So sichert Israel den Einfluss im US-Kongress ab


Von Zlat­ko Per­ci­nic

Seit der Wahl von Donald Trump zum Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist Russ­land in aller Mun­de. Von Ein­mi­schung in die Prä­si­dent­schafts­wah­len über Cyber­an­grif­fen, Daten­klau, Unter­wan­de­rung bis hin zur Ein­fluss­nah­me in poli­ti­sche Pro­zes­se : Die Lis­te der Vor­wür­fe an die Adres­se Mos­kaus ist lang und scheint kei­ne Gren­zen zu ken­nen. Ein Land, das seit Jah­ren sozu­sa­gen im Wind­schat­ten die­ser Vor­wür­fe genau das tut, was man Russ­land vor­wirft, ist Isra­el.

Bei Prä­si­dent­schafts­wah­len in den USA macht die israe­li­sche Regie­rung unter Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu kei­nen Hehl dar­aus, wel­cher Kan­di­dat bevor­zugt wird. Legen­där ist der Auf­tritt Netan­ja­hus vor dem US-Kon­gress Anfang März 2015, um gegen das Atom­ab­kom­men mit dem Iran zu wet­tern, das als Mei­len­stein der Diplo­ma­tie von Amts­in­ha­ber Barack Oba­ma galt.

Die 39-minü­ti­ge Rede Netan­ja­hus wur­de immer wie­der von ste­hen­den Ova­tio­nen der Kon­gress­mit­glie­der unter­bro­chen, am Ende gab es ins­ge­samt 26 davon. Wie ein Rock­star wur­de der Gast aus Isra­el gefei­ert. Die Iro­nie, dass die Kon­gress­mit­glie­der einem aus­län­di­schen Staats­ober­haupt zuju­bel­ten, der ein Abkom­men angriff, das von ihrer eige­nen Regie­rung als stra­te­gisch wich­tig ein­ge­stuft und des­halb ent­spre­chend aus­ge­han­delt wur­de, scheint kei­nem der Abge­ord­ne­ten auf­ge­fal­len zu sein. Ein­zig Netan­ja­hu war sich des­sen voll­kom­men bewusst :

Ich weiß, dass sie zu Isra­el ste­hen, egal auf wel­cher Sei­te des Flurs sie sit­zen.

Egal ob Demo­krat oder Repu­bli­ka­ner, egal ob Ame­ri­ka­ner, sie ste­hen zu Isra­el. Für den US-Come­dy­star Jon Ste­wart, selbst ein jüdi­scher Ame­ri­ka­ner, stand fest :

Egal ob Netan­ja­hu sei­ne Zie­le zur Sabo­ta­ge eines Deals mit dem Iran erreicht hat oder fälsch­li­cher­wei­se einen Gra­ben in den US-israe­li­schen Bezie­hun­gen auf­ge­macht hat, eine Sache ist klar : Die Ant­wort der Kam­mer auf sei­ne Rede war mit Abstand der längs­te Blo­wjob, den ein jüdi­scher Mann je bekom­men hat.

Die­ser Enthu­si­as­mus der US-Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten für Isra­el kommt sicher­lich auch aus Über­zeu­gung, aber nicht nur. Wie der ehe­ma­li­ge Abge­ord­ne­te Paul Find­ley (von 1961 bis 1983 im US-Kon­gress) bereits 1985 in sei­nem Buch “They Dare To Speak Out – Peop­le And Insti­tu­ti­ons Con­front Israel’s Lob­by” (die deut­sche Ver­si­on hat den eher unglück­lich gewähl­ten Titel : “Die Isra­el Lob­by. Hin­ter den Kulis­sen der Ame­ri­ka­ni­schen Poli­tik”) fest­hielt, dass die Pro-Isra­el-Lob­by in den USA – und deren poli­tisch wohl mäch­tigs­te Orga­ni­sa­ti­on AIPAC – seit den Anfän­gen des Zio­nis­mus in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten Zeit hat­te, ein schlag­fer­ti­ges Netz­werk loya­ler Unter­stüt­zer auf­zu­bau­en. Jeder, der sich für einen Sitz im US-Kon­gress bewirbt, muss Wahl­kampf füh­ren. Und die­ser Wahl­kampf kos­tet Geld, sehr viel Geld. Das ist der Punkt, an dem die Pro-Isra­el-Lob­by ansetzt.

Wie die­se Lob­by mit Dut­zen­den Orga­ni­sa­tio­nen und Hun­dert­tau­sen­den jüdi­schen und nicht-jüdi­schen Mit­glie­dern arbei­tet, haben die Poli­tik­wis­sen­schaft­ler John J. Mear­shei­mer (Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go) und Ste­phen M. Walt (Har­vard Ken­ne­dy School) in ihrem Buch “The Isra­el Lob­by and U.S. For­eign Poli­cy” dar­ge­legt. Ange­hen­de Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te wer­den von Ver­tre­tern der Lob­by auf Herz und Nie­ren geprüft, ob sie sich jemals nega­tiv über Isra­el geäu­ßert haben oder wie sie zu den ver­meint­li­chen Fein­den Isra­els ste­hen. Ist die­ser “Test” bestan­den, wird der oder die Kandidat(in) für Spen­den­gel­der emp­foh­len, die die ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen von ihren Mit­glie­dern für den Wunsch­kan­di­da­ten ein­sam­meln.

Cyn­thia McKin­ney, Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te von 1993 bis 2003, sprach sogar von einem “Loya­li­täts­ab­kom­men”, das neue Abge­ord­ne­te mit der Orga­ni­sa­ti­on AIPAC unter­zeich­nen soll­ten, um sich deren Unter­stüt­zung zu sichern. Dass sich AIPAC nicht als “aus­län­di­scher Agent” regis­trie­ren muss­te, ist einem juris­ti­schen Trick zu ver­dan­ken, den der Grün­der Isaiah L. Kenen aus dem Hut zog. Obwohl sich bei die­ser Orga­ni­sa­ti­on alles um Isra­el dreht, aktiv für Isra­el gewor­ben und manch­mal sogar gestoh­len wird, haben sämt­li­che US-Regie­run­gen die Erklä­rung akzep­tiert, dass AIPAC kei­ne Lob­by für einen Dritt­staat betreibt, son­dern für Ame­ri­ka­ner, die die­sen Staat unter­stüt­zen. 

Eine wei­te­re Spe­zia­li­tät zur Absi­che­rung von israe­li­schen Inter­es­sen im US-Kon­gress sind die orga­ni­sier­ten Rei­sen nach Isra­el für “Kon­gress­neu­lin­ge”. Erst vor kur­zem fand wie­der so eine Rei­se statt, als sechs neu­ge­wähl­te Abge­ord­ne­te ein­schließ­lich ihrer Lebens­part­ner einen fünf­tä­gi­gen All-Inclu­si­ve-Auf­ent­halt bezahlt bekom­men haben, um je nach per­sön­li­chen Inter­es­sen und Vor­lie­ben his­to­ri­sche oder reli­giö­se Orte zu besu­chen, mit mili­tä­ri­schen, poli­ti­schen oder Ver­tre­tern von Schwu­len und Les­ben zu spre­chen und sich am Strand von Tel Aviv oder einem Luxus­ho­tel in Jeru­sa­lem zu erho­len. Der Preis so einer Rei­se vari­iert des­halb auch von 9.300 bis 10.500 Dol­lar, und zwar pro Per­son !

Dass so eine Rei­se bei allen Teil­neh­mern Ein­druck hin­ter­lässt, ist ver­ständ­lich. Immer­hin kommt es nicht alle Tage vor, dass man zusam­men als Paar auf Kos­ten Drit­ter per Busi­ness Class ein­ge­flo­gen, ver­kös­tigt und umgarnt wird. Dass im Gegen­zug eine Erwar­tungs­hal­tung sei­tens der Orga­ni­sa­to­ren vor­liegt, muss nie­man­dem extra gesagt wer­den. Es ist wie im all­täg­li­chen Leben : Wird man zu einem Essen, Thea­ter oder irgend­et­was ande­rem ein­ge­la­den, ver­sucht man, es mit einem Gast­ge­schenk wie­der­gut­zu­ma­chen. Der fran­zö­si­sche Sozio­lo­ge Mar­cel Mauss schrieb in sei­nem wich­tigs­ten Werk “Die Gabe” von 1924, dass auf jede Gabe eine Gegen­ga­be folgt.

Und wenn die AIPAC-Unter­or­ga­ni­sa­ti­on AIEF sol­che Tou­ren spon­sert, dann wird im Gegen­zug auch etwas erwar­tet. Bei Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten ist klar, was von ihnen erwar­tet wird : Sie sol­len für Geset­zes­vor­la­gen stim­men, die AIPAC ein­bringt, und vor allem sol­len sie sicher­stel­len, dass die mil­li­ar­den­schwe­ren Zah­lun­gen an Isra­el nicht gestoppt, son­dern nach Mög­lich­keit stets aus­ge­wei­tet wer­den. Seit der Grün­dung Isra­els am 15. Mai 1948 haben die USA Infla­ti­ons­be­rei­nigt 252,7 Mil­li­ar­den US-Dol­lar (Stand März 2018) nach Tel Aviv über­wie­sen. Und Isra­el ist das ein­zi­ge Land, das die US-Zah­lun­gen – und zwar die gesam­te Jah­res­zah­lung – am Anfang des Jah­res und nicht wie alle ande­ren Emp­fän­ger quar­tals­wei­se erhält. Da die israe­li­sche Regie­rung die­ses Geld dann umge­hend auf ein Kon­to der Federal Reser­ve Bank of New York parkt, wie es in einem Unter­su­chungs­be­richt für den US-Kon­gress heißt, erhält es dafür auch noch Zin­sen. Was nichts ande­res bedeu­tet, als dass der US-Steu­er­zah­ler im Grun­de genom­men zwei­mal für Isra­el zur Kas­se gebe­ten wird : ein­mal für die “Hilfs­zah­lung” und ein­mal für die Zin­sen dafür.

Mehr zum The­ma — Trump beru­higt Isra­el nach Abzug aus Syri­en : “Wir geben euch doch 4,5 Mil­li­ar­den Dol­lar pro Jahr”

Nur sind bei sol­chen Rei­sen nicht aus­schließ­lich Poli­ti­ker dabei, son­dern manch­mal auch Jour­na­lis­ten. So war bei­spiels­wei­se bei der letz­ten Rei­se im Dezem­ber auch Tara Set­may­er dabei, eine poli­ti­sche Kom­men­ta­to­rin für CNN und ehe­ma­li­ge Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­to­rin der Repu­bli­ka­ner im Kapi­tol. Sie ver­öf­fent­lich­te sogar einen Pod­cast über ihre von den Orga­ni­sa­to­ren ver­mit­tel­ten Ein­drü­cke der Rei­se ins Hei­li­ge Land. So soll wohl sicher­ge­stellt wer­den, dass es nicht so schnell wie­der zu einem Vor­fall wie im Novem­ber kommt, als ein CNN-Kol­le­ge von Set­may­er, Marc Lamont Hill, wegen einer Rede am Inter­na­tio­na­len Tag der Soli­da­ri­tät mit dem paläs­ti­nen­si­schen Volk bei den Ver­ein­ten Natio­nen gefeu­ert wur­de. Hill ist Pro­fes­sor für Medi­en­wis­sen­schaft und urba­ne Erzie­hung an der Temp­le Uni­ver­si­ty in Phil­adel­phia.

Doch das mit Abstand größ­te und augen­schein­lichs­te Ein­fluss­in­stru­ment von AIPAC in die US-Poli­tik, ist die jähr­li­che Kon­fe­renz, bei der sich Spit­zen­po­li­ti­ker, Finanz­jon­gleu­re und Unter­neh­mens­bos­se die Klin­ke in die Hand geben. Die nächs­te AIPAC-Kon­fe­renz fin­det vom 24. bis 26. März 2019 in Washing­ton statt, zu der wie­der bis zu 20.000 Per­so­nen erwar­tet wer­den. Bei einem Ticket­preis von 599 US-Dol­lar für die Teil­nah­me kommt da eini­ges zusam­men.

Als Vize­prä­si­dent Mike Pence die Kon­fe­renz 2017 besuch­te, sag­te er natür­lich das, was die Lob­by ger­ne hören möch­te. Aber es zeigt auch, wie erfolg­reich AIPAC in ihrer Lob­by­ar­beit war und wie man es geschafft hat, nicht nur den Ein­fluss in die US-Poli­tik zu sichern, son­dern die israe­li­sche Poli­tik zur US-Poli­tik zu machen :

Und unter Prä­si­dent Donald Trump, wenn die Welt nichts ande­res weiß, (dann) wird die Welt das wis­sen, dass Ame­ri­ka zu Isra­el steht. Prä­si­dent Trump und ich ste­hen aus den­sel­ben Grün­den zu Isra­el, aus denen jeder frei­heits­lie­ben­de Ame­ri­ka­ner zu Isra­el steht, weil des­sen Sache (auch) unse­re Sache ist. Des­sen Wer­te sind unse­re Wer­te. Und des­sen Kampf ist unser Kampf.

Wie sehr sich doch die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka seit ihrer Grün­dung ver­än­dert haben. Es war kein Gerin­ge­rer als Geor­ge Washing­ton selbst, der in sei­ner Abschieds­re­de 1796 genau vor dem warn­te, das sich ins­be­son­de­re seit 1967 ent­wi­ckelt hat. Es lohnt sich, den gesam­ten Absatz zu zitie­ren :

Eben­so erzeugt eine lei­den­schaft­li­che Bin­dung einer Nati­on an eine ande­re eine Viel­zahl an Übeln. Sym­pa­thie für die Lieb­lings­na­ti­on för­dert die Illu­si­on eines ima­gi­nä­ren gemein­sa­men Inter­es­ses in Fäl­len, in denen kein wirk­li­ches gemein­sa­mes Inter­es­se besteht, und indem die Feind­se­lig­kei­ten des einen in den ande­ren ein­gie­ßen, nötigt es den Ers­te­ren in eine Teil­nah­me an den Strei­tig­kei­ten und Krie­gen des Letz­te­ren, ohne dafür einen ange­mes­se­nen Anreiz oder Recht­fer­ti­gung zu haben. Es führt auch zu Zuge­ständ­nis­sen an die Lieb­lings­na­ti­on, zu Pri­vi­le­gi­en, die ande­ren ver­wei­gert wer­den, was dop­pelt so ver­let­zend für die Nati­on ist, die die Zuge­ständ­nis­se macht. (…) Und es führt bei den ehr­gei­zi­gen, kor­rup­ten oder ver­blen­de­ten Bür­gern (die sich der Lieb­lings­na­ti­on wid­men) zu Mög­lich­kei­ten, die Inter­es­sen ihres eige­nen Lan­des zu ver­ra­ten oder zu opfern, ohne üblen Nach­ge­schmack, manch­mal sogar mit Popu­la­ri­tät. (…) Als Wege zu aus­län­di­schem Ein­fluss auf unzäh­li­gen Arten sind sol­che Bin­dun­gen für den wahr­haft auf­ge­klär­ten und unab­hän­gi­gen Patrio­ten beson­ders alar­mie­rend. Wie vie­le Mög­lich­kei­ten bie­ten sie an, um inlän­di­sche Frak­tio­nen zu mani­pu­lie­ren, die Küns­te der Ver­füh­rung zu prak­ti­zie­ren, die öffent­li­che Mei­nung in die Irre zu füh­ren und die öffent­li­chen Räte zu beein­flus­sen ! Eine sol­che Bin­dung eines Klei­nen oder Schwa­chen an eine gro­ße und mäch­ti­ge Nati­on ver­ur­teilt den Ers­te­ren zum Satel­li­ten des Letz­te­ren.

Damit erwies sich Geor­ge Washing­ton als wah­rer Pro­phet, was die ver­meint­li­che “beson­de­re Bezie­hung” zwi­schen den USA und Isra­el betrifft. Und es führt dazu, dass die US-Poli­tik sich wei­gert, eine ehr­li­che Ana­ly­se und Bestands­auf­nah­me der Bezie­hun­gen zu Isra­el vor­zu­neh­men, was von macht­hung­ri­gen Staats­chefs wie Ben­ja­min Netan­ja­hu aus­ge­nutzt und durch Orga­ni­sa­tio­nen wie AIPAC scham­los unter­stützt wird. In die­sem Zustand kann sich Washing­ton nicht ein­mal mehr gegen den Scha­den weh­ren, den die israe­li­sche Spio­na­ge ver­ur­sacht. Dafür hat man Russ­land und ins­be­son­de­re des­sen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin gefun­den, auf den man sämt­li­che nega­ti­ven Vor­komm­nis­se pro­ji­zie­ren kann. In der Psy­cho­lo­gie wür­de man das Pro­jek­ti­on nen­nen.

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Mehr zum The­ma — Wur­den deut­sche Steu­er­gel­der für Kor­rup­ti­on in Isra­el miss­braucht ?

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Israel billigt Millionenbudget im Kampf gegen häusliche Gewalt


Meh­re­re Frau­en­or­ga­ni­sa­tio­nen hat­ten aller­dings ein fünf­mal höhe­res Bud­get für den Schutz von Frau­en gefor­dert. Finanz­mi­nis­ter Mosche Kach­lon sag­te : “Die Gewalt gegen Frau­en ist ein sozia­les Übel, gegen das wir mit allen Mit­teln vor­ge­hen müs­sen.” Teil des Plans sei­en auch Behand­lungs­pro­gram­me für gewalt­tä­ti­ge Män­ner.

Laut Medi­en­be­rich­ten waren im ver­gan­ge­nen Jahr in Isra­el ins­ge­samt 26 Frau­en bei häus­li­cher Gewalt ums Leben gekom­men. Bei hef­ti­gen Stra­ßen­pro­tes­ten war der Regie­rung vor­ge­wor­fen wor­den, sie unter­neh­me nicht genug gegen Gewalt an Frau­en, weil die meis­ten der Opfer Rand­grup­pen ange­hör­ten. (dpa)

Mehr zum The­ma — Die Gewalt daheim : “Für vie­le Frau­en ist das Zuhau­se ein gefähr­li­cher Ort”

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Syrien : Israel griff Ziele in Damaskus an


In den sozia­len Medi­en wur­den Vide­os geteilt, die den Abschuss einer mut­maß­lich israe­li­schen Abfang­ra­ke­te aus der etwa 100 Kilo­me­ter süd­lich der syri­schen Gren­ze gele­ge­nen israe­li­schen Stadt Cha­de­ra zei­gen. Anwoh­ner berich­te­ten von dem Geräusch einer gro­ßen Explo­si­on. Das israe­li­sche Mili­tär bestä­tig­te, dass es gezwun­gen gewe­sen sei, Luft­ab­wehr­sys­te­me gegen eine aus Syri­en stam­men­de Flug­ab­wehr­ra­ke­te zu “akti­vie­ren”. Es hieß von­sei­ten des israe­li­schen Mili­tärs, es habe weder Schä­den noch Ver­let­zun­gen gege­ben. 

Zuvor hat­ten die staat­li­chen syri­schen Nach­rich­ten am Diens­tag berich­tet, die Luft­ab­wehr des Lan­des habe von länd­li­chen Regio­nen west­lich von Damas­kus aus bei einem mut­maß­lich israe­li­schen Angriff aus Rich­tung Liba­non “feind­li­che Zie­le” anvi­siert. Eini­gen Berich­ten nach wur­den über Weih­nach­ten bis zu 22 Rake­ten abge­feu­ert, die­se hät­ten auf Waf­fen­de­pots gezielt, die vom Iran und Syri­en genutzt wur­den. Drei syri­sche Sol­da­ten sei­en ver­wun­det wor­den. Das US-ame­ri­ka­ni­sche Nach­rich­ten­ma­ga­zin News­week berich­tet, hoch­ran­gi­ge His­bol­lah-Ver­tre­ter sei­en ver­wun­det wor­den. Sie sei­en kurz vor dem Angriff an Bord einer Maschi­ne Rich­tung Iran gegan­gen. Der ehe­ma­li­ge Gene­ral­ma­jor Amos Yad­lin wider­sprach. Es sei unwahr­schein­lich, dass Isra­el His­bol­lah-Ver­tre­ter direkt angrei­fen wür­de : 

Isra­el greift kei­ne His­bol­lah-Ver­tre­ter an, son­dern fort­schritt­li­che Waf­fen und Muni­ti­on, die an die His­bol­lah und ira­ni­sche Stel­lun­gen trans­por­tiert wer­den. Ich neh­me an, die­se waren heu­te Nacht die Zie­le. 

Nach Berich­ten dran­gen die Jets in den liba­ne­si­schen Luft­raum ein, bevor sie ihre Zie­le in Qata­na, einem süd­west­li­chen Vor­ort der syri­schen Haupt­stadt, ange­grif­fen hat­ten. Wäh­rend des Angriffs hät­ten israe­li­sche Jets angeb­lich Leucht­ge­schos­se abfeu­ern müs­sen, so der Satel­li­ten­fern­seh­sen­der Al-Manar.

Obwohl Isra­el die ihm zuge­schrie­be­nen Hand­lun­gen in der Regel weder bestä­tigt noch bestrei­tet, hat die Armee im letz­ten hal­ben Jahr­zehnt zahl­rei­che Luft­an­grif­fe auf Zie­le in Syri­en durch­ge­führt. 

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Wegen Antisemitismus und Terror : Israel bereitet sich auf Massenzuwanderung französischer Juden vor


Nach Tagen des isla­mis­ti­schen Ter­rors 2015 in Frank­reich, bei denen 17 Men­schen getö­tet wur­den, unter ihnen fünf Juden, wand­te sich der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu in einer Fern­seh­an­spra­che an die fran­zö­si­schen Juden : 

Der Staat Isra­el ist Euer zu Hau­se. 

Mit über sechs Mil­lio­nen Juden ist Isra­el das Land mit der zah­len­mä­ßig größ­ten jüdi­schen Bevöl­ke­rung. In den USA sind es rund 5,7 Mil­lio­nen. 

Nafta­li Ben­nett, Minis­ter für Dia­spo­ra Ange­le­gen­hei­ten und Erzie­hung, sagt aktu­ell : 

Jeder Jude in Frank­reich — wie auch Juden in der gan­zen Welt — soll­te wis­sen, dass der Staat Isra­el sie mit offe­nen Armen emp­fängt. 

Für den Umzug nach Isra­el, die “Ali­ya” (Rück­kehr von Juden nach Eretz Isra­el) erstellt die israe­li­sche Regie­rung der­zeit einen Plan, der in etwa zwei Mona­ten vor­ge­stellt wer­den soll. Der Staat will den neu­en Israe­lis hel­fen, Hebrä­isch zu ler­nen, eine Woh­nung und Arbeit zu fin­den. Isra­el ist davon über­zeugt, dass 43 Pro­zent der in Frank­reich leben­den Juden, also rund 200.000 Men­schen inter­es­siert sind, Frank­reich mit dem Ziel Isra­el zu ver­las­sen. Die Zahl der Hass­ver­bre­chen gegen Juden stieg in den ers­ten neun Mona­ten die­sen Jah­res in Frank­reich um 69 Pro­zent

2017 immi­grier­ten 29.228 Men­schen nach Isra­el, in den letz­ten zehn Jah­ren waren es ins­ge­sammt 245.235 Ein­wan­de­rer. Die Zahl der jüdi­schen Zuwan­de­rer aus Frank­reich sank jedoch in den ers­ten acht Mona­ten die­ses Jah­res — im Ver­gleich zu 2017 — um 31 Pro­zent. Dage­gen ent­schie­den sich sie­ben Pro­zent mehr bri­ti­sche Juden, nach Isra­el aus­zu­wan­dern. Den zah­len­mä­ßig größ­ten Anteil der Men­schen, die sich für die Ali­ya ent­schei­den, stellt Russ­land.

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Israel : Gewaltausbruch im Westjordanland als Folge fehlender US-Finanzmittel


Seit US-Prä­si­dent Donald Trump die finan­zi­el­len Hil­fen für das Hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen für Paläs­ti­na-Flücht­lin­ge (UNRWA) ein­stell­te, ver­schlech­tert sich die Lebens­si­tua­ti­on der Paläs­ti­nen­ser im West­jor­dan­land. Die israe­li­sche Armee (IDF) warn­te vor Gewalt­aus­brü­chen auf­grund feh­len­der Hilfs­mit­tel für Schu­len. Die Hälf­te der unter 30-Jäh­ri­gen im West­jor­dan­land ist arbeits­los, die Hoff­nung der Jugend schwin­det.

Die 21-jäh­ri­ge israe­li­sche Mut­ter war sie­ben Mona­te schwan­ger, als sie durch einen vor­bei­fah­ren­den Atten­tä­ter nahe der israe­li­schen Sied­lung Ofra ange­schos­sen wur­de. Das Baby kam durch einen Not­kai­ser­schnitt leb­los zur Welt und wur­de Mitt­woch Abend in Jeru­sa­lem beer­digt. Bei der Jagd nach dem Täter eröff­ne­ten israe­li­sche Trup­pen das Feu­er auf paläs­ti­nen­si­sche Fahr­zeu­ge nörd­lich von Ramal­lah. Der Fah­rer Salat Al-Barg­hou­ti wur­de ange­schos­sen und ver­haf­tet.

Nun wer­den Rufe laut, die israe­li­sche Sied­lung im West­jor­dan­land zu lega­li­sie­ren. Die Jus­tiz­mi­nis­te­rin Ajelet Scha­ked schrieb auf Twit­ter, dass jeder Ter­ror­an­griff die israe­li­schen Sied­lun­gen auf paläs­ti­nen­si­schem Gebiet nur wei­ter stär­ken wer­de. 

Der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu schwor, die Mör­der zu fin­den und zu ver­ur­tei­len :

Unse­re Her­zen gehen an Shira und Ami­c­hai für den Tod ihres vier Tage alten Babys, dass noch nicht mal einen Namen trug. Abscheu­li­che Mör­der, die teuf­lischs­ten Ver­bre­cher der Welt. 

Mona­te zuvor hat­te der IDF-Chef Gene­ral­leut­nant Gadi Eisen­kot vor einer Eska­la­ti­on der Gewalt im West­jor­dan­land gewarnt. Im Okto­ber gab es 109 Angrif­fe im West­jor­dan­land und in Jeru­sa­lem, so der israe­li­sche Geheim­dienst. Die Angrif­fe wur­den mit Feu­er­bom­ben, impro­vi­sier­ten Explo­si­ons­ma­te­ria­li­en, Mes­sern und Feu­er­waf­fen durch­ge­führt. Im Okto­ber erschoss ein 23 Jah­re alter Paläs­ti­nen­ser zwei Israe­lis. Der Angrei­fer ist seit­her flüch­tig und hat vie­le Sym­pa­thi­san­ten unter den jun­gen Anwoh­nern. Die größ­te Her­aus­for­de­rung für den IDF sind die “lone Wol­fes”, Ein­zel­tä­ter. Lag der Fokus bis­lang auf dem Gaza­strei­fen, dürf­te sich das israe­li­sche Mili­tär nun auf das West­jor­dan­land kon­zen­trie­ren. 

Mehr zum The­ma — “Gewalt, Ein­schüch­te­rung und Trä­nen­gas”: Isra­els Armee stürmt paläs­ti­nen­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur

RT Deutsch


Interview : Hisbollah wird immer stärker — Israel fürchtet Mehrfrontenkrieg mit Gaza und Libanon


von Ali Özkök

RT Deutsch hat mit Joe Truz­man gespro­chen. Er ist Sicher­heits­ana­lyst mit Fokus auf bewaff­ne­te Kon­flik­te zwi­schen Isra­el und nicht-staat­li­chen Akteu­ren wie der His­bol­lah und der Hamas. Er betreibt unter ande­rem den Nah­ost-Ana­ly­se-News­let­ter Ground­Brief.

Am Mon­tag begann das israe­li­sche Mili­tär eine Ope­ra­ti­on gegen His­bol­lah-Tun­nel im israe­lisch-liba­ne­si­schen Grenz­ge­biet. Wie umfang­reich ist die­se Ope­ra­ti­on, und könn­te sie zu mili­tä­ri­schen Akti­vi­tä­ten auf liba­ne­si­schem Boden füh­ren ?

Die Ope­ra­ti­on “Nort­hern Shield” ist nur ein Teil der von der IDF ent­wi­ckel­ten Gesamt­stra­te­gie zur Bekämp­fung der His­bol­lah. Es ist wahr­schein­lich, dass die IDF vie­le Wochen lang ent­lang der liba­ne­si­schen Gren­ze ope­rie­ren wer­den, um Tun­nel zu loka­li­sie­ren und die­se zu neu­tra­li­sie­ren. Die Anti-Tun­nel-Ope­ra­tio­nen Isra­els ent­lang der liba­ne­si­schen Gren­ze wer­den sehr ähn­lich sein zu die Ope­ra­tio­nen an der Gren­ze zu Gaza. Was wir nicht sehen wer­den, sind eini­ge der Metho­den, mit denen die IDF bereits Tun­nel im Gaza zer­stört haben — ins­be­son­de­re Luft­an­grif­fe gegen den Anfangs­ort der Tun­nel. Im Gegen­satz zu den Luft­an­grif­fen, die wir in der Ver­gan­gen­heit gegen paläs­ti­nen­si­sche Tun­nel gese­hen haben, wür­de jede Art von Bom­bar­die­rung durch die IDF auf liba­ne­si­schem Boden wahr­schein­lich eine Reak­ti­on der His­bol­lah aus­lö­sen.

Die IDF stre­ben nicht danach, aus die­ser Ope­ra­ti­on einen Kon­flikt ent­ste­hen zu las­sen, und es ist des­halb offen­sicht­lich, dass die IDF die Ope­ra­ti­on nur auf israe­li­schem Boden durch­füh­ren. Die His­bol­lah ver­öf­fent­lich­te Bil­der und Vide­os von den Tun­nel-Ope­ra­tio­nen der IDF ent­lang der Gren­ze in den letz­ten Tagen als Bot­schaft an die israe­li­sche Armee, dass sie die­se Akti­vi­tä­ten sehr genau im Auge behält. Ich glau­be, solan­ge die IDF auf israe­li­schem Boden blei­ben, wird sich aus die­ser Ope­ra­ti­on kein Kon­flikt erge­ben.

Es gibt Hin­wei­se dar­auf, dass Isra­el seit 2013 nach Akti­vi­tä­ten der His­bol­lah sucht. Zu die­ser Zeit wur­den kei­ne Tun­nel gefun­den. Was hat sich geän­dert und wel­che mili­tä­ri­schen Fol­gen für Isra­el könn­te die Nut­zung sol­cher Tun­nel in einem Krieg haben ?

Neue Tech­no­lo­gi­en, die aus den Erkennt­nis­sen der IDF bei der Zer­stö­rung von Tun­nel­sys­te­men der Al-Kas­sam-Bri­ga­den und des Paläs­ti­nen­si­schen Isla­mi­schen Dschi­hads in Gaza ent­wi­ckelt wur­den, sind der Haupt­grund für den Wan­del. Die IDF erfuh­ren aus ers­ter Hand, wie effek­tiv Tun­nel­sys­te­me wäh­rend des Krie­ges 2014 waren. Bei einem Vor­fall konn­ten al-Kas­sam-Kämp­fer durch einen Tun­nel aus dem Gaza einen IDF-Mili­tär­pos­ten in Isra­el angrei­fen. Sie töte­ten fünf IDF-Sol­da­ten.

Die His­bol­lah kann Tun­nel nut­zen, um ähn­li­che Ope­ra­tio­nen gegen IDF-Pos­ten ent­lang der liba­ne­si­schen Gren­ze durch­zu­füh­ren. Tun­nel kön­nen auch ver­wen­det wer­den, um gefan­ge­ne IDF-Sol­da­ten unbe­merkt in den Liba­non zu brin­gen, um sie dann als Ver­hand­lungs­mas­se zu nut­zen. Die israe­li­sche Armee hat auch behaup­tet, dass die His­bol­lah die Tun­nel benut­zen könn­te, um einen zukünf­ti­gen Krieg gegen Isra­el aus­zu­lö­sen, indem sie eines der israe­li­schen Dör­fer ent­lang der liba­ne­si­schen Gren­ze ein­nimmt.

Es gibt Gerüch­te, dass die Ope­ra­ti­on von der israe­li­schen Regie­rung als Vor­wand genom­men wur­de, um sich in der Innen­po­li­tik als fähig und stark dar­zu­stel­len. Wie beur­tei­len Sie sol­che Aus­sa­gen ?

Es ist kein Geheim­nis, dass der israe­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter viel Kri­tik von der israe­li­schen Gesell­schaft ein­ste­cken muss­te, näm­lich über die Art und Wei­se, wie er mit der Situa­ti­on im Süden des Lan­des umge­gan­gen ist. Der paläs­ti­nen­si­sche Rück­kehr­marsch, das Auf­stei­gen­las­sen von Brand- und Spreng­bal­lons gegen israe­li­sche Gemein­den und die Rake­ten­an­grif­fe paläs­ti­nen­si­scher Grup­pen aus dem Gaza wur­den zum zer­mür­ben­den All­tag für israe­li­sche Bür­ger an der Süd­gren­ze.

Schließ­lich wur­de es sogar für Netan­ja­hu selbst gefähr­lich, als sein Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Avigdor Lie­ber­man wegen der Dif­fe­ren­zen mit dem Pre­mier­mi­nis­ter über die Art und Wei­se der Beherr­schung der Sicher­heits­la­ge im Süden zurück­trat. Die Tun­nel-Ope­ra­ti­on hilft Netan­ja­hu nun sicher­lich, aber es ist noch zu früh beur­tei­len zu wol­len, ob die Ope­ra­ti­on eine nach­hal­ti­ge Wir­kung zur Beru­hi­gung der Bür­ger haben wird. Vie­le haben ihn auf­grund sei­ner Leis­tung gegen die ver­schie­de­nen paläs­ti­nen­si­schen Grup­pen im Gaza in den letz­ten neun Mona­ten als schwach ange­se­hen.

Noch vor weni­gen Wochen gab es mili­tä­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Gaza­strei­fen. Man­che glau­ben, dass Isra­el kei­nen Zwei­fron­ten­krieg füh­ren will und des­halb letzt­end­lich in Gaza vor­sich­tig reagiert hat. Wie bewer­ten Sie sol­che Schluss­fol­ge­run­gen ?

Die Israe­lis han­del­ten vor­sich­tig, weil sie kei­ne wei­te­re Boden­ope­ra­ti­on in Gaza durch­füh­ren woll­ten. Sie betrach­ten die Bedro­hung durch die His­bol­lah im Liba­non und durch die schii­ti­schen Mili­zen im Süden Syri­ens als eine viel grö­ße­re Bedro­hung.

Vor ein oder zwei Jah­ren hät­te Isra­el wahr­schein­lich eine begrenz­te Boden­ope­ra­ti­on in Gaza durch­ge­führt, ohne die Angst, an zwei Fron­ten kämp­fen zu müs­sen. Isra­el war auch nicht mit der Gefahr einer pro-ira­ni­schen Miliz in der Nähe der Golan­hö­hen kon­fron­tiert, wie sie es heu­te sind. Die israe­li­sche Regie­rung zieht es des­halb vor, Gaza sta­bil zu hal­ten, indem sie kata­ri­sches Geld und Treib­stoff legal in die Enkla­ve hin­ein­lässt, auch wenn sie Gefahr läuft, die Hamas dadurch sieg­reich erschei­nen zu las­sen. Alles, was Isra­el getan hat, um einen Krieg in Gaza in den letz­ten neun Mona­ten zu ver­hin­dern, ist das Ergeb­nis ihrer Sor­ge um den Kon­flikt gegen die His­bol­lah und deren Ver­bün­de­te. Die paläs­ti­nen­si­schen Grup­pen in Gaza haben zeit­gleich Ver­bin­dun­gen zur His­bol­lah und zum Iran auf­ge­baut.

Die His­bol­lah grün­det ihre Unter­stüt­zung als nicht­staat­li­cher Akteur auf die schii­ti­sche Min­der­heit im Liba­non. Könn­te die His­bol­lah in einem direk­ten Kon­flikt mit dem israe­li­schen Mili­tär auch auf die vol­le Unter­stüt­zung aller Ele­men­te im Liba­non zäh­len, ein­schließ­lich des Staa­tes ?

Die His­bol­lah ist 2018 eine ande­re Enti­tät im Ver­gleich zu dem, was sie wäh­rend des Liba­non­kriegs 2006 war. Sie hält mehr Sit­ze in der liba­ne­si­schen Regie­rung und pro­fi­tiert von einer zuneh­men­den Popu­la­ri­tät nach dem Sieg im syri­schen Bür­ger­krieg. Sie genießt zwar nicht die vol­le Unter­stüt­zung der Bevöl­ke­rung, wie wir sie in Gaza bei den paläs­ti­nen­si­schen Frak­tio­nen sehen. Die liba­ne­si­sche Armee wür­de sich nur ungern einem Kon­flikt gegen Isra­el anschlie­ßen. Ein Grund dafür ist die finan­zi­el­le Hil­fe, die sie von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten erhält. Rund 1,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar seit 2006, so laut einem Bericht von Reu­ters vor eini­gen Wochen. Jeder Angriff der liba­ne­si­schen Armee auf israe­li­sche Posi­tio­nen wür­de die Hil­fe, die sie von den USA erhält, gefähr­den.

Es gibt zahl­rei­che Ana­ly­sen, die besa­gen, dass die His­bol­lah im Lau­fe des syri­schen Kon­flikts ent­ge­gen den Erwar­tun­gen an mili­tä­ri­schen Fähig­kei­ten und Stär­ke gewon­nen hat. Teilt das israe­li­sche Mili­tär-Estab­lish­ment die­se Ansicht ?

Die IDF haben die mili­tä­ri­schen Fähig­kei­ten der His­bol­lah im Lau­fe der Zeit der Kämp­fe in Syri­en genau beob­ach­tet. Die His­bol­lah hat unschätz­ba­res Wis­sen und prak­ti­sche Erfah­rung gesam­melt. Sie haben in Syri­en mehr Kampf­erfah­rung gesam­melt als in allen Kon­flik­ten mit Isra­el zusam­men. Sie haben neue Fähig­kei­ten erwor­ben und genau stu­diert, wie man in feind­li­chem Gebiet ope­riert. Auch der Iran nutz­te den syri­schen Krieg, um die mili­tä­ri­schen Fähig­kei­ten der His­bol­lah zu ver­bes­sern. Tehe­ran rüs­te­te die His­bol­lah mit Droh­nen und Prä­zi­si­ons­ra­ke­ten aus, um nur eini­ge Neue­run­gen zu nen­nen.

Isra­el bom­bar­diert Syri­en regel­mä­ßig, um die Ver­bin­dung zwi­schen Iran und His­bol­lah zu schwä­chen. Wie ent­wi­ckeln sich die Akti­vi­tä­ten der His­bol­lah in Syri­en der­zeit, und wel­che Bedeu­tung hat die Angst Isra­els vor einer Aus­wei­tung der Prä­senz der His­bol­lah auf den Golan­hö­hen ?

Die His­bol­lah und ihre Ver­bün­de­ten expan­die­ren in Syri­en enorm. Aus den zahl­rei­chen Berich­ten über israe­li­sche Luft­an­grif­fe gegen His­bol­lah-Waf­fen­la­ger und schii­ti­sche Miliz­ba­sen geht her­vor, dass Isra­el über die wach­sen­de Ansamm­lung pro-ira­ni­scher Grup­pen in der Nähe sei­ner Gren­ze sicht­lich besorgt ist.

Es gab erst ver­gan­ge­nen Monat Berich­te über die Grün­dung einer neu­en schii­ti­schen Miliz in Bus­ra al-Scham in der Nähe der syri­schen Golan­hö­hen. Auch gab es unbe­stä­tig­te Berich­te, dass die His­bol­lah soge­nann­te tak­ti­sche bal­lis­ti­sche SS-21-Ska­rab-Rake­ten in der Nähe des syri­schen Golan einen Tag nach der Auf­de­ckung der Tun­nel sta­tio­nier­te. Dies ist nur ein Bei­spiel für die Fähig­kei­ten der His­bol­lah in Syri­en, die eine ernst­haf­te Bedro­hung für die IDF-Posi­tio­nen im Golan dar­stel­len.

Inwie­weit glau­ben Sie, soll­te ein gro­ßer Kon­flikt zwi­schen Isra­el und der His­bol­lah aus­bre­chen, dass die­ser Grenz­kon­flikt zu einem regio­na­len Krieg mit dem Iran aus­ar­ten könn­te ?

Das ist mög­lich, aber eher unwahr­schein­lich. Es wür­de kata­stro­pha­le Ereig­nis­se auf bei­den Sei­ten erfor­dern, damit sich der Iran ein­mi­schen wür­de. Der Iran hat nur begrenz­te Mög­lich­kei­ten, Isra­el anzu­grei­fen. Tehe­ran könn­te Isra­el nur auf zwei Arten angrei­fen : mit ihren bal­lis­ti­schen Rake­ten aus dem Iran und dem west­li­chen Irak oder durch die His­bol­lah mit ihren loka­len Ver­bün­de­ten. Außer­dem bedeu­tet das nicht unbe­dingt, dass sich die Iran-Ach­se nur auf israe­li­sches Ter­ri­to­ri­um fokus­sie­ren wür­de. Auch israe­li­sche Bot­schaf­ten und Insti­tu­tio­nen im Aus­land wären gefähr­det. Wir haben so etwas schon 2012 gese­hen, als ein Mit­glied der His­bol­lah eine Bom­be in einem Bus deto­nie­ren ließ, der israe­li­sche Tou­ris­ten in der bul­ga­ri­schen Stadt Bur­gas beför­der­te. Schon damals hat Isra­el des­we­gen kei­ne direk­ten Ver­gel­tungs­maß­nah­men gegen ira­ni­sche Posi­tio­nen ergrif­fen.

Wenn ich mir das Gesamt­bild anse­he, sehe ich kei­ne Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten aus Isra­els aktu­el­ler Ope­ra­ti­on gegen die His­bol­lah, die zu einem grö­ße­ren Krieg zwi­schen Isra­el und Iran füh­ren wür­de.

Vie­len Dank für das Gespräch !

RT Deutsch


Israel beginnt Operation zur Zerstörung von Angriffstunneln der Hisbollah


Der His­bol­lah-Chef Hassan Nas­ral­lah mach­te deut­lich, dass sei­ne Orga­ni­sa­ti­on mit Hil­fe der Angriffs­tun­nel Tei­le des nörd­li­chen Isra­els ein­neh­men wer­de. Das israe­li­sche Mili­tär warn­te die Bau­ern in der Regi­on, sich nicht dem Grenz­ge­biet zu nähern. 

Die Errich­tung von Tun­neln, so der IDF-Spre­cher Ronen Mane­lis im israe­li­schen Armee­ra­dio am Diens­tag, sei ein Ver­stoß gegen die Reso­lu­ti­on 1701 des UN-Sicher­heits­rats :

Die Tat­sa­che, dass die His­bol­lah Tun­nel hat, wel­che die Gren­ze ins israe­li­sche Gebiet über­que­ren, ist ein abscheu­li­cher Ver­stoß gegen die Sou­ve­rä­ni­tät Isra­els. Wir sehen dies als eine sehr erns­te Situa­ti­on an, wel­che dem Liba­non und den Bür­gern des Liba­nons scha­det und wir hal­ten die liba­ne­si­sche Regie­rung für ver­ant­wort­lich. 

2014 form­te das israe­li­sche Mili­tär ein Team zur Loka­li­sie­rung der Tun­nel. 2015 wur­den Bar­ri­ka­den gegen Tun­nel an der liba­ne­si­schen Gren­ze gebaut. Mane­lis zeig­te sich zuver­sicht­lich, dass Isra­el die Situa­ti­on unter Kon­trol­le habe. Die Arbeit an den His­bol­lah-Tun­neln sei nicht abge­schlos­sen wor­den. Um wie vie­le Tun­nel es sich han­delt, ist nicht bekannt. 

Tun­nel der Hamas aus dem Gaza­strei­fen zer­stört die israe­li­sche Armee durch Zuschüt­ten oder indem sie die Tun­nel zum Ein­sturz bring. Bei einem Tref­fen zwi­schen dem israe­li­schen Regie­rungs­chef Ben­ja­min Netan­ja­hu und dem US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo in Brüs­sel ging es am Mon­tag auch um die Bedro­hung durch die Stell­ver­tre­ter des Iran aus dem Liba­non. 

RT Deutsch


Syrische Quelle verkündet Abschuss : Israel leugnet Verlust von Kampfflugzeug bei Syrienangriff


Israe­li­sche Ver­tei­di­gungs­kräf­te haben sich gewei­gert, die angeb­li­che Rol­le des Lan­des bei dem Angriff zu kom­men­tie­ren, wobei ein Spre­cher sag­te, dass sie kei­ne Kom­men­ta­re zu Berich­ten von aus­län­di­schen Medi­en abge­ben. Den­noch hat die IDF zurück­ge­wie­sen, dass beim gest­ri­gen Angriff in der Nacht auf Syri­en ein Kampf­flug­zeug ver­lo­ren wur­de.

Eine syri­sche Sicher­heits­quel­le berich­te­te RIA Novos­ti zuvor, dass ein israe­li­scher Jet zu den Zie­len der syri­schen Luft­ver­tei­di­gung gehör­te. “Unse­re Luft­ver­tei­di­gung hat einen israe­li­schen Jet und vier Rake­ten abge­schos­sen, bevor sie ihre Zie­le errei­chen konn­ten”, sag­te die nament­lich nicht genann­te Quel­le.

Unter­des­sen berich­te­te das syri­sche Fern­se­hen, dass ein Rake­ten­an­griff gegen Syri­en abge­lenkt wur­de, ohne Details zu nen­nen. Der Vor­fall ereig­ne­te sich angeb­lich im Gebiet von Kis­wah, das sich 13 Kilo­me­ter süd­lich von Damas­kus befin­det.

Über die Grün­de des israe­li­schen Angriffs berich­te­te der sau­di­sche Fern­seh­sen­der al-Ara­bi­ya, dass israe­li­sche Flug­zeu­ge ira­ni­sche Miliz­stel­lun­gen im Süden des Lan­des ange­grif­fen hät­ten. 

Syri­sche Oppo­si­ti­ons­quel­len vor Ort behaup­ten, dass das ange­grif­fe­ne Gebiet in der Nähe einer star­ken mili­tä­ri­schen Prä­senz der pro-ira­ni­schen Schii­ten-Miliz His­bol­lah liegt, zitiert das israe­li­sche Nach­rich­ten­por­tal Haa­retz.

Die israe­li­sche Armee begrün­de­te ihren Angriff damit, dass eine Rake­te auf die Golan­hö­hen abge­feu­ert wur­de, aber dass unklar ist, ob das Pro­jek­til in Isra­el gelan­det ist.

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Tschads Präsident besucht in “historischer Visite” erstmals Israel


Der Besuch des Prä­si­den­ten sei Ergeb­nis “inten­si­ver diplo­ma­ti­scher Bemü­hun­gen” Ben­ja­min Netan­ja­hus in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, hieß es in der Mit­tei­lung. Der Regie­rungs­chef sprach von einem “wei­te­ren diplo­ma­ti­schen Durch­bruch”. Der Tschad hat­te im Jahr 1972 die diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen zu Isra­el abge­bro­chen. Seit dem Jahr 2016 stärk­te Ben­ja­min Netan­ja­hu die Bezie­hun­gen zu meh­re­ren afri­ka­ni­schen Län­dern und besuch­te unter ande­rem Ugan­da, Kenia, Ruan­da und Äthio­pi­en. In Kenia kün­dig­te er an, er wol­le Afri­ka bei der Ter­ror­be­kämp­fung unter­stüt­zen. Man wol­le dem­nach Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen aus­tau­schen, um Ter­ror­an­schlä­ge zu ver­hin­dern. Bei der Bekämp­fung des isla­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus in Nige­ria und der Sahel-Zone ist der Tschad ein wich­ti­ger Ver­bün­de­ter des Wes­tens. (dpa)

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Israel erhält Auftrag zur Überwachung der europäischen Küste


Für 59 Mil­lio­nen Euro ging der Zuschlag über einen Zwei­jah­res­ver­trag der Euro­päi­schen Agen­tur für die Sicher­heit des See­ver­kehrs (EMSA) an das israe­li­sche Unter­neh­men Elbit Sys­tems. Laut Ver­trag soll das Rüs­tungs­un­ter­neh­men mit dem “Lang­stre­cken­über­wa­chungs­sys­tem” Her­mes 900 Mari­ti­me Patrol das Mit­tel­meer und euro­päi­sche Küs­ten im Auf­trag von EMSA über­wa­chen. Natür­lich sind die “ille­ga­len Migran­ten” das Ziel die­ser Über­wa­chung, die von Afri­ka aus über das Meer nach Euro­pa gelan­gen. Aus­ge­stat­tet mit moderns­tem elek­tro­ni­schen Equip­ment, sol­len die Her­mes-Droh­nen Boo­te mit Migran­ten auf­spü­ren und die Daten an EMSA über­mit­teln, wel­che die­se wie­der­um an die in dem betref­fen­den Gebiet patrouil­lie­ren­den Mari­ne­schif­fe wei­ter­lei­tet.

So sol­len die Men­schen dar­in gehin­dert wer­den, euro­päi­schen Boden zu errei­chen und den müh­sa­men Asyl­pro­zess anzu­tre­ten. Wie man grund­sätz­lich dazu steht, ist natür­lich jedem selbst über­las­sen. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on jeden­falls hat auf den Rechts­ruck, der durch Euro­pa ging, reagiert und ver­sucht nun, die “Fes­tung Euro­pa” auch zu ver­tei­di­gen. Und dass es dafür geeig­ne­te Mit­tel braucht, ver­steht sich von selbst.

Dass aber ein israe­li­sches Unter­neh­men wie Elbit Sys­tems Ltd. den Zuschlag für die “Ver­tei­di­gung” die­ser euro­päi­schen Fes­tung bekom­men hat, wo man sich ger­ne damit brüs­tet, für Men­schen­rech­te und huma­nis­ti­sche Wer­te ein­zu­ste­hen, ist ange­sichts der Rol­le, die die­ses Unter­neh­men bei der Unter­drü­ckung der Paläs­ti­nen­ser spiel­te und spielt, doch reich­lich pikant.

Denn wie jedes ande­re Pro­dukt auch, benö­ti­gen auch Rüs­tungs­gü­ter ein Güte­sie­gel, um den Ver­kauf — oder viel­mehr ihren Preis — zu recht­fer­ti­gen. Und in die­ser Bran­che heißt das Güte­sie­gel “im Feld getes­tet” und “kampf­erprobt”, mit ande­ren Wor­ten : bereits im Krieg ein­ge­setzt. Solch ein Güte­sie­gel haben die Waf­fen­sys­te­me von Elbit haupt­säch­lich bei der Unter­drü­ckung der Paläs­ti­nen­ser durch Isra­el sowie in diver­sen Krie­gen der letz­ten Jahr­zehn­te erwor­ben. Daher fin­den sol­che Sys­te­me in vie­len Län­dern dank­ba­re Abneh­mer, auch in der EU. Doch wenn selbst eine ganz offi­zi­el­le EU-Agen­tur wie die EMSA im Auf­trag der EU mit deren Wer­ten für die “Sicher­heit und Gefah­ren­ab­wehr auf See” auf die­ses Unter­neh­men aus Isra­el, des­sen Regie­rung jene Wer­te mit Füßen tritt, setzt und auch noch zum größ­ten Abneh­mer die­ser Waf­fen­sys­te­me wird, dann darf man sich schon fra­gen, wel­che Wer­te und Kri­te­ri­en der Ent­schei­dung bei der EMSA zugrun­de lagen.

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