Münchner Sicherheitskonferenz : Schlagabtausch zwischen US-Vize Pence und Kanzlerin Merkel


Auf der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz sind die gro­ßen Span­nun­gen zwi­schen Deutsch­land und den USA offen zuta­ge getre­ten. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel rüg­te am Sams­tag die Allein­gän­ge von US-Prä­si­dent Donald Trump in der Außen- und Han­dels­po­li­tik scharf. Trumps Vize­prä­si­dent Mike Pence for­der­te die Euro­pä­er auf, dem har­ten Kurs der USA gegen den Iran und Russ­land zu fol­gen. Doch Mer­kel denkt nicht dar­an. Sie setzt auf Struk­tu­ren inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit :

Wir dür­fen sie nicht ein­fach zer­schla­gen”, sag­te sie bei der Tagung vor zahl­rei­chen Staats- und Regie­rungs­chefs in Anspie­lung auf Trump.

Die Kanz­le­rin kri­ti­sier­te, dass die USA offen­sicht­lich pla­nen, Son­der­zöl­le auf deut­sche Autos zu erhe­ben. Wenn deut­sche Autos “plötz­lich eine Bedro­hung der natio­na­len Sicher­heit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sind, dann erschreckt uns das”, sag­te sie. Die Kanz­le­rin wider­sprach Trump in einer Rei­he von außen­po­li­ti­schen Fra­gen ener­gisch. Sie hal­te es für einen Feh­ler des Wes­tens, die Kon­tak­te zu Russ­land und dem Iran zu kap­pen.

Pence for­der­te Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran

Dage­gen for­der­te Pence die Ver­bün­de­ten erneut ein­dring­lich zum Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran auf.

Die Zeit für unse­re euro­päi­schen Part­ner ist gekom­men, an unse­rer Sei­te zu ste­hen”, sag­te Pence, der in Mün­chen nach Mer­kel sprach. “Das ira­ni­sche Régime befür­wor­tet einen Holo­caust und ver­sucht, ihn auch zu errei­chen”, sag­te Trumps Stell­ver­tre­ter. “Anti­se­mi­tis­mus ist nicht nur falsch, er ist böse.”

Pence warn­te die Euro­pä­er zudem davor, sich von rus­si­schem Gas abhän­gig zu machen. “Wir kön­nen die Ver­tei­di­gung des Wes­tens nicht garan­tie­ren, wenn unse­re Bünd­nis­part­ner sich vom Osten abhän­gig machen.” Pence dank­te allen euro­päi­schen Part­nern, die sich ganz klar gegen die deutsch-rus­si­sche Gas­pipe­line Nord Stream 2 durch die Ost­see posi­tio­niert hät­ten.

Wir möch­ten, dass ande­re Län­der sich auch so posi­tio­nie­ren”, so US-Vize.

Mer­kel sieht in Russ­land aber wei­ter einen Part­ner. Wenn man die Kon­tak­te zu Russ­land kap­pe, über­las­se man die Zusam­men­ar­beit mit Mos­kau ganz Chi­na. “Wir wol­len auch ein biss­chen an den Han­dels­be­zie­hun­gen teil­neh­men.” Die Abhän­gig­keit Euro­pas von rus­si­schem Gas hän­ge nicht davon ab, ob die Pipe­line gebaut wer­de oder nicht. Ein rus­si­sches Gas­mo­le­kül blei­be ein rus­si­sches Gas­mo­le­kül, egal ob es über die Ukrai­ne oder über die Ost­see kom­me.

Wenn wir im Kal­ten Krieg (…) rus­si­sches Gas in hohem Umfang ein­ge­führt haben, dann weiß ich nicht, war­um die Zei­ten heu­te so viel schlech­ter sein sol­len, dass wir nicht sagen, Russ­land bleibt ein Part­ner”, so Mer­kel.

Die CDU-Che­fin sprach sich auch dafür aus, das Abkom­men zur Ver­hin­de­rung einer ira­ni­schen Atom­bom­be bei­zu­be­hal­ten. Die­sen “klei­nen Anker” müs­se man nut­zen, um auf ande­ren Gebie­ten Druck zu machen. Die USA und die Euro­pä­er sind sich zwar einig, dass die Ein­mi­schung des Iran in regio­na­le Kon­flik­te unter­bun­den wer­den muss. Sie set­zen dabei aber auf unter­schied­li­che Mit­tel. Deutsch­land will das Abkom­men, das im Gegen­zug wirt­schaft­li­che Anrei­ze setzt, zusam­men mit Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en ret­ten. Die USA sind aus­ge­stie­gen und wol­len den Iran mit immer här­te­ren Sank­tio­nen unter Druck set­zen.

Schar­fe Kri­tik des US-Vize an der Tür­kei wegen S-400

Kanz­le­rin Mer­kel rief Chi­na dazu auf, sich an Ver­su­chen zur Ret­tung des INF-Abrüs­tungs­ver­tra­ges zu betei­li­gen. Sie wis­se, dass es bei dem The­ma auf chi­ne­si­scher Sei­te vie­le Vor­be­hal­te gebe. Abrüs­tung sei aber ein The­ma, dass alle umtrei­be. Der obers­te Außen­po­li­ti­ker Chi­nas, Yang Jie­chi, sag­te laut offi­zi­el­ler Über­set­zung in Mün­chen, Peking sei gegen die “Mul­ti­la­te­ra­li­sie­rung” des INF-Ver­trags. Die USA hat­ten den INF-Ver­trag Anfang des Monats mit Rücken­de­ckung der NATO-Part­ner zum 2. August gekün­digt.

Pence poch­te erneut auf höhe­re Wehr­etats der NATO-Ver­bün­de­ten. Inzwi­schen habe sich die Zahl der NATO-Staa­ten ver­dop­pelt, die zwei Pro­zent ihres Brut­to­in­lands­pro­duk­tes für Ver­tei­di­gung aus­ge­ben, sag­te Pence. Dies sei das Ergeb­nis der For­de­rung von Trump, der auf wirt­schaft­li­che und mili­tä­ri­sche Stär­ke set­ze.

Ame­ri­ka ist heu­te stär­ker als je zuvor, und Ame­ri­ka führt die Welt ein­mal mehr”, so Pence.

Die Kanz­le­rin stell­te eine wei­te­re Stei­ge­rung der deut­schen Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Aus­sicht, wies aber auch auf die Bedeu­tung einer umfas­sen­den Ent­wick­lungs­po­li­tik hin. Trump drängt sei­nen Nato-Part­ner Deutsch­land, den Ver­tei­di­gungs­etat in fünf Jah­ren auf zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes auf­zu­sto­cken. Das wür­de Mehr­aus­ga­ben in zwei­stel­li­ger Mil­li­ar­den­hö­he bedeu­ten. Mer­kel stell­te in Aus­sicht, bis 2025 1,5 Pro­zent zu schaf­fen.

Der US-Vize übte in sei­ner Rede auch Kri­tik an der Tür­kei – ohne das Land beim Namen zu nen­nen.

Wir wer­den nicht taten­los zuse­hen, wenn NATO-Mit­glied­staa­ten Waf­fen von unse­ren Fein­den beschaf­fen”, sag­te er.

Der Ankauf eines rus­si­schen Rake­ten­ab­wehr­sys­tems durch die Tür­kei ist einer der größ­ten Streit­punk­te zwi­schen Anka­ra und Washing­ton.

(dpa/rt deutsch)

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Umfrage : Jeder Dritte will, dass Kanzlerin Merkel vor 2021 geht


Mehr als jeder drit­te Bun­des­bür­ger (38 Pro­zent) wünscht sich, dass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vor 2021 an der Regie­rungs­spit­ze abge­löst wird. Nach einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov im Auf­trag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) mei­nen aber dage­gen 43 Pro­zent, sie soll­te wie geplant bis zur Bun­des­tags­wahl in knapp drei Jah­ren im Amt blei­ben. 18 Pro­zent mach­ten kei­ne Anga­ben.

Mer­kel hat­te den CDU-Vor­sitz zwar Anfang Dezem­ber nach 18 Jah­ren abge­ge­ben. Sie erklär­te aber, die kom­plet­te Legis­la­tur­pe­ri­ode Kanz­le­rin blei­ben zu wol­len. Eine Stab­über­ga­be bei Fort­füh­rung der Gro­ßen Koali­ti­on gilt als nahe­zu aus­ge­schlos­sen, da die SPD kein Inter­es­se an der Wahl eines Nach­fol­gers oder einer Nach­fol­ge­rin hat. Mög­lich wäre eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung Mer­kels bei einem Koali­ti­ons­wech­sel oder bei einer Neu­wahl nach einer ver­lo­re­nen Ver­trau­ens­fra­ge der Kanz­le­rin im Bun­des­tag.

Euro­pa­wahl und Kom­mu­nal­wah­len ent­schei­dend für die Zukunft der Gro­ßen Koali­ti­on

Von den Anhän­gern der CDU/CSU (66 Pro­zent) und der Grü­nen (65 Pro­zent) mei­nen jeweils rund zwei Drit­tel, Mer­kel soll­te bis 2021 wei­ter­ma­chen. Bei SPD (48 Pro­zent), FDP (47 Pro­zent) und Lin­ken (50 Pro­zent) sind es jeweils unge­fähr die Hälf­te. Von den AfD-Anhän­gern wol­len dage­gen 78 Pro­zent eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung Mer­kels, nur 10 Pro­zent wol­len sie bis 2021 im Amt sehen.

Ob Ange­la Mer­kel wie ange­kün­digt bis zum regu­lä­ren Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode im Herbst 2021 Kanz­le­rin bleibt oder ob es frü­her zu einer vor­ge­zo­ge­nen Bun­des­tags­wahl kommt, das kann zum Jah­res­wech­sel wirk­lich kei­ner wis­sen. Ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en wer­den im poli­ti­schen Ber­lin gehan­delt, es sind aber vor allem Spe­ku­la­tio­nen in Hin­blick auf die Zukunft.

Als extrem wich­tig wer­den in der wackeln­den Gro­ßen Koali­ti­on und bei den ande­ren Par­tei­en die Euro­pa­wahl und die par­al­lel dazu in zehn Bun­des­län­dern lau­fen­den Kom­mu­nal­wah­len am 26. Mai gewer­tet. Muss die SPD erneut poli­ti­sche Tief­schlä­ge ein­ste­cken, wird nicht aus­ge­schlos­sen, dass sie die Koali­ti­on ver­lässt und ihr Heil in der Oppo­si­ti­on suchen möch­te.

Mehr zum The­ma — Kein Herz für Merz : Mer­kel lehnt Kabi­netts­um­bil­dung ab

(dpa/rt deutsch)

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Wird Merkel Kanzlerin bleiben ? Fraktionschef Brinkhaus warnt vor Gedankenspielen über Neuwahlen


Uni­ons­frak­ti­ons­chef Ralph Brink­haus (CDU) hat sich vor dem CDU-Par­tei­tag ener­gisch gegen Spe­ku­la­tio­nen über eine vor­ge­zo­ge­ne Neu­wahl mit einem Wech­sel im Kanz­ler­amt gewandt.

Die Wäh­ler haben bei der Bun­des­tags­wahl 2017 der Uni­on und Ange­la Mer­kel als Spit­zen­kan­di­da­tin den Regie­rungs­auf­trag für die gesam­te Wahl­pe­ri­ode erteilt”, sag­te Brink­haus der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. “Wir haben die­se Auf­ga­be zu erfül­len. Dar­auf müs­sen wir uns kon­zen­trie­ren.”

Die CDU-Gre­mi­en berei­ten am heu­ti­gen Don­ners­tag in Ham­burg den zwei­tä­gi­gen Par­tei­tag vor, bei dem am Frei­tag 1.001 Dele­gier­te über den Par­tei­vor­sitz ent­schei­den. Als aus­sichts­reichs­te Kan­di­da­ten für die Nach­fol­ge von Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel als CDU-Che­fin gel­ten Gene­ral­se­kre­tä­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, der frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz sowie — wohl etwas abge­schla­gen — Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn. Es wird mit einem knap­pen Wahl­aus­gang gerech­net.

Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er für Kramp-Kar­ren­bau­er

Im inner­par­tei­li­chen Wett­be­werb waren zuletzt immer mehr Par­tei­grö­ßen aus der Deckung gekom­men. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er stell­te sich nun hin­ter Kramp-Kar­ren­bau­er — und zeig­te sich zugleich irri­tiert dar­über, dass Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäub­le sich zuvor für Merz aus­ge­spro­chen hat­te.

Sei­ne Prä­fe­renz für Gene­ral­se­kre­tä­rin Kramp-Kar­ren­bau­er habe er bis­lang aus Respekt vor den Dele­gier­ten nicht öffent­lich geäu­ßert, sag­te Alt­mai­er der Rhei­ni­schen Post.

Da Wolf­gang Schäub­le nun den Damm gebro­chen hat, kann ich sagen : Ich bin über­zeugt, dass wir mit Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er die bes­te Chan­ce haben, die CDU zu einen und Wah­len zu gewin­nen, so Alt­mai­er.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Minis­ter­prä­si­dent und stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de Armin Laschet rief dazu auf, alles zu tun, damit es infol­ge der Abstim­mung nicht zu einer Spal­tung zwi­schen Sie­ger- und Ver­lie­rer­la­gern kommt.

Ent­schei­dend für den Zusam­men­halt der CDU ist die Zeit nach der Vor­sit­zen­den­wahl”, sag­te Laschet dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. “Es wird nur einen Sie­ger oder eine Sie­ge­rin geben. Ich wün­sche mir aber, dass alle drei sicht­bar blei­ben.”

Kramp-Kar­ren­bau­er for­dert Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten

Merz und Spahn woll­ten im Zuge ihrer Bewer­bung vie­le ent­täusch­te Kon­ser­va­ti­ve in der CDU anspre­chen. Kramp-Kar­ren­bau­er gilt als Favo­ri­tin Mer­kels. Die 56-Jäh­ri­ge setz­te kurz vor dem Par­tei­tag noch einen inhalt­li­chen Akzent und for­der­te Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten.

Ich möch­te den Blick auf klei­ne Ren­ten rich­ten und die alte Regel ‘Mehr Net­to vom Brut­to’ anwen­den”, sag­te sie der Zei­tung Die Welt.

Sie will bei den Bei­trä­gen zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung anset­zen : “Bei die­sen Bei­trä­gen soll­ten wir die Men­schen ent­las­ten.” Mit der For­de­rung grenz­te sie sich auch von ihrem Kon­kur­ren­ten Fried­rich Merz ab, der am Wochen­en­de mit dem Vor­schlag Schlag­zei­len gemacht, die pri­va­te ergän­zen­de Alters­vor­sor­ge über Akti­en steu­er­lich zu begüns­ti­gen.

Alle drei Kan­di­da­ten hat­ten erken­nen las­sen, dass sie im Fall ihrer Wahl wei­ter­hin mit Mer­kel als Kanz­le­rin zusam­men­ar­bei­ten woll­ten. Mer­kel will zwar den Par­tei­vor­sitz abge­ben, aber bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode wei­ter Kanz­le­rin blei­ben. Frak­ti­ons­chef Brink­haus warn­te, Gedan­ken­spie­le über eine Neu­wahl wür­den dem ohne­hin ange­grif­fe­nen Ver­trau­en in die Poli­tik wei­te­ren Scha­den zufü­gen. “Ich hal­te nichts davon, die Bür­ger immer wie­der in eine Neu­wahl zu trei­ben, bis den Poli­ti­kern das Ergeb­nis passt.”

SPD pocht auf Koali­ti­ons­ver­trag

Zu dem Par­tei­tag wer­den 1.001 Dele­gier­te, mehr als 1.000 Gäs­te und 1.800 akkre­di­tier­te Jour­na­lis­ten aus aller Welt erwar­tet. Damit die gro­ße Zahl von Anträ­gen ange­sichts der mit Span­nung erwar­te­ten Wahl in Ham­burg nicht unter­geht, schlug der Uni­ons-Mit­tel­stand (MIT) einen zusätz­li­chen Par­tei­tag im Früh­jahr vor, um die­se dann dort zu behan­deln.

Mehr zum The­ma — Aktu­el­le Umfra­ge : SPD fällt auf neu­es Rekord­tief — Uni­on sta­bil

Der Koali­ti­ons­part­ner SPD pocht dar­auf, dass auch mit dem neu­en CDU-Vor­sitz der Koali­ti­ons­ver­trag ein­ge­hal­ten wird : “Die SPD nimmt hin, was kommt. Und wir gehen davon aus, dass alles Bestand hat, was vor­her in der Koali­ti­on ver­ein­bart wor­den ist”, sag­te die stell­ver­tre­ten­de Par­tei­vor­sit­zen­de Malu Drey­er den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

(dpa/rt deutsch)

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Nach Airbus-Panne mit Kanzlerin Merkel : Von der Leyen nimmt Flugbereitschaft in Schutz


Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en hat die Flug­be­reit­schaft ihres Hau­ses nach der schwe­ren Pan­ne eines Air­bus mit der Bun­des­kanz­le­rin an Bord in Schutz genom­men.

Mit nur zwei Pro­zent Aus­fall­quo­te bei Regie­rungs­flü­gen in den letz­ten bei­den Jah­ren und einer durch­schnitt­li­chen Ein­satz­be­reit­schaft von 89 Pro­zent ist die Flug­be­reit­schaft sta­tis­tisch sehr zuver­läs­sig”, sag­te die CDU-Poli­ti­ke­rin der Bild-Zei­tung.

Sie räum­te aber ein : “Wenn dann aus­ge­rech­net wich­ti­ge Flü­ge wie der der Kanz­le­rin zum G20-Gip­fel aus­fal­len, schmerzt das umso mehr.”

Der Air­bus der Flug­be­reit­schaft des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, der Mer­kel und ihre Dele­ga­ti­on zum G20-Gip­fel nach Bue­nos Aires brin­gen soll­te, muss­te in der Nacht zum Frei­tag über den Nie­der­lan­den umkeh­ren. Ursa­che war ein Aus­fall des Funk­sys­tems. Auch das Sys­tem zum Ablas­sen von Kero­sin war betrof­fen. Die Maschi­ne lan­de­te in Köln/Bonn. Dies war wegen ihres hohen Gewichts — der Air­bus hat­te noch fast das gesam­te Kero­sin in sei­nen Tanks — eine heik­le Ange­le­gen­heit. Bei der Lan­dung über­hitz­ten die Brem­sen.

Mer­kel muss­te in Bonn über­nach­ten und reis­te erst am Frei­tag­mor­gen mit zwölf Stun­den Ver­spä­tung nach Argen­ti­ni­en — zunächst mit einer Maschi­ne der Flug­be­reit­schaft nach Madrid, dann mit einem Lini­en­flug nach Bue­nos Aires. Ein Sitz­nach­bar aus dem Flie­ger ver­öf­fent­lich­te spä­ter via Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter Fotos von der Begeg­nung mit der Kanz­le­rin und ver­riet gegen­über der Pres­se, was sie über den Wol­ken so gemacht hat : “Sie hat Joghurt geges­sen, ein Buch gele­sen, ein biss­chen geschla­fen.” 

Mer­kel kam schließ­lich mit zwölf Stun­den Ver­spä­tung in Argen­ti­ni­en an und ver­pass­te Tei­le des Pro­gramms am ers­ten Tag des G20-Tref­fens. Der Grü­nen-Wehr­ex­per­te Tobi­as Lind­ner for­der­te eine “voll­stän­di­ge Auf­klä­rung” des Vor­falls.

Es stellt sich die Fra­ge, ob und war­um die Flug­zeu­ge der Flug­be­reit­schaft häu­fi­ger aus­fal­len als im zivi­len Betrieb”, sag­te er der Pas­sau­er Neu­en Pres­se.

Wir sind dabei, uns lächer­lich zu machen”, sag­te der FDP-Haus­halts­po­li­ti­ker Otto Fri­cke der Zei­tung :

Der büro­kra­ti­sche und tech­ni­sche Murks, durch den die Flug­be­reit­schaft immer wie­der auf­fällt, kann so nicht wei­ter­ge­hen.”

Fri­cke brach­te eine Pri­va­ti­sie­rung der Flug­be­reit­schaft ins Spiel : “Pri­va­ti­sie­rung ist eine Mög­lich­keit, die es zu prü­fen gilt. Sie muss aber nicht prin­zi­pi­ell die bes­se­re Lösung sein.”

Es war nicht die ers­te Pan­ne des Regie­rungs­flie­gers : Im Novem­ber erst streik­te in Süd­afri­ka ein Trieb­werk der “Kon­rad Ade­nau­er” über Stun­den, im Okto­ber knab­ber­ten Nage­tie­re Kabel des Flie­gers in Indo­ne­si­en an und leg­ten ihn lahm. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz muss­te per Lini­en­flug­zeug nach Deutsch­land rei­sen.

Mehr zum The­ma — Mer­kel muss Lini­en­flug neh­men : Mit Ibe­ria zum G20-Gip­fel in Bue­nos Aires

(dpa/rt deutsch)

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Eine große Freundin der Ukraine”: Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel


Ange­la, lasst uns Ange­la ein­be­zie­hen”, sag­te US-Prä­si­dent Donald Trump in einem Inter­view mit der New York Post. Dem­nach sprach er sich dafür aus, dass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel im Kon­flikt zwi­schen Mos­kau und Kiew – wegen des Vor­falls zwi­schen rus­si­schen und ukrai­ni­schen Mili­tär­schif­fen in der Stra­ße von Kertsch – ver­mit­teln soll, um die Situa­ti­on nicht wei­ter eska­lie­ren zu las­sen. Neben Kanz­le­rin Mer­kel sol­le auch Frank­reich ein­be­zo­gen wer­den, aber der US-Prä­si­dent ließ offen, was die bei­den Regie­run­gen genau tun soll­ten.

Fast gleich­zei­tig for­der­te der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko etwas ganz Kon­kre­tes : In zwei Inter­views mit deut­schen Medi­en rief er die Bun­des­re­pu­blik und die NATO auf, Kriegs­schif­fe zu ent­sen­den.

Wir brau­chen eine erhöh­te Prä­senz von Kriegs­schif­fen aus Deutsch­land und ver­bün­de­ten Län­dern im Schwar­zen Meer als Bot­schaft der Abschre­ckung gegen Russ­land”, sag­te Poro­schen­ko den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

In einem Inter­view mit der Bild sag­te er :

"Eine große Freundin der Ukraine": Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel

Beson­ders auf die Unter­stüt­zung und Ver­mitt­lung der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin setzt der ukrai­ni­sche Prä­si­dent. So sag­te Poro­schen­ko : 

Kanz­le­rin Mer­kel ist eine gro­ße Freun­din der Ukrai­ne. Im Jahr 2015 hat sie durch ihre Ver­hand­lun­gen in Minsk schon ein­mal unser Land geret­tet, wir hof­fen dar­auf, dass sie uns zusam­men mit unse­ren ande­ren Alli­ier­ten noch ein­mal so sehr unter­stützt.

Russ­lands Prä­si­dent wol­le die gan­ze Ukrai­ne haben

Dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin warf Poro­schen­ko vor, Lügen zu ver­brei­ten und einen wei­te­ren Teil der Ukrai­ne “annek­tie­ren” zu wol­len.

Putin will das alte rus­si­sche Reich zurück. Die Krim, den Don­bass, er will das gesam­te Land. Als rus­si­scher Kai­ser, so wie er sich sieht, kann sein Reich nicht ohne die Ukrai­ne funk­tio­nie­ren, er sieht uns als Kolo­nie”, so Poro­schen­ko.

Seit­dem er aber im Amt sei, “ist die Ukrai­ne kei­ne Kolo­nie mehr”. Man habe auch Hin­wei­se, dass der rus­si­sche Prä­si­dent auch eine “erneu­te Boden-Offen­si­ve pla­nen könn­te”. Auch im Fun­ke-Inter­view warf der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Russ­land vor, “sei­ne Beset­zung der Ukrai­ne aus­wei­ten” und unter ande­rem die Städ­te Mariu­pol und Ber­d­jansk erobern zu wol­len.

Wenn eini­ge Poli­ti­ker nicht auf­hö­ren, mit Russ­lands Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin zu kuscheln, soll­te nie­mand aus­schlie­ßen, dass das Aus­maß der rus­si­schen Aggres­si­on wei­ter zunimmt”, so Poro­schen­ko.

Laut dem 53-jäh­ri­gen Mil­li­ar­där wird in die­sen Tagen die Zukunft der frei­en Welt in der Ukrai­ne ent­schie­den.

Außen­mi­nis­ter Maas will kei­ne “Mili­ta­ri­sie­rung des Kon­flikts”

Die rus­si­sche Küs­ten­wa­che hat­te am Sonn­tag im rus­si­schen Ter­ri­to­ri­al­ge­wäs­ser des Schwar­zen Mee­res drei Schnell­boo­te der ukrai­ni­schen See­streit­kräf­te gestoppt und beschlag­nahmt. Sie hat­ten zuvor mehr­fa­che War­nun­gen und Umkehr­be­feh­le igno­riert. An Bord der Schif­fe waren neben ukrai­ni­schen Mili­tärs auch Ange­hö­ri­ge des SBU, des Geheim­diens­tes der Ukrai­ne. Russ­land wirft Poro­schen­ko eine geziel­te Pro­vo­ka­ti­on mit Blick auf die ukrai­ni­sche Prä­si­den­ten­wahl im März vor. Kiew wie­der­um spricht davon, dass Russ­land die Ukrai­ne mili­tä­risch ange­grif­fen habe, und ließ das Kriegs­recht aus­ru­fen.

Aus Ber­lin gab es hin­sicht­lich der For­de­rung nach mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung eine Absa­ge.

Ich habe Ver­ständ­nis für die Sor­gen, die es in der Ukrai­ne gibt”, sag­te Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas am Don­ners­tag in Ber­lin.

Für die Akti­on des rus­si­schen Mili­tärs habe es kei­ne recht­li­che Grund­la­ge gege­ben. “Was wir aber nicht wol­len, ist eine Mili­ta­ri­sie­rung die­ses Kon­flikts, son­dern wir wol­len einen poli­ti­schen Pro­zess.” Das habe er in einem Tele­fo­nat sei­nem rus­si­schen Kol­le­gen Ser­gei Law­row gesagt, und das wer­de er in einem Tele­fo­nat am Nach­mit­tag dem ukrai­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten sagen.

Mehr zum The­ma — Law­row : Washing­ton tole­riert nicht nur Kiews Aktio­nen, son­dern pro­vo­ziert sie

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Kanzlerin Kramp-Karrenbauer ? – CDU-Generalsekretärin punktet gegen die Konkurrenz


Laut einem aktu­el­len Trend­ba­ro­me­ter des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts For­sa gewinnt Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er bei der Kanz­ler­fra­ge deut­lich gegen Fried­rich Merz und Jens Spahn. Auch Olaf Scholz und Andrea Nah­les wür­de sie bei einer Direkt­wahl weit hin­ter sich las­sen.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Argentinien : Kanzlerin Merkel hält Steigerung der Kinder-Armut um 20 Prozent für unterstützenswert


Seit drei Jah­ren ist der argen­ti­ni­sche Prä­si­dent Mau­ricio Macri an der Macht. Seit 2003 hat die CDU-nahe Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung nach eige­nen Aus­sa­gen Macri zum Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten auf­ge­baut und auch der aktu­el­len Regie­rungs­par­tei PRO, die zugleich Schwes­ter­par­tei der CDU ist, “beim Auf­bau von trag­fä­hi­gen Par­tei­struk­tu­ren” gehol­fen. 

Mehr zum The­ma — Video : So offen spricht die Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung über ihre Wahl­ein­mi­schung im Aus­land

Doch die bis­he­ri­ge Bilanz des “argen­ti­ni­schen Hoff­nungs­trä­gers” (so wer­te­ten noch uni­so­no deut­sche Medi­en und Kanz­ler­amt sei­nen Amts­an­tritt) ist heu­te fatal : 

Wäh­rend sei­ner drei­jäh­ri­gen Regie­rungs­zeit ist die Kin­der­ar­mut um fast 20 Pro­zent gestie­gen und liegt mitt­ler­wei­le laut UNICEF-Zah­len bei 47,7 Pro­zent aller argen­ti­ni­schen Kin­der. Auch die all­ge­mei­ne Armuts­quo­te ist signi­fi­kant gestie­gen : 33 von 100 Argen­ti­ni­ern leben nach offi­zi­el­len Sta­tis­ti­ken der­zeit in Armut.

Die Infla­ti­ons­ra­te erreich­te im Sep­tem­ber 2018 über 40 Pro­zent und auch die Indus­trie­pro­duk­ti­on brach unter dem Ade­nau­er-Stif­tungs-Zög­ling mas­siv ein. Als Spar­maß­nah­me fiel der Macri-Regie­rung nichts bes­se­res ein, als das Bil­dungs- und Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um auf­zu­lö­sen und wei­te­re mas­si­ve Ein­schnit­te just in die­sem ele­men­ta­ren Bereich vor­zu­neh­men. 

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Doch Ange­la Mer­kel und Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert unter­stüt­zen wei­ter die­sen neo­li­be­ra­len Kurs und ver­wei­sen in die­sem Zusam­men­hang auf die enge Zusam­men­ar­beit von Deutsch­land und Argen­ti­ni­en im Rah­men der G20. Argen­ti­ni­en hat­te 2017 die G20-Prä­si­dent­schaft von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land über­nom­men. 

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RT Deutsch


Lahme Ente“: Kanzlerin Merkel verliert ihre „rechte Hand“ im Bundestag


Die Bun­des­bür­ger wer­den wohl immer stolz auf Ange­la Mer­kel sein, egal was ihr künf­tig pas­sie­ren soll­te. Denn laut einer Umfra­ge haben die Deut­schen die ers­te Frau an der Spit­ze der Macht in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik über den ers­ten Kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er und den „Kanz­ler der Ein­heit“, Hel­mut Kohl, gestellt.
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Willy Wimmer : Kanzlerin Angela Merkel schreddert unser Land


von Wil­ly Wim­mer

Fast zeit­gleich kom­men zwei Ereig­nis­se explo­si­ons­ar­tig in Deutsch­land hoch, die auf den ers­ten Blick weit aus­ein­an­der­lie­gen und erst auf den zwei­ten Blick ein­an­der bedin­gen. Die Ereig­nis­se in Chem­nitz haben deut­lich gemacht, daß der Staat zer­fällt. Es ist die zen­tra­le Auf­ga­be des Staa­tes, Sicher­heit, Ord­nung und den Respekt vor den Geset­zen sicher­zu­stel­len. Genau das wird in Deutsch­land im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes not­lei­dend, obwohl gera­de in den neu­en Län­dern — zwi­schen Ros­tock und Dres­den — die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger förm­lich nach einem geord­ne­ten Gemein­we­sen rufen und dafür auf die Stra­ßen gehen. Das ist nicht nur ihr gutes Recht. Der Staat, den wir bis­her hat­ten, konn­te sich mit sei­nen Men­schen- und Bür­ger­rech­ten, sei­ner Ver­fas­sung ganz all­ge­mein und mit sei­nen hohen Stan­dards in der Über­nah­me inter­na­tio­na­ler Regeln bes­tens über­all bli­cken las­sen.

Was den Umstand anbe­trifft, dass ein Mensch in Chem­nitz Opfer einer Gewalt­tat gewor­den ist, so ist es das legi­ti­me Recht eines jeden Staats­bür­gers, öffent­lich sei­ne Trau­er und Anteil­nah­me zum Aus­druck zu brin­gen. Wenn die Bun­des­kanz­le­rin öffent­lich in die­sem Zusam­men­hang von “Zusam­men­rot­tun­gen” und “Hetz­jagd” in Chem­nitz gespro­chen hat, offen­bart sie ein außer­de­mo­kra­ti­sches Rechts­ver­ständ­nis, indem sie Straf­rechts­be­grif­fe des DDR-Unrechts­staa­tes gegen das in Deutsch­land grund­ge­setz­lich garan­tier­te Recht auf Mei­nungs­frei­heit instru­men­ta­li­siert und den Ein­druck eines ille­ga­len Ver­hal­tens von Staats­bür­gern her­vor­ruft.

Sowohl die Bun­des­kanz­le­rin als auch der Spre­cher der Bun­des­re­gie­rung haben in die­sem Zusam­men­hang in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on den nur im deut­schen Jagd­recht vor­kom­men­den Begriff der (ver­bo­te­nen) “Hetz­jagd” ver­wen­det und damit in der Wir­kung den­je­ni­gen die Legi­ti­ma­ti­on ent­zo­gen, die ihr Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung wahr­ge­nom­men haben. Ande­rer­seits wur­den durch die­se bewuss­te Wort­wahl ande­re Men­schen ermun­tert, sich als Ver­tei­di­ger von Wer­ten auf­zu­schwin­gen, die angeb­lich in Gefahr zu sein schie­nen. Auf die­se Art und Wei­se spal­tet man die Men­schen im Lan­de.

Es ist Auf­ga­be der ent­spre­chen­den poli­zei­li­chen und sons­ti­gen staat­li­chen Orga­ne, Rechts­ver­stö­ße fest­zu­stel­len und sie zügig zu ahn­den. Wenn die Bun­des­kanz­le­rin spal­te­ri­sche und in der Straf­rechts­ord­nung nicht vor­kom­men­de Begrif­fe im Zusam­men­hang mit recht­lich zu bewer­ten­den Vor­komm­nis­sen ver­wen­det, muss sie sich fra­gen las­sen, ob nicht durch ihre Wort­wahl die öffent­li­che Ord­nung zer­stört wer­den soll­te. Weder durch die Bun­des­kanz­le­rin noch durch den immer unglück­li­cher han­deln­den Bun­des­prä­si­den­ten kann die Ver­tei­di­gung unse­rer Rechts­ord­nung nicht in die Hän­de von Kräf­ten gelegt wer­den, die nach unse­rer Rechts­ord­nung dazu nicht legi­ti­miert wor­den sind. Stra­ße kann und darf nicht gegen das Recht mobi­li­siert wer­den, auch und erst recht nicht durch höchs­te Reprä­sen­tan­ten des Staa­tes.

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Es ist gera­de die Bun­des­kanz­le­rin, die durch die Wochen­end-Ent­schei­dung vom 4./5. Sep­tem­ber 2015 gel­ten­des Recht zum Schut­ze unse­res Staa­tes nicht nur außer Kraft gesetzt hat. Sie hat seit­her nichts unter­nom­men, um den Schutz der deut­schen Gren­ze in der gebo­te­nen Wei­se wie­der­her­zu­stel­len. Wenn öffent­li­che Aus­sa­gen über angeb­lich rund 700.000 Per­so­nen, die sich ohne jeden Rechts­grund in Deutsch­land auf­hal­ten, zutref­fend sein soll­ten, wird die Dimen­si­on des Scha­dens deut­lich, der dem deut­schen Staat und damit uns allen zuge­fügt wor­den ist.

Wenn vor gut einem Jahr in einer deut­schen Tages­zei­tung ein pro­mi­nen­ter Rich­ter am Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt davon spricht, dass unter den fast zwei Mil­lio­nen Men­schen, die ille­gal über die deut­schen Gren­zen in unser Land gekom­men sind, bes­ten­falls rund 7.000 Men­schen das grund­ge­setz­lich ver­brief­te Recht auf Asyl wahr­neh­men könn­ten, dann spricht das doch Bän­de.

Seit­her erweckt die Bun­des­kanz­le­rin den Ein­druck, dass alles unter­nom­men wer­den muss, einen unun­ter­bro­che­nen Zuzug von Per­so­nen ohne jede Legi­ti­ma­ti­on zum Über­schrei­ten der deut­schen Staats­gren­ze in der Sub­stanz auf­recht­zu­er­hal­ten und nichts zu unter­neh­men, die Anzahl der unbe­rech­tigt in Deutsch­land befind­li­chen Men­schen zu ver­min­dern. Damit wird unser Land in der Sub­stanz und auf Dau­er ver­än­dert. Die­se Ver­än­de­rung wider­spricht dem Appell eines der euro­päi­schen Grün­dungs­vä­ter. Robert Schu­man (nicht der Kom­po­nist Robert Schu­mann, Anm.) hat dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass ein euro­päi­sches demo­kra­ti­sches Gemein­we­sen nur christ­lich oder gar nicht sein kön­ne.

Von wel­chen Umbau­phan­ta­si­en die Ver­ein­ten Natio­nen der­zeit erfasst wer­den, konn­ten deut­sche Fern­seh­zu­schau­er im Früh­jahr fest­stel­len, als ein Har­vard-Pro­fes­sor vom Umbau genau die­ser euro­päi­schen Demo­kra­tie sprach. Auf­fal­lend ist, dass die Ver­ein­ten Natio­nen zwar als frie­dens­schaf­fen­de Kraft seit Jahr­zehn­ten aus­fal­len, sich aller­dings über den Mar­ra­kesch-Pro­zess jetzt dar­an machen, Euro­pa vom Grun­de aus zu zer­stö­ren. Wer sich mit demo­gra­phi­schen Ent­wick­lun­gen beschäf­tigt, soll­te auf das gewal­ti­ge Fami­li­en-Unter­stüt­zungs­pro­gamm in der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on bli­cken. Das greift den Fami­li­en, die sich bil­den wol­len, so nach­drück­lich unter die Arme, dass man erstaunt sein muss. Noch nicht ein­mal die christ­li­chen Kir­chen in Deutsch­land bli­cken auf etwas, das in Russ­land sei­tens der Kir­che her­vor­ra­gend unter­stützt wird.

Unter die­sen Umstän­den muss sich die Bun­des­kanz­le­rin anrech­nen las­sen, die Rechts­struk­tur Deutsch­lands aus­zu­he­beln und die Kriegs­po­li­tik der NATO durch ver­meint­li­che Huma­ni­tät stüt­zen zu wol­len, denn dar­in lie­gen um uns her­um die Kriegs­ur­sa­chen. Die Schwä­che des deut­schen Staa­tes durch den Über­gang der Macht vom Bür­ger — als dem eigent­li­chen Sou­ve­rän — hin zu einer Macht der Ver­bän­de und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen hat mit dem Über­gang von Bonn nach Ber­lin begon­nen. Die Bun­des­kanz­le­rin hat sich offen­bar zum Ziel gesetzt, die­sen Weg unum­kehr­bar zu gestal­ten. Wenn selbst deut­sche Minis­ter­prä­si­den­ten dem Deut­schen Bun­des­tag im Fern­se­hen attes­tie­ren, in der Migra­ti­on seit Sep­tem­ber 2015 sei­nen Auf­ga­ben nicht nach­ge­kom­men zu sein, dann weiß man alles.

Kein Wun­der, dass die Men­schen ver­zwei­felt sind über das, was regie­rungs­sei­tig ange­rich­tet wird. In deut­schen Publi­ka­tio­nen aus regie­rungs­freund­li­chen Ver­la­gen wird doch seit Jah­ren dar­auf auf­merk­sam gemacht, in wel­cher Wei­se sich obers­te deut­sche Poli­zis­ten schon lan­ge vor dem Auf­tau­chen der Migran­ten an deut­schen Gren­zen bemüht haben, Frau Dr. Mer­kel zum Han­deln zu bewe­gen. Das war aller­dings ver­geb­lich, auch nach dem Sep­tem­ber­wo­chen­en­de 2015.

Die­se Zer­stö­rung der deut­schen Staats­sub­stanz hat­te ein Vor­spiel und es ist erbärm­lich, wenn die Bun­des­kanz­le­rin in die­sen Tagen das Wort “Rechts­staat” über­haupt in den Mund nimmt. Das star­ke Emp­fin­den und die not­wen­di­ge Ver­pflich­tung, staat­li­ches Han­deln wie­der an Recht und Gesetz aus­zu­rich­ten, wur­de mit dem ers­ten Krieg unter deut­scher Betei­li­gung und unter Bruch der eige­nen Ver­fas­sung und des Völ­ker­rechts aus­ge­löst. Wegen der ame­ri­ka­ni­schen Welt­herr­schafts­plä­ne wur­de die Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen zer­stört, wie der ehe­ma­li­ge Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der erst lan­ge nach dem Jugo­sla­wi­en-Krieg frei­mü­tig bekann­te. Deutsch­land hat seit­her danach bis in die heu­ti­gen Tage bei fast jedem Krieg unter Miss­ach­tung der Ergeb­nis­se der Nürn­ber­ger Pro­zes­se wie­der mit­ge­macht.

An den Tagen, als der deut­sche Rechts­staat nicht nur in Chem­nitz unter die Räder gerät, sieht es die Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin als ihre Auf­ga­be an, über deut­sche Tor­na­dos für den Krieg in Syri­en nach­den­ken zu las­sen. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, dass ein behaup­te­ter mög­li­cher Gift­gas­ein­satz nach den bis­he­ri­gen Erfah­run­gen das Werk befreun­de­ter Struk­tu­ren vor Ort sein dürf­te. Statt­des­sen soll­te sich die Bun­des­re­gie­rung Gedan­ken dar­über machen, wie in Abstim­mung mit der syri­schen Regie­rung in Deutsch­land befind­li­che Men­schen aus Syri­en wie­der in Syri­en unter men­schen­wür­di­gen Umstän­den ange­sie­delt wer­den kön­nen, statt eine Dyna­mik in Gang zu set­zen, die das auf Dau­er ver­hin­dern wird.

Die regie­rungs­sei­tig betrie­be­ne Ver­nich­tung der deut­schen Rechts­ord­nung dient nur einem Zweck : Es kommt nicht mehr dar­auf an, die Struk­tur unse­res Staa­tes so sta­bil wie mög­lich zu gestal­ten, um sie den Stür­men der Zukunft eben­so gewapp­net zu machen, wie für die not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen. Wer der­zeit etwas ändern will, lässt den Bun­des­tag ein­fach links lie­gen und macht es lie­ber gleich mit der Bun­des­kanz­le­rin. Frü­her wur­de der Satz zitiert, nach­dem es die zen­tra­le poli­ti­sche Auf­ga­be sei, der “Stadt Bes­tes” zu suchen. Das hat sich in der Sub­stanz ver­än­dert. Die staat­li­che Struk­tur soll so ver­än­dert wer­den, dass die­je­ni­gen, die par­tei­über­grei­fend der­zeit im Sin­ne von John McCain und Hil­la­ry Clin­ton an der Macht sind, unter allen Umstän­den glo­bal in ihrer Posi­ti­on mani­fes­tiert wer­den oder blei­ben.

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