Luftangriff auf Gefängnis in Jemen – Rotes Kreuz spricht von Völkerrechtsverstoß (Video)


Sau­di­sche Mili­tärs beteu­ern hin­ge­gen, es habe sich um ein Waf­fen­la­ger gehan­delt. Der Lei­ter der Jemen-Dele­ga­ti­on des Inter­na­tio­na­len Roten Kreu­zes geht jedoch von einem Völ­ker­rechts­ver­stoß aus.

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Nach Trump-Veto : Kein Ende der militärischen Unterstützung Saudi-Arabiens im Jemen


Die Reso­lu­ti­on des US-Kon­gres­ses sah vor, inner­halb der nächs­ten 30 Tage die unter­stüt­zen­den Kräf­te aus dem Jemen abzu­zie­hen. Flug­zeu­ge der sau­disch geführ­ten Koali­ti­on soll­ten nicht mehr betankt und Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen nicht mehr wei­ter­ge­ge­ben wer­den, um Ziel­da­ten zu ermit­teln. Die Abstim­mung war eine Nie­der­la­ge für Trump, gegen die er nun Gebrauch von sei­nem Veto-Recht mach­te. Die Betan­kung von nicht US-ame­ri­ka­ni­schen Flug­zeu­gen wur­de bereits ein­ge­stellt. 

Ver­gan­ge­nen Don­ners­tag schrieb Trump an den Senat und stell­te sei­ne Sicht der Reso­lu­ti­on dar :

Die­se Reso­lu­ti­on ist ein unnö­ti­ger, gefähr­li­cher Ver­such, mei­ne ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Auto­ri­tä­ten zu schwä­chen und gefähr­det das Leben von ame­ri­ka­ni­schen Bür­gern und tap­fe­ren Streit­kräf­ten, sowohl heu­te als auch in der Zukunft. 

Unge­bro­che­ne US-Alli­anz mit Sau­di-Ara­bi­en

Ledig­lich mit einer Zwei­drit­tel­mehr­heit in bei­den Kon­gress­kam­mern könn­te das Veto Trumps ungül­tig wer­den. Dies jedoch scheint unrea­lis­tisch. Trump stimmt nach eige­ner Aus­sa­ge mit der Ein­stel­lung des Kon­gres­ses über­ein, dass “gro­ße Natio­nen kei­ne end­lo­sen Krie­ge füh­ren” und so wür­den Ver­hand­lun­gen wei­ter­ge­führt, um die Invol­vie­rung in Afgha­ni­stan und Syri­en zu redu­zie­ren. Aber im Jemen gestal­te sich die Situa­ti­on anders. Hier geht es nur um die logis­ti­sche Unter­stüt­zung der sau­disch geführ­ten Koali­ti­on gegen die Huthi-Rebel­len. 

Die Spre­che­rin des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses Nan­cy Pelo­si reagier­te auf das Veto Trumps und for­der­te, den “Frie­den vor die Poli­tik” zu stel­len : 

Der Kon­flikt im Jemen ist eine schreck­li­che huma­ni­tä­re Kri­se, die das Gewis­sen der gan­zen Welt her­aus­for­dert. Den­noch hat der Prä­si­dent zyni­scher Wei­se beschlos­sen, gegen eine zwei Par­tei­en umfas­sen­de Abstim­mung in bei­den Kam­mern des Kon­gres­ses zu ver­sto­ßen und Ame­ri­kas beschä­men­des Enga­ge­ment in die­ser herz­zer­rei­ßen­den Kri­se fort­zu­set­zen. 

Der Kon­flikt im Jemen eska­lier­te im Jahr 2015 mit einer Mili­tär­in­ter­ven­ti­on, die von Sau­di-Ara­bi­en gegen die Huthi-Rebel­len ange­führt wird. Alle Ver­mitt­lungs­ver­su­che zwi­schen den strit­ti­gen Par­tei­en schei­ter­ten bis­lang und die Opfer­zah­len stei­gen wei­ter. Ein Ende des Kon­flikts ist nicht in Sicht. 

Im Zuge des ermor­de­ten sau­di­schen Jour­na­lis­ten Jamal Kas­hog­gi wur­de dis­ku­tiert, die Waf­fen­lie­fe­run­gen an Sau­di-Ara­bi­en ein­zu­stel­len. Obwohl US-Geheim­diens­te es als erwie­sen anse­hen, dass der Kron­prinz Sau­di-Ara­bi­ens, Moham­med bin Sal­man, in den Auf­trags­mord des kri­ti­schen Jour­na­lis­ten invol­viert war, steht Trump wei­ter­hin an der Sei­te Riads. 

Es ist bereits das zwei­te Mal, dass Trump ein Veto in sei­ner Amts­zeit ein­legt. Erst­ma­lig mach­te Trump von sei­nem Veto-Recht im Zuge der geplan­ten Mexi­ko-Mau­er Gebrauch. Mit sei­nem Veto hat­te er die Auf­he­bung des Not­stands ver­hin­dert und woll­te Demo­kra­ten dazu brin­gen, finan­zi­el­le Mit­tel für den Mau­er­bau frei­zu­ge­ben. 

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Jemen : Offenbar elf Zivilisten bei saudischem Luftangriff getötet


Die von Sau­di-Ara­bi­en ange­führ­te Koali­ti­on führt im Jemen Krieg und greift nicht sel­ten zu schwe­ren Luft­an­grif­fen, um ihre Zie­le zu errei­chen. Nicht sel­ten wer­den Zivi­lis­ten zu Opfern. Laut den Huthi-Rebel­len sind nun bei einem erneu­ten Luft­an­griff der Koali­ti­on auf Wohn­an­la­gen elf Zivi­lis­ten getö­tet wor­den. Die Koali­ti­on demen­tiert.
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Daily Mail : Fünf britische Soldaten im “heimlichen, dreckigen Krieg” im Jemen verwundet


Min­des­tens fünf Sol­da­ten der bri­ti­schen Spe­zi­al­ein­heit Spe­cial Boat Ser­vice (SBS) sind bei Kämp­fen im Nor­den des Jemen ver­wun­det wor­den. Das berich­tet die Zei­tung Mail on Sunday. Die Sol­da­ten erlit­ten dem­nach bei Gefech­ten mit Mili­zen Schuss­wun­den an Armen und Bei­nen. Mitt­ler­wei­le sol­len sich die Ver­wun­de­ten zur Behand­lung in Groß­bri­tan­ni­en befin­den.

In der Gegend um Sadah im Nor­den des Lan­des sol­len bis zu 30 SBS-Sol­da­ten sta­tio­niert sein. Ihre Prä­senz im Jemen wird von der bri­ti­schen Regie­rung geheim gehal­ten. Die Bri­ten sol­len vor Ort die sau­di­sche Koali­ti­on in ihrem Kampf gegen die Huthi-Mili­zen “bera­ten”.

Die Mail on Sunday berich­te­te auch, dass bri­ti­sche Inge­nieu­re, die die Sau­dis für die War­tung ihrer Kampf­flug­zeu­ge benö­ti­gen, nur knapp einem Droh­nen­an­griff ent­kom­men sind, bei dem zwei Tor­na­dos zer­stört wur­den. Erst in die­sem Monat war bekannt gewor­den, dass die bri­ti­sche Luft­waf­fe die sau­di­schen Streit­kräf­te in tech­ni­schen Fra­gen und bei der Aus­bil­dung unter­stützt.

Das Bekannt­wer­den der bri­ti­schen Trup­pen­prä­senz sorg­te in Groß­bri­tan­ni­en für Kri­tik. Erklär­tes Ziel der bri­ti­schen Regie­rung ist es, zu “einer nach­hal­ti­gen poli­ti­schen Lösung im Jemen-Kon­flikt zu gelan­gen”. Tat­säch­lich unter­stüt­zen sie Sau­di-Ara­bi­en und sei­ne Ver­bün­de­ten nicht nur poli­tisch und mate­ri­ell, son­dern auch mili­tä­risch. Die Koali­ti­on ist immer wie­der für ihre rechts­wid­ri­gen Luft­an­grif­fe kri­ti­siert wor­den, denen schon Tau­sen­de von Zivi­lis­ten zum Opfer gefal­len sind. Die durch den Kon­flikt im Jemen her­bei­ge­führ­te huma­ni­tä­re Kri­se gilt mitt­ler­wei­le als die schwers­te welt­weit.

Die bri­ti­schen Spe­zi­al­ein­hei­ten fin­den sich im Jemen auch an der Sei­te von Isla­mis­ten und Mili­zen wie­der, die Kin­der­sol­da­ten ein­set­zen. Die Mail on Sunday zitiert einen bri­ti­schen Vete­ra­nen mit der Aus­sa­ge, dass die mit den Sau­dis ver­bün­de­ten Mili­zen eine isla­mis­ti­sche Agen­da ver­fol­gen und einen hohen Anteil an Min­der­jäh­ri­gen auf­wei­sen. Die 13- und 14-Jäh­ri­gen wür­den den Mili­zen als Gegen­leis­tung für finan­zi­el­le Zuwen­dun­gen aus Sau­di-Ara­bi­en und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten von Stam­mes­füh­rern zur Ver­fü­gung gestellt.

Mehr zum The­ma — Jemen : Bom­ben aus bri­ti­scher und US-ame­ri­ka­ni­scher Her­stel­lung töten fast 1.000 Zivi­lis­ten

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Medienbericht : US-Waffen gelangen über Saudi-Arabien an salafistische Milizen im Jemen


Die sau­di­sche Koali­ti­on im Jemen ver­letzt laut einem CNN-Bericht die Bedin­gun­gen für die Waf­fen­ver­käu­fe aus den USA. Sau­di-Ara­bi­en und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te nut­zen dem­nach die Waf­fen aus den USA, um sich die Loya­li­tät von Stäm­men und Mili­zen zu erkau­fen und sich einen poli­ti­schen Vor­teil zu ver­schaf­fenDie Ver­ei­nig­ten Staa­ten bestä­ti­gen, dass es hier­zu Nach­for­schun­gen gebe. Kon­se­quen­zen gibt es bis­lang jedoch nicht. 

Bei dem Angriff Sau­di-Ara­bi­ens auf einen Schul­bus im Jemen star­ben 40 Kin­der, Dut­zen­de wur­den ver­stüm­melt. Anschlie­ßend tauch­ten Bil­der in den sozia­len Medi­en auf, die bewie­sen, dass die Bom­be aus US-Her­stel­lung stamm­te. US-Prä­si­dent Donald Trump kri­ti­sier­te dar­auf­hin den “schlech­ten Umgang” mit den US-Waf­fen durch Sau­di-Ara­bi­en :

Das waren im Grun­de Leu­te, die nicht wuss­ten, wie man die Waf­fe rich­tig ein­setzt, was schreck­lich ist.

Mehr zum The­ma — Trump rügt Sau­di-Ara­bi­en : Sie wis­sen nicht, wie man US-Bom­ben rich­tig nutzt

Aber auch nach dem Mord am Jour­na­lis­ten Jamal Kas­hog­gi durch das sau­di­sche Königs­haus wur­den die Waf­fen­ge­schäf­te mit Sau­di-Ara­bi­en nicht ein­ge­stellt. Im Jahr 2015 wur­de die sau­di­sche Koali­ti­on geformt, um gegen die Huthi-Rebel­len im Jemen zu kämp­fen. Dem Iran wird vor­ge­wor­fen, die­se zu bewaff­nen und einen Stell­ver­tre­ter­krieg im Jemen zu füh­ren. Schon vor Aus­bruch des Kon­flikts galt das vor­der­asia­ti­sche Land als sehr arm. Frie­dens­be­mü­hun­gen schei­ter­ten bis­lang, Mil­lio­nen sind wei­ter­hin vom Hun­ger­tod bedroht. 

Von den ille­ga­len Waf­fen­ge­schäf­ten mit Mate­ri­al aus den USA haben radi­ka­le Grup­pen pro­fi­tiert. Ein Bei­spiel ist die “Abu Abbas Bri­ga­de”, eine extre­mis­ti­sche Grup­pe mit Ver­bin­dun­gen zu Al-Qai­da. Sie stell­te im Jahr 2015 den Besitz von US-Mili­tär­fahr­zeu­gen zur Schau. Im sel­ben Jahr gab es aus der Luft einen Abwurf moder­ner US-Pan­zer­ab­wehr­ra­ke­ten in dem Gebiet, wo Al-Qai­da zu der Zeit aktiv war. Über den Ver­bleib der Pan­zer­ab­wehr­ra­ke­ten ist nichts bekannt.

Obwohl Al-Qai­da auf der Ter­ror­lis­te der USA ste­hen, erhal­ten die Extre­mis­ten Unter­stüt­zung von Sau­di-Ara­bi­en. Die sau­di­sche Koali­ti­on hat sich zu den Vor­wür­fen der Waf­fen­wei­ter­ga­be bis­lang nicht geäu­ßert. Nahe der jeme­ni­ti­schen Hafen­stadt Hode­idah bie­tet der Fahr­zeug­fried­hof für Mili­tär­ge­rät wei­te­re Hin­wei­se auf die Wei­ter­ga­be an extre­mis­ti­sche Grup­pen. Eini­ge Pan­zer­fahr­zeu­ge aus den USA tra­gen Auf­schrif­ten der Alwi­yat al Amal­qa Bri­ga­de, einer sala­fis­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on. Auch das weist laut CNN auf eine Wei­ter­ga­be mili­tä­ri­schen Geräts durch die ara­bi­schen US-Ver­bün­de­ten hin. 

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