Widerspricht unserer Partnerschaft“: Moskau beklagt Auslieferung von Russen durch Israel


Mos­kau hat am Diens­tag sein Bedau­ern über die Ent­schei­dung Isra­els geäu­ßert, den Rus­sen Ale­xej Bur­kow an die USA aus­zu­lie­fern : Die­ser Schritt wider­spre­che den part­ner­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und Isra­el. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten wer­fen Bur­kow Ver­bre­chen im Cyber­be­reich vor.
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Israel und USA fordern von Russland Rakete zurück


David’s Sling” (“Davids Schleu­der”), ein gemein­sa­mes Rake­ten­ab­wehr­sys­tem des israe­li­schen und des US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, wur­de als bes­tes und tech­no­lo­gisch fort­schritt­lichs­tes Sys­tem ange­prie­sen. Es kann nach Anga­ben von Rafa­el Advan­ced Defen­se Sys­tems, dem israe­li­schen Part­ner des Joint Ven­tures mit dem US-Rüs­tungs­her­stel­ler Ray­the­on, “tak­ti­sche bal­lis­ti­sche Rake­ten, Mit­tel- bis Lang­stre­cken­ra­ke­ten, feind­li­che Flug­zeu­ge, Droh­nen und Marsch­flug­kör­per” abschie­ßen. Zusam­men mit dem Iron-Dome‑, dem Arrow- und dem Patri­ot-Sys­tem run­det David’s Sling die viel­schich­ti­ge israe­li­sche Rake­ten­ab­wehr ab.

Im Dienst der Israe­li­schen Ver­tei­di­gungs­streit­kräf­te (Isra­el Defen­se Forces, IDF) steht David’s Sling seit 2017. Den ers­ten ope­ra­ti­ven Ein­satz hat­te das Sys­tem im Juli 2018, als zwei aus rus­si­scher Pro­duk­ti­on stam­men­de Boden-Boden-Rake­ten (OTR-21 Tot­sch­ka, NATO-Bezeich­nung SS-21 Sca­rab) in Syri­en abge­feu­ert wur­den. Die­se Rake­ten ver­fü­gen über einen Spreng­kopf von 500 Kilo­gramm und kön­nen sogar mit einem nuklea­ren Spreng­kopf bestückt wer­den.

Der IDF-Kom­man­do­st­ab befürch­te­te, dass es sich um einen syri­schen Ver­gel­tungs­schlag für israe­li­sche Luft­an­grif­fe han­deln könn­te, und gab den Befehl zum Abschuss der bei­den her­an­na­hen­den Rake­ten. Doch bereits kurz nach­dem die IDF ihrer­seits Rake­ten abge­schos­sen hat­ten, errech­ne­te das Com­pu­ter­sys­tem von David’s Sling, dass die aus Syri­en kom­men­den Rake­ten israe­li­sches Ter­ri­to­ri­um nicht errei­chen wer­den. Tat­säch­lich tra­fen sie dann auch Zie­le in Syri­en und nicht in Isra­el. Aus die­sem Grund wur­de die Selbst­zer­stö­rung der bei­den israe­li­schen Abfang­ra­ke­ten akti­viert, um kei­nen unver­hoff­ten Zwi­schen­fall mit Syri­en und womög­lich Russ­land zu pro­vo­zie­ren.

Eine der bei­den Rake­ten deto­nier­te plan­mä­ßig und fiel in den von Isra­el annek­tie­ren Golan­hö­hen her­un­ter, bei der ande­ren gab es offen­sicht­lich ein tech­ni­sches Pro­blem. Was genau pas­siert ist und wes­halb die Selbst­zer­stö­rung nicht funk­tio­nier­te, woll­te die israe­li­sche Armee nicht bekannt geben. Man ging aber davon aus, dass die Rake­te in Syri­en zu Boden ging.

Offi­zi­ell ver­lor man jeg­li­che Spur die­ser zwei­ten Rake­te. Nun berich­te­te das chi­ne­si­sche Nach­rich­ten­por­tal SINA, dass syri­sche Armee­ein­hei­ten die intak­te Rake­te gebor­gen und den rus­si­schen Alli­ier­ten über­ge­ben haben. Dem­nach sei sie umge­hend nach Mos­kau aus­ge­flo­gen wor­den, um sie zu unter­su­chen und ihre tech­no­lo­gi­schen Geheim­nis­se zu ent­schlüs­seln. Sowohl Isra­el als auch die USA sol­len die rus­si­sche Regie­rung auf­ge­for­dert haben, die Rake­te zurück­zu­ge­ben. Es wird befürch­tet, dass Mos­kau die aus der Unter­su­chung gewon­ne­nen Erkennt­nis­se nun dazu nut­zen könn­te, die­se auch den Syrern oder Ira­nern zur Ver­fü­gung zu stel­len. 

Mehr zum The­ma — Ex-US-Außen­mi­nis­ter Til­ler­son : Isra­el spiel­te Trump mit Lügen aus 

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Israel greift nach Raketenbeschuss Gazastreifen an – Palästinenser sprechen von einem Todesopfer


Die israe­li­sche Armee berich­te­te in der Nacht zum Sams­tag von zehn Rake­ten, die aus dem Gaza­strei­fen in Rich­tung Isra­el abge­schos­sen wur­den. Acht davon wur­den dem­nach von dem Abwehr­sys­tem Iron Dome abge­fan­gen. Ein paläs­ti­nen­si­sches Pro­jek­til schlug in ein Wohn­haus im süd­is­rae­li­schen Sde­rot ein. Es gab kei­ne Ver­letz­ten. Kei­ne der mili­tan­ten Paläs­ti­nen­ser­or­ga­ni­sa­tio­nen im Gaza­strei­fen bekann­te sich zunächst zu dem Rake­ten­be­schuss.

Als Reak­ti­on auf die Rake­ten­at­ta­cke flog die israe­li­sche Armee in der Nacht zum Sams­tag meh­re­re Luft­an­grif­fe auf diver­se Zie­le im paläs­ti­nen­si­schen Küs­ten­ge­biet. Dar­un­ter waren ein Mari­ne­stütz­punkt und ‑trai­nings­zen­trum, ein Stütz­punkt mit einem Anti-Rake­ten-Simu­la­tor, eine Waf­fen­fa­brik sowie Waf­fen­la­ger und unter­ir­di­sche Objek­te.

Bei dem israe­li­schen Mili­tär­ein­satz wur­de nach Anga­ben des paläs­ti­nen­si­schen Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums ein 27-jäh­ri­ger Mann getö­tet. Zwei wei­te­re Ein­woh­ner erlit­ten Ver­let­zun­gen. Alle drei waren dem­nach Zivi­lis­ten.

Mehr zum The­ma — Israe­li­scher Minis­ter­prä­si­dent : Iran hat im Jemen Rake­ten zum Angriff auf Isra­el auf­ge­stellt

Erst am Don­ners­tag hat­ten mili­tan­te Paläs­ti­nen­ser nach israe­li­schen Anga­ben eine Rake­te auf Isra­el abge­feu­ert. Die Armee griff dar­auf­hin zwei Stütz­punk­te der Hamas im Küs­ten­ge­biet an. (TASS/RIA Nowos­ti)

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Nach gescheiterter Syrienpolitik bleibt Israel als US-Trigger – Teil 2


von Zlat­ko Per­ci­nic

Der Mitt­le­re Osten ist für die USA längst nicht mehr so wich­tig, wie es in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten der Fall war. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten wur­den zu einem Ener­gie­ex­por­teur und brau­chen das ara­bi­sche Erd­öl oder Gas nicht mehr. Der Irak­krieg hat die poli­ti­sche Land­kar­te in der Regi­on für immer ver­än­dert, aber nicht so, wie man es sich in Washing­ton vor­ge­stellt hat­te. Statt­des­sen ver­su­chen ver­schie­de­ne Akteu­re wie­der­holt, die USA in immer neue mili­tä­ri­sche Aben­teu­er zu ver­wi­ckeln, obwohl US-Prä­si­dent Donald Trump nach Wegen sucht, den mili­tä­ri­schen Fuß­ab­druck zu ver­klei­nern. Nicht zuletzt auch auf­grund der pre­kä­ren finan­zi­el­len Situa­ti­on, in der sich sein Land befin­det.

Dass Trump es ernst meint, zeigt sich auch in einer unan­ge­kün­dig­ten Mili­tär­übung, bei der am 28. Sep­tem­ber das Kom­man­do des für 60 Mil­lio­nen US-Dol­lar errich­te­ten Com­bi­ned Air Ope­ra­ti­ons Cen­ter (CAOC) am Al-Ude­id Luft­waf­fen­stütz­punkt in Katar an die Shaw Air Force Base im US-Bun­destaat South Caro­li­na über­tra­gen wur­de. Man wird künf­tig in den USA stun­den­wei­se die Lei­tung des CAOC über­neh­men, um so für sämt­li­che Even­tua­li­tä­ten in der Regi­on vor­be­rei­tet zu sein, erklär­te Colo­nel Trey Cole­man, Kom­man­deur des 609. Air Ope­ra­ti­ons Cen­ter. Obwohl das CAOC der Stütz­punkt der glo­ba­len Anti-IS-Koali­ti­on ist und Mili­tär­an­ge­hö­ri­ge aus diver­sen Län­dern beher­bergt, tes­te­te Washing­ton expli­zit das Kom­man­do des Air Force Cen­tral Com­mand, der für den Mitt­le­ren Osten und Zen­tral­asi­en zustän­di­gen US-Luft­waf­fe, und sorg­te damit für einen nicht ein­ge­plan­ten frei­en Tag in Katar.

Der Abzug von US-Trup­pen aus Syri­en wur­de bereits ver­gan­ge­nen Dezem­ber von Trump völ­lig über­ra­schend ange­kün­digt. Dies sorg­te für eine Pro­test­wel­le in den Medi­en und im US-Kon­gress. US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter James Mat­tis trat des­halb sogar zurück. Obwohl der US-Prä­si­dent nach eini­gen Wochen zurück­ru­der­te und von einem pha­sen­wei­sen Rück­zug sprach, hät­ten die Kur­den alar­miert sein müs­sen. Ihnen hät­te klar sein müs­sen, nach­dem die tür­ki­sche Regie­rung von Recep Tayy­ip Erdoğan in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stets betont hat­te, dass Anka­ra nie­mals einen wie auch immer gear­te­ten kur­di­schen Staat ent­lang sei­ner Gren­ze akzep­tie­ren wer­de, über kurz oder lang zu einem Schlag gegen die Kur­den aus­ho­len wird.

Der Vor­wand kam schließ­lich unter dem Deck­man­tel der innen­po­li­ti­schen Belas­tung durch 3,6 Mil­lio­nen syri­sche Flücht­lin­ge in der Tür­kei. Kein ande­res Land beher­bergt so vie­le Flücht­lin­ge aus Syri­en, wie die Tür­kei. Und kein ande­res Land will sie haben. Das weiß Erdoğan. Aus die­sem Grund plan­te er zusam­men mit den USA, eine soge­nann­te Sicher­heits­zo­ne ent­lang dem syrisch-tür­ki­schen Grenz­ge­biet zu errich­ten, um die Rück­kehr von bis zu einer Mil­li­on Flücht­lin­gen nach Syri­en zu ermög­li­chen. Nur wider­wil­lig stimm­ten die USA die­sem Plan zu, weil allen Betei­lig­ten klar war, was das bedeu­te­te : Ein Ende der PYD-Herr­schaft in dem Grenz­ge­biet. Aus tür­ki­scher Sicht war das ein cle­ve­rer Schach­zug.

Kaum hat­ten sich die Tür­kei und USA auf die Errich­tung einer ver­meint­li­chen Sicher­heits­zo­ne geei­nigt, die gemein­sam von tür­ki­schen und US-Trup­pen kon­trol­liert wer­den soll­te, kri­ti­sier­te Erdoğan die USA :

Wir ver­han­deln mit den USA über eine Sicher­heits­zo­ne, aber wir sehen mit jedem Schritt, dass das, was wir wol­len und was sie vor­ha­ben, nicht das Glei­che ist. Es scheint, dass unser Alli­ier­ter nach einer Sicher­heits­zo­ne für die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on schaut, aber nicht für uns.

Nach­dem Trump nicht ein­mal Sau­di-Ara­bi­en zu Hil­fe eil­te, als am 14. Sep­tem­ber die zwei wich­tigs­ten Erd­öl­an­la­gen des Lan­des bei einem kom­bi­nier­ten Droh­nen- und Rake­ten­an­griff getrof­fen wur­den, stan­den die Chan­cen nahe­zu bei null, dass er die Kur­den vor einem befürch­te­ten tür­ki­schen Angriff ver­tei­di­gen wür­de. Zumal es sich bei der Tür­kei um ein NATO-Mit­glied han­delt. Hät­te Trump die US-Sol­da­ten nicht abge­zo­gen, wäre es zu einer Situa­ti­on gekom­men, in der sich Trup­pen zwei­er NATO-Staa­ten gegen­über­ge­stan­den hät­ten. Dies galt es um jeden Preis zu ver­hin­dern. Das Schick­sal der Kur­den war damit besie­gelt und der Traum von Roja­va geplatzt.

Mehr zum The­ma — Trump : “Die Kur­den sind kei­ne Engel – aber sie kämp­fen”

Dass Washing­ton einen Teil sei­ner Sol­da­ten den­noch in Syri­en lässt, und zwar in den umlie­gen­den Dör­fern der Ölfel­der in der Pro­vinz von Deir ez-Zor, zeigt, wo die Prio­ri­tä­ten lie­gen. Offi­zi­ell will man so ver­hin­dern, dass das Öl nicht erneut in die Hän­de des IS gerät, erklär­te US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper. Zudem haben Isra­el und Jor­da­ni­en for­mell dar­um gebe­ten, dass die USA nicht sämt­li­che Trup­pen abzie­hen.

Nach dem Kri­sen­tref­fen mit dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten reis­te US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo wei­ter nach Isra­el. Dort traf er sich mit Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu und Mos­sad-Chef Jossi Cohen. Dabei ging es ins­be­son­de­re um die Zusi­che­rung, dass ein Abzug der US-Trup­pen aus Syri­en nicht bedeu­tet, dass man das Feld ande­ren Akteu­ren wie dem Iran über­lässt. Ganz im Gegen­teil. Gegen­über der Jeru­sa­lem Post  sag­te Pom­peo, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka schon immer “sehr klar” kom­mu­ni­ziert hät­ten, das Isra­el nach eige­nem Ermes­sen han­deln dür­fe.

Isra­el hat das fun­da­men­ta­le Recht so zu han­deln, um die Sicher­heit sei­nes Vol­kes zu gewähr­leis­ten. Es ist der Kern des­sen, dass Natio­nal­staa­ten nicht nur das Recht haben das zu tun, son­dern eine Ver­pflich­tung.

Nach­dem Washing­ton der Tür­kei grü­nes Licht für den Ein­marsch in Syri­en gab, erteil­te man jetzt eben­falls Isra­el grü­nes Licht, um im Namen der natio­na­len Sicher­heit wei­ter­hin nach Gut­dün­ken in Syri­en und ande­ren Län­dern der Regi­on zuzu­schla­gen. Wes­halb aber nur Isra­el das Recht dazu haben soll, die Sicher­heit der eige­nen Bevöl­ke­rung zu gewähr­leis­ten, ließ Pom­peo aller­dings unbe­ant­wor­tet. Eben­so heuch­le­risch ist die all­ge­mei­ne Ver­ur­tei­lung der tür­ki­schen Mili­tär­ope­ra­ti­on in Syri­en durch deut­sche Poli­ti­ker als “völ­ker­rechts­wid­rig”. Selbst­ver­ständ­lich ist der Vor­marsch völ­ker­rechts­wid­rig, aber sol­che Beden­ken hat­ten die sel­ben Poli­ti­ker nicht, als die USA, Frank­reich und Kana­da ihre Sol­da­ten ille­gal in Syri­en ope­rie­ren lie­ßen. Oder als die Tür­kei im August 2016 bereits Boden­trup­pen für die Ope­ra­ti­on “Schutz­schild Euphrat” über die Gren­ze schick­te. 

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

Mehr zum The­ma — Wie­so gilt tür­ki­sche Inva­si­on in Syri­en als völ­ker­rechts­wid­rig – nicht aber Sau­di-Inva­si­on im Jemen ?

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Russische Journalistin im Iran wegen Verdacht auf Spionage für Israel verhaftet


Die rus­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur Inter­fax zitiert den Pres­se-Atta­ché der rus­si­schen Bot­schaft in Tehe­ran And­rei Ganen­ko, wonach Jusik beschul­digt wird, für israe­li­sche Geheim­diens­te zu arbei­ten. Das ira­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um habe bis­her nicht über die Fest­nah­me infor­miert. Das rus­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um teil­te mit, der ira­ni­sche Bot­schaf­ter sei ein­be­stellt wor­den, um die Lage zu klä­ren.

Rus­si­sche Behör­den gin­gen zunächst davon aus, dass sich Jusik im Iran pri­vat auf­ge­hal­ten habe. Am Flug­ha­fen von Tehe­ran sei ihr der Pass ent­zo­gen wor­den. Am nächs­ten Tag sei­en ira­ni­sche Behör­den­ver­tre­ter in ihr Hotel­zim­mer gekom­men und hät­ten sie fest­ge­nom­men. In der U‑Haft habe sie nur eine Minu­te Zeit gehabt, um ihre Ange­hö­ri­gen zu kon­tak­tie­ren.

Jusiks Ex-Mann, der Jour­na­list Boris Wojz­echow­ski, schrieb auf Face­book, dass Juli­ja im Iran frü­her als Kor­re­spon­den­tin gear­bei­tet habe. Ihr droh­ten nun wegen der Spio­na­ge­vor­wür­fe bis zu zehn Jah­re Haft. Am Sams­tag soll sie vor ein Gericht in Tehe­ran kom­men.

Jusik arbei­tet für unter­schied­li­che Medi­en in Russ­land und ist auch Buch­au­torin. Sie hat meh­re­re Bücher über den Ter­ro­ris­mus im Kau­ka­sus geschrie­ben, unter ande­rem das Buch “Allahs Bräu­te” über kau­ka­si­sche Selbst­mord­at­ten­tä­te­rin­nen. 

Mehr zum The­ma — Ukrai­ne : Rus­si­scher RIA-Jour­na­list Wyschin­ski gegen Bürg­schaft aus Haft ent­las­sen

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Ex-US-Außenminister Tillerson : Israel spielte Trump mit Lügen aus


Bereits als Vor­stands­vor­sit­zen­der des Ener­gie­rie­sen Exxon­Mo­bil konn­te Rex Til­ler­son Erfah­run­gen mit Staats­chefs sam­meln. Doch als Außen­mi­nis­ter, auch wenn er nur 13 Mona­te im Amt war, ver­trat er eine Nukle­ar- und eins­ti­ge Super­macht bei Tref­fen mit ande­ren Welt­füh­rern. Um über die­se Zeit zu spre­chen, lud ihn am Diens­tag die berühm­te Har­vard Uni­ver­si­ty zu einem 90-minü­ti­gen Gast­auf­tritt ein.

In der Dis­kus­si­ons­run­de ging es um die poli­ti­schen Brenn­punk­te der Welt, vor allem aber um Nord­ko­rea, den Iran, Russ­land, Syri­en, den israe­lisch-paläs­ti­nen­si­schen Jahr­hun­dert­kon­flikt. Und nicht zuletzt auch um den Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, der ihn Ende März 2018 feu­er­te und seit­dem mehr­mals per­sön­lich atta­ckier­te und als “dumm wie ein Stein” bezeich­ne­te.

Dabei kam Til­ler­son auch auf Isra­els Rol­le in den USA zu spre­chen und bestä­tig­te, was sel­ten in die­ser Klar­heit aus­ge­spro­chen wird. Ins­be­son­de­re Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu kam bei die­ser Dar­stel­lung nicht gut weg. Er bezeich­ne­te ihn als einen “außer­ge­wöhn­lich erfah­re­nen” Poli­ti­ker, auch wenn “ein biss­chen machia­vel­lis­tisch”. Aber dann kam er zu dem Punkt, der ihn tat­säch­lich stör­te : “Wenn man mit Bibi zu tun hat, ist es immer nütz­lich, eine gesun­de Dosis an Skep­ti­zis­mus in Dis­kus­sio­nen mit ihm zu haben”, weil er ger­ne “Fehl­in­for­ma­tio­nen” lie­fert, um die USA auf Isra­els Linie zu brin­gen.

Mehr zum The­ma — So sichert Isra­el den Ein­fluss im US-Kon­gress ab

Gera­de bei direk­ten Gesprä­chen zwi­schen Netan­ja­hu und Donald Trump sei das pro­ble­ma­tisch gewe­sen, weil ihm der US-Prä­si­dent immer wie­der glaub­te. Anschlie­ßend kam es dann zu den unan­ge­neh­men Momen­ten, wo ihm Til­ler­son sagen muss­te, dass er von Netan­ja­hu ange­lo­gen und aus­ge­trickst wur­de.

Es stört mich, dass ein Ver­bün­de­ter, der uns so nah und wich­tig ist, uns das antun wür­de.

Das war kein Ein­zel­fall, wie der ehe­ma­li­ge US-Außen­mi­nis­ter bestä­tig­te. “Sie haben das eini­ge Male mit dem Prä­si­den­ten gemacht, um ihn davon zu über­zeu­gen, dass ‘wir die Guten (und) die die Bösen sind’.” Obwohl es durch­aus schwer­wie­gen­de Vor­wür­fe sind, die Til­ler­son in Rich­tung Isra­el abfeu­er­te, nahm Minis­ter­prä­si­dent Netan­ja­hu ledig­lich Bezug auf die Pas­sa­ge mit den “Guten und den Bösen” und schrieb auf Twit­ter :

Außen­mi­nis­ter Til­ler­son, Isra­el *ist* der Gute.

Damit bestä­tig­te Netan­ja­hu die Vor­wür­fe, dass er und wahr­schein­lich auch ande­re im Aus­tausch mit den USA nicht vor Lügen zurück­schre­cken, um Isra­els Inter­es­sen durch­zu­set­zen, die oft­mals nicht mit jenen der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka über­ein­stim­men. Aller­dings scheint er dar­an kei­nen Anstoß zu neh­men, weil er Isra­el auf der Sei­te der “Guten” ver­ord­net. 

Mehr zum The­ma — Donald Trump schafft Fak­ten nach einem “Qui­ckie” in Geschichts­un­ter­richt  

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Erste Wahlergebnisse aus Israel : Knappes Rennen zwischen Netanjahu-Partei und Opposition


Für eine Regie­rungs­mehr­heit sind min­des­tens 61 von 120 Man­da­ten im Par­la­ment not­wen­dig. Das rech­te Lager mit Netan­ja­hus kon­ser­va­ti­vem Likud, der Jami­na-Par­tei von Ex-Jus­tiz­mi­nis­te­rin Ajelet Scha­ked und den stren­gre­li­giö­sen Par­tei­en kam auf 54 bis 57 Man­da­te. Die rechts­ex­tre­me Ozma Jehu­dit (Jüdi­sche Kraft) schei­ter­te an der Sperr­klau­sel von 3,25 Pro­zent.

Das Mit­te-Links-Lager mit Gantz’ Bünd­nis Blau-Weiß, der Arbeits­par­tei, der Demo­kra­ti­schen Uni­on und den ara­bi­schen Par­tei­en erhielt 54 bis 58 Man­da­te.

Die ultra­rech­te Par­tei Isra­el Bei­te­nu (Unser Haus Isra­el) von Netan­ja­hus Riva­len Avigdor Lie­ber­man erhielt acht bis zehn Man­da­te. Lie­ber­man hat­te Netan­ja­hu nach einer Wahl im April sei­ne Unter­stüt­zung ver­wei­gert. Des­halb war es dem Regie­rungs­chef trotz einer Mehr­heit des rechts-reli­giö­sen Lagers nicht gelun­gen, erneut eine Regie­rung zu bil­den.

Rech­ne­risch mög­lich ist auch eine gro­ße Koali­ti­on von Likud und Blau-Weiß. Aller­dings hat­te Netan­ja­hu im Wahl­kampf betont, er stre­be eine rechts-reli­giö­se Koali­ti­on an. Gantz ist dage­gen nur zu einer gro­ßen Koali­ti­on ohne Netan­ja­hu als Regie­rungs­chef bereit.

Prä­si­dent Reu­ven Riv­lin hat zwei Wochen Zeit zu ent­schei­den, wen er mit der Regie­rungs­bil­dung beauf­tragt. Dazu holt er sich von allen Frak­tio­nen Emp­feh­lun­gen für das Amt des Minis­ter­prä­si­den­ten ein.

Mehr zum The­ma — Wah­len in Isra­el soll­ten wegen geplan­ten Gaza-Krie­ges ver­scho­ben wer­den

Wer danach die größ­ten Chan­cen für die Bil­dung einer Regie­rungs­ko­ali­ti­on hat, erhält dafür zunächst vier Wochen Zeit. Übli­cher­wei­se erhält den Auf­trag der Vor­sit­zen­de der Frak­ti­on mit den meis­ten Stim­men. Mit einer neu­en Regie­rung wird frü­hes­tens Ende Okto­ber gerech­net.

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Sigal Mandelker : Die Frau, die für Israel Krieg gegen den Iran führt


von Zlat­ko Per­ci­nic

Bereits der Geburts­ort der Staats­se­kre­tä­rin für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on im US-Finanz­mi­nis­te­ri­um sorgt für Kon­tro­ver­sen. Laut offi­zi­el­len Regie­rungs­an­ga­ben wur­de Sig­al Man­del­ker in Chi­ca­go im US-Bun­des­staat Illi­nois gebo­ren. Doch Medi­en­be­rich­te aus Isra­el und ande­ren Län­dern hal­ten hart­nä­ckig eine ande­re Ver­si­on auf­recht, wonach sie in Isra­el gebo­ren und erst spä­ter mit ihren Eltern in die USA über­sie­del­te. Immer wie­der spricht Man­del­ker dar­über, wie sehr sie die Erzäh­lun­gen ihrer Eltern geprägt haben, die den Holo­caust über­lebt und aus ihrer Hei­mat in Dubno/Ukraine flie­hen muss­ten. Was jedoch ihren Geburts­ort betrifft, hüllt sie sich gern in Schwei­gen.

Auch das Finanz­mi­nis­te­ri­um wei­gert sich trotz ver­schie­de­ner Anfra­gen von Medi­en, Aus­kunft dar­über zu ertei­len, ob die Unter­staats­se­kre­tä­rin an einem der stra­te­gisch wich­tigs­ten Pos­ten mit glo­ba­len Aus­wir­kun­gen nebst der US-Staats­bür­ger­schaft zusätz­lich noch einen israe­li­schen Pass ver­fügt. Obwohl seit einer knap­pen 5:4‑Entscheidung des Obers­ten Gerichts­hofs im Fall von Beys Afroy­im (geb. Ephraim Bern­stein) im Jahr 1967 die dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft erlaubt wur­de, sorg­te die­se Pra­xis spä­tes­tens seit der Ira­kin­va­si­on 2003 für ver­mehr­te Kri­tik. Laut L. Micha­el Hager, einem ehe­ma­li­gen US-Diplo­ma­ten und Anwalt, soll­ten alle Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten und hohen Regie­rungs­be­am­ten ihre aus­län­di­schen Staats­bür­ger­schaf­ten abge­ben :

War­um ist es für Bür­ger wich­tig zu wis­sen, ob ihre Abge­ord­ne­ten im Kon­gress dop­pel­te Staats­bür­ger sind ? Weil bei­des, rea­ler und ver­mu­te­ter Inter­es­sen­kon­flikt, das öffent­li­che Ver­trau­en ero­diert.

Gera­de von einer US-Spit­zen­be­am­tin wird erwar­tet, dass sie auch die natio­na­len Inter­es­sen der USA ver­tritt und ent­spre­chend han­delt. Aber Sig­al Man­del­ker war es selbst, die Zwei­fel an die­sem eigent­lich selbst­ver­ständ­li­chen Stand­punkt gesät hat­te. Beim Aspen Secu­ri­ty Forum Mit­te Juli in Aspen/Colorado, einer Sicher­heits­kon­fe­renz der Denk­fa­brik Aspen Insti­tu­te, ging es unter ande­rem auch um das The­ma “Ein­däm­mung des Iran”. Als Pane­lis­ten waren nebst Man­del­ker noch Wen­dy Sher­man, ehe­ma­li­ge Staats­se­kre­tä­rin im Außen­mi­nis­te­ri­um und Ver­hand­lungs­füh­re­rin von Barack Oba­ma zum Atom­ab­kom­men mit dem Iran, und Jere­my Bash, Stabs­chef des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums und der CIA unter Oba­ma, anwe­send.

Wäh­rend der Dis­kus­si­on eröff­ne­te Sig­al Man­del­ker umge­hend das Feu­er und beschul­dig­te die Beam­ten der Oba­ma-Regie­rung, nichts gegen die angeb­li­che Gefahr getan zu haben, die vom Iran aus­ge­hen soll. Tehe­ran “stellt eine unglaub­lich desta­bi­li­sie­ren­de Prä­senz in der Regi­on dar. Sie bedro­hen unse­ren groß­ar­ti­gen Alli­ier­ten in der Regi­on, Isra­el!”, pol­ter­te sie, indem der Iran der liba­ne­si­schen Miliz His­bol­lah “hun­der­te und hun­der­te Mil­lio­nen Dol­lar pro Jahr” über­wei­se.

Und dann sag­te sie die­sen einen Satz, der deut­lich offen­bar­te, wie­so eigent­lich die USA die­sen zer­stö­re­ri­schen Wirt­schafts­krieg gegen den Iran füh­ren :

Schäd­li­che Akteu­re brau­chen nun ein­mal Geld, um schäd­li­che Din­ge zu tun. (…) Des­we­gen haben wir die­ses mas­si­ve Sank­ti­ons­re­gime. Weil wir wis­sen, dass der Iran unse­ren groß­ar­ti­gen Part­ner bedroht, Isra­el !

Abge­se­hen davon, dass die­ses Ein­ge­ständ­nis von den meis­ten Main­stream-Medi­en igno­riert wur­de, obwohl der ers­te Teil des Sat­zes durch­aus Ein­gang selbst in die deut­sche Bericht­erstat­tung fand. So wid­me­te auch das Han­dels­blatt einen Bei­trag (vom 26.08.) zu Sig­al Man­del­ker und erwähn­te sogar die­se Ver­an­stal­tung, doch den Bezug zu Isra­el ließ das Blatt aus.

Die­se Fixie­rung auf den Iran und Isra­el wur­de indes­sen dem erst 2004 geschaf­fe­nen Büro für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on (Office of Ter­ro­rism and Finan­ci­al Intel­li­gence) OTFI in die Wie­ge gelegt. Der ers­te Staats­se­kre­tär – und Man­del­kers Men­tor – auf die­sem Pos­ten war Stuart Levey, der die US-Regie­rung von Geor­ge W. Bush dazu dräng­te, den Iran mit Sank­tio­nen zu über­zie­hen. Auf­grund sei­ner Ver­bis­sen­heit wur­de er vom Außen­mi­nis­te­ri­um bereits mit Char­lie Wil­son ver­gli­chen, jenem Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten aus Texas, der anfäng­lich fast im Allein­gang die Waf­fen­ver­käu­fe an die afgha­ni­schen Rebel­len wäh­rend der sowje­ti­schen Besat­zung orga­ni­sier­te. Anleh­nend an “Char­lie Wil­sons Krieg” wid­me­te ihm die New York Times 2008 einen län­ge­ren Arti­kel unter dem Titel “Stuart Leveys Krieg”. 

Bei der jähr­li­chen AIPAC-Kon­fe­renz 2005 in Washing­ton, einer der mäch­tigs­ten Pro-Isra­el-Lob­by­is­ten in den USA, zeig­te Levey bereits nach kur­zer Zeit im Amt, wohin die Rei­se gehen soll :

Ich war ein Bewun­de­rer der groß­ar­ti­gen Arbeit, die die­se Orga­ni­sa­ti­on seit mei­nen Tagen an dem ein­jäh­ri­gen Pro­gramm an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät von 1983 und 1984 leis­tet. (…) (Mein) Büro bringt eine Viel­zahl von Behör­den und Mög­lich­kei­ten unter einen Hut, was es uns erlaubt, eine Rei­he von Werk­zeu­gen gegen ver­schie­de­ne Bedro­hun­gen ein­zu­set­zen, ob das Ter­ro­ris­ten, Dro­gen­dea­ler, Ver­brei­ter von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen oder Schur­ken­re­gime wie der Iran und Nord­ko­rea sind. Wir erhe­ben Wirt­schafts­sank­tio­nen, um Druck auf quer­schla­gen­de Régime aus­zu­üben, und wir haben die Mög­lich­keit, Ver­mö­gens­wer­te von Mis­se­tä­tern ein­zu­frie­ren.

Nach­dem Stuart Levey nach sie­ben Jah­ren im Amt von David Ste­ven Cohen 2011 abge­löst wur­de, bezeich­ne­te der bri­ti­sche Jour­na­list und Nah­ost­ex­per­te Patrick Sea­le die Posi­ti­on des Staats­se­kre­tärs für Ter­ro­ris­mus und Finanz­in­for­ma­ti­on als einen “Job, der für Pro-Isra­el-Neo­cons reser­viert zu sein scheint, die einen Wirt­schafts­krieg gegen Tehe­ran füh­ren”. Da sich Cohen sehr schnell den Spitz­na­men “Sank­ti­ons­gu­ru” ein­ge­han­delt hat, scheint die Behaup­tung von Sea­le zumin­dest nicht voll­kom­men abwe­gig zu sein. Zusam­men mit Isra­el stimm­te Cohen dann sei­nen Kampf gegen den Iran ab und wei­te­te die­sen auch auf Syri­en aus.

Nach drei­ein­halb Jah­ren auf die­sem Pos­ten wech­sel­te der “Sank­ti­ons­gu­ru” in die Welt der Geheim­diens­te und wur­de zum Vize­di­rek­tor der CIA ernannt, obwohl er über “kei­ne Erfah­rung in einer Geheim­dienst­or­ga­ni­sa­ti­on ver­fügt”, wie die Jeru­sa­lem Post fest­stell­te.

In die­sem Umfeld wur­de Sig­al Man­del­ker das Hand­werk des Wirt­schafts­krie­ges bei­gebracht, wel­ches sie seit ihrer Ernen­nung zur Staats­se­kre­tä­rin im Finanz­mi­nis­te­ri­um von Ste­ven Mnu­chin noch wei­ter aus­bau­te. Die­ser von ihr geführ­te Wirt­schafts­krieg betrifft nicht nur den Iran direkt, son­dern auch ande­re Län­der, die mit dem Iran Han­del trei­ben oder Öl kau­fen wol­len. Sie alle wer­den zum poten­zi­el­len Ziel von Sank­tio­nen, wenn die ers­ten Dro­hun­gen nicht die gewünsch­te Ände­rung im Ver­hal­ten brin­gen.

Wäh­rend es oft die Ver­tre­ter des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums sind, also Diplo­ma­ten oder der Minis­ter per­sön­lich, die die betref­fen­den Regie­run­gen ermah­nen und zum Rück­zug aus dem Iran-Geschäft drän­gen, so steckt stets die unsicht­ba­re Hand von Man­del­ker dahin­ter. Das muss­te auch Per Fischer, der die aus der Not gebo­re­ne Tausch­bör­se Ins­tex mit­auf­ge­baut hat­te, am eige­nen Leib erfah­ren, als ihn ein Brief vom 7. Mai aus Washing­ton erreich­te. Dar­in warn­te ihn die Staats­se­kre­tä­rin, dass jeder, der mit Ins­tex in Zusam­men­hang gebracht wird und einen Han­del mit dem Iran unter Umge­hung von US-Sank­tio­nen betreibt, mit “schwe­ren Kon­se­quen­zen” rech­nen müs­se. Die­se könn­ten einen “Aus­schluss vom Zugang zum US-Finanz­sys­tem” bedeu­ten. Sein Nach­fol­ger Bernd Erbel, Deutsch­lands Bot­schaf­ter in Kai­ro, Bag­dad und Tehe­ran, wur­de unter dubio­sen Umstän­den aus dem Amt gedrängt, noch bevor er über­haupt rich­tig los­le­gen konn­te.

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz und der Fall Bernd Erbel : Wie BILD unlieb­sa­me Diplo­ma­ten aus­bremst

Auch die schon an Mafia­me­tho­den erin­nern­de Ver­fol­gung, Bedro­hung und ver­such­te Bestechung von Kapi­tä­nen, wie der jüngs­te Fall mit dem ira­ni­schen Super­tan­ker “Adri­an Darya 1” zeig­te, trägt Man­del­kers Hand­schrift. Sie ist es auch, die die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve von Emma­nu­el Macron zur Ret­tung des Atom­deals mit dem Iran sabo­tiert und sich wei­gert, grü­nes Licht für eine Kre­dit­li­nie von 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu ertei­len, wie es den Fran­zo­sen und Ira­nern vor­schwebt. Statt­des­sen inten­si­vie­ren die USA die Jagd auf die ira­ni­schen Öllie­fe­run­gen, die sie voll­stän­dig zum Erlie­gen brin­gen wol­len.

Unter­stüt­zung erhält Washing­ton vom israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu, der sich zu einem äußerst kurz­fris­ti­gen Über­ra­schungs­be­such bei sei­nem Amts­kol­le­gen in Lon­don ankün­dig­te. Gan­ze 29 Minu­ten dau­er­te das Gespräch mit Boris John­son, der sich mit­ten im Bre­x­it-Cha­os befin­det. Netan­ja­hu for­der­te von ihm, dass Groß­bri­tan­ni­en als ver­blie­be­ner Ver­trags­part­ner des Atom­ab­kom­mens die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve von Macron ablehnt. Noch vor dem Abflug sag­te er am Flug­ha­fen von Tel Aviv : 

Das ist nicht die Zeit, um Gesprä­che mit dem Iran zu füh­ren. Das ist die Zeit, um den Druck auf den Iran zu erhö­hen. Das sind immer wich­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten für den Staat Isra­el, aber ins­be­son­de­re jetzt.

Damit dürf­te Netan­ja­hu Sig­al Man­del­ker aus der See­le gespro­chen und sie noch wei­ter in ihrem Wirt­schafts­krieg bestärkt haben. Nach John­son traf sich der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent in Lon­don noch mit dem US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper und dem Vize­prä­si­den­ten Mike Pence. 

Mehr zum The­ma — Netan­ja­hu alar­miert über mög­li­che Annä­he­rung zwi­schen USA und Iran

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Erdoğan : Türkei sollte wie Israel Nuklearwaffen besitzen dürfen


Im Jahr 1980 unter­zeich­ne­te die Tür­kei den Atom­waf­fen­sperr­ver­trag (Non-Pro­fi­le­ra­ti­on of Nuclear Wea­pons). 1996 folg­te die Unter­zeich­nung des Ver­bots zum Test von Atom­waf­fen. Auf einer Ver­an­stal­tung der AKP for­der­te der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan ein Ende des Atom­waf­fen­ver­bots für sein Land : 

Eini­ge Län­der haben Rake­ten mit Nukle­ar­spreng­köp­fen, nicht eines oder zwei. Aber (sie sagen uns,) wir dürf­ten sie (die Nukle­ar­waf­fen) nicht haben. Das kann ich nicht akzep­tie­ren. Es gibt kein ent­wi­ckel­tes Land der Welt, das kei­ne Nukle­ar­waf­fen hat. 

Erdoğan zog einen Ver­gleich zu Isra­el :

Wir haben Isra­el in der Nähe, wir sind fast Nach­barn. Sie schre­cken (ande­re Natio­nen) ab, indem sie die­se (Waf­fen) besit­zen. Nie­mand kann sie anrüh­ren. 

Über die Zahl der Nukle­ar­waf­fen Isra­els gibt es kei­ne genau­en Anga­ben. Es wird ver­mu­tet, dass Isra­el zwi­schen 80 und 4.000 Nukle­ar­spreng­köp­fe besitzt. Den NPT-Ver­trag hat Isra­el nie unter­zeich­net. Öffent­lich wird der Besitz von Nukle­ar­waf­fen weder demen­tiert noch bestä­tigt. Ers­te For­schun­gen began­nen mit der Unab­hän­gig­keit Isra­els. 

Das tür­ki­sche Staats­ober­haupt warn­te auch vor der Öff­nung der Gren­ze für syri­sche Flücht­lin­ge, falls in Nord­sy­ri­en kei­ne Sicher­heits­zo­ne ein­ge­rich­tet wer­de und sich der Wes­ten sei­nen Ver­pflich­tun­gen ent­zie­he. Washing­ton und Anka­ra hat­ten sich am 7. August auf eine Sicher­heits­zo­ne in Syri­en geei­nigt.

Die­se soll als Puf­fer­zo­ne zwi­schen der tür­ki­schen Gren­ze und von den USA gestütz­ten kur­di­schen Ein­hei­ten die­nen. Die Tür­kei hat seit Aus­bruch des Bür­ger­kriegs in Syri­en rund vier Mil­lio­nen syri­sche Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men. Die­se Last kön­ne die Tür­kei, so Erdoğan, nicht allein tra­gen. 

Mehr zum The­ma — Anka­ra ver­ur­teilt Angriff auf Mili­tär­kon­voi durch syri­sche Trup­pen

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