Umfrage : Mehrheit hält Kramp-Karrenbauer als Kanzlerin für ungeeignet


Die meis­ten Deut­schen trau­en der CDU-Vor­sit­zen­den Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er das Amt der Bun­des­kanz­le­rin einer Umfra­ge zufol­ge nicht zu. Knapp zwei Drit­tel (63 Pro­zent) hal­ten Kramp-Kar­ren­bau­er nach einer Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts INSA für die Bild (Sams­tag­aus­ga­be) nicht für geeig­net für den höchs­ten Regie­rungs­pos­ten. Elf Pro­zent dage­gen trau­en der CDU-Che­fin die Auf­ga­be zu.

Auch bei den Wäh­lern von CDU und CSU über­wiegt der Erhe­bung zufol­ge die Skep­sis gegen­über der CDU-Vor­sit­zen­den und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin. 56 Pro­zent der Uni­ons­an­hän­ger bezwei­feln die Eig­nung der Saar­län­de­rin als Kanz­le­rin. Dage­gen sag­ten in der Umfra­ge 20 Pro­zent, sie trau­ten ihr die Auf­ga­be zu. Die Uni­on will ihre Kanz­ler­kan­di­da­tin oder ihren Kanz­ler­kan­di­da­ten in einem Jahr nomi­nie­ren. 

Zu einem ähn­li­chen Ergeb­nis kam auch eine Umfra­ge des Spie­gel vom Frei­tag. Nur noch 29 Pro­zent der Befrag­ten gaben an, dass Kramp-Kar­ren­bau­er eine “wich­ti­ge Rol­le” in der deut­schen Poli­tik spie­len soll­te. Damit ver­lor die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin in weni­ger als einem Jahr rund die Hälf­te der Zustim­mungs­wer­te, die sie im Dezem­ber 2018 kurz nach ihrer Wahl zur Par­tei­vor­sit­zen­den der CDU erhielt. 

Der Antritts­be­such in Washing­ton bei ihrem Amts­kol­le­gen Mark Esper ver­moch­te nichts an die­ser nega­ti­ven Wahr­neh­mung zu ändern. Ihr Auf­tritt wirk­te blass und setz­te kei­ner­lei Impul­se für eine star­ke deut­sche Poli­tik. Statt­des­sen gab es das nur all­zu bekann­te Man­tra, dass die USA der “wich­tigs­te Bünd­nis­part­ner” Deutsch­lands blie­ben. Ähn­lich wie bei Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD), kommt die­se mut­lo­se Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung ange­sichts der wach­sen­den geo­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern immer schlech­ter an, was sich unter ande­rem in den schlech­ten Zustim­mungs­wer­ten wider­spie­gelt.

Mehr zum The­ma — Kramp-Kar­ren­bau­er bei der Atlan­tik-Brü­cke : Bekennt­nis­se zu den USA und “gemein­sa­men Wer­ten” 

(rt deutsch/reuters)

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Bundespressekonferenz mit Kanzlerin Merkel : Suggestivfragen und Russland ist “Grund für Besorgnis”


Ein beson­ders ekla­tan­tes Stück an Sug­ges­tiv­fra­ge bot die Deutsch­land-Kor­re­spon­den­tin der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung La Repubbli­ca. Sie woll­te von der Kanz­le­rin unter ande­rem wis­sen, wie besorgt die­se sei, über die “stän­di­gen Ver­su­che Russ­lands, Euro­pa zu zer­stö­ren”. 

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Wieder bei einem Politiker-Empfang : Erneuter Zitteranfall von Kanzlerin Merkel


Beim Emp­fang des neu­en sozi­al­de­mo­kra­ti­schen fin­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ant­ti Rin­ne in Ber­lin erlitt Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel erneut einen Zit­ter­an­fall. Rin­ne wur­de mit mili­tä­ri­schen Ehren emp­fan­gen. Beim Abspie­len der Natio­nal­hym­nen begann die Bun­des­kanz­le­rin auf dem Podi­um, län­ge­re Zeit zu zit­tern. Es ist bereits der drit­te Anfall inner­halb von gut drei Wochen. Mer­kel wird in der kom­men­den Woche 65 Jah­re alt.

Mit­te Juni pas­sier­te es eben­falls beim Emp­fang eines Poli­ti­kers in Ber­lin, des neu­en ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Selens­kij. Beim Ste­hen in der strah­len­den Son­ne vor dem Kanz­ler­amt fing sie plötz­lich an, am gan­zen Kör­per zu zit­tern. Bei der spä­te­ren gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz erklär­te die CDU-Poli­ti­ke­rin, sie habe inzwi­schen drei Glä­ser Was­ser getrun­ken, das ihr offen­bar gefehlt habe.

Nur acht Tage spä­ter erlitt sie bei der Ernen­nung der neu­en Jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) durch Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er im Schloss Bel­le­vue erneut einen sol­chen Anfall. Mer­kel bekam ein Glas Was­ser ange­bo­ten, das sie zwar annahm, aber gleich wie­der zurück­gab, ohne dar­aus zu trin­ken.

Mehr zum The­ma — Mer­kel erlei­det Zit­ter­an­fall bei Staats­emp­fang von Selens­kij

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Österreich : Brigitte Bierlein wird neue Kanzlerin


Bri­git­te Bier­lein, Prä­si­den­tin des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs, wird die ers­te Bun­des­kanz­le­rin Öster­reichs. Das berich­te­ten zunächst öster­rei­chi­sche Medi­en. Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len bestä­tig­te die Per­so­na­lie am Don­ners­tag Nach­mit­tag. Die Suche nach einem Inte­rims­kanz­ler ist damit been­det. 

Bier­lein wird Nach­fol­ge­rin von Sebas­ti­an Kurz. Die Regie­rung des ÖVP-Poli­ti­kers war am Mon­tag durch ein Miss­trau­ens­vo­tum des Par­la­ments abge­setzt wor­den. Van der Bel­len erhielt damit die Auf­ga­be, eine Über­gangs­re­gie­rung zu bil­den, die bis zur Neu­wahl im Sep­tem­ber und wäh­rend der dann fol­gen­den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen im Amt blei­ben soll.

Die Abset­zung der Regie­rung war der vor­läu­fi­ge Höhe­punkt der Regie­rungs­kri­se, die durch das Skan­dal-Video aus Ibi­za aus­ge­löst wor­den war.

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Münchner Sicherheitskonferenz : Schlagabtausch zwischen US-Vize Pence und Kanzlerin Merkel


Auf der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz sind die gro­ßen Span­nun­gen zwi­schen Deutsch­land und den USA offen zuta­ge getre­ten. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel rüg­te am Sams­tag die Allein­gän­ge von US-Prä­si­dent Donald Trump in der Außen- und Han­dels­po­li­tik scharf. Trumps Vize­prä­si­dent Mike Pence for­der­te die Euro­pä­er auf, dem har­ten Kurs der USA gegen den Iran und Russ­land zu fol­gen. Doch Mer­kel denkt nicht dar­an. Sie setzt auf Struk­tu­ren inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit :

Wir dür­fen sie nicht ein­fach zer­schla­gen”, sag­te sie bei der Tagung vor zahl­rei­chen Staats- und Regie­rungs­chefs in Anspie­lung auf Trump.

Die Kanz­le­rin kri­ti­sier­te, dass die USA offen­sicht­lich pla­nen, Son­der­zöl­le auf deut­sche Autos zu erhe­ben. Wenn deut­sche Autos “plötz­lich eine Bedro­hung der natio­na­len Sicher­heit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sind, dann erschreckt uns das”, sag­te sie. Die Kanz­le­rin wider­sprach Trump in einer Rei­he von außen­po­li­ti­schen Fra­gen ener­gisch. Sie hal­te es für einen Feh­ler des Wes­tens, die Kon­tak­te zu Russ­land und dem Iran zu kap­pen.

Pence for­der­te Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran

Dage­gen for­der­te Pence die Ver­bün­de­ten erneut ein­dring­lich zum Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran auf.

Die Zeit für unse­re euro­päi­schen Part­ner ist gekom­men, an unse­rer Sei­te zu ste­hen”, sag­te Pence, der in Mün­chen nach Mer­kel sprach. “Das ira­ni­sche Régime befür­wor­tet einen Holo­caust und ver­sucht, ihn auch zu errei­chen”, sag­te Trumps Stell­ver­tre­ter. “Anti­se­mi­tis­mus ist nicht nur falsch, er ist böse.”

Pence warn­te die Euro­pä­er zudem davor, sich von rus­si­schem Gas abhän­gig zu machen. “Wir kön­nen die Ver­tei­di­gung des Wes­tens nicht garan­tie­ren, wenn unse­re Bünd­nis­part­ner sich vom Osten abhän­gig machen.” Pence dank­te allen euro­päi­schen Part­nern, die sich ganz klar gegen die deutsch-rus­si­sche Gas­pipe­line Nord Stream 2 durch die Ost­see posi­tio­niert hät­ten.

Wir möch­ten, dass ande­re Län­der sich auch so posi­tio­nie­ren”, so US-Vize.

Mer­kel sieht in Russ­land aber wei­ter einen Part­ner. Wenn man die Kon­tak­te zu Russ­land kap­pe, über­las­se man die Zusam­men­ar­beit mit Mos­kau ganz Chi­na. “Wir wol­len auch ein biss­chen an den Han­dels­be­zie­hun­gen teil­neh­men.” Die Abhän­gig­keit Euro­pas von rus­si­schem Gas hän­ge nicht davon ab, ob die Pipe­line gebaut wer­de oder nicht. Ein rus­si­sches Gas­mo­le­kül blei­be ein rus­si­sches Gas­mo­le­kül, egal ob es über die Ukrai­ne oder über die Ost­see kom­me.

Wenn wir im Kal­ten Krieg (…) rus­si­sches Gas in hohem Umfang ein­ge­führt haben, dann weiß ich nicht, war­um die Zei­ten heu­te so viel schlech­ter sein sol­len, dass wir nicht sagen, Russ­land bleibt ein Part­ner”, so Mer­kel.

Die CDU-Che­fin sprach sich auch dafür aus, das Abkom­men zur Ver­hin­de­rung einer ira­ni­schen Atom­bom­be bei­zu­be­hal­ten. Die­sen “klei­nen Anker” müs­se man nut­zen, um auf ande­ren Gebie­ten Druck zu machen. Die USA und die Euro­pä­er sind sich zwar einig, dass die Ein­mi­schung des Iran in regio­na­le Kon­flik­te unter­bun­den wer­den muss. Sie set­zen dabei aber auf unter­schied­li­che Mit­tel. Deutsch­land will das Abkom­men, das im Gegen­zug wirt­schaft­li­che Anrei­ze setzt, zusam­men mit Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en ret­ten. Die USA sind aus­ge­stie­gen und wol­len den Iran mit immer här­te­ren Sank­tio­nen unter Druck set­zen.

Schar­fe Kri­tik des US-Vize an der Tür­kei wegen S‑400

Kanz­le­rin Mer­kel rief Chi­na dazu auf, sich an Ver­su­chen zur Ret­tung des INF-Abrüs­tungs­ver­tra­ges zu betei­li­gen. Sie wis­se, dass es bei dem The­ma auf chi­ne­si­scher Sei­te vie­le Vor­be­hal­te gebe. Abrüs­tung sei aber ein The­ma, dass alle umtrei­be. Der obers­te Außen­po­li­ti­ker Chi­nas, Yang Jie­chi, sag­te laut offi­zi­el­ler Über­set­zung in Mün­chen, Peking sei gegen die “Mul­ti­la­te­ra­li­sie­rung” des INF-Ver­trags. Die USA hat­ten den INF-Ver­trag Anfang des Monats mit Rücken­de­ckung der NATO-Part­ner zum 2. August gekün­digt.

Pence poch­te erneut auf höhe­re Wehr­etats der NATO-Ver­bün­de­ten. Inzwi­schen habe sich die Zahl der NATO-Staa­ten ver­dop­pelt, die zwei Pro­zent ihres Brut­to­in­lands­pro­duk­tes für Ver­tei­di­gung aus­ge­ben, sag­te Pence. Dies sei das Ergeb­nis der For­de­rung von Trump, der auf wirt­schaft­li­che und mili­tä­ri­sche Stär­ke set­ze.

Ame­ri­ka ist heu­te stär­ker als je zuvor, und Ame­ri­ka führt die Welt ein­mal mehr”, so Pence.

Die Kanz­le­rin stell­te eine wei­te­re Stei­ge­rung der deut­schen Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Aus­sicht, wies aber auch auf die Bedeu­tung einer umfas­sen­den Ent­wick­lungs­po­li­tik hin. Trump drängt sei­nen Nato-Part­ner Deutsch­land, den Ver­tei­di­gungs­etat in fünf Jah­ren auf zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes auf­zu­sto­cken. Das wür­de Mehr­aus­ga­ben in zwei­stel­li­ger Mil­li­ar­den­hö­he bedeu­ten. Mer­kel stell­te in Aus­sicht, bis 2025 1,5 Pro­zent zu schaf­fen.

Der US-Vize übte in sei­ner Rede auch Kri­tik an der Tür­kei – ohne das Land beim Namen zu nen­nen.

Wir wer­den nicht taten­los zuse­hen, wenn NATO-Mit­glied­staa­ten Waf­fen von unse­ren Fein­den beschaf­fen”, sag­te er.

Der Ankauf eines rus­si­schen Rake­ten­ab­wehr­sys­tems durch die Tür­kei ist einer der größ­ten Streit­punk­te zwi­schen Anka­ra und Washing­ton.

(dpa/rt deutsch)

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Umfrage : Jeder Dritte will, dass Kanzlerin Merkel vor 2021 geht


Mehr als jeder drit­te Bun­des­bür­ger (38 Pro­zent) wünscht sich, dass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vor 2021 an der Regie­rungs­spit­ze abge­löst wird. Nach einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov im Auf­trag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) mei­nen aber dage­gen 43 Pro­zent, sie soll­te wie geplant bis zur Bun­des­tags­wahl in knapp drei Jah­ren im Amt blei­ben. 18 Pro­zent mach­ten kei­ne Anga­ben.

Mer­kel hat­te den CDU-Vor­sitz zwar Anfang Dezem­ber nach 18 Jah­ren abge­ge­ben. Sie erklär­te aber, die kom­plet­te Legis­la­tur­pe­ri­ode Kanz­le­rin blei­ben zu wol­len. Eine Stab­über­ga­be bei Fort­füh­rung der Gro­ßen Koali­ti­on gilt als nahe­zu aus­ge­schlos­sen, da die SPD kein Inter­es­se an der Wahl eines Nach­fol­gers oder einer Nach­fol­ge­rin hat. Mög­lich wäre eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung Mer­kels bei einem Koali­ti­ons­wech­sel oder bei einer Neu­wahl nach einer ver­lo­re­nen Ver­trau­ens­fra­ge der Kanz­le­rin im Bun­des­tag.

Euro­pa­wahl und Kom­mu­nal­wah­len ent­schei­dend für die Zukunft der Gro­ßen Koali­ti­on

Von den Anhän­gern der CDU/CSU (66 Pro­zent) und der Grü­nen (65 Pro­zent) mei­nen jeweils rund zwei Drit­tel, Mer­kel soll­te bis 2021 wei­ter­ma­chen. Bei SPD (48 Pro­zent), FDP (47 Pro­zent) und Lin­ken (50 Pro­zent) sind es jeweils unge­fähr die Hälf­te. Von den AfD-Anhän­gern wol­len dage­gen 78 Pro­zent eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung Mer­kels, nur 10 Pro­zent wol­len sie bis 2021 im Amt sehen.

Ob Ange­la Mer­kel wie ange­kün­digt bis zum regu­lä­ren Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode im Herbst 2021 Kanz­le­rin bleibt oder ob es frü­her zu einer vor­ge­zo­ge­nen Bun­des­tags­wahl kommt, das kann zum Jah­res­wech­sel wirk­lich kei­ner wis­sen. Ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en wer­den im poli­ti­schen Ber­lin gehan­delt, es sind aber vor allem Spe­ku­la­tio­nen in Hin­blick auf die Zukunft.

Als extrem wich­tig wer­den in der wackeln­den Gro­ßen Koali­ti­on und bei den ande­ren Par­tei­en die Euro­pa­wahl und die par­al­lel dazu in zehn Bun­des­län­dern lau­fen­den Kom­mu­nal­wah­len am 26. Mai gewer­tet. Muss die SPD erneut poli­ti­sche Tief­schlä­ge ein­ste­cken, wird nicht aus­ge­schlos­sen, dass sie die Koali­ti­on ver­lässt und ihr Heil in der Oppo­si­ti­on suchen möch­te.

Mehr zum The­ma — Kein Herz für Merz : Mer­kel lehnt Kabi­netts­um­bil­dung ab

(dpa/rt deutsch)

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Wird Merkel Kanzlerin bleiben ? Fraktionschef Brinkhaus warnt vor Gedankenspielen über Neuwahlen


Uni­ons­frak­ti­ons­chef Ralph Brink­haus (CDU) hat sich vor dem CDU-Par­tei­tag ener­gisch gegen Spe­ku­la­tio­nen über eine vor­ge­zo­ge­ne Neu­wahl mit einem Wech­sel im Kanz­ler­amt gewandt.

Die Wäh­ler haben bei der Bun­des­tags­wahl 2017 der Uni­on und Ange­la Mer­kel als Spit­zen­kan­di­da­tin den Regie­rungs­auf­trag für die gesam­te Wahl­pe­ri­ode erteilt”, sag­te Brink­haus der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. “Wir haben die­se Auf­ga­be zu erfül­len. Dar­auf müs­sen wir uns kon­zen­trie­ren.”

Die CDU-Gre­mi­en berei­ten am heu­ti­gen Don­ners­tag in Ham­burg den zwei­tä­gi­gen Par­tei­tag vor, bei dem am Frei­tag 1.001 Dele­gier­te über den Par­tei­vor­sitz ent­schei­den. Als aus­sichts­reichs­te Kan­di­da­ten für die Nach­fol­ge von Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel als CDU-Che­fin gel­ten Gene­ral­se­kre­tä­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, der frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz sowie — wohl etwas abge­schla­gen — Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn. Es wird mit einem knap­pen Wahl­aus­gang gerech­net.

Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er für Kramp-Kar­ren­bau­er

Im inner­par­tei­li­chen Wett­be­werb waren zuletzt immer mehr Par­tei­grö­ßen aus der Deckung gekom­men. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er stell­te sich nun hin­ter Kramp-Kar­ren­bau­er — und zeig­te sich zugleich irri­tiert dar­über, dass Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäub­le sich zuvor für Merz aus­ge­spro­chen hat­te.

Sei­ne Prä­fe­renz für Gene­ral­se­kre­tä­rin Kramp-Kar­ren­bau­er habe er bis­lang aus Respekt vor den Dele­gier­ten nicht öffent­lich geäu­ßert, sag­te Alt­mai­er der Rhei­ni­schen Post.

Da Wolf­gang Schäub­le nun den Damm gebro­chen hat, kann ich sagen : Ich bin über­zeugt, dass wir mit Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er die bes­te Chan­ce haben, die CDU zu einen und Wah­len zu gewin­nen, so Alt­mai­er.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Minis­ter­prä­si­dent und stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de Armin Laschet rief dazu auf, alles zu tun, damit es infol­ge der Abstim­mung nicht zu einer Spal­tung zwi­schen Sie­ger- und Ver­lie­rer­la­gern kommt.

Ent­schei­dend für den Zusam­men­halt der CDU ist die Zeit nach der Vor­sit­zen­den­wahl”, sag­te Laschet dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. “Es wird nur einen Sie­ger oder eine Sie­ge­rin geben. Ich wün­sche mir aber, dass alle drei sicht­bar blei­ben.”

Kramp-Kar­ren­bau­er for­dert Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten

Merz und Spahn woll­ten im Zuge ihrer Bewer­bung vie­le ent­täusch­te Kon­ser­va­ti­ve in der CDU anspre­chen. Kramp-Kar­ren­bau­er gilt als Favo­ri­tin Mer­kels. Die 56-Jäh­ri­ge setz­te kurz vor dem Par­tei­tag noch einen inhalt­li­chen Akzent und for­der­te Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten.

Ich möch­te den Blick auf klei­ne Ren­ten rich­ten und die alte Regel ‘Mehr Net­to vom Brut­to’ anwen­den”, sag­te sie der Zei­tung Die Welt.

Sie will bei den Bei­trä­gen zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung anset­zen : “Bei die­sen Bei­trä­gen soll­ten wir die Men­schen ent­las­ten.” Mit der For­de­rung grenz­te sie sich auch von ihrem Kon­kur­ren­ten Fried­rich Merz ab, der am Wochen­en­de mit dem Vor­schlag Schlag­zei­len gemacht, die pri­va­te ergän­zen­de Alters­vor­sor­ge über Akti­en steu­er­lich zu begüns­ti­gen.

Alle drei Kan­di­da­ten hat­ten erken­nen las­sen, dass sie im Fall ihrer Wahl wei­ter­hin mit Mer­kel als Kanz­le­rin zusam­men­ar­bei­ten woll­ten. Mer­kel will zwar den Par­tei­vor­sitz abge­ben, aber bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode wei­ter Kanz­le­rin blei­ben. Frak­ti­ons­chef Brink­haus warn­te, Gedan­ken­spie­le über eine Neu­wahl wür­den dem ohne­hin ange­grif­fe­nen Ver­trau­en in die Poli­tik wei­te­ren Scha­den zufü­gen. “Ich hal­te nichts davon, die Bür­ger immer wie­der in eine Neu­wahl zu trei­ben, bis den Poli­ti­kern das Ergeb­nis passt.”

SPD pocht auf Koali­ti­ons­ver­trag

Zu dem Par­tei­tag wer­den 1.001 Dele­gier­te, mehr als 1.000 Gäs­te und 1.800 akkre­di­tier­te Jour­na­lis­ten aus aller Welt erwar­tet. Damit die gro­ße Zahl von Anträ­gen ange­sichts der mit Span­nung erwar­te­ten Wahl in Ham­burg nicht unter­geht, schlug der Uni­ons-Mit­tel­stand (MIT) einen zusätz­li­chen Par­tei­tag im Früh­jahr vor, um die­se dann dort zu behan­deln.

Mehr zum The­ma — Aktu­el­le Umfra­ge : SPD fällt auf neu­es Rekord­tief — Uni­on sta­bil

Der Koali­ti­ons­part­ner SPD pocht dar­auf, dass auch mit dem neu­en CDU-Vor­sitz der Koali­ti­ons­ver­trag ein­ge­hal­ten wird : “Die SPD nimmt hin, was kommt. Und wir gehen davon aus, dass alles Bestand hat, was vor­her in der Koali­ti­on ver­ein­bart wor­den ist”, sag­te die stell­ver­tre­ten­de Par­tei­vor­sit­zen­de Malu Drey­er den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

(dpa/rt deutsch)

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Nach Airbus-Panne mit Kanzlerin Merkel : Von der Leyen nimmt Flugbereitschaft in Schutz


Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en hat die Flug­be­reit­schaft ihres Hau­ses nach der schwe­ren Pan­ne eines Air­bus mit der Bun­des­kanz­le­rin an Bord in Schutz genom­men.

Mit nur zwei Pro­zent Aus­fall­quo­te bei Regie­rungs­flü­gen in den letz­ten bei­den Jah­ren und einer durch­schnitt­li­chen Ein­satz­be­reit­schaft von 89 Pro­zent ist die Flug­be­reit­schaft sta­tis­tisch sehr zuver­läs­sig”, sag­te die CDU-Poli­ti­ke­rin der Bild-Zei­tung.

Sie räum­te aber ein : “Wenn dann aus­ge­rech­net wich­ti­ge Flü­ge wie der der Kanz­le­rin zum G20-Gip­fel aus­fal­len, schmerzt das umso mehr.”

Der Air­bus der Flug­be­reit­schaft des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, der Mer­kel und ihre Dele­ga­ti­on zum G20-Gip­fel nach Bue­nos Aires brin­gen soll­te, muss­te in der Nacht zum Frei­tag über den Nie­der­lan­den umkeh­ren. Ursa­che war ein Aus­fall des Funk­sys­tems. Auch das Sys­tem zum Ablas­sen von Kero­sin war betrof­fen. Die Maschi­ne lan­de­te in Köln/Bonn. Dies war wegen ihres hohen Gewichts — der Air­bus hat­te noch fast das gesam­te Kero­sin in sei­nen Tanks — eine heik­le Ange­le­gen­heit. Bei der Lan­dung über­hitz­ten die Brem­sen.

Mer­kel muss­te in Bonn über­nach­ten und reis­te erst am Frei­tag­mor­gen mit zwölf Stun­den Ver­spä­tung nach Argen­ti­ni­en — zunächst mit einer Maschi­ne der Flug­be­reit­schaft nach Madrid, dann mit einem Lini­en­flug nach Bue­nos Aires. Ein Sitz­nach­bar aus dem Flie­ger ver­öf­fent­lich­te spä­ter via Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter Fotos von der Begeg­nung mit der Kanz­le­rin und ver­riet gegen­über der Pres­se, was sie über den Wol­ken so gemacht hat : “Sie hat Joghurt geges­sen, ein Buch gele­sen, ein biss­chen geschla­fen.” 

Mer­kel kam schließ­lich mit zwölf Stun­den Ver­spä­tung in Argen­ti­ni­en an und ver­pass­te Tei­le des Pro­gramms am ers­ten Tag des G20-Tref­fens. Der Grü­nen-Wehr­ex­per­te Tobi­as Lind­ner for­der­te eine “voll­stän­di­ge Auf­klä­rung” des Vor­falls.

Es stellt sich die Fra­ge, ob und war­um die Flug­zeu­ge der Flug­be­reit­schaft häu­fi­ger aus­fal­len als im zivi­len Betrieb”, sag­te er der Pas­sau­er Neu­en Pres­se.

Wir sind dabei, uns lächer­lich zu machen”, sag­te der FDP-Haus­halts­po­li­ti­ker Otto Fri­cke der Zei­tung :

Der büro­kra­ti­sche und tech­ni­sche Murks, durch den die Flug­be­reit­schaft immer wie­der auf­fällt, kann so nicht wei­ter­ge­hen.”

Fri­cke brach­te eine Pri­va­ti­sie­rung der Flug­be­reit­schaft ins Spiel : “Pri­va­ti­sie­rung ist eine Mög­lich­keit, die es zu prü­fen gilt. Sie muss aber nicht prin­zi­pi­ell die bes­se­re Lösung sein.”

Es war nicht die ers­te Pan­ne des Regie­rungs­flie­gers : Im Novem­ber erst streik­te in Süd­afri­ka ein Trieb­werk der “Kon­rad Ade­nau­er” über Stun­den, im Okto­ber knab­ber­ten Nage­tie­re Kabel des Flie­gers in Indo­ne­si­en an und leg­ten ihn lahm. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz muss­te per Lini­en­flug­zeug nach Deutsch­land rei­sen.

Mehr zum The­ma — Mer­kel muss Lini­en­flug neh­men : Mit Ibe­ria zum G20-Gip­fel in Bue­nos Aires

(dpa/rt deutsch)

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Eine große Freundin der Ukraine”: Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel


Ange­la, lasst uns Ange­la ein­be­zie­hen”, sag­te US-Prä­si­dent Donald Trump in einem Inter­view mit der New York Post. Dem­nach sprach er sich dafür aus, dass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel im Kon­flikt zwi­schen Mos­kau und Kiew – wegen des Vor­falls zwi­schen rus­si­schen und ukrai­ni­schen Mili­tär­schif­fen in der Stra­ße von Kertsch – ver­mit­teln soll, um die Situa­ti­on nicht wei­ter eska­lie­ren zu las­sen. Neben Kanz­le­rin Mer­kel sol­le auch Frank­reich ein­be­zo­gen wer­den, aber der US-Prä­si­dent ließ offen, was die bei­den Regie­run­gen genau tun soll­ten.

Fast gleich­zei­tig for­der­te der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko etwas ganz Kon­kre­tes : In zwei Inter­views mit deut­schen Medi­en rief er die Bun­des­re­pu­blik und die NATO auf, Kriegs­schif­fe zu ent­sen­den.

Wir brau­chen eine erhöh­te Prä­senz von Kriegs­schif­fen aus Deutsch­land und ver­bün­de­ten Län­dern im Schwar­zen Meer als Bot­schaft der Abschre­ckung gegen Russ­land”, sag­te Poro­schen­ko den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

In einem Inter­view mit der Bild sag­te er :

"Eine große Freundin der Ukraine": Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel

Beson­ders auf die Unter­stüt­zung und Ver­mitt­lung der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin setzt der ukrai­ni­sche Prä­si­dent. So sag­te Poro­schen­ko : 

Kanz­le­rin Mer­kel ist eine gro­ße Freun­din der Ukrai­ne. Im Jahr 2015 hat sie durch ihre Ver­hand­lun­gen in Minsk schon ein­mal unser Land geret­tet, wir hof­fen dar­auf, dass sie uns zusam­men mit unse­ren ande­ren Alli­ier­ten noch ein­mal so sehr unter­stützt.

Russ­lands Prä­si­dent wol­le die gan­ze Ukrai­ne haben

Dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin warf Poro­schen­ko vor, Lügen zu ver­brei­ten und einen wei­te­ren Teil der Ukrai­ne “annek­tie­ren” zu wol­len.

Putin will das alte rus­si­sche Reich zurück. Die Krim, den Don­bass, er will das gesam­te Land. Als rus­si­scher Kai­ser, so wie er sich sieht, kann sein Reich nicht ohne die Ukrai­ne funk­tio­nie­ren, er sieht uns als Kolo­nie”, so Poro­schen­ko.

Seit­dem er aber im Amt sei, “ist die Ukrai­ne kei­ne Kolo­nie mehr”. Man habe auch Hin­wei­se, dass der rus­si­sche Prä­si­dent auch eine “erneu­te Boden-Offen­si­ve pla­nen könn­te”. Auch im Fun­ke-Inter­view warf der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Russ­land vor, “sei­ne Beset­zung der Ukrai­ne aus­wei­ten” und unter ande­rem die Städ­te Mariu­pol und Ber­d­jansk erobern zu wol­len.

Wenn eini­ge Poli­ti­ker nicht auf­hö­ren, mit Russ­lands Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin zu kuscheln, soll­te nie­mand aus­schlie­ßen, dass das Aus­maß der rus­si­schen Aggres­si­on wei­ter zunimmt”, so Poro­schen­ko.

Laut dem 53-jäh­ri­gen Mil­li­ar­där wird in die­sen Tagen die Zukunft der frei­en Welt in der Ukrai­ne ent­schie­den.

Außen­mi­nis­ter Maas will kei­ne “Mili­ta­ri­sie­rung des Kon­flikts”

Die rus­si­sche Küs­ten­wa­che hat­te am Sonn­tag im rus­si­schen Ter­ri­to­ri­al­ge­wäs­ser des Schwar­zen Mee­res drei Schnell­boo­te der ukrai­ni­schen See­streit­kräf­te gestoppt und beschlag­nahmt. Sie hat­ten zuvor mehr­fa­che War­nun­gen und Umkehr­be­feh­le igno­riert. An Bord der Schif­fe waren neben ukrai­ni­schen Mili­tärs auch Ange­hö­ri­ge des SBU, des Geheim­diens­tes der Ukrai­ne. Russ­land wirft Poro­schen­ko eine geziel­te Pro­vo­ka­ti­on mit Blick auf die ukrai­ni­sche Prä­si­den­ten­wahl im März vor. Kiew wie­der­um spricht davon, dass Russ­land die Ukrai­ne mili­tä­risch ange­grif­fen habe, und ließ das Kriegs­recht aus­ru­fen.

Aus Ber­lin gab es hin­sicht­lich der For­de­rung nach mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung eine Absa­ge.

Ich habe Ver­ständ­nis für die Sor­gen, die es in der Ukrai­ne gibt”, sag­te Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas am Don­ners­tag in Ber­lin.

Für die Akti­on des rus­si­schen Mili­tärs habe es kei­ne recht­li­che Grund­la­ge gege­ben. “Was wir aber nicht wol­len, ist eine Mili­ta­ri­sie­rung die­ses Kon­flikts, son­dern wir wol­len einen poli­ti­schen Pro­zess.” Das habe er in einem Tele­fo­nat sei­nem rus­si­schen Kol­le­gen Ser­gei Law­row gesagt, und das wer­de er in einem Tele­fo­nat am Nach­mit­tag dem ukrai­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten sagen.

Mehr zum The­ma — Law­row : Washing­ton tole­riert nicht nur Kiews Aktio­nen, son­dern pro­vo­ziert sie

RT Deutsch