emi­ra­te und Oman. 

Der Vor­schlag ist Teil eines Vor­sto­ßes Isra­els, regio­na­le Ent­wick­lun­gen zu nut­zen und antiira­ni­sche Res­sen­ti­ments zu schü­ren. Katz erwähn­te im letz­ten Monat, dass er das Bahn-Pro­jekt auch der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vor­ge­stellt habe und die deut­sche Regie­rung erwä­ge, an dem Pro­jekt mit­zu­wir­ken.

Das Bahn­pro­jekt, eine Idee von Katz per­sön­lich, wur­de dem Son­der­ge­sand­ten der USA für den Nahen Osten, Jason Green­blatt bei einem Besuch in Isra­el prä­sen­tiert. Im Namen der US-Regie­rung begrüß­te Green­blatt die Initia­ti­ve und for­der­te die Unter­stüt­zung des Dia­logs zwi­schen Isra­el und den ara­bi­schen Staa­ten.

Auf Twit­ter schrieb er zu dem Besuch von Katz in Mas­kat : “Die­se Bemü­hun­gen unter­stüt­zen unse­re Bemü­hun­gen.”

Einem Wer­be­vi­deo zufol­ge soll sich das mit öffent­li­chen-pri­va­ten Mit­teln gestemm­te Pro­jekt durch die damit erlang­ten wirt­schaft­li­chen Pro­fi­te inner­halb von zehn Jah­ren rech­nen. Die Trans­port­we­ge über Land sol­len außer­dem dazu die­nen, die “Sicher­heits­be­dro­hun­gen zu ver­mei­den, die von Iran in der Stra­ße von Hor­mus aus­ge­hen und in der Bab-al-Man­dab” Mee­resen­ge.

Gemein­sa­mer Feind : Iran

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten gab es ver­mehrt Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Durch­fahrts­rech­te in der Stra­ße von Hor­mus. Die Meer­enge ist teil­wei­se weni­ger als 60 Kilo­me­ter breit, Schif­fe durch­fah­ren dabei die Hoheits­ge­wäs­ser des Irans. Durch die Meer­enge wer­den rund 20 Pro­zent des welt­weit ver­mark­te­ten Öls ver­schifft, und immer wie­der gibt es dort Span­nun­gen.

Mehr zum The­ma — Iran plant Mili­tär­übung zur Schlie­ßung der Stra­ße von Hor­mus

Josh Block, Prä­si­dent des Isra­el-Pro­jekts, schrieb im Wall Street Jour­nal : 

Obwohl Isra­el und die ara­bi­schen Golf­staa­ten seit lan­gem gehei­me diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen unter­hal­ten, haben die jüngs­ten öffent­li­chen Ges­ten der Nor­ma­li­sie­rung die Bezie­hung auf eine neue Ebe­ne geho­ben”.

Block ver­wies dabei auch auf eine “gemein­sa­me Bedro­hung durch den Iran”.

Omans Ver­kehrs­mi­nis­ter Dr. Ahmed Moham­med Al-Futai­si hat­te gegen­über Medi­en betont, die Ein­la­dung an Katz sei ein­zig vor dem Hin­ter­grund des Tref­fens der Inter­na­tio­na­len Stra­ßen­trans­port­uni­on (IRU) in Oman erfolgt. Ein Aus­schluss von Ver­tre­tern eines ein­zel­nen Lan­des sei nicht mög­lich.

Katz hat­te eine for­mel­le Ein­la­dung von sei­nem oma­ni­schen Amts­kol­le­gen und den Orga­ni­sa­to­ren der Kon­fe­renz erhal­ten, was nach Anga­ben von Midd­le East Moni­tor eben­falls eine Beson­der­heit zu sein scheint, wur­de damit doch das ers­te Mal ein israe­li­scher Minis­ter for­mell zur Teil­nah­me an einer inter­na­tio­na­len Kon­fe­renz im Oman ein­ge­la­den. Emp­fan­gen wur­de er mit dem tra­di­tio­nel­len Schwert­tanz.

Katz sitzt im Sicher­heits­ka­bi­nett Isra­els und ist als Hard­li­ner bekannt, der auch vor geziel­ten Tötun­gen — bei­spiels­wei­se von Akti­vis­ten der poli­ti­schen Kam­pa­gne BDS (Boy­cott, Dive­st­ment and Sanc­tions) — nicht zurück­schreckt, die sich durch Boy­kott-Auf­ru­fe gegen die Besat­zung von pa­läs­ti­nen­sischen Ter­ri­to­ri­en durch Isra­el stellt.

Seit dem ver­gan­ge­nen Jahr brach­te Washing­ton Plä­ne einer Mili­tär­al­li­anz ara­bi­scher Staa­ten auf den Weg wel­che sich deut­lich gegen den Iran rich­tet. Die Stra­te­gi­schen Alli­anz für den Nahen Osten (MESA) soll laut Wei­ßem Haus eine ara­bi­sche Vari­an­te einer “NATO-ähn­li­chen Alli­anz” dar­stel­len und hat eine sehr kla­re Aus­rich­tung :

MESA wird als Boll­werk gegen ira­ni­sche Aggres­si­on, Ter­ro­ris­mus, Extre­mis­mus und Sta­bi­li­tät im Nahen Osten die­nen.”

Dahin­ter ste­he eine stra­gi­sche Part­ner­schaft zwi­schen den USA und den Staa­ten des Golf-Koope­ra­ti­ons­ra­tes (GCC) sowie Ägyp­ten und Jor­da­ni­en. US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo unter­mau­er­te erst vor weni­gen Wochen die Ansich­ten Washing­tons über die wah­ren Fein­de des Frie­dens im Nahen Osten. Ziel von MESA sol­le es wer­den

ter­ro­ris­ti­sche Grup­pen zu besie­gen, Syri­en und Jemen Frie­den und Sta­bi­li­tät zu brin­gen, einen flo­rie­ren­den und inte­gra­ti­ven Irak zu gewähr­leis­ten und die bös­ar­ti­gen Akti­vi­tä­ten des Iran in der Regi­on zu stop­pen.” 

Mehr zum The­ma - Jemen-Krieg : Söld­ner der Emi­ra­te bege­hen gezielt Kriegs­ver­bre­chen

Wäh­rend der Frie­den in der Regi­on sicher­lich nicht uner­heb­lich unter einer Rei­he der geplan­ten MESA-Mit­glie­der lei­det und eini­ge davon auf ver­schie­de­ne Arten Ter­ro­ris­mus unter­stüt­zen, wird immer häu­fi­ger offen debat­tiert, dass das vor­sätz­li­che Mor­den von Zivi­lis­ten sei­tens Sau­di-Ara­bi­en und sei­nen Ver­bün­de­ten im Jemen ver­an­stal­te­te Geno­zid been­det wer­den muss.

Omans Neu­tra­li­tät unter Druck

Eine Rei­he wei­te­rer hoch­ran­gi­ger israe­li­scher Beam­ter besuch­te den­noch bereits bis­her den um Neu­tra­li­tät bemüh­ten Golf­staat. Auch in den Kon­flik­ten des Nahen Ostens hat­te sich das Sul­ta­nat bis­lang wei­test­ge­hend zurück­ge­hal­ten, da sei­ne Mehr­heits­be­völ­ke­rung weder schii­tisch noch sun­ni­tisch ist, eine Bevöl­ke­rungs­mehr­heit von etwa 75 Pro­zent sind Iba­di­ten.

Zwi­schen Isra­el und ande­ren ara­bi­schen Staa­ten gibt es seit län­ge­rem eine Annä­he­rung von Inter­es­sen, auch hin­sicht­lich der Ein­däm­mung des Iran. Laut einem Bericht des Maga­zins For­eign Poli­cy fin­den regel­mä­ßi­ge Tref­fen zwi­schen den israe­li­schen, ägyp­ti­schen, jor­da­ni­schen Geheim­dienst­chefs und denen der Golf­staa­ten statt. Das öffent­li­che Tref­fen des osma­ni­schen Sul­tans mit Netan­ja­hu sei aller­dings dar­über hin­aus gegan­gen, hat­ten doch die Staats­ober­häup­ter der Golf­staa­ten bis­her Tref­fen mit Netan­ja­hu nicht öffent­lich voll­zo­gen.

Omans bis­he­ri­ge Rol­le war eher die eines Ver­mitt­lers. So waren die Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und dem Iran für das Atom­ab­kom­men im Jahr 2015 unter Mit­wir­kung von diplo­ma­ti­schen Kanä­len des Oman vor­be­rei­tet wor­den.

Mehr zum The­ma — Atom­ab­kom­men : Irans Außen­mi­nis­ter ant­wor­tet USA — „Wir bekämp­fen Ter­ror, ihr för­dert ihn“

Nach Berich­ten der staat­li­chen Nach­rich­ten­agen­tur des Oman ONA stand auch bei dem jüngs­ten Besuch Ben­ja­min Netan­ja­hus der Frie­dens­pro­zess im Nahen Osten im Vor­der­grund.

Da die Paläs­ti­nen­ser mitt­ler­wei­le die USA nicht mehr als Ver­mitt­ler aner­ken­nen, seit Trump im Allein­gang ganz Jeru­sa­lem als Haupt­stadt Isra­els aner­kann­te und die US-Bot­schaft bald dar­auf demons­tra­tiv von Tel Aviv nach Jeru­sa­lem ver­leg­te. Vor Netan­ja­hu war Paläs­ti­nen­ser­prä­si­dent Mah­mud Abbas in den Oman gereist.

Doch nach Ein­schät­zung des Nah­ost-Exper­ten Ste­ven Cook ging es dabei für den Oman in ers­ter Linie weder um den israe­lisch-paläs­ti­nen­si­schen Kon­flikt noch um den Iran. Viel­mehr spie­le Washing­ton eine gro­ße Rol­le für die Zukunft des Sul­ta­nats, das mit der Ver­bes­se­rung sei­ner Bezie­hun­gen zu Isra­el ver­sucht, dem der­zei­ti­gen poli­ti­schen und diplo­ma­ti­schen Druck zu ent­spre­chen.

Risi­ko für Sta­bi­li­tät Omans

Der herr­schen­de Sul­tan Qabus ist bereits 77 Jah­re alt und nicht bei bes­ter Gesund­heit. Er war unlängst unter ande­rem zwecks einer Behand­lung in Deutsch­land, mög­li­cher­wei­se wegen einer Krebs­er­kran­kung. Sei­ne Nach­fol­ge ist noch unge­klärt, doch wenn die­se Fra­ge akut wird, steht auch die Sta­bi­li­tät die­ses Lan­des auf dem Spiel. Und daher ist die Unter­stüt­zung Washing­tons mög­li­cher­wei­se zu bedeut­sam, als dass das Sul­ta­nat jetzt die Annä­he­rungs­ver­su­che Isra­els ableh­nen könn­te. Denn gute Bezie­hun­gen zu Isra­el wie­der­um sind der­zeit auch für gute Bezie­hun­gen zu den USA eine Vor­aus­set­zung.

Oman ver­sucht zwar, sei­ne Neu­tra­li­tät zu wah­ren, steht dabei aber zwi­schen den kon­flikt­rei­chen Fron­ten Irans, Sau­di-Ara­bi­ens, Jemens und der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te. Gäbe der Oman sei­ne Neu­tra­li­tät auf, könn­te auch er in die Krie­ge und Kri­sen der Regi­on ver­wi­ckelt wer­den.

Aber eben die­se Neu­tra­li­tät scheint nun unter Druck zu gera­ten. Bis­her hat sich Sul­tan Qabus trotz der Mit­glied­schaft sei­nes Lan­des im Golf­ko­ope­ra­ti­ons­rat gegen eine akti­ve Rol­le bei der sau­di-geführ­ten Offen­si­ve im Nach­bar­land Jemen ent­schie­den. Auch unter­hält Oman Ver­bin­dun­gen zum Iran, so dass die Unter­stel­lung im Raum schwebt, die Füh­rung des Oman igno­rie­re Waf­fen­de­als zwi­schen Tehe­ran und den Huthi-Rebel­len. Die Bezie­hun­gen zwi­schen Mas­kat und Tehe­ran rei­chen jedoch bis in die frü­hen 1970er Jah­re zurück. Die anhal­ten­den Bin­dun­gen zwi­schen Oman und dem Iran erklärt der Ana­lyst Mahan Abe­di im Midd­le East Moni­tor mit der Unter­stüt­zung Irans für den Oman im Kampf der Regie­rung gegen die Dhofar-Rebel­len im eige­nen Land.

Mehr zum The­ma — Trump droht Sau­dis : Ohne unse­re Unter­stüt­zung hät­te das Königs­haus maxi­mal zwei Wochen

Bei der aktu­el­len, offe­nen anti-ira­ni­schen Hal­tung ein­fluss­rei­cher Ver­tre­ter der Trump-Admi­nis­tra­ti­on und des US-Prä­si­den­ten selbst wäre eine Ein­ord­nung Omans als “zu Iran-freund­lich” für das Land bedroh­lich.

Ganz zu schwei­gen von Washing­tons Ver­bün­de­ten im Golf­ko­ope­ra­ti­ons­rat, die dem Sul­ta­nat in vie­ler­lei Hin­sicht weit über­le­gen sind und mit der Iso­lie­rung Katars gezeigt haben, zu wel­chen Mit­teln zu grei­fen sie im Fall einer Inter­es­sen­ver­la­ge­rung bereit sind.

Risi­ko für inter­na­tio­na­le Ver­mitt­ler­rol­le Omans

Der Ana­lyst Mahan Abe­di sieht es jedoch als ris­kant an, wenn sich das Sul­ta­nat Oman plötz­lich gegen Tehe­ran stel­len müss­te, nicht nur für das gesam­te poli­ti­sche Gefü­ge der Golf­re­gi­on son­dern dar­über hin­aus, und zwar vor dem Hin­ter­grund der frü­he­ren erfolg­rei­chen Ver­mitt­ler­rol­le des Oman zwi­schen Washing­ton und Tehe­ran.

Wei­ter­hin führt Abe­di an, dass Isra­el de fac­to einen Krieg gegen den Iran führt. Erst im Sep­tem­ber gestand das israe­li­sche Mili­tär ein, allein in den letz­ten 18 Mona­ten mehr als 200 Luft­an­grif­fe in Syri­en durch­ge­führt hat, näm­lich vor­ran­gig gegen “ira­ni­sche Zie­le.”

Zudem wur­de ein gro­ßer Teil der anvi­sier­ten “ira­ni­schen” Ziel­ko­or­di­na­ten den Israe­lis durch die Arbeit US-ame­ri­ka­ni­scher Geheim­diens­te bereit­ge­stellt. Washing­ton wur­de öffent­lich gewarnt, Iran könn­te in Syri­en Ver­gel­tungs­ak­tio­nen oder aber Ope­ra­tio­nen zur Ein­däm­mung der offen­si­ven Poli­tik Isra­els aus­füh­ren.

Nach Ansicht ira­ni­scher Exper­ten scheint der hoch­ran­gi­ge Besuch aus Isra­el auch das Ziel zu ver­fol­gen, die his­to­risch guten bila­te­ra­len Bezie­hun­gen Omans zum Iran ein­zu­schrän­ken, um den Iran auch auf die­ser Ebe­ne wei­ter zu iso­lie­ren.

Mehr zum The­ma — Dop­pel­mo­ra­list des Tages : USA for­dern Huthis zum Waf­fen­still­stand auf – nicht aber die Sau­dis

Seit dem grau­sa­men Mord am kri­ti­schen sau­di­schen Jour­na­lis­ten Kas­hog­gi hin­ter­fra­gen zuneh­mend auch euro­päi­sche Ent­schei­der, wie mit der Golf­mon­ar­chie umzu­ge­hen ist :

Mehr zum The­ma — “Sau­di-Ara­bi­ens Hilfs­lie­fe­run­gen in den Jemen sind eine gro­ße Lüge, und der Wes­ten macht mit”

RT Deutsch


Zypern und Israel halten gemeinsames Manöver ab


Seit 2016 haben meh­re­re Manö­ver die­ser Art auf Zypern statt­ge­fun­den. Gas­vor­kom­men unter dem Mee­res­bo­den zwi­schen bei­den Län­dern sind ein wich­ti­ger Bestand­teil der Koope­ra­ti­on. Zudem sucht Zypern Unter­stüt­zung im end­lo­sen Streit mit der Tür­kei wegen der Tei­lung der dritt­größ­ten Mit­tel­meer­in­sel. (dpa)

Mehr zum The­ma — Gegen Russ­land : US-Armee übt mit NATO-Ver­bün­de­ten und israe­li­schen Sol­da­ten in Polen

RT Deutsch


Westjordanland : Israel schließt palästinensische Schule wegen “Terrorismus” (Video)


Min­des­tens 61 wei­te­re Schu­len im West­jor­dan­land droht, von Isra­el abge­ris­sen zu wer­den. Laut dem Her­aus­ge­ber des Pales­ti­ne Chro­ni­cle, Ran­zy Baroud, han­delt es sich dabei um die übli­che israe­li­sche Tak­tik, um paläs­ti­nen­si­sches Land für wei­te­re israe­li­sche Sied­lun­gen zu requi­rie­ren.

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RT Deutsch


Syrien : Grenzübergang zu den von Israel besetzten Golanhöhen wiedereröffnet


Am Mon­tag wur­de der ein­zi­ge Grenz­über­gang zwi­schen Syri­en und den von Isra­el besetz­ten Golan­hö­hen wie­der­eröff­net. Der in der Stadt Qun­ei­tra gele­ge­ne Über­gang wur­de im Jahr 2014 geschlos­sen, nach­dem Ter­ro­ris­ten von der Nus­ra-Front (dem syri­schen Al-Qai­da-Able­ger) das Gebiet über­rannt und dabei auch die dort sta­tio­nier­ten UN-Kräf­te zum Abzug gezwun­gen hat­ten.

Die Golan­hö­hen wur­den 1967 von Isra­el im Sechs-Tage-Krieg erobert und spä­ter annek­tiert. Die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft erkennt Isra­els Besitz­an­spruch jedoch nicht an. Infol­ge der israe­li­schen Besat­zung ent­stand eine von der UN-Mis­si­on UNDOF über­wach­te Puf­fer­zo­ne.

In dem Gebiet leben vor allem Ange­hö­ri­ge der drusi­schen Min­der­heit. Die Ange­hö­ri­gen vie­ler Fami­li­en leben bei­der­seits der Gren­ze und haben sich wegen der Schlie­ßung des Grenz­über­gangs seit Jah­ren nicht mehr sehen kön­nen.

Mehr zum The­ma — “Wir ver­tei­di­gen unse­re Sou­ve­rä­ni­tät” — Isra­el bom­bar­diert erneut syri­sche Armee­pos­ten

An der Zere­mo­nie zur Wie­der­eröff­nung am Mon­tag nah­men Ange­hö­ri­ge der UN-Mis­si­on sowie loka­le füh­ren­de Ver­tre­ter der Dru­sen teil. Die fei­er­li­che Zere­mo­nie, bei der die syri­sche Fah­ne gehisst und die Natio­nal­hym­ne des Lan­des erklang, wur­de von syri­schen und rus­si­schen Sol­da­ten abge­si­chert. “Ich gebe hier­mit offi­zi­ell die Eröff­nung des Über­gangs auf der syri­schen Sei­te bekannt”, sag­te ein syri­scher Offi­zier.

Die Times of Isra­el zitiert den anwe­sen­den Dru­sen Sheikh Mah­mud al-Taweel :

Unser ein­zi­ges Anlie­gen war, dass die­ser Über­gang wie­der geöff­net wird, weil vie­le Fami­li­en zwi­schen hier und dort auf­ge­teilt sind. Es gibt kei­ne Fami­lie auf dem Golan, die kei­ne Ver­wand­ten im Mut­ter­land hat (gemeint ist Syri­en, Anm. d. Red.).

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Avigdor Lie­ber­man : Bezie­hun­gen zu Syri­en blei­ben unver­än­dert

Am Sonn­tag hat­te die UN bekannt­ge­ge­ben, dass die UND­OF-Mis­si­on wie­der auf­ge­nom­men wird. Ein Spre­cher der israe­li­schen Armee begrüß­te die­sen Schritt. Die Wie­der­eröff­nung des Grenz­über­gangs wer­de aber kei­nen Ein­fluss auf die Bezie­hun­gen sei­nes Lan­des zu Syri­en haben, erklär­te Isra­els Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Avigdor Lie­ber­man.

Der aus Qun­ei­tra stam­men­de syri­sche Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te Rafaat Hus­sein sieht in der Öff­nung hin­ge­gen “eine Bot­schaft, dass sich die geo­gra­phi­sche und poli­ti­sche Land­kar­te ver­än­dert”. Am Mon­tag wur­de auch der Grenz­über­gang Nas­sib zwi­schen Jor­da­ni­en und Syri­en nach drei Jah­ren wie­der eröff­net. 

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US-Studentin kämpft weiter für Einreise-Recht nach Israel


Die jun­ge Frau mit paläs­ti­nen­si­schen Wur­zeln war am 2. Okto­ber mit einem Stu­den­ten­vi­sum am inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen gelan­det, weil sie Mit­te Okto­ber ein Stu­di­um an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät in Jeru­sa­lem begin­nen woll­te. Die Behör­den ver­wei­ger­ten ihr jedoch die Ein­rei­se, weil sie in der Ver­gan­gen­heit in der Orga­ni­sa­ti­on “Stu­den­ten für Gerech­tig­keit in Paläs­ti­na” aktiv gewe­sen war, und war­fen ihr die Unter­stüt­zung der anti-israe­li­schen Pro­test­be­we­gung BDS (Boy­cott, Dive­st­ment and Sanc­tions) vor. Die Hebräi­sche Uni­ver­si­tät, die die jun­ge Frau juris­tisch unter­stützt, äußer­te Bedau­ern über die­se Ent­schei­dung. Lara Alka­sem könn­te zwar in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zurück­rei­sen. Sie ent­schied sich aber dafür, am Flug­ha­fen aus­zu­har­ren. (dpa)

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Israel zu ernsthaften Schritten in Syrien unfähig“ – Irans Parlamentschef über S-300


Der ira­ni­sche Par­la­ments­chef Ali Larid­scha­ni bezwei­felt einen mög­li­chen Schlag Isra­els gegen die rus­si­schen Luft­ab­wehr­an­la­gen S-300 in Syri­en. Zuvor hat­te der israe­li­sche Minis­ter für regio­na­le Koope­ra­ti­on, Zachi Ha-Neg­bi, geäu­ßert, dass die S-300-Lie­fe­run­gen die Effi­zi­enz der israe­li­schen F-15-Jagd­flug­zeu­ge in Syri­en kaum beein­flus­sen wür­den.
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Nach Verlegung von russischer S-300 : Israel könnte Syrien künftig mit F-35-Kampfjets angreifen


Das selbst vor­be­hal­te­ne Recht Tel Avivs, “ira­ni­sche Zie­le” über­all inner- oder außer­halb Syri­ens belie­big anzu­grei­fen, wur­de durch die Über­füh­rung von rus­si­schen Luft­ver­tei­di­gungs­sys­te­men des Typs S-300 und der dazu­ge­hö­ri­gen Kom­po­nen­ten nach Damas­kus durch Mos­kau unter­gra­ben. Die an die syri­sche Armee gelie­fer­ten Boden-Luft-Rake­ten und Über­wa­chungs­an­la­gen sowie die Ent­schlos­sen­heit Mos­kaus, die Radar-, Navi­ga­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me aller Flug­zeu­ge zu blo­ckie­ren, die über die Mit­tel­meer­küs­te Zie­le in Syri­en angrei­fen, könn­ten die Mis­sio­nen der israe­li­schen F-15- und F-16-Kampf­flug­zeu­ge künf­tig erschwe­ren. Um poten­zi­el­le Bedro­hun­gen für die Luft­waf­fe abzu­wen­den, könn­te sich Isra­el künf­tig ver­stärkt auf sei­ne F-35-Jets ver­las­sen, um Mis­sio­nen zur Bom­bar­die­rung Syri­ens durch­zu­füh­ren, berich­te­te das israe­li­sche Mili­tär­ra­dio Gal­ei Tzahal.

Die kom­men­den Angrif­fe wer­den nicht die ers­ten sein, aber sie wer­den für die Pilo­ten ange­sichts der neu­en Rea­li­tät am syri­schen Him­mel siche­rer sein”, sag­te eine Quel­le der israe­li­schen Luft­waf­fe (IAF) dem Radio­sen­der und beton­te, dass Isra­el die fes­te Absicht hat, die­se “teu­ers­te Waf­fe der Welt” auch zu benut­zen.

In den letz­ten Jah­ren bestell­te Tel Aviv 50 F-35-Jets, die in Isra­el unter ihrem hebräi­schen Namen “Adir” bekannt sind. Das Kampf­flug­zeug wird von Lock­heed Mar­tin pro­du­ziert und für 125 Mil­lio­nen US-Dol­lar pro Stück ver­kauft. Acht die­ser Flug­zeu­ge wur­den bereits an Isra­el aus­ge­lie­fert, wäh­rend 33 wei­te­re bis 2021 erwar­tet wer­den, infor­mier­te die IAF-Quel­le wei­ter.

Gemäß den tech­ni­schen Merk­ma­len die­ser in den USA her­ge­stell­ten Jets, soll­te es das sogen­n­an­te akti­ve elek­tro­nisch gescann­te Array-Radar­sys­tem (AESA) die­sem Jet theo­re­tisch ermög­li­chen, unbe­merkt inner­halb des feind­li­chen Ter­ri­to­ri­ums zu ope­rie­ren und fort­schritt­li­chen Rake­ten­ab­wehr­sys­te­men wie dem S-300 durch die Unter­drü­ckung sei­ner Sen­so­ren zu ent­kom­men. Ob die Tarn­fä­hig­kei­ten der F-35 unter rea­len Kampf­be­din­gun­gen wirk­sam sein wer­den oder nicht, ist noch nicht abzu­se­hen, da das Flug­zeug in der Ver­gan­gen­heit neben Hun­der­ten ande­rer Feh­ler und Stö­run­gen mit sei­nen Sys­te­men auch Radar­pro­ble­me hat­te.

Der Schritt Russ­lands zur Siche­rung des syri­schen Luft­raums mit S-300-Sys­te­men folgt dem Abschuss des Auf­klä­rungs­flug­zeugs Il-20 über Syri­en durch ein ver­al­te­tes syri­sches Flug­ab­wehr­sys­tem ohne Freund-Feind-Ken­nung. Nach Mos­kau sei Isra­el ver­ant­wort­lich für den Abschuss, bei dem 15 rus­si­sche Sol­da­ten star­ben. Laut rus­si­schen Mili­tärs hät­te sich die Tra­gö­die nicht ereig­net, wenn die vier angrei­fen­den israe­li­schen F-16-Kampf­jets nicht die rus­si­sche Maschi­ne als Deckung für ihren Luft­an­griff in Lata­kia benutzt hät­ten.

Tel Aviv lehn­te die Ver­ant­wor­tung ab und wälz­te statt­des­sen die Schuld auf Damas­kus und Tehe­ran ab. Man woll­te aus­schließ­lich “ira­ni­sche Zie­le” in Syri­en bom­bar­die­ren, heißt es. Isra­el ver­pflich­te­te sich jedoch, die Koor­di­nie­rung zwi­schen den IDF und den rus­si­schen Mili­tärs zu ver­stär­ken, um wei­te­re unglück­li­che Zwi­schen­fäl­le am Him­mel über Syri­en zu ver­mei­den.

Mehr zum The­ma — Damas­kus zu Lie­fe­rung von S-300 : Isra­el soll­te sich nächs­ten Angriff lie­ber zwei­mal über­le­gen 

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Israel bombardiert seit Wochen keine syrischen Ziele mehr


Der Mili­tär­kor­re­spon­dent Roy Sharon des israe­li­schen staat­li­chen TV-Sen­ders Kan hat erläu­tert, war­um die jet­zi­ge Kri­se im Ver­hält­nis zwi­schen Russ­land und Isra­el noch erns­te­re Fol­gen haben wird als bis­lang ange­nom­men. Nach dem Abschuss der rus­si­schen Il-20 haben sich laut Sharon die „Spiel­re­geln“ ver­än­dert.
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Damaskus zu Lieferung von S-300 : Israel sollte sich nächsten Angriff lieber zweimal überlegen


Fai­sal Mek­dad erklär­te , dass die rus­si­schen S-300-Sys­te­me als über­zeu­gen­de Abschre­ckung gegen wei­te­re israe­li­sche Angrif­fe auf Syri­en wir­ken wür­den und beton­te, dass die Luft­ver­tei­di­gungs­sys­te­me nur bei einem Angriff auf Syri­en zur Ver­tei­di­gung ein­ge­setzt wer­den.

Isra­el, das sich dar­an gewöhnt hat, vie­le Angrif­fe unter ver­schie­de­nen Vor­wän­den durch­zu­füh­ren, müss­te neu kal­ku­lie­ren und es über­den­ken, bevor es wie­der angreift”, sag­te Mek­dad der Nach­rich­ten­agen­tur Xin­hua und beton­te : “Lasst die Israe­lis ver­su­chen anzu­grei­fen, und wir wer­den uns ver­tei­di­gen, wie wir es schon ein­mal getan haben.”

Mos­kau hat­te am 24. Sep­tem­ber ange­kün­digt, inner­halb von zwei Wochen S-300-Sys­te­me an Damas­kus zu lie­fern, nach­dem ein rus­si­sches Auf­klä­rungs­flug­zeug des Typs Ilju­schin Il-20 irr­tüm­lich vom syri­schen Mili­tär abge­schos­sen wur­de. Die­ser Vor­fall ereig­ne­te sich, als ein israe­li­scher F-16-Jet sich gemäß Radar­da­ten so beweg­te, dass sich plötz­lich die rus­si­sche Ilju­schin-Maschi­ne zwi­schen ihm und der Flug­ab­wehr­ra­ke­te, die ihn bekämp­fen soll­te, befand. Aus­ge­löst wur­de der Start der Luft­ab­wehr­ra­ke­te durch den israe­li­schen Angriff – nicht durch die sich im Lan­de­an­flug befind­li­che rus­si­sche Auf­klä­rungs­ma­schi­ne.

Infol­ge des Abschus­ses wur­den alle 15 Per­so­nen an Bord des rus­si­schen Flug­zeu­ges getö­tet. Mos­kau erklärt, dass Isra­el es ver­säumt habe, Russ­land recht­zei­tig über den bevor­ste­hen­den Angriff zu infor­mie­ren, und dass israe­li­sche F-16-Jets das grö­ße­re und lang­sa­me­re Tur­bo­prop-Auf­klä­rungs­flug­zeug als Deckung gegen­über der syri­schen Luft­ver­tei­di­gung miss­brauch­ten.

Die S-300 könn­ten ein­ge­setzt wer­den, um “den Luft­raum bei Bedarf zu sper­ren”, erklär­te Wla­di­mir Erma­kow, Direk­tor der Abtei­lung für Nicht­ver­brei­tung [von ABC-Waf­fen] und Rüs­tungs­kon­trol­le im rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­um, und er füg­te hin­zu, dass die Abwehr­waf­fen “zur Sta­bi­li­sie­rung der Regi­on füh­ren wer­den”.

Der Kreml begrün­de­te die Ent­schei­dung, Syri­en mit den Luft­ver­tei­di­gungs­sys­te­men aus­zu­stat­ten, als einen Bei­trag, der “nicht gegen Dritt­staa­ten gerich­tet ist”, son­dern rus­si­sche Flug­zeu­ge vor wei­te­ren Fäl­len von „fri­end­ly fire“ schüt­zen soll.

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