Ein Jahr Gelbwesten : Vorläufige Bilanz


Die Gelb­wes­ten pro­tes­tie­ren in Frank­reich seit einem Jahr. Die Pro­tes­te began­nen im Novem­ber 2018. Damals pro­tes­tier­te man gegen die Erhö­hung der Steu­ern Kraft­stoff­prei­se. Jetzt for­dern die Demons­tran­ten einen Rück­tritt von Prä­si­dent Emma­nu­el Macron und tief­grei­fen­de Ände­run­gen im poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Leben Frank­reichs. Die Regie­rung unter­drückt die Pro­tes­te mit Gewalt. Der Poli­zei wird eine über­mä­ßi­ge Bru­ta­li­tät vor­ge­wor­fen. RT-Deutsch zieht eine vor­läu­fi­ge Bilanz der seit einem Jahr andau­ern­den Pro­tes­te.

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RT Deutsch


Südkorea will Handel mit Russland im nächsten Jahr auf 30 Milliarden US-Dollar steigern


Der süd­ko­rea­ni­sche Prä­si­dent Moon Jae-in hat am Don­ners­tag erklärt, dass das Han­dels­vo­lu­men zwi­schen Russ­land und Süd­ko­rea wei­ter wach­sen wer­de. In einem Inter­view mit Ser­gei Michailow, dem Chef der Nach­rich­ten­agen­tur TASS, sag­te er :

Wir wer­den im nächs­ten Jahr den 30. Jah­res­tag der Auf­nah­me diplo­ma­ti­scher Bezie­hun­gen fei­ern. Ich hof­fe, dass der bila­te­ra­le Han­dels­um­satz bis dahin 30 Mil­li­ar­den US-Dol­lar errei­chen wird.

Der süd­ko­rea­ni­sche Staats­chef zeig­te sich sehr zufrie­den mit der Tat­sa­che, dass sich die wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit zwi­schen den bei­den Län­dern in den letz­ten Jah­ren aus­ge­wei­tet hat.

Süd­ko­rea ist einer der wich­tigs­ten Part­ner Russ­lands im asia­tisch-pazi­fi­schen Raum. Der gegen­sei­ti­ge Han­del stieg im Jahr 2018 um fast 30 Pro­zent auf 24,8 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Ein Drit­tel davon ent­fiel auf die Regio­nen im Fer­nen Osten Russ­lands, so der regio­na­le Prä­si­di­al­bot­schaf­ter Juri Trut­new.

Vor zwei Jah­ren schlug Prä­si­dent Moon Jae-in die so genann­te Neue Nord­po­li­tik vor, die die Schaf­fung eines ein­heit­li­chen Wirt­schafts­raums zwi­schen der korea­ni­schen Halb­in­sel und dem rus­si­schen Fer­nen Osten vor­sieht. Im Mit­tel­punkt der Poli­tik steht die Schaf­fung einer eura­si­schen Wirt­schafts­ge­mein­schaft auf der Grund­la­ge der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Süd­ko­rea und Russ­land.

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RT Deutsch


Studie : Dunkelziffer für Polizeigewalt liegt bei 10.000 mutmaßlichen Fällen pro Jahr


Auf einen Ver­dachts­fall von ille­ga­ler Poli­zei­ge­walt kom­men in Deutsch­land nach Ansicht der For­scher min­des­tens fünf Fäl­le, die nicht ein­mal bis zu einer Anzei­ge kom­men. Das Dun­kel­feld liegt dem­nach bei min­des­tens 10.000 mut­maß­li­chen Gewalt­ta­ten durch Poli­zis­ten – pro Jahr.

Das geht aus der ers­ten Stu­die zur Erfor­schung ille­ga­ler Poli­zei­ge­walt in Deutsch­land her­vor. Wis­sen­schaft­ler der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum (RUB) haben am Diens­tag einen Zwi­schen­be­richt einer Stu­die “Kör­per­ver­let­zung im Amt” ver­öf­fent­licht, für die knapp 3.400 mut­maß­li­che Opfer von Poli­zei­ge­walt Aus­kunft gaben. Laut amt­li­cher Sta­tis­tik wird durch­schnitt­lich wegen 2.000 Ver­dachts­fäl­len ille­ga­ler Poli­zei­ge­walt gegen rund 4.000 Poli­zis­ten im Jahr von den Staats­an­walt­schaf­ten ermit­telt. Das ist das soge­nann­te “Hell­feld”.

Mit einem Zah­len­ver­hält­nis von 1:5 vom “Hell­feld” zum “Dun­kel­feld” sei man sehr vor­sich­tig gewe­sen, denn eigent­lich habe die Stu­die sogar ein Ver­hält­nis von etwa 1:6 erge­ben. “Wir neh­men außer­dem an, dass die­je­ni­gen, die Anzei­ge erstat­ten, sich auch eher an einer sol­chen Umfra­ge betei­li­gen, also über­re­prä­sen­tiert sind”, sag­te Prof. Tobi­as Sin­geln­stein der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Nach Ansicht der Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP) ist ein Sys­tem­feh­ler ange­sichts von jähr­lich Mil­lio­nen Poli­zei­ein­sät­zen nicht erkenn­bar. “Die Poli­zei genießt in allen Umfra­gen gro­ßes Ver­trau­en und hohe Wert­schät­zung. Das wäre nicht der Fall, wenn hier etwas im Argen läge”, sag­te GdP-Chef Oli­ver Mal­chow. Mög­li­cher­wei­se wer­de oft kei­ne Anzei­ge erstat­tet, um eige­nes Fehl­ver­hal­ten zu ver­de­cken. Außer­dem sei für die For­scher nicht über­prüf­bar, ob die Poli­zei im jewei­li­gen Fall nicht doch recht­mä­ßig gehan­delt habe.

Dem Vor­wurf, dass für die Stu­die Befrag­te die Poli­zei mit fal­schen Beschul­di­gun­gen über­häuft haben könn­ten, ent­geg­ne­te der Kri­mi­no­lo­ge Sin­geln­stein von der Ruhr-Uni : “Wir haben eher gro­ße Zurück­hal­tung und Furcht der Befrag­ten erlebt.” Wo in den Fra­ge­bö­gen Wider­sprü­che auf­tauch­ten, wur­den die Befrag­ten als Teil­neh­mer aus der Stu­die ent­fernt.

Ein erhöh­tes Risi­ko, Opfer eines poli­zei­li­chen Über­griffs zu wer­den, besteht den Wis­sen­schaft­lern zufol­ge bei Groß­ver­an­stal­tun­gen wie Demons­tra­tio­nen oder am Ran­de von Fuß­ball­spie­len. Gewalt der Poli­zei in pri­va­ten Wohn­räu­men sei dage­gen eher sel­ten. “Das dürf­te schon dar­an lie­gen, dass die Poli­zei weni­ger in Pri­vat­woh­nun­gen, son­dern vor allem im öffent­li­chen Raum agiert”, sag­te Sin­geln­stein.

Die For­scher der RUB hat­ten gezielt Men­schen für die Teil­nah­me an der Stu­die gesucht und befragt, die ille­ga­le Poli­zei­ge­walt erlebt hät­ten. Ent­spre­chend ist die Stu­die nicht reprä­sen­ta­tiv für die Gesamt­be­völ­ke­rung. 72 Pro­zent der Befrag­ten sind Män­ner, durch­schnitt­lich sind sie 26 Jah­re alt und über­durch­schnitt­lich gebil­det. Einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben 16 Pro­zent der Befrag­ten.

Mehr als zwei Drit­tel der Befrag­ten (71 Pro­zent) berich­te­ten von leich­ten bis mitt­le­ren Ver­let­zun­gen. Fast jeder Fünf­te (19 Pro­zent) gab an, schwe­re Ver­let­zun­gen wie Kno­chen­brü­che, Kopf­wun­den oder inne­re Ver­let­zun­gen erlit­ten zu haben. Bei 31 Pro­zent dau­er­te der Hei­lungs­pro­zess meh­re­re Wochen. Vier Pro­zent gaben an, blei­ben­de Schä­den erlit­ten zu haben.

Ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen die Poli­zis­ten wur­de – nach Kennt­nis der Betrof­fe­nen – nur in 14 Pro­zent der berich­te­ten Fäl­le ein­ge­lei­tet. Gegen eine Anzei­ge ent­schie­den sich die Betrof­fe­nen vor allem, weil sie sich kei­ne Chan­cen aus­rech­ne­ten oder als Rache eine Gegen­an­zei­ge der Poli­zis­ten befürch­te­ten.

Was die gerin­ge Zahl der ange­zeig­ten Vor­fäl­le, also das Hell­feld, angeht, wie­sen die Straf­ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten zudem eine bemer­kens­wert hohe Quo­te auf, dass die­se Ver­fah­ren ein­ge­stellt wur­den : Nur in sie­ben Pro­zent der ange­zeig­ten Fäl­le sei Ankla­ge erho­ben oder ein Straf­be­fehl bean­tragt wor­den. Die von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) geför­der­te Stu­die wird an der RUB plan­mä­ßig wei­ter­ge­führt.

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(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Ein Jahr nach dem Mord — Wer erschoss Clan-Mitglied Nidal R.? (Video)


Zeu­gen berich­te­ten von drei Per­so­nen, die nach den Schüs­sen flo­hen. Einen Tag spä­ter wur­de das Flucht­fahr­zeug bren­nend ent­deckt. Zur Beer­di­gung von Nidal R. kamen rund 2.000 Besu­cher. Vie­le davon gehö­ren zu ara­bisch­stäm­mi­gen Groß­fa­mi­li­en. Nicht weni­ge wer­den dem kri­mi­nel­len Milieu zuge­ord­net.

Mehr zum The­ma — Beer­di­gung von Clan­mit­glied in Ber­lin löst Poli­zei-Groß­ein­satz aus 

Der Fall sorg­te bun­des­weit für Auf­se­hen. Ber­lins Innen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) berief im Novem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res den Clan-Gip­fel ein. In der Fol­ge grif­fen Poli­zei und Staats­an­walt­schaft durch. Immer wie­der kam es seit­dem zu Raz­zi­en im Clan-Milieu.

Mehr zum The­ma — Ber­lin will här­ter gegen kri­mi­nel­le Clans vor­ge­hen : Fünf-Punk­te-Plan soll Erfolg brin­gen (Video) 

RT Deutsch


Chemnitz : Ein Jahr nach tödlicher Messerattacke


Ende August 2018 mach­te die säch­si­sche Stadt Chem­nitz Schlag­zei­len. Nach dem Mord an einem Deutsch-Kuba­ner durch zwei mut­maß­li­che Asyl­be­wer­ber kam es zu mas­si­ven Pro­tes­ten und ver­ein­zel­ten Über­grif­fen durch Rechts­ex­tre­me. Vie­le Main­stream-Medi­en nutz­ten die­se Ereig­nis­se, um Chem­nitz als Sinn­bild eines auf­kom­men­den Rechts­ex­tre­mis­mus dar­zu­stel­len. Ein kur­zer Über­blick über die Ereig­nis­se und ihre Aus­wir­kun­gen auf das poli­ti­sche Leben in Deutsch­land – hier im fol­gen­den Video-Clip :

Mehr zum The­ma — Schul­dig oder nicht ? Im Pro­zess um töd­li­che Mes­ser­at­ta­cke in Chem­nitz soll Urteil fal­len

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RT Deutsch Live vor Ort : Demonstrationen ein Jahr nach tödlicher Messerattacke von Chemnitz


Am 26. August 2018 war in Chem­nitz ein 35-jäh­ri­ger Deut­scher ersto­chen wor­den. Die Tat lös­te damals rech­te Demons­tra­tio­nen und frem­den­feind­li­che Über­grif­fe aus, die bun­des­weit star­ke Beach­tung fan­den. Am Don­ners­tag wur­de ein Syrer wegen Tot­schlags und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu neun­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt, die Ver­tei­di­gung hat aber Rechts­mit­tel ein­ge­legt.

Laut Ver­fas­sungs­schutz sol­len bei den Pro­tes­ten vor einem Jahr rechts­ex­tre­me Hoo­li­gans betei­ligt gewe­sen sein. Beson­ders aktiv soll damals die rechts­ex­tre­mis­ti­sche Hoo­li­gan­grup­pe Kao­tic aus dem Umfeld des Chem­nit­zer FC gewe­sen sein.

Mehr zum The­ma Pro­zess um Mes­ser­at­ta­cke in Chem­nitz : Neun­ein­halb Jah­re Haft für Ange­klag­ten

(rt deutsch/dpa) 

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China bewässert größte Landmasse der Welt und erzeugt 55 Milliarden Tonnen Regen im Jahr


Das chi­ne­si­sche Minis­te­ri­um für Was­ser­res­sour­cen gab bekannt, dass das Land eine Flä­che von 74 Mil­lio­nen Hekt­ar bewäs­sert, was die Hälf­te der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che des Lan­des aus­macht.

Laut dem Minis­te­ri­al­be­am­ten Ni Wen­jin ver­fügt Chi­na über die größ­te Flä­che an bewäs­ser­ten Flä­chen der Welt, was zur Siche­rung der hei­mi­schen Ernäh­rungs­si­cher­heit bei­trägt. Auf einem Belt and Road Forum über Bewäs­se­rung und Ent­wäs­se­rung sag­te Ni :

Die Ent­wick­lung von Bewäs­se­rung und Ent­wäs­se­rung ist eine der Prio­ri­tä­ten der lau­fen­den länd­li­chen Vita­li­sie­rung und land­wirt­schaft­li­chen Moder­ni­sie­rung in Chi­na.

Der chi­ne­si­sche Beam­te wies dar­auf hin, Chi­na habe wei­te­re 20 Mil­lio­nen Hekt­ar Land, die mit im der land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung seit drei Jahr­zehn­ten im Wesent­li­chen unver­än­dert bewäs­sert wur­den. Mög­lich wur­de dies durch den Ein­satz von was­ser­spa­ren­der Bewäs­se­rungs­tech­nik auf 46,3 Pro­zent der bewäs­ser­ten Äcker lan­des­weit.

Ni stell­te fest, dass auch Preis­re­for­men für land­wirt­schaft­lich genutz­tes Was­ser statt­fin­den, um den Was­ser­ver­brauch zu sen­ken.

Nach Anga­ben des Beam­ten wur­den seit der Ankün­di­gung der Belt and Road Initia­ti­ve im Jahr 2013 mit über 60 Län­dern Ver­ein­ba­run­gen und Memo­ran­den über die Zusam­men­ar­beit bei der Bewäs­se­rung getrof­fen.

Chi­na ist eine Nati­on, die fast 1,4 Mil­li­ar­den Men­schen ernäh­ren muss. Peking hat in den letz­ten acht Jah­ren Acker­flä­chen ange­legt, die sowohl Dür­ren als auch Hoch­was­ser stand­hal­ten kön­nen. Da mehr als 40 Pro­zent der Acker­flä­chen Chi­nas unter Boden­ero­si­on lei­den, erzeugt die Regie­rung seit 2013 jähr­lich unge­fähr 55 Mil­li­ar­den Ton­nen künst­li­chen Regen.

Die Bemü­hun­gen sind Teil eines Pro­jekts namens Tian­he oder “Him­mels­fluss”, bei dem Chi­na zusätz­li­che Regen­fäl­le auf 1,6 Mil­lio­nen Qua­drat­ki­lo­me­ter erzwin­gen will, eine Flä­che, die etwa drei­mal so groß ist wie Spa­ni­en.

Mehr zum The­ma — Pro­jekt : Chi­na plant Erzeu­gung von Regen über drei­mal so gro­ßer Flä­che wie Spa­ni­en

RT Deutsch


Russland und Türkei wollen Handelsumsatz auf 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigern


Der Han­dels­um­satz von Russ­land und der Tür­kei dürf­te in den kom­men­den Jah­ren 100 Mil­li­ar­den US-Dol­lar errei­chen, wäh­rend er im Jahr 2018 noch 25,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar betrug. Das teil­te der rus­si­sche Ener­gie­mi­nis­ter Alex­an­der Nowak am Frei­tag auf der Sit­zung einer zwi­schen­staat­li­chen Regie­rungs­kom­mis­si­on mit. Er sag­te :

Die Staats­ober­häup­ter unse­rer Län­der haben sich eine ehr­gei­zi­ge Auf­ga­be gestellt – den Han­dels­um­satz auf 100 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu stei­gern.

Gegen­sei­ti­ge Inves­ti­tio­nen bräch­ten Vor­tei­le in Berei­chen wie Raum­fahrt, Phar­ma­zie, digi­ta­le Tech­no­lo­gi­en sowie für tra­di­tio­nel­le Bran­chen wie Land­wirt­schaft, Bau­we­sen, Metall und Ener­gie.

Russ­land und die Tür­kei ver­su­chen auch, den Anteil der natio­na­len Wäh­run­gen am gegen­sei­ti­gen Han­del zu erhö­hen, der zur­zeit bei 34 Pro­zent liegt. Russ­land hat bereits erreicht, dass die rus­si­schen MIR-Bank­kar­ten in der Tür­kei akzep­tiert wer­den.

Das Tref­fen der rus­sisch-tür­ki­schen Regie­rungs­kom­mis­si­on fin­det am Frei­tag im tür­ki­schen Anta­lya statt.

Mehr zum The­ma — Idlib im Fokus : Rus­si­scher und tür­ki­scher Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter bespre­chen Lage

RT Deutsch


Raten Sie mal, wie viel Steuern Amazon dieses Jahr in den USA abführen muss ?


Dank der Steu­er­re­form unter US-Prä­si­dent Donald Trump, des soge­nann­ten Tax Cuts and Jobs Act (TCJA), liegt die Bun­des­steu­er­pflicht von Ama­zon regu­lär bei 21 Pro­zent (gegen­über 35 Pro­zent in den Vor­jah­ren). Aber mit­hil­fe von Steu­er­erleich­te­run­gen wird Ama­zon der Bun­des­kas­se kei­nen Cent über­wei­sen. Und das, obwohl das Unter­neh­men 2018 mehr als 11,2 Mil­li­ar­den US-Dol­lar Gewinn erzielt hat.

Es ist schwer zu wis­sen, was sie genau tun”, sag­te Ste­ve Wam­hoff, Direk­tor für Bun­des­steu­er­po­li­tik bei ITEP, gegen­über Yahoo NewsITEP (Ana­ly­se des Insti­tu­tes of Taxa­ti­on an Eco­no­mic Poli­cy) ist ein 1980 in Washing­ton gegrün­de­ter Think­tank, des­sen Ziel es ist, “poli­ti­sche Ent­schei­dungs­trä­ger und die Öffent­lich­keit über die Wir­kung aktu­el­ler und geplan­ter Steu­er­ge­set­ze auf Steu­er­ge­rech­tig­keit, den Staats­haus­halt und ver­nünf­ti­ge Wirt­schafts­po­li­tik zu infor­mie­ren”.

In ihren öffent­li­chen Doku­men­ten legen sie ihre Steu­er­stra­te­gie nicht dar. Es ist also unklar, wel­che Abschrei­bun­gen genau ent­ste­hen [die das Unter­neh­men nutzt]. Sie spre­chen vage von Steu­er­gut­schrif­ten. Man könn­te sich vie­le ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten vor­stel­len, wie ein Unter­neh­men dies tun könn­te, wie z.B. die Abschrei­bun­gen, die unter TCJA erwei­tert wur­den”, so Wam­hoff wei­ter.

Obwohl Ama­zon die Vor­tei­le der neu­en Schlupf­lö­cher, die unter TCJA ver­füg­bar sind, genutzt haben könn­te, ist dies nicht das ers­te Jahr, in dem Ama­zon die Zah­lung von Bun­des­steu­ern ver­mie­den hat. Das Unter­neh­men berich­te­te 2017 über US-Gewin­ne in Höhe von 5,6 Mil­li­ar­den US-Dol­lar und zahl­te auch im ver­gan­ge­nen Jahr kei­nen ein­zi­gen US-Dol­lar.

Ama­zon zahlt alle Steu­ern, die wir in den USA und jedem Land, in dem wir tätig sind, zah­len müs­sen, ein­schließ­lich der Zah­lung von 2,6 Mil­li­ar­den Dol­lar an Kör­per­schafts­steu­er und der Bericht­erstat­tung über 3,4 Mil­li­ar­den Dol­lar an Steu­er­aus­ga­ben in den letz­ten drei Jah­ren”, sag­te ein Ama­zon-Spre­cher in einer Erklä­rung.

Ent­hül­lun­gen über die Steu­er­schuld von Ama­zon erfol­gen trotz der sehr öffent­li­chen Kri­tik von Prä­si­dent Trump an Ama­zon und Bezos, weil sie nicht genü­gend Steu­ern zah­len. Der Prä­si­dent hat­te ver­spro­chen, dass sein neu­es Steu­er­ge­setz die Son­der­re­ge­lun­gen been­den und Schlupf­lö­cher schlie­ßen wür­de, aber es ist klar, dass das nicht der Fall ist, so Wam­hoff.

Dies ist eine wei­te­re Situa­ti­on, in der die Rhe­to­rik von Prä­si­dent Trump dem völ­lig zuwi­der­läuft, was er tut und wie sich sei­ne Poli­tik aus­wirkt”, erklär­te Wam­hoff. “Der Teil über die Sen­kung des Kör­per­schaft­steu­er­sat­zes war wahr. Und sie haben eini­ge Kör­per­schaft­steu­er­sät­ze eli­mi­niert, aber nicht alle.”

Und er füg­te hin­zu : “Die Kör­per­schaft­steu­er­ein­nah­men haben gro­ßen Scha­den davon­ge­tra­gen. Wir wer­den nicht erle­ben, dass Unter­neh­men plötz­lich mehr bezah­len. Wir sehen das im Fal­le von Ama­zon.” Sin­ken­de Steu­er­ein­nah­men haben das Defi­zit nur ver­grö­ßert, da die Staats­ver­schul­dung gestie­gen ist und über 22 Bil­lio­nen US-Dol­lar beträgt.

Die Steu­er­re­form TCJA war zu einem gro­ßen Teil wegen der Vor­tei­le kri­ti­siert wor­den, die sie den wohl­ha­bends­ten US-Bür­gern und Groß­un­ter­neh­men bie­tet. Wam­hoff hält es für iro­nisch, dass der Kör­per­schaft­steu­er­satz auf 21 Pro­zent (von zuvor 35 Pro­zent) gesenkt wur­de, weil der effek­ti­ve Kör­per­schaft­steu­er­satz unter Berück­sich­ti­gung von Steu­er­erleich­te­run­gen und Schlupf­lö­chern nach bis­he­ri­gem Steu­er­recht 21 Pro­zent betrug.

Mehr zum The­ma — Beschwer­de gegen Ama­zon : Smar­ter Laut­spre­cher sam­melt per­sön­li­che Daten von Kin­dern 

RT Deutsch